Surya Arghya Darbringung nach dem Brihat Tantrasara

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Surya Arghya Darbringung nach dem Brihat Tantrasara beschreibt eine Ritualpraxis des Brihat Tantrasara, um der Sonne nach ihrer Verehrung eine besondere Wassergabe darzubringen.

Vorbereitung und Ritualmittel

Kupfergefäß, gutes Wasser, die gewählten belegten Arghya-Gaben, Blumen, Duft und Speise.

Umfang und Überlieferung

Die Quelle setzt die zuvor verehrte Sonnenform und deren Mantra voraus. Die Gabe wird in die Sonnenrichtung gerichtet; direktes Blicken in die Sonne wird nicht als Übung angeleitet. Die Flüssigkeit ist eine Darbringung und kein Getränk.

Durchführung

  1. Verehre morgens den Sitz und stelle das Kupfergefäß im Mandala auf. Fülle es mit gutem Wasser; die historischen Zusätze sind in P5-0349 einzeln genannt.
  2. Vergegenwärtige Bhaskara mit seinen Gliedern, verehre ihn mit Duft, Blumen und Speise, bedecke das Gefäß und wiederhole den eigenen Sonnenmantra 108-mal.
  3. Verehre nochmals, knie nieder und hebe das Gefäß bis zur Höhe des Hauptes. Bringe das Arghya zur Sonne hin dar, während du den Grundmantra sprichst.
  4. Gib eine Handvoll Blumen und wiederhole den Mantra nochmals 108-mal.

Formeln und Zuordnungen

Arghya-Gefäß

Für Shiva und Surya schließt P2-0590 die Muschel als Arghya-Gefäß ausdrücklich aus. Verwende hier ein anderes geeignetes Arghya-Gefäß. Der Nachweis steht im Abschnitt P2-0590 der Gesamtausgabe; dies ist eine Gefäßregel, kein zusätzlicher Ritus.

Sanskrit und deutsche Übersetzung

P5-0349 · 50
atha sūryaḥ :
yathā :
evaṃ sampūjya vidhivadbhāskaraṃ bhaktavatsalam |
dadyādarghyaṃ pratidinaṃ vāre vā tasya codite |
prabhāte maṇḍalaṃ kṛtvā pūrvavatpīṭhamarcayet |
pātraṃ tāmramayaṃ prasthatoyagrāhi manoharam |
nidhāya tatra manunā pūrayet tacchubhodakaiḥ |
kuṃkumaṃ rocanārājīraktacandanakairavān |
karavīrajavāśālikuśaśyāmākataṇḍulān |
nikṣipetsalile tasminnaikyaṃ sambhāvya bhānunā |
sāṅgamabhyarcayet tasmin bhāskaraṃ proktalakṣaṇam |
gandhapuṣpādinaivedyairyathāvidhi vidhānavit |
apidhāya japenmantraṃ samyagaṣṭottaraḥ śatam
|| 50 ||

Nun Sūrya. Nachdem man Bhāskara, der seinen Verehrern zugetan ist, regelgerecht verehrt hat, gibt man täglich oder an seinem bezeichneten Wochentag die Arghya-Gabe. Morgens zeichnet man ein Maṇḍala und verehrt den Pīṭha wie zuvor. Man stellt ein schönes Kupfergefäß auf, das einen Prastha Wasser fasst, und füllt es mit dem Mantra mit gutem Wasser. Safran, Rocanā, Senf, rotes Sandelholz, Kairava, Oleander, Hibiskus, Reis, Kuśa und Śyāmāka-Körner legt man in dieses Wasser. Man vergegenwärtigt sich die Einheit mit der Sonne und verehrt darin Bhāskara von der beschriebenen Gestalt mit seinen Gliedern. Der Ritualkundige [verehrt] vorschriftsgemäß mit Duftstoff, Blüten und Speisegabe, deckt [das Gefäß] zu und rezitiert das Mantra genau hundertachtmal.


P5-0350 · 50-ka
punaḥ sampūjya gandhādyarjānubhyāmavanīṃ gataḥ |
āmastakaṃ samuddhṛtya vyomni sāvaraṇe ravau |
dṛṣṭiṃ nidhāya aikyena mūlamantraṃ japan |
dayādarghyaṃ dineśāya prasannenāntarātmanā |
dattvā puṣpāñjaliṃ bhūyo japedaṣṭottaraṃ śatam |
yāvadarghyāmṛtaṃ bhānuḥ samādatte nijaiḥ karaiḥ |
tena tṛpto dinamaṇirdadyāttasmai manorathān
|| 50-ka ||

Man verehrt nochmals mit Duftstoffen und anderen Gaben, kniet auf die Erde, hebt [das Gefäß] bis zum Haupt und richtet den Blick auf die Sonne mit ihren Umkreisgottheiten am Himmel. In Einheit rezitiert man das Wurzelmantra und gibt dem Herrn des Tages mit heiterem innerem Geist die Arghya-Gabe. Man gibt eine Handvoll Blüten und rezitiert nochmals hundertachtmal. Die Sonne nimmt den Arghya-Nektar mit ihren eigenen Strahlen auf; dadurch gesättigt gewährt das Tagesjuwel ihm seine Wünsche. [dayādarghyaṃ ist eine beschädigte Lesart.]


P5-0351 · 51
arghyadānamidaṃ puṃsāmāyurārogyavarddhanam |
dhanadhānyapaśukṣetraputramitrakalatradam |
tejovīryaśaḥkāntividyāvibhavabhāgyadam
|| 51 ||

Diese Arghya-Darbringung mehrt bei Menschen Leben und Gesundheit. Sie gewährt Reichtum, Getreide, Vieh, Felder, Söhne, Freunde und Ehepartner; Glanz, Kraft, Ruhm, Schönheit, Wissen, Wohlstand und Glück.


Sanskrit in Devanagari

Die Schriftfassung deckt dieselben ausgewählten Textstellen wie die IAST-Fassung ab.

P5-0349 · 50
अथ सूर्यः :
यथा :
एवं सम्पूज्य विधिवद्भास्करं भक्तवत्सलम् ।
दद्यादर्घ्यं प्रतिदिनं वारे वा तस्य चोदिते ।
प्रभाते मण्डलं कृत्वा पूर्ववत्पीठमर्चयेत् ।
पात्रं ताम्रमयं प्रस्थतोयग्राहि मनोहरम् ।
निधाय तत्र मनुना पूरयेत् तच्छुभोदकैः ।
कुंकुमं रोचनाराजीरक्तचन्दनकैरवान् ।
करवीरजवाशालिकुशश्यामाकतण्डुलान् ।
निक्षिपेत्सलिले तस्मिन्नैक्यं सम्भाव्य भानुना ।
साङ्गमभ्यर्चयेत् तस्मिन् भास्करं प्रोक्तलक्षणम् ।
गन्धपुष्पादिनैवेद्यैर्यथाविधि विधानवित् ।
अपिधाय जपेन्मन्त्रं सम्यगष्टोत्तरः शतम्
॥ ५० ॥

P5-0350 · 50-ka
पुनः सम्पूज्य गन्धाद्यर्जानुभ्यामवनीं गतः ।
आमस्तकं समुद्धृत्य व्योम्नि सावरणे रवौ ।
दृष्टिं निधाय ऐक्येन मूलमन्त्रं जपन् ।
दयादर्घ्यं दिनेशाय प्रसन्नेनान्तरात्मना ।
दत्त्वा पुष्पाञ्जलिं भूयो जपेदष्टोत्तरं शतम् ।
यावदर्घ्यामृतं भानुः समादत्ते निजैः करैः ।
तेन तृप्तो दिनमणिर्दद्यात्तस्मै मनोरथान्
॥ ५०-क ॥

P5-0351 · 51
अर्घ्यदानमिदं पुंसामायुरारोग्यवर्द्धनम् ।
धनधान्यपशुक्षेत्रपुत्रमित्रकलत्रदम् ।
तेजोवीर्यशःकान्तिविद्याविभवभाग्यदम्
॥ ५१ ॥

Quellen und Textstand

  • Krishnananda Agamavagisha: Brihat Tantrasara. Grundlage ist die gespeicherte deutsche Gesamtausgabe mit den zugehörigen IAST- und Devanagari-Dateien, Bearbeitungsstand 4. Oktober 2026.
  • Die Kennungen P1 bis P5 mit vierstelliger Nummer bezeichnen die Fundstellen der Gesamtausgabe. Die daneben stehende Verszählung einschließlich Zusatznummern bleibt erhalten.
  • Lokale Hinweise in eckigen Klammern kennzeichnen Lesarten, Textlücken und Übersetzungsprobleme. Ein neuer Vergleich mit einer gedruckten Sanskritedition wurde für diese Ritualredaktion nicht vorgenommen.
  • Brihat Tantrasara Übersetzung 5: P5-0349–P5-0351


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