Vagvadini Japa mit dem zehnsilbigen Mantra
Vagvadini Japa mit dem zehnsilbigen Mantra wendet sich an die Göttin als diejenige, welche Rede ermöglicht und zum Ausdruck bringt. Die zehnsilbige Mantraform des Brihat Tantrasara eignet sich in der hier begrenzten Sitzung zur Sammlung vor Studium, Vortrag oder Unterricht. Der kurze Ruf lädt dazu ein, Sprache bewusst und aufmerksam zu gebrauchen.

Umfang: Abgeschlossene innere Sitzung mit Dhyana, 108 Japa und Darbringungsgebet.
Anlass, Voraussetzungen und Material
Für Praktizierende, die in diesen Mantra unterwiesen sind. Die persönliche Diksha und die Anleitung des Guru bleiben maßgeblich. Bereite einen sauberen Sitz und eine Mala oder andere Zählhilfe vor; ein Bild der Gottheit ist möglich. Plane etwa 15 bis 25 Minuten ein.
Zur Vertiefung passen Saraswati Puja, Guru Stotra, Mangalacharana. Alle für die hier beschriebene Sitzung erforderlichen Schritte sind unten ausgeschrieben.
1. Vorbereitung und Ausrichtung
Wasche die Hände und setze dich aufrecht und bequem. Vergegenwärtige Vagvadini-Sarasvati. Widme die Sitzung der Hingabe und geistigen Sammlung. Erinnere dich an die konkrete Lern- oder Sprechsituation, auf die du dich vorbereitest. Formuliere still die Absicht, klar, wahrhaftig und dem Gegenüber zugewandt zu sprechen.
2. Die göttliche Gestalt betrachten
Vergegenwärtige die folgende Gestalt still. Dieser deutsch beschriebene Dhyana ist eine Betrachtungsanleitung; dabei wird kein zusätzlicher Sanskrittext gesprochen.
Vergegenwärtige die weiß strahlende Göttin auf einem weißen Lotus. Sie trägt die junge Mondsichel und ist durch die Fülle ihrer Brüste leicht nach vorn geneigt. Ihre lotushaften Hände sind mit Schreibgriffel und Buch geschmückt. Betrachte die freundliche Gestalt als göttlichen Ursprung des Lernens und des sprachlichen Ausdrucks.
Verweile für einige natürliche Atemzüge bei dieser Gegenwart. Lege der Gottheit im Geist eine Blüte zu Füßen. Die einzelne innere Blütengabe gestaltet hier den Übergang vom Dhyana zum Japa.
3. Die vollständige Mantra-Rezitation
Rezitiere die folgende vollständige Formel 108-mal leise oder im Geist:
vada vada vāgvādini svāhā
Sprich, sprich, o du, die Rede ertönen lässt! Svāhā – dir sei diese Darbringung.
Eine ganze Formel zählt als eine Wiederholung. Bewege danach eine Perle der Mala weiter; die Meru-Perle zählt nicht mit. Atme während der Rezitation natürlich und bleibe bei der Bedeutung der Anrufung.
4. Die Rezitation darbringen
Stelle dir die Frucht deiner Rezitation als Gabe in der linken Hand der Göttin vor. Sprich einmal:
guhyātiguhyagoptrī tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me devi tvatprasādāt tvayi sthitiḥ ||
Du bist die Hüterin des Geheimsten. Nimm unsere Rezitation an. Durch deine Gnade möge mir Vollendung zuteilwerden: das Ruhen in dir.
Falte die Hände vor dem Herzen, neige den Kopf und bleibe einen Augenblick still. Lass die bildhafte Betrachtung im Herzen zur Ruhe kommen. Damit ist diese Sitzung abgeschlossen.
Vertiefung
Yoga-Vidya-Vortrag über Saraswati und schöpferische Erkenntnis. Das Video ist eine thematische Ergänzung; der konkrete Ablauf richtet sich nach dieser Anleitung.
Siehe auch
Seminare
Hinduistische Rituale
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Quellen und redaktionelle Hinweise
Brihat Tantrasara von Kṛṣṇānanda Āgamavāgīśa, Sanskrit-IAST-Projektfassung, Teil 1, nach dem elektronischen Text M00013 auf Grundlage des Drucks Calcutta 1896. Die Versnummern gelten innerhalb des jeweils genannten Abschnitts. Vagishvari-Abschnitt, Verse 23–32. Der zehnsilbige Hauptmantra ist in 23 als vada vada vāgvādini mit dem als Vahnivallabha bezeichneten Schluss svāhā angegeben; 28 bestätigt die Reihenfolge seiner zehn Glieder. Der Dhyana folgt 30 und wird hier still anhand seiner Bildangaben betrachtet; die fehlerhafte elektronische Form taruṇasakalam wird nicht als Rezitationstext übernommen. Diese Mantraform beginnt unmittelbar mit vada und ist vom später in 33 beschriebenen sechzehnsilbigen Mantra zu unterscheiden. Matrika-Nyasa, Yantra und äußere Avarana-Puja aus dem umfangreicheren Abschnitt gehören nicht zu dieser inneren Sitzung. Die Verbindung mit einer bevorstehenden Sprech- oder Lernsituation ist eine heutige praktische Anwendung.
Die Sitzung mit 108 Wiederholungen ist eine redaktionell begrenzte Praxisform. Ihr allgemeiner Japa-Rahmen folgt Mantramahodadhi 21.166–170, besonders 21.169; das Darbringungsgebet folgt 22.151–152. Die weibliche Form des Gebets ist auch im Brihat Tantrasara, allgemeine Puja-Paddhati, Vers 6, belegt. Die größere Purashcharana und die äußeren Avarana-Pujas des jeweiligen Gottheitenkapitels sind nicht Bestandteil dieser Sitzung.