Stavachintamani

Aus Yogawiki
Version vom 2. Oktober 2026, 14:40 Uhr von Yoga Vidya (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „'''Stavachintamani''' (Sanskrit: स्तवचिन्तामणि stavacintāmaṇi m.), auch '''Stava Chintamani''' oder '''Stavacintāmaṇi''', ist eine 120-nummerierte Sanskrit-Hymne des Bhaṭṭanārāyaṇa an Shiva beziehungsweise Parama Shiva. Der Titel bedeutet sinngemäß „Wunschjuwel des Lobpreises“: ''stava'' ist Lobpreis oder Hymne, ''cintāmaṇi'' der sagenhafte Wunschjuwel, der Ersehntes gewährt. Da…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Stavachintamani (Sanskrit: स्तवचिन्तामणि stavacintāmaṇi m.), auch Stava Chintamani oder Stavacintāmaṇi, ist eine 120-nummerierte Sanskrit-Hymne des Bhaṭṭanārāyaṇa an Shiva beziehungsweise Parama Shiva. Der Titel bedeutet sinngemäß „Wunschjuwel des Lobpreises“: stava ist Lobpreis oder Hymne, cintāmaṇi der sagenhafte Wunschjuwel, der Ersehntes gewährt. Das Werk verbindet tiefe Bhakti mit der nichtdualen Schau des kaschmirischen Shivaismus. Shiva wird nicht nur als verehrte Gottheit angesprochen, sondern als das eine Bewusstsein, das alle Wege, Worte, Gedanken, Handlungen, Welten und Erfahrungen durchdringt.

Der Stavachintamani ist deshalb zugleich Hymne, philosophische Meditation und spiritueller Wegtext. In immer neuen poetischen Bildern entfaltet Bhaṭṭanārāyaṇa die Erfahrung, dass Shiva überall gegenwärtig ist, dass Maya durch Erkenntnis und Gnade überwunden wird und dass hingebungsvolle Erinnerung an den Herrn selbst zum Weg der Wiedererkennung des göttlichen Selbst werden kann. Kṣemarājas ausführliche Vivṛti liest diese Dichtung konsequent im Licht von Pratyabhijna, Spanda, Śakti, Samāveśa und nichtdualer Śiva-Erkenntnis.

Meditierender Shiva – der Stavachintamani verbindet hingebungsvolle Shiva-Verehrung mit der Erkenntnis des allgegenwärtigen Bewusstseins.
Shiva als Yogeshvara: Sammlung, Meditation und innere Versenkung gehören zu den zentralen Motiven des Stavachintamani.
Das Shiva-Linga erinnert an Shiva als transzendente und zugleich in allen Erscheinungen gegenwärtige Wirklichkeit.

Bhaṭṭanārāyaṇa, Kṣemarāja und die Überlieferung

Die bereitgestellte Muktabodha-Datei M00089 nennt Bhaṭṭanārāyaṇa als Autor und Kṣemarāja als Kommentator. Sie beruht auf Band 10 der Kashmir Series of Texts and Studies, erschienen 1918 in Srinagar. Der Grundtext wird dort durch Kṣemarājas umfangreiche Vivṛti erschlossen.

Der Stavachintamani ist eine Shiva-Hymne, deren devotionaler Ton mit einer ausgeprägten nichtdualen Śaiva-Philosophie verbunden ist. Kṣemarāja deutet die Verse in der Sprache von Pratyabhijna, Spanda, Śakti und samāveśa. Dabei erscheint poetische Hingabe nicht als Gegensatz zur höchsten Erkenntnis, sondern als deren Zugang und Ausdruck.

Die Muktabodha-Datei enthält vor dem eigentlichen Stotra vier einleitende Strophen. Diese gehören nicht zu den 120 Versen des Stavachintamani. Der Grundtext Bhaṭṭanārāyaṇas beginnt mit sugirā cittahāriṇyā … und endet mit Vers 120, in dem er das Werk selbst Stavacintāmaṇi nennt. Danach folgen Kṣemarājas eigene Schlussstrophen zur Entstehung seiner Vivṛti sowie editorisches Material. Diese Teile werden hier nicht dem Primärtext zugerechnet.

Hinweis zur Verszählung
Die überlieferte Fassung besitzt zwei auffällige Zählungsanomalien. Die Strophe kaḥ panthā yena na prāpyaḥ … steht im Grundtext mit der Nummer 22, während Kṣemarājas unmittelbar anschließende Erklärung sie ausdrücklich als Vers 21 behandelt; darauf folgt eine weitere Strophe mit der Nummer 22. Später stehen zwei aufeinanderfolgende Strophen beide unter der Nummer 47. Diese Besonderheiten werden hier sichtbar bewahrt. Für die deutsche Artikelzählung wird die erste Anomalie als Vers 21 behandelt, weil die Kommentierung dies eindeutig voraussetzt; bei der doppelten 47 wird keine künstliche neue Sanskritnummer eingeführt.

Bhakti und Nichtdualität

Das Außergewöhnliche des Stavachintamani liegt in der Verbindung von glühender Bhakti und radikaler Nichtdualität. Der Dichter ruft Shiva als Herrn, Retter, Geliebten, Lehrer und höchste Zuflucht an. Zugleich erklärt er immer wieder, dass nichts außerhalb dieses Shiva liegt.

Besonders deutlich wird dies in der berühmten Frage:

„Welcher Weg könnte dich nicht erreichen? Welches Wort könnte dich nicht aussprechen? Welche Meditation könnte dich nicht zum Gegenstand haben? Was gibt es überhaupt, das du nicht bist?“

Damit verwandelt sich die Vorstellung eines einzelnen spirituellen Weges. Wenn Shiva wirklich alles durchdringt, kann jedes Erkennen, jedes Handeln und jede Erfahrung zum Ort der Wiedererkennung werden. Entscheidend ist nicht, eine zweite Wirklichkeit zu erreichen, sondern die bereits gegenwärtige göttliche Wirklichkeit zu erkennen.

Kṣemarāja deutet diese Haltung im Sinn der Pratyabhijna: Befreiung ist Wiedererkennen. Der Mensch entdeckt, dass das Bewusstsein, mit dem er wahrnimmt, denkt und liebt, im tiefsten Grund nichts anderes als das Licht Shivas ist.

Zur Vertiefung des im Text mehrfach genannten Mantras Om Namah Shivaya kann dieses Yoga-Vidya-Video ergänzend eingebunden werden:

Die großen Themen des Werkes

Nichtdualität und paradoxe Wertungen
Einzelne Verse – besonders die Strophen zu Guṇa und Doṣa sowie zu gutem und schlechtem Handeln – sprechen aus einer radikal nichtdualen Perspektive. Kṣemarājas Kommentar bindet solche Aussagen an die vollständige Ausrichtung auf Śiva und an die Erkenntnis der Nichtverschiedenheit vom höchsten Bewusstsein. Sie sollten daher nicht als pauschale Aufhebung ethischer Unterscheidungen oder als allgemeine moderne Handlungsanweisung gelesen werden.


Shiva als allgegenwärtiges Bewusstsein
Shiva ist feiner als das Feinste und größer als das Welt-Ei. Er ist das Licht der Lichter, Anfang und Ende der Weltordnung und der eine freie Handelnde inmitten aller scheinbar getrennten Tätigkeiten.

Shakti und göttliche Freiheit
Die Welt entsteht nicht aus einem von Shiva getrennten Material. Vers 9 vergleicht ihre Manifestation mit einem Bild, das ohne äußere Leinwand und ohne fremden Stoff hervortritt. Kṣemarāja versteht dies als Ausdruck von Svatantrya, der absoluten Freiheit des Bewusstseins.

Maya und Erkenntnis
Maya ist die Kraft, durch die Einheit als Trennung erscheint. Der Dichter bittet immer wieder darum, dass die Finsternis der Unwissenheit gereinigt und die Śiva-Erkenntnis offenbar werde.

Bhakti als Cintamani
Hingabe ist selbst der Wunschjuwel des Werkes. Sie wird als Kraft beschrieben, die aus dem Ozean des Saṃsāra herausführt, Erkenntnis klärt, selbst Siddhis überragt und schließlich in Identität mit Shiva mündet.

Mantra und Namensverehrung
Mehrfach erscheint Namo Namaḥ Śivāya. Der Name Shivas wird nicht als bloßes Zeichen verstanden. In der nichtdualen Deutung ist er Ausdruck und Zugang zur Wirklichkeit, die er bezeichnet.

Gnade und Śaktipāta
Besonders die Verse 117–118 stellen eine grundlegende Frage: Wird der Geist erst rein und empfängt dann Shiva, oder wird er gerade durch Shivas Eintritt rein? Kṣemarājas Kommentar entscheidet sich ausdrücklich für die zweite Sicht: Das göttliche Innewohnen selbst ist die Läuterung, die Siddhi und das höchste Ziel. Damit wird Śaktipāta als Ausdruck freier göttlicher Gnade hervorgehoben.

Vollständiger Stavachintamani – Sanskrit, Devanagari und deutsche Übersetzung

Die Umschrift folgt ausschließlich der bereitgestellten Muktabodha-Datei M00089. Die Devanagari-Fassung wurde technisch aus genau dieser bereitgestellten Umschrift erzeugt. Sie ist keine hinzugezogene fremde Edition und begründet deshalb auch keine eigenständige Lesart. Offenkundige Besonderheiten der gelieferten Lesart und der Verszählung werden nicht durch externe Sanskritfassungen ersetzt.

Vers 1
sugirā cittahāriṇyā
paśyantyā dṛśyamānayā |
jayatyullāsitānandamahimā parameśvaraḥ || 1 ||
सुगिरा चित्तहारिण्या
पश्यन्त्या दृश्यमानया ।
जयत्युल्लासितानन्दमहिमा परमेश्वरः ।। 1 ।।

Übersetzung: Der Höchste Herr triumphiert: sichtbar in Paśyantī, jener schönen, das Herz bezaubernden Rede, entfaltet sich die Größe seiner aufleuchtenden Glückseligkeit.

Vers 2
yaḥ sphītaḥ śrīdayābodhaparamānandasaṃpadā |
vidyoddyotitamāhātmyaḥ
sa jayatyaparājitaḥ || 2 ||
यः स्फीतः श्रीदयाबोधपरमानन्दसंपदा ।
विद्योद्द्योतितमाहात्म्यः
स जयत्यपराजितः ।। 2 ।।

Übersetzung: Unbesiegbar triumphiert er, erfüllt von der Fülle aus Herrlichkeit, Mitgefühl, Erkenntnis, höchster Glückseligkeit und Vollkommenheit; durch Vidyā erstrahlt seine Größe.

Vers 3
prasaradbindunādāya
śuddhāmṛtamayātmane |
namo'nantaprakāśāya
śaṃkarakṣīrasindhave || 3 ||
प्रसरद्बिन्दुनादाय
शुद्धामृतमयात्मने ।
नमोऽनन्तप्रकाशाय
शंकरक्षीरसिन्धवे ।। 3 ।।

Übersetzung: Verehrung dem unendlichen Licht, dem milchgleichen Ozean Śaṅkaras, dessen Wesen reiner Nektar ist und aus dem Bindu und Nāda hervorgehen.

Vers 4
dviṣmastvāṃ tvāṃ stumastubhyaṃ
mantrayāmo'mbikāpate |
ativāllabhyataḥ sādhu
viśvaṅno dhṛtavānasi || 4 ||
द्विष्मस्त्वां त्वां स्तुमस्तुभ्यं
मन्त्रयामोऽम्बिकापते ।
अतिवाल्लभ्यतः साधु
विश्वङ्नो धृतवानसि ।। 4 ।।

Übersetzung: Wir mögen dich scheinbar ablehnen und doch preisen wir dich; dich rufen wir an, o Herr der Ambikā. Aus übergroßer Liebe hast du uns überall und vollkommen getragen.

Vers 5
saṃhṛtasparśayogāya
saṃpūrṇāmṛtasūtaye |
viyanmāyāsvarūpāya
vibhave śaṃbhave namaḥ || 5 ||
संहृतस्पर्शयोगाय
संपूर्णामृतसूतये ।
वियन्मायास्वरूपाय
विभवे शंभवे नमः ।। 5 ।।

Übersetzung: Verehrung Śambhu, dem Allgegenwärtigen, in dem die Verbindung mit den Sinnesberührungen zurückgenommen ist, der vollkommenen Nektar hervorbringt und dessen Wesen Raum und Māyā umfasst.

Vers 6
bhinneṣvapi na bhinnaṃ yacchinneṣvacchinnameva ca |
namāmaḥ sarvasāmānyaṃ
rūpaṃ tatpārameśvaram || 6 ||
भिन्नेष्वपि न भिन्नं यच्छिन्नेष्वच्छिन्नमेव च ।
नमामः सर्वसामान्यं
रूपं तत्पारमेश्वरम् ।। 6 ।।

Übersetzung: Wir verehren jene höchste göttliche Gestalt, die in den Verschiedenen ungeteilt bleibt und auch in den Vergänglichen unvergänglich ist – das Gemeinsame in allem.

Vers 7
praṇavordhvārdhamātrāto'pyaṇave mahate punaḥ |
brahmāṇḍādapi nairguṇyaguṇāya sthāṇave namaḥ || 7 ||
प्रणवोर्ध्वार्धमात्रातोऽप्यणवे महते पुनः ।
ब्रह्माण्डादपि नैर्गुण्यगुणाय स्थाणवे नमः ।। 7 ।।

Übersetzung: Verehrung Sthāṇu: feiner als die obere Halb-Mātrā des Praṇava und doch größer als das Brahmāṇḍa, dessen Eigenschaft gerade die Freiheit von den Guṇas ist.

Vers 8
brahmāṇḍagarbhiṇīṃ vyomavyāpinaḥ sarvatogateḥ |
parameśvarahaṃsasya
śaktiṃ haṃsīmiva stumaḥ || 8 ||
ब्रह्माण्डगर्भिणीं व्योमव्यापिनः सर्वतोगतेः ।
परमेश्वरहंसस्य
शक्तिं हंसीमिव स्तुमः ।। 8 ।।

Übersetzung: Wir preisen die Śakti des höchsten Haṃsa: sie trägt das Brahmāṇḍa in ihrem Schoß und gehört dem Herrn, der den Raum durchdringt und überallhin gelangt.

Vers 9
nirupādānasaṃbhāramabhittāveva tanvate |
jagaccitraṃ namastasmai
kalāślādhyāya śūline || 9 ||
निरुपादानसंभारमभित्तावेव तन्वते ।
जगच्चित्रं नमस्तस्मै
कलाश्लाध्याय शूलिने ।। 9 ।।

Übersetzung: Verehrung dem Träger des Dreizacks, dessen schöpferische Kunst gepriesen wird: ohne äußeren Stoff und gleichsam ohne Leinwand entfaltet er das Bild der Welt.

Vers 10
māyājalodarātsamyaguddhṛtya vimalīkṛtam |
śivajñānaṃ svato dugdhaṃ
dehyehi harahaṃsa naḥ || 10 ||
मायाजलोदरात्सम्यगुद्धृत्य विमलीकृतम् ।
शिवज्ञानं स्वतो दुग्धं
देह्येहि हरहंस नः ।। 10 ।।

Übersetzung: O Hara-Haṃsa, hebe für uns die Śiva-Erkenntnis vollständig aus dem Wasser der Māyā, reinige sie und schenke uns diese aus dir selbst gewonnene Milch.

Vers 11
ṣaṭpramāṇīparicchedabhedayoge'pyabhedine |
paramārthaikabhāvāya
baliṃ yāmo bhavāya te || 11 ||
षट्प्रमाणीपरिच्छेदभेदयोगेऽप्यभेदिने ।
परमार्थैकभावाय
बलिं यामो भवाय ते ।। 11 ।।

Übersetzung: Dir, Bhava, bringen wir uns dar: obwohl die sechs Erkenntnismittel Verschiedenheit abgrenzen, bleibst du ungeteilt und bist in Wahrheit das eine Sein.

Vers 12
api paśyema gambhīrāṃ
pareṇa jyotiṣābhitaḥ |
unmṛṣṭatamasaṃ ramyāmantarbhava bhavadguhām || 12 ||
अपि पश्येम गम्भीरां
परेण ज्योतिषाभितः ।
उन्मृष्टतमसं रम्यामन्तर्भव भवद्गुहाम् ।। 12 ।।

Übersetzung: Mögen wir deine tiefe Höhle schauen, o Bhava – innen und außen vom höchsten Licht erhellt, von Finsternis gereinigt und wunderschön.

Vers 13
namastebhyo'pi ye somakalākalitaśekharam |
nāthaṃ svapne'pi paśyanti
paramānandadāyinam || 13 ||
नमस्तेभ्योऽपि ये सोमकलाकलितशेखरम् ।
नाथं स्वप्नेऽपि पश्यन्ति
परमानन्ददायिनम् ।। 13 ।।

Übersetzung: Verehrung selbst jenen, die den mondgeschmückten Herrn, den Spender höchster Glückseligkeit, auch nur im Traum schauen.

Vers 14
bhagavanbhava bhāvatkaṃ
bhāvaṃ bhāvayituṃ ruciḥ |
punarbhavabhayocchedadakṣā kasmai na rocate || 14 ||
भगवन्भव भावत्कं
भावं भावयितुं रुचिः ।
पुनर्भवभयोच्छेददक्षा कस्मै न रोचते ।। 14 ।।

Übersetzung: O Bhagavān Bhava, wem könnte nicht die Sehnsucht gefallen, dein eigenes Wesen zu betrachten – jene Kraft, die die Angst vor wiederholter Geburt beendet?

Vers 15
yāvajjīvaṃ jagannātha
kartavyamidamastu naḥ |
tvatprasādāttvadekāgramanaskatvena yā sthitiḥ || 15 ||
यावज्जीवं जगन्नाथ
कर्तव्यमिदमस्तु नः ।
त्वत्प्रसादात्त्वदेकाग्रमनस्कत्वेन या स्थितिः ।। 15 ।।

Übersetzung: O Herr der Welt, dies sei unsere Aufgabe, solange wir leben: durch deine Gnade mit dem Geist einzig auf dich ausgerichtet zu verweilen.

Vers 16
śākhāsahasravistīrṇavedāgamamayātmane |
namo'nantaphalotpādakalpavṛkṣāya śaṃbhave || 16 ||
शाखासहस्रविस्तीर्णवेदागममयात्मने ।
नमोऽनन्तफलोत्पादकल्पवृक्षाय शंभवे ।। 16 ।।

Übersetzung: Verehrung Śambhu, dessen Wesen aus Veda und Āgama besteht, in tausend Zweigen ausgebreitet, einem Wunschbaum gleich, der unendliche Früchte hervorbringt.

Vers 17
vāṅmanaḥkāyakarmāṇi
viniyojya tvayi prabho |
tvanmayībhūya nirdvandvāḥ
kaccitsyāmāpi karhicit || 17 ||
वाङ्मनःकायकर्माणि
विनियोज्य त्वयि प्रभो ।
त्वन्मयीभूय निर्द्वन्द्वाः
कच्चित्स्यामापि कर्हिचित् ।। 17 ।।

Übersetzung: O Herr, mögen wir irgendwann Wort, Geist und körperliches Handeln ganz in dir einsetzen, eins mit dir werden und jenseits aller Gegensätze sein.

Vers 18
jagatāṃ sargasaṃhāratattaddhitaniyuktiṣu |
ananyāpekṣasāmarthyaśāline śūline namaḥ || 18 ||
जगतां सर्गसंहारतत्तद्धितनियुक्तिषु ।
अनन्यापेक्षसामर्थ्यशालिने शूलिने नमः ।। 18 ।।

Übersetzung: Verehrung dem Dreizackträger, dessen unabhängige Kraft keiner anderen Hilfe bedarf bei Schöpfung, Auflösung und Führung der Welten zu ihrem jeweiligen Wohl.

Vers 19
vyatītaguṇayogasya
mukhyadhyeyasya dhūrjaṭeḥ |
nāmāpi dhyāyatāṃ dhyānaiḥ
kimanyālambanaiḥ phalam || 19 ||
व्यतीतगुणयोगस्य
मुख्यध्येयस्य धूर्जटेः ।
नामापि ध्यायतां ध्यानैः
किमन्यालम्बनैः फलम् ।। 19 ।।

Übersetzung: Was könnten andere Meditationsstützen dem bringen, der schon den Namen Dhūrjaṭis meditiert – des höchsten Meditationsgegenstandes, der jenseits der Guṇas ist?

Vers 20
namo namaḥ śivāyeti
mantrasāmarthyamāśritāḥ |
ślāghyāste śāmbhavīṃ bhūtimupabhoktuṃ ya udyatāḥ || 20 ||
नमो नमः शिवायेति
मन्त्रसामर्थ्यमाश्रिताः ।
श्लाघ्यास्ते शाम्भवीं भूतिमुपभोक्तुं य उद्यताः ।। 20 ।।

Übersetzung: Gepriesen seien jene, die sich auf die Kraft des Mantras „Namo Namaḥ Śivāya“ stützen und danach streben, die Herrlichkeit Śambhus zu erfahren.

Vers 21 (in der Grundtextzeile der Quelle als 22 gezählt; Kṣemarājas anschließender Kommentar behandelt die Strophe als 21)
kaḥ panthā yena na prāpyaḥ
kā ca vāṅnocyase yayā |
kiṃ dhyānaṃ yena na dhyeyaḥ
kiṃ vā kiṃ nāsi yatprabho || 22 ||
कः पन्था येन न प्राप्यः
का च वाङ्नोच्यसे यया ।
किं ध्यानं येन न ध्येयः
किं वा किं नासि यत्प्रभो ।। 22 ।।

Übersetzung: Welcher Weg könnte dich nicht erreichen? Welches Wort könnte dich nicht aussprechen? Welche Meditation könnte dich nicht zum Gegenstand haben? O Herr – was gibt es überhaupt, das du nicht bist?

Vers 22
arcito'yamayaṃ dhyāta
eṣa toṣita ityayam |
rasaḥ srotaḥsahasreṇa
tvayi me bhava vardhatām || 22 ||
अर्चितोऽयमयं ध्यात
एष तोषित इत्ययम् ।
रसः स्रोतःसहस्रेण
त्वयि मे भव वर्धताम् ।। 22 ।।

Übersetzung: Möge in mir, o Bhava, jener Strom der Hingabe tausendfach wachsen: „Dieser wurde verehrt, dieser meditiert, dieser erfreut.“

Vers 23
namo niḥśeṣadhīpatrimālālayamayātmane |
nāthāya sthāṇave tubhyaṃ
nāgayajñopavītine || 23 ||
नमो निःशेषधीपत्रिमालालयमयात्मने ।
नाथाय स्थाणवे तुभ्यं
नागयज्ञोपवीतिने ।। 23 ।।

Übersetzung: Verehrung dir, dem Herrn Sthāṇu mit der Schlange als heiliger Schnur, dessen Wesen die Ruhestätte der ganzen Schar aller Bewusstseinsvögel ist.

Vers 24
ajñānatimirasyaikamauṣadhaṃ saṃsmṛtistava |
bhava tattatpradānena
prasādaḥ kriyatāṃ mayi || 24 ||
अज्ञानतिमिरस्यैकमौषधं संस्मृतिस्तव ।
भव तत्तत्प्रदानेन
प्रसादः क्रियतां मयि ।। 24 ।।

Übersetzung: Die Erinnerung an dich ist das einzige Heilmittel gegen die Finsternis der Unwissenheit. O Bhava, schenke sie mir und erweise mir dadurch deine Gnade.

Vers 25
nama īśāya niḥśeṣapuruṣārthaprasādhakaḥ |
praṇantavyaḥ praṇāmo'pi
yadīya iha dhīmatām || 25 ||
नम ईशाय निःशेषपुरुषार्थप्रसाधकः ।
प्रणन्तव्यः प्रणामोऽपि
यदीय इह धीमताम् ।। 25 ।।

Übersetzung: Verehrung Īśa, dessen bloße Verneigung alle Ziele des Menschen verwirklicht – so sehr, dass selbst diese Verneigung den Weisen verehrungswürdig ist.

Vers 26
magnairbhīme bhavāmbhodhau
nilaye duḥkhayādasām |
bhakticintāmaṇiṃ śārvaṃ
tataḥ prāpya na kiṃ jitam || 26 ||
मग्नैर्भीमे भवाम्भोधौ
निलये दुःखयादसाम् ।
भक्तिचिन्तामणिं शार्वं
ततः प्राप्य न किं जितम् ।। 26 ।।

Übersetzung: Im furchtbaren Ozean des Werdens versunken, dem Wohnort der Ungeheuer des Leidens: Was wäre noch unbesiegt, wenn man dort den Śiva zugehörigen Edelstein der Hingabe findet?

Vers 27
nirāvaraṇanirdvandvaniścalajñānasaṃpadām |
jñeyo'si kila ke'pyete
ye tvāṃ jānanti dhūrjaṭe || 27 ||
निरावरणनिर्द्वन्द्वनिश्चलज्ञानसंपदाम् ।
ज्ञेयोऽसि किल केऽप्येते
ये त्वां जानन्ति धूर्जटे ।। 27 ।।

Übersetzung: Du bist wahrhaft nur von jenen erkennbar, o Dhūrjaṭi, deren Erkenntnis unverhüllt, gegensatzlos und unbeweglich geworden ist.

Vers 28
nirguṇo'pi guṇajñānāṃ
jñeya eko jayatyajaḥ |
niṣkāmo'pi prakṛtyā yaḥ
kāmanānāṃ paraṃ phalam || 28 ||
निर्गुणोऽपि गुणज्ञानां
ज्ञेय एको जयत्यजः ।
निष्कामोऽपि प्रकृत्या यः
कामनानां परं फलम् ।। 28 ।।

Übersetzung: Obwohl ohne Guṇas, bist du allein den Kennern der wahren Qualitäten erkennbar; obwohl wunschlos, bist du deinem Wesen nach das höchste Ziel aller Wünsche.

Vers 29
śrīratnāmṛtalābhāya
kliṣṭaṃ yatra na kaiḥ suraiḥ |
tatkṣīrodadamaiśvaryaṃ
tavaiva sahajaṃ vibho || 29 ||
श्रीरत्नामृतलाभाय
क्लिष्टं यत्र न कैः सुरैः ।
तत्क्षीरोददमैश्वर्यं
तवैव सहजं विभो ।। 29 ।।

Übersetzung: Die Götter mühten sich um Śrī, die Juwelen und den Nektar des Milchozeans; die Herrschaft über eben diesen Milchozean ist dir, o Allgegenwärtiger, von Natur aus eigen.

Vers 30
namo bhaktyā nṛṇāṃ muktyai
bhavate bhava te'vate |
smṛtyā nutyā ca dadate
śaṃbhave śaṃ bhave'bhave || 30 ||
नमो भक्त्या नृणां मुक्त्यै
भवते भव तेऽवते ।
स्मृत्या नुत्या च ददते
शंभवे शं भवेऽभवे ।। 30 ।।

Übersetzung: Verehrung dir, Bhava und Śambhu: durch Hingabe wirst du den Menschen zur Befreiung, durch Erinnerung beschützt du sie, und durch Lobpreis schenkst du Heil im Werden und jenseits des Werdens.

Vers 31
sarvajñaḥ sarvakṛtsarvamasīti jñānaśālinām |
vedyaṃ kiṃ karma vā nātha
nānantyāya tvayārpyate || 31 ||
सर्वज्ञः सर्वकृत्सर्वमसीति ज्ञानशालिनाम् ।
वेद्यं किं कर्म वा नाथ
नानन्त्याय त्वयार्प्यते ।। 31 ।।

Übersetzung: Für jene, die wissen: „Du bist allwissend, allwirkend und alles“, was gäbe es da noch zu erkennen oder zu tun, das von dir nicht der Unendlichkeit dargebracht würde?

Vers 32
icchāyā eva yasyeyat
phalaṃ lokatrayātmakam |
tasya te nātha kāryāṇāṃ
ko vetti kiyatī gatiḥ || 32 ||
इच्छाया एव यस्येयत्
फलं लोकत्रयात्मकम् ।
तस्य ते नाथ कार्याणां
को वेत्ति कियती गतिः ।। 32 ।।

Übersetzung: Wenn schon dein bloßer Wille die drei Welten als Frucht hervorbringt, o Herr – wer könnte das Ausmaß dessen kennen, was durch deine Werke möglich ist?

Vers 33
brahmādayo'pi tadyasya
karmasopānamālayā |
uparyupari dhāvanti
labdhuṃ dhāma namāmitam || 33 ||
ब्रह्मादयोऽपि तद्यस्य
कर्मसोपानमालया ।
उपर्युपरि धावन्ति
लब्धुं धाम नमामितम् ।। 33 ।।

Übersetzung: Selbst Brahmā und die anderen steigen Stufe um Stufe auf der Leiter ihrer Übungen empor, um jenes dein unermessliches Reich zu erreichen.

Vers 34
ayaṃ brahmā mahendro'yaṃ
sūryācandramasāvimau |
iti śaktilatā yasya
puṣpitā pātvasau bhavaḥ || 34 ||
अयं ब्रह्मा महेन्द्रोऽयं
सूर्याचन्द्रमसाविमौ ।
इति शक्तिलता यस्य
पुष्पिता पात्वसौ भवः ।। 34 ।।

Übersetzung: Brahmā, Mahendra, Sonne und Mond – all dies sind nur Blüten an der Ranke deiner Kraft. Möge Bhava uns schützen.

Vers 35
bhramo na labhyate yasya
bhrāntāntaḥkaraṇairapi |
dūragairapi yasyānto
durgamastaṃ stumo mṛḍam || 35 ||
भ्रमो न लभ्यते यस्य
भ्रान्तान्तःकरणैरपि ।
दूरगैरपि यस्यान्तो
दुर्गमस्तं स्तुमो मृडम् ।। 35 ।।

Übersetzung: Wir preisen Mṛḍa, dessen Weite selbst verwirrte Geister nicht ermessen und dessen Ende selbst jene nicht erreichen, die weit hinausgehen.

Vers 36
namaḥ stutau smṛtau dhyāne
darśane sparśane tathā |
prāptau cānandavṛndāya
dayitāya kapardine || 36 ||
नमः स्तुतौ स्मृतौ ध्याने
दर्शने स्पर्शने तथा ।
प्राप्तौ चानन्दवृन्दाय
दयिताय कपर्दिने ।। 36 ।।

Übersetzung: Verehrung dem geliebten Kapardin, der als Fülle der Glückseligkeit gegenwärtig ist im Lob, in Erinnerung und Meditation, im Schauen, Berühren und Erlangen.

Vers 37
kiṃ smayeneti matvāpi
manasā parameśvara |
smayena tvanmayo'smīti
māmi nātmani kiṃ mudā || 37 ||
किं स्मयेनेति मत्वापि
मनसा परमेश्वर ।
स्मयेन त्वन्मयोऽस्मीति
मामि नात्मनि किं मुदा ।। 37 ।।

Übersetzung: O Höchster Herr, obwohl ich denke „Was soll Stolz?“, erblühe ich doch im eigenen Selbst vor Freude über den erhabenen Gedanken: „Ich bin ganz von dir erfüllt.“

Vers 38
cintayitvāpi kartavyakoṭīścittasya cāpalāt |
viśrāmyanbhava bhāvatkacittānande rame bhṛśam || 38 ||
चिन्तयित्वापि कर्तव्यकोटीश्चित्तस्य चापलात् ।
विश्राम्यन्भव भावत्कचित्तानन्दे रमे भृशम् ।। 38 ।।

Übersetzung: Auch wenn ich wegen der Unruhe des Geistes unzählige Aufgaben erwäge, ruhe ich, o Bhava, in der Glückseligkeit deines Bewusstseins und freue mich zutiefst.

Vers 39
sūkṣmo'si cettrilokīyaṃ
kalāmātraṃ kathaṃ tava |
sthūlo'tha kiṃ sudarśo na
brahmādibhirapi prabho || 39 ||
सूक्ष्मोऽसि चेत्त्रिलोकीयं
कलामात्रं कथं तव ।
स्थूलोऽथ किं सुदर्शो न
ब्रह्मादिभिरपि प्रभो ।। 39 ।।

Übersetzung: Bist du subtil – wie könnten dann die drei Welten nur ein winziger Teil von dir sein? Bist du grobstofflich – warum bist du dann selbst für Brahmā und die anderen so schwer zu schauen?

Vers 40
vācya eṣāṃ tvameveti
nābhaviṣyadidaṃ yadi |
kaḥ kleśaṃ deva vāgjāleṣvakariṣyatsudhīstadā || 40 ||
वाच्य एषां त्वमेवेति
नाभविष्यदिदं यदि ।
कः क्लेशं देव वाग्जालेष्वकरिष्यत्सुधीस्तदा ।। 40 ।।

Übersetzung: Wenn nicht du selbst das Gemeinte all dieser Worte wärest, o Gott, welcher Einsichtige würde sich dann mit den Netzen der Sprache abmühen?

Vers 41
krameṇa karmaṇā kena
kayā vā prajñayā prabho |
dṛśyo'sītyupadeśena
prasādaḥ kriyatāṃ mama || 41 ||
क्रमेण कर्मणा केन
कया वा प्रज्ञया प्रभो ।
दृश्योऽसीत्युपदेशेन
प्रसादः क्रियतां मम ।। 41 ।।

Übersetzung: O Herr, erweise mir die Gnade der Unterweisung: Durch welche Abfolge, welche Handlung oder welche Erkenntnis bist du wirklich zu schauen?

Vers 42
namo nirupakāryāya
trailokyaikopakāriṇe |
sarvasya spṛhaṇīyāya
niḥspṛhāya kapardine || 42 ||
नमो निरुपकार्याय
त्रैलोक्यैकोपकारिणे ।
सर्वस्य स्पृहणीयाय
निःस्पृहाय कपर्दिने ।। 42 ।।

Übersetzung: Verehrung Kapardin: selbst keiner Hilfe bedürftig, aber der eine Wohltäter der drei Welten; für alle begehrenswert und selbst frei von jedem Begehren.

Vers 43
aho kṣetrajñatā seyaṃ
kāryāya mahate satām |
yayānantaphalāṃ bhaktiṃ
vapanti tvayyamī prabho || 43 ||
अहो क्षेत्रज्ञता सेयं
कार्याय महते सताम् ।
ययानन्तफलां भक्तिं
वपन्ति त्वय्यमी प्रभो ।। 43 ।।

Übersetzung: Welch große Bedeutung besitzt dieses Dasein als Erkennender für die Guten: Durch es säen sie in dir, o Herr, die Hingabe, deren Frucht unendlich ist.

Vers 44
mahatīyamaho māyā
tava māyinyayāvṛtaḥ |
tvaddhyānanidhilābhe'pi
mugdholokaḥ ślathāyate || 44 ||
महतीयमहो माया
तव मायिन्ययावृतः ।
त्वद्ध्याननिधिलाभेऽपि
मुग्धोलोकः श्लथायते ।। 44 ।।

Übersetzung: Wie gewaltig ist deine Māyā, o Meister der Māyā: von ihr verhüllt, wird die törichte Welt selbst angesichts des Schatzes der Meditation über dich nachlässig.

Vers 45
ārambhe bhava sarvatra
karma vā karaṇādi vā |
viśvamastu svatantrastu
kartātatraikako bhavān || 45 ||
आरम्भे भव सर्वत्र
कर्म वा करणादि वा ।
विश्वमस्तु स्वतन्त्रस्तु
कर्तातत्रैकको भवान् ।। 45 ।।

Übersetzung: O Bhava, was immer bei irgendeinem Beginn als Handlung, Werkzeug oder Welt erscheinen mag – der eine wahrhaft freie Handelnde darin bist allein du.

Vers 46
triguṇatriparispandadvandvagrastaṃ jagattrayam |
uddhartuṃ bhavato'nyasya
kasya śaktiḥ kṛpātha vā || 46 ||
त्रिगुणत्रिपरिस्पन्दद्वन्द्वग्रस्तं जगत्त्रयम् ।
उद्धर्तुं भवतोऽन्यस्य
कस्य शक्तिः कृपाथ वा ।। 46 ।।

Übersetzung: Wer außer dir, o Bhava, hätte Kraft oder Mitgefühl genug, die drei Welten zu erheben, die von den Gegensätzen der dreifachen Bewegung der Guṇas verschlungen sind?

Vers 47
doṣo'pi deva ko doṣastvāmāptuṃ yaḥ samāsthitaḥ |
guṇo'pi ca guṇaḥ ko nu
tvāṃ nāptuṃ yaḥ samāsthitaḥ || 47 ||
दोषोऽपि देव को दोषस्त्वामाप्तुं यः समास्थितः ।
गुणोऽपि च गुणः को नु
त्वां नाप्तुं यः समास्थितः ।। 47 ।।

Übersetzung: O Gott, welcher Fehler wäre noch ein Fehler, wenn er ganz darauf gerichtet ist, dich zu erlangen? Und welche Tugend wäre wirklich Tugend, wenn sie nicht auf dich gerichtet ist?

Zweite in der Quelle ebenfalls als Vers 47 gezählte Strophe
rāgo'pyastu jagannātha
mama tvayyeva yaḥ sthitaḥ |
lobhāyāpi namastasmai
tvallābhālambanāya me || 47 ||
रागोऽप्यस्तु जगन्नाथ
मम त्वय्येव यः स्थितः ।
लोभायापि नमस्तस्मै
त्वल्लाभालम्बनाय मे ।। 47 ।।

Übersetzung: O Herr der Welt, möge selbst Leidenschaft in mir bestehen, wenn sie allein dir gilt; Verehrung sogar jener Gier, deren Gegenstand für mich einzig das Erlangen deiner selbst ist.

Vers 48
aho mahadidaṃ karma
deva tvadbhāvanātmakam |
ābrahmakrimi yasminno
muktaye'dhikriyeta kaḥ || 48 ||
अहो महदिदं कर्म
देव त्वद्भावनात्मकम् ।
आब्रह्मक्रिमि यस्मिन्नो
मुक्तयेऽधिक्रियेत कः ।। 48 ।।

Übersetzung: Welch großes Tun ist dies, o Gott: die Betrachtung deiner selbst – eine Praxis, zu deren befreiender Kraft jedes Wesen von Brahmā bis zum kleinsten Wurm berufen ist.

Vers 49
ārambhaḥ sarvakāryāṇāṃ
paryantaḥ sarvakarmaṇām |
tadantarvṛttayaścitrāstavaiveśa dhiyaḥ pathi || 49 ||
आरम्भः सर्वकार्याणां
पर्यन्तः सर्वकर्मणाम् ।
तदन्तर्वृत्तयश्चित्रास्तवैवेश धियः पथि ।। 49 ।।

Übersetzung: Der Anfang aller Vorhaben, das Ende aller Handlungen und die vielfältigen Bewegungen dazwischen liegen, o Herr, allein auf dem Wege deines Bewusstseins.

Vers 50
yāvaduttaramāsvādasahasraguṇavistaraḥ |
tvadbhaktirasapīyūṣānnātha nānyatra dṛśyate || 50 ||
यावदुत्तरमास्वादसहस्रगुणविस्तरः ।
त्वद्भक्तिरसपीयूषान्नाथ नान्यत्र दृश्यते ।। 50 ।।

Übersetzung: Nirgends sonst, o Herr, zeigt sich eine immer weiter anwachsende, tausendfach sich entfaltende Süße wie im Nektar der Hingabe an dich.

Vers 51
upasaṃhṛtakāmāya
kāmāyatimatanvate |
avataṃsitasomāya
somāya svāmine namaḥ || 51 ||
उपसंहृतकामाय
कामायतिमतन्वते ।
अवतंसितसोमाय
सोमाय स्वामिने नमः ।। 51 ।।

Übersetzung: Verehrung dem Herrn, der Wünsche in sich zurückgenommen hat und doch alle Zukunft entfaltet, der den Mond als Schmuck trägt und mit Umā verbunden ist.

Vers 52
kimaśaktaḥ karomīti
sarvatrānadhyavasyataḥ |
sarvānugrāhikā śaktiḥ
śāṅkarī śaraṇaṃ mama || 52 ||
किमशक्तः करोमीति
सर्वत्रानध्यवस्यतः ।
सर्वानुग्राहिका शक्तिः
शाङ्करी शरणं मम ।। 52 ।।

Übersetzung: Wenn ich kraftlos denke: „Was kann ich schon tun?“ und nirgends Halt finde, ist die allbegnadende Śāṅkarī-Śakti meine Zuflucht.

Vers 53
guṇātītasya nirdiṣṭaniḥ śeṣātiśayātmanaḥ |
labhyate bhava kutrāṃśe
paraḥ pratinidhistava || 53 ||
गुणातीतस्य निर्दिष्टनिः शेषातिशयात्मनः ।
लभ्यते भव कुत्रांशे
परः प्रतिनिधिस्तव ।। 53 ।।

Übersetzung: O Bhava, wo ließe sich auch nur in einem Teil von dir ein zweiter finden, der dir gliche – dir, der jenseits der Guṇas und aller denkbaren Überlegenheit ist?

Vers 54
nirdvandve nirupādhau ca
tvayyātmani sati prabho |
vayaṃ vañcyāmahe'dyāpi
māyayāmeyayā tava || 54 ||
निर्द्वन्द्वे निरुपाधौ च
त्वय्यात्मनि सति प्रभो ।
वयं वञ्च्यामहेऽद्यापि
माययामेयया तव ।। 54 ।।

Übersetzung: O Herr, obwohl du als Selbst frei von Gegensatz und Begrenzung gegenwärtig bist, werden wir noch immer von deiner unermesslichen Māyā getäuscht.

Vers 55
aṇimādiguṇāvāptiḥ
sadaiśvaryaṃ bhavakṣayaḥ |
amī bhava bhavadbhaktikalpapādapapallavāḥ || 55 ||
अणिमादिगुणावाप्तिः
सदैश्वर्यं भवक्षयः ।
अमी भव भवद्भक्तिकल्पपादपपल्लवाः ।। 55 ।।

Übersetzung: Aṇimā und andere Kräfte, beständige Herrschaft und das Ende des Werdens – all dies sind nur junge Blätter am Wunschbaum deiner Hingabe, o Bhava.

Vers 56
yā yā diktatra na kvāsi
sarvaḥ kālo bhavanmayaḥ |
iti labdho'pi karhi tvaṃ
lapsyase nātha kathyatām || 56 ||
या या दिक्तत्र न क्वासि
सर्वः कालो भवन्मयः ।
इति लब्धोऽपि कर्हि त्वं
लप्स्यसे नाथ कथ्यताम् ।। 56 ।।

Übersetzung: Welche Richtung gäbe es, in der du nicht bist? Alle Zeit ist von dir erfüllt. Obwohl du so bereits erlangt bist – wann werden wir dich wirklich erlangen, o Herr?

Vers 57
namaḥ prasannasadvṛttamānasaikanivāsine |
bhūribhūtisitāṅgāya
mahāhaṃsāya śaṃbhave || 57 ||
नमः प्रसन्नसद्वृत्तमानसैकनिवासिने ।
भूरिभूतिसिताङ्गाय
महाहंसाय शंभवे ।। 57 ।।

Übersetzung: Verehrung Śambhu, dem großen Haṃsa, der einzig in den geläuterten Herzen der Guten wohnt und dessen Glieder von mächtiger Herrlichkeit weiß erstrahlen.

Vers 58
hṛtoddhatatamastāntiḥ
pluṣṭāśeṣabhavendhanā |
tvadbodhadīpikā me'stu
nātha tvadbhaktidīpikā || 58 ||
हृतोद्धततमस्तान्तिः
प्लुष्टाशेषभवेन्धना ।
त्वद्बोधदीपिका मेऽस्तु
नाथ त्वद्भक्तिदीपिका ।। 58 ।।

Übersetzung: O Herr, möge die Lampe deiner Hingabe in mir zur Lampe deiner Erkenntnis werden: Sie vertreibt die aufdringliche Finsternis und verbrennt alles Brennholz des Werdens.

Vers 59
visṛṣṭānekasadbījagarbhaṃ trailokyanāṭakam |
prastāvya hara saṃhartuṃ
tvattaḥko'nyaḥ kaviḥ kṣamaḥ || 59 ||
विसृष्टानेकसद्बीजगर्भं त्रैलोक्यनाटकम् ।
प्रस्ताव्य हर संहर्तुं
त्वत्तःकोऽन्यः कविः क्षमः ।। 59 ।।

Übersetzung: O Hara, nachdem du das Schauspiel der drei Welten eröffnet hast, in dessen Schoß zahllose wirkliche Samen liegen – welcher andere Dichter wäre fähig, es wieder zu beenden?

Vers 60
namaḥ sadasatāṃ kartumasattvaṃ sattvameva vā |
svatantrāyāsvatantrāya
vyayaiśvaryaikaśāline || 60 ||
नमः सदसतां कर्तुमसत्त्वं सत्त्वमेव वा ।
स्वतन्त्रायास्वतन्त्राय
व्ययैश्वर्यैकशालिने ।। 60 ।।

Übersetzung: Verehrung dem Freien, der das Seiende ins Nichtsein und das Nichtseiende ins Sein führen kann und einzig in der Herrschaft über Entstehen und Vergehen erstrahlt.

Vers 61
trailokye'pyatra yo yāvānānandaḥ kaścidīkṣyate |
sa binduryasya taṃ bande
devamānandasāgaram || 61 ||
त्रैलोक्येऽप्यत्र यो यावानानन्दः कश्चिदीक्ष्यते ।
स बिन्दुर्यस्य तं बन्दे
देवमानन्दसागरम् ।। 61 ।।

Übersetzung: Welche Glückseligkeit auch immer in den drei Welten erfahren wird – sie ist nur ein Tropfen dessen, den ich als Ozean der Glückseligkeit verehre.

Vers 62
aho brahmādayo dhanyā
ye vimuktānyasaṃkatham |
namo namaḥ śivāyeti
japantyāhlādavihvalāḥ || 62 ||
अहो ब्रह्मादयो धन्या
ये विमुक्तान्यसंकथम् ।
नमो नमः शिवायेति
जपन्त्याह्लादविह्वलाः ।। 62 ।।

Übersetzung: Wie gesegnet sind Brahmā und die anderen, wenn sie jedes andere Gespräch aufgeben und, von Freude überwältigt, „Namo Namaḥ Śivāya“ wiederholen.

Vers 63
niṣkāmāyāpi kāmānāmanantānāṃ vidhāyine |
anāditve'pi viśvasya
bhoktre bhava namo'stu te || 63 ||
निष्कामायापि कामानामनन्तानां विधायिने ।
अनादित्वेऽपि विश्वस्य
भोक्त्रे भव नमोऽस्तु ते ।। 63 ।।

Übersetzung: Verehrung dir, Bhava: obwohl wunschlos, erfüllst du unzählige Wünsche; obwohl ohne Anfang, bist du der Genießer der Welt.

Vers 64
stumastribhuvanārambhamūlaprakṛtimīśvaram |
lipserannopakāraṃ ke
yataḥ saṃpūrṇadharmaṇaḥ || 64 ||
स्तुमस्त्रिभुवनारम्भमूलप्रकृतिमीश्वरम् ।
लिप्सेरन्नोपकारं के
यतः संपूर्णधर्मणः ।। 64 ।।

Übersetzung: Wir preisen den Herrn als ursprüngliche Wurzel des Beginns der drei Welten. Wer würde nicht Wohltat von dem erhoffen, dessen Wesen vollkommen ist?

Vers 65
mahatsvapyarthakṛcchreṣu
mohaughamalinīkṛtāḥ |
smṛte yasmin prasīdanti
matayastaṃ śivaṃ stumaḥ || 65 ||
महत्स्वप्यर्थकृच्छ्रेषु
मोहौघमलिनीकृताः ।
स्मृते यस्मिन् प्रसीदन्ति
मतयस्तं शिवं स्तुमः ।। 65 ।।

Übersetzung: Wir preisen jenen Śiva, bei dessen Erinnerung selbst Gedanken, die in größten Schwierigkeiten vom Strom der Verblendung getrübt sind, wieder klar werden.

Vers 66
prabho bhavata eveha
prabhuśaktirabhaṅgurā |
yadicchayā pratāyete
trailokyasya layodayau || 66 ||
प्रभो भवत एवेह
प्रभुशक्तिरभङ्गुरा ।
यदिच्छया प्रतायेते
त्रैलोक्यस्य लयोदयौ ।। 66 ।।

Übersetzung: O Herr, nur deine Herrscherkraft ist hier unzerbrechlich; durch deinen bloßen Willen entfalten sich Entstehung und Auflösung der drei Welten.

Vers 67
kukarmāpi yamuddiśya
devaṃ syātsukṛtaṃ param |
sukṛtasyāpi saukṛtyaṃ
yato'nyatra na so'si bhoḥ || 67 ||
कुकर्मापि यमुद्दिश्य
देवं स्यात्सुकृतं परम् ।
सुकृतस्यापि सौकृत्यं
यतोऽन्यत्र न सोऽसि भोः ।। 67 ।।

Übersetzung: Der Vers formuliert paradox, dass selbst eine als schlecht geltende Handlung in der Ausrichtung auf den Gott anders bewertet wird, während eine äußerlich gute Handlung ohne diese Ausrichtung ihren höchsten Wert verfehlen kann. Kṣemarājas Kommentar deutet dies aus der Perspektive der Nichtdualität und der Gottesbezogenheit; es ist keine pauschale moderne Handlungsanweisung.

Vers 68
eṣa muṣṭyā gṛhīto'si
dṛṣṭa eṣa kva yāsi naḥ |
iti bhaktirasādhmātā
dhanyā dhāvanti dhūrjaṭim || 68 ||
एष मुष्ट्या गृहीतोऽसि
दृष्ट एष क्व यासि नः ।
इति भक्तिरसाध्माता
धन्या धावन्ति धूर्जटिम् ।। 68 ।।

Übersetzung: „Jetzt habe ich dich in der Faust, jetzt habe ich dich gesehen – wohin willst du uns noch entkommen?“ So eilen die vom Geschmack der Hingabe erfüllten Gesegneten zu Dhūrjaṭi.

Vers 69
stumastvāmṛgyajuḥsāmnāṃ
śukrataḥ parataḥ param |
yasya vedātmikājñeyamaho gambhīrasundarī || 69 ||
स्तुमस्त्वामृग्यजुःसाम्नां
शुक्रतः परतः परम् ।
यस्य वेदात्मिकाज्ञेयमहो गम्भीरसुन्दरी ।। 69 ।।

Übersetzung: Wir preisen dich, der du höher bist als die Essenz von Ṛg-, Yajur- und Sāmaveda; deine Weisung in Gestalt des Veda ist wahrhaft tief und schön.

Vers 70
vidhirādistathānto'si
viśvasya parameśvara |
dharmagrāmaḥ pravṛtto yastvatto na sa kuto bhavet || 70 ||
विधिरादिस्तथान्तोऽसि
विश्वस्य परमेश्वर ।
धर्मग्रामः प्रवृत्तो यस्त्वत्तो न स कुतो भवेत् ।। 70 ।।

Übersetzung: O Höchster Herr, du bist Anfang und Ende der Ordnung. Wenn die ganze Welt der Dharmas nicht aus dir hervorginge – woher sollte sie sonst kommen?

Vers 71
namaste bhavasaṃbhrāntabhrāntimudbhāvya bhindate |
jñānānandaṃ ca nirdvandvaṃ
deva vṛtvā vivṛṇvate || 71 ||
नमस्ते भवसंभ्रान्तभ्रान्तिमुद्भाव्य भिन्दते ।
ज्ञानानन्दं च निर्द्वन्द्वं
देव वृत्वा विवृण्वते ।। 71 ।।

Übersetzung: Verehrung dir, o Gott: Du lässt die im Werden Verwirrten ihre Täuschung hervortreten und zerbrichst sie; die gegensatzlose Erkenntnis-Glückseligkeit verhüllst du und offenbarst sie wieder.

Vers 72
yasyāḥ prāpyeta paryantaviśeṣaḥ kairmanorathaiḥ |
māyāmekanimeṣeṇa
muṣṇaṃstāṃ pātu naḥ śivaḥ || 72 ||
यस्याः प्राप्येत पर्यन्तविशेषः कैर्मनोरथैः ।
मायामेकनिमेषेण
मुष्णंस्तां पातु नः शिवः ।। 72 ।।

Übersetzung: Möge Śiva uns schützen, der jene Māyā, deren äußerste Grenze durch keine Vorstellung erreicht wird, in einem einzigen Augenblick hinwegnehmen kann.

Vers 73
vairāgyasya gatiṃ gurvīṃ
jñānasya paramāṃ śriyam |
naiḥspṛhyasya parāṃ koṭiṃ
bibhratāṃ tvaṃ prabho prabhuḥ || 73 ||
वैराग्यस्य गतिं गुर्वीं
ज्ञानस्य परमां श्रियम् ।
नैःस्पृह्यस्य परां कोटिं
बिभ्रतां त्वं प्रभो प्रभुः ।। 73 ।।

Übersetzung: O Herr, du bist der Herr derer, die den höchsten Gipfel der Entsagung, die höchste Herrlichkeit der Erkenntnis und die äußerste Freiheit von Verlangen tragen.

Vers 74
brahmaṇo'pi bhavānbrahma
kasya neśastvamīśituḥ |
jagatkalyāṇakalyāṇaṃ
kiyattvamiti vettikaḥ || 74 ||
ब्रह्मणोऽपि भवान्ब्रह्म
कस्य नेशस्त्वमीशितुः ।
जगत्कल्याणकल्याणं
कियत्त्वमिति वेत्तिकः ।। 74 ।।

Übersetzung: Du bist selbst das Brahman des Brahman. Welchem Herrn wärest du nicht wiederum Herr? Wer könnte ermessen, wie sehr du das Heil selbst dessen bist, was in der Welt als Heil gilt?

Vers 75
kimanyairbandhubhiḥ kiṃ ca
suhṛdbhiḥ svāmibhistathā |
sarvasthāne mameśa tvaṃ
ya uddhartā bhavārṇavāt || 75 ||
किमन्यैर्बन्धुभिः किं च
सुहृद्भिः स्वामिभिस्तथा ।
सर्वस्थाने ममेश त्वं
य उद्धर्ता भवार्णवात् ।। 75 ।।

Übersetzung: Was brauche ich andere Verwandte, Freunde oder Herren? O Īśa, du vertrittst für mich alle ihre Stellen, denn du hebst mich aus dem Ozean des Werdens.

Vers 76
jayanti mohamāyādimalasaṃkṣālanakṣamāḥ |
śaivayogabalākṛṣṭā
divyapīyūṣavipruṣaḥ || 76 ||
जयन्ति मोहमायादिमलसंक्षालनक्षमाः ।
शैवयोगबलाकृष्टा
दिव्यपीयूषविप्रुषः ।। 76 ।।

Übersetzung: Siegreich sind selbst die Tropfen des göttlichen Nektars, die durch die Kraft des Śaiva-Yoga herabgezogen werden und fähig sind, die Unreinheiten von Verblendung, Māyā und anderem abzuwaschen.

Vers 77
gāyatryā gīyate yasya
dhiyāṃ tejaḥ pracodakam |
codayedapi kaccinnaḥ
sa dhiyaḥ satpathe prabhuḥ || 77 ||
गायत्र्या गीयते यस्य
धियां तेजः प्रचोदकम् ।
चोदयेदपि कच्चिन्नः
स धियः सत्पथे प्रभुः ।। 77 ।।

Übersetzung: Möge jener Herr, dessen Licht in der Gāyatrī als Antrieb der Gedanken besungen wird, auch unsere Gedanken auf den guten Weg lenken.

Vers 78
aṣṭamūrte kimekasyāmapi mūrtau na naḥ sthitim |
śāśvatīṃ kuruṣe yadvā
tuṣṭaḥ sarvaṃ kariṣyasi || 78 ||
अष्टमूर्ते किमेकस्यामपि मूर्तौ न नः स्थितिम् ।
शाश्वतीं कुरुषे यद्वा
तुष्टः सर्वं करिष्यसि ।। 78 ।।

Übersetzung: O Achtgestaltiger, warum gewährst du uns nicht wenigstens in einer deiner Gestalten beständigen Stand? Oder: Wenn du zufrieden bist, wirst du ohnehin alles vollbringen.

Vers 79
vastutattvaṃ padārthānāṃ
prāyeṇārthakriyākaram |
bhavatastvīśa nāmāpi
mokṣaparyantasiddhidam || 79 ||
वस्तुतत्त्वं पदार्थानां
प्रायेणार्थक्रियाकरम् ।
भवतस्त्वीश नामापि
मोक्षपर्यन्तसिद्धिदम् ।। 79 ।।

Übersetzung: Das wahre Wesen gewöhnlicher Dinge bewirkt meist nur ihre jeweilige Funktion; doch selbst dein Name, o Īśa, vermag Vollendung bis hin zur Befreiung zu schenken.

Vers 80
muhurmuhurjagaccitrasyānyānyāṃ sthitimūhitum |
śaktiryā te tayā nātha
ko manasvī na vismitaḥ || 80 ||
मुहुर्मुहुर्जगच्चित्रस्यान्यान्यां स्थितिमूहितुम् ।
शक्तिर्या ते तया नाथ
को मनस्वी न विस्मितः ।। 80 ।।

Übersetzung: O Herr, wer von innerer Kraft wäre nicht erstaunt über deine Fähigkeit, für das bunte Weltbild immer wieder neue und andere Zustände hervorzubringen?

Vers 81
duṣkaraṃ sukarīkartuṃ
duḥkhaṃ sukhayituṃ tathā |
ekavīrā smṛtiryasya
taṃ smarāmaḥ samaradviṣam || 81 ||
दुष्करं सुकरीकर्तुं
दुःखं सुखयितुं तथा ।
एकवीरा स्मृतिर्यस्य
तं स्मरामः समरद्विषम् ।। 81 ।।

Übersetzung: Wir erinnern uns an den Feind des Liebesgottes, dessen Erinnerung allein mächtig ist, das Schwierige leicht und das Leiden zur Freude zu machen.

Vers 82
jayanti gītayo yāsāṃ
sa geyaḥ parameśvaraḥ |
yannāmnāpi mahātmānaḥ
kīryante pulakāṅkuraiḥ || 82 ||
जयन्ति गीतयो यासां
स गेयः परमेश्वरः ।
यन्नाम्नापि महात्मानः
कीर्यन्ते पुलकाङ्कुरैः ।। 82 ।।

Übersetzung: Siegreich sind die Lieder, in denen der Höchste Herr besungen wird – jener, bei dessen bloßem Namen große Seelen von aufsprießender Gänsehaut bedeckt werden.

Vers 83
bhavāniva bhavāneva
bhavedyadi paraṃ bhava |
svaśaktivyūhasaṃvyūḍhatrailokyārambhasaṃhṛtiḥ || 83 ||
भवानिव भवानेव
भवेद्यदि परं भव ।
स्वशक्तिव्यूहसंव्यूढत्रैलोक्यारम्भसंहृतिः ।। 83 ।।

Übersetzung: O Bhava, nur du selbst könntest dir gleichen: Durch die Ordnung deiner eigenen Kräfte vollbringst du Entstehung und Rücknahme der drei Welten.

Vers 84
mantro'si mantraṇīyo'si
mantrī tvattaḥ kuto'paraḥ |
sa mahyaṃ dehi taṃ mantraṃ
tvanmantraḥ syāṃ yathā prabho || 84 ||
मन्त्रोऽसि मन्त्रणीयोऽसि
मन्त्री त्वत्तः कुतोऽपरः ।
स मह्यं देहि तं मन्त्रं
त्वन्मन्त्रः स्यां यथा प्रभो ।। 84 ।।

Übersetzung: Du bist das Mantra, du bist der zu Beratende und zu Verwirklichende; welcher Mantrin wäre außerhalb von dir? Gib mir jenes Mantra, o Herr, damit ich ganz dein Mantra werde.

Vers 85
bhārūpaḥ satyasaṃkalpastvamātmā yasya so'pyaham |
saṃsārīti kimīśaiṣa
svapnaḥ so'pi kutastvayi || 85 ||
भारूपः सत्यसंकल्पस्त्वमात्मा यस्य सोऽप्यहम् ।
संसारीति किमीशैष
स्वप्नः सोऽपि कुतस्त्वयि ।। 85 ।।

Übersetzung: Du bist lichtgestaltig und dein Entschluss ist Wahrheit; und der, dessen Selbst du bist, bin ich. Was soll da „Saṃsārin“ bedeuten, o Herr? Wo könnte selbst dieser Traum in dir bestehen?

Vers 86
tadabhaṅgi tadagrāmyaṃ
tadekamupapattimat |
tvayi karmaphalanyāsakṛtāmaiśvaryamīśa yat || 86 ||
तदभङ्गि तदग्राम्यं
तदेकमुपपत्तिमत् ।
त्वयि कर्मफलन्यासकृतामैश्वर्यमीश यत् ।। 86 ।।

Übersetzung: Unzerbrechlich, nicht gewöhnlich und einzig wirklich stimmig ist jene Herrschaft, o Īśa, die denen zukommt, welche Handlung und Frucht in dir niedergelegt haben.

Vers 87
kṣamaḥ kāṃ nāpadaṃ hantuṃ
kāṃ dātuṃ saṃpadaṃ na vā |
yo'sau sa dayito'smākaṃ
devadevo vṛṣadhvajaḥ || 87 ||
क्षमः कां नापदं हन्तुं
कां दातुं संपदं न वा ।
योऽसौ स दयितोऽस्माकं
देवदेवो वृषध्वजः ।। 87 ।।

Übersetzung: Welche Not könnte er nicht vernichten, welchen Reichtum nicht schenken – jener Gott der Götter, der Stierbannerträger, der unser Geliebter ist?

Vers 88
māyāmayamalāndhasya
divyasya jñānacakṣuṣaḥ |
nirmalīkaraṇe nātha
tvadbhaktiḥ paramāñjanam || 88 ||
मायामयमलान्धस्य
दिव्यस्य ज्ञानचक्षुषः ।
निर्मलीकरणे नाथ
त्वद्भक्तिः परमाञ्जनम् ।। 88 ।।

Übersetzung: O Herr, für das göttliche Erkenntnisauge, das durch die Unreinheit der Māyā erblindet ist, ist deine Hingabe die höchste Augensalbe der Reinigung.

Vers 89
nirbhayaṃ yadyadānandamayamekaṃ yadavyayam |
padaṃ dehyehi me deva
tūrṇaṃ tatkiṃ pratīkṣase || 89 ||
निर्भयं यद्यदानन्दमयमेकं यदव्ययम् ।
पदं देह्येहि मे देव
तूर्णं तत्किं प्रतीक्षसे ।। 89 ।।

Übersetzung: Schenke mir rasch, o Gott, jenes furchtlose, glückselige, eine und unvergängliche Reich. Worauf wartest du noch?

Vers 90
aho nisargagambhīro
ghoraḥ saṃsārasāgaraḥ |
aho tattaraṇopāyaḥ
paraḥ ko'pi maheśvaraḥ || 90 ||
अहो निसर्गगम्भीरो
घोरः संसारसागरः ।
अहो तत्तरणोपायः
परः कोऽपि महेश्वरः ।। 90 ।।

Übersetzung: Wie tief und furchtbar ist von Natur aus der Ozean des Saṃsāra – und wie wunderbar ist der höchste Weg, ihn zu überqueren: Maheśvara.

Vers 91
namaḥ kṛtakṛtāntānta
tubhyaṃ madanamardine |
mastakanyastagaṃgāya
yathāyuktārthakāriṇe || 91 ||
नमः कृतकृतान्तान्त
तुभ्यं मदनमर्दिने ।
मस्तकन्यस्तगंगाय
यथायुक्तार्थकारिणे ।। 91 ।।

Übersetzung: Verehrung dir, der du dem Tod ein Ende gemacht und den Liebesgott bezwungen hast, der die Gaṅgā auf dem Haupt trägt und stets das Angemessene vollbringt.

Vers 92
aiśvaryajñānavairāgyadharmebhyo'pyupari sthitim |
nātha prārthayamānānāṃ
tvadṛte kā parā gatiḥ || 92 ||
ऐश्वर्यज्ञानवैराग्यधर्मेभ्योऽप्युपरि स्थितिम् ।
नाथ प्रार्थयमानानां
त्वदृते का परा गतिः ।। 92 ।।

Übersetzung: Für jene, die einen Stand noch über Herrschaft, Erkenntnis, Entsagung und Dharma hinaus erbitten, o Herr – welche höhere Zuflucht gäbe es außer dir?

Vers 93
tvayyanicchati kaḥ śaṃbho
śaktaḥ kubjayituṃ tṛṇam |
tvadicchānugṛhītastu
vahedbrāhmīṃ dhuraṃ na kaḥ || 93 ||
त्वय्यनिच्छति कः शंभो
शक्तः कुब्जयितुं तृणम् ।
त्वदिच्छानुगृहीतस्तु
वहेद्ब्राह्मीं धुरं न कः ।। 93 ।।

Übersetzung: Wenn du es nicht willst, o Śambhu, wer wäre fähig, auch nur einen Grashalm zu krümmen? Wer aber von deinem Willen begnadet ist, könnte nicht selbst die Last Brahmās tragen?

Vers 94
harapraṇatimāṇikyamukuṭotkaṭamastakāḥ |
nameyuḥ kaṃ paraṃ kaṃ vā
namayeyurna dhīdhanāḥ || 94 ||
हरप्रणतिमाणिक्यमुकुटोत्कटमस्तकाः ।
नमेयुः कं परं कं वा
नमयेयुर्न धीधनाः ।। 94 ।।

Übersetzung: Jene, deren Haupt durch das Juwelen-Diadem der Verneigung vor Hara erhöht ist und die reich an Einsicht sind – vor wem sollten sie sich noch beugen, und wen könnten sie nicht zur Verneigung bringen?

Vers 95
sarvavibhramanirmokaniṣkampamamṛtahradam |
bhavajjñānāmbudhermadhyamadhyāsīyāpi dhūrjaṭe || 95 ||
सर्वविभ्रमनिर्मोकनिष्कम्पममृतह्रदम् ।
भवज्ज्ञानाम्बुधेर्मध्यमध्यासीयापि धूर्जटे ।। 95 ।।

Übersetzung: O Dhūrjaṭi, möge ich im innersten See des Nektars inmitten des Ozeans deiner Erkenntnis wohnen – unbewegt, nachdem alle Verwirrung abgestreift ist.

Vers 96
citraṃ yaccitradṛṣṭo'pi
manorathagato'pi vā |
paramārthaphalaṃ nātha
paripūrṇaṃ prayacchasi || 96 ||
चित्रं यच्चित्रदृष्टोऽपि
मनोरथगतोऽपि वा ।
परमार्थफलं नाथ
परिपूर्णं प्रयच्छसि ।। 96 ।।

Übersetzung: Wunderbar: Selbst wenn du nur in einem Bild gesehen oder bloß in einer Vorstellung erfasst wirst, schenkst du, o Herr, die volle höchste Frucht.

Vers 97
ko guṇairadhikastvattaḥ
tvattaḥ ko nirguṇo'dhikaḥ |
iti nātha numaḥ kiṃ tvāṃ
kiṃ nindāmo na manmahe || 97 ||
को गुणैरधिकस्त्वत्तः
त्वत्तः को निर्गुणोऽधिकः ।
इति नाथ नुमः किं त्वां
किं निन्दामो न मन्महे ।। 97 ।।

Übersetzung: Wer übertrifft dich an Eigenschaften, und wer übertrifft dich an Eigenschaftslosigkeit? O Herr – sollen wir dich damit preisen oder tadeln? Wir wissen es nicht.

Vers 98
kīrtane'pyamṛtaughasya
yatprasatteḥ phalaṃ tava |
tatpātumapi ko'nyo'laṃ
kimu dātuṃ jagatpate || 98 ||
कीर्तनेऽप्यमृतौघस्य
यत्प्रसत्तेः फलं तव ।
तत्पातुमपि कोऽन्योऽलं
किमु दातुं जगत्पते ।। 98 ।।

Übersetzung: O Herr der Welt, schon beim Preisen deines Nektarstromes entsteht durch deine Gnade eine Frucht, die kaum jemand ganz trinken kann – wie sollte jemand außer dir sie schenken können?

Vers 99
niḥśeṣaprārthanīyārthasārthasiddhinidhānataḥ |
tvattastvadbhaktimevāptuṃ
prārthaye nātha sarvathā || 99 ||
निःशेषप्रार्थनीयार्थसार्थसिद्धिनिधानतः ।
त्वत्तस्त्वद्भक्तिमेवाप्तुं
प्रार्थये नाथ सर्वथा ।। 99 ।।

Übersetzung: Weil du der Schatz bist, aus dem die Erfüllung aller erbetenen Ziele hervorgeht, bitte ich dich, o Herr, in jeder Hinsicht nur um eines: um Hingabe an dich.

Vers 100
namastrailokyanāthāya
tubhyaṃ bhava bhavajjuṣām |
trilokīnāthatādānanirvināyakaśaktaye || 100 ||
नमस्त्रैलोक्यनाथाय
तुभ्यं भव भवज्जुषाम् ।
त्रिलोकीनाथतादाननिर्विनायकशक्तये ।। 100 ।।

Übersetzung: Verehrung dir, Herr der drei Welten, o Bhava, dessen Kraft nichts daran hindert, deinen Verehrern die Herrschaft über die drei Welten zu schenken.

Vers 101
niḥśeṣakleśahānasya
hetuḥ ka iti saṃśaye |
svāminso'sīti niścitya
kastvāṃ na śaraṇaṃ gataḥ || 101 ||
निःशेषक्लेशहानस्य
हेतुः क इति संशये ।
स्वामिन्सोऽसीति निश्चित्य
कस्त्वां न शरणं गतः ।। 101 ।।

Übersetzung: Wenn die Frage lautet: „Was ist die Ursache für das Ende aller Leiden?“, und man erkennt: „Du bist es, o Herr“ – wer würde dann nicht zu dir Zuflucht nehmen?

Vers 102
bhuktvā bhogānbhavabhrāntiṃ
hitvā lapsye paraṃ padam |
ityāśaṃseha śobheta
śaṃbhau bhaktimataḥ param || 102 ||
भुक्त्वा भोगान्भवभ्रान्तिं
हित्वा लप्स्ये परं पदम् ।
इत्याशंसेह शोभेत
शंभौ भक्तिमतः परम् ।। 102 ।।

Übersetzung: „Nachdem ich die Erfahrungen genossen und die Verblendung des Werdens abgelegt habe, werde ich das höchste Reich erlangen“ – eine solche Hoffnung steht vor allem einem wahrhaft Śambhu hingegebenen Menschen gut an.

Vers 103
nātha svapne'pi yatkuryāṃ
brūyāṃ vā sādhvasādhu vā |
tvadadhīnatvadarpeṇa
sarvatrātrāsmi nirvṛtaḥ || 103 ||
नाथ स्वप्नेऽपि यत्कुर्यां
ब्रूयां वा साध्वसाधु वा ।
त्वदधीनत्वदर्पेण
सर्वत्रात्रास्मि निर्वृतः ।। 103 ।।

Übersetzung: O Herr, was immer ich selbst im Traum tue oder sage, sei es gut oder nicht gut: Im Bewusstsein, ganz von dir abhängig zu sein, ruhe ich überall in Frieden. Der Vers spricht aus der Perspektive radikaler Gottesbezogenheit und hebt auf der relativen Ebene nicht die Unterscheidung verantwortlichen Handelns auf.

Vers 104
jyotiṣāmapi yajjyotistatra tvaddhāmni dhāvataḥ |
cittasyeśa tamaḥsparśo
manye vandhyātmajānujaḥ || 104 ||
ज्योतिषामपि यज्ज्योतिस्तत्र त्वद्धाम्नि धावतः ।
चित्तस्येश तमःस्पर्शो
मन्ये वन्ध्यात्मजानुजः ।। 104 ।।

Übersetzung: O Īśa, für einen Geist, der in deinem Reich eilt – in jenem Licht, das selbst das Licht aller Lichter ist –, halte ich die Berührung durch Finsternis für so unmöglich wie den jüngeren Bruder des Sohnes einer Unfruchtbaren.

Vers 105
manye nyastapadaḥ so'pi
kṣemye mokṣasya vartmani |
manorathaḥ sthito yasya
seviṣye śivamityayam || 105 ||
मन्ये न्यस्तपदः सोऽपि
क्षेम्ये मोक्षस्य वर्त्मनि ।
मनोरथः स्थितो यस्य
सेविष्ये शिवमित्ययम् ।। 105 ।।

Übersetzung: Schon der Wunsch „Ich werde Śiva dienen“ scheint mir den Fuß auf den sicheren Weg der Befreiung gesetzt zu haben.

Vers 106
sthityutpattilayairlokatrayasyopakriyāsviha |
ekaiveśa bhavacchaktiḥ
svatantraṃ tantramīkṣate || 106 ||
स्थित्युत्पत्तिलयैर्लोकत्रयस्योपक्रियास्विह ।
एकैवेश भवच्छक्तिः
स्वतन्त्रं तन्त्रमीक्षते ।। 106 ।।

Übersetzung: Bei Bestand, Entstehung und Auflösung der drei Welten wirkt, o Īśa, einzig deine Śakti als das frei handelnde Prinzip.

Vers 107
trilokyāmiha kastrātastritāpyā nopatāpitaḥ |
tasmai namostu te yastvaṃ
tannirvāṇāmṛtahradaḥ || 107 ||
त्रिलोक्यामिह कस्त्रातस्त्रिताप्या नोपतापितः ।
तस्मै नमोस्तु ते यस्त्वं
तन्निर्वाणामृतह्रदः ।। 107 ।।

Übersetzung: Wer in den drei Welten wäre nicht von den drei Leiden getroffen? Verehrung dir, dem Retter, der für ihr Erlöschen ein See des Nektars ist.

Vers 108
kṛtrimāpi bhavadbhaktirakṛtrimaphalodayā |
niśchadmā cedbhavedeṣā
kiṃphaleti tvayocyatām || 108 ||
कृत्रिमापि भवद्भक्तिरकृत्रिमफलोदया ।
निश्छद्मा चेद्भवेदेषा
किंफलेति त्वयोच्यताम् ।। 108 ।।

Übersetzung: Selbst künstlich hervorgebrachte Hingabe an dich lässt eine unkünstliche Frucht entstehen. Wenn sie aber vollkommen aufrichtig ist – welche Frucht hat sie dann? Das sage du selbst.

Vers 109
taccakṣurīkṣyase yena
sā gatirgamyase yayā |
phalaṃ tadaja jātaṃ yattvatkathākalpapādapāt || 109 ||
तच्चक्षुरीक्ष्यसे येन
सा गतिर्गम्यसे यया ।
फलं तदज जातं यत्त्वत्कथाकल्पपादपात् ।। 109 ।।

Übersetzung: Das ist das wahre Auge, durch das du geschaut wirst; das ist der wahre Weg, auf dem man zu dir gelangt; und das ist die Frucht, die aus dem Wunschbaum deiner Erzählung erwächst, o Ungeborener.

Vers 110
śreyasā śreya evaitadupari tvayi yā sthitiḥ |
tadantarāyahṛtaye
tvamīśa śaraṇaṃ mama || 110 ||
श्रेयसा श्रेय एवैतदुपरि त्वयि या स्थितिः ।
तदन्तरायहृतये
त्वमीश शरणं मम ।। 110 ।।

Übersetzung: Höher als alle anderen Güter ist allein dies: in dir zu ruhen. Um die Hindernisse dagegen zu beseitigen, o Īśa, bist du meine Zuflucht.

Vers 111
aho svādutamaḥ śarvasevāśaṃsāsudhārasaḥ |
kutra kālakalāmātre
na yo navanavāyate || 111 ||
अहो स्वादुतमः शर्वसेवाशंसासुधारसः ।
कुत्र कालकलामात्रे
न यो नवनवायते ।। 111 ।।

Übersetzung: Wie überaus süß ist der Nektargeschmack der Sehnsucht, Śarva zu dienen – in keinem noch so kleinen Augenblick hört er auf, immer wieder neu zu werden.

Vers 112
muhurmuhuraviśrāntastrailokyaṃ kalpanāśataiḥ |
kalpayannapi ko'pyeko
nirvikalpo jayatyajaḥ || 112 ||
मुहुर्मुहुरविश्रान्तस्त्रैलोक्यं कल्पनाशतैः ।
कल्पयन्नपि कोऽप्येको
निर्विकल्पो जयत्यजः ।। 112 ।।

Übersetzung: Unablässig entwirft der Eine mit hundertfacher Vorstellung die drei Welten aufs Neue – und bleibt dennoch der ungeborene, nirvikalpa Eine.

Vers 113
malatailāktasaṃsāravāsanāvartidāhinā |
jñānadīpena deva tvāṃ
kadā nu syāmupasthitaḥ || 113 ||
मलतैलाक्तसंसारवासनावर्तिदाहिना ।
ज्ञानदीपेन देव त्वां
कदा नु स्यामुपस्थितः ।। 113 ।।

Übersetzung: O Gott, wann werde ich mit der Lampe der Erkenntnis vor dir stehen, die die Dochte der Saṃsāra-Eindrücke verbrennt, welche vom Öl der Unreinheit getränkt sind?

Vers 114
nimeṣamapi yadyekaṃ
kṣīṇadoṣe kariṣyasi |
padaṃ citte tadā śaṃbho
kiṃ na saṃpādayiṣyasi || 114 ||
निमेषमपि यद्येकं
क्षीणदोषे करिष्यसि ।
पदं चित्ते तदा शंभो
किं न संपादयिष्यसि ।। 114 ।।

Übersetzung: O Śambhu, wenn du auch nur für einen Augenblick in einem von Fehlern gereinigten Geist Wohnung nimmst – was könntest du dann nicht vollbringen?

Vers 115
dhanyo'smi kṛtakṛtyo'smi
mahānasmīti bhāvanā |
bhavetsālambanā tasya
yastvadālambanaḥ prabho || 115 ||
धन्योऽस्मि कृतकृत्योऽस्मि
महानस्मीति भावना ।
भवेत्सालम्बना तस्य
यस्त्वदालम्बनः प्रभो ।। 115 ।।

Übersetzung: „Ich bin gesegnet, ich habe mein Werk vollbracht, ich bin groß“ – diese Erkenntnis hat wirklichen Grund bei dem, dessen Stütze du bist, o Herr.

Vers 116
śubhāśubhasya sarvasya
svayaṃ kartā bhavānapi |
bhavadbhaktistu jananī
śubhasyaiveśa kevalam || 116 ||
शुभाशुभस्य सर्वस्य
स्वयं कर्ता भवानपि ।
भवद्भक्तिस्तु जननी
शुभस्यैवेश केवलम् ।। 116 ।।

Übersetzung: Auch du selbst bist der Schöpfer alles Guten und Schlechten; doch Hingabe an dich, o Īśa, ist ausschließlich die Mutter des Guten.

Vers 117
prasanne manasi svāminkiṃ tvaṃ niviśase kimu |
tvatpraveśātprasīdettaditi dolāyate janaḥ || 117 ||
प्रसन्ने मनसि स्वामिन्किं त्वं निविशसे किमु ।
त्वत्प्रवेशात्प्रसीदेत्तदिति दोलायते जनः ।। 117 ।।

Übersetzung: Die Menschen schwanken: Trittst du in einen bereits geklärten Geist ein, o Herr – oder wird der Geist erst durch deinen Eintritt klar?

Vers 118
niścayaḥ punareṣo'tra
tvadadhiṣṭhānameva hi
prasādo manasaḥ svāmin
sā siddhistatparaṃ padam || 118 ||
निश्चयः पुनरेषोऽत्र
त्वदधिष्ठानमेव हि
प्रसादो मनसः स्वामिन्
सा सिद्धिस्तत्परं पदम् ।। 118 ।।

Übersetzung: Doch dies ist die Gewissheit: Dein Innewohnen selbst ist die Klarheit des Geistes, o Herr; das ist die Siddhi, das ist das höchste Reich.

Vers 119
vacaścetaśca kāryaṃ ca
śarīraṃ mama yatprabho |
tvatprasādena tadbhūyādbhavadbhāvaikabhūṣaṇam || 119 ||
वचश्चेतश्च कार्यं च
शरीरं मम यत्प्रभो ।
त्वत्प्रसादेन तद्भूयाद्भवद्भावैकभूषणम् ।। 119 ।।

Übersetzung: O Herr, mögen durch deine Gnade mein Wort, mein Geist, mein Tun und mein Körper nur einen Schmuck tragen: ganz von deinem Wesen erfüllt zu sein.

Vers 120
stavacintāmaṇiṃ bhūrimanorathaphalapradam |
bhaktilakṣmyālayaṃ śaṃbhorbhaṭṭanārāyaṇo vyadhāt || 120 ||
स्तवचिन्तामणिं भूरिमनोरथफलप्रदम् ।
भक्तिलक्ष्म्यालयं शंभोर्भट्टनारायणो व्यधात् ।। 120 ।।

Übersetzung: Bhaṭṭanārāyaṇa schuf für Śambhu diesen Stavacintāmaṇi – einen Wunschjuwel-Lobpreis, der reiche Früchte der Sehnsucht schenkt und Wohnstätte des Reichtums der Hingabe ist.

Der Stavachintamani in zusammenhängender deutscher Übersetzung

1. Der Höchste Herr triumphiert: sichtbar in Paśyantī, jener schönen, das Herz bezaubernden Rede, entfaltet sich die Größe seiner aufleuchtenden Glückseligkeit.

2. Unbesiegbar triumphiert er, erfüllt von der Fülle aus Herrlichkeit, Mitgefühl, Erkenntnis, höchster Glückseligkeit und Vollkommenheit; durch Vidyā erstrahlt seine Größe.

3. Verehrung dem unendlichen Licht, dem milchgleichen Ozean Śaṅkaras, dessen Wesen reiner Nektar ist und aus dem Bindu und Nāda hervorgehen.

4. Wir mögen dich scheinbar ablehnen und doch preisen wir dich; dich rufen wir an, o Herr der Ambikā. Aus übergroßer Liebe hast du uns überall und vollkommen getragen.

5. Verehrung Śambhu, dem Allgegenwärtigen, in dem die Verbindung mit den Sinnesberührungen zurückgenommen ist, der vollkommenen Nektar hervorbringt und dessen Wesen Raum und Māyā umfasst.

6. Wir verehren jene höchste göttliche Gestalt, die in den Verschiedenen ungeteilt bleibt und auch in den Vergänglichen unvergänglich ist – das Gemeinsame in allem.

7. Verehrung Sthāṇu: feiner als die obere Halb-Mātrā des Praṇava und doch größer als das Brahmāṇḍa, dessen Eigenschaft gerade die Freiheit von den Guṇas ist.

8. Wir preisen die Śakti des höchsten Haṃsa: sie trägt das Brahmāṇḍa in ihrem Schoß und gehört dem Herrn, der den Raum durchdringt und überallhin gelangt.

9. Verehrung dem Träger des Dreizacks, dessen schöpferische Kunst gepriesen wird: ohne äußeren Stoff und gleichsam ohne Leinwand entfaltet er das Bild der Welt.

10. O Hara-Haṃsa, hebe für uns die Śiva-Erkenntnis vollständig aus dem Wasser der Māyā, reinige sie und schenke uns diese aus dir selbst gewonnene Milch.

11. Dir, Bhava, bringen wir uns dar: obwohl die sechs Erkenntnismittel Verschiedenheit abgrenzen, bleibst du ungeteilt und bist in Wahrheit das eine Sein.

12. Mögen wir deine tiefe Höhle schauen, o Bhava – innen und außen vom höchsten Licht erhellt, von Finsternis gereinigt und wunderschön.

13. Verehrung selbst jenen, die den mondgeschmückten Herrn, den Spender höchster Glückseligkeit, auch nur im Traum schauen.

14. O Bhagavān Bhava, wem könnte nicht die Sehnsucht gefallen, dein eigenes Wesen zu betrachten – jene Kraft, die die Angst vor wiederholter Geburt beendet?

15. O Herr der Welt, dies sei unsere Aufgabe, solange wir leben: durch deine Gnade mit dem Geist einzig auf dich ausgerichtet zu verweilen.

16. Verehrung Śambhu, dessen Wesen aus Veda und Āgama besteht, in tausend Zweigen ausgebreitet, einem Wunschbaum gleich, der unendliche Früchte hervorbringt.

17. O Herr, mögen wir irgendwann Wort, Geist und körperliches Handeln ganz in dir einsetzen, eins mit dir werden und jenseits aller Gegensätze sein.

18. Verehrung dem Dreizackträger, dessen unabhängige Kraft keiner anderen Hilfe bedarf bei Schöpfung, Auflösung und Führung der Welten zu ihrem jeweiligen Wohl.

19. Was könnten andere Meditationsstützen dem bringen, der schon den Namen Dhūrjaṭis meditiert – des höchsten Meditationsgegenstandes, der jenseits der Guṇas ist?

20. Gepriesen seien jene, die sich auf die Kraft des Mantras „Namo Namaḥ Śivāya“ stützen und danach streben, die Herrlichkeit Śambhus zu erfahren.

21. Welcher Weg könnte dich nicht erreichen? Welches Wort könnte dich nicht aussprechen? Welche Meditation könnte dich nicht zum Gegenstand haben? O Herr – was gibt es überhaupt, das du nicht bist?

22. Möge in mir, o Bhava, jener Strom der Hingabe tausendfach wachsen: „Dieser wurde verehrt, dieser meditiert, dieser erfreut.“

23. Verehrung dir, dem Herrn Sthāṇu mit der Schlange als heiliger Schnur, dessen Wesen die Ruhestätte der ganzen Schar aller Bewusstseinsvögel ist.

24. Die Erinnerung an dich ist das einzige Heilmittel gegen die Finsternis der Unwissenheit. O Bhava, schenke sie mir und erweise mir dadurch deine Gnade.

25. Verehrung Īśa, dessen bloße Verneigung alle Ziele des Menschen verwirklicht – so sehr, dass selbst diese Verneigung den Weisen verehrungswürdig ist.

26. Im furchtbaren Ozean des Werdens versunken, dem Wohnort der Ungeheuer des Leidens: Was wäre noch unbesiegt, wenn man dort den Śiva zugehörigen Edelstein der Hingabe findet?

27. Du bist wahrhaft nur von jenen erkennbar, o Dhūrjaṭi, deren Erkenntnis unverhüllt, gegensatzlos und unbeweglich geworden ist.

28. Obwohl ohne Guṇas, bist du allein den Kennern der wahren Qualitäten erkennbar; obwohl wunschlos, bist du deinem Wesen nach das höchste Ziel aller Wünsche.

29. Die Götter mühten sich um Śrī, die Juwelen und den Nektar des Milchozeans; die Herrschaft über eben diesen Milchozean ist dir, o Allgegenwärtiger, von Natur aus eigen.

30. Verehrung dir, Bhava und Śambhu: durch Hingabe wirst du den Menschen zur Befreiung, durch Erinnerung beschützt du sie, und durch Lobpreis schenkst du Heil im Werden und jenseits des Werdens.

31. Für jene, die wissen: „Du bist allwissend, allwirkend und alles“, was gäbe es da noch zu erkennen oder zu tun, das von dir nicht der Unendlichkeit dargebracht würde?

32. Wenn schon dein bloßer Wille die drei Welten als Frucht hervorbringt, o Herr – wer könnte das Ausmaß dessen kennen, was durch deine Werke möglich ist?

33. Selbst Brahmā und die anderen steigen Stufe um Stufe auf der Leiter ihrer Übungen empor, um jenes dein unermessliches Reich zu erreichen.

34. Brahmā, Mahendra, Sonne und Mond – all dies sind nur Blüten an der Ranke deiner Kraft. Möge Bhava uns schützen.

35. Wir preisen Mṛḍa, dessen Weite selbst verwirrte Geister nicht ermessen und dessen Ende selbst jene nicht erreichen, die weit hinausgehen.

36. Verehrung dem geliebten Kapardin, der als Fülle der Glückseligkeit gegenwärtig ist im Lob, in Erinnerung und Meditation, im Schauen, Berühren und Erlangen.

37. O Höchster Herr, obwohl ich denke „Was soll Stolz?“, erblühe ich doch im eigenen Selbst vor Freude über den erhabenen Gedanken: „Ich bin ganz von dir erfüllt.“

38. Auch wenn ich wegen der Unruhe des Geistes unzählige Aufgaben erwäge, ruhe ich, o Bhava, in der Glückseligkeit deines Bewusstseins und freue mich zutiefst.

39. Bist du subtil – wie könnten dann die drei Welten nur ein winziger Teil von dir sein? Bist du grobstofflich – warum bist du dann selbst für Brahmā und die anderen so schwer zu schauen?

40. Wenn nicht du selbst das Gemeinte all dieser Worte wärest, o Gott, welcher Einsichtige würde sich dann mit den Netzen der Sprache abmühen?

41. O Herr, erweise mir die Gnade der Unterweisung: Durch welche Abfolge, welche Handlung oder welche Erkenntnis bist du wirklich zu schauen?

42. Verehrung Kapardin: selbst keiner Hilfe bedürftig, aber der eine Wohltäter der drei Welten; für alle begehrenswert und selbst frei von jedem Begehren.

43. Welch große Bedeutung besitzt dieses Dasein als Erkennender für die Guten: Durch es säen sie in dir, o Herr, die Hingabe, deren Frucht unendlich ist.

44. Wie gewaltig ist deine Māyā, o Meister der Māyā: von ihr verhüllt, wird die törichte Welt selbst angesichts des Schatzes der Meditation über dich nachlässig.

45. O Bhava, was immer bei irgendeinem Beginn als Handlung, Werkzeug oder Welt erscheinen mag – der eine wahrhaft freie Handelnde darin bist allein du.

46. Wer außer dir, o Bhava, hätte Kraft oder Mitgefühl genug, die drei Welten zu erheben, die von den Gegensätzen der dreifachen Bewegung der Guṇas verschlungen sind?

47. O Gott, welcher Fehler wäre noch ein Fehler, wenn er ganz darauf gerichtet ist, dich zu erlangen? Und welche Tugend wäre wirklich Tugend, wenn sie nicht auf dich gerichtet ist?

47b. O Herr der Welt, möge selbst Leidenschaft in mir bestehen, wenn sie allein dir gilt; Verehrung sogar jener Gier, deren Gegenstand für mich einzig das Erlangen deiner selbst ist.

48. Welch großes Tun ist dies, o Gott: die Betrachtung deiner selbst – eine Praxis, zu deren befreiender Kraft jedes Wesen von Brahmā bis zum kleinsten Wurm berufen ist.

49. Der Anfang aller Vorhaben, das Ende aller Handlungen und die vielfältigen Bewegungen dazwischen liegen, o Herr, allein auf dem Wege deines Bewusstseins.

50. Nirgends sonst, o Herr, zeigt sich eine immer weiter anwachsende, tausendfach sich entfaltende Süße wie im Nektar der Hingabe an dich.

51. Verehrung dem Herrn, der Wünsche in sich zurückgenommen hat und doch alle Zukunft entfaltet, der den Mond als Schmuck trägt und mit Umā verbunden ist.

52. Wenn ich kraftlos denke: „Was kann ich schon tun?“ und nirgends Halt finde, ist die allbegnadende Śāṅkarī-Śakti meine Zuflucht.

53. O Bhava, wo ließe sich auch nur in einem Teil von dir ein zweiter finden, der dir gliche – dir, der jenseits der Guṇas und aller denkbaren Überlegenheit ist?

54. O Herr, obwohl du als Selbst frei von Gegensatz und Begrenzung gegenwärtig bist, werden wir noch immer von deiner unermesslichen Māyā getäuscht.

55. Aṇimā und andere Kräfte, beständige Herrschaft und das Ende des Werdens – all dies sind nur junge Blätter am Wunschbaum deiner Hingabe, o Bhava.

56. Welche Richtung gäbe es, in der du nicht bist? Alle Zeit ist von dir erfüllt. Obwohl du so bereits erlangt bist – wann werden wir dich wirklich erlangen, o Herr?

57. Verehrung Śambhu, dem großen Haṃsa, der einzig in den geläuterten Herzen der Guten wohnt und dessen Glieder von mächtiger Herrlichkeit weiß erstrahlen.

58. O Herr, möge die Lampe deiner Hingabe in mir zur Lampe deiner Erkenntnis werden: Sie vertreibt die aufdringliche Finsternis und verbrennt alles Brennholz des Werdens.

59. O Hara, nachdem du das Schauspiel der drei Welten eröffnet hast, in dessen Schoß zahllose wirkliche Samen liegen – welcher andere Dichter wäre fähig, es wieder zu beenden?

60. Verehrung dem Freien, der das Seiende ins Nichtsein und das Nichtseiende ins Sein führen kann und einzig in der Herrschaft über Entstehen und Vergehen erstrahlt.

61. Welche Glückseligkeit auch immer in den drei Welten erfahren wird – sie ist nur ein Tropfen dessen, den ich als Ozean der Glückseligkeit verehre.

62. Wie gesegnet sind Brahmā und die anderen, wenn sie jedes andere Gespräch aufgeben und, von Freude überwältigt, „Namo Namaḥ Śivāya“ wiederholen.

63. Verehrung dir, Bhava: obwohl wunschlos, erfüllst du unzählige Wünsche; obwohl ohne Anfang, bist du der Genießer der Welt.

64. Wir preisen den Herrn als ursprüngliche Wurzel des Beginns der drei Welten. Wer würde nicht Wohltat von dem erhoffen, dessen Wesen vollkommen ist?

65. Wir preisen jenen Śiva, bei dessen Erinnerung selbst Gedanken, die in größten Schwierigkeiten vom Strom der Verblendung getrübt sind, wieder klar werden.

66. O Herr, nur deine Herrscherkraft ist hier unzerbrechlich; durch deinen bloßen Willen entfalten sich Entstehung und Auflösung der drei Welten.

67. Der Vers formuliert paradox, dass selbst eine als schlecht geltende Handlung in der Ausrichtung auf den Gott anders bewertet wird, während eine äußerlich gute Handlung ohne diese Ausrichtung ihren höchsten Wert verfehlen kann. Kṣemarājas Kommentar deutet dies aus der Perspektive der Nichtdualität und der Gottesbezogenheit; es ist keine pauschale moderne Handlungsanweisung.

68. „Jetzt habe ich dich in der Faust, jetzt habe ich dich gesehen – wohin willst du uns noch entkommen?“ So eilen die vom Geschmack der Hingabe erfüllten Gesegneten zu Dhūrjaṭi.

69. Wir preisen dich, der du höher bist als die Essenz von Ṛg-, Yajur- und Sāmaveda; deine Weisung in Gestalt des Veda ist wahrhaft tief und schön.

70. O Höchster Herr, du bist Anfang und Ende der Ordnung. Wenn die ganze Welt der Dharmas nicht aus dir hervorginge – woher sollte sie sonst kommen?

71. Verehrung dir, o Gott: Du lässt die im Werden Verwirrten ihre Täuschung hervortreten und zerbrichst sie; die gegensatzlose Erkenntnis-Glückseligkeit verhüllst du und offenbarst sie wieder.

72. Möge Śiva uns schützen, der jene Māyā, deren äußerste Grenze durch keine Vorstellung erreicht wird, in einem einzigen Augenblick hinwegnehmen kann.

73. O Herr, du bist der Herr derer, die den höchsten Gipfel der Entsagung, die höchste Herrlichkeit der Erkenntnis und die äußerste Freiheit von Verlangen tragen.

74. Du bist selbst das Brahman des Brahman. Welchem Herrn wärest du nicht wiederum Herr? Wer könnte ermessen, wie sehr du das Heil selbst dessen bist, was in der Welt als Heil gilt?

75. Was brauche ich andere Verwandte, Freunde oder Herren? O Īśa, du vertrittst für mich alle ihre Stellen, denn du hebst mich aus dem Ozean des Werdens.

76. Siegreich sind selbst die Tropfen des göttlichen Nektars, die durch die Kraft des Śaiva-Yoga herabgezogen werden und fähig sind, die Unreinheiten von Verblendung, Māyā und anderem abzuwaschen.

77. Möge jener Herr, dessen Licht in der Gāyatrī als Antrieb der Gedanken besungen wird, auch unsere Gedanken auf den guten Weg lenken.

78. O Achtgestaltiger, warum gewährst du uns nicht wenigstens in einer deiner Gestalten beständigen Stand? Oder: Wenn du zufrieden bist, wirst du ohnehin alles vollbringen.

79. Das wahre Wesen gewöhnlicher Dinge bewirkt meist nur ihre jeweilige Funktion; doch selbst dein Name, o Īśa, vermag Vollendung bis hin zur Befreiung zu schenken.

80. O Herr, wer von innerer Kraft wäre nicht erstaunt über deine Fähigkeit, für das bunte Weltbild immer wieder neue und andere Zustände hervorzubringen?

81. Wir erinnern uns an den Feind des Liebesgottes, dessen Erinnerung allein mächtig ist, das Schwierige leicht und das Leiden zur Freude zu machen.

82. Siegreich sind die Lieder, in denen der Höchste Herr besungen wird – jener, bei dessen bloßem Namen große Seelen von aufsprießender Gänsehaut bedeckt werden.

83. O Bhava, nur du selbst könntest dir gleichen: Durch die Ordnung deiner eigenen Kräfte vollbringst du Entstehung und Rücknahme der drei Welten.

84. Du bist das Mantra, du bist der zu Beratende und zu Verwirklichende; welcher Mantrin wäre außerhalb von dir? Gib mir jenes Mantra, o Herr, damit ich ganz dein Mantra werde.

85. Du bist lichtgestaltig und dein Entschluss ist Wahrheit; und der, dessen Selbst du bist, bin ich. Was soll da „Saṃsārin“ bedeuten, o Herr? Wo könnte selbst dieser Traum in dir bestehen?

86. Unzerbrechlich, nicht gewöhnlich und einzig wirklich stimmig ist jene Herrschaft, o Īśa, die denen zukommt, welche Handlung und Frucht in dir niedergelegt haben.

87. Welche Not könnte er nicht vernichten, welchen Reichtum nicht schenken – jener Gott der Götter, der Stierbannerträger, der unser Geliebter ist?

88. O Herr, für das göttliche Erkenntnisauge, das durch die Unreinheit der Māyā erblindet ist, ist deine Hingabe die höchste Augensalbe der Reinigung.

89. Schenke mir rasch, o Gott, jenes furchtlose, glückselige, eine und unvergängliche Reich. Worauf wartest du noch?

90. Wie tief und furchtbar ist von Natur aus der Ozean des Saṃsāra – und wie wunderbar ist der höchste Weg, ihn zu überqueren: Maheśvara.

91. Verehrung dir, der du dem Tod ein Ende gemacht und den Liebesgott bezwungen hast, der die Gaṅgā auf dem Haupt trägt und stets das Angemessene vollbringt.

92. Für jene, die einen Stand noch über Herrschaft, Erkenntnis, Entsagung und Dharma hinaus erbitten, o Herr – welche höhere Zuflucht gäbe es außer dir?

93. Wenn du es nicht willst, o Śambhu, wer wäre fähig, auch nur einen Grashalm zu krümmen? Wer aber von deinem Willen begnadet ist, könnte nicht selbst die Last Brahmās tragen?

94. Jene, deren Haupt durch das Juwelen-Diadem der Verneigung vor Hara erhöht ist und die reich an Einsicht sind – vor wem sollten sie sich noch beugen, und wen könnten sie nicht zur Verneigung bringen?

95. O Dhūrjaṭi, möge ich im innersten See des Nektars inmitten des Ozeans deiner Erkenntnis wohnen – unbewegt, nachdem alle Verwirrung abgestreift ist.

96. Wunderbar: Selbst wenn du nur in einem Bild gesehen oder bloß in einer Vorstellung erfasst wirst, schenkst du, o Herr, die volle höchste Frucht.

97. Wer übertrifft dich an Eigenschaften, und wer übertrifft dich an Eigenschaftslosigkeit? O Herr – sollen wir dich damit preisen oder tadeln? Wir wissen es nicht.

98. O Herr der Welt, schon beim Preisen deines Nektarstromes entsteht durch deine Gnade eine Frucht, die kaum jemand ganz trinken kann – wie sollte jemand außer dir sie schenken können?

99. Weil du der Schatz bist, aus dem die Erfüllung aller erbetenen Ziele hervorgeht, bitte ich dich, o Herr, in jeder Hinsicht nur um eines: um Hingabe an dich.

100. Verehrung dir, Herr der drei Welten, o Bhava, dessen Kraft nichts daran hindert, deinen Verehrern die Herrschaft über die drei Welten zu schenken.

101. Wenn die Frage lautet: „Was ist die Ursache für das Ende aller Leiden?“, und man erkennt: „Du bist es, o Herr“ – wer würde dann nicht zu dir Zuflucht nehmen?

102. „Nachdem ich die Erfahrungen genossen und die Verblendung des Werdens abgelegt habe, werde ich das höchste Reich erlangen“ – eine solche Hoffnung steht vor allem einem wahrhaft Śambhu hingegebenen Menschen gut an.

103. O Herr, was immer ich selbst im Traum tue oder sage, sei es gut oder nicht gut: Im Bewusstsein, ganz von dir abhängig zu sein, ruhe ich überall in Frieden. Der Vers spricht aus der Perspektive radikaler Gottesbezogenheit und hebt auf der relativen Ebene nicht die Unterscheidung verantwortlichen Handelns auf.

104. O Īśa, für einen Geist, der in deinem Reich eilt – in jenem Licht, das selbst das Licht aller Lichter ist –, halte ich die Berührung durch Finsternis für so unmöglich wie den jüngeren Bruder des Sohnes einer Unfruchtbaren.

105. Schon der Wunsch „Ich werde Śiva dienen“ scheint mir den Fuß auf den sicheren Weg der Befreiung gesetzt zu haben.

106. Bei Bestand, Entstehung und Auflösung der drei Welten wirkt, o Īśa, einzig deine Śakti als das frei handelnde Prinzip.

107. Wer in den drei Welten wäre nicht von den drei Leiden getroffen? Verehrung dir, dem Retter, der für ihr Erlöschen ein See des Nektars ist.

108. Selbst künstlich hervorgebrachte Hingabe an dich lässt eine unkünstliche Frucht entstehen. Wenn sie aber vollkommen aufrichtig ist – welche Frucht hat sie dann? Das sage du selbst.

109. Das ist das wahre Auge, durch das du geschaut wirst; das ist der wahre Weg, auf dem man zu dir gelangt; und das ist die Frucht, die aus dem Wunschbaum deiner Erzählung erwächst, o Ungeborener.

110. Höher als alle anderen Güter ist allein dies: in dir zu ruhen. Um die Hindernisse dagegen zu beseitigen, o Īśa, bist du meine Zuflucht.

111. Wie überaus süß ist der Nektargeschmack der Sehnsucht, Śarva zu dienen – in keinem noch so kleinen Augenblick hört er auf, immer wieder neu zu werden.

112. Unablässig entwirft der Eine mit hundertfacher Vorstellung die drei Welten aufs Neue – und bleibt dennoch der ungeborene, nirvikalpa Eine.

113. O Gott, wann werde ich mit der Lampe der Erkenntnis vor dir stehen, die die Dochte der Saṃsāra-Eindrücke verbrennt, welche vom Öl der Unreinheit getränkt sind?

114. O Śambhu, wenn du auch nur für einen Augenblick in einem von Fehlern gereinigten Geist Wohnung nimmst – was könntest du dann nicht vollbringen?

115. „Ich bin gesegnet, ich habe mein Werk vollbracht, ich bin groß“ – diese Erkenntnis hat wirklichen Grund bei dem, dessen Stütze du bist, o Herr.

116. Auch du selbst bist der Schöpfer alles Guten und Schlechten; doch Hingabe an dich, o Īśa, ist ausschließlich die Mutter des Guten.

117. Die Menschen schwanken: Trittst du in einen bereits geklärten Geist ein, o Herr – oder wird der Geist erst durch deinen Eintritt klar?

118. Doch dies ist die Gewissheit: Dein Innewohnen selbst ist die Klarheit des Geistes, o Herr; das ist die Siddhi, das ist das höchste Reich.

119. O Herr, mögen durch deine Gnade mein Wort, mein Geist, mein Tun und mein Körper nur einen Schmuck tragen: ganz von deinem Wesen erfüllt zu sein.

120. Bhaṭṭanārāyaṇa schuf für Śambhu diesen Stavacintāmaṇi – einen Wunschjuwel-Lobpreis, der reiche Früchte der Sehnsucht schenkt und Wohnstätte des Reichtums der Hingabe ist.

Inspirationen aus dem Stavachintamani

„Welcher Weg könnte dich nicht erreichen?“
kaḥ panthā yena na prāpyaḥ
kā ca vāṅnocyase yayā |
kiṃ dhyānaṃ yena na dhyeyaḥ
kiṃ vā kiṃ nāsi yatprabho || 22 ||

Inspiration: Wenn das Göttliche wirklich alles durchdringt, ist der spirituelle Weg nicht nur auf besondere Momente beschränkt. Yoga, Arbeit, Beziehung, Freude und Herausforderung können zu Orten der Erinnerung an das eine Bewusstsein werden.

„Solange wir leben, sei unser Geist einzig auf dich gerichtet.“
yāvajjīvaṃ jagannātha
kartavyamidamastu naḥ |
tvatprasādāttvadekāgramanaskatvena yā sthitiḥ || 15 ||

Inspiration: Einpunktigkeit bedeutet hier nicht Weltflucht. Sie bedeutet, inmitten wechselnder Aufgaben die tiefste Ausrichtung nicht zu verlieren.

„Die Erinnerung an dich ist das Heilmittel gegen die Finsternis der Unwissenheit.“
ajñānatimirasyaikamauṣadhaṃ saṃsmṛtistava |

Inspiration: Spirituelle Erinnerung – smṛti – ist mehr als ein Gedanke. Sie richtet den Geist immer wieder auf das, was unveränderlich gegenwärtig ist.

„Auch mitten in zahllosen Aufgaben ruhe ich in der Glückseligkeit deines Bewusstseins.“
cintayitvāpi kartavyakoṭīścittasya cāpalāt |
viśrāmyanbhava bhāvatkacittānande rame bhṛśam || 38 ||

Inspiration: Dieser Vers spricht unmittelbar zum tätigen Menschen. Innere Ruhe und äußere Aktivität müssen keine Gegensätze sein.

„Die Hingabe an dich ist die höchste Augensalbe für das Erkenntnisauge.“
māyāmayamalāndhasya
divyasya jñānacakṣuṣaḥ |
nirmalīkaraṇe nātha
tvadbhaktiḥ paramāñjanam || 88 ||

Inspiration: Bhakti wird hier nicht gegen Jñāna ausgespielt. Liebe reinigt gerade das Auge der Erkenntnis.

„Dein Innewohnen selbst ist die Klarheit des Geistes.“
niścayaḥ punareṣo'tra
tvadadhiṣṭhānameva hi
prasādo manasaḥ svāmin
sā siddhistatparaṃ padam || 118 ||

Inspiration: Der tiefste Wandel wird nicht nur als menschliche Leistung beschrieben, sondern als Offenbarwerden einer bereits tragenden göttlichen Gegenwart.

Für die meditative Verbindung von Om Namah Shivaya, Śivoham und Śiva-Bhakti kann auch dieser Yoga-Vidya-Satsang als Ergänzung dienen:

Kṣemarājas Kommentar

Kṣemarājas Vivṛti ist weit mehr als eine sprachliche Erklärung. Sie entfaltet die Strophen systematisch im Horizont der nichtdualen Śaiva-Philosophie. Immer wieder verbindet der Kommentator Bhaṭṭanārāyaṇas poetische Bilder mit Begriffen wie:

  • Prakasha – selbstleuchtendes Bewusstsein,
  • Vimarsha – Selbstgewahrheit und Selbstbezug des Bewusstseins,
  • Svatantrya – absolute Freiheit,
  • Spanda – lebendige Dynamik des Bewusstseins,
  • Pratyabhijna – Wiedererkennung des eigenen göttlichen Wesens,
  • Samāveśa – tiefes Eintreten beziehungsweise Aufgehen in der höchsten Wirklichkeit,
  • Śaktipāta – Herabkunft göttlicher Kraft und Gnade.

Besonders wichtig ist, dass Kṣemarāja die Bhakti des Gedichts nicht als bloß vorbereitende Frömmigkeit deutet. Hingabe selbst kann zur Form der höchsten Wiedererkennung werden. Der Verehrte und der Verehrende bleiben in der poetischen Sprache unterscheidbar, doch die tiefste Erfahrung führt zur Erkenntnis ihrer Nichtverschiedenheit.

Verhältnis zu anderen Schriften

Der Stavachintamani steht thematisch nahe bei den Grundwerken des kaschmirischen Shivaismus. Die Shiva Sutra beschreiben Bewusstsein als das Selbst; die Spanda Karika entfalten seine lebendige Dynamik; das Pratyabhijnahridayam Kṣemarājas erklärt die Wiedererkennung des eigenen göttlichen Wesens in kompakter philosophischer Form.

Mehrere Motive des Kommentars verbinden den Text außerdem mit dem Vijnana Bhairava Tantra, dem Malinivijayottara Tantra, Tantraloka, Tantrasara und den Werken der Pratyabhijñā-Tradition. Besonders nahe steht die Hymne auch anderen kurzen Werken, in denen nichtduale Erkenntnis und Śiva-Bhakti zusammenkommen, etwa Anuttarashtika, Bodhapanchadashika und Kramastotra.

Für heutige Aspiranten kann diese Verbindung besonders wertvoll sein: Der Stavachintamani zeigt, dass Meditation, Erkenntnis, Mantra und Hingabe nicht notwendig getrennte Wege sein müssen. Sie können verschiedene Ausdrucksformen derselben inneren Hinwendung zum höchsten Bewusstsein sein.

Abschließende Betrachtung
Der Stavachintamani ist eine der eindrucksvollsten Verbindungen von Śiva-Bhakti und nichtdualer Erkenntnis. Bhaṭṭanārāyaṇa spricht mit der Unmittelbarkeit eines Liebenden und zugleich mit der metaphysischen Kühnheit eines Denkers, für den kein Ort, keine Zeit, kein Wort und keine Erfahrung außerhalb Shivas liegen kann.

Immer wieder kehrt der Text zu einer einfachen spirituellen Bewegung zurück: Erinnerung. Shiva wird erinnert, gepriesen, meditiert, gesucht – und schließlich als das erkannt, was schon im Suchenden selbst leuchtet. Gerade darin liegt die besondere Kraft dieser Hymne. Das Ziel ist nicht nur, Shiva zu verehren, sondern die gesamte Wirklichkeit als von Shiva durchdrungen zu erfahren.

Kṣemarājas Kommentar verstärkt diese Bewegung: Bhakti führt zur Wiedererkennung, Gnade zur inneren Klarheit, und die scheinbare Trennung zwischen Gott und Mensch löst sich im Bewusstsein auf. So wird der „Wunschjuwel des Lobpreises“ zu einem Weg von Verehrung über Erkenntnis zur Einheit.

Textgrundlage
Muktabodha Digital Library, Katalognummer M00089: stavacintāmaṇi, Sekundärtitel stavacintāmaṇi of bhaṭṭanārāyaṇa with commentary by kṣemarāja. Autor des Grundtextes: Bhaṭṭanārāyaṇa; Kommentator: Kṣemarāja. Der E-Text wurde aus Band 10 der Kashmir Series of Texts and Studies transkribiert, Research Department, Jammu and Kashmir State, Srinagar 1918. Für den Sanskrit-Grundtext dieses Artikels wurde ausschließlich die vom Nutzer bereitgestellte Muktabodha-Datei verwendet. Kṣemarājas Kommentar wurde zur Erklärung herangezogen, aber nicht als Grundtext ausgegeben. Die Devanagari-Wiedergabe ist eine technische Umschriftkonversion des bereitgestellten lateinischen Sanskrittextes und keine fremde Edition.

Siehe auch

Seminare

Wer Shiva-Meditation, Mantra und die Verbindung von Bhakti und Meditation praktisch vertiefen möchte, findet bei Yoga Vidya passende Meditationsseminare:

06.11.2026 - 08.11.2026 Meditation Grundtechniken

Erfahre, wie du mit Meditation deine Gedanken zur Ruhe bringst, neue Energie schöpfst und inneren Frieden findest. Lerne, wie du Hindernisse in der Med…
Madhuka Kuhnle
06.11.2026 - 08.11.2026 Gelassenheit entwickeln - Live Online mit Sukadev

Möchtest du mit mehr Gelassenheit durchs Leben gehen? Machtvolle Techniken aus dem Yoga, um im Alltag inmitten einer Welt voller Veränderungen und inm…
Sukadev Bretz

Für intensive Praxis mit Mantra, Energiearbeit und meditativer Vertiefung können auch Kundalini-Yoga-Seminare passend sein:

06.11.2026 - 08.11.2026 Kundalini Yoga Einführung

Gründliche Einführung in die Theorie und Praxis des Kundalini Yoga, Yoga der Energie. Die praktischen Übungen des Kundalini Yoga umfassen Pranayama (…
Arjuna Wingen
13.11.2026 - 15.11.2026 Kundalini Yoga Mittelstufe

Intensives Kundalini Yoga Seminar zur Erweckung der inneren Kundalini Energie, Erweiterung des Bewusstseins und Entfaltung des vollen Potentials. Yoga A…
Manuel Hirning