Shattrimshat Tattva Sandoha

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Shattrimshat Tattva Sandoha (Sanskrit: षट्त्रिंशत्तत्त्वसंदोह ṣaṭtriṃśattattvasandoha m.), auch Shattrimshattattvasandoha oder Ṣaṭtriṃśat-tattva-sandoha, bedeutet „Sammlung“, „Zusammenfassung“ oder „Gesamtheit der sechsunddreißig Tattvas“. Das kurze Sanskritwerk des nichtdualen Kashmir Shivaismus entfaltet in nur 21 Āryā-Versen die gesamte Ordnung der 36 Tattvas – vom höchsten Shiva bis zur Erde als gröbstem Element. Dabei erscheinen die Tattvas nicht als voneinander getrennte Bausteine, sondern als Stufen der Selbstentfaltung und Selbstbegrenzung des einen göttlichen Bewusstseins.

Die 1918 in der Kashmir Series of Texts and Studies veröffentlichte Ausgabe schreibt das Werk Amritanandanatha (Amṛtānandanātha) zu. Die hier zugrunde gelegte Muktabodha-Fassung enthält außerdem einen ausführlichen Sanskritkommentar von Rajanaka Ananda (Rājānaka Ānanda). Dieser Kommentar ist für das Verständnis besonders wertvoll, weil er die knappen Verse aus der Perspektive des Trika und der Lehre vom freien, sich selbst offenbarenden Bewusstsein erläutert.

Shiva als Symbol des reinen Bewusstseins – im Shattrimshat Tattva Sandoha ist die gesamte Welt eine Entfaltung dieses höchsten Bewusstseins.

Der Shattrimshat Tattva Sandoha ist deshalb weit mehr als eine Aufzählung metaphysischer Kategorien. Sein eigentliches Thema ist der Weg vom unbegrenzten Paramashiva zur Erfahrung des begrenzten Individuums – und damit zugleich die Möglichkeit der Wiedererkenntnis: Das scheinbar begrenzte Wesen ist seinem tiefsten Wesen nach niemals von Shiva getrennt. Diese Sicht verbindet Kosmologie, Meditation, Selbsterkenntnis und spirituelle Befreiung.

Bedeutung und Stellung des Shattrimshat Tattva Sandoha

Die Lehre von den 36 Tattvas gehört zu den grundlegenden Ordnungssystemen des Kashmir Shivaismus. Während das klassische Samkhya 25 Tattvas unterscheidet, erweitert die shivaitische Tantra-Tradition das Schema nach oben: Über Prakriti und Purusha stehen die begrenzenden Hüllen der Maya und darüber die reinen Tattvas von Shuddhavidya bis Shiva.

Der Shattrimshat Tattva Sandoha macht dabei eine für den nichtdualen Shivaismus entscheidende Aussage: Die niederen Ebenen sind nicht etwas von Shiva Getrenntes. Sie entstehen durch Saṃkoca, Kontraktion oder Selbstbegrenzung der ursprünglichen göttlichen Kräfte. Allmacht wird zu begrenzter Handlungsfähigkeit, Allwissenheit zu begrenztem Wissen, vollkommene Erfülltheit zu Begehren, Ewigkeit zu Zeit und Freiheit zu kausaler und situativer Gebundenheit.

Damit erhält die Tattva-Lehre eine unmittelbar spirituelle Bedeutung. Der Mensch braucht die Welt nicht als etwas „Unspirituelles“ zu verwerfen. Vielmehr kann er in Körper, Sinnen, Geist, Energie und Bewusstsein dieselbe Shakti erkennen, die auf unterschiedlichen Ebenen ihrer Selbstmanifestation erscheint. Genau darin liegt eine Verbindung zur Praxis von Yoga und Meditation: Das Begrenzte wird zum Ausgangspunkt für die Wiedererkenntnis des Unbegrenzten.

Die 36 Tattvas in ihrer Grundgliederung

Die traditionelle Ordnung lässt sich in drei große Bereiche gliedern:

  • Die fünf reinen Tattvas: Shiva, Shakti, Sadashiva, Ishvara und Shuddhavidya.
  • Maya und die Begrenzungen: Maya sowie die fünf Kanchukas Kalā, Vidyā, Rāga, Kāla und Niyati; anschließend Purusha.
  • Die Tattvas der manifesten Natur: Prakriti, Buddhi, Ahamkara, Manas, fünf Erkenntnisorgane, fünf Handlungsorgane, fünf Tanmatras und fünf Mahabhutas.

Die 36 Tattvas im Einzelnen

  1. Shiva (Śiva)
  2. Shakti (Śakti)
  3. Sadashiva (Sadāśiva)
  4. Ishvara (Īśvara)
  5. Shuddhavidya (Śuddhavidyā)
  6. Maya (Māyā)
  7. Kalā – Begrenzung der universalen Handlungsmacht
  8. Vidyā – Begrenzung der Allwissenheit
  9. Rāga – Begrenzung der vollkommenen Erfülltheit, daraus Begehren
  10. Kāla – Begrenzung der Ewigkeit durch Zeit
  11. Niyati – Begrenzung der Freiheit durch Ordnung, Bedingtheit und Bestimmtheit
  12. Purusha (Puruṣa) – das begrenzt erfahrende Subjekt
  13. Prakriti (Prakṛti)
  14. Buddhi
  15. Ahamkara (Ahaṃkāra)
  16. Manas
  17. Shrotra (Śrotra) – Hören
  18. Tvak/Sparshana (Tvak/Sparśana) – Tasten
  19. Chakshus (Cakṣus) – Sehen
  20. Jihva (Jihvā) – Schmecken
  21. Ghrana (Ghrāṇa) – Riechen
  22. Vak (Vāk) – Sprechen
  23. Pani (Pāṇi) – Greifen
  24. Pada (Pāda) – Gehen
  25. Payu (Pāyu) – Ausscheidung
  26. Upastha – Fortpflanzung und geschlechtliche Lust
  27. Shabda (Śabda) – Klang
  28. Sparsha (Sparśa) – Berührung
  29. Rupa (Rūpa) – Form und Farbe
  30. Rasa – Geschmack
  31. Gandha – Geruch
  32. Akasha (Ākāśa) – Raum
  33. Vayu (Vāyu) – Luft
  34. Tejas – Feuer
  35. Apas (Āpas) – Wasser
  36. Prithivi (Pṛthivī) – Erde

So reicht die Tattva-Lehre vom vollkommen freien Bewusstsein bis zur konkreten körperlich-materiellen Erfahrung. Entscheidend ist jedoch: Auch die unteren Ebenen fallen niemals aus Shiva heraus.

Das Werk beschreibt diese Stufen nicht bloß schematisch, sondern als fortschreitende Verdichtung des einen Bewusstseins. In diesem Sinn steht es thematisch nahe bei den Shiva Sutra, der Spanda Karika, der Pratyabhijna-Tradition und späteren systematischen Werken wie dem Tantraloka.

Der vollständige Text in Umschrift mit deutscher Übersetzung

Vers 1
yadayamanuttaramūrtir
nijecchayākhilamidaṃ jagatsraṣṭum |
paspande sa spandaḥ
prathamaḥ śivatattvamucyate tajjñaiḥ || 1 ||

Übersetzung: Als diese Gestalt des Höchsten, aus eigenem Willen heraus, dieses ganze Universum hervorbringen wollte, begann sie zu pulsieren. Diese erste Regung, dieser Spanda, wird von den Kundigen das Shiva-Tattva genannt.

Vers 2
icchā saiva svacchā
saṃtatasamavāyinī satī śaktiḥ |
sacarācarasya jagato
bījaṃ nikhilasya nijanilīnasya || 2 ||

Übersetzung: Eben dieser klare, reine Wille ist die beständig innewohnende Shakti. Sie ist der Same der gesamten Welt des Beweglichen und Unbeweglichen, die noch in ihr selbst verborgen ruht.

Vers 3
svecchāśaktyudgīrṇaṃ
jagadātmatayā samācchādya |
nivasansa eva nikhilā-
nugrahanirataḥ sadāśivo'bhihitaḥ || 3 ||

Übersetzung: Nachdem er die durch seine eigene Willenskraft hervorgebrachte Welt als sein eigenes Selbst umfasst hat, verweilt er als derjenige, der stets auf die Gnade für alle ausgerichtet ist; so wird er Sadashiva genannt.

Vers 4
viśvaṃ paścātpaśyan-
idantayā nikhilamīśvaro jātaḥ |
sā bhavati śuddhavidyā
yedantāhantayorabhedamatiḥ || 4 ||

Übersetzung: Wenn er sodann die ganze Welt deutlich als „Dies“ schaut, wird er Ishvara genannt. Shuddhavidya ist jene Einsicht, in der „Dies“ und „Ich“ als ungetrennt erkannt werden.

Vers 5
māyā vibhedabuddhi-
rnijāṃśajāteṣu nikhilajīveṣu |
nityaṃ tasya niraṅkuśa-
vibhavaṃ veleva vāridhe rundhe || 5 ||

Übersetzung: Maya ist das Bewusstsein von Verschiedenheit in allen Lebewesen, die aus seinen eigenen Anteilen hervorgegangen sind. Wie ein Ufer die Macht des Meeres begrenzt, hemmt sie seine grenzenlose Fülle.

Vers 6
sa tayā parimitamūrtiḥ
saṃkucitasamastaśaktireṣa pumān |
raviriva saṃdhyāraktaḥ
saṃhṛtaśaktiḥ svabhāsane'pyapaṭuḥ || 6 ||

Übersetzung: Durch sie nimmt dieser Purusha eine begrenzte Gestalt an; alle seine Kräfte sind zusammengezogen. Wie die Sonne im Abendrot ihre Strahlkraft einzuziehen scheint, ist auch er in seiner eigenen Leuchtkraft nicht mehr völlig wirksam.

Vers 7
saṃpūrṇakartṛtādyā
bahvyaḥ santyasya śaktayastasya |
saṃkocātsaṃkucitāḥ
kalādirūpeṇa rūḍhayantyevam || 7 ||

Übersetzung: Seine Kräfte – vollkommene Handlungsmacht und die weiteren göttlichen Vermögen – sind zahlreich. Durch Kontraktion werden sie begrenzt und treten als Kala und die übrigen Hüllen hervor.

Vers 8
tatsarvakartṛtā sā
saṃkucitā katipayārthamātraparā |
kiṃcitkartāramamuṃ
kalayantī kīrtyate kalā nāma || 8 ||

Übersetzung: Seine Allmacht wird zusammengezogen und richtet sich nur noch auf einige wenige Gegenstände. Indem sie dieses Wesen zu einem Handelnden mit begrenzter Fähigkeit macht, heißt sie Kala.

Vers 9
sarvajñatāsya śaktiḥ
parimitatanuralpavedyamātraparā |
jñānamutpādayantī
vidyeti nigadyate budhairādyaiḥ || 9 ||

Übersetzung: Seine Kraft der Allwissenheit wird begrenzt und richtet sich nur noch auf einen kleinen Bereich des Erkennbaren. Weil sie begrenztes Wissen hervorbringt, nennen die Weisen sie Vidya.

Vers 10
nityaparipūrṇatṛptiḥ
śaktistasyaiva parimitā tu satī |
bhogeṣu rañjayantī
satatamamuṃ rāgatattvatāṃ yātā || 10 ||

Übersetzung: Seine Kraft immerwährender, vollkommener Erfülltheit wird begrenzt und färbt dieses Wesen fortwährend durch das Verlangen nach Erfahrungen. So wird sie zum Raga-Tattva.

Vers 11
sā nityatāsya śakti-
rnikṛṣya nidhanodayapradānena |
niyataparicchedakarī
kḷptā syātkālatattvarūpeṇa || 11 ||

Übersetzung: Seine Kraft der Ewigkeit wird herabgezogen und verleiht Anfang und Ende. Indem sie feste Begrenzungen setzt, erscheint sie als das Tattva der Zeit, Kala.

Vers 12
yāsya svatantratākhyā
śaktiḥ saṃkocaśālinī saiva |
kṛtyākṛtyeṣvavaśaṃ
niyatamamuṃ niyamamantyabhūnniyatiḥ || 12 ||

Übersetzung: Seine als Freiheit bezeichnete Kraft wird ebenfalls zusammengezogen. Indem sie dieses Wesen hinsichtlich dessen, was zu tun und zu lassen ist, an bestimmte Ordnungen bindet, wird sie Niyati genannt.

Vers 13
icchāditrisamaṣṭiḥ
śaktiḥ śāntāsya saṃkucadrūpā |
saṃkalitecchādyātmaka-
sattvādikasāmyarūpiṇī tu satī || 13 ||

Übersetzung: Die zusammengefasste Dreiheit der Kräfte – Wille und die beiden anderen – ist seine ruhende Shakti in zusammengezogener Form. Sie erscheint als Gleichgewicht von Sattva und den weiteren Gunas, in denen Wille, Wissen und Handlung enthalten sind.

Vers 14
buddhyādisāmarasya-
svarūpacittātmikā matā prakṛtiḥ |
icchāsya rajorūpā-
haṃkṛtirāsīdahaṃpratītikarī || 14 ||

Übersetzung: Prakriti gilt als jene geistige Grundnatur, in der Buddhi und die weiteren inneren Organe noch im Gleichgewicht ruhen. Seine Willenskraft wird in der Form von Rajas zum Ahamkara, der das Bewusstsein „Ich“ hervorbringt.

Vers 15
jñānāpi sattvarūpā
nirṇayabodhasya kāraṇaṃ buddhiḥ |
tasya kriyā tamomaya-
mūrtirmana ucyate vikalpakarī || 15 ||

Übersetzung: Seine Erkenntniskraft wird in der Form von Sattva zur Buddhi, der Ursache bestimmender Erkenntnis. Seine Handlungskraft wird in der Form von Tamas zum Manas, das unterscheidende Vorstellungen und Alternativen bildet.

Vers 16
vāmādipañcabhedaḥ
sa eva saṃkucitavigraho devaḥ |
jñānakriyoparāga-
prādhānyādvividhaviṣayarūpo'bhūt || 16 ||

Übersetzung: Derselbe Gott nimmt in seiner zusammengezogenen Gestalt die fünffache Gliederung von Vama und den weiteren Kräften an. Durch das Vorherrschen von Erkenntnis und Handlung erscheint er in zweifacher Weise: als Bereich des Erkennens und als Bereich des Tätigseins.

Vers 17
śrotraṃ cakṣuḥ sparśana-
jihvā-ghrāṇāni bodhakaraṇāni |
śabda-sparśau rūpaṃ
rasa-gandhau ceti bhūtasūkṣmāṇi || 17 ||

Übersetzung: Ohr, Auge, Tastsinn, Zunge und Nase sind die Erkenntnisorgane. Klang, Berührung, Form, Geschmack und Geruch sind die fünf feinstofflichen Elemente, die Tanmatras.

Vers 18
ayamevātinikṛṣṭo
jāto bhūtātmanāpi bhūteśaḥ |
gaganamanilaśca tejaḥ
salilaṃ bhūmiśca pañcabhūtāni || 18 ||

Übersetzung: Derselbe Herr der Elemente, nun bis zum Äußersten verdichtet, erscheint auch als grobstoffliche Elemente: Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde.

Vers 19
śrotrādikaraṇavedyāḥ
śabdādyāstāni vedakānyeṣām |
vacanakarī vāgāsīt
pāṇiḥ syātkaraṇabhūta ādāne || 19 ||

Übersetzung: Klang und die übrigen Sinnesqualitäten werden durch Ohr und die anderen Erkenntnisorgane wahrgenommen. Für das Sprechen entstand die Stimme; die Hand dient als Werkzeug des Ergreifens.

Vers 20
gamana-visargānanda-
tritaye pādādikaṃ karaṇam |
gandhavatī bhūmiḥ syā-
dāpaḥ sāṃsiddhikadravāstejaḥ || 20 ||

Übersetzung: Für Gehen, Ausscheidung und geschlechtliche Freude dienen Fuß und die entsprechenden weiteren Handlungsorgane. Die Erde besitzt Geruch; Wasser hat von Natur aus Flüssigkeit; Feuer ist durch Wärme gekennzeichnet.

Vers 21
uṣṇasparśamarūpa-
sparśo vāyurambaraṃ saśabdam |
ṣaṭtriṃśattattvamayaṃ
vande kaulaṃ kulātigaṃ śaṃbhum || 21 ||

Übersetzung: Luft besitzt Berührung, ohne sichtbare Form; der Raum trägt den Klang. Ich verehre Shambhu, der aus den sechsunddreißig Tattvas besteht – den Kaula, der zugleich über Kula, die Gesamtheit der Tattvas, hinausgeht.


Erläuterungen zu den zentralen Lehren

1. Shiva als erster Spanda
Der erste Vers beginnt nicht mit Materie, Raum oder Zeit, sondern mit der freien Regung des Höchsten. Der Ausdruck Spanda bezeichnet hier keine physische Bewegung, sondern das lebendige Sich-Offenbaren des Bewusstseins. Die Welt entsteht nicht außerhalb Shivas, sondern als sein eigenes Erscheinen.

2. Shakti als Same des Universums
Im zweiten Vers ist Shakti der reine Wille, in dem die gesamte Welt noch verborgen liegt. Der Kommentar betont, dass Shakti nicht als etwas von Shiva Getrenntes verstanden werden darf. Shiva und Shakti bezeichnen vielmehr zwei Aspekte derselben höchsten Wirklichkeit: leuchtendes Bewusstsein und dessen Fähigkeit, sich selbst zu erfahren und auszudrücken.

Nataraja – Shiva als kosmischer Tänzer kann die dynamische Selbstentfaltung des Bewusstseins veranschaulichen, die der Text als Stufenfolge der Tattvas beschreibt.

3. Sadashiva, Ishvara und Shuddhavidya
In Sadashiva überwiegt noch die Ich-Seite des Bewusstseins: Die Welt beginnt aufzuleuchten, bleibt aber in der göttlichen Selbstgewissheit geborgen. Im Ishvara-Tattva tritt das „Dies“, die objektive Welt, deutlicher hervor. Shuddhavidya bezeichnet schließlich das Gleichgewicht von „Ich“ und „Dies“. Der Text beschreibt damit keine zeitliche Schöpfungsgeschichte im gewöhnlichen Sinn, sondern unterschiedliche Weisen, in denen Bewusstsein sich selbst und seine Manifestation erfährt.

4. Maya als Erfahrung von Trennung
Mit Maya beginnt die Erfahrung wirklicher Verschiedenheit. Der fünfte Vers vergleicht sie mit dem Ufer, das das Meer begrenzt. Die grenzenlose göttliche Macht erscheint nun als eingeschränkt. Gerade dieses Bild zeigt, dass die Begrenzung nicht die tiefste Wirklichkeit des Bewusstseins zerstört; sie verändert lediglich die Weise, in der es sich selbst erfährt.

5. Die fünf Kanchukas als zusammengezogene göttliche Kräfte
Besonders charakteristisch ist die Deutung der fünf Kanchukas als kontrahierte Formen göttlicher Vollkommenheiten:

  • Kalā – aus Allmacht wird begrenzte Handlungsfähigkeit.
  • Vidyā – aus Allwissenheit wird begrenztes Wissen.
  • Rāga – aus vollkommener Erfülltheit wird das Empfinden eines Mangels und daraus Begehren.
  • Kāla – aus Ewigkeit wird Erfahrung innerhalb zeitlicher Grenzen.
  • Niyati – aus absoluter Freiheit wird Gebundenheit an bestimmte Bedingungen und Ordnungen.

Das ist einer der spirituell stärksten Gedanken des Werkes: Unsere menschlichen Begrenzungen sind nicht das Gegenteil des Göttlichen. Sie sind dessen zusammengezogene Erscheinungsweisen.

6. Purusha und die Möglichkeit der Wiedererkenntnis
Vers 6 beschreibt den Purusha als ein Wesen, dessen Kräfte zusammengezogen sind und das seine eigene Herrlichkeit nicht mehr vollständig erkennt. Der Kommentar fügt einen entscheidenden Gedanken hinzu: Durch Shaktipata und Erkenntnis kann dieses Wesen die Welt wieder als sein eigenes, nicht getrenntes Wesen erkennen und zum Bewusstsein seiner Shiva-Natur gelangen. Hier berührt sich die Tattva-Lehre unmittelbar mit der Pratyabhijna, der Lehre von der Wiedererkennung des eigenen göttlichen Selbst.

7. Prakriti, Geist, Sinne und Elemente
Ab Vers 13 führt das Werk in die Ebenen, die teilweise auch aus dem Samkhya bekannt sind: Prakriti, Buddhi, Ahamkara, Manas, Sinne, Tanmatras und die fünf Elemente. Doch auch sie werden hier konsequent als Erscheinungsformen derselben Shakti verstanden. Körper und Welt stehen damit nicht außerhalb des spirituellen Weges.

Zur Vertiefung der Erfahrung von Bewusstsein und inneren Energiezentren kann diese Yoga-Vidya-Meditation ergänzend genutzt werden:

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Auch die Arbeit mit Chakras kann helfen, die tantrische Sicht einer abgestuften Manifestation von Bewusstsein und Energie anschaulich zu erfahren:

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Der vollständige Shattrimshat Tattva Sandoha in Devanagari

Vers 1
यदयमनुत्तरमूर्तिर्
निजेच्छयाखिलमिदं जगत्स्रष्टुम् |
पस्पन्दे स स्पन्दः
प्रथमः शिवतत्त्वमुच्यते तज्ज्ञैः || १ ||

Vers 2
इच्छा सैव स्वच्छा
संततसमवायिनी सती शक्तिः |
सचराचरस्य जगतो
बीजं निखिलस्य निजनिलीनस्य || २ ||

Vers 3
स्वेच्छाशक्त्युद्गीर्णं
जगदात्मतया समाच्छाद्य |
निवसन्स एव निखिला-
नुग्रहनिरतः सदाशिवोऽभिहितः || ३ ||

Vers 4
विश्वं पश्चात्पश्यन्-
इदन्तया निखिलमीश्वरो जातः |
सा भवति शुद्धविद्या
येदन्ताहन्तयोरभेदमतिः || ४ ||

Vers 5
माया विभेदबुद्धि-
र्निजांशजातेषु निखिलजीवेषु |
नित्यं तस्य निरङ्कुश-
विभवं वेलेव वारिधे रुन्धे || ५ ||

Vers 6
स तया परिमितमूर्तिः
संकुचितसमस्तशक्तिरेष पुमान् |
रविरिव संध्यारक्तः
संहृतशक्तिः स्वभासनेऽप्यपटुः || ६ ||

Vers 7
संपूर्णकर्तृताद्या
बह्व्यः सन्त्यस्य शक्तयस्तस्य |
संकोचात्संकुचिताः
कलादिरूपेण रूढयन्त्येवम् || ७ ||

Vers 8
तत्सर्वकर्तृता सा
संकुचिता कतिपयार्थमात्रपरा |
किंचित्कर्तारममुं
कलयन्ती कीर्त्यते कला नाम || ८ ||

Vers 9
सर्वज्ञतास्य शक्तिः
परिमिततनुरल्पवेद्यमात्रपरा |
ज्ञानमुत्पादयन्ती
विद्येति निगद्यते बुधैराद्यैः || ९ ||

Vers 10
नित्यपरिपूर्णतृप्तिः
शक्तिस्तस्यैव परिमिता तु सती |
भोगेषु रञ्जयन्ती
सततममुं रागतत्त्वतां याता || १० ||

Vers 11
सा नित्यतास्य शक्ति-
र्निकृष्य निधनोदयप्रदानेन |
नियतपरिच्छेदकरी
कॢप्ता स्यात्कालतत्त्वरूपेण || ११ ||

Vers 12
यास्य स्वतन्त्रताख्या
शक्तिः संकोचशालिनी सैव |
कृत्याकृत्येष्ववशं
नियतममुं नियममन्त्यभून्नियतिः || १२ ||

Vers 13
इच्छादित्रिसमष्टिः
शक्तिः शान्तास्य संकुचद्रूपा |
संकलितेच्छाद्यात्मक-
सत्त्वादिकसाम्यरूपिणी तु सती || १३ ||

Vers 14
बुद्ध्यादिसामरस्य-
स्वरूपचित्तात्मिका मता प्रकृतिः |
इच्छास्य रजोरूपा-
हंकृतिरासीदहंप्रतीतिकरी || १४ ||

Vers 15
ज्ञानापि सत्त्वरूपा
निर्णयबोधस्य कारणं बुद्धिः |
तस्य क्रिया तमोमय-
मूर्तिर्मन उच्यते विकल्पकरी || १५ ||

Vers 16
वामादिपञ्चभेदः
स एव संकुचितविग्रहो देवः |
ज्ञानक्रियोपराग-
प्राधान्याद्विविधविषयरूपोऽभूत् || १६ ||

Vers 17
श्रोत्रं चक्षुः स्पर्शन-
जिह्वा-घ्राणानि बोधकरणानि |
शब्द-स्पर्शौ रूपं
रस-गन्धौ चेति भूतसूक्ष्माणि || १७ ||

Vers 18
अयमेवातिनिकृष्टो
जातो भूतात्मनापि भूतेशः |
गगनमनिलश्च तेजः
सलिलं भूमिश्च पञ्चभूतानि || १८ ||

Vers 19
श्रोत्रादिकरणवेद्याः
शब्दाद्यास्तानि वेदकान्येषाम् |
वचनकरी वागासीत्
पाणिः स्यात्करणभूत आदाने || १९ ||

Vers 20
गमन-विसर्गानन्द-
त्रितये पादादिकं करणम् |
गन्धवती भूमिः स्या-
दापः सांसिद्धिकद्रवास्तेजः || २० ||

Vers 21
उष्णस्पर्शमरूप-
स्पर्शो वायुरम्बरं सशब्दम् |
षट्त्रिंशत्तत्त्वमयं
वन्दे कौलं कुलातिगं शंभुम् || २१ ||


Die Shattrimshat Tattva Sandoha in einer zusammenhängenden deutschen Übersetzung

Als die höchste Wirklichkeit aus eigenem freien Willen heraus das ganze Universum hervorbringen wollte, regte sie sich in jenem ursprünglichen Spanda, den die Wissenden das Shiva-Tattva nennen.

Dieser reine Wille selbst ist Shakti. In ihr liegt die gesamte Welt des Beweglichen und Unbeweglichen wie ein Same verborgen. Aus dieser eigenen Kraft lässt das höchste Bewusstsein die Welt hervortreten und umfasst sie zugleich als sein eigenes Selbst. In dieser auf Gnade und Offenbarung ausgerichteten Gestalt wird es Sadashiva genannt.

Wenn die Welt deutlicher als „Dies“ hervortritt, erscheint dasselbe Bewusstsein als Ishvara. Wo „Ich“ und „Dies“ im Gleichgewicht und in ihrer Nichtgetrenntheit erkannt werden, ist Shuddhavidya.

Dann erscheint Maya als Bewusstsein der Verschiedenheit. Sie begrenzt die grenzenlose Fülle des Höchsten wie ein Ufer die Weite des Meeres. Durch diese Selbstbegrenzung wird das unbegrenzte Bewusstsein zum Purusha, zum scheinbar einzelnen Wesen. Seine Kräfte sind zusammengezogen; es vermag seine eigene göttliche Herrlichkeit nicht mehr vollständig zu erkennen.

Doch die göttlichen Kräfte sind nicht verschwunden. Sie erscheinen nur in begrenzter Form. Allmacht wird zu Kala, der Fähigkeit, nur Bestimmtes zu tun. Allwissenheit wird zu Vidya, begrenztem Wissen. Vollkommene Erfülltheit wird zu Raga, dem Verlangen nach Erfahrung und Ergänzung. Ewigkeit wird zu Kala, der Zeit mit Anfang, Verlauf und Ende. Freiheit wird zu Niyati, der Bindung an bestimmte Bedingungen und Ordnungen.

Aus der zusammengezogenen Dreiheit von Wille, Erkenntnis und Handlung tritt Prakriti als Gleichgewicht der drei Gunas hervor. Die Willenskraft erscheint in der Form von Rajas als Ahamkara, das Ich-Bewusstsein. Die Erkenntniskraft erscheint in der Form von Sattva als Buddhi, die bestimmende Einsicht; die Handlungskraft erscheint in der Form von Tamas als Manas, das Vorstellungen bildet und zwischen Möglichkeiten unterscheidet.

Derselbe Gott nimmt weiter die Formen der Erkenntnis und des Handelns an. Ohr, Auge, Tastsinn, Zunge und Nase werden zu den fünf Erkenntnisorganen. Klang, Berührung, Form, Geschmack und Geruch bilden die fünf feinstofflichen Elemente. Noch weiter verdichtet erscheint derselbe Herr als die fünf grobstofflichen Elemente: Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde.

Die Sinnesqualitäten werden durch die Erkenntnisorgane erfasst; Stimme, Hände, Füße und die weiteren Handlungsorgane ermöglichen Sprechen, Ergreifen, Fortbewegung, Ausscheidung und geschlechtliche Freude. Erde trägt den Geruch, Wasser besitzt Flüssigkeit, Feuer Wärme, Luft Berührung und Raum den Klang.

So ist die gesamte manifestierte Wirklichkeit eine Ordnung von sechsunddreißig Tattvas. Und doch endet der Text nicht bei dieser Vielheit. Er verehrt Shambhu als denjenigen, der aus allen sechsunddreißig Tattvas besteht und zugleich über ihre Gesamtheit hinausgeht. Die Welt ist Shiva – und Shiva ist mehr als jede einzelne Form, in der er erscheint.

Inspirationen aus dem Shattrimshat Tattva Sandoha

„Die Welt beginnt als Spanda des höchsten Bewusstseins.“
paspande sa spandaḥ prathamaḥ śivatattvamucyate tajjñaiḥ || 1 ||

Inspiration: Spirituelle Praxis kann bedeuten, hinter den vielen Bewegungen des Lebens jene ursprüngliche Lebendigkeit wahrzunehmen, aus der Denken, Fühlen, Handeln und Welt hervortreten.

„Shakti ist der Same der ganzen Welt.“
sacarācarasya jagato bījaṃ nikhilasya nijanilīnasya || 2 ||

Inspiration: Alles Sichtbare ruht seinem Ursprung nach in Bewusstsein und Kraft. Die Welt muss daher nicht als Hindernis für Spiritualität betrachtet werden; sie kann als Ausdruck der Shakti erfahren werden.

„Begrenzte Kräfte sind zusammengezogene göttliche Kräfte.“
saṃkocātsaṃkucitāḥ kalādirūpeṇa rūḍhayantyevam || 7 ||

Inspiration: Die eigene Begrenztheit muss nicht das letzte Wort sein. Hinter begrenztem Wissen, begrenzter Kraft und begrenzter Zeit steht nach dieser Lehre eine tiefere Dimension von Bewusstsein.

„Ich verehre Shambhu, der aus den 36 Tattvas besteht und über sie hinausgeht.“
ṣaṭtriṃśattattvamayaṃ vande kaulaṃ kulātigaṃ śaṃbhum || 21 ||

Inspiration: Der Schlussvers vereint Immanenz und Transzendenz. Shiva ist in allem – Körper, Sinne, Geist, Natur und Welt – und zugleich nicht auf irgendeine dieser Erscheinungsformen begrenzt.

Nataraja versinnbildlicht Shiva als kosmische Dynamik – eine anschauliche Parallele zur Lehre vom Universum als Entfaltung göttlicher Kraft.

Bedeutung für Yoga und Meditation

Für Yoga-Aspiranten kann die Tattva-Lehre zu einer Landkarte der inneren Erfahrung werden. Sie lädt dazu ein, den eigenen Körper, die Sinneswahrnehmungen, Gedanken, Wünsche und Begrenzungen nicht bloß als Störungen zu betrachten. Jede Ebene kann zum Gegenstand achtsamer Selbsterforschung werden.

In der Meditation kann man beispielsweise beobachten: Was nimmt wahr? Was verändert sich? Was bleibt als Bewusstsein gegenwärtig? Wo erscheint Begrenzung, und kann auch diese Begrenzung im Raum des Gewahrseins erkannt werden? Solche Fragen führen von den unteren Tattvas schrittweise zur Frage nach dem erkennenden Bewusstsein selbst.

Der Text legt dabei keine moderne Meditationsmethode im technischen Sinn vor. Seine Stärke liegt vielmehr in einer veränderten Sichtweise: Nicht nur außergewöhnliche mystische Erfahrungen, sondern auch das gewöhnliche Wahrnehmen, Denken und Handeln können als Ausdruck derselben universalen Shakti verstanden werden.

Verhältnis zu anderen Schriften

Der Shattrimshat Tattva Sandoha gehört in den philosophischen Zusammenhang des Kashmir Shivaismus und lässt sich besonders gut neben den zentralen Texten von Spanda und Pratyabhijna lesen. Die Shiva Sutra betonen das Bewusstsein als innerste Wirklichkeit des Individuums. Die Spanda Karika entfaltet die Lehre von der lebendigen Dynamik des Bewusstseins. Die Pratyabhijna-Tradition beschreibt Befreiung als Wiedererkennen der eigenen Identität mit Shiva.

Auch der Vijnana Bhairava Tantra bietet eine praktische Ergänzung: Während der Shattrimshat Tattva Sandoha die Struktur der Manifestation knapp systematisiert, führt der Vijnana Bhairava zahlreiche meditative Zugänge vor, durch die die gewöhnliche Erfahrung in Richtung des höchsten Bewusstseins geöffnet werden kann.

Im Tantraloka werden Tattva-Lehre, Ritual, Erkenntnis und Befreiungsweg in einem wesentlich größeren Rahmen zusammengeführt. Wer den kurzen Shattrimshat Tattva Sandoha verstanden hat, besitzt daher einen guten begrifflichen Schlüssel für viele umfangreichere Texte des Trika.

Abschließende Betrachtung

Der Shattrimshat Tattva Sandoha ist ein bemerkenswert dichter Text. In 21 Versen führt er vom höchsten Shiva durch Shakti, die reinen Tattvas, Maya und ihre Begrenzungen bis zu Geist, Sinnen und materiellen Elementen. Doch sein Weg ist nicht einfach ein Abstieg vom Geist zur Materie. Jede Stufe bleibt Ausdruck ein und desselben Bewusstseins.

Gerade darin liegt seine spirituelle Kraft. Das höchste Bewusstsein muss nicht irgendwo außerhalb der Welt gesucht werden. Es ist als Shakti in jeder Erfahrung gegenwärtig – selbst dort, wo es sich als begrenztes Wissen, begrenzte Handlungsfähigkeit oder vergängliche Form zeigt. Der Weg besteht dann nicht notwendig in der Verneinung der Manifestation, sondern in der Wiedererkenntnis ihres Ursprungs im einen Bewusstsein.

So endet die Schrift folgerichtig in Verehrung: Shambhu ist die Gesamtheit der 36 Tattvas und zugleich derjenige, der über diese Gesamtheit hinausgeht. In diesem einen Schlussbild verbindet sich die gesamte Philosophie des Textes – Weltbejahung, Nichtdualität, Transzendenz und Wiedererkenntnis.

Textgrundlage

Grundlage dieses Artikels ist der elektronische Muktabodha-Text M00151, Ṣaṭtriṃśāttattvasandoha, transkribiert nach der 1918 erschienenen Ausgabe der Kashmir Series of Texts and Studies. Muktabodha nennt Rājānaka Ānanda als Kommentarautor und Mukunda Rāma Śāstrī als Herausgeber. Die gedruckte Ausgabe wird bibliographisch Amṛtānandanātha als Autor des Grundtextes zugeschrieben.

Die Quelldatei enthält den 21 Verse umfassenden Grundtext und einen ausführlichen Sanskritkommentar. Primärtext und Kommentar wurden für diesen Artikel konsequent getrennt behandelt; der Kommentar wurde zur Erläuterung schwieriger philosophischer Stellen herangezogen, aber nicht als Bestandteil der 21 Verse ausgegeben.

Nach dem eigentlichen Kolophon folgen in der Quelldatei drei Editionsverse über die Institution und Herstellung der Ausgabe sowie die Schlussformel śrīśivārpaṇaṃ bhūyāt. Diese gehören nicht zum 21-verseigen Primärtext.

Die in Vers 4 elektronisch überlieferte Form yedantāhantayorabhedamatiḥ wurde im Sanskrit nicht stillschweigend emendiert. Die Übersetzung folgt dem durch Kontext und Kommentar erkennbaren Sinn einer Erkenntnis der Nichtverschiedenheit beziehungsweise des Gleichgewichts von idantā („Diesheit“) und ahantā („Ichheit“). Auch die auffällige elektronische Form in Vers 12 (niyamamantyabhūnniyatiḥ) wurde nicht eigenmächtig durch eine andere Edition ersetzt; die Übersetzung gibt den durch den Satz und den Kommentar klaren Sinn des Bindens beziehungsweise Regelns wieder.

Siehe auch

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