Apraptaprapti

Apraptaprapti: (Sanskrit: aprāptaprāpti f.) = das Erlangen dessen, was nicht erlangt werden kann
Apraptaprapti bedeutet sinngemäß „das Erlangen dessen, was nicht erlangt werden kann“ oder „das Finden des Nicht-Erreichbaren“. Der Ausdruck wirkt zunächst paradox, und genau darin liegt seine Tiefe. Er verweist auf eine spirituelle Erfahrung, die mit gewöhnlichem Denken kaum zu fassen ist: Wenn du nicht mehr mit Gier, Anstrengung oder festem Festhalten suchst, kann sich etwas zeigen, das sich nicht wie ein gewöhnliches Ziel „erobern“ lässt. In der indischen Spiritualität ist das ein vertrautes Motiv: Das Höchste wird nicht durch Besitzdenken erreicht, sondern durch Loslassen, Einsicht und innere Reife.
Im Yoga und im Hinduismus passt Apraptaprapti besonders gut zu Wegen, die nicht auf äußeren Erfolg, sondern auf Selbsterkenntnis zielen. Das eigentlich Gesuchte — Frieden, Freiheit, Einheit, das Selbst oder Gott — ist nicht wirklich ein Objekt, das du mit den Händen greifen kannst. Es ist eher etwas, das offenbar wird, wenn der Geist still wird und die falsche Vorstellung vom getrennten Ich schwindet. So gesehen beschreibt der Begriff einen inneren Wendepunkt: Du bekommst nicht „mehr“ im äußeren Sinn, sondern erkennst, was immer schon da war.
Für die Praxis kannst du dir beim Meditieren einen kurzen Moment nehmen und bewusst alles Wollen loslassen. Setz dich still hin, atme ruhig und sage dir innerlich: „Ich muss jetzt nichts erreichen.“ Bleib dann einfach bei der Stille. Gerade in diesem Nicht-Erreichen kann eine tiefere Klarheit auftauchen. Das ist die praktische Seite von Apraptaprapti: weniger greifen, mehr empfangen.
„Der Geist ist alles. Was du denkst, das wirst du.“ — Swami Vivekananda