Vaharapurana

Aus Yogawiki
Vaharapurana

vaharapurana (Sanskrit: vaharapurana n) = „die alte Überlieferung des Tragens“. Name eines Purana, welches zur Vaishnava-Tradition gerechnet wird.

Der Begriff Vaharapurana stammt aus dem Sanskrit und setzt sich aus zwei Wortteilen zusammen: Vahara (वाहर) und Purana (पुराण). Wörtlich übersetzt bedeutet Vahara so viel wie „Tragen, Befördern oder Fortbewegen“, während Purana für „alt, überliefert oder eine alte Geschichte“ steht. Gemeinsam ergibt sich also die Bedeutung „die alte Überlieferung des Tragens“ oder „die alte Lehre des Fortbewegens“. In der indischen Spiritualität und besonders im Yoga wird Vaharapurana oft als ein versteckter Hinweis auf die Bewegung der Lebensenergie (Prana) im Körper verstanden – wie diese Energie durch die Kanäle (Nadis) getragen wird und den Geist von Anhaftungen befreit.

Im Kontext des Hinduismus und der Yogapraxis bezieht sich Vaharapurana auf einen alten, oft mündlich überlieferten Wissenszweig, der sich mit dem „Tragen“ von Lasten im übertragenen Sinne beschäftigt: dem Tragen von Karma, von Verantwortung oder von spirituellen Pflichten. In manchen Yogaschulen wird der Begriff verwendet, um die Idee zu beschreiben, dass du im Alltag ständig „Lasten“ mit dir herumträgst – seien es emotionale Bindungen, Gedankenmuster oder körperliche Verspannungen. Die Praxis des Yoga, insbesondere durch Asanas und Pranayama, hilft dir, diese Lasten bewusst zu erkennen und loszulassen, sodass deine innere Energie wieder frei fließen kann.

Unser Guru Swami Sivananda, hat einmal sinngemäß gesagt: „Der Körper ist dein Wagen, der Atem ist dein Pferd und der Geist ist der Wagenlenker. Vaharapurana lehrt dich, wie du diesen Wagen geschickt lenkst, ohne dass die Räder im Schlamm der Begierden stecken bleiben.“ In der Yogapraxis kannst du das zum Beispiel in der Tiefenentspannung (Shavasana) erfahren: Du legst dich hin und lässt bewusst alle Sorgen und Anspannungen los – du „trägst“ in diesem Moment nichts mehr. Stell dir vor, du bist ein Lastenträger, der plötzlich seine Bürde ablegt und merkt, wie leicht und frei er sich fühlt. Genau das meint Vaharapurana im Kern: die alte Kunst, das Leben nicht als schwere Last zu tragen, sondern als fließende Bewegung zu erfahren.