Dharmarakshana

Aus Yogawiki
Version vom 12. Mai 2026, 02:50 Uhr von Guido T (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
dharmarakshana - Rad des Dharma

dharmarakshana (Sanskrit: dharmarakshana adj. und m.) = die Rechtschaffenheit schützend; ein Hüter der Tugend und Rechtschaffenheit.

Der Sanskrit-Ausdruck Dharmarakshana setzt sich aus zwei Worten zusammen:

  • Dharma, was so viel bedeutet wie kosmische Ordnung, sittliche Pflicht, Rechtschaffenheit oder die innere Wahrheit, die dein Leben lenkt, und
  • Rakshana, was Schutz, Bewahrung oder Hüten bedeutet. Dharmarakshana heißt also wörtlich “den Dharma schützen” oder “die Rechtschaffenheit bewahren”.

Im Hinduismus und in der yogischen Spiritualität beschreibt dieser Begriff eine sehr verantwortungsvolle Haltung: Du achtest bewusst darauf, dass du im Einklang mit deiner inneren Wahrheit und den universellen Gesetzen lebst, und du setzt dich dafür ein, dass diese Ordnung nicht durch Gier, Ego oder Unwissenheit beschädigt wird.

Stell dir vor, du bist in einer schwierigen Situation, in der du leicht lügen könntest, um dir einen Vorteil zu verschaffen. Niemand würde es erfahren, und der kurzfristige Gewinn wäre verlockend. Dharmarakshana bedeutet in diesem Moment, dass du dich entscheidest, die Wahrheit zu sagen, nicht aus Angst vor Strafe, sondern aus einer tiefen inneren Achtung vor der Ordnung des Lebens. Du beschützt damit nicht nur deine eigene Integrität, sondern auch das feine Geflecht aus Vertrauen und Harmonie, das die Welt zusammenhält. In den alten Schriften heißt es oft: “Dharma schützt den, der den Dharma schützt.” Das bedeutet, wenn du dich für die Rechtschaffenheit einsetzt, wirst du selbst von dieser Kraft beschützt und getragen.

Ein passendes Beispiel aus der Yogapraxis könnte so aussehen: Du stehst auf der Matte und spürst, wie dein Ego dich dazu drängt, eine besonders schwierige Asana zu erzwingen, nur um dich mit anderen zu vergleichen oder um anzugeben. In diesem Moment erinnerst du dich an Dharmarakshana. Du beschützt deinen inneren Dharma, indem du auf deinen Körper hörst, respektvoll mit deinen Grenzen umgehst und die Pose mit Achtsamkeit und ohne Gewalt ausführst. Vielleicht gehst du sogar einen Schritt zurück und wählst eine einfachere Variante, weil du weißt, dass wahrer Yoga nicht im Können liegt, sondern in der Hingabe an das, was richtig für dich ist.

Siehe auch