Manonigraha
Manonigraha (Sanskrit: manonigraha m.) = Beherrschung/Überwindung des Geistes (manas).
Der Sanskrit-Ausdruck "Manonigraha" setzt sich aus den Begriffen "mano" für Geist oder Sinn und "nigraha" für Zügeln, Bändigung oder Kontrolle zusammen und bedeutet wörtlich "Zügelung des Geistes".
Er beschreibt eine zentrale Praxis in der indischen Philosophie, Yoga und Meditation, bei der der unruhige Geist durch bewusste Disziplin gezähmt wird, um Ablenkungen, Begierden und Sinnesreizen Herr zu werden.
In klassischen Texten wie der Bhagavad Gita oder den Yoga Sutras wird Manonigraha als essenzieller Schritt zur inneren Ruhe und spirituellen Meisterschaft dargestellt, da ein unkontrollierter Geist als größter Feind des Menschen gilt – er führt zu Leidensketten durch ständige Gedankenflut und Anhaftung an Vergängliches. Diese Zügelung geschieht durch Techniken wie Pranayama, Konzentration auf einen Punkt oder ethische Selbstdisziplin, was letztlich zur Freiheit von mentaler Knechtschaft und zur Erkenntnis des wahren Selbst führt. Im Alltag steht Manonigraha für Selbstbeherrschung und Achtsamkeit, die den Menschen vor impulsiven Handlungen schützt und tiefe Gelassenheit ermöglicht.
