Nirgunabhakta

Aus Yogawiki
Nirgunabhakta

Nirgunabhakta (Sanskrit: nirgunabhakta m.) = der Gotthingegebene, der im Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit den gestaltlosen Aspekt Gottes hat.

Nirgunabhakta setzt sich aus zwei Teilen zusammen: nirguna bedeutet „ohne Eigenschaften“ oder „jenseits aller persönlichen Eigenschaften (Guna)“ und bhakta heißt „Verehrer“ oder „hingebungsvolle(r) Anhänger(in)“. Ein Nirgunabhakta ist also jemand, der sich auf die Verehrung des Göttlichen richtet, wie es ohne Form, Namen oder unterscheidbare Eigenschaften gedacht wird — ein Hingebender, der das formlos-transzendente Absolute anbetet, nicht eine persönliche, manifestierte Gottheit mit Attributen.

In der indischen Spiritualität und im Yoga steht diese Haltung im Zusammenhang mit Advaita- oder Bhakti-Traditionen, die das Absolute entweder als attributloses Bewusstsein (Brahman) oder als liebende Hingabe ohne Anhaften an äußere Formen betonen. In der Praxis heißt das: Du übst dich in innerer Stille, Meditation oder bei formlosen Mantra-Rezitationen, richtest deine Liebe und Demut auf das unveränderliche Sein oder reines Bewusstsein und lässt Vorstellungen, Bilder oder Erwartungen los. Statt bildlicher Vorstellung eines Gottes gilt dein Fokus dem Erfassen der Seinsqualität jenseits von Namen, Formen und Eigenschaften.

Beim Sitz in stiller Meditation richtest du deine Aufmerksamkeit nicht auf ein Bild oder eine Gottheit, sondern wiederholst ein kurzes, formloses Mantra wie Soham oder hältst einfach offenes, nicht-urteilsames Gewahrsein; die Hingabe zeigt sich als liebende Präsenz gegenüber dem inneren Raum selbst — das ist eine praktische Ausübung von Nirgunabhakti.

Dabei denkst du dir: „Ich verehre das eine, das keinen Namen und keine Form hat; meine Liebe gilt dem, was alle Eigenschaften transzendiert.“ Dieses Gefühl findest du auch in Aussagen moderner Lehrer und Praktizierender, die betonen, dass wahre Hingabe nicht an Bildern haftet, sondern im Erkennen des reinen, namenlosen Bewusstseins wurzelt.

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