Iraivan-Tempel
Der Iraivan-Tempel (englisch Iraivan Temple) ist ein bedeutender Shiva-Tempel auf der hawaiianischen Insel Kauai. Er befindet sich im Kauai Hindu Monastery, auch Kauai Aadheenam genannt, inmitten einer üppigen tropischen Landschaft oberhalb des Wailua River. Der aus weißem Granit errichtete Tempel ist Shiva geweiht und wurde nach den traditionellen Prinzipien südindischer Tempelarchitektur im Stil der Chola-Zeit gestaltet.
Das zentrale Heiligtum des Iraivan-Tempels beherbergt einen außergewöhnlichen Kristall-Shivalinga. Der Tempel ist Teil des spirituellen Zentrums, das von Sivaya Subramuniyaswami, auch Gurudeva genannt, gegründet wurde und heute von Satguru Bodhinatha Veylanswami geleitet wird.
Der Iraivan-Tempel verbindet die jahrtausendealte Tradition des Shaivismus und des Saiva Siddhanta mit der besonderen Natur und Kultur Hawaiis. Er ist insbesondere als Ort der Pilgerreise, des Darshan, der Meditation und des Sadhana gedacht.
Bedeutung des Namens Iraivan
Iraivan ist ein tamilisches Wort für Gott. Es kann sinngemäß als „der Verehrte“ beziehungsweise „Er, der verehrt wird“ verstanden werden.
Der Name verweist unmittelbar auf die zentrale Ausrichtung des Tempels: Im Iraivan-Tempel steht ausschließlich Shiva im Mittelpunkt.
Im traditionellen hinduistischen Verständnis ist ein geweihter Tempel nicht lediglich ein Gebäude, in dem Gott verehrt wird. Der Tempel kann selbst als heiliger Körper beziehungsweise als Wohnstätte Gottes verstanden werden.
Der Iraivan-Tempel wurde entsprechend dieser Vorstellung als ein heiliger Raum geschaffen, in dem sich der Mensch dem Göttlichen durch Puja, Meditation, Gebet, Darshan und Sadhana nähern kann.
Lage des Iraivan-Tempels auf Kauai
Der Iraivan-Tempel liegt auf der Insel Kauai im US-Bundesstaat Hawaii. Er gehört zum weitläufigen Gelände des Kauai Hindu Monastery beziehungsweise Kauai Aadheenam.
Das hinduistische Kloster liegt in einer tropischen Landschaft oberhalb des Wailua River. In der Umgebung befinden sich Gärten, Wasserläufe, Teiche und zahlreiche tropische Pflanzen.
Zum Gelände gehört auch ein für den Hinduismus besonders bemerkenswerter Rudraksha-Wald. Rudraksha-Samen besitzen insbesondere im Shaivismus eine große spirituelle Bedeutung und werden traditionell unter anderem für Malas und zur Wiederholung von Mantras verwendet.
Neben dem Iraivan-Tempel befindet sich auf dem Klostergelände auch der ältere Kadavul Temple, in dessen Mittelpunkt Nataraja, Shiva als kosmischer Tänzer, steht.
Die Entstehung des Iraivan-Tempels
Sivaya Subramuniyaswami und die Vision von Shiva
Die Entstehung des Iraivan-Tempels ist eng mit Satguru Sivaya Subramuniyaswami (1927–2001), auch Gurudeva genannt, verbunden.
Er gründete 1970 das Kauai Hindu Monastery auf Kauai.
In den Überlieferungen zur Entstehung des Iraivan-Tempels nimmt eine spirituelle Erfahrung Sivaya Subramuniyaswamis aus dem Jahr 1975 einen besonderen Platz ein. Nach den Aufzeichnungen des Kauai Hindu Monastery berichtete er von einer Reihe mystischer Visionen am frühen Morgen des 15. Februar 1975. Dabei sah er Shiva auf einem großen Felsen sitzend. Später wurde auf dem damals noch stark überwachsenen Gelände ein entsprechender Felsblock entdeckt.
Diese Erfahrung wurde zu einem wichtigen Ausgangspunkt für die Entwicklung des San Marga Sanctuary und schließlich des Iraivan-Tempels.
Von der Vision zum Tempel
Die Umsetzung eines traditionellen südindischen Steintempels mitten im Pazifik entwickelte sich zu einem außergewöhnlichen, mehrere Jahrzehnte umfassenden Projekt.
Der indische Tempelarchitekt V. Ganapati Sthapati wurde mit der architektonischen Planung betraut. In den 1980er Jahren entstanden die Entwürfe für einen Tempel im klassischen Chola-Stil.
1990 begann die eigentliche Bearbeitung des Granits.
In der Nähe von Bengaluru in Indien wurde eigens ein Arbeitsbereich für zahlreiche traditionelle Steinmetze und ihre Familien geschaffen. Über Jahrzehnte wurden dort die einzelnen Granitblöcke von Hand bearbeitet.
Anschließend wurden die fertiggestellten Steine über eine enorme Entfernung nach Kauai transportiert und dort von erfahrenen Steinmetzen zum Tempel zusammengesetzt.