Sarvajnanasamayukta: Unterschied zwischen den Versionen

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sarvajnanasamayukta ([[Sanskrit]]: sarvajnānasamāyukta ''adj.'') mit allem Wissen ausgestattet.
[[Datei:Ganesha Maharashtra.jpg|mini|sarvajnanasamayukta]]
 
'''sarvajnanasamayukta''' ([[Sanskrit]]: sarvajnānasamāyukta ''adj.'') = mit allem Wissen ausgestattet.
 
Der Sanskrit-Ausdruck sarvajnanasamayukta setzt sich aus drei Teilen zusammen: [[sarva]][[jnana]] bedeutet wörtlich „alleswissend“ oder „allwissenheit“, [[samayukta]] heißt „verbunden mit“ oder „vereint“. Zusammengenommen beschreibt sarvajnanasamayukta also den Zustand oder die Qualität, in der etwas mit allumfassendem Wissen verbunden ist — etwa das Bewusstsein, das keine Trennung mehr zwischen [[Subjekt]] und [[Objekt]], zwischen Teil und Ganzem kennt.
 
In [[yogisch]]er und [[hinduistisch]]er Tradition taucht diese Vorstellung in Beschreibungen des höchsten Wissens oder der reinen Erkenntnis auf: das Ziel ist nicht nur Wissen über einzelne Dinge, sondern ein unmittelbar erfahrener, ungeteil­ter Schau der Wirklichkeit, in dem die dualistischen Gegensätze aufgehoben sind. Ein praktizierender [[Yogi]] strebt mithilfe von [[Sadhana]], [[Meditation]] und Unterscheidungsvermögen (Viveka) nicht nur nach intellektuellem Verständnis, sondern nach dieser inneren Vereinigung mit einem umfassenden, nicht-persönlichen Wissen — einem Zustand, in dem Handlung und Erkenntnis eins werden.
 
In der [https://www.yoga-vidya.de/ Meditation] kann sich sarvajnanasamayukta als ein Moment zeigen, in dem Gedanken und Beobachter verschwimmen und stattdessen eine weite, klare Präsenz bleibt, die das Entstehen und Vergehen aller Inhalte gleichmütig sieht. In der [[Yogapraxis]] heißt das konkret: weniger Grübeln über Technik oder Erfolg, mehr Ausrichtung auf inneres Gewahrsein; die Haltung ist disponiert, offen und zugleich durchlässig für [[Einsicht]]. Beispiel: Beim langen Sitzen bemerkt du zuerst einzelne Gedanken oder Körperempfindungen, doch mit anhaltender Achtsamkeit löst sich das Gefühl „Ich beobachte“ immer mehr auf, bis die Aufmerksamkeit selbst zur allumfassenden Erkenntnis wird — in diesem Moment bist du sarvajnanasamayukta nähergekommen.
 
=Siehe auch=
* [[Yogapraxis]]
* [[Achtsamkeit]]


[[Kategorie:Glossar]]
[[Kategorie:Glossar]]
[[Kategorie:Sanskrit]]  
[[Kategorie:Sanskrit]]  
[[Kategorie:Indische Philosophie]]
[[Kategorie:Indische Philosophie]]
[[Kategorie:Indische Götter]]

Aktuelle Version vom 8. Juni 2026, 23:59 Uhr

sarvajnanasamayukta

sarvajnanasamayukta (Sanskrit: sarvajnānasamāyukta adj.) = mit allem Wissen ausgestattet.

Der Sanskrit-Ausdruck sarvajnanasamayukta setzt sich aus drei Teilen zusammen: sarvajnana bedeutet wörtlich „alleswissend“ oder „allwissenheit“, samayukta heißt „verbunden mit“ oder „vereint“. Zusammengenommen beschreibt sarvajnanasamayukta also den Zustand oder die Qualität, in der etwas mit allumfassendem Wissen verbunden ist — etwa das Bewusstsein, das keine Trennung mehr zwischen Subjekt und Objekt, zwischen Teil und Ganzem kennt.

In yogischer und hinduistischer Tradition taucht diese Vorstellung in Beschreibungen des höchsten Wissens oder der reinen Erkenntnis auf: das Ziel ist nicht nur Wissen über einzelne Dinge, sondern ein unmittelbar erfahrener, ungeteil­ter Schau der Wirklichkeit, in dem die dualistischen Gegensätze aufgehoben sind. Ein praktizierender Yogi strebt mithilfe von Sadhana, Meditation und Unterscheidungsvermögen (Viveka) nicht nur nach intellektuellem Verständnis, sondern nach dieser inneren Vereinigung mit einem umfassenden, nicht-persönlichen Wissen — einem Zustand, in dem Handlung und Erkenntnis eins werden.

In der Meditation kann sich sarvajnanasamayukta als ein Moment zeigen, in dem Gedanken und Beobachter verschwimmen und stattdessen eine weite, klare Präsenz bleibt, die das Entstehen und Vergehen aller Inhalte gleichmütig sieht. In der Yogapraxis heißt das konkret: weniger Grübeln über Technik oder Erfolg, mehr Ausrichtung auf inneres Gewahrsein; die Haltung ist disponiert, offen und zugleich durchlässig für Einsicht. Beispiel: Beim langen Sitzen bemerkt du zuerst einzelne Gedanken oder Körperempfindungen, doch mit anhaltender Achtsamkeit löst sich das Gefühl „Ich beobachte“ immer mehr auf, bis die Aufmerksamkeit selbst zur allumfassenden Erkenntnis wird — in diesem Moment bist du sarvajnanasamayukta nähergekommen.

Siehe auch