Pancalakshana: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Pancalakshana''' ([[Sanskrit]]: pancalakshana ''adj.'') = 5 Kennzeichen (einer Rede, Liste usw.) (vgl. [[Purana|Purāna]]) | |||
Historisch wurden die Pancalakshana oft am Anfang von Lehrsitzungen, | Pancalakṣaṇa ist ein zusammengesetzter Begriff aus dem Sanskrit und bedeutet wörtlich „fünf Kennzeichen“ oder „fünf Merkmale“. Er bezeichnet in der [[buddhistisch]]en und teilweise auch in der [https://www.yoga-vidya.de/ hinduistischen] Überlieferung eine standardisierte Liste von fünf grundlegenden Themen, die beim [[Studium]], bei Lehrreden und in der Rezitation als zentrale Inhaltsordnung dienen. Die fünf Elemente dieser Liste variieren je nach Kontext, doch im buddhistischen Kanon sind die Pancalakshana typischerweise: | ||
* die [[Vergänglichkeit]] aller bedingten Dinge, | |||
* das [[Leiden]] oder die Unzufriedenheit des bedingten Daseins, | |||
* das Nicht-[[Selbst]] oder die Abwesenheit eines dauerhaften, unabhängigen Ichs, | |||
* die Möglichkeit der [[Befreiung]] bzw. das Ende des [[Leiden]]s, und | |||
* der Pfad oder die [[Praxis]], die zur Befreiung führt. | |||
Historisch wurden die Pancalakshana oft am Anfang von Lehrsitzungen, [[Sutra]]s oder Dissertationen angeführt, um die Lehrabsicht in fünf klaren Punkten zusammenzufassen und so Zuhörer oder [[Schüler]] auf die wichtigsten Einsichten vorzubereiten. Durch diese kompakte Gliederung wird einerseits die philosophische Stoßrichtung deutlich — etwa die Betonung der Vergänglichkeit und der Notwendigkeit praxisbezogener Befreiung —, andererseits dient die Reihe als [[Gedächtnis]]stütze für die systematische Darstellung komplexer [[Lehre]]n. In späteren [[Kommentar]]en und verschiedenen buddhistischen Schulen können die genaue Formulierung, Betonung und Übersetzung der einzelnen Kennzeichen leicht variieren, doch die grundlegende Funktion als fünfgliedrige Orientierung bleibt erhalten. | |||
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Aktuelle Version vom 16. Januar 2026, 00:24 Uhr
Pancalakshana (Sanskrit: pancalakshana adj.) = 5 Kennzeichen (einer Rede, Liste usw.) (vgl. Purāna)
Pancalakṣaṇa ist ein zusammengesetzter Begriff aus dem Sanskrit und bedeutet wörtlich „fünf Kennzeichen“ oder „fünf Merkmale“. Er bezeichnet in der buddhistischen und teilweise auch in der hinduistischen Überlieferung eine standardisierte Liste von fünf grundlegenden Themen, die beim Studium, bei Lehrreden und in der Rezitation als zentrale Inhaltsordnung dienen. Die fünf Elemente dieser Liste variieren je nach Kontext, doch im buddhistischen Kanon sind die Pancalakshana typischerweise:
- die Vergänglichkeit aller bedingten Dinge,
- das Leiden oder die Unzufriedenheit des bedingten Daseins,
- das Nicht-Selbst oder die Abwesenheit eines dauerhaften, unabhängigen Ichs,
- die Möglichkeit der Befreiung bzw. das Ende des Leidens, und
- der Pfad oder die Praxis, die zur Befreiung führt.
Historisch wurden die Pancalakshana oft am Anfang von Lehrsitzungen, Sutras oder Dissertationen angeführt, um die Lehrabsicht in fünf klaren Punkten zusammenzufassen und so Zuhörer oder Schüler auf die wichtigsten Einsichten vorzubereiten. Durch diese kompakte Gliederung wird einerseits die philosophische Stoßrichtung deutlich — etwa die Betonung der Vergänglichkeit und der Notwendigkeit praxisbezogener Befreiung —, andererseits dient die Reihe als Gedächtnisstütze für die systematische Darstellung komplexer Lehren. In späteren Kommentaren und verschiedenen buddhistischen Schulen können die genaue Formulierung, Betonung und Übersetzung der einzelnen Kennzeichen leicht variieren, doch die grundlegende Funktion als fünfgliedrige Orientierung bleibt erhalten.