Pativratabhakti: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Pativratabhakti''' ([[Sanskrit]]: pativratabhakti ''f.'') [[Hingabe]], bei der man sich einem Meister weiht;
[[Datei:Heirat hochzeit Hand Ring.JPG|mini|Pativratabhakti]]


'''Pativratabhakti''' ([[Sanskrit]]: pativratabhakti ''f.'') = [[Hingabe]] der Frau an ihren Mann
Pativratabhakti ist ein zusammengesetzter Sanskritbegriff, der sich aus drei Teilen zusammensetzt: pati, vrata und bhakti.
* [[Pati]] bedeutet in der Regel „Ehemann“ oder „[[Herr]]“;
* [[vrata]] bezeichnet ein [[Gelübde]], eine religiöse Verpflichtung oder eine asketische Praxis;
* [[bhakti]] heißt [[Hingabe]], Verehrung oder innige Zuwendung. Wörtlich lässt sich pativratabhakti also als „Hingabe im Zusammenhang mit dem Gelübde gegenüber dem Ehemann“ oder „hingebungsvolle Erfüllung des pativrata“ übersetzen.
Inhaltlich bezeichnet der Ausdruck eine Haltung oder Praxis von Frauen, die ein pativrata eingehen oder aufrechterhalten: das religiöse Gelübde, dem Ehemann gegenüber [[Treue]], [[Fürsorge]], rituelle Pflichten und spirituelle Hingabe zu zeigen. Dieses Gelübde kann verschiedene Formen haben — von alltäglichen Pflichten im Haushalt über bestimmte rituelle Handlungen, Fastenzeiten oder Gebete bis hin zu konkreten Gelübnissen in Zeiten von Krankheit, Reise oder Gefahr des Ehemanns — und ist in vielen traditionellen [https://www.yoga-vidya.de/ hinduistischen] Kontexten stark moralisch und religiös aufgeladen. Pativratabhakti betont dabei nicht nur die soziale Treue, sondern den [[spirituell]]en Wert dieser Treue: durch die konsequente Ausübung des pativrata wird dem Ehemann Glück, langes Leben oder Schutz zugeschrieben, und die Hingabe selbst gilt als verdienstvoller religiöser Akt, der karmische Früchte bringt.
Heute wird pativratabhakti in unterschiedlichen Kontexten verschieden bewertet: in konservativen oder religiös orientierten Kreisen wird es oft als erstrebenswerte [[Tugend]] verstanden, während kritische oder feministische Perspektiven die damit verbundenen [[Rolle]]nerwartungen, [[Geschlecht]]erhierarchien und die Instrumentalisierung religiöser [[Praxis]] zugunsten patriarchaler Normen hinterfragen. Unabhängig von der Bewertung beschreibt der Begriff aber stets das Zusammenspiel von ehelicher Verpflichtung (pativrata) und religiöser Hingabe (bhakti) als zentrales Element weiblicher Frömmigkeit in bestimmten hinduistischen Traditionen.
=Siehe auch=
* [[Bhakti Yoga]]
* [[Ehe]]


[[Kategorie:Glossar]]
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[[Kategorie:Sanskrit]]
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Aktuelle Version vom 3. Februar 2026, 01:59 Uhr

Pativratabhakti

Pativratabhakti (Sanskrit: pativratabhakti f.) = Hingabe der Frau an ihren Mann

Pativratabhakti ist ein zusammengesetzter Sanskritbegriff, der sich aus drei Teilen zusammensetzt: pati, vrata und bhakti.

  • Pati bedeutet in der Regel „Ehemann“ oder „Herr“;
  • vrata bezeichnet ein Gelübde, eine religiöse Verpflichtung oder eine asketische Praxis;
  • bhakti heißt Hingabe, Verehrung oder innige Zuwendung. Wörtlich lässt sich pativratabhakti also als „Hingabe im Zusammenhang mit dem Gelübde gegenüber dem Ehemann“ oder „hingebungsvolle Erfüllung des pativrata“ übersetzen.

Inhaltlich bezeichnet der Ausdruck eine Haltung oder Praxis von Frauen, die ein pativrata eingehen oder aufrechterhalten: das religiöse Gelübde, dem Ehemann gegenüber Treue, Fürsorge, rituelle Pflichten und spirituelle Hingabe zu zeigen. Dieses Gelübde kann verschiedene Formen haben — von alltäglichen Pflichten im Haushalt über bestimmte rituelle Handlungen, Fastenzeiten oder Gebete bis hin zu konkreten Gelübnissen in Zeiten von Krankheit, Reise oder Gefahr des Ehemanns — und ist in vielen traditionellen hinduistischen Kontexten stark moralisch und religiös aufgeladen. Pativratabhakti betont dabei nicht nur die soziale Treue, sondern den spirituellen Wert dieser Treue: durch die konsequente Ausübung des pativrata wird dem Ehemann Glück, langes Leben oder Schutz zugeschrieben, und die Hingabe selbst gilt als verdienstvoller religiöser Akt, der karmische Früchte bringt.

Heute wird pativratabhakti in unterschiedlichen Kontexten verschieden bewertet: in konservativen oder religiös orientierten Kreisen wird es oft als erstrebenswerte Tugend verstanden, während kritische oder feministische Perspektiven die damit verbundenen Rollenerwartungen, Geschlechterhierarchien und die Instrumentalisierung religiöser Praxis zugunsten patriarchaler Normen hinterfragen. Unabhängig von der Bewertung beschreibt der Begriff aber stets das Zusammenspiel von ehelicher Verpflichtung (pativrata) und religiöser Hingabe (bhakti) als zentrales Element weiblicher Frömmigkeit in bestimmten hinduistischen Traditionen.

Siehe auch