Yogini Bali mit Reisgabe und vollständigem Anrufungsvers

Aus Yogawiki

Yogini Bali mit Reisgabe und vollständigem Anrufungsvers beschreibt eine kleine Speisendarbringung an die Yoginis mit dem vollständig ausgeschriebenen Anrufungsvers des Mantramahodadhi.

Blüten werden in einer Puja mit Hingabe dargebracht.

Umfang: Eine Blütengabe, Räucherwerk und Licht, ein vollständiger Anrufungsvers mit Bija-Abschluss, eine Reisgabe und die Geste mit drei Fingern.

Dies ist eine vereinfachte vegetarische Yogini-Bali für den häuslichen Andachtsplatz. Alle hier benötigten Handlungen und Rezitationen sind ausgeschrieben. Die vollständige Vartali-Puja mit ihren weiteren Bali-Gaben wird dadurch nicht ersetzt.

Anlass und spirituelle Ausrichtung

Der Vers ruft die Göttinnen in allen Sphären und heiligen Stätten an und bittet um Schutz. Die Andacht kann als eigener Abschluss nach einer Göttinnen-Puja stehen. Sie verbindet eine konkrete Gabe mit der Anerkennung göttlicher Gegenwart über den sichtbaren Andachtsplatz hinaus.

Voraussetzungen und Material

Für Menschen mit Erfahrung in Puja und in der überlieferten Yogini-Verehrung. Die eigene Unterweisung bildet den Praxisrahmen. Der gesamte hier vorgesehene Rezitationstext steht in Schritt 5.

Ein Esslöffel gekochter Reis, eine kleine Gabenschale, eine Blüte, eine kleine Ghee- oder Öllampe mit Docht, wenig Räucherwerk mit Halter, Streichhölzer sowie Wasser zum Reinigen. Plane etwa zehn bis fünfzehn Minuten ein.

Verwandte Ritualanleitungen sind Devi Annahmegebet mit fünf einfachen Gaben und Rituelles Aufräumen nach der Devi Puja.

1. Den Platz und die Reisgabe vorbereiten

Wasche die Hände. Gib einen Esslöffel frisch gekochten, abgekühlten Reis ohne zusätzliche Sauce in eine kleine Gabenschale. Stelle ein Glas Wasser zum späteren Reinigen bereit; dieses Wasser wird nicht mit einer eigenen Formel geweiht. Platziere die Lampe auf einer feuerfesten Unterlage und das Räucherwerk in einem standsicheren Halter. Lege eine Blüte neben die Schale. Die Wahl dieser kleinen vegetarischen Speisengabe ist die hier verwendete praktische Ausführung.

2. Die Yoginis in allen Räumen vergegenwärtigen

Setze dich aufrecht hin. Vergegenwärtige die Yoginis in den im folgenden Vers genannten Sphären und heiligen Orten. Benenne still den Zweck der Darbringung: Dankbarkeit, ehrfürchtige Hinwendung und die Bitte um Schutz. Lege die Blüte ohne zusätzliche Rezitation neben die Reisschale.

3. Räucherwerk und Licht darbringen

Entzünde die Lampe und das Räucherwerk. Hebe den Räucherhalter, wenn er sicher angefasst werden kann, einmal kurz in Richtung des Andachtsplatzes und stelle ihn wieder ab. Halte anschließend beide Hände einen Augenblick geöffnet vor die Lampe. Die Gaben bleiben stehen; du musst die brennende Lampe nicht tragen. Für diese schlichte Darbringung ist keine zusätzliche Sanskritformel vorgesehen.

Yoga-Vidya-Video einer Puja mit Sukadev. Das Video vertieft die Haltung der Praxis; die konkrete Ritualfolge steht in dieser Anleitung.

4. Die Speisengabe und die Geste vorbereiten

Halte die Reisschale mit der linken Hand sicher auf Herzhöhe. Führe Daumen, Mittel- und Ringfinger der rechten Hand zusammen und richte die Fingerspitzen zur Gabe. Zeige- und kleiner Finger bleiben locker. Falls die Schale mit einer Hand nicht sicher zu halten ist, lass sie auf dem Andachtsplatz stehen und zeige die Geste davor. Die Quelle nennt für die Yogini-Bali-Geste diese drei Finger; rechte Hand, Zusammenführen und Halten während der Rezitation beschreiben die hier gewählte schlichte praktische Ausführung.

5. Die Speisengabe mit dem vollständigen Mantra darbringen

Sprich den folgenden Vers und anschließend den Formelabschluss genau einmal. Halte dabei die in Schritt 4 beschriebene Geste, ohne die Finger anzuspannen. Setze nach dem letzten Wort Svaha die Schale ab, sofern du sie gehalten hast, und löse die Geste. Die Gabe bleibt den Yoginis gewidmet auf dem Andachtsplatz stehen.

ūrdhvabrahmāṇḍato vā divi gaganatale bhūtale niṣkale vā |
pātāle vātale vā salilapavanayor yatra kutra sthitā vā |
kṣetre pīṭhopapīṭhādiṣu ca kṛtapadā dhūpadīpādikena |
prītā devyaḥ sadā naḥ śubhabalividhinā pāntu vīrendravandyāḥ ||
yāṃ yoginībhyaḥ svāhā

Die Göttinnen mögen uns stets schützen, die von den vorzüglichen Helden verehrt werden: Ob oberhalb des Welteis, im Himmel, in der Weite des Luftraums, auf der Erde oder im ungeteilten Bereich, ob in Patala oder Atala, in Wasser oder Wind, wo immer sie wohnen; ob sie ihren Ort in heiligen Bezirken, Pithas oder Upapithas und anderen Stätten genommen haben – erfreut durch Räucherwerk, Licht und weitere Gaben sowie durch das heilvolle Darbringungsritual. Yam (IAST yāṃ, mit langem ā): der überlieferte Keimlaut. Den Yoginis: Svaha, diese Darbringung sei ihnen geweiht.

6. In Dankbarkeit verweilen und abschließen

Falte die Hände und neige den Kopf. Verweile eine Minute still. Beende dann die Andacht bewusst. Lasse Lampe und Räucherwerk nur beaufsichtigt weiterbrennen und lösche sie, bevor du den Platz verlässt. Räume die gewidmete Bali-Gabe nach der Nachruhe sauber ab. In dieser häuslichen Fassung wird sie nicht wieder zur gewöhnlichen Mahlzeit gegeben; nimm den Reis in den Bioabfall oder, wo geeignet, auf den Kompost. Reinige Schale und Andachtsplatz. Diese Handhabung ist eine praktische Festlegung dieser vereinfachten Fassung.

Vollständige Rezitationstexte in IAST

Die folgenden drei Abschnitte sammeln alle in dieser Anleitung verwendeten Rezitationstexte in ihrer Reihenfolge. Sie dienen dem Nachlesen; nach dem Ritualabschluss folgt daraus keine weitere Rezitation. Jeder der aufgeführten Texte wird im Ablauf einmal gesprochen. Der Umfang entspricht dieser einzelnen Anleitung, nicht dem gesamten Quellenwerk.

Anrufungsvers und Formelabschluss
ūrdhvabrahmāṇḍato vā divi gaganatale bhūtale niṣkale vā |
pātāle vātale vā salilapavanayor yatra kutra sthitā vā |
kṣetre pīṭhopapīṭhādiṣu ca kṛtapadā dhūpadīpādikena |
prītā devyaḥ sadā naḥ śubhabalividhinā pāntu vīrendravandyāḥ ||
yāṃ yoginībhyaḥ svāhā

Vollständige Rezitationstexte in Devanagari

Anrufungsvers und Formelabschluss
ऊर्ध्वब्रह्माण्डतो वा दिवि गगनतले भूतले निष्कले वा ।
पाताले वातले वा सलिलपवनयोर् यत्र कुत्र स्थिता वा ।
क्षेत्रे पीठोपपीठादिषु च कृतपदा धूपदीपादिकेन ।
प्रीता देव्यः सदा नः शुभबलिविधिना पान्तु वीरेन्द्रवन्द्याः ॥
यां योगिनीभ्यः स्वाहा

Vollständige deutsche Übersetzung der Rezitationstexte

Anrufungsvers und Formelabschluss
Die Göttinnen mögen uns stets schützen, die von den vorzüglichen Helden verehrt werden: Ob oberhalb des Welteis, im Himmel, in der Weite des Luftraums, auf der Erde oder im ungeteilten Bereich, ob in Patala oder Atala, in Wasser oder Wind, wo immer sie wohnen; ob sie ihren Ort in heiligen Bezirken, Pithas oder Upapithas und anderen Stätten genommen haben – erfreut durch Räucherwerk, Licht und weitere Gaben sowie durch das heilvolle Darbringungsritual. Yam (IAST yāṃ, mit langem ā): der überlieferte Keimlaut. Den Yoginis: Svaha, diese Darbringung sei ihnen geweiht.

Siehe auch

Quellen und redaktionelle Hinweise

Mantramahodadhi von Mahidhara, Sanskrit-IAST-Projektfassung mit gesondert gekennzeichneten Erläuterungen aus der Naukā. 10.92 und 10.97–104. Vers 10.98 ist der vollständige poetische Anrufungsteil; 10.99 gibt ausdrücklich den Abschluss yāṃ yoginībhyaḥ svāhā an. Die Lesung vātale wird als vā + atale verstanden. Der ungeteilte Bereich übersetzt niṣkale. Vers 10.104 nennt Ringfinger, Mittelfinger und Daumen für die Geste. Die kleine Reisgabe, die genaue Handhabung von Licht und Räucherwerk und der zeitliche Ablauf sind ein redaktioneller Vollzugsrahmen. Diese eigenständige Yogini-Bali ersetzt nicht die gesamte Vartali-Puja oder die übrigen Bali-Gaben ihres Abschlusses. Die Devanagari-Fassung wurde aus der hier verwendeten IAST-Fassung transliteriert und durch Rückübertragung geprüft; sie ist kein unabhängig überlieferter Textzeuge.

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