Vasudeva Japa mit fünfgliedrigem Nyasa
Vasudeva Japa mit fünfgliedrigem Nyasa verehrt Vasudeva mit dem zwölfsilbigen Mantra und einem fünfgliedrigen Nyasa. Der Ablauf führt von der Weihe der Hände zur stillen Betrachtung Vishnus und zur gesammelten Rezitation.

Umfang: Fünf Hand- und fünf Körperformeln, Dhyana und 108 Wiederholungen des Vasudeva-Mantras.
Anlass, Voraussetzungen und Material
Für Praktizierende, die in diesen Mantra und die hier beschriebene Nyasa-Form unterwiesen sind. Die persönliche Diksha und die Anleitung des Guru bleiben maßgeblich. Benötigt werden ein sauberer Sitz, eine Mala oder andere Zählhilfe und etwa 15 bis 25 Minuten. Ein Bild der verehrten Gottheit kann die Sammlung unterstützen.
Das Narayana Sukta ergänzt die Betrachtung Vishnus durch ein Lob des allgegenwärtigen Göttlichen. Verwandte äußere Verehrungsformen beschreiben die Krishna Puja und die Panchayatana Puja. Der hier beschriebene Ablauf ist in sich vollständig ausgeschrieben.
1. Vorbereitung und Absicht
Wasche die Hände und setze dich aufrecht und bequem. Vergegenwärtige Vasudeva und widme die Sitzung der Hingabe und geistigen Sammlung.
2. Seher, Versmaß und Gottheit
Berühre die genannte Stelle und sprich die jeweilige Formel einmal.
| Stelle | Formel | Bedeutung |
|---|---|---|
| Scheitel | prajāpataye ṛṣaye namaḥ | Verehrung Prajapati, dem Seher. |
| Mundbereich | gāyatrīcchandase namaḥ | Verehrung dem Versmaß Gayatri. |
| Herzraum | vāsudevāya devatāyai namaḥ | Verehrung Vasudeva, der Gottheit dieses Mantras. |
3. Den Nyasa ausführen
Sprich jede Tabellenzeile einmal vollständig und führe die zugehörige Berührung aus. Die Schlusswörter sind rituelle Ausdrücke; ihre Funktionen sind in der letzten Spalte erläutert.
Handweihung
Berühre das genannte Fingerpaar nacheinander an beiden Händen und rezitiere die Formel einmal für das Paar.
| Handlung | Vollständige Formel | Bedeutung |
|---|---|---|
| Beide Daumen | oṃ aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ | Om, der heilige Laut. Den beiden Daumen: Verehrung. |
| Beide Zeigefinger | namas tarjanībhyāṃ svāhā | Verehrung. Den beiden Zeigefingern: Darbringung. |
| Beide Mittelfinger | bhagavate madhyamābhyāṃ vaṣaṭ | Dem Erhabenen. Den beiden Mittelfingern: rituelle Bekräftigung. |
| Beide Ringfinger | vāsudevāya anāmikābhyāṃ huṃ | Dem Vasudeva. Den beiden Ringfingern: Schutzbekräftigung. |
| Beide kleinen Finger | oṃ namo bhagavate vāsudevāya kaniṣṭhābhyāṃ phaṭ | Om. Verehrung dem erhabenen Vasudeva. Den beiden kleinen Fingern: Abgrenzung. |
Körperweihung
Berühre die Körperstellen mit der rechten Hand. Für die schützende Hülle lege beide Hände bei gekreuzten Armen auf die Schultern. Das Astra wird mit einer ruhigen Bewegung der Hand nach außen verbunden. Diese Bewegungshinweise konkretisieren den Vollzug.
| Handlung | Vollständige Formel | Bedeutung |
|---|---|---|
| Herzraum | oṃ hṛdayāya namaḥ | Om, der heilige Laut. Dem Herzen: Verehrung. |
| Scheitel | namaḥ śirase svāhā | Verehrung. Dem Haupt: Darbringung. |
| Hinterer Scheitel, Shikha-Stelle | bhagavate śikhāyai vaṣaṭ | Dem Erhabenen. Der Shikha: rituelle Bekräftigung. |
| Hände bei gekreuzten Armen auf die gegenüberliegenden Schultern | vāsudevāya kavacāya huṃ | Dem Vasudeva. Der schützenden Hülle: Schutzbekräftigung. |
| Eine ruhige Handbewegung nach außen | oṃ namo bhagavate vāsudevāya astrāya phaṭ | Om. Verehrung dem erhabenen Vasudeva. Der schützenden Kraft: Abgrenzung. |
4. Die göttliche Gestalt betrachten
Lies oder rezitiere den folgenden Dhyana-Vers einmal. Vergegenwärtige danach die beschriebene Gestalt still.
viṣṇuṃ śāradacandrakoṭisadṛśaṃ śaṅkhaṃ rathāṅgaṃ gadām |
ambhojaṃ dadhataṃ sitābjanilayaṃ kāntyā jaganmohanam |
ābaddhāṅgadahārakuṇḍalamahāmauliṃ sphuratkaṅkaṇaṃ |
śrīvatsāṅkam udārakaustubhadharaṃ vande munīndraiḥ stutam ||
Ich verehre Vishnu, den die großen Weisen preisen: Er gleicht dem Glanz unzähliger Herbstmonde, trägt Muschel, Diskus, Keule und Lotus und weilt auf einem weißen Lotus. Seine Schönheit bezaubert die Welt. Armreifen, Kette, Ohrringe, große Krone und leuchtende Handgelenkspangen schmücken ihn; er trägt das Shrivatsa-Zeichen und das herrliche Kaustubha-Juwel.
Stelle dir nacheinander angenehmen Duft, eine Blüte, duftenden Rauch, ein ruhiges Licht und eine Schale vegetarischer Speise vor. Biete jede Gabe im Geist dar. Diese stille Fünferfolge ist die redaktionelle Ausgestaltung der inneren Verehrung; dabei wird keine zusätzliche Formel gesprochen.
5. Die Mantra-Rezitation
Rezitiere die folgende vollständige Formel 108-mal leise oder im Geist:
oṃ namo bhagavate vāsudevāya
Om. Verehrung dem erhabenen Vasudeva.
Eine ganze Formel zählt als eine Wiederholung. Bewege danach eine Zählperle der Mala weiter; die Meru-Perle zählt nicht mit. Bleibe bei natürlichem Atem. Die Zahl 108 begrenzt diese Sitzung und ist kein Ersatz für die größere Purashcharana der Quelle.
6. Die Rezitation darbringen und abschließen
Vergegenwärtige die Frucht deiner Rezitation als Gabe in der rechten Hand des Gottes. Sprich:
guhyātiguhyagoptā tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me deva tvatprasādāt tvayi sthitiḥ ||
Du bist der Hüter des Geheimsten. Nimm unsere Rezitation an. Durch deine Gnade möge mir Vollendung zuteilwerden: das Ruhen in dir.
Lege die Hände vor dem Herzen zusammen, neige den Kopf und verweile still. Lass die bildhafte Betrachtung im Herzen zur Ruhe kommen. Die Sitzung ist beendet.
Vertiefung
Yoga-Vidya-Vortrag zur beständigen Mantrapraxis. Der Beitrag ergänzt die Anleitung; der konkrete Ritualablauf steht oben.
Siehe auch
Seminare
Hinduistische Rituale
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Quellen und redaktionelle Hinweise
Brihat Tantrasara von Kṛṣṇānanda Āgamavāgīśa, IAST-Projektfassung, Teil 1, nach dem elektronischen Text M00013 auf Grundlage des Drucks Calcutta 1896. Die angegebenen Versnummern sind abschnittsinterne Nummern. Vasudeva-Abschnitt, lokale Verse 1–5: Mantra, Seher Prajapati, Gayatri, fünf Hand- und Körperformeln sowie Dhyana. Die zusätzliche Silbenverteilung und der Murtipanjara aus Vers 4 gehören nicht zu dieser Auswahl. Im Dhyana sind „rarthāṅgaṃ“ zu „rathāṅgaṃ“ und die gestörte Lotus-Lesung „sitājanilayaṃ“ zu „sitābjanilayaṃ“ berichtigt. Beide Lesungen werden durch die Parallelstelle in Purashcharanarnava Mantras, Eintrag M0460, achter Taranga, Band II, S. 267, Vers 126, gestützt. Ābaddha („angelegt“) steht bereits in der verwendeten Brihat-Tantrasara-Vorlage und ist keine Konjektur. Die zweite Nyasa-Gruppe erscheint vor śirase als namaḥ, vor tarjanībhyām als namas. Die Fingerformel „namas tarjanībhyāṃ“ wahrt die Sandhiform der Quelle.
Die begrenzte Sitzung mit 108 Wiederholungen ist eine redaktionelle Praxisform. Ihr allgemeiner Rahmen folgt Mantramahodadhi 21.166–170, besonders 21.169; die Japa-Darbringung folgt 22.151–152. Sie ersetzt nicht die größere, im Gottheitenabschnitt beschriebene Purashcharana. Die hier ausgewählten Schritte sind vollständig ausgeschrieben; die äußeren Avarana-Pujas gehören nicht zu dieser inneren Sitzung.