Shambhavayani Vrata – Vishnu mit den Monatssternen und jahreszeitlichen Mahlzeiten verehren

Aus Yogawiki

Beim Shambhavayani Vrata verehren Hausbewohner sieben Jahre lang jeden Monat Vishnu und bewirten Gäste, um Gottesnähe und Wohlergehen für die Familie zu erbitten. Der Termin richtet sich jeweils nach dem Stern, der dem Mondmonat seinen Namen gibt. Vishnu wird dabei als Achyuta, der Unerschütterliche, empfangen; drei jahreszeitliche Speisenfolgen geben der wiederkehrenden Einladung ihre besondere Gestalt. Das Gelübde aus dem Agni Purana verbindet so die Bitte um Beständigkeit mit regelmäßig gelebter Großzügigkeit.

Anlass und Vorbereitung

Das Gelübde beginnt in Kartika beim Nakshatra Krittika. Danach gehören Margashirsha/Mrigashirsha, Pausha/Pushya, Magha/Magha, Phalguna/Phalguni, Chaitra/Chitra, Vaishakha/Vishakha, Jyeshtha/Jyeshtha, Ashadha/Ashadha, Shravana/Shravana, Bhadrapada/Bhadrapada und Ashvina/Ashvini zusammen. Wo ein Sternpaar denselben Namen trägt, lässt der kurze Abschnitt die genaue Unterteilung offen; lege den ortsüblichen Monatstermin daher vor dem Beginn mit dem Panchanga fest. Es geht um einen wiederkehrenden Monatssterntermin, nicht um die tägliche Verehrung aller 27 Sterne.

Die Hausfeier benötigt eine Vishnu-Darstellung, Blüten, Wasser, einen sauberen Speiseplatz und eingeladene Brahmanen, die die Mahlzeit annehmen. In den vier Monaten Kartika bis Magha wird Reis mit Kasara gereicht, einer süßen Getreidezubereitung. Von Phalguna bis Jyeshtha wird Krishara, Reis mit Hülsenfrüchten, dargebracht. Von Ashadha bis Ashvina gibt es Payasa, Milchreis: Milch (bzw. Pflanzenmilch), nach Bedarf Ghee (bzw. Pflanzenöl). Für Kasara eignet sich eine süße Getreidespeise mit Jaggery; ein verbindliches Küchenrezept schreibt das Kapitel nicht aus. Vegane Zutaten sind eine heutige Alternative.

Bad und rituelles Trinken mit Panchagavya werden hier praktisch durch Waschen mit sauberem Wasser und einen Schluck Trinkwasser ersetzt. Diese Anpassung ist von den unveränderten Gebeten zu unterscheiden.

Durchführung

1. Den ersten Termin eröffnen
Wasche dich, richte den Altar und die Speisen her. Sprich beim ersten Termin den überlieferten Sankalpa:

kārttike kṛttikābhe'hni māsanakṣatragaṃ harim |
śāmbhavāyanīyavratakaṃ kariṣye bhuktimuktidam ||

Am Tag des Krittika-Sterns im Kartika werde ich das Shambhavayani-Gelübde ausführen, das Lebensfülle und Befreiung gewährt, und Hari verehren, der im Stern des jeweiligen Monats gegenwärtig ist.

An den späteren Monatsterminen erinnere dich in eigenen Worten an diesen begonnenen siebenjährigen Weg; der Kartika-Beginn wird nicht fälschlich jeden Monat behauptet.

2. Achyuta willkommen heißen
Sprich die Einladung, Avahana:

keśavādimahāmūrtimacyutaṃ sarvadāyakam |
āvāhayāmyahaṃ devamāyurārogyavṛddhidam ||

Ich lade den göttlichen Achyuta ein, dessen große Gestalten Keshava und die weiteren Formen sind, der alles gibt und Leben und Wohlergehen wachsen lässt.

3. Die einfache Namensanrufung wählen
Lege eine Blüte vor Vishnu nieder und sprich:

acyutāya namaḥ

Verehrung dem Unerschütterlichen.

Der Text erlaubt ausdrücklich diese eine Anrufung anstelle der monatlich wechselnden Keshava-Namen. Diese Anleitung bleibt bei ihr.

4. Die jahreszeitliche Speise darbringen
Stelle die für den Viermonatsabschnitt vorgesehene Speise vor Vishnu. Widme sie ihm und bewahre einige Augenblicke stilles Gottesgedenken. Lade anschließend die Gäste ein, an der geweihten Speise teilzuhaben. Achte darauf, die Speisen während der Verehrung als Gabe bereitzuhalten; der Text unterscheidet die noch dargebrachte Speise vom nach der Entlassung zurückbleibenden Nirmalya.

5. Um Beständigkeit bitten
Sprich die drei Schlussgebete:

namo namaste'cyuta me kṣayo'stu pāpasya vṛddhiṃ samupaitu puṇyam |
aiśvaryavittādi sadākṣayaṃ me kṣayaṃ ca mā santatirabhyapaitu ||

Wieder und wieder Verehrung dir, Achyuta. Möge meine Verfehlung schwinden und mein Verdienst wachsen. Mögen Macht, Besitz und meine weiteren Lebensgrundlagen beständig sein; möge meine Nachkommenschaft nicht untergehen.

yathācyutastvaṃ parataḥ parastātsa brahmabhūtaḥ parataḥ parātman |
tathācyutaṃ tvaṃ kuru vāñchitaṃ me mayā kṛtaṃ pāpaharāprameya ||

Wie du, Achyuta, über dem Höchsten stehst, als Brahman gegenwärtig bist, o höchstes Selbst, so mache das von mir Erstrebte beständig, du Tilger der Verfehlung, du Unermesslicher.

acyutānanda govinda prasīda yadabhīpsitam |
akṣayaṃ māmameyātman kuruṣva puruṣottama ||

Achyuta, Ananda, Govinda, sei gnädig hinsichtlich des Ersehnten. Mache mich unvergänglich, du unermessliches Selbst, Purushottama.

6. Gemeinsam essen und entlassen
Empfange am Abend die eigene Mahlzeit aus den dargebrachten Speisen. Danke Vishnu und schließe die Anrufung mit einer Verneigung und einem frei gesprochenen Abschiedsgruß, Visarjana. Die dauerhafte Darstellung bleibt am Altar. Räume die benutzten Gefäße auf und verwende übrige genießbare Speisen zeitnah.

7. Sieben Jahre vollenden
Wiederhole den Monatssterntermin über sieben Jahre. Halte die drei Speisenabschnitte jedes Jahr ein. Am letzten Termin schließe die Reihe mit denselben Gebeten und dem Gastmahl ab; ein darüber hinausgehendes besonderes Feueropfer ist für das Shambhavayani-Gelübde dieses Abschnitts nicht vorgeschrieben.

Sinn und Abschluss

Das Nakshatra macht den Himmel zum Kalender einer verlässlichen Beziehung. Nicht jeder Monat schmeckt gleich, und dennoch kehrt die Verehrung wieder. Diese Wiederkehr kann im Alltag als Bereitschaft weiterleben, Menschen auch jenseits besonderer Festtage Nahrung, Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken.

Rezitationen in Devanagari

Die Reihenfolge entspricht den Gebeten und Anrufungen im Ablauf.

Beginn im Kartika
कार्त्तिके कृत्तिकाभेऽह्नि मासनक्षत्रगं हरिम् ।
शाम्भवायनीयव्रतकं करिष्ये भुक्तिमुक्तिदम् ॥

Einladung
केशवादिमहामूर्तिमच्युतं सर्वदायकम् ।
आवाहयाम्यहं देवमायुरारोग्यवृद्धिदम् ॥

Namensanrufung
अच्युताय नमः

Erstes Schlussgebet
नमो नमस्तेऽच्युत मे क्षयोऽस्तु पापस्य वृद्धिं समुपैतु पुण्यम् ।
ऐश्वर्यवित्तादि सदाक्षयं मे क्षयं च मा सन्ततिरभ्यपैतु ॥

Zweites Schlussgebet
यथाच्युतस्त्वं परतः परस्तात्स ब्रह्मभूतः परतः परात्मन् ।
तथाच्युतं त्वं कुरु वाञ्छितं मे मया कृतं पापहराप्रमेय ॥

Drittes Schlussgebet
अच्युतानन्द गोविन्द प्रसीद यदभीप्सितम् ।
अक्षयं माममेयात्मन् कुरुष्व पुरुषोत्तम ॥

Quellen und Weiteres

Im Sanskrit lautet der Name Śāmbhavāyanīya; die populäre Kurzschreibweise im Titel ist Shambhavayani. Die ausdrücklich zugelassene Achyuta-Anrufung vermeidet eine Ergänzung der nicht ausformulierten Keshava-Namensfolge. Das nach Vers 18 folgende Ananta Nakshatra Vrata gehört nicht zu diesem Gelübde.

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