Shakta Achamana mit den drei Tattvas
Shakta Achamana mit den drei Tattvas ist eine kurze rituelle Wasseraufnahme vor Puja, Japa oder Meditation. Drei Schlucke verbinden die äußere Reinigung mit der Erinnerung an Selbst, Erkenntnis und Shiva.

Umfang: Drei vollständige Achamana-Formeln mit Wasseraufnahme und Abschluss.
Anlass, Voraussetzungen und Material
Geeignet für Menschen, die mit Puja vertraut sind und diese Shakta-Fassung verwenden möchten. Benötigt werden Trinkwasser, ein kleiner Becher oder Löffel und eine Auffangschale. Dauer: etwa drei Minuten.
Dieses Achamana kann eine Devi Puja oder Durga Puja vorbereiten. Weitere Formen der täglichen Göttinnenverehrung erschließt Nityotsava Rituale. Der hier beschriebene Ablauf ist in sich vollständig ausgeschrieben.
1. Wasser und Haltung vorbereiten
Stelle einen kleinen Becher frisches Trinkwasser und eine leere Auffangschale bereit. Wasche die Hände und setze dich ruhig. Verwende nur kleine Wassermengen, die sich bequem schlucken lassen. Vergegenwärtige die Göttin als Bewusstsein und schöpferische Kraft.
2. Drei kleine Schlucke darbringen
Gieße mit der linken Hand aus dem Becher oder gib mit einem Löffel etwas Wasser in die hohle rechte Hand. Trinke nach jeder Formel einen kleinen Schluck vom handflächenseitigen Ansatz des Daumens. Nimm für jede Zeile neues Wasser.
| Reihenfolge | Vollständige Formel | Bedeutung |
|---|---|---|
| Erster Schluck | oṃ ātmatattvāya svāhā | Om. Dem Prinzip des Selbst sei diese Gabe dargebracht. |
| Zweiter Schluck | oṃ vidyātattvāya svāhā | Om. Dem Prinzip der Erkenntnis sei diese Gabe dargebracht. |
| Dritter Schluck | oṃ śivatattvāya svāhā | Om. Dem Shiva-Prinzip sei diese Gabe dargebracht. |
3. Die äußere Handlung vollenden
Spüle die rechte Hand über der Auffangschale ab. Befeuchte die Fingerspitzen und berühre damit leicht die geschlossenen Lippen; reinige anschließend die Hand nochmals. Diese praktischen Reinigungsschritte erfolgen still. Bleibe einen Augenblick gesammelt. Beginne dann deine Puja oder Meditation; wenn das Achamana für sich geübt wurde, beende es mit zusammengelegten Händen.
Sinn der drei Anrufungen
Atman bezeichnet das Selbst; Vidya die erhellende Erkenntnis; Shiva das höchste Bewusstseinsprinzip. Das Trinken wird zu einer bewussten Hinwendung. Die drei Formeln sind genau in dieser Om-Fassung gewählt. Andere Shakta- und Shaiva-Überlieferungen verwenden andere Anfangssilben; sie werden hier nicht miteinander kombiniert.
Vertiefung
Yoga-Vidya-Vortrag über den Ablauf einer Puja; ergänzend zur Einordnung des Achamana als Vorbereitung. Der Beitrag ergänzt die Anleitung; der konkrete Ritualablauf steht oben.
Siehe auch
Seminare
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Quellen und redaktionelle Hinweise
Brihat Tantrasara von Kṛṣṇānanda Āgamavāgīśa, IAST-Projektfassung, Teil 1, nach dem elektronischen Text M00013 auf Grundlage des Drucks Calcutta 1896. Die angegebenen Versnummern sind abschnittsinterne Nummern. Allgemeine Sandhya-Anleitung, unnummerierte Prosa unmittelbar nach lokalem Vers 6: „tatra śaktiviṣaye“. Dort stehen alle drei Om-Formeln vollständig. Das anschließende Handreinigen ist hier praktisch beschrieben; dazu wird kein zusätzlicher Sanskrittext eingeführt.