Rudra Laghunyasa

Aus Yogawiki

Rudra Laghunyasa (Sanskrit: रुद्रलघुन्यासः, IAST: rudralaghunyāsaḥ, m.) – ein Ritus zur Vorbereitung der Shri-Rudram-Rezitation. Beim Nyasa werden Körperstellen mit Mantras berührt und den göttlichen Kräften geweiht. Das Gebet führt immer wieder von Sprache, Sinnen und Atem zum Herzen; so wird der eigene Leib zum Ort der Verehrung Rudras.

Shiva: Die spätere Verehrung verbindet ihn mit dem vedischen Rudra.

Vor der Rezitation des Shri Rudram wird der eigene Körper als Wohnstätte der Devas verehrt. Nyasa bedeutet das bewusste Hinlegen oder Einsetzen der Mantras. Die Berührung des Körpers verbindet sich mit der Vorstellung göttlicher Gegenwart. Die Mitte dieses Textes führt von Sprache, Atem und Sinnen zum Herzen, zum Unsterblichen und zu Brahman. Hier berühren sich die rituelle Verehrung Shivas und die Erkenntnis des Yoga Vedanta. Bei Yoga Vidya können wir diese Worte auch als Vorbereitung auf eine stille Meditation verstehen.

Herkunft und Verwendung

Vedischer Kern: Krishna-Yajurveda, Taittiriya-Brahmana 3.10.8.4–10, Gebetsfolge „agnir me vāci śritaḥ“. Die vollständige Vorbereitung mit Dhyana, Devata-Nyasa, Viniyoga, Kara-Nyasa und Anga-Nyasa gehört zur überlieferten Rudra-Rezitation; Textfolge nach Vedamantramanjari 1.

Der Nyasa verbindet einen vedischen Gebetskern mit überlieferten Vorbereitungen der Rudra-Rezitation. Die Meditation, die rituelle Zweckangabe und die Berührungsformeln bleiben Teil der Ausgabe; nicht jede dieser Formeln hat denselben literarischen Ursprung.

Vollständiger Sanskrittext in IAST

oṃ athātmānaṃ śivātmānaṃ śrīrudrarūpaṃ dhyāyet ||

śuddhasphaṭikasaṃkāśaṃ trinetraṃ pañcavaktrakam |
gaṅgādharaṃ daśabhujaṃ sarvābharaṇabhūṣitam ||

nīlagrīvaṃ śaśāṅkāṅkaṃ nāgayajñopavītinam |
vyāghracarmottarīyaṃ ca vareṇyamabhayapradam ||

kamaṇḍalvakṣasūtrāṇāṃ dhāriṇaṃ śūlapāṇinam |
jvalantaṃ piṅgalajaṭāśikhāmudyotadhāriṇam ||

vṛṣaskandhasamārūḍham umādehārdhadhāriṇam |
amṛtenāplutaṃ śāntaṃ divyabhogasamanvitam ||

digdevatāsamāyuktaṃ surāsuranamaskṛtam |
nityaṃ ca śāśvataṃ śuddhaṃ dhruvamakṣaramavyayam ||

sarvavyāpinamīśānaṃ rudraṃ vai viśvarūpiṇam |
evaṃ dhyātvā dvijaḥ samyak tato yajanamārabhet ||

oṃ prajanane brahmā tiṣṭhatu |
pādayorviṣṇustiṣṭhatu |
hastayorharastiṣṭhatu |
bāhvorindrastiṣṭhatu |
jaṭhare'gnistiṣṭhatu |
hṛdaye śivastiṣṭhatu |
kaṇṭhe vasavastiṣṭhantu |
vaktre sarasvatī tiṣṭhatu |
nāsikayorvāyustiṣṭhatu |
nayanayoścandrādityau tiṣṭhetām |
karṇayoraśvinau tiṣṭhetām |
lalāṭe rudrāstiṣṭhantu |
mūrdhnyādityāstiṣṭhantu |
śirasi mahādevastiṣṭhatu |
śikhāyāṃ vāmadevastiṣṭhatu |
pṛṣṭhe pinākī tiṣṭhatu |
purataḥ śūlī tiṣṭhatu |
pārśvayoḥ śivāśaṅkarau tiṣṭhetām |
sarvato vāyustiṣṭhatu |
tato bahiḥ sarvato'gnirjvālāmālāparivṛtastiṣṭhatu |
sarveṣvaṅgeṣu sarvā devatā yathāsthānaṃ tiṣṭhantu |
māṃ rakṣantu |
sarvān mahājanān rakṣantu ||

oṃ agnirme vāci śritaḥ |
vāg hṛdaye |
hṛdayaṃ mayi |
ahamamṛte |
amṛtaṃ brahmaṇi |
vāyurme prāṇe śritaḥ |
prāṇo hṛdaye |
hṛdayaṃ mayi |
ahamamṛte |
amṛtaṃ brahmaṇi |
sūryo me cakṣuṣi śritaḥ |
cakṣurhṛdaye |
hṛdayaṃ mayi |
ahamamṛte |
amṛtaṃ brahmaṇi |
candramā me manasi śritaḥ |
mano hṛdaye |
hṛdayaṃ mayi |
ahamamṛte |
amṛtaṃ brahmaṇi |
diśo me śrotre śritāḥ |
śrotraṃ hṛdaye |
hṛdayaṃ mayi |
ahamamṛte |
amṛtaṃ brahmaṇi |
āpo me retasi śritāḥ |
reto hṛdaye |
hṛdayaṃ mayi |
ahamamṛte |
amṛtaṃ brahmaṇi |
pṛthivī me śarīre śritā |
śarīraṃ hṛdaye |
hṛdayaṃ mayi |
ahamamṛte |
amṛtaṃ brahmaṇi |
oṣadhivanaspatayo me lomasu śritāḥ |
lomāni hṛdaye |
hṛdayaṃ mayi |
ahamamṛte |
amṛtaṃ brahmaṇi |
indro me bale śritaḥ |
balaṃ hṛdaye |
hṛdayaṃ mayi |
ahamamṛte |
amṛtaṃ brahmaṇi |
parjanyo me mūrdhni śritaḥ |
mūrdhā hṛdaye |
hṛdayaṃ mayi |
ahamamṛte |
amṛtaṃ brahmaṇi |
īśāno me manyau śritaḥ |
manyurhṛdaye |
hṛdayaṃ mayi |
ahamamṛte |
amṛtaṃ brahmaṇi |
ātmā ma ātmani śritaḥ |
ātmā hṛdaye |
hṛdayaṃ mayi |
ahamamṛte |
amṛtaṃ brahmaṇi |
punarma ātmā punarāyurāgāt |
punaḥ prāṇaḥ punarākūtamāgāt |
vaiśvānaro raśmibhirvāvṛdhānaḥ |
antastiṣṭhatvamṛtasya gopāḥ ||

asya śrī rudrādhyāya praśna mahāmantrasya aghora ṛṣiḥ, anuṣṭup chandaḥ, saṅkarṣaṇamūrtisvarūpo yo'sāvādityaḥ paramapuruṣaḥ sa eṣa rudro devatā |
namaḥ śivāyeti bījam |
śivatarāyeti śaktiḥ |
mahādevāyeti kīlakam |
śrī sāmbasadāśiva prasādasiddhyarthe jape viniyogaḥ ||

oṃ agnihotrātmane aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
darśapūrṇamāsātmane tarjanībhyāṃ namaḥ |
cāturmāsyātmane madhyamābhyāṃ namaḥ |
nirūḍhapaśubandhātmane anāmikābhyāṃ namaḥ |
jyotiṣṭomātmane kaniṣṭhikābhyāṃ namaḥ |
sarvakratvātmane karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ namaḥ |
agnihotrātmane hṛdayāya namaḥ |
darśapūrṇamāsātmane śirase svāhā |
cāturmāsyātmane śikhāyai vaṣaṭ |
nirūḍhapaśubandhātmane kavacāya hum |
jyotiṣṭomātmane netratrayāya vauṣaṭ |
sarvakratvātmane astrāya phaṭ |
bhūrbhuvassuvaromiti digbandhaḥ |

Vollständige deutsche Übersetzung

Die Meditation auf Rudra

Om. Nun meditiere man über sich selbst als Shiva, in der Gestalt Shri Rudras.

Er leuchtet wie reiner Kristall, hat drei Augen und fünf Antlitze. Er trägt Ganga und hat zehn Arme; aller Schmuck ziert ihn. Sein Hals ist blau, die Mondsichel ist sein Zeichen, eine Schlange seine heilige Schnur. Ein Tigerfell liegt um seine Schultern. Er ist der Verehrungswürdige, der Furchtlosigkeit schenkt.

Er trägt Wassergefäß und Gebetskette, hält den Dreizack in der Hand. Er flammt auf; sein rötlichgoldenes, aufgetürmtes Haar verbreitet Licht. Er sitzt auf dem Rücken des Stieres. Uma bildet die Hälfte seines Leibes. Von Amrita überströmt, ruht er in Frieden, erfüllt von göttlicher Freude.

Die Gottheiten der Himmelsrichtungen umgeben ihn; Devas und Asuras verneigen sich vor ihm. Er ist ewig, immerwährend, rein, fest gegründet, unvergänglich und unerschöpflich. Er ist Ishana, der alles durchdringt, Rudra, dessen Gestalt die ganze Welt ist.

Nachdem der Zweimalgeborene so gesammelt meditiert hat, beginne er die Verehrung.

Die Devas im Körper

Om. Brahma wohne in der Zeugungskraft. Vishnu wohne in den Füßen. Hara wohne in den Händen. Indra wohne in den Armen. Agni wohne im Bauch. Shiva wohne im Herzen. Die Vasus mögen im Hals wohnen. Sarasvati wohne im Mund. Vayu wohne in den Nasenöffnungen. Chandra und Aditya mögen in den Augen wohnen. Die beiden Ashvins mögen in den Ohren wohnen.

Die Rudras mögen in der Stirn wohnen, die Adityas auf dem Scheitel. Mahadeva wohne auf dem Haupt, Vamadeva im Haarschopf. Pinaki, der Träger des Bogens, stehe hinter mir; Shuli, der Träger des Dreizacks, vor mir. Shiva, die Göttin, und Shankara mögen zu meinen Seiten stehen. Vayu sei rings um mich. Darüber hinaus umgebe mich Agni von allen Seiten mit einem Kranz aus Flammen.

In allen meinen Gliedern mögen sämtliche Devas an ihrem jeweiligen Ort wohnen. Sie mögen mich schützen. Sie mögen alle ehrwürdigen Menschen schützen.

Alles ruht in Brahman

Om.

Agni ruht in meiner Sprache. Die Sprache ruht im Herzen. Das Herz ruht in mir. Ich ruhe im Unsterblichen. Das Unsterbliche ruht in Brahman.

Vayu ruht in meinem Prana. Prana ruht im Herzen. Das Herz ruht in mir. Ich ruhe im Unsterblichen. Das Unsterbliche ruht in Brahman.

Surya ruht in meinem Auge. Das Auge ruht im Herzen. Das Herz ruht in mir. Ich ruhe im Unsterblichen. Das Unsterbliche ruht in Brahman.

Chandra ruht in meinem Geist. Der Geist ruht im Herzen. Das Herz ruht in mir. Ich ruhe im Unsterblichen. Das Unsterbliche ruht in Brahman.

Die Himmelsrichtungen ruhen in meinem Gehör. Das Gehör ruht im Herzen. Das Herz ruht in mir. Ich ruhe im Unsterblichen. Das Unsterbliche ruht in Brahman.

Die Wasser ruhen in meiner Zeugungskraft. Die Zeugungskraft ruht im Herzen. Das Herz ruht in mir. Ich ruhe im Unsterblichen. Das Unsterbliche ruht in Brahman.

Die Erde ruht in meinem Körper. Der Körper ruht im Herzen. Das Herz ruht in mir. Ich ruhe im Unsterblichen. Das Unsterbliche ruht in Brahman.

Kräuter und Bäume ruhen in meinen Körperhaaren. Die Körperhaare ruhen im Herzen. Das Herz ruht in mir. Ich ruhe im Unsterblichen. Das Unsterbliche ruht in Brahman.

Indra ruht in meiner Kraft. Die Kraft ruht im Herzen. Das Herz ruht in mir. Ich ruhe im Unsterblichen. Das Unsterbliche ruht in Brahman.

Parjanya ruht auf meinem Scheitel. Der Scheitel ruht im Herzen. Das Herz ruht in mir. Ich ruhe im Unsterblichen. Das Unsterbliche ruht in Brahman.

Ishana ruht in meiner Willens- und Zorneskraft. Diese Kraft ruht im Herzen. Das Herz ruht in mir. Ich ruhe im Unsterblichen. Das Unsterbliche ruht in Brahman.

Atman ruht in meinem Selbst. Das Selbst ruht im Herzen. Das Herz ruht in mir. Ich ruhe im Unsterblichen. Das Unsterbliche ruht in Brahman.

Möge mein Selbst wieder zu mir kommen, möge mein Leben wiederkehren. Möge Prana wiederkehren, möge meine Entschlusskraft wiederkehren. Vaishvanara, mit seinen Strahlen wachsend, bleibe in mir als Hüter des Unsterblichen.

Widmung und Nyasa der Hände und Glieder

Der Rishi dieses großen Mantras des Rudradhyaya ist Aghora; sein Chandas ist Anushtubh. Seine Devata ist Rudra: jener Aditya, der höchste Purusha, dessen Gestalt Sankarshana ist. „Namah Shivaya“ ist sein Bija, „Shivataraya“ seine Shakti, „Mahadevaya“ sein Kilaka. Dieser Japa geschieht, um die Gnade Shri Samba Sadashivas zu erlangen.

Om. Dem, dessen Wesen das Agnihotra ist: Verehrung mit beiden Daumen. Dem, dessen Wesen die Opfer bei Neu- und Vollmond sind: Verehrung mit beiden Zeigefingern. Dem, dessen Wesen die Chaturmasya-Opfer sind: Verehrung mit beiden Mittelfingern. Dem, dessen Wesen der Nirudha-Pashubandha ist: Verehrung mit beiden Ringfingern. Dem, dessen Wesen der Jyotishtoma ist: Verehrung mit beiden kleinen Fingern. Dem, dessen Wesen alle Opferhandlungen sind: Verehrung mit beiden Handflächen und Handrücken.

Dem, dessen Wesen das Agnihotra ist: Verehrung dem Herzen. Dem, dessen Wesen die Opfer bei Neu- und Vollmond sind: Svaha dem Haupt. Dem, dessen Wesen die Chaturmasya-Opfer sind: Vashat dem Haarschopf. Dem, dessen Wesen der Nirudha-Pashubandha ist: Hum der schützenden Hülle. Dem, dessen Wesen der Jyotishtoma ist: Vaushat den drei Augen. Dem, dessen Wesen alle Opferhandlungen sind: Phat der schützenden Waffe. Mit „Bhur Bhuvah Suvar Om“ werden die Himmelsrichtungen geschützt.

Vollständiger Sanskrittext in Devanagari

ॐ अथात्मानं शिवात्मानं श्रीरुद्ररूपं ध्यायेत् ॥

शुद्धस्फटिकसंकाशं त्रिनेत्रं पञ्चवक्त्रकम् ।
गङ्गाधरं दशभुजं सर्वाभरणभूषितम् ॥

नीलग्रीवं शशाङ्काङ्कं नागयज्ञोपवीतिनम् ।
व्याघ्रचर्मोत्तरीयं च वरेण्यमभयप्रदम् ॥

कमण्डल्वक्षसूत्राणां धारिणं शूलपाणिनम् ।
ज्वलन्तं पिङ्गलजटाशिखामुद्योतधारिणम् ॥

वृषस्कन्धसमारूढम् उमादेहार्धधारिणम् ।
अमृतेनाप्लुतं शान्तं दिव्यभोगसमन्वितम् ॥

दिग्देवतासमायुक्तं सुरासुरनमस्कृतम् ।
नित्यं च शाश्वतं शुद्धं ध्रुवमक्षरमव्ययम् ॥

सर्वव्यापिनमीशानं रुद्रं वै विश्वरूपिणम् ।
एवं ध्यात्वा द्विजः सम्यक् ततो यजनमारभेत् ॥

ॐ प्रजनने ब्रह्मा तिष्ठतु ।
पादयोर्विष्णुस्तिष्ठतु ।
हस्तयोर्हरस्तिष्ठतु ।
बाह्वोरिन्द्रस्तिष्ठतु ।
जठरेऽग्निस्तिष्ठतु ।
हृदये शिवस्तिष्ठतु ।
कण्ठे वसवस्तिष्ठन्तु ।
वक्त्रे सरस्वती तिष्ठतु ।
नासिकयोर्वायुस्तिष्ठतु ।
नयनयोश्चन्द्रादित्यौ तिष्ठेताम् ।
कर्णयोरश्विनौ तिष्ठेताम् ।
ललाटे रुद्रास्तिष्ठन्तु ।
मूर्ध्न्यादित्यास्तिष्ठन्तु ।
शिरसि महादेवस्तिष्ठतु ।
शिखायां वामदेवस्तिष्ठतु ।
पृष्ठे पिनाकी तिष्ठतु ।
पुरतः शूली तिष्ठतु ।
पार्श्वयोः शिवाशङ्करौ तिष्ठेताम् ।
सर्वतो वायुस्तिष्ठतु ।
ततो बहिः सर्वतोऽग्निर्ज्वालामालापरिवृतस्तिष्ठतु ।
सर्वेष्वङ्गेषु सर्वा देवता यथास्थानं तिष्ठन्तु ।
मां रक्षन्तु ।
सर्वान् महाजनान् रक्षन्तु ॥

ॐ अग्निर्मे वाचि श्रितः ।
वाग् हृदये ।
हृदयं मयि ।
अहममृते ।
अमृतं ब्रह्मणि ।
वायुर्मे प्राणे श्रितः ।
प्राणो हृदये ।
हृदयं मयि ।
अहममृते ।
अमृतं ब्रह्मणि ।
सूर्यो मे चक्षुषि श्रितः ।
चक्षुर्हृदये ।
हृदयं मयि ।
अहममृते ।
अमृतं ब्रह्मणि ।
चन्द्रमा मे मनसि श्रितः ।
मनो हृदये ।
हृदयं मयि ।
अहममृते ।
अमृतं ब्रह्मणि ।
दिशो मे श्रोत्रे श्रिताः ।
श्रोत्रं हृदये ।
हृदयं मयि ।
अहममृते ।
अमृतं ब्रह्मणि ।
आपो मे रेतसि श्रिताः ।
रेतो हृदये ।
हृदयं मयि ।
अहममृते ।
अमृतं ब्रह्मणि ।
पृथिवी मे शरीरे श्रिता ।
शरीरं हृदये ।
हृदयं मयि ।
अहममृते ।
अमृतं ब्रह्मणि ।
ओषधिवनस्पतयो मे लोमसु श्रिताः ।
लोमानि हृदये ।
हृदयं मयि ।
अहममृते ।
अमृतं ब्रह्मणि ।
इन्द्रो मे बले श्रितः ।
बलं हृदये ।
हृदयं मयि ।
अहममृते ।
अमृतं ब्रह्मणि ।
पर्जन्यो मे मूर्ध्नि श्रितः ।
मूर्धा हृदये ।
हृदयं मयि ।
अहममृते ।
अमृतं ब्रह्मणि ।
ईशानो मे मन्यौ श्रितः ।
मन्युर्हृदये ।
हृदयं मयि ।
अहममृते ।
अमृतं ब्रह्मणि ।
आत्मा म आत्मनि श्रितः ।
आत्मा हृदये ।
हृदयं मयि ।
अहममृते ।
अमृतं ब्रह्मणि ।
पुनर्म आत्मा पुनरायुरागात् ।
पुनः प्राणः पुनराकूतमागात् ।
वैश्वानरो रश्मिभिर्वावृधानः ।
अन्तस्तिष्ठत्वमृतस्य गोपाः ॥

अस्य श्री रुद्राध्याय प्रश्न महामन्त्रस्य अघोर ऋषिः, अनुष्टुप् छन्दः, सङ्कर्षणमूर्तिस्वरूपो योऽसावादित्यः परमपुरुषः स एष रुद्रो देवता ।
नमः शिवायेति बीजम् ।
शिवतरायेति शक्तिः ।
महादेवायेति कीलकम् ।
श्री साम्बसदाशिव प्रसादसिद्ध्यर्थे जपे विनियोगः ॥

ॐ अग्निहोत्रात्मने अङ्गुष्ठाभ्यां नमः ।
दर्शपूर्णमासात्मने तर्जनीभ्यां नमः ।
चातुर्मास्यात्मने मध्यमाभ्यां नमः ।
निरूढपशुबन्धात्मने अनामिकाभ्यां नमः ।
ज्योतिष्टोमात्मने कनिष्ठिकाभ्यां नमः ।
सर्वक्रत्वात्मने करतलकरपृष्ठाभ्यां नमः ।
अग्निहोत्रात्मने हृदयाय नमः ।
दर्शपूर्णमासात्मने शिरसे स्वाहा ।
चातुर्मास्यात्मने शिखायै वषट् ।
निरूढपशुबन्धात्मने कवचाय हुम् ।
ज्योतिष्टोमात्मने नेत्रत्रयाय वौषट् ।
सर्वक्रत्वात्मने अस्त्राय फट् ।
भूर्भुवस्सुवरोमिति दिग्बन्धः ।

Vertiefende Erläuterungen

Rigveda-Handschrift: Bildbeispiel vedischer Textüberlieferung; ein Beispiel für die handschriftliche Überlieferung.

Die Meditation auf Rudra

Die Gestalt ist reich an Bildern, und jedes Bild kann die Meditation vertiefen. Der klare Kristall erinnert an Reinheit, der Mond an Kühle und Frieden, Ganga an den Strom des Segens. Uma in Shivas Leib macht die Einheit von Bewusstsein und Shakti sichtbar. Der Text fordert dazu auf, sich selbst in dieser göttlichen Gestalt zu schauen. „Zweimalgeborener“ bezeichnet im ursprünglichen Ritual den durch die vedische Einweihung aufgenommenen Menschen. Für unsere Meditation nehmen wir vor allem die Einladung auf, den eigenen Körper mit Ehrfurcht wahrzunehmen.

Die Devas im Körper

Die Hände können helfen, die Füße können uns zu einem Menschen in Not tragen, die Sprache kann trösten. Durch den Nyasa widmen wir diese Fähigkeiten dem Göttlichen. Auch Bauch, Zeugungskraft und Körperhaare gehören zu dieser heiligen Ganzheit. Du kannst bei der Rezitation die genannten Körperbereiche bewusst wahrnehmen und ihre Kraft für Seva darbringen.

Alles ruht in Brahman

Die wiederkehrende Folge wird vollständig gesprochen. Mit jedem Durchgang kehren wir aus einem anderen Bereich des Lebens zum Herzen zurück. Schließlich ruht alles in Brahman. Das ist eine konkrete Meditation über die Einheit des Daseins: Die kosmischen Kräfte begegnen uns im eigenen Atem, in der Wahrnehmung und im Körper. Lass nach jeder Folge einen Augenblick Stille entstehen. Die Bitte um die Rückkehr von Prana und Entschlusskraft sammelt, was im Alltag zerstreut wurde.

Widmung und Nyasa der Hände und Glieder

Die Widmung nennt Rishi, Metrum, Devata und die Kräfte des Mantras. Bija ist der Same, Shakti seine Kraft, Kilaka der rituelle „Riegel“. Die Namen der Yajnas verbinden den Körper mit der vedischen Opferwelt. Agnihotra ist das tägliche Feueropfer; Chaturmasya bezeichnet die jahreszeitlichen Opfer, Jyotishtoma ein Soma-Opfer. Nirudha-Pashubandha bezeichnet ein Tieropfer der alten Ritualordnung. Im Nyasa wird dessen Name rezitiert. Unsere Praxis bei Yoga Vidya gründet in Ahimsa. Die Hände werden durch die Berührung gesammelt; mit ihnen wollen wir dem Leben dienen.

Video zur Vertiefung

Rudra - Name Shivas - Sanskrit Wörterbuch

Anregungen für die eigene Praxis

Swami Sivananda mit einer Mala: Rezitation, Sammlung und Hingabe können einander vertiefen.
  1. Richte dich vor der Rezitation auf Shiva aus und lies die Bedeutung des gewählten Abschnitts.
  2. Sprich auch wiederholte Anrufungen vollständig. Ihre Sorgfalt ist Teil dieser Praxis.
  3. Verweile bei einer Bitte um Güte, Schutz oder Befreiung und schließe andere Wesen ein.
  4. Prüfe, wie du deine eigene Kraft heute für Schutz und Hilfe einsetzen kannst.
  5. Sitze nach dem Schlussmantra still. Ein vollständiger Nyasa oder ein Abhisheka folgt der jeweils erlernten Ritualordnung.

Video zur begleitenden Praxis und Auslegung

Die 9 Bhakti Praktiken: Wie man Hingabe entwickelt

Abschließende Worte

Nach den vielen Namen kehrt das Gebet zum Herzen zurück. Von dort können sich die Hände wieder den Aufgaben des Tages zuwenden.

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Sukadev Bretz (Hrsg.): Veden – Offenbarungen der Rishis. Hymnen zur Rezitation, Übersetzungen, Erläuterungen. Yoga Vidya Verlag, Bad Meinberg. Abschnitt „Rudra Laghunyasa“.
  • Hymnen aus den Veden, Rezitationssammlung, Nr. 26: „Rudra Laghunyāsaḥ“.
  • Vedischer Kern: Krishna-Yajurveda, Taittiriya-Brahmana 3.10.8.4–10, Gebetsfolge „agnir me vāci śritaḥ“. Die vollständige Vorbereitung mit Dhyana, Devata-Nyasa, Viniyoga, Kara-Nyasa und Anga-Nyasa gehört zur überlieferten Rudra-Rezitation; Textfolge nach Vedamantramanjari 1.

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