Muktabharana Saptami – Familiensegen mit Shiva, Uma und einem neuen Handfaden

Aus Yogawiki

Muktabharana Saptami – Familiensegen mit Shiva, Uma und einem neuen Handfaden gibt der Bitte um das Wohlergehen der Kinder eine tragbare Erinnerung: Nach der Verehrung Shivas und Umas wird ein neuer Faden am Handgelenk gebunden. Das Muktabharana Saptami-Vrata gemäß Puja Samuccaya wird an Bhadrapada Shukla Saptami, dem siebten Mondtag der zunehmenden Mondhälfte, gefeiert. Die gelobende Frau badet morgens und beginnt zuhause vor Mittag; ein eingeladener Brahmane empfängt den alten Faden und die abschließende Speisegabe.

Vorbereitung

Bereite ein Ganesha-Bild, einen Wasserkrug, eine Unterlage für das Mandala, ein Bild des göttlichen Paares, einen neuen Handfaden, gegebenenfalls den alten Faden, elf Fladen oder Gebäckstücke und die Gastgabe vor. Halte außerdem Kurkuma, Kumkum, ein Halsschmuckstück oder eine schlichte symbolische Gabe bereit. Zu den Speisegaben gehören süßer Reis mit Milch (bzw. Pflanzenmilch), Gebäck, Reis-Linsen-Speise, Rohrzuckerreis sowie Kokosnuss, Jambu-Früchte, Weintrauben, Orange, Granatapfel und Kürbis. Für die Bildverehrung: sauberes Wasser, Löffel und Auffangschale; kleines Tuch und Baumwollfaden; Sandelduft, ungebrochene Reiskörner und Blumen; Räucherwerk; eine gefüllte Lampe mit Docht und Ghee (bzw. Pflanzenöl); vegetarische Speise, Betelblatt und Arekanuss als rituelle Gabe sowie eine Geldgabe. Pflanzenöl ist die heutige vegane Alternative. Verzehrbare Gaben werden nach der Verehrung als Prasad geteilt; aufgefangenes Wasser kommt an einen geeigneten sauberen Ort, Blumen werden kompostiert. Für die Badegaben bereite Panchamrita aus Milch (bzw. Pflanzenmilch), Joghurt (bzw. pflanzlichem Joghurt), Ghee (bzw. Pflanzenöl), Honig (bzw. Pflanzensirup) und Zucker vor. Die pflanzlichen Zutaten sind eine heutige Anpassung. Sanskritverse und ihre wörtliche Bedeutung behalten die überlieferten Stoffe bei. Bei einem gemalten Bild werden die Badegaben davor in einer Schale angeboten; eine wasserfeste Murti kann damit gebadet und anschließend mit Wasser gereinigt werden. Für Madhuparka steht eine kleine weitere Portion der süßen Mischung bereit. Diese praktische Portionierung verhindert, dass Bade- und Speisegaben miteinander verwechselt werden.

Durchführung

1. Reinigen und die Absicht aussprechen
Bade, ziehe saubere Kleidung an und bereite den Platz vor. Setze dich gesammelt hin. Der folgende deutsche Sankalpa ist eine praktische Fassung des im Quelltext längeren Vorsatzes: „Zur Freude Uma-Maheshvaras halte ich Muktabharana Saptami und bitte um das Wohlergehen meiner Kinder, langes Leben und innere Verbundenheit.“

2. Bild und Faden vorbereiten
Grüße zunächst Ganesha. Stelle die fünf Gaben Duft, Blüte, Räucherwerk, Licht und etwas Speise nacheinander vor sein Bild; sprich bei jeder Gabe: oṃ gaṇapataye namaḥ |

ॐ गणपतये नमः ।

Om, Verehrung dem Herrn der Scharen. Die fünf Gaben bilden hier eine einfache Ausführung der im Ritualtext vorausgesetzten Ganesha-Verehrung. Stelle dann den Kalasha mit reinem Wasser bereit. Bitte im Herzen um die heiligende Gegenwart der göttlichen Kräfte und besprenge dich und die Gaben mit etwas Wasser. Diese kurze deutsche Vorbereitung ersetzt keine individuell eingeübte längere Liturgie. Zeichne Shiva mit Uma in ein einfaches Mandala auf der Altarunterlage. Lege den neuen Faden davor. Das Buch erlaubt anstelle einer goldenen oder silbernen Kette ausdrücklich einen Faden. Vergegenwärtige dir das göttliche Paar: mandāramālākulitālakāyai kapālamālāṅkitaśekharāya |
divyāmbarāyai ca digambarāya namaḥ śivāyai ca namaḥ śivāya ||

मन्दारमालाकुलितालकायै कपालमालाङ्कितशेखराय ।
दिव्याम्बरायै च दिगम्बराय नमः शिवायै च नमः शिवाय ।।

Verehrung Shiva, der Göttin, deren Locken von Mandara-Girlanden geschmückt sind; Verehrung Shiva, dessen Haupt eine Schädelkette trägt. Ihr mit himmlischem Gewand und ihm, dessen Gewand die Himmelsrichtungen sind, gilt meine Verneigung.


3. Das göttliche Paar empfangen
Einladung
Lege eine Blüte vor das Paar. devadeva maheśāna paramātman jagadguro |
pratipāditayā soma pūjayā pūjayāmyaham ||

देवदेव महेशान परमात्मन् जगद्गुरो ।
प्रतिपादितया सोम पूजया पूजयाम्यहम् ।।

Herr der Götter, großer Herr, höchstes Selbst und Lehrer der Welt: O Soma, mit dieser bereitgestellten Verehrung ehre ich dich.

Sitz
Biete auf der vorbereiteten Unterlage symbolisch den Ehrensitz an. anekaratnakhacitaṃ sauvarṇamaṇisaṃyutam |
muktācitaṃ mahādeva gṛhāṇāsanam uttamam ||

अनेकरत्नखचितं सौवर्णमणिसंयुतम् ।
मुक्ताचितं महादेव गृहाणासनम् उत्तमम् ।।

Mahadeva, nimm den vorzüglichen Sitz an, besetzt mit Edelsteinen, Gold und Perlen.

Fußwasser
Gib einen Löffel Wasser in die Schale. pādyaṃ gṛhāṇa deveśa sarvavidyāparāyaṇa |
dhyānagamya satāṃ śambho sarveśvara namostute ||

पाद्यं गृहाण देवेश सर्वविद्यापरायण ।
ध्यानगम्य सतां शम्भो सर्वेश्वर नमोस्तुते ।।

Nimm das Fußwasser an, Herr der Götter, Zuflucht allen Wissens. Shambhu, der den Guten in der Versenkung zugänglich ist, Herr von allem: Verehrung dir.

Ehrenwasser
Biete Wasser mit Duft, Blüte und Reiskörnern an. idam arghyam anarghya tvam amarādhīśa śaṅkara |
kiṅkarībhūtayā soma mayā dattaṃ gṛhāṇa bhoḥ ||

इदम् अर्घ्यम् अनर्घ्य त्वम् अमराधीश शङ्कर ।
किङ्करीभूतया सोम मया दत्तं गृहाण भोः ।।

Unschätzbarer Shankara, Herr der Unsterblichen, o Soma: Nimm dieses Ehrenwasser an, das ich dir als deine Dienerin gebe.

Mundwasser
Biete einen weiteren Löffel Wasser an. gaṅgādipuṇyatīrthebhyaḥ samānītaṃ suśītalam |
jalam ācamanīyārthaṃ gṛhāṇeśomayā saha ||

गङ्गादिपुण्यतीर्थेभ्यः समानीतं सुशीतलम् ।
जलम् आचमनीयार्थं गृहाणेशोमया सह ।।

Herr, nimm gemeinsam mit Uma dieses kühle Wasser zum Mundspülen an, das aus den heiligen Wasserstätten wie Ganga herbeigebracht ist.


4. Badegaben
Wasserbad
Biete reines Wasser zum Bad an. puṇyatīrthāhṛteneśa yatnāc chuddhena vāriṇā |
snānaṃ kuru mahādeva śivayā kāntayā saha ||

पुण्यतीर्थाहृतेनेश यत्नाच् छुद्धेन वारिणा ।
स्नानं कुरु महादेव शिवया कान्तया सह ।।

Mahadeva, bade mit deiner geliebten Shiva in dem sorgfältig gereinigten Wasser der heiligen Wasserstätten.

Süße Willkommensgabe
Stelle Madhuparka aus der vorbereiteten süßen Mischung als eigene Gabe davor. madhvājyaśarkarāmiśrasudhayā parikalpitam |
śaṅkaraprītaye tubhyaṃ madhuparkaṃ nivedaye ||

मध्वाज्यशर्करामिश्रसुधया परिकल्पितम् ।
शङ्करप्रीतये तुभ्यं मधुपर्कं निवेदये ।।

Dir zur Freude, Shankara, biete ich Madhuparka an, bereitet aus süßem Nektar mit Honig, Ghee und Zucker.

Panchamrita
Biete die fünf Badezutaten gemeinsam an; anschließend folgen Duftwasser und reines Wasser. payodadhighṛtaṃ deva madhuśarkarayā yutam |
pañcāmṛtaṃ mayā dattaṃ snānārthaṃ pratigṛhyatām ||

पयोदधिघृतं देव मधुशर्करया युतम् ।
पञ्चामृतं मया दत्तं स्नानार्थं प्रतिगृह्यताम् ।।

Gott, nimm die von mir gegebene fünffache Mischung aus Milch, Joghurt und Ghee mit Honig und Zucker zum Bad an.

Ehre die gebadete Darstellung mit Duft, Blüte, Räucherwerk, Licht und einer kleinen Speise. Biete anschließend als Mahabhisheka nochmals reines Wasser an. Der Abschnitt schreibt dafür keinen eigenen Hymnus vor. Stelle die getrocknete Darstellung wieder an ihren Platz.


5. Schmuck, Duft, Licht und Nahrung
Gewand und Schnur
Lege Tuch und Baumwollfaden vor das Paar. snātasya te mahādeva prītyā pāpapraṇāśana |
vastrayugmaṃ mayā dattam ahataṃ pratigṛhyatām ||
upavītaṃ sottarīyaṃ nānābhūṣaṇabhūṣitam |
gṛhāṇa soma vimalaṃ mayā dattam idaṃ śubham ||

स्नातस्य ते महादेव प्रीत्या पापप्रणाशन ।
वस्त्रयुग्मं मया दत्तम् अहतं प्रतिगृह्यताम् ।।
उपवीतं सोत्तरीयं नानाभूषणभूषितम् ।
गृहाण सोम विमलं मया दत्तम् इदं शुभम् ।।

Mahadeva, der Verfehlung tilgt, nimm nach dem Bad dieses aus Liebe gegebene, ungebrauchte Gewandpaar an. Soma, nimm die reine heilige Schnur samt Obergewand an, festlich geschmückt und von mir dargebracht.

Bringe nacheinander Sandelduft, Reiskörner, ein Halsschmuckstück oder dessen einfache symbolische Gabe, Kurkuma, Kumkum, weiteren Duft und Blüten dar. Sprich zu jeder Gabe den Namensgruß: umāmaheśvarābhyāṃ namaḥ |

उमामहेश्वराभ्यां नमः ।

Verehrung Uma und Maheshvara. Räucherwerk
Zeige das Räucherwerk und sprich die Bitte hier in einer sinngemäßen deutschen Fassung: „Shankara, höchstes Selbst und Lehrer der Welt, nimm diesen reinigenden Duft aus Sandel, Agaru und Kampfer an.“ Licht
Zeige das mit Ghee (bzw. Pflanzenöl) gefüllte Licht. śubhavartiyutaṃ sarpirloḍitaṃ vahninā yutam |
dīpam ekam anekārkapratimaṃ kalaye tvimam ||

शुभवर्तियुतं सर्पिर्लोडितं वह्निना युतम् ।
दीपम् एकम् अनेकार्कप्रतिमं कलये त्विमम् ।।

Ich bereite dieses eine Licht mit gutem Docht, von Ghee durchtränkt und entzündet, das vielen Sonnen gleicht.

Speise und Früchte
Stelle süßen Reis mit Milch (bzw. Pflanzenmilch), Gebäck, Reis-Linsen-Speise und Rohrzuckerreis sowie die vorbereiteten Früchte hin. pāyasāpūpakṛsaraṃ sudhārasaguḍaudanam |
dadāmi ṣaḍrasaṃ divyaṃ kiṅkarī śaṅkarāya te ||
nārikelaphalaṃ jambūdrākṣānāriṅgadāḍimam |
kūṣmāṇḍaṃ purato bhaktyā kalpitaṃ pratigṛhyatām ||

पायसापूपकृसरं सुधारसगुडौदनम् ।
ददामि षड्रसं दिव्यं किङ्करी शङ्कराय ते ।।
नारिकेलफलं जम्बूद्राक्षानारिङ्गदाडिमम् ।
कूष्माण्डं पुरतो भक्त्या कल्पितं प्रतिगृह्यताम् ।।

Als deine Dienerin gebe ich dir, Shankara, süßen Reis, Gebäck, Reis-Linsen-Speise und nektargleichen Rohrzuckerreis, köstlich in den sechs Geschmacksrichtungen. Nimm die hingebungsvoll bereitgestellten Früchte an: Kokosnuss, Jambu, Weintrauben, Orange, Granatapfel und Kürbis.

Biete Wasser zum Abschluss der Mahlzeit, Betelgabe und Dakshina mit dem oben ausgeschriebenen Namensgruß an. Zeige die Lampe erneut, umrunde den Altar und verneige dich.


6. Verneigung und Blütengabe

mahādeva namas tubhyaṃ prītyā pāpapraṇāśana |
asmābhis tu kṛtāṃ pūjāṃ sādhv asādhu gṛhyatām ||

महादेव नमस् तुभ्यं प्रीत्या पापप्रणाशन ।
अस्माभिस् तु कृतां पूजां साध्व् असाधु गृह्यताम् ।।

Mahadeva, Verehrung dir. Nimm die aus Liebe vollzogene Verehrung an, ob sie gelungen oder unvollkommen war. Lege die Blüten aus den gefalteten Händen vor dem Paar nieder. Sprich zur Blütengabe die sinngemäße deutsche Bitte: „Herr der Welt, von allen Gepriesener, vollende meinen Dienst trotz dessen, was ich wissend oder unwissend unvollkommen getan habe.“ Bete anschließend: mantrahīnaṃ kriyāhīnaṃ bhaktihīnaṃ sureśvara |
yat pūjitaṃ mayā deva paripūrṇaṃ tad astu me ||

मन्त्रहीनं क्रियाहीनं भक्तिहीनं सुरेश्वर ।
यत् पूजितं मया देव परिपूर्णं तद् अस्तु मे ।।

Herr der Götter, was meiner Verehrung an Mantra, Handlung oder Hingabe fehlt, möge vollständig sein.


7. Den neuen Faden annehmen und binden
Nimm den neuen Faden in beide Hände: devadeva mahādeva sarvasaubhāgyadāyaka |
gṛhṇīyāṃ dorarūpaṃ tvāṃ putrapautrapravardhanam ||

देवदेव महादेव सर्वसौभाग्यदायक ।
गृह्णीयां दोररूपं त्वां पुत्रपौत्रप्रवर्धनम् ।।

Herr der Götter, Mahadeva, Spender guten Geschicks: Ich nehme dich in Gestalt dieses Fadens an, der Kinder und Enkel gedeihen lässt. Binde den Faden locker am Handgelenk. Die Quelle schreibt hier keine bestimmte Hand vor. Sprich: saptasāmopagītaṃ tvāṃ carācarajagadguro |
sūtragranthisthitaṃ haste dhārayāmi sthiro bhava ||

सप्तसामोपगीतं त्वां चराचरजगद्गुरो ।
सूत्रग्रन्थिस्थितं हस्ते धारयामि स्थिरो भव ।।

Dich, den die sieben Saman-Weisen besingen, Lehrer der bewegten und unbewegten Welt, trage ich im Fadenknoten an der Hand. Sei beständig gegenwärtig. Bei jährlicher Wiederholung nimm den alten Faden ab, ehre ihn und übergib ihn dem Brahmanen. Bete: hara pāpāni sarvāṇi tuṣṭiṃ kuru dayānidhe |
prasīda tvam umākānta dīrghāyuḥ putrado bhava ||

हर पापानि सर्वाणि तुष्टिं कुरु दयानिधे ।
प्रसीद त्वम् उमाकान्त दीर्घायुः पुत्रदो भव ।।

Nimm alle Verfehlungen hinweg und schenke Zufriedenheit, Schatz des Mitgefühls. Sei gnädig, Geliebter Umas; schenke langes Leben und Kinder.


8. Elf Speisegaben und gemeinsames Mahl
Übergib elf Fladen oder Gebäckstücke mit Ghee (bzw. Pflanzenöl) zusammen mit deiner Gastgabe. Sprich: śaṅkaraḥ pratigṛhṇāti śaṅkaro vai dadāti ca |
śaṅkaras tārako asmākaṃ śaṅkarāya namo namaḥ ||

शङ्करः प्रतिगृह्णाति शङ्करो वै ददाति च ।
शङ्करस् तारको अस्माकं शङ्कराय नमो नमः ।।

Shankara empfängt, und Shankara ist es, der gibt. Shankara führt uns hinüber; wieder und wieder Verehrung Shankara. Iss erst nach der Übergabe selbst. Die Festgegenstände werden danach achtsam weggeräumt; der neue Faden bleibt als Erinnerung an das Gelübde.

Innerer Abschluss

Als freie Anregung: Wenn du den Faden spürst, denke an eine konkrete Form der Fürsorge, die deiner Familie jetzt guttut. Der Knoten kann daran erinnern, Liebe nicht nur zu erbitten, sondern auch in Geduld und verlässlicher Anwesenheit zu zeigen.

Quellen und Vertiefung

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