Marilyn Monroe

Aus Yogawiki

Marilyn Monroe (1. Juni 1926 in Los Angeles – 4. August 1962 ebenda), geboren als Norma Jeane Mortenson und in ihrer Jugend auch als Norma Jeane Baker bekannt, war eine US-amerikanische Schauspielerin, Sängerin und eines der bekanntesten kulturellen Symbole des 20. Jahrhunderts. Weniger bekannt ist ihre Verbindung zum frühen Yoga in den Vereinigten Staaten: Bereits in den 1940er Jahren entstanden Fotografien, die Monroe in Körperhaltungen zeigen, die an Asanas erinnern und teilweise ausdrücklich als Yogaübungen bezeichnet wurden.

Marilyn Monroe 1953 am Grauman’s Chinese Theatre in Hollywood – in den 1950er Jahren wurde sie zu einem der bekanntesten Filmstars ihrer Zeit.

Marilyn Monroe – Schauspielerin, Ikone und Yoga in Hollywood

Kindheit und Jugend

Marilyn Monroe wurde am 1. Juni 1926 in Los Angeles als Norma Jeane Mortenson geboren. Ihre Kindheit war von wechselnden Lebensverhältnissen geprägt. Sie verbrachte Teile ihrer Kindheit bei Pflegefamilien und zeitweise in einem Kinderheim.

1942 heiratete sie im Alter von 16 Jahren James Dougherty. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete Norma Jeane zeitweise in einer Fabrik. Dort wurde sie von einem Fotografen entdeckt, der Frauen bei der Arbeit für eine Bildreportage fotografierte. Daraus entwickelte sich schließlich ihre Tätigkeit als Fotomodell.

Die Arbeit vor der Kamera eröffnete ihr einen Weg in die Filmwelt. 1946 erhielt sie einen Vertrag bei 20th Century Fox und begann, den Namen Marilyn Monroe zu verwenden. „Monroe“ war der Geburtsname ihrer Mutter. 1956 wurde Marilyn Monroe auch ihr gesetzlicher Name.

Der Weg nach Hollywood

Die ersten Jahre ihrer Filmkarriere waren von kleineren Rollen geprägt. Allmählich wurde Marilyn Monroe jedoch einem größeren Publikum bekannt. Anfang der 1950er Jahre gelang ihr der Durchbruch.

Filme wie Niagara, Gentlemen Prefer Blondes und How to Marry a Millionaire machten sie zu einem der bekanntesten Hollywoodstars ihrer Zeit. Mit The Seven Year Itch entstand 1955 auch eine der berühmtesten Szenen der Filmgeschichte: Marilyn Monroe steht über einem Lüftungsschacht der New Yorker U-Bahn, während ihr weißes Kleid durch den Luftstrom hochgeweht wird.

Doch Monroe wollte nicht allein auf das Image der attraktiven Blondine reduziert werden. Sie nahm Schauspielunterricht, beschäftigte sich intensiv mit ihrer Arbeit und gründete 1954 die Marilyn Monroe Productions. Später studierte sie am Actors Studio in New York.

Marilyn Monroe als Schauspielerin

Marilyn Monroe besaß ein ausgeprägtes komödiantisches Talent. Besonders deutlich wird dies in Billy Wilders Film Some Like It Hot von 1959, der heute zu den Klassikern der Filmkomödie gehört.

Ihre öffentliche Wahrnehmung war jedoch stark von dem Image geprägt, das Hollywood für sie geschaffen hatte. Die Figur „Marilyn Monroe“ wurde zu einer Projektionsfläche für Vorstellungen von Schönheit, Weiblichkeit, Sexualität und Ruhm.

Hinter dieser öffentlichen Figur stand Norma Jeane, eine Frau, die sich weiterbildete, las und nach künstlerischer Anerkennung suchte. Die Spannung zwischen öffentlichem Image und persönlicher Identität gehört bis heute zu den zentralen Themen ihrer Biografie.

Yoga in Hollywood

Unabhängig von der Frage nach Marilyn Monroes konkreten Lehrern ist ihr möglicher Kontakt mit Yoga vor dem Hintergrund einer größeren Entwicklung interessant.

Yoga war im Hollywood der 1940er und 1950er Jahre noch keineswegs so verbreitet wie heute. Gleichzeitig entstand dort eines der frühen Zentren seiner Popularisierung in den Vereinigten Staaten.

Eine wichtige Rolle spielte Indra Devi. Ihre Form des Yoga war vergleichsweise sanft und betonte neben Asanas auch bewusste Atmung, Entspannung und eine gesundheitsorientierte Lebensweise. Dadurch wurde Yoga für Menschen zugänglich, die mit der philosophischen und religiösen Tradition Indiens zunächst wenig vertraut waren.

Schauspielerinnen und Schauspieler gehörten zu den frühen prominenten Interessenten. Die Verbindung von Hollywood und Yoga trug dazu bei, dass Yoga zunehmend auch in der amerikanischen Öffentlichkeit wahrgenommen wurde.

Die Fotografien Marilyn Monroes in yogaähnlichen Körperhaltungen gehören deshalb zur frühen visuellen Geschichte des Yoga in der westlichen Populärkultur – unabhängig davon, wie regelmäßig sie selbst Yoga praktizierte.

Körper, Bewegung und Selbstfürsorge

Marilyn Monroe beschäftigte sich mit körperlichem Training und Fitness zu einer Zeit, in der gezieltes Krafttraining für Frauen noch keineswegs selbstverständlich war. Fotografien zeigen sie nicht nur in yogaähnlichen Positionen, sondern auch beim Training mit Gewichten.

Dies relativiert zugleich das später entstandene Bild, ihre körperliche Erscheinung sei ausschließlich das Ergebnis natürlicher Veranlagung oder der Inszenierung durch Hollywood gewesen. Bewegung und körperliches Training gehörten zumindest zeitweise zu ihrem Alltag.

Aus heutiger Sicht lässt sich daran auch erkennen, wie sich Vorstellungen von Körperpflege, Bewegung und weiblicher Fitness seit der Mitte des 20. Jahrhunderts verändert haben.

Ruhm und öffentliche Wahrnehmung

Kaum eine Schauspielerin wurde so stark zu einer öffentlichen Ikone wie Marilyn Monroe. Fotografien von ihr wurden weltweit verbreitet und gehören teilweise bis heute zum visuellen Gedächtnis des 20. Jahrhunderts.

Eine solche Berühmtheit hat jedoch eine Kehrseite. Zwischen einem wirklichen Menschen und dem Bild, das Öffentlichkeit und Medien von ihm erschaffen, kann eine große Distanz entstehen.

Marilyn Monroe wurde zu Lebzeiten häufig auf ihr Aussehen und bestimmte Rollenbilder reduziert. Gleichzeitig bemühte sie sich um größere künstlerische Selbstbestimmung und darum, als ernsthafte Schauspielerin wahrgenommen zu werden.

Ihr Leben kann deshalb auch Anlass sein, über Identität, Selbstbild und Fremdbild nachzudenken.

Tod und Nachwirkung

Marilyn Monroe starb im August 1962 im Alter von nur 36 Jahren in ihrem Haus in Los Angeles. Ihr früher Tod verstärkte die Mythenbildung um ihre Person zusätzlich.

Bis heute erscheinen Bücher, Filme, Dokumentationen und Ausstellungen über ihr Leben. Ihre Fotografien werden vielfach reproduziert, und ihr Erscheinungsbild wurde zu einem festen Bestandteil der Populärkultur.

Dabei besteht die Gefahr, dass der wirkliche Mensch hinter der Ikone immer weiter verschwindet. Neuere biografische Betrachtungen versuchen deshalb stärker, Norma Jeane beziehungsweise Marilyn Monroe als eigenständige Persönlichkeit wahrzunehmen und nicht ausschließlich durch das von Hollywood geschaffene Bild zu betrachten.

Marilyn Monroe aus der Sicht des Yoga

Für ein Yoga Wiki ist Marilyn Monroe nicht deshalb interessant, weil aus ihr nachträglich eine große Yogini gemacht werden sollte. Wie intensiv und regelmäßig sie selbst Yoga praktizierte, lässt sich nach heutiger Quellenlage nicht eindeutig bestimmen. Dass sie jedoch bereits früh mit Körperübungen in Berührung kam, die klassischen Asanas entsprechen oder ihnen sehr nahekommen, ist durch zahlreiche Fotografien dokumentiert.

Besonders bemerkenswert ist eine Fotoserie aus dem Jahr 1948, die Marilyn Monroe bei verschiedenen Körper- und Dehnübungen zeigt. Zu den erkennbaren Haltungen gehören unter anderem eine sitzende Vorwärtsbeuge, verschiedene Umkehrhaltungen und der Bogen (Dhanurasana). Weitere Aufnahmen zeigen anspruchsvolle Balance- und Umkehrpositionen. Im Getty-Archiv werden mehrere Bilder dieser Serie ausdrücklich unter Bezeichnungen wie Yoga Curl, Yoga Stretch, Yoga Position und Yoga Marilyn geführt und als yogic exercise position beschrieben.

Die zeitgenössische Vermarktung der 1948 entstandenen Aufnahmen war allerdings weniger eindeutig. Die Fotografien wurden im Zusammenhang mit Marilyn Monroes Film Ladies of the Chorus verbreitet und präsentierten sie allgemein bei Übungen für Schönheit und Gesundheit. Der Begriff Yoga wurde in der damaligen Pressebeschreibung offenbar nicht verwendet. Die erhaltenen Fotografien zeigen dennoch deutlich, dass mehrere der ausgeführten Bewegungen bekannten Yoga-Asanas entsprechen.

Auch in späteren Jahren wurde Marilyn Monroe immer wieder bei Gymnastik, Dehnübungen und körperlichem Training fotografiert. Nicht jede dieser Aufnahmen sollte nachträglich als Yoga interpretiert werden. Manche Positionen erinnern zwar an Asanas wie die Kobra (Bhujangasana), können jedoch ebenso aus Gymnastik, Stretching oder dem damaligen Fitnesstraining stammen. Ein Bericht aus dem Jahr 1956 erwähnt dagegen ausdrücklich, dass Monroe Yogaübungen praktizierte.

Damit ergibt sich ein differenziertes Bild: Die Fotografien allein beweisen keine systematische Yogapraxis. Zusammen mit dem späteren zeitgenössischen Hinweis auf Yoga zeigen sie jedoch, dass Marilyn Monroes Verbindung zum Yoga mehr ist als eine erst später entstandene Zuschreibung.

Marilyn Monroe und Indra Devi

Häufig wird berichtet, Marilyn Monroe habe Yoga bei Indra Devi gelernt. Indra Devi gehörte zu den bedeutenden Wegbereiterinnen des modernen Yoga im Westen. Sie war Schülerin von Krishnamacharya und eröffnete Ende der 1940er Jahre ein Yogastudio in Hollywood.

Zu ihren Schülern beziehungsweise zu den Menschen aus dem Hollywood-Umfeld, die mit ihr Yoga praktizierten, gehörten zahlreiche bekannte Persönlichkeiten. Dadurch wurde Yoga bereits vor der großen Verbreitungswelle der 1960er Jahre in der amerikanischen Filmwelt sichtbar.

Auch Marilyn Monroe wird in älteren Darstellungen und in Yoga-Literatur immer wieder als Schülerin Indra Devis genannt. Die Quellenlage ist allerdings nicht eindeutig. Ein persönlicher Unterricht Monroes bei Indra Devi ist bislang nicht zweifelsfrei dokumentiert.

Bekannt ist dagegen, dass Marilyn Monroe ein Exemplar von Indra Devis erfolgreichem Buch Forever Young, Forever Healthy besaß. Dies zeigt zumindest, dass die von Indra Devi vermittelte Form des Yoga in Monroes persönlichem Umfeld präsent war.

Ein häufig verbreitetes Foto, das angeblich Indra Devi beim Unterricht mit Marilyn Monroe zeigt, stellt nach neueren Recherchen nicht Monroe, sondern die Schauspielerin Eva Gabor dar.

Die Verbindung zwischen Marilyn Monroe und Indra Devi sollte deshalb nicht als gesicherte Lehrer-Schüler-Beziehung dargestellt werden. Sie gehört vielmehr zu einem interessanten Bereich zwischen historisch belegbarer Yoga-Rezeption in Hollywood und späterer Überlieferung.

Marilyn Monroe und Swami Vishnudevananda

Auch Swami Vishnudevananda, ein Schüler von Swami Sivananda, wird gelegentlich mit Marilyn Monroe in Verbindung gebracht.

Swami Vishnudevananda kam 1957 auf Anweisung seines Lehrers in den Westen und trug wesentlich zur Verbreitung von Hatha Yoga, Pranayama und yogischer Lebensweise in Nordamerika und Europa bei.

Für einen persönlichen Yogaunterricht Marilyn Monroes bei Swami Vishnudevananda lässt sich jedoch bislang kein eindeutiger historischer Beleg anführen. Die entsprechende Überlieferung sollte deshalb als solche gekennzeichnet und nicht als gesicherte biografische Tatsache behandelt werden.

Selbstbild, Fremdbild und die Sicht des Yoga

Darüber hinaus können bestimmte Aspekte ihrer Lebensgeschichte Fragen berühren, die auch im Yoga eine Rolle spielen: Was unterscheidet das äußere Bild eines Menschen von seinem inneren Erleben? Wie stark bestimmen Erwartungen anderer Menschen das eigene Selbstbild? Und worin liegt der Wert eines Menschen jenseits von Aussehen, Erfolg und gesellschaftlicher Anerkennung?

Die yogische Vorstellung vom Selbst erinnert daran, dass ein Mensch mehr ist als Körper, Rolle, gesellschaftliches Ansehen oder die Bilder, die andere Menschen von ihm entwerfen.

Gerade bei Marilyn Monroe, deren äußeres Bild zu einer der bekanntesten Ikonen des 20. Jahrhunderts wurde, erhält diese Frage eine besondere Anschaulichkeit.

Bedeutung und Wirkung

Marilyn Monroe ist Jahrzehnte nach ihrem Tod weiterhin weltweit bekannt. Ihre Wirkung reicht weit über ihre Filme hinaus und umfasst Fotografie, Mode, Kunst und Populärkultur.

Für die Geschichte des Yoga im Westen besitzt sie eine kleinere, aber interessante Bedeutung. Die mit Yoga in Verbindung gebrachten Fotografien zeigen, wie früh entsprechende Körperübungen in Hollywood sichtbar wurden. Zugleich zeigt die unsichere Überlieferung über ihre angeblichen Yogalehrer, wie leicht sich bei berühmten Persönlichkeiten biografische Tatsachen und später entstandene Geschichten miteinander vermischen können.

Gerade deshalb lohnt sich ein differenzierter Blick: Marilyn Monroe muss weder zur Yogini erklärt noch ihre Verbindung zum Yoga vollständig verworfen werden. Zwischen diesen beiden Extremen liegt eine bemerkenswerte Episode aus der frühen Geschichte des Yoga in der amerikanischen Populärkultur.

Siehe auch