Mangala Namenspuja mit einundzwanzig Gaben

Aus Yogawiki

Mangala Namenspuja mit einundzwanzig Gaben verbindet ein Meditationsbild, Ehrenwasser, den vollständigen Kreis der ersten 21 Mangala-Namen und eine fünfstrophige Stuti. Mangala erscheint als rote, kraftvolle göttliche Gestalt und als Sohn der Erde.

Blüten und bewusste Darbringung in einer Puja.

Umfang der Anleitung: Redaktionelle Namenspuja mit 21 vollständig ausgeschriebenen Anrufungen, Arghya und vollständiger Stuti; kein vollständiges Mangala-Vrata.

Anlass, Voraussetzungen und Material

Für Puja-Kundige; als Zeitpunkt bietet sich in Anlehnung an den Quellkontext der Dienstag an. Bereitlegen: sauberer Sitz, ein Mangala-Bild oder eine freie Gabenschale, 22 kleine rote Blütengaben, sauberes Wasser, ein kleines Gießgefäß und eine Auffangschale. Die bloße Namenspuja enthält keinen geheimen Bija-Mantra. Der hier beschriebene Umfang setzt kein einjähriges Gelübde voraus.

Die Verbindung von Namen und einzelnen Blütengaben wird unter Archanam erläutert. Bei der abschließenden Pushpanjali werden die Blüten zunächst in den zusammengelegten Händen gehalten. Eine umfassendere Einbettung solcher Darbringungen zeigt die Große Yoga Vidya Puja.

1. Den Platz bereiten

Lege ein Mangala-Bild auf einen sauberen Platz oder stelle dir die Gestalt über der Gabenschale vor. Ordne 21 kleine rote Blütengaben so an, dass du sie einzeln greifen kannst. Halte eine weitere Blüte für die Schluss-Stuti bereit. Setze dich davor und widme die Sitzung still einem verantwortlichen Umgang mit Kraft, Besitz und Verpflichtungen.

2. Mangala betrachten

Sprich einmal den Dhyana-Vers:

japābhaṃ śivasvedajaṃ hastapadmair |
gadāśūlaśaktīvaraṃ dhārayantam |
avantīsamutthaṃ sumeṣāsanasthaṃ |
dharānandanaṃ raktavastraṃ samīḍe ||

Ich preise den wie eine Hibiskusblüte Leuchtenden, aus Shivas Schweiß Hervorgegangenen. Seine lotushaften Hände halten Keule, Dreizack, Lanze und die Segensgeste. Aus Avanti stammend, sitzt er auf einem schönen Widder: der Sohn der Erde im roten Gewand.

Vergegenwärtige die rote, aufrechte Gestalt. Die Quelle verbindet unterschiedliche Herkunftsbilder miteinander; beide bleiben im Dhyana erhalten.

3. Ehrenwasser darbringen

Nimm eine kleine Menge Wasser in die hohlen Hände oder in ein kleines Gießgefäß. Sprich die folgende Bitte und gieße das Wasser am Ende in die Auffangschale vor Mangala:

raktapravālasaṅkāśa japākusumasannibha |
mahīsuta mahābāho gṛhāṇārghyaṃ namo’stu te ||

Du glänzt wie rote Koralle und gleichst der Hibiskusblüte. Sohn der Erde, Starkarmiger: Nimm dieses Ehrenwasser an. Verehrung dir.

4. Einundzwanzig Namen und Blütengaben

Lege bei jeder Zeile genau eine rote Blütengabe in die Schale beziehungsweise vor das Bild. Sprich die vollständige Anrufung einmal. Die Namensformen werden hier aus der Quellliste zu einer geschlossenen Namenspuja ausgeschrieben.

Gabe Vollständige Anrufung Bedeutung
1 oṃ maṅgalāya namaḥ Om. Verehrung Mangala, dem Heilvollen.
2 oṃ bhūmiputrāya namaḥ Om. Verehrung dem Sohn der Erde.
3 oṃ ṛṇahartre namaḥ Om. Verehrung dem Beseitiger von Schulden.
4 oṃ dhanapradāya namaḥ Om. Verehrung dem Spender von Reichtum.
5 oṃ sthirāsanāya namaḥ Om. Verehrung dem fest Sitzenden.
6 oṃ mahākāyāya namaḥ Om. Verehrung dem mit großem Körper.
7 oṃ sarvakarmavirodhakāya namaḥ Om. Verehrung dem Hemmer aller Tätigkeiten.
8 oṃ lohitāya namaḥ Om. Verehrung dem Roten.
9 oṃ lohitākṣāya namaḥ Om. Verehrung dem Rotäugigen.
10 oṃ sāmagānāṃ kṛpākarāya namaḥ Om. Verehrung dem Gnadenspender für die Sänger des Saman.
11 oṃ dharātmajāya namaḥ Om. Verehrung dem aus der Erde Geborenen.
12 oṃ kujāya namaḥ Om. Verehrung Kuja, dem Erdgeborenen.
13 oṃ bhaumāya namaḥ Om. Verehrung Bhauma, dem zur Erde Gehörenden.
14 oṃ bhūtidāya namaḥ Om. Verehrung dem Spender von Wohlergehen.
15 oṃ bhūminandanāya namaḥ Om. Verehrung dem Sohn und der Freude der Erde.
16 oṃ aṅgārakāya namaḥ Om. Verehrung Angaraka, dem Glutroten.
17 oṃ yamāya namaḥ Om. Verehrung dem Zügelnden.
18 oṃ sarvarogāpahārakāya namaḥ Om. Verehrung dem Beseitiger aller Krankheiten.
19 oṃ vṛṣṭikartre namaḥ Om. Verehrung dem Bewirker des Regens.
20 oṃ vṛṣṭihartre namaḥ Om. Verehrung dem Zurückhalter des Regens.
21 oṃ sarvakāmaphalapradāya namaḥ Om. Verehrung dem Gewährer aller gewünschten Früchte.

Auch die schwierigen Namen, etwa „Hemmer aller Tätigkeiten“, bleiben erhalten. Sie gehören zur mehrdeutigen Kraft des Planeten in der Quelle. Die Namen über Krankheit, Regen oder Schulden sind religiöse Anrufungen, keine Zusicherungen entsprechender Wirkungen.

5. Die fünfstrophige Stuti darbringen

Halte die zurückbehaltene Blüte als Pushpanjali zwischen den zusammengelegten Händen. Sprich alle fünf Strophen. Lege die Blüte erst nach der letzten Strophe nieder.

dharaṇīgarbhasambhūtaṃ vidyuttejaḥsamaprabham |
kumāraṃ śaktihastaṃ ca maṅgalaṃ praṇamāmy aham ||

Ich verneige mich vor Mangala, der aus dem Schoß der Erde hervorgegangen ist, strahlend wie der Blitz, jugendlich und mit der Lanze in der Hand.

ṛṇahartre namas tubhyaṃ duḥkhadāridryanāśine |
nabhasi dyotamānāya sarvakalyāṇakāriṇe ||

Verehrung dir, dem Beseitiger von Schulden, Leid und Armut, der am Himmel leuchtet und alles Heilvolle bewirkt.

devadānavagandharvayakṣarākṣasapannagāḥ |
sukhaṃ yānti yatas tasmai namo dharaṇisūnave ||

Verehrung dem Sohn der Erde, durch den Götter, Danavas, Gandharvas, Yakshas, Rakshasas und Schlangenwesen Wohlergehen erfahren.

yo vakragatim āpanno nṛṇāṃ duḥkhaṃ prayacchati |
pūjitaḥ sukhasaubhāgyaṃ tasmai kṣmāsūnave namaḥ ||

Verehrung dem Sohn der Erde, der in rückläufiger Bewegung den Menschen Leid bringt und, verehrt, Glück und Wohlergehen schenkt. Der Vers spricht aus dem astrologischen Weltbild der Quelle.

prasādaṃ kuru me nātha maṅgalaprada maṅgala |
meṣavāhana rudrātman putrān dehi dhanaṃ yaśaḥ ||

Sei mir gnädig, Herr, heilbringender Mangala, dessen Reittier der Widder ist und dessen Wesen Rudra ist. Schenke mir Söhne, Wohlstand und Ansehen.

Die Bitte um Söhne wird als Wortlaut des historischen Gebets übersetzt. Sie ist keine Voraussetzung dafür, Mangala zu verehren.

6. Verneigung und Abschluss

Verneige dich einmal und verweile still. Räume die Gaben später achtsam ab; das reine Wasser kann an eine geeignete Pflanze gegeben werden. Nimm einen konkreten verantwortlichen Schritt in den Alltag mit, etwa eine Verpflichtung zu ordnen oder ein schwieriges Gespräch ruhig vorzubereiten. Das ist eine heutige praktische Anregung.

Vertiefung

Yoga-Vidya-Vortrag zu Anlässen für eine Puja. Das Video begleitet das Thema; die konkrete Ritualfolge steht vollständig in diesem Artikel.

Siehe auch

  • Archanam – Hintergrund zur Verehrung mit Namen und Blütengaben.
  • Pushpanjali – Darbringung von Blüten in den zusammengelegten Händen.
  • Große Yoga Vidya Puja – mehrteiliger Verehrungsablauf mit verschiedenen göttlichen Gestalten.

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Quellen und redaktionelle Hinweise

Mantramahodadhi von Mahīdhara; verwendet wird die IAST-Projektfassung mit getrennten Erläuterungen aus dem Kommentar Naukā und der Hindi-Erklärung. 15.49 (Dhyana), 15.51 (Verehrung der Mangala-Namen an 21 Plätzen), 15.57–63 (erste 21 Namen), 15.70 (Arghya), 15.75–80 (Blüten-Anjali und vollständige Stuti). Die Anrufungen mit Om und Namaḥ sind grammatisch ausgeschriebene Namensformeln, keine als wörtlich gedruckt behauptete Mantraliste. Die Quelle verwendet die Namen auch für Körper-Nyasa, Verneigungen und Umkreisungen; diese Anleitung wählt ihre Ausarbeitung als 21 Blütengaben. Der anschließende Dreiernachtrag Ara, Vakra und Bhumija in 15.63 gehört nicht zur ausgewählten 21er-Reihe.

Es handelt sich ausdrücklich um eine redaktionelle Kurz-Puja. Der große Kontext ist ein besonderes, bis zu einem Jahr an Dienstagen wiederholtes Vrata mit weiteren Handlungen, unter anderem Linienritual, Speisung und Guru-Gabe. Die Kurz-Puja beansprucht nicht dessen Vollständigkeit oder dessen besondere Ergebnisverheißungen.