Kriyakramadyotika Rituale

Aus Yogawiki

Kriyakramadyotika Rituale erschließt konkrete Handlungen der Shiva-Verehrung aus Aghoraśivas Kriyakramadyotika: rituelles Wassertrinken, Weihe von Händen und Körper, Wasserdarbringung, Abhisheka, Blumenopfer, Japa und die Widmung des eigenen Handelns. Die Anleitungen verbinden jeden Handgriff mit der tatsächlich zu sprechenden Formel und ihrer deutschen Bedeutung.

Die Verehrung führt von der Sammlung zur Gabe und von der Gabe zur Hingabe. Wasser, Blüten, Licht und Nahrung werden zu Ausdrucksformen der Beziehung zu Shiva. Der Abschluss gehört wesentlich dazu: Die Früchte der Übung werden nicht festgehalten, sondern dem Göttlichen dargebracht.

Welche Anleitung wofür?

Anleitung Zweck und Verwendung Wo steht sie?
Shaiva-Achamana Rituelle Vorbereitung mit drei kleinen Wasserschlucken und anschließenden Berührungen Teil 1
Kara- und Anga-Nyasa Hände und Körper als Träger der Mantras bewusst machen; Vorbereitung der eingeweihten Puja Teil 1
Shiva-Gayatri mit Wasseropfer Ausführbarer Kern der Sandhya: drei Wassergaben, sieben oder zehn Wiederholungen, Widmung Teil 1
Kurze Shiva-Puja mit Abhisheka Zusammenhängende, redaktionell gekürzte persönliche Verehrung am beweglichen Linga Teil 2
Ashtapushpika Acht einzelne Blüten mit acht zugeordneten Mantras; im Werk unter anderem vor dem Bad und am Abschluss Teil 2
Japa mit dreifacher Hingabe 108 Wiederholungen; anschließend Japa, Handeln und sich selbst darbringen Teil 3
Guru- und Schriftenverehrung Dank an den Lehrer und an die überlieferte Erkenntnis Teil 3
Kurze Bali-Gabe Eine kleine Speisegabe an die im Text angerufenen Wesen und Hüter Teil 3
Damanaka-Darbringung Frühlingsgabe mit Anrufung der Pflanze, fünf Darbringungsformeln und Abschlussbitte Teil 3
Pavitra-Anlegen Genau beschriebene Kernhandlung des Jahresritus für dessen kundige Leiter; kein Ersatz für das vollständige Fest Teil 3
Gabe an eine Kuh; Spendenwidmung Zwei kurze, im Werk ausdrücklich mit Gebeten verbundene Handlungen Teil 3

Wer kann die Rituale ausführen?

Die Kriyakramadyotika ist ein Ritualhandbuch des Shaiva Siddhanta. Sie setzt bei der förmlichen Mantrapraxis Einweihung und Unterweisung voraus und unterscheidet unter anderem Samayin, Putraka, Sadhaka und Acharya. Puja-Erfahrung und richtige Sanskrit-Aussprache allein sind im historischen System nicht gleichbedeutend mit der Befugnis zu allen beschriebenen Handlungen.

  • Für mit den betreffenden Shaiva-Mantras vertraute und dazu unterwiesene Praktizierende: Die erläuterten Handgriffe und ausgeschriebenen Formeln dienen als praktische Gedächtnisstütze.
  • Für Puja-Erfahrene aus einer anderen Tradition: Teil 2 stellt eine ausdrücklich redaktionelle Kurzfassung zum Verständnis und zur abgestimmten persönlichen Praxis bereit. Er beansprucht nicht, die Einweihungsregeln der eigenen Tradition aufzuheben.
  • Für einen traditionellen Tempelritus: Maßgeblich bleiben die Tempelüberlieferung und ihr befugter Leiter. Besonders Homa und das vollständige Pavitra-Fest verlangen mehr als allgemeine Puja-Kenntnisse. Der Grundtext unterscheidet in 1.59 ausdrücklich zwischen Personen mit und ohne Befugnis zum Feueropfer.

Die angegebenen Zwecke beschreiben die religiöse Bedeutung der Handlungen. Sie sind keine Zusicherung bestimmter äußerer Erfolge.

Was ist wortgetreu, was ist bearbeitet?

Die Mantras und Gebete stammen aus dem bereitliegenden Sanskrittext einschließlich seiner Kommentare. Deutsche Handlungsanweisungen sind aus diesen Stellen erarbeitet. Wenn der Text nur „mit dem Herzmantra“ sagt, wird die zuvor im Werk gegebene Formel ausgeschrieben. Solche Auflösungen sind keine zusätzlichen Sanskritverse.

Die kurze Puja in Teil 2 ist eine redaktionelle Auswahl und Verbindung belegter Ritualbausteine. Sie lässt die ausführliche Tattva-Auflösung, den gesamten Mantrathron, die 38 Kala-Nyasas, die vollständige Avarana-Puja, Sonnen-Puja und Homa aus. Sie darf deshalb nicht als vollständige Nityapuja Aghoraśivas bezeichnet werden. Ihre einzelnen Handlungen sind dagegen so beschrieben, dass ihre Durchführung nachvollziehbar ist. Ihre vereinfachten Übergänge werden ausdrücklich benannt.

Die Anleitungen in Teil 3 sind eigenständige kleine Handlungen oder klar bezeichnete Abschnitte eines größeren Ritus. Das Pavitra-Anlegen ist ein solcher Abschnitt. Auch die Damanaka-Andacht ersetzt nicht das vollständige Tempelfest. Die Ausgabe selbst weist bei Damanaka auf fehlende Grundtextstellen hin, auf die sich der Kommentar noch bezieht.

Mit dem Text praktizieren

Lies vor Beginn die betreffende Anleitung vollständig. Stelle die Materialien in Griffweite bereit. Rezitiert wird ausschließlich der unter Sprechen beziehungsweise in der Mantraspalte stehende Sanskrittext. Die deutschen Handlungsanweisungen werden ausgeführt, nicht rezitiert. Die Übersetzung hilft beim Verstehen; sie kann vor der Handlung still vergegenwärtigt werden.

Einmal bedeutet in diesen Arbeitsanleitungen bei ungezählten Einzelhandlungen eine praktikable redaktionelle Ausführung, nicht eine im Quelltext ausdrücklich vorgeschriebene Zahl. Wo das Werk selbst eine Zahl nennt, ist das vermerkt. Zusätzliche Mengenangaben wie „ein Teelöffel“ dienen der praktischen Einrichtung und sind keine historischen Maßvorschriften.

Die Silben hāṃ, hīṃ, hūṃ, haiṃ, hauṃ, haḥ sind Bija-Silben. Sie werden als heilige Lautformen rezitiert und haben keine gewöhnliche wörtliche Übersetzung. Namaḥ bedeutet „Verehrung“ beziehungsweise „Verneigung“. Svāhā, svadhā, vauṣaṭ und phaṭ sind rituelle Schlusslaute mit unterschiedlichen Funktionen. Insbesondere ist svāhā im Werk auch bei Wassergaben und anderen Darbringungen belegt; es bedeutet nicht automatisch, dass etwas ins Feuer gegeben wird.

Quellen und redaktionelle Grenzen

Arbeitsgrundlage: Kriyakramadyotika Sanskrit IAST, M00126, Grundtext mit Nirmalamaṇis Prabhā, sowie der in derselben Datei enthaltene Kommentar Kacchapeśvaras M00324. Die Quellendatei bezeichnet die erste Grundlage als Ausgabe Chidambaram 1927 und die zweite als IFP-Transkript T00109. Herkunft des elektronischen Textes: Muktabodha Indological Research Institute; Lizenzangabe der Vorlage: CC BY-NC 4.0. Die Bearbeitung umfasst deutsche Übersetzungen, praktische Gliederung, ausgeschriebene Mantraverweise und ausdrücklich bezeichnete Kürzungen.

Die Kennungen 1.7, 1.13, 1.51, 2.37, 3.1 usw. sind die redaktionellen Grundtextanker der Quellendatei, keine Originalversnummern. Sie ermöglichen den Vergleich mit Kriyakramadyotika Sanskrit IAST. Unklare Lesungen werden lokal erläutert. Ein unabhängiger vollständiger Abgleich mit einem Druckscan ist nicht erfolgt.

Siehe auch