Kriyakramadyotika Rituale Teil 1
Kriyakramadyotika Rituale Teil 1 beschreibt drei vorbereitende Handlungen: das shaivische Achamana, die Berührung von Händen und Körper mit Mantras und die Wasserdarbringung mit der Shiva-Gayatri. Jede Anleitung nennt Materialien, Ausführung und Rezitation. Zur Einordnung siehe Kriyakramadyotika Rituale. Anschließend kann die kurze Shiva-Puja folgen.
Voraussetzung: Die formelle Anwendung dieser Shaiva-Mantras gehört im Werk zur unterwiesenen, eingeweihten Praxis. Die folgenden Erläuterungen erklären die Ausführung; sie verleihen keine neue rituelle Befugnis. Der Sandhya-Abschnitt ist ein abgegrenzter Kernritus, nicht die gesamte historische Sandhya.
1. Shaiva-Achamana: drei Schlucke zur rituellen Sammlung
Zweck: Vorbereitung auf die Verehrung und erneute Sammlung zwischen Ritualabschnitten. Die drei Wassergaben beziehen sich auf Atma-, Vidya- und Shiva-Tattva. Der Prabhā-Kommentar verbindet die Schlussformel svadhā hier auch mit Reinigung der Sprache.
Wer: Unterwiesene Praktizierende der entsprechenden Shaiva-Praxis. Die Anleitung ist ein vollständiger kleiner Vorbereitungsschritt; sie ersetzt weder körperliche Reinigung noch die gesamte Puja-Vorbereitung.
Bereitlegen: Trinkwasser in einem kleinen Gefäß, einen Löffel und eine getrennte Auffangschale für das Spülen. Kein mit Duftstoffen versetztes Arghya-Wasser trinken. Diese Trennung der Gefäße ist eine praktische Einrichtung der Anleitung.
Quelle: Grundtext 1.7 und Prabhā, Druckseiten 44–47.
Schritt 1: Platz nehmen und die Hand vorbereiten
Setze dich mit Blick nach Osten oder Norden hin. Der Quelltext nennt einen unbedeckten Kopf und zusammengebundenes Haar. Betrachte das saubere Wasser. Spüle die rechte Hand über der Auffangschale ab. Gib eine kleine Menge Trinkwasser in die leicht gewölbte rechte Hand; Daumen und kleiner Finger bleiben abgespreizt. Getrunken wird über den Handrand am Daumenballen, das im Kommentar erklärte Brahmatirtha.
Schritt 2: Erster Schluck
Tun: Halte das Wasser in der rechten Hand, sprich die Formel und nimm einen kleinen, stillen Schluck über den Daumenballen. Spüle anschließend die Hand und nimm neues Wasser.
Sprechen: oṃ hāṃ ātmatattvāya svadhā
Bedeutung: „Om. Dem Atma-Tattva, der Ebene der individuellen Seele und ihres Erfahrungsbereichs, sei diese Gabe geweiht.“ Hāṃ bleibt als Bija unübersetzt.
Schritt 3: Zweiter Schluck
Tun: Nimm in gleicher Weise den zweiten kleinen Schluck; spüle danach die Hand und nimm frisches Wasser.
Sprechen: oṃ hīṃ vidyātattvāya svadhā
Bedeutung: „Om. Dem Vidya-Tattva, der Ebene der Erkenntnis, sei diese Gabe geweiht.“
Schritt 4: Dritter Schluck
Tun: Nimm den dritten kleinen Schluck und spüle die Hand.
Sprechen: oṃ hūṃ śivatattvāya svadhā
Bedeutung: „Om. Dem Shiva-Tattva, der Ebene Shivas, sei diese Gabe geweiht.“
Schritt 5: Lippen und Sinnesöffnungen berühren
Tun: Streiche mit dem Daumenballen zweimal über die geschlossenen Lippen. Sprich dazu das Astramantra. Streiche anschließend einmal mit der Handfläche abwärts über den Mundbereich.
Sprechen: oṃ haḥ astrāya phaṭ
Bedeutung: „Om. Der schützenden Mantrawaffe: phaṭ.“ Phaṭ ist der abschneidende Schutzlaut, keine gewöhnliche Wortbedeutung.
Tun: Verbinde Daumen und Ringfinger der rechten Hand. Berühre behutsam nacheinander Mund, rechte und linke Nasenseite, den Bereich vor rechtem und linkem Auge, rechtes und linkes Ohr, Nabel, Herz, rechte und linke Schulter und Kopf. An Augen und Ohren genügt eine äußere leichte Berührung; nicht in die Öffnungen greifen. Sprich bei jeder Berührung das Herzmantra. Die Wiederholung bei jeder Stelle ist die ausgeschriebene praktische Umsetzung der Anweisung „mit dem Herzmantra berühren“.
Sprechen: oṃ hāṃ hṛdayāya namaḥ
Bedeutung: „Om. Verehrung dem Herzen“, hier dem Herzglied des göttlichen Mantrakörpers.
Abschluss: Lege die Hände kurz ruhig ab. Gehe erst dann zur nächsten Handlung über.
2. Kara- und Anga-Nyasa: Hände und Körper weihen
Zweck: Die Hände werden zu bewussten Werkzeugen der Verehrung; im Körper werden die Mantragestalten Shivas vergegenwärtigt. Nyasa bedeutet hier das rituelle Setzen der Mantras durch Berührung und Vorstellung. Die Kriyakramadyotika nennt die Verbindung von Hand- und Körpernyasa Sakalikarana.
Wer: Für Praktizierende mit Unterweisung in diesen Mantras. Dies ist keine medizinische oder körperliche Veränderung, sondern eine rituelle Vergegenwärtigung.
Bereitlegen: Nur einen sauberen Sitz. Führe zuvor Achamana aus. Weder Asche noch Wasser müssen während jeder Berührung verwendet werden.
Quelle: Grundtext 1.13 und Prabhā, Druckseiten 61–69; zum Wortlaut einzelner Formeln zusätzlich 1.37–1.38 und 1.46. Die Fingerzuordnungen unten folgen der Erläuterung des Prabhā-Kommentars. Unterschiedliche Körperorte von Grundtext und Kommentar sind unten benannt.
Schritt 1: Die Hände reinigen
Tun: Strecke die Hände vor dir aus. Vergegenwärtige zuerst die rechte Handfläche, dann ihren Rücken, anschließend die linke Handfläche und ihren Rücken als vom Licht des Schutzmantras gereinigt, jeweils bis zum Handgelenk. Sprich die folgende Formel zu jedem der vier Bereiche.
Sprechen: oṃ haḥ astrāya phaṭ
Bedeutung: „Om. Der schützenden Mantrawaffe: phaṭ.“
Tun: Stelle dir nun beide Hände als von einem klaren, nektargleichen Strom erfüllt vor. Sprich:
Sprechen: oṃ hauṃ śaktaye vauṣaṭ
Bedeutung: „Om. Der göttlichen Kraft sei diese Weihe dargebracht.“ Hauṃ und vauṣaṭ bleiben rituelle Laute.
Schritt 2: Sitz und Gestalt in die Handflächen setzen
Tun: Berühre jede Handfläche mit dem zugehörigen Daumen. Sprich bei jeder Hand zunächst die erste, dann die zweite Formel. Stelle dir einen lichten Sitz und darauf Shivas Lichtgestalt vor.
Sprechen: oṃ hāṃ śivāsanāya namaḥ
Bedeutung: „Om. Verehrung dem Sitz Shivas.“
Sprechen: oṃ hāṃ haṃ hāṃ śivamūrtaye namaḥ
Bedeutung: „Om. Verehrung der Gestalt Shivas.“ Die Bija-Folge wird unübersetzt rezitiert.
Schritt 3: Die fünf Brahmamantras an den Fingern setzen
Führe die Zuordnung an beiden Händen aus. Man kann jeweils denselben Finger rechts und links nacheinander berühren und dabei die Formel wiederholen; diese zeitliche Aufteilung dient der leichteren Ausführung.
| Tun | Sprechen | Deutsche Bedeutung |
|---|---|---|
| Den Daumen mit dem Zeigefinger berühren. | oṃ hoṃ īśānamūrdhāya namaḥ | „Verehrung dem Haupt als Ishana.“ |
| Den Zeigefinger mit dem Daumen berühren. | oṃ heṃ tatpuruṣavaktrāya namaḥ | „Verehrung dem Gesicht als Tatpurusha.“ |
| Den Mittelfinger mit dem Daumen berühren. | oṃ huṃ aghorahṛdayāya namaḥ | „Verehrung dem Herzen als Aghora.“ |
| Den Ringfinger mit dem Daumen berühren. | oṃ hiṃ vāmadevaguhyāya namaḥ | „Verehrung dem verborgenen Körperbereich als Vamadeva.“ |
| Den kleinen Finger mit dem Daumen berühren. | oṃ haṃ sadyojātamūrtaye namaḥ | „Verehrung der Gestalt als Sadyojata.“ |
Lesung: Das zweifelhafte vāmadevaktrāya? in 1.13 wird hier durch das im selben Werk klar belegte vāmadevaguhyāya aus 1.37 und 1.46 ersetzt. Hoṃ für Ishana folgt 1.13 und 1.46; 1.37 hat abweichend hāṃ.
Schritt 4: Lichtgestalt, Augen und Shiva-Mantra
Tun: Berühre beide Handflächen wieder mit ihren Daumen.
Sprechen: oṃ hāṃ hauṃ vidyādehāya namaḥ
Bedeutung: „Om. Verehrung dem aus Erkenntnis bestehenden göttlichen Leib.“
Tun: Berühre jede Handfläche mit den drei mittleren Fingern der anderen Hand, also mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger gemeinsam.
Sprechen: oṃ hauṃ netrebhyo namaḥ
Bedeutung: „Om. Verehrung den göttlichen Augen.“
Tun: Berühre die Mitte beider Handflächen mit den Daumen und stelle dir Shiva als die ganze Hand durchdringend vor.
Sprechen: oṃ hāṃ hauṃ śivāya namaḥ
Bedeutung: „Om. Verehrung Shiva.“
Lesung: Vidyādehāya folgt 1.38; an der entsprechenden Stelle von 1.13 steht vidyādevāya. Die ausgeschriebene Shiva-Formel ist im Prabhā-Kommentar zu 1.6 und 1.23 belegt.
Schritt 5: Die fünf Gliedmantras an die Finger setzen
Berühre an jeder Hand nacheinander die folgenden Finger. Benutze dazu den Daumen; den Daumen selbst berühre mit dem Zeigefinger.
| Finger | Sprechen | Deutsche Bedeutung |
|---|---|---|
| Kleiner Finger | oṃ hāṃ hṛdayāya namaḥ | „Verehrung dem Herzen.“ |
| Ringfinger | oṃ hīṃ śirase namaḥ | „Verehrung dem Haupt.“ |
| Mittelfinger | oṃ hūṃ śikhāyai namaḥ | „Verehrung dem Scheitelbüschel“, dem oberen Schutzglied. |
| Zeigefinger | oṃ haiṃ kavacāya namaḥ | „Verehrung dem Schutzpanzer.“ |
| Daumen | oṃ haḥ astrāya namaḥ | „Verehrung der Mantrawaffe.“ |
Tun: Umkreise die Hände mit dem rechten Zeigefinger und denke sie in einen Schutzmantel gehüllt. Sprich oṃ haiṃ kavacāya namaḥ – „Verehrung dem Schutzpanzer.“ Füge die Hände zusammen und sprich oṃ hāṃ hauṃ śivāya vauṣaṭ – „Om. Shiva sei diese Weihe dargebracht.“ Vergegenwärtige alle gesetzten Mantras als in Shiva vereint.
Schritt 6: Sitz und Gestalt im Herzen setzen
Tun: Verbinde rechten Daumen und Ringfinger und berühre das Herz. Sprich nacheinander:
oṃ hāṃ śivāsanāya namaḥ – „Verehrung dem Sitz Shivas.“
oṃ hāṃ haṃ hāṃ śivamūrtaye namaḥ – „Verehrung der Gestalt Shivas.“
Schritt 7: Fünf Körperstellen berühren
| Tun | Sprechen | Deutsche Bedeutung |
|---|---|---|
| Bilde eine lockere rechte Faust und berühre mit dem Daumen den Scheitel. | oṃ hoṃ īśānamūrdhāya namaḥ | „Verehrung dem Haupt als Ishana.“ |
| Verbinde Daumen und Zeigefinger und berühre den Gesichtsbereich. | oṃ heṃ tatpuruṣavaktrāya namaḥ | „Verehrung dem Gesicht als Tatpurusha.“ |
| Verbinde Daumen und Mittelfinger und berühre das Herz. | oṃ huṃ aghorahṛdayāya namaḥ | „Verehrung dem Herzen als Aghora.“ |
| Verbinde Daumen und Ringfinger und berühre den Nabel. | oṃ hiṃ vāmadevaguhyāya namaḥ | „Verehrung dem verborgenen Körperbereich als Vamadeva.“ |
| Verbinde Daumen und kleinen Finger und berühre die Knie. | oṃ haṃ sadyojātamūrtaye namaḥ | „Verehrung der Gestalt als Sadyojata.“ |
Zur Ausführung: Nabel und Knie folgen ausdrücklich dem Prabhā-Kommentar. Der Grundtext nennt an diesen Stellen den verborgenen Bereich und die Füße. Die folgende Ausführung bleibt bei den Zuordnungen des Kommentars.
Schritt 8: Augen, Herz und Schutzglieder
Tun: Berühre mit Daumen und Ringfinger das Herz und sprich oṃ hāṃ hauṃ vidyādehāya namaḥ – „Verehrung dem Erkenntnisleib.“ Führe Zeige-, Mittel- und Ringfinger gemeinsam behutsam vor rechtes Auge, linkes Auge und Stirnmitte; sprich jeweils oṃ hauṃ netrebhyo namaḥ – „Verehrung den göttlichen Augen.“ Berühre erneut mit Daumen und Ringfinger das Herz und sprich oṃ hāṃ hauṃ śivāya namaḥ – „Verehrung Shiva.“
Setze nun die Schutzglieder:
- Herz mit Daumen und kleinem Finger: oṃ hāṃ hṛdayāya namaḥ – „Verehrung dem Herzen.“
- Kopf mit Daumen und Ringfinger: oṃ hīṃ śirase namaḥ – „Verehrung dem Haupt.“
- Scheitelbereich mit Daumen und Mittelfinger: oṃ hūṃ śikhāyai namaḥ – „Verehrung dem Scheitelbüschel.“
- Mit beiden Zeigefingern einen umhüllenden Verlauf vom Halsbereich zur Brustmitte anzeigen: oṃ haiṃ kavacāya namaḥ – „Verehrung dem Schutzpanzer.“
- Mit dem Ringfinger der jeweils anderen Hand jede Handfläche berühren: oṃ haḥ astrāya namaḥ – „Verehrung der Mantrawaffe.“
Schritt 9: Schutz und Einheit
Tun: Schlage mit den vier rechten Fingern, ohne den Daumen, dreimal leicht in die linke Handfläche. Sprich dabei oṃ haḥ astrāya phaṭ. Zeige danach mit einer Schnippbewegung die Richtungen ringsum sowie oben und unten an; sprich zu jeder Richtung dieselbe Schutzformel. Vergegenwärtige den Raum als geschützt. Umkreise mit dem rechten Zeigefinger deinen Körperraum und sprich oṃ haiṃ kavacāya namaḥ.
Tun: Führe beide Hände mit einander zugewandten Handflächen vor dem Körper vom Fußbereich aufwärts bis zum Kopf. Diese im Kommentar beschriebene Mahamudra bringt die Einheit des Mantrakörpers zum Ausdruck. Eine bequeme, angedeutete Bewegung genügt für diese erläuternde Ausführung.
Sprechen: oṃ hāṃ hauṃ śivāya vauṣaṭ
Bedeutung: „Om. Shiva sei diese Weihe dargebracht.“
Bleibe einen Augenblick still sitzen. Hände, Atem und Aufmerksamkeit sind nun auf die Verehrung gerichtet.
3. Shiva-Gayatri und dreifaches Wasseropfer
Zweck: Verehrung Shivas als Licht im Sonnenkreis und Sammlung an einer Tageswende. Der Grundtext nennt nach den Wassergaben sieben oder zehn Wiederholungen der Gayatri.
Wer: Für entsprechend unterwiesene Shaiva-Praktizierende. Die vollständige Sandhya der Kriyakramadyotika umfasst zusätzlich Tirtha-Bereitung, Reinigungen, stufenspezifische Meditationen und umfangreiches Tarpana. Hier wird der zusammenhängende Abschnitt Gayatri – Arghya – Japa – Widmung aus 1.18 ausgeführt. Er ist als Kernhandlung ausgewiesen, nicht als Ersatz aller Sandhya-Pflichten.
Bereitlegen: Sauberes Wasser, ein Ausgießgefäß und eine große Auffangschale; wenn vorhanden rituell verwendbares Kusha-Gras. Stelle dich oder setze dich so hin, dass die Wassergaben ohne Verschütten über dem Auffanggefäß ausgeführt werden können. Der Blick nach Osten am Morgen ist hier eine praktische Orientierung; nicht in die Sonne starren.
Schritt 1: Vorbereitung und Meditation
Führe Achamana und, wenn es zu deiner unterwiesenen Praxis gehört, das oben erklärte Sakalikarana aus. Stelle dir Sadashiva inmitten eines leuchtenden Sonnenkreises vor. Diese Möglichkeit wird in 1.18 ausdrücklich genannt. Atme ruhig weiter. Für diesen ausgewählten Kernabschnitt wird keine Atemanhalteübung ergänzt.
Schritt 2: Erste Wassergabe
Tun: Füge die Handflächen zu einer kleinen Schale zusammen. Halte gegebenenfalls Kusha-Gras mit. Nimm Wasser in die Hände, sprich die vollständige Gayatri und lasse das Wasser als Gabe in die Auffangschale fließen.
Sprechen:
oṃ tanmaheśāya vidmahe vāgviśuddhāya dhīmahi |
tan naḥ śivaḥ pracodayāt ||
Übersetzung: „Om. Wir wollen jenen großen Herrn erkennen. Wir meditieren über den in seiner Rede vollkommen Reinen. Möge Shiva uns anregen und erleuchten.“ Pracodayāt bezeichnet das Antreiben beziehungsweise Anregen unserer Erkenntniskraft; „erleuchten“ verdeutlicht diesen Gebetssinn.
Schritt 3: Zweite und dritte Wassergabe
Tun: Nimm erneut Wasser, wiederhole dieselbe vollständige Gayatri und gieße es aus. Führe die Handlung ein drittes Mal aus. Es sind insgesamt drei Gaben, nicht drei Gaben zu jeder Zeile.
Sprechen, bei jeder Gabe:
oṃ tanmaheśāya vidmahe vāgviśuddhāya dhīmahi |
tan naḥ śivaḥ pracodayāt ||
Bedeutung: Wie im vorigen Schritt: Erkenntnis und Meditation auf den großen Herrn, Bitte um Shivas erhellenden Impuls.
Schritt 4: Sieben oder zehn Wiederholungen
Tun: Lege die Hände ruhig ab und wiederhole die Gayatri sieben- oder zehnmal. Wähle eine der beiden im Werk genannten Zahlen und zähle die vollständige zweizeilige Formel als eine Wiederholung. In diesem Schritt wird kein Wasser gegossen.
Sprechen:
oṃ tanmaheśāya vidmahe vāgviśuddhāya dhīmahi |
tan naḥ śivaḥ pracodayāt ||
Schritt 5: Die Wiederholung darbringen
Tun: Gib wiederum dreimal Wasser aus den zusammengelegten Händen. Vergegenwärtige dabei, dass auch das eben ausgeführte Japa Shiva gehört.
Sprechen, bei jeder der drei Gaben: oṃ hāṃ hauṃ śivāya svāhā
Bedeutung: „Om. Shiva sei diese Gabe dargebracht.“
Abschluss dieses Kernabschnitts: Füge die Hände vor dem Herzen zusammen. Wer die vollständige Shaiva-Sandhya vollzieht, fährt an dieser Stelle mit dem im Werk anschließenden Mantra- und Devata-Tarpana fort. Wer den ausdrücklich ausgewählten Kernabschnitt als eigene Andacht verwendet, beschließt ihn hier in Stille. Diese Abgrenzung ist redaktionell.
Quellenhinweise zu den Mantras
Die Handschrift- beziehungsweise E-Text-Schreibungen tatva/tattva, mūrddha/mūrdha und zusammengezogene Wortgrenzen werden zur Lesbarkeit vereinheitlicht. Die Gayatri folgt 1.18; sie wird nicht durch eine bekanntere andere Shiva-Gayatri ersetzt. Die Formeln für Astramantra, Herzmantra und Nyasa folgen den oben genannten Abschnitten derselben Quelle. Beim Nyasa werden die lokal erläuterten Lesungsentscheidungen verwendet; eine fehlerfreie kritische Edition wird nicht beansprucht.
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