Kamadeva und Rati Blütenpuja mit acht Kama Namen

Aus Yogawiki

Kamadeva und Rati Blütenpuja mit acht Kama Namen verbindet neun Blütengaben mit der Kama-Gayatri und einem Schlusslob. Die Bilder des Frühlings und der Blütenpfeile laden dazu ein, Schönheit wahrzunehmen und Zuwendung bewusst zu schenken.

Blüten sind in vielen Ritualen eine Gabe von Schönheit und Hingabe.

Umfang: Rati-Gabe, acht Kama-Namensgaben, 108 Gayatri-Wiederholungen und Schlussgebet.

Anlass, Voraussetzungen und Material

Für in die verwendeten Bijas eingeführte Praktizierende. Benötigt werden neun Blüten oder Blütenblätter, eine Schale und eine Zählhilfe. Dauer: etwa 15 bis 20 Minuten.

Pushpanjali erläutert die Blütendarbringung, Archanam die Verehrung mit göttlichen Namen. Ein größerer Rahmen für solche Gaben findet sich in der Großen Yoga Vidya Puja. Der hier beschriebene Ablauf ist in sich vollständig ausgeschrieben.

1. Den Blütenplatz bereiten

Lege neun Blüten oder Blütenblätter bereit. Stelle ein kleines Bild göttlicher Liebe oder einfach eine leere, saubere Schale vor dich. Fasse die Absicht, Herzlichkeit, Schönheit und achtungsvolle Zuwendung zu pflegen. Widme die Darbringung an Kama und Rati deiner eigenen Fähigkeit zu liebevollem und respektvollem Handeln.

2. Kama und Rati anrufen

Lege die Hände vor dem Herzen zusammen. Vergegenwärtige Kamadeva als Kraft der Liebe und Rati als Freude an liebevoller Begegnung. Sprich zunächst:

klīṃ kāmadevāya namaḥ

Klim. Verehrung Kamadeva, dem Gott der Liebe.

Lege eine Blüte für Rati nieder und sprich:

hrīṃ ratyai namaḥ

Hrim. Verehrung Rati.

3. Acht Blüten mit den acht Namen darbringen

Lege für jede Zeile eine Blüte nieder. Sprich die ganze Formel einmal, bevor du die nächste Gabe nimmst.

Name und Bedeutung Vollständige Formel
Kama – Wunsch und Liebe oṃ klīṃ kāmāya namaḥ
Bhasmasharira – dessen Leib zu Asche wurde oṃ klīṃ bhasmaśarīrāya namaḥ
Ananga – der Körperlose oṃ klīṃ anaṅgāya namaḥ
Manmatha – der das Herz bewegt oṃ klīṃ manmathāya namaḥ
Vasantasakha – Freund des Frühlings oṃ klīṃ vasantasakhāya namaḥ
Smara – der in Erinnerung Lebende oṃ klīṃ smarāya namaḥ
Ikshudhanurdhara – Träger des Zuckerrohrbogens oṃ klīṃ ikṣudhanurdharāya namaḥ
Pushpabana – der mit Blütenpfeilen oṃ klīṃ puṣpabāṇāya namaḥ

4. Die Kama-Gayatri rezitieren

Verweile bei den Blüten und sprich die folgende Gayatri 108-mal. Die auf die Blütengaben folgende Rezitation ist die hier gewählte Anwendung der Quellformel.

kāmadevāya vidmahe puṣpabāṇāya dhīmahi tan no'naṅgaḥ pracodayāt |

Wir möchten den Gott der Liebe erkennen; über den Träger der Blütenpfeile meditieren wir. Möge Ananga uns anregen.

Jede ganze Formel zählt einmal. Halte die Aussprache ruhig und den Atem frei.

5. Die Verehrung beschließen

Lege die Hände wie zu einer Blütengabe zusammen und sprich:

namo'stu puṣpabāṇāya jagadānandakāriṇe |
manmathāya jagannetraratiprītipradāyine ||

Verehrung dem Träger der Blütenpfeile, der der Welt Freude bringt; dem das Herz bewegenden Manmatha, der den Augen der Welt Liebe und Freude schenkt.

Das Wort Rati bezeichnet Freude und Liebe und ist zugleich der Name der Gefährtin Kamas. Die verdichtete Schlusswendung wird hier auf die Freude am Schönen bezogen. Verneige dich still. Lass die Blüten noch eine Weile am Verehrungsplatz liegen. Eine liebevolle, respektvolle Handlung im Alltag kann die Andacht weitertragen.

Vertiefung

Yoga-Vidya-Vortrag zu Anlässen für eine Puja. Der Beitrag ergänzt die Anleitung; der konkrete Ritualablauf steht oben.

Siehe auch

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Quellen und redaktionelle Hinweise

Mantramahodadhi von Mahīdhara, Sanskrit-IAST-Projektfassung mit gesonderten Erläuterungen aus der Naukā. 23.7–8: Kama- und Rati-Mantra; 23.15–17: acht Kama-Namen mit Om, Kama-Bija, Dativ und Namah; 23.19–23: 108 Gayatri-Wiederholungen und Schlusslob. Die Quelle stellt diese Handlung in die Vorbereitung des Damana-Festes. Hier wird daraus ausdrücklich eine selbständige Blütenandacht gestaltet; Pflanzenaushebung, Mandala, Nachtwache und das vollständige Damana-Fest werden nicht behauptet. Das Kompositum „jagannetraratiprītipradāyine“ wird vollständig beibehalten, seine mehrdeutige Gliederung wird hier als jagannetra–rati–prīti gelesen: Freude und Liebe für die Augen der Welt.