Dharmabala

Aus Yogawiki
Dharmabala

Dharmabala (Sanskrit: dharmabala n.) = die aus der Rechtschaffenheit (dharma) kommende Stärke.

Dharmabala ist ein zusammengesetzter Sanskrit-Ausdruck, der sich aus dharma und bala zusammensetzt.

  • Dharma hat ein weites Bedeutungsfeld: es umfasst Pflichten, sittliche Ordnung, rechtschaffenes Verhalten, die kosmische Gesetzmäßigkeit und je nach Kontext auch die individuelle Lebensaufgabe oder Tugend.
  • Bala bedeutet Kraft, Stärke oder Vermögen. Zusammen bezeichnet Dharmabala also die Kraft oder Stärke, die aus der Befolgung von dharma erwächst oder die erforderlich ist, um dharma zu verwirklichen.

Im praktischen und philosophischen Sinn meint Dharmabala zunächst die innere Stabilität und Standfestigkeit, die es dir erlaubt, nach ethischen Prinzipien zu handeln, auch wenn äußere Umstände widrig sind. Diese Stärke zeigt sich als moralischer Mut, Ausdauer, Selbstdisziplin und Integrität: du tust das Richtige nicht nur aus intellektueller Einsicht, sondern aus einer gefestigten inneren Kraft heraus. In religiösen und rituellen Zusammenhängen kann Dharmabala außerdem die Wirksamkeit ritueller Handlungen bezeichnen, also die spirituelle Energie, die Rituale oder Tugenden kultivieren und die gewünschten Wirkungen herbeiführen soll.

Historisch und textlich taucht der Begriff in verschiedenen indischen Traditionen auf. In epischen und vedischen Texten kann Dharmabala die göttliche oder kosmische Unterstützung sein, die Helden befähigt, gerecht zu handeln; in philosophischen oder ethischen Abhandlungen wird er als innere Qualität beschrieben, die durch Praxis, Studium und Selbstbeherrschung wächst. In der yogischen und tantrischen Praxis kann Dharmabala zugleich eine subtile, energetische Dimension haben: die Ausrichtung von willentlicher Kraft und ethischer Absicht, die spirituelle Entwicklung fördert.

Wichtig ist, dass Dharmabala nicht bloß äußerliche Stärke oder Macht meint. Es geht nicht um das Durchsetzen eigener Interessen um jeden Preis, sondern um die Kraft, in Übereinstimmung mit dem sittlichen und oft auch mit dem kosmischen Ordnungsprinzip zu handeln. Wer Dharmabala besitzt, bleibt auch in Versuchungssituationen, in Unglück oder sozialem Druck seiner Verantwortung treu und handelt so, dass langfristig Harmonie und Gerechtigkeit gefördert werden.

Siehe auch