Bhadra Dvadasha Nama
Bhadra Dvadasha Nama – den Morgen mit zwölf Namen der Hüterin schwieriger Zeiten beginnen ist eine kurze morgendliche Namensverehrung für Menschen, die einen angespannten Tag mit Sammlung und Schutzvertrauen beginnen möchten. Die zwölf Namen gelten Bhadra, im Bhavishya Purana auch Vishti genannt. Sie erscheint dort als Tochter von Surya und Chhaya sowie als Schwester Shanis. Ihre wilde Gestalt verkörpert die Erfahrung, dass Vorhaben Grenzen und Störungen begegnen. Die Namenandacht wendet sich dieser Macht ehrerbietig zu. Das Kapitel nennt sie ausdrücklich als selbstständige Praxis unmittelbar nach dem Aufstehen, bevor es ein anderes, umfangreiches Fasten- und Feueropfergelübde beschreibt.
Vorbereitung
Für diese kurze Fassung sind keine Gegenstände vorgeschrieben. Du kannst am häuslichen Altar oder an einem ruhigen Platz stehen oder sitzen. Die Quelle bindet das morgendliche Sprechen nicht an das tatsächliche Eintreten des astrologischen Karana Vishti. Ein bestimmter Wochentag und eine Wiederholungszahl werden ebenfalls nicht genannt.
Diese Namenandacht ist keine vollständige Bhadra-Puja und nicht das siebzehnmalige Bhadra Vrata mit Feueropfer. Sie wird hier entsprechend der ausdrücklichen Einzelanweisung in Vers 28 durchgeführt.
Durchführung
1. Nach dem Aufstehen innehalten
Wende die Aufmerksamkeit für einen Augenblick nach innen. Die Wahl eines ruhigen Sitzes und das Zusammenlegen der Hände sind praktische Hilfen, keine zusätzlichen Pflichtgesten des Quelltexts.
2. Die zwölf Namen sprechen
Rezitiere die folgende Namensfolge ruhig. Sie endet nach dem zwölften Namen; die anschließenden Worte des Quellverses beschreiben das morgendliche Rezitieren und gehören nicht zu den Namen:
dhanyā dadhimukhī bhadrā mahāmārī kharānanā |
kālarātrirmahārudrā viṣṭiśca kulaputrikā ||
bhairavī ca mahākālī asurāṇāṃ kṣayaṃkarī |
Übersetzung: Die Begnadete; die mit dem quarkfarbenen Gesicht; die Segensreiche; die große Seuchenmacht; die Eselgesichtige; die Nacht der Zeit und Auflösung; die große Wilde; Vishti; die Tochter der Familie; die Furchterregende; die große Kali; die Vernichterin der Asuras.
Die Namen lauten einzeln: Dhanya, Dadhimukhi, Bhadra, Mahamari, Kharanana, Kalaratri, Maharudra, Vishti, Kulaputrika, Bhairavi, Mahakali und Asuranam Kshayankari. Der letzte Ausdruck ist ein zusammengehöriger Name.
3. Die Begegnung innerlich abschließen
Lass nach der Namensfolge einen ruhigen Augenblick folgen. Du kannst als persönliche, nicht überlieferte Bitte hinzufügen: „Möge ich heute Grenzen erkennen und ohne Härte handeln.“ Eine Opfergabe oder ein Feuerabschluss ist für diese eigenständige Morgenanweisung nicht vorgeschrieben.
Rezitation in Devanagari
धन्या दधिमुखी भद्रा महामारी खरानना ।
कालरात्रिर्महारुद्रा विष्टिश्च कुलपुत्रिका ॥
भैरवी च महाकाली असुराणां क्षयंकरी ।
Spiritueller Abschluss
Die furchterregenden Namen müssen nicht gegen einen Menschen gerichtet werden. Im Geist von Ahimsa kann die Andacht daran erinnern, rechtzeitig innezuhalten, Hindernisse nüchtern anzusehen und zugleich freundlich zu bleiben. Das ist eine heutige spirituelle Anwendung der Namen, kein Ersatz für den umfangreicheren Ritus im selben Kapitel.
Quellen und verwandte Praxis
- Bhavishya Purana, Uttaraparvan 117, Verse 27–30; Abgrenzung vom Gelübde in Versen 31–46. Sanskrittext. Eigenständige deutsche Ausarbeitung; Gebete unmittelbar aus dieser Sanskritfassung übertragen.
- Vrata, Dana, Bhakti Yoga.