Angushthamatra

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Angushthamatra

Angushthamatra: (Sanskrit: अंगुश्थमात्र angushthamātra adj.) = eine Daumenlänge.

Angushthamatra ist ein Begriff aus der klassischen indischen Philosophie und den Vedanta- bzw. Mimamsa-Traditionen und lässt sich wörtlich als „von der Daumengröße“ oder „so groß wie ein Daumen“ übersetzen. Er beschreibt ursprünglich eine Maßeinheit — in vorindustrieller Zeit wurden Längen, Entfernungen oder auch Mengen oft mit Körperteilen verglichen; angushtha bedeutet Daumen oder Fingerbreite, matra bedeutet „Maß“ oder „Maßeinheit“. Wenn also etwas angushthamatra angegeben wird, meint man, dass es die Breite oder Länge eines Daumens hat.

In philosophischen und hermeneutischen Kontexten hat der Ausdruck aber eine weitere, metaphorische Bedeutung erlangt. In den vedischen Ritualtexten und in Kommentaren zur Auslegung der Veden wurde angushthamatra als Beispiel für eine sehr kleine, genaue, aber zugleich sinnlich nachvollziehbare Maßeinheit gebraucht. Autoren verwenden solche Anschauungsmaße, um zu zeigen, dass ein bestimmter Unterschied oder eine bestimmte Festlegung zwar minimal ist, aber dennoch klar bestimmbar und relevant. In Diskussionen über Textstellen, Aussprache, Mengenvorschriften oder Rituale kann angushthamatra also signalisieren: es geht um eine genau definierte, kleine Größe, nicht um etwas rein Theoretisches oder Beliebiges.

In einigen philosophischen Schulen, etwa bei Kommentaren zur Mimamsa oder zur Grammatik, taucht angushthamatra auch in Argumentationen über Umfang und Gültigkeit auf: Wenn ein Schutz- oder Ausschlussprinzip nur „daumengroß“ wirkt, dann ist es begrenzt anwendbar; ist es größer, gilt es weiter. Damit wird aus der ursprünglichen, körperlichen Maßeinheit eine methodische Metapher für Abgrenzung, Präzision und die Bestimmung von Umfang in normativen oder sprachlichen Regeln.

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