Akartr

Aus Yogawiki
Akartr

Akartr (Sanskrit m): = nicht Handelnder

Akartr ist ein Sanskrit-Wort, das sich aus der Verneinung a- und dem Substantiv kartṛ bzw. der Wurzel kṛ (tun, handeln, schaffen) ableitet. Wörtlich bedeutet es also „nicht handelnd“ oder „ohne Handelnden“.

In philosophischen und spirituellen Zusammenhängen wird Akartr häufig verwendet, um ein Prinzip oder einen Zustand zu beschreiben, in dem kein individuelles, egohaftes Tun mehr wirkt — etwa die Vorstellung eines universellen Wirkens, das ohne persönlichen Urheber abläuft. In Advaita- und Vedanta-Texten kann Akartr denjenigen bezeichnen, der nicht als handelndes Ich erfahren wird, also das transzendente Selbst oder das reine Bewusstsein, das Handlungen zwar geschehen lässt, aber nicht als Handelnder damit identifiziert ist.

Der Begriff taucht auch in Diskussionen über Karma und freie Handlung auf: Akartr steht im Gegensatz zu kartṛ, dem Agenten oder Handelnden. Wer Akartr ist, erlebt sich nicht mehr als Quelle von Handlung und Folgen; Handlungen werden vielmehr als Erscheinungen des Wirkens angesehen, die vom höheren Prinzip oder vom natürlichen Lauf der Dinge ausgehen. In mystischen Praktiken zielt die Einsicht in Akartr oft darauf ab, die Bindung an Vorstellungen von Ich und persönlicher Verantwortung zu lösen — nicht im Sinne von moralischer Verantwortungslosigkeit, sondern als Erkenntnis, dass das wahre Selbst nicht das getrennte Subjekt ist, das handelt.

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