Sarasvati Vachaspati Nyasa und Japa
Sarasvati Vachaspati Nyasa und Japa verbindet die Anrufung Sarasvatis mit einem fünfgliedrigen Nyasa. Die Mantraform spricht die Gottheit als Vachaspati, Herr der Rede, und als Unsterbliche an; der Abschnitt ordnet sie ausdrücklich der Vag-Göttin zu. Die Praxis sammelt die Aufmerksamkeit vor Lernen, Lehren oder schöpferischem Arbeiten.

Umfang: Abgeschlossene innere Sitzung mit Dhyana, ausgeschriebenem Nyasa, 108 Japa und Darbringungsgebet.
Anlass, Voraussetzungen und Material
Für Praktizierende, die in diesen Mantra und den hier beschriebenen Nyasa unterwiesen sind. Die persönliche Diksha und die Anleitung des Guru bleiben maßgeblich. Bereite einen sauberen Sitz und eine Mala oder andere Zählhilfe vor; ein Bild der Gottheit ist möglich. Plane etwa 15 bis 25 Minuten ein.
Zur Vertiefung passen Saraswati Puja, Guru Stotra, Devi Puja. Alle für die hier beschriebene Sitzung erforderlichen Schritte sind unten ausgeschrieben.
1. Vorbereitung und Ausrichtung
Wasche die Hände und setze dich aufrecht und bequem. Vergegenwärtige Sarasvati, die Gottheit der Rede. Widme die Sitzung der Hingabe und geistigen Sammlung.
2. Handlungen des Nyasa
Sprich jede Formel einmal vollständig bei der angegebenen Handlung. Die Schlusswörter bezeichnen rituelle Akte; ihre Funktionen werden unmittelbar erläutert.
Handweihung
Berühre bei den Daumen zunächst den rechten Daumen mit dem rechten Zeigefinger und dann den linken Daumen mit dem linken Zeigefinger. Bei den übrigen Fingerpaaren berührt jeweils der Daumen derselben Hand den genannten Finger. Führe die Berührungen rechts und links nacheinander aus und sprich die vollständige Formel einmal für das Paar.
| Handlung | Vollständige Formel | Bedeutung |
|---|---|---|
| Daumen | aiṃ aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ | Aiṃ, der Vagbhava-Keimlaut. Den Daumen: Verehrung. |
| Zeigefinger | vācaspate tarjanībhyāṃ svāhā | O Herr der Rede! Den Zeigefingern: Darbringung. |
| Mittelfinger | amṛte madhyamābhyāṃ vaṣaṭ | O Unsterbliche! Den Mittelfingern: Weihe und Bekräftigung. |
| Ringfinger | pluvaḥ anāmikābhyāṃ huṃ | Pluvaḥ, ein überlieferter Mantralaut. Den Ringfingern: Schutzbekräftigung. |
| Kleine Finger | pluḥ kaniṣṭhābhyāṃ phaṭ | Pluḥ, ein überlieferter Mantralaut. Den kleinen Fingern: Abgrenzung. |
Körperweihung
Berühre die genannten Körperstellen mit den Fingerspitzen der rechten Hand; für die schützende Hülle kreuze beide Arme. Die ruhige Handbewegung beim Astra konkretisiert hier die Vorstellung eines geschützten Übungsraumes.
| Handlung | Vollständige Formel | Bedeutung |
|---|---|---|
| Herzraum | aiṃ hṛdayāya namaḥ | Aiṃ, der Vagbhava-Keimlaut. Dem Herzen: Verehrung. |
| Scheitel | vācaspate śirase svāhā | O Herr der Rede! Dem Haupt: Darbringung. |
| Hinterer Scheitel, Shikha-Stelle | amṛte śikhāyai vaṣaṭ | O Unsterbliche! Der Shikha: Weihe und Bekräftigung. |
| Gekreuzte Hände auf die gegenüberliegenden Schultern | pluvaḥ kavacāya huṃ | Pluvaḥ, ein überlieferter Mantralaut. Der schützenden Hülle: Schutzbekräftigung. |
| Eine ruhige Handbewegung nach außen | pluḥ astrāya phaṭ | Pluḥ, ein überlieferter Mantralaut. Der rituellen Schutzwaffe: Abgrenzung. |
3. Die göttliche Gestalt betrachten
Vergegenwärtige die folgende Gestalt still. Dieser deutsch beschriebene Dhyana ist eine Betrachtungsanleitung; dabei wird kein zusätzlicher Sanskrittext gesprochen.
Vergegenwärtige Sarasvati auf einem Lotus. Ihre Hände halten Gebetskette, zwei Lotusse und ein Buch. Die Krone trägt die junge Mondsichel. Ihr Glanz gleicht Perlen, Mond und Jasmin; auf der Stirn öffnet sich ein weiteres Auge. Die Göttin wird im Vers als von der Fülle ihrer Brüste leicht gebeugt beschrieben. Weise verehren sie beständig. Verweile bei der Verbindung von Wissen, innerer Sammlung und gütiger Gegenwart.
Verweile für einige natürliche Atemzüge bei dieser Gegenwart. Lege der Gottheit im Geist eine Blüte zu Füßen. Die einzelne innere Blütengabe gestaltet hier den Übergang vom Dhyana zum Japa.
4. Die vollständige Mantra-Rezitation
Rezitiere die folgende vollständige Formel 108-mal leise oder im Geist:
aiṃ vācaspate amṛte pluvaḥ pluḥ
Aiṃ. O Herr der Rede, o Unsterbliche! Pluvaḥ, Pluḥ. Aiṃ ist der Vagbhava-Keimlaut der Rede. Pluvaḥ und Pluḥ sind die in dieser Fassung überlieferten Schlusslaute; sie werden als Mantralaute rezitiert.
Eine ganze Formel zählt als eine Wiederholung. Bewege danach eine Perle der Mala weiter; die Meru-Perle zählt nicht mit. Atme während der Rezitation natürlich und bleibe bei der Bedeutung der Anrufung.
5. Die Rezitation darbringen
Stelle dir die Frucht deiner Rezitation als Gabe in der linken Hand der Göttin vor. Sprich einmal:
guhyātiguhyagoptrī tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me devi tvatprasādāt tvayi sthitiḥ ||
Du bist die Hüterin des Geheimsten. Nimm unsere Rezitation an. Durch deine Gnade möge mir Vollendung zuteilwerden: das Ruhen in dir.
Falte die Hände vor dem Herzen, neige den Kopf und bleibe einen Augenblick still. Lass die bildhafte Betrachtung im Herzen zur Ruhe kommen. Damit ist diese Sitzung abgeschlossen.
Vertiefung
Yoga-Vidya-Vortrag über Saraswati und schöpferische Erkenntnis. Das Video ist eine thematische Ergänzung; der konkrete Ablauf richtet sich nach dieser Anleitung.
Siehe auch
Seminare
Hinduistische Rituale
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Diwali ist eines der wichtigsten Feste in Indien. Diwali ist das Lichterfest zur Öffnung des Herzens und der Entfaltung allumfassender Liebe. 20:00 Uhr…- Sukadev Bretz
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Quellen und redaktionelle Hinweise
Brihat Tantrasara von Kṛṣṇānanda Āgamavāgīśa, Sanskrit-IAST-Projektfassung, Teil 1, nach dem elektronischen Text M00013 auf Grundlage des Drucks Calcutta 1896. Die Versnummern gelten innerhalb des jeweils genannten Abschnitts. Vagishvari-/Sarasvati-Abschnitt, Verse 45–48: die elfsilbige Mantraform in 45, die fünf Nyasa-Gruppen in 46–46ka und der Dhyana in 47. Die Nyasa-Ausschreibung bestätigt insbesondere die Formen pluvaḥ und pluḥ, die im metrischen Mantrabildungsvers durch Sandhi verbunden erscheinen. Der beschädigte Schluss des Dhyana in der elektronischen Fassung wird nicht zu einer neuen Sanskritlesart ergänzt; hier wird die Gestalt still anhand der klar erkennbaren Bildangaben betrachtet.
Die Sitzung mit 108 Wiederholungen ist eine redaktionell begrenzte Praxisform. Ihr allgemeiner Japa-Rahmen folgt Mantramahodadhi 21.166–170, besonders 21.169; das Darbringungsgebet folgt 22.151–152. Die weibliche Form des Gebets ist auch im Brihat Tantrasara, allgemeine Puja-Paddhati, Vers 6, belegt. Die größere Purashcharana und die äußeren Avarana-Pujas des jeweiligen Gottheitenkapitels sind nicht Bestandteil dieser Sitzung.