Bhagavatsmarana

Aus Yogawiki
bhagavatsmarana

bhagavatsmarana (n.) = ständige Erinnerung an den Herrn, Loslösung von den Anhaftungen an die Welt.

Bhagavatsmarana ist ein Sanskrit-Begriff, der sich aus “Bhagavat” (der Erhabene, Gott) und “Smarana” (Erinnern, Gedenken) zusammensetzt. Du könntest es am besten mit “liebevolles Gedenken an Gott” oder “Erinnern an das Göttliche” übersetzen. Es ist eine zentrale spirituelle Praxis im Hinduismus, besonders im Bhakti Yoga (dem Yoga der Hingabe). Dabei geht es nicht um ein abstraktes Nachdenken, sondern um ein gefühltes, inniges Vergegenwärtigen einer persönlichen Gottesform – wie Krishna, Shiva oder der Göttin Devi.

Im weiteren Sinne ist Bhagavatsmarana eine Form des Raja Yoga: Du richtest deinen Geist immer wieder sanft auf das Göttliche aus, egal ob du Asanas übst, im Alltag bist oder still sitzt. In Indien gilt diese Praxis als Königsweg, um das Herz zu reinigen und die Bindung an weltliche Sorgen zu lösen. Sie ist die Essenz vieler spiritueller Traditionen: Statt Gott fern zu suchen, holst du ihn durch ständige liebevolle Erinnerung in dein gegenwärtiges Bewusstsein.

Ein kurzes Beispiel - Stell dir vor, du sitzt in einer einfachen Meditation nach deiner Asana-Praxis. Du schließt die Augen, atmest ruhig und rufst dir das Bild deiner bevorzugten Gottheit oder eines erleuchteten Meisters in Erinnerung – vielleicht ein lächelnder Krishna mit der Flöte. Du wiederholst leise seinen Namen oder einen kurzen Vers. Immer wenn deine Gedanken abschweifen, holst du sie sanft zurück zu diesem inneren Bild. Das ist Bhagavatsmarana in Aktion.

Ein passendes Zitat des bekannten indischen Gurus Ramana Maharshi: “Gott, Guru und das Selbst sind ein und dasselbe. Das beständige Erinnern an Gott (Bhagavatsmarana) ist der kürzeste Weg zur Verwirklichung des Selbst.”


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