Amupa

Amupa (Sanskrit: आमुप āmupa m.) = nicht nahe, auch großer Dornenbambus (Vamsha).
Der Sanskrit-Ausdruck amupa setzt sich aus a- (Negationspräfix) und cupa oder upa zusammen; je nach Kontext wird er meist als „nicht nahe“ oder „nicht berührt“ verstanden — also etwas, das sich fernhält, unberührt bleibt oder nicht in Nähe tritt. In klassischen Texten kann amupa eine feinere, kontextabhängige Bedeutung tragen: im rituellen oder spirituellen Zusammenhang bezeichnet es oft etwas, das nicht an rituelle Handlungen oder an weltliche Verstrickungen herantritt, also gewissermaßen „unbefleckt“ oder „unangefochten“ bleibt.
In Bezug auf Yoga und indische Spiritualität passt amupa gut zum ideal der inneren Distanzierung: ein Praktizierender versucht, das Selbst als unberührt von äußeren Eindrücken, Anhaftungen und Störungen zu erkennen. Das erinnert an die yogische Praxis des Beobachters, der die Gedanken und Gefühle kommen und gehen lässt, ohne sich mit ihnen zu identifizieren — so bleibt das Bewusstsein amupa gegenüber den fluktuierenden Inhalten des Geistes. Auch in hinduistischen philosophischen Texten wird oft zwischen dem vergänglichen Weltlichen und dem reinen, unbeeinflussten Selbst unterschieden; dieses „Unberührtsein“ ist ein erstrebenswerter Zustand auf dem Weg zu Erkenntnis und Befreiung.
Der Gelehrte und unser Guru Swami Sivananda spricht oft davon, wie der spirituelle Schüler „unberührt bleiben“ soll gegenüber Lob und Tadel, Gewinn und Verlust; er sagte sinngemäß, dass der Yogi „gleichmütig“ gegenüber den Gegensätzen des Lebens bleiben muss, um Fortschritt zu erreichen — genau die Haltung, die durch amupa beschrieben wird.