Nirbhava: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Nirbhava''', Sanskrit निर्भव nirbhava Adj. und m. | [[Datei:Vipassana Meditaion Körper Spirituell Praxis Erwacht Nirwana Samadhi.jpg|mini|Nirbhava]] | ||
'''Nirbhava''', (Sanskrit निर्भव nirbhava Adj. und m.) = Ungeboren, ohne [[Geburt]]; ewig, immer existierend. | |||
"Nirbhava" kommt aus dem Sanskrit und lässt sich grob mit "ohne Werden", "jenseits von Entstehen und Vergehen" oder "furchtlos" übersetzen – je nach Kontext variiert die Nuance. Wörtlich setzt sich das Wort aus der Negation "[[nir]]" (ohne) und "[[bhava]]" (Sein, Werden, Zustand) zusammen. In spirituellen Texten meint nirbhava einen Zustand, in dem das fortlaufende [[Kommen]] und [[Gehen]] von Gedanken, Gefühlen und Identifikationen aufgehoben ist: kein Auf- und Ab der Emotionen, kein Festhalten an einem selbst erzeugten Ich-Gefühl. | |||
In der [[Yogaphilosophie]] und in bestimmten Strömungen des [https://www.yoga-vidya.de/ Hinduismus] wird nirbhava oft als eine reife Form von [[Befreiung]] oder tiefem meditativen Gleichmut beschrieben. Dort geht es nicht nur um das Absehen von Angst oder Leid, sondern um das Erlangen einer stabilen inneren Ruhe, in der das Selbst nicht durch wechselnde Erfahrungen definiert wird. Praktisch bedeutet das in der [[Yogapraxis]]: wenn du beim Sitzen oder in einer Übungssequenz einen Punkt erreichst, an dem Gedanken kommen und gehen, dich aber nicht mehr aus der Ruhe reißen, ist das ein Ausdruck von nirbhava — weniger Reaktion, mehr Gewahrsein. | |||
Ein passendes Zitat stammt vom indischen Weisen [[Ramana Maharshi]]: Wer die Herkunft des "Ich"-Gefühls erforscht, überschreitet letztlich die [[Geburt]] und den [[Tod]] dieses Ichs und ruht in unveränderlichem Sein. Das beschreibt denselben Zug: durch Selbst-Erforschung wird das konstante Werden des kleinen [[Selbst]] offenbar und kann ins Nicht-Werden übergehen. | |||
=Siehe auch= | |||
* [[Nirwana]] | |||
* [[Ewigkeit]] | |||
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Aktuelle Version vom 15. Juni 2026, 02:14 Uhr

Nirbhava, (Sanskrit निर्भव nirbhava Adj. und m.) = Ungeboren, ohne Geburt; ewig, immer existierend.
"Nirbhava" kommt aus dem Sanskrit und lässt sich grob mit "ohne Werden", "jenseits von Entstehen und Vergehen" oder "furchtlos" übersetzen – je nach Kontext variiert die Nuance. Wörtlich setzt sich das Wort aus der Negation "nir" (ohne) und "bhava" (Sein, Werden, Zustand) zusammen. In spirituellen Texten meint nirbhava einen Zustand, in dem das fortlaufende Kommen und Gehen von Gedanken, Gefühlen und Identifikationen aufgehoben ist: kein Auf- und Ab der Emotionen, kein Festhalten an einem selbst erzeugten Ich-Gefühl.
In der Yogaphilosophie und in bestimmten Strömungen des Hinduismus wird nirbhava oft als eine reife Form von Befreiung oder tiefem meditativen Gleichmut beschrieben. Dort geht es nicht nur um das Absehen von Angst oder Leid, sondern um das Erlangen einer stabilen inneren Ruhe, in der das Selbst nicht durch wechselnde Erfahrungen definiert wird. Praktisch bedeutet das in der Yogapraxis: wenn du beim Sitzen oder in einer Übungssequenz einen Punkt erreichst, an dem Gedanken kommen und gehen, dich aber nicht mehr aus der Ruhe reißen, ist das ein Ausdruck von nirbhava — weniger Reaktion, mehr Gewahrsein.
Ein passendes Zitat stammt vom indischen Weisen Ramana Maharshi: Wer die Herkunft des "Ich"-Gefühls erforscht, überschreitet letztlich die Geburt und den Tod dieses Ichs und ruht in unveränderlichem Sein. Das beschreibt denselben Zug: durch Selbst-Erforschung wird das konstante Werden des kleinen Selbst offenbar und kann ins Nicht-Werden übergehen.