Ananyabhakti: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Ananyabhakti''': ([[Sanskrit]] ''f.'') = Hingabe ([[Bhakti]]), ohne Ablenkung, ohne irgendwelche anderen Gefühle oder Gedanken. | |||
Ananyabhakti ist ein zusammengesetzter Sanskrit-Ausdruck, der wörtlich etwa „ungeteilte Hingabe“ oder „hingebungsvolle Ungeteiltheit“ bedeutet. Das Wort setzt sich aus | |||
* [[ananya]], „keine andere, ungeteilte“ oder „ohne Ablenkung“, und | |||
* [[bhakti]], „Hingabe, devotion“ zusammen. | |||
In seiner [[religiös]]en und [[spirituell]]en Verwendung bezeichnet Ananyabhakti eine Form der Bhakti, bei der die ganze Liebe, Zuwendung und Vertrauenshingabe einer Person ausschließlich und ungeteilt auf ein höchstes Prinzip, eine persönliche Gottheit oder ein spirituelles Ideal gerichtet ist. | |||
Diese Hingabe geht über gelegentliche [[Frömmigkeit]] hinaus: sie ist beständige, unaufgeteilte Ausrichtung von Denken, Sprechen und Handeln. Wer Ananyabhakti praktiziert, versucht, alle Wünsche, [[Handlung]]en und [[Gedanke]]n so zu ordnen, dass sie dem geliebten Gegenstand der Hingabe dienen oder von ihm durchdrungen sind, ohne dass weltliche Ablenkungen, andere Bindungen oder egoistische Absichten den Vorrang gewinnen. In klassischen Bhakti-Texten wird Ananyabhakti oft als erstrebenswerter Zustand beschrieben, weil sie völliges Vertrauen und innerliche Einheit mit dem Verehrten schafft; sie kann auch als Hinweis auf ethische Konsequenz verstanden werden, da echte Hingabe sich im Verhalten gegenüber anderen Menschen und in der Selbstbeherrschung zeigt. | |||
Je nach traditionellem Kontext kann Ananyabhakti unterschiedliche Ausprägungen annehmen: in manchen [[Schule]]n bedeutet es aktive, dienende Praxis und rituelles oder gemeinschaftliches Verehren, in anderen vor allem innerliche, meditative Versenkung und ständige Erinnerung an das Göttliche. Wichtiger als äußere Formen ist das innere Moment — die Ungeteiltheit der Zuwendung — weshalb Ananyabhakti oft als fortgeschrittene oder reife Stufe der bhakti beschrieben wird, die tiefe [[Demut]], Loslösung von [[Ich]]-Bezogenheit und konstante Ausrichtung auf das Heilige voraussetzt. | |||
=Siehe auch= | |||
* [https://www.yoga-vidya.de/ Bhakti Yoga] | |||
* [[Devotee]] | |||
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Aktuelle Version vom 5. Februar 2026, 22:18 Uhr

Ananyabhakti: (Sanskrit f.) = Hingabe (Bhakti), ohne Ablenkung, ohne irgendwelche anderen Gefühle oder Gedanken.
Ananyabhakti ist ein zusammengesetzter Sanskrit-Ausdruck, der wörtlich etwa „ungeteilte Hingabe“ oder „hingebungsvolle Ungeteiltheit“ bedeutet. Das Wort setzt sich aus
In seiner religiösen und spirituellen Verwendung bezeichnet Ananyabhakti eine Form der Bhakti, bei der die ganze Liebe, Zuwendung und Vertrauenshingabe einer Person ausschließlich und ungeteilt auf ein höchstes Prinzip, eine persönliche Gottheit oder ein spirituelles Ideal gerichtet ist.
Diese Hingabe geht über gelegentliche Frömmigkeit hinaus: sie ist beständige, unaufgeteilte Ausrichtung von Denken, Sprechen und Handeln. Wer Ananyabhakti praktiziert, versucht, alle Wünsche, Handlungen und Gedanken so zu ordnen, dass sie dem geliebten Gegenstand der Hingabe dienen oder von ihm durchdrungen sind, ohne dass weltliche Ablenkungen, andere Bindungen oder egoistische Absichten den Vorrang gewinnen. In klassischen Bhakti-Texten wird Ananyabhakti oft als erstrebenswerter Zustand beschrieben, weil sie völliges Vertrauen und innerliche Einheit mit dem Verehrten schafft; sie kann auch als Hinweis auf ethische Konsequenz verstanden werden, da echte Hingabe sich im Verhalten gegenüber anderen Menschen und in der Selbstbeherrschung zeigt.
Je nach traditionellem Kontext kann Ananyabhakti unterschiedliche Ausprägungen annehmen: in manchen Schulen bedeutet es aktive, dienende Praxis und rituelles oder gemeinschaftliches Verehren, in anderen vor allem innerliche, meditative Versenkung und ständige Erinnerung an das Göttliche. Wichtiger als äußere Formen ist das innere Moment — die Ungeteiltheit der Zuwendung — weshalb Ananyabhakti oft als fortgeschrittene oder reife Stufe der bhakti beschrieben wird, die tiefe Demut, Loslösung von Ich-Bezogenheit und konstante Ausrichtung auf das Heilige voraussetzt.