Atmadharma: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Atmadharma''': ([[Sanskrit]]: ātmadharma ''m.'') = Gesetz, grundlegende Norm; göttlicher [[dharma]]. | '''Atmadharma''': ([[Sanskrit]]: ātmadharma ''m.'') = Gesetz, grundlegende Norm; göttlicher [[dharma]]. | ||
Atmadharma ist ein zusammengesetzter Sanskrit-Begriff aus „[[atma]]“ (Selbst, Seele, inneres Wesen) und „[[dharma]]“ (Pflicht, Rechtsordnung, sittliche Norm, Wesensgesetz). Wörtlich lässt sich Atmadharma als „das Gesetz oder die Pflicht des Selbst“ oder „das dem eigenen Wesen Entsprechende“ übersetzen. Der Ausdruck verweist auf die innere [[Bestimmung]] oder die dem individuellen [[Selbst]] eigene Ordnung, die das Verhalten, die Ziele und die Lebensweise leiten sollte. | Atmadharma ist ein zusammengesetzter Sanskrit-Begriff aus | ||
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* „[[dharma]]“ (Pflicht, Rechtsordnung, sittliche Norm, Wesensgesetz). | |||
Wörtlich lässt sich Atmadharma als „das Gesetz oder die Pflicht des Selbst“ oder „das dem eigenen Wesen Entsprechende“ übersetzen. Der Ausdruck verweist auf die innere [[Bestimmung]] oder die dem individuellen [[Selbst]] eigene Ordnung, die das Verhalten, die Ziele und die Lebensweise leiten sollte. | |||
In [[philosophisch]]er Hinsicht bedeutet Atmadharma, dass jeder Mensch entsprechend seiner wahren Natur, seinem inneren Wesen und seinen angeborenen Neigungen handeln soll, statt äußeren Erwartungen oder bloßen Konventionen zu folgen. In der klassischen [[indisch]]en [[Ethik]] und [https://www.yoga-vidya.de/ Spiritualität] wird betont, dass das Befolgen des eigenen dharma—also des Atmadharma—zu innerer Kohärenz, seelischer [[Integrität]] und schließlich zu spirituellem Fortschritt führt. Wer im Einklang mit seinem Atmadharma lebt, handelt nicht nur sozial korrekt, sondern authentisch gemäß dem eigenen Lebensauftrag. | In [[philosophisch]]er Hinsicht bedeutet Atmadharma, dass jeder Mensch entsprechend seiner wahren Natur, seinem inneren Wesen und seinen angeborenen Neigungen handeln soll, statt äußeren Erwartungen oder bloßen Konventionen zu folgen. In der klassischen [[indisch]]en [[Ethik]] und [https://www.yoga-vidya.de/ Spiritualität] wird betont, dass das Befolgen des eigenen dharma—also des Atmadharma—zu innerer Kohärenz, seelischer [[Integrität]] und schließlich zu spirituellem Fortschritt führt. Wer im Einklang mit seinem Atmadharma lebt, handelt nicht nur sozial korrekt, sondern authentisch gemäß dem eigenen Lebensauftrag. | ||
Aktuelle Version vom 1. Januar 2026, 02:49 Uhr
Atmadharma: (Sanskrit: ātmadharma m.) = Gesetz, grundlegende Norm; göttlicher dharma.
Atmadharma ist ein zusammengesetzter Sanskrit-Begriff aus
- „atma“ (Selbst, Seele, inneres Wesen) und
- „dharma“ (Pflicht, Rechtsordnung, sittliche Norm, Wesensgesetz).
Wörtlich lässt sich Atmadharma als „das Gesetz oder die Pflicht des Selbst“ oder „das dem eigenen Wesen Entsprechende“ übersetzen. Der Ausdruck verweist auf die innere Bestimmung oder die dem individuellen Selbst eigene Ordnung, die das Verhalten, die Ziele und die Lebensweise leiten sollte.
In philosophischer Hinsicht bedeutet Atmadharma, dass jeder Mensch entsprechend seiner wahren Natur, seinem inneren Wesen und seinen angeborenen Neigungen handeln soll, statt äußeren Erwartungen oder bloßen Konventionen zu folgen. In der klassischen indischen Ethik und Spiritualität wird betont, dass das Befolgen des eigenen dharma—also des Atmadharma—zu innerer Kohärenz, seelischer Integrität und schließlich zu spirituellem Fortschritt führt. Wer im Einklang mit seinem Atmadharma lebt, handelt nicht nur sozial korrekt, sondern authentisch gemäß dem eigenen Lebensauftrag.
Auf praktischer Ebene umfasst Atmadharma sowohl moralische Pflichten als auch Lebensaufgaben: die Rolle, die jemand in Familie, Gesellschaft oder Beruf innehat, kann Ausdruck des Atmadharma sein, sofern sie aus innerer Neigung und Bewusstheit heraus ausgeübt wird. In spirituellen Texten wird Atmadharma auch als Aufforderung verstanden, die eigenen Bindungen und Impulse zu prüfen und die Handlungen so zu wählen, dass sie dem wahren Selbst dienen—z. B. durch selbstlose Handlung, Kontemplation oder das Streben nach Erkenntnis. Insgesamt verbindet der Begriff ethische Verantwortung mit Selbstverwirklichung: Atmadharma ist die Verpflichtung, das Leben in Übereinstimmung mit der eigenen inneren Natur und dem höheren Zweck des Selbst zu führen.