Atalaloka: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Yogawiki
Sieben (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Guido T (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 1: Zeile 1:
'''Atalaloka''': ([[Sanskrit]]: अतललोक atalaloka ''m.'') die [[kosmos|Welt]] (loka) ohne Basis (atala); eine der unteren Welten/[[Schöpfung]]sebenen.
[[Datei:Ausruhen Ruhe Entspannung Wiese.jpg|mini|Atalaloka]]
 
'''Atalaloka''': ([[Sanskrit]]: अतललोक atalaloka ''m.'') = Reich des Unbeweglichen, eine der unteren Welten/[[Schöpfung]]sebenen.
 
Der Begriff Atalaloka setzt sich im Sanskrit aus zwei Teilen zusammen: „atala“ und „loka“. „Loka“ bedeutet Welt, Bereich oder Reich — oft im Sinn einer Sphäre des Seins oder Bewusstseins. „Atala“ ist in klassischen Texten mehrdeutig: wörtlich kann es „unerschütterlich“, „[[unbeweglich]]“ oder „felsenfest“ heißen; in bestimmten tantrischen und mythologischen Kontexten ist Atala auch der Name einer der sogenannten neun Unterwelten oder mystischen Regionen ([[apaksa]]‑Welten). Zusammen könnte Atalaloka also als „die unerschütterliche Welt“, „Reich des Unbeweglichen“ oder einfach „Atala‑Welt“ übersetzt werden.
 
Symbolisch lässt sich Atalaloka als ein Bereich des Seins verstehen, in dem [[Stabilitä]]t, [[Beständigkeit]] und tiefe Innigkeit vorherrschen — ein innerer Raum jenseits flüchtiger Gedanken und Gefühle. In der [[indisch]]en spirituellen Vorstellung werden unterschiedliche lokas oft als psychospirituelle Zustände oder Ebenen der [[Existenz]] gedeutet; Atalaloka würde dann auf eine Ebene hinweisen, in der die Persönlichkeit nicht mehr von äußeren Schwankungen erfasst wird, sondern eine ruhende, zentrierte Klarheit eingetreten ist.
 
Im [https://www.yoga-vidya.de/ Yoga] und in tantrischen Lehren ist die Unbewegtheit des Geistes ein zentrales Ziel: stabile Konzentration (dharana), meditative Versenkung ([[dhyana]]) und schließlich [[Samadhi]] werden als Zustände beschrieben, in denen das Bewusstsein unerschütterlich bleibt. Atalaloka lässt sich als poetische oder symbolische Bezeichnung für eine solche innere Sphäre lesen — der Platz, an dem die Praxis ihre stabilisierende Wirkung entfaltet. Auch in der vedantischen Terminologie gibt es Ideen vom unvergänglichen, unveränderlichen Selbst ([[Atman]]), dessen Natur nicht den Schwankungen des Geistes unterworfen ist; Atalaloka korrespondiert zu diesem Bild, indem es einen „Ort“ der unbewegten Wirklichkeit andeutet.
 
=Siehe auch=
* [[Frieden]]
* [[Ruhe]]


[[Kategorie:Glossar]]
[[Kategorie:Glossar]]
[[Kategorie:Sanskrit]]
[[Kategorie:Sanskrit]]

Version vom 3. Juni 2026, 02:22 Uhr

Atalaloka

Atalaloka: (Sanskrit: अतललोक atalaloka m.) = Reich des Unbeweglichen, eine der unteren Welten/Schöpfungsebenen.

Der Begriff Atalaloka setzt sich im Sanskrit aus zwei Teilen zusammen: „atala“ und „loka“. „Loka“ bedeutet Welt, Bereich oder Reich — oft im Sinn einer Sphäre des Seins oder Bewusstseins. „Atala“ ist in klassischen Texten mehrdeutig: wörtlich kann es „unerschütterlich“, „unbeweglich“ oder „felsenfest“ heißen; in bestimmten tantrischen und mythologischen Kontexten ist Atala auch der Name einer der sogenannten neun Unterwelten oder mystischen Regionen (apaksa‑Welten). Zusammen könnte Atalaloka also als „die unerschütterliche Welt“, „Reich des Unbeweglichen“ oder einfach „Atala‑Welt“ übersetzt werden.

Symbolisch lässt sich Atalaloka als ein Bereich des Seins verstehen, in dem Stabilität, Beständigkeit und tiefe Innigkeit vorherrschen — ein innerer Raum jenseits flüchtiger Gedanken und Gefühle. In der indischen spirituellen Vorstellung werden unterschiedliche lokas oft als psychospirituelle Zustände oder Ebenen der Existenz gedeutet; Atalaloka würde dann auf eine Ebene hinweisen, in der die Persönlichkeit nicht mehr von äußeren Schwankungen erfasst wird, sondern eine ruhende, zentrierte Klarheit eingetreten ist.

Im Yoga und in tantrischen Lehren ist die Unbewegtheit des Geistes ein zentrales Ziel: stabile Konzentration (dharana), meditative Versenkung (dhyana) und schließlich Samadhi werden als Zustände beschrieben, in denen das Bewusstsein unerschütterlich bleibt. Atalaloka lässt sich als poetische oder symbolische Bezeichnung für eine solche innere Sphäre lesen — der Platz, an dem die Praxis ihre stabilisierende Wirkung entfaltet. Auch in der vedantischen Terminologie gibt es Ideen vom unvergänglichen, unveränderlichen Selbst (Atman), dessen Natur nicht den Schwankungen des Geistes unterworfen ist; Atalaloka korrespondiert zu diesem Bild, indem es einen „Ort“ der unbewegten Wirklichkeit andeutet.

Siehe auch