Preya Marga: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Preya Marga''' ([[Sanskrit]]: preya mārga ''m.'') = der Weg des Vergnügens. Siehe das Gegenteil [[Shreya Marga]].
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Preya marga ist ein Sanskrit-Ausdruck, der wörtlich etwa „der Weg des Angenehmen“ oder „der Weg des Gefälligen“ bedeutet. In [[philosophisch]]en und [[spirituell]]en Kontexten, besonders im hinduistischen Denken und in klassischen Texten der indischen Ethik, wird mit Preya marga der Lebensweg bezeichnet, der auf unmittelbares [[Vergnügen]], [[Komfort]], Belohnung oder soziale Anerkennung ausgerichtet ist. Er steht oft im Kontrast zu shreya marga, dem „Weg des Guten“ oder „weg des Zweckmäßigen“, der langfristige Wohlfahrt, moralischen Wert und spirituelle Entwicklung priorisiert.
'''Preya Marga''' ([[Sanskrit]]: preya mārga ''m.'') = der Weg des Vergnügens. Siehe das Gegenteil: [[Shreya Marga]].


Preya marga beschreibt Entscheidungen und Handlungen, die kurzfristig Freude bringen oder Schmerz vermeiden — etwa Genuss, Bequemlichkeit, Statusstreben oder das Streben nach einfachen, populären Lösungen. Solche Wahlhandlungen sind natürlich menschlich und keineswegs per se verwerflich; sie sind häufig rational, wenn unmittelbares Wohlbefinden oder das Vermeiden von Leid im Vordergrund steht. Problematisch wird Preya marga aus philosophischer Sicht dort, wo dauerhaftes Wohl oder ethisch verantwortetes Handeln langfristig darunter leidet: wenn kurzfristige Befriedigung zu Abhängigkeit, moralischen Konflikten oder bleibenden Schäden führt.
Preya marga ist ein Sanskrit-Ausdruck, der wörtlich etwa „der Weg des Angenehmen“ oder „der Weg des Gefälligen“ bedeutet. In [[philosophisch]]en und [[spirituell]]en Kontexten, besonders im hinduistischen Denken und in klassischen Texten der indischen Ethik, wird mit Preya marga der Lebensweg bezeichnet, der auf unmittelbares [[Vergnügen]], Komfort, Belohnung oder soziale Anerkennung ausgerichtet ist. Er steht oft im Kontrast zu shreya marga, dem „Weg des Guten“ oder „weg des Zweckmäßigen“, der langfristige Wohlfahrt, moralischen Wert und spirituelle Entwicklung priorisiert.
 
Preya marga beschreibt Entscheidungen und Handlungen, die kurzfristig [[Freude]] bringen oder [[Schmerz]] vermeiden — etwa [[Genuss]], Bequemlichkeit, Statusstreben oder das Streben nach einfachen, populären Lösungen. Solche Wahlhandlungen sind natürlich menschlich und keineswegs per se verwerflich; sie sind häufig rational, wenn unmittelbares Wohlbefinden oder das Vermeiden von Leid im Vordergrund steht. Problematisch wird Preya marga aus philosophischer Sicht dort, wo dauerhaftes Wohl oder ethisch verantwortetes Handeln langfristig darunter leidet: wenn kurzfristige Befriedigung zu [[Abhängigkeit]], moralischen Konflikten oder bleibenden Schäden führt.


In klassischen indischen Lehren, etwa in den [https://www.yoga-vidya.de/ Upanishaden], in der [[Bhagavad Gita]] und in anderen normativen Texten, dient die Gegenüberstellung von Preya und Shreya als Entscheidungsanleitung: Shreya steht für das, was letztlich wohltuend und erleuchtend ist, auch wenn es gegenwärtig Entbehrung oder Anstrengung erfordert; Preya steht für das, was angenehm und leicht ist, aber oft nicht nachhaltig. Lehrer und Texte fordern, die kurzfristige Verlockung zu erkennen, ihre Konsequenzen abzuwägen und im Idealfall den Weg zu wählen, der wahres Wohl fördert.
In klassischen indischen Lehren, etwa in den [https://www.yoga-vidya.de/ Upanishaden], in der [[Bhagavad Gita]] und in anderen normativen Texten, dient die Gegenüberstellung von Preya und Shreya als Entscheidungsanleitung: Shreya steht für das, was letztlich wohltuend und erleuchtend ist, auch wenn es gegenwärtig Entbehrung oder Anstrengung erfordert; Preya steht für das, was angenehm und leicht ist, aber oft nicht nachhaltig. Lehrer und Texte fordern, die kurzfristige Verlockung zu erkennen, ihre Konsequenzen abzuwägen und im Idealfall den Weg zu wählen, der wahres Wohl fördert.
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=Siehe auch=
=Siehe auch=
* [[]]  
* [[Marga]]  
* [[]]
* [[Lust]]


[[Kategorie:Glossar]]
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[[Kategorie:Sanskrit]]
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Version vom 3. Februar 2026, 23:38 Uhr

Preya Marga

Preya Marga (Sanskrit: preya mārga m.) = der Weg des Vergnügens. Siehe das Gegenteil: Shreya Marga.

Preya marga ist ein Sanskrit-Ausdruck, der wörtlich etwa „der Weg des Angenehmen“ oder „der Weg des Gefälligen“ bedeutet. In philosophischen und spirituellen Kontexten, besonders im hinduistischen Denken und in klassischen Texten der indischen Ethik, wird mit Preya marga der Lebensweg bezeichnet, der auf unmittelbares Vergnügen, Komfort, Belohnung oder soziale Anerkennung ausgerichtet ist. Er steht oft im Kontrast zu shreya marga, dem „Weg des Guten“ oder „weg des Zweckmäßigen“, der langfristige Wohlfahrt, moralischen Wert und spirituelle Entwicklung priorisiert.

Preya marga beschreibt Entscheidungen und Handlungen, die kurzfristig Freude bringen oder Schmerz vermeiden — etwa Genuss, Bequemlichkeit, Statusstreben oder das Streben nach einfachen, populären Lösungen. Solche Wahlhandlungen sind natürlich menschlich und keineswegs per se verwerflich; sie sind häufig rational, wenn unmittelbares Wohlbefinden oder das Vermeiden von Leid im Vordergrund steht. Problematisch wird Preya marga aus philosophischer Sicht dort, wo dauerhaftes Wohl oder ethisch verantwortetes Handeln langfristig darunter leidet: wenn kurzfristige Befriedigung zu Abhängigkeit, moralischen Konflikten oder bleibenden Schäden führt.

In klassischen indischen Lehren, etwa in den Upanishaden, in der Bhagavad Gita und in anderen normativen Texten, dient die Gegenüberstellung von Preya und Shreya als Entscheidungsanleitung: Shreya steht für das, was letztlich wohltuend und erleuchtend ist, auch wenn es gegenwärtig Entbehrung oder Anstrengung erfordert; Preya steht für das, was angenehm und leicht ist, aber oft nicht nachhaltig. Lehrer und Texte fordern, die kurzfristige Verlockung zu erkennen, ihre Konsequenzen abzuwägen und im Idealfall den Weg zu wählen, der wahres Wohl fördert.

Praktisch gedacht hilft das Konzept von Preya marga dir, deine Motivation und Prioritäten zu hinterfragen. Wenn du vor einer Wahl stehst, kannst du prüfen: Bringt diese Option heute sofort Befriedigung, und welche Folgen hat sie in sechs Monaten oder fünf Jahren? Fördert sie dein langfristiges Wohlbefinden, deine Werte und deine Ziele, oder opfert sie diese zugunsten kurzlebiger Vergnügen? So wird Preya marga nicht nur als moralischer Vorwurf verstanden, sondern als nützliches Diagnoseinstrument, das Klarheit schafft über die Spannung zwischen kurzfristigem Genuss und langfristigem Gedeihen.

Siehe auch