Tripadvibhuti Mahanarayana Upanishad: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Tripadvibhuti-Mahanarayana Upanishad''' (Sanskrit: त्रिपाद्विभूतिमहानारायणोपनिषत्, IAST: ''Tripādvibhūtimahānārāyaṇopaniṣat'') ist eine dem [[Atharvaveda]] zugeordnete [[Vaishnava Upanishad]]. Sie verbindet die Lehre vom nichtdualen [[Brahman]] mit der Verehrung [[Narayana]]s, einem mehrstufigen Weg durch die Vaikuntha-Welten und einem ausführlichen [[Yantra]] mit [[Mantra]]s. Der Titel verweist auf Narayanas „Dreiviertelherrlichkeit“. Die Schrift ist von anderen unter dem Namen [[Mahanarayana Upanishad]] überlieferten Texten zu unterscheiden. | '''Tripadvibhuti-Mahanarayana Upanishad''' (Sanskrit: त्रिपाद्विभूतिमहानारायणोपनिषत्, IAST: ''Tripādvibhūtimahānārāyaṇopaniṣat'' f.) ist eine dem [[Atharvaveda]] zugeordnete [[Vaishnava Upanishad]]. Sie verbindet die Lehre vom nichtdualen [[Brahman]] mit der Verehrung [[Narayana]]s, einem mehrstufigen Weg durch die Vaikuntha-Welten und einem ausführlichen [[Yantra]] mit [[Mantra]]s. Der Titel verweist auf Narayanas „Dreiviertelherrlichkeit“. Die Schrift ist von anderen unter dem Namen [[Mahanarayana Upanishad]] überlieferten Texten zu unterscheiden. | ||
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Aktuelle Version vom 2. September 2026, 06:23 Uhr
Tripadvibhuti-Mahanarayana Upanishad (Sanskrit: त्रिपाद्विभूतिमहानारायणोपनिषत्, IAST: Tripādvibhūtimahānārāyaṇopaniṣat f.) ist eine dem Atharvaveda zugeordnete Vaishnava Upanishad. Sie verbindet die Lehre vom nichtdualen Brahman mit der Verehrung Narayanas, einem mehrstufigen Weg durch die Vaikuntha-Welten und einem ausführlichen Yantra mit Mantras. Der Titel verweist auf Narayanas „Dreiviertelherrlichkeit“. Die Schrift ist von anderen unter dem Namen Mahanarayana Upanishad überlieferten Texten zu unterscheiden.

Tripadvibhuti Mahanarayana Upanishad Sanskrit (IAST), Übersetzung und Wort-für-Wort-Erläuterung
Jeder nummerierte Vers steht mit eigener Übersetzung und Worterklärung. Unnummerierte Prosa ist in sinnvolle Leseeinheiten gegliedert; deren Überschriften sind redaktionell. Worterklärungen lösen Sandhi und Komposita auf. Ergänzungen in eckigen Klammern erläutern den Zusammenhang.
Die Prosa ist vollständig in Leseeinheiten gegliedert, einschließlich aller Mantra-Listen und Kolophone. Die Vorlage enthält keine durchgehende Versnummerierung. Die Kapitelzahlen stammen aus ihren Kolophonen. Unklare Lesarten sind jeweils gekennzeichnet. Eine Worterklärung kann bei beschädigten Wörtern deshalb ausdrücklich „unklar“ lauten; eine erfundene Übersetzung würde den Befund verdecken.
Eröffnungsvers
yatrāpahnavatāṃ yāti svāvidyāpadavibhramaḥ |
tattripānnārāyaṇākhyaṃ svamātramavaśiṣyate ||
Wo die Verwirrung durch den eigenen Unwissenheitsbereich zur Aufhebung gelangt, bleibt nur das Eigene, das als dreivierteliger Narayana bezeichnet wird.
Wort-für-Wort-Erläuterung: yatra – wo; apahnavatām yāti – zur Aufhebung gelangt; sva-avidyā-pada-vibhramaḥ – Verwirrung durch den eigenen Unwissenheitsbereich; tat – jenes; tripāt – drei Viertel umfassend; nārāyaṇa-ākhyam – Narayana genannt; sva-mātram – nur das Eigene; avaśiṣyate – bleibt übrig.
Shanti-Mantra
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śṛṇuyāma devāḥ | bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ |
sthirairaṅgaistuṣṭuvām̐sastanūbhirvyaśema devahitaṃ yadāyuḥ ||
Om. Ihr Götter, mögen wir mit den Ohren Heilsames hören. Ihr Verehrungswürdigen, mögen wir mit den Augen Heilsames sehen. Mit festen Gliedern und Körpern euch preisend, mögen wir die von den Göttern zugedachte Lebenszeit verbringen.
Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om; bhadram – Heilsames; karṇebhiḥ – mit den Ohren; śṛṇuyāma – mögen wir hören; devāḥ – ihr Götter; paśyema – mögen wir sehen; akṣabhiḥ – mit den Augen; yajatrāḥ – ihr Verehrungswürdigen; sthiraiḥ aṅgaiḥ – mit festen Gliedern; tuṣṭuvāṃsaḥ – preisend; tanūbhiḥ – mit Körpern; vyaśema – mögen wir verbringen; deva-hitam – von den Göttern zugedacht; yat āyuḥ – die Lebenszeit.
Anmerkung: Die Quelle gibt hier nur diese erste Strophe des Bhadra-Gebets. Ein in ihr nicht enthaltener Zusatz wird nicht als Originaltext ausgegeben.
Tripadvibhuti Mahanarayana Upanishad Kapitel 1
Kapitel 1 – Brahmas Frage
atha paramatattvarahasyaṃ jijñāsuḥ parameṣṭhī devamānena
sahasrasaṃvatsaraṃ tapaścacāra | sahasravarṣe'tīte'tyugratīvratapasā
prasannaṃ bhagavantaṃ mahāviṣṇuṃ brahmā paripṛcchati
bhagavan paramatattvarahasyaṃ me brūhīti | paramatattvarahasyavaktā
tvameva nānyaḥ kaścidasti tatkathamiti | tadevocyate |
Um das Geheimnis der höchsten Wirklichkeit zu erkennen, übte Parameshthin tausend Jahre nach göttlicher Zeitrechnung Askese. Nach Ablauf dieser tausend Jahre fragte Brahma den erhabenen Mahavishnu, der durch die äußerst heftige Askese zufriedengestellt war: „Erhabener, erkläre mir das Geheimnis der höchsten Wirklichkeit. Nur du kannst es darlegen, kein anderer. Warum? Dies wird nun gesagt:“
Wort-für-Wort-Erläuterung: atha – dann; parama-tattva-rahasyam – Geheimnis der höchsten Wirklichkeit; jijñāsuḥ – zu erkennen wünschend; parameṣṭhī – Parameshthin, Brahma; deva-mānena – nach göttlicher Zeitrechnung; sahasra-saṃvatsaram – tausend Jahre; tapaḥ cacāra – übte Askese; sahasra-varṣe atīte – nach Ablauf der tausend Jahre; ati-ugra-tīvra-tapasā – durch äußerst heftige Askese; prasannam – zufriedengestellt; bhagavantam mahāviṣṇum – den erhabenen Mahavishnu; brahmā paripṛcchati – Brahma fragt; bhagavan – Erhabener; me brūhi – erkläre mir; vaktā – Erklärender; tvam eva – du allein; na anyaḥ kaścit asti – kein anderer ist da; tat katham – warum dies; tat eva ucyate – eben dies wird gesagt.
Kapitel 1 – Lobpreis Mahavishnus
tvameva sarvajñaḥ |
tvameva sarvaśaktiḥ | tvameva sarvādhāraḥ | tvameva sarvasvarūpaḥ |
tvameva sarveśvaraḥ | tvameva sarvapravartakaḥ | tvameva sarvapālakaḥ |
tvameva sarvanivartakaḥ | tvameva sadasadātmakaḥ | tvameva sadasadvilakṣaṇaḥ |
tvamevāntarbahirvyāpakaḥ | tvamevātisūkṣmataraḥ | tvamevātimahato mahīyān |
tvameva sarvamūlāvidyānivartakaḥ | tvamevāvidyāvihāraḥ |
tvamevāvidyādhārakaḥ | tvameva vidyāvedyaḥ | tvameva vidyāsvarūpaḥ |
tvameva vidyātītaḥ | tvameva sarvakāraṇahetuḥ | tvameva sarvakāraṇasamaṣṭiḥ |
tvameva sarvakāraṇavyaṣṭiḥ | tvamevākhaṇḍānandaḥ | tvameva paripūrṇānandaḥ |
tvameva niratiśayānandaḥ | tvameva turīyaturīyaḥ | tvameva turīyātītaḥ |
tvameva anantopaniṣadvimṛgyaḥ | tvamevākhilaśāstrairvimṛgyaḥ |
tvameva brahmeśānapurandarapurogamairakhilāmarairakhilāgamairvimṛgyaḥ |
tvameva sarvamumukṣubhirvimṛgyaḥ | tvamevāmṛtamayairvimṛgyaḥ |
tvamevāmṛtamayastvamevāmṛtamayastvamevāmṛtamayaḥ | tvameva sarvaṃ
tvameva sarvaṃ tvameva sarvam | tvameva mokṣastvameva mokṣadastvamevākhilamokṣasādhanam |
Du allein bist allwissend. Du allein bist allmächtig. Du allein bist die Grundlage von allem. Du allein bist das Wesen von allem. Du allein bist der Herr aller. Du allein bist der alles in Bewegung setzt. Du allein bist der alles erhält. Du allein bist der alles zurücknimmt. Du allein bist von der Natur des Seienden und Nichtseienden. Du allein bist vom Seienden und Nichtseienden verschieden. Du allein bist innen und außen durchdringend. Du allein bist feiner als das überaus Feine. Du allein bist größer als das überaus Große. Du allein bist der alle Wurzelunwissenheit aufhebt. Du allein bist die Spielstätte der Unwissenheit. Du allein bist der Träger der Unwissenheit. Du allein bist durch Erkenntnis zu erkennen. Du allein bist die Erkenntnis selbst. Du allein bist jenseits der Erkenntnis. Du allein bist der Grund aller Ursachen. Du allein bist die Gesamtheit aller Ursachen. Du allein bist die Einzelgestalt aller Ursachen. Du allein bist ungeteilte Glückseligkeit. Du allein bist vollkommene Glückseligkeit. Du allein bist unübertreffliche Glückseligkeit. Du allein bist das Vierte des Vierten. Du allein bist jenseits des Vierten. Du allein bist durch unzählige Upanishaden zu suchen. Du allein bist durch alle Lehrwerke zu suchen. Du allein bist durch alle Götter, mit Brahma, Ishana und Purandara an ihrer Spitze, und durch alle Überlieferungen zu suchen. Du allein bist von allen Befreiung Suchenden zu suchen. Du allein bist von den Unsterblichen zu suchen. Du allein bist von Unsterblichkeit erfüllt. Du allein bist von Unsterblichkeit erfüllt. Du allein bist von Unsterblichkeit erfüllt. Du allein bist alles. Du allein bist alles. Du allein bist alles. Du allein bist Befreiung, du allein gewährst Befreiung, du allein bist jedes Mittel zur Befreiung.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tvam eva – du allein; sarvajñaḥ – allwissend; sarvaśaktiḥ – allmächtig; sarvādhāraḥ – die Grundlage von allem; sarvasvarūpaḥ – das Wesen von allem; sarveśvaraḥ – der Herr aller; sarvapravartakaḥ – der alles in Bewegung setzt; sarvapālakaḥ – der alles erhält; sarvanivartakaḥ – der alles zurücknimmt; sadasadātmakaḥ – von der Natur des Seienden und Nichtseienden; sadasadvilakṣaṇaḥ – vom Seienden und Nichtseienden verschieden; antarbahirvyāpakaḥ – innen und außen durchdringend; atisūkṣmataraḥ – feiner als das überaus Feine; atimahato mahīyān – größer als das überaus Große; sarvamūlāvidyānivartakaḥ – der alle Wurzelunwissenheit aufhebt; avidyāvihāraḥ – die Spielstätte der Unwissenheit; avidyādhārakaḥ – der Träger der Unwissenheit; vidyāvedyaḥ – durch Erkenntnis zu erkennen; vidyāsvarūpaḥ – die Erkenntnis selbst; vidyātītaḥ – jenseits der Erkenntnis; sarvakāraṇahetuḥ – der Grund aller Ursachen; sarvakāraṇasamaṣṭiḥ – die Gesamtheit aller Ursachen; sarvakāraṇavyaṣṭiḥ – die Einzelgestalt aller Ursachen; akhaṇḍānandaḥ – ungeteilte Glückseligkeit; paripūrṇānandaḥ – vollkommene Glückseligkeit; niratiśayānandaḥ – unübertreffliche Glückseligkeit; turīyaturīyaḥ – das Vierte des Vierten; turīyātītaḥ – jenseits des Vierten; anantopaniṣadvimṛgyaḥ – durch unzählige Upanishaden zu suchen; akhilaśāstrairvimṛgyaḥ – durch alle Lehrwerke zu suchen; brahmeśānapurandarapurogamairakhilāmarairakhilāgamairvimṛgyaḥ – durch alle Götter, mit Brahma, Ishana und Purandara an ihrer Spitze, und durch alle Überlieferungen zu suchen; sarvamumukṣubhirvimṛgyaḥ – von allen Befreiung Suchenden zu suchen; amṛtamayairvimṛgyaḥ – von den Unsterblichen zu suchen; amṛtamayaḥ – von Unsterblichkeit erfüllt, dreimal; sarvam – alles, dreimal; mokṣaḥ – Befreiung; mokṣadaḥ – Befreiung gewährend; akhila-mokṣa-sādhanam – jedes Mittel zur Befreiung.
Kapitel 1 – Der einzige Lehrer
na kiñcidasti tvadvyatiriktam | tvadvyatiriktaṃ yatkiṃcitpratīyate tatsarvaṃ
bādhitamiti niścayam | tasmāttvameva vaktā tvamevagurustvameva pitā
tvameva sarvaniyantā tvameva sarvaṃ tvameva sadā dhyeya iti suniścitaḥ |
„Nichts besteht außer dir. Was auch immer als von dir verschieden erscheint, ist vollständig widerlegt: Dies ist gewiss. Deshalb bist du allein der Sprecher, du allein der Lehrer, du allein der Vater, du allein der Lenker aller. Du allein bist alles und stets zu betrachten: Davon bin ich überzeugt.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: na kiñcit asti – nichts besteht; tvat-vyatiriktam – außer dir; yat kiñcit pratīyate – was auch immer erscheint; tat sarvam – all dies; bādhitam – widerlegt, aufgehoben; iti niścayam – dies ist gewiss; tasmāt – deshalb; tvam eva vaktā – du allein bist Sprecher; guruḥ – Lehrer; pitā – Vater; sarva-niyantā – Lenker aller; sarvam – alles; sadā dhyeyaḥ – stets zu betrachten; iti suniścitaḥ – so fest überzeugt.
Kapitel 1 – Die alte Lehrer-Schüler-Unterweisung
paramatattvajñastamuvāca mahāviṣṇuratiprasanno bhūtvā sādhusādhviti
sādhupraśaṃsāpūrvaṃ sarvaṃ paramatattvarahasyaṃ te kathayāmi |
sāvadhānena śṛṇu |
brahman devadarśītyākhyātharvaṇaśākhāyāṃ
paramatattvarahasyākhyātharvaṇamahānārāyaṇopaniṣadi guruśiṣyasaṃvādaḥ
purātanaḥ prasiddhatayā jāgarti |
purā tatsvarūpajñānena mahāntaḥ sarvaṃ brahmabhāvaṃ gatāḥ | yasya śravaṇena
sarvabandhaḥ pravinaśyanti | yasya jñānena sarvarahasyaṃ viditaṃ bhavati |
tatsvarūpaṃ kathamiti |
Mahavishnu, der die höchste Wirklichkeit kennt, wurde sehr erfreut und sprach, nachdem er ihn mit „Gut, gut!“ gelobt hatte: „Ich werde dir das ganze Geheimnis der höchsten Wirklichkeit erzählen. Höre aufmerksam. Brahma, in der Devadarshi genannten Schule des Atharvaveda ist in der Atharvana-Mahanarayana-Upanishad, die das Geheimnis der höchsten Wirklichkeit heißt, ein altes Gespräch zwischen Lehrer und Schüler berühmt. Durch die Erkenntnis seines Wesens gelangten einst die Großen ganz zum Brahmansein. Wer es hört, dessen sämtliche Bindungen vergehen; wer es erkennt, hat alle Geheimnisse erkannt. Wie ist sein Wesen?“
Wort-für-Wort-Erläuterung: parama-tattva-jñaḥ – Kenner der höchsten Wirklichkeit; tam uvāca – sagte zu ihm; mahāviṣṇuḥ – Mahavishnu; ati-prasannaḥ bhūtvā – sehr erfreut geworden; sādhu sādhu – gut, gut; sādhu-praśaṃsā-pūrvam – nach entsprechendem Lob; sarvam parama-tattva-rahasyam – gesamtes Geheimnis der höchsten Wirklichkeit; te kathayāmi – ich erzähle dir; sa-avadhānena śṛṇu – höre aufmerksam; brahman – o Brahma; devadarśī-ākhyā-atharvaṇa-śākhāyām – in der Devadarshi genannten Atharvaveda-Schule; parama-tattva-rahasya-ākhyā – Geheimnis der höchsten Wirklichkeit genannt; ātharvaṇa-mahānārāyaṇa-upaniṣadi – in der Atharvana-Mahanarayana-Upanishad; guru-śiṣya-saṃvādaḥ – Lehrer-Schüler-Gespräch; purātanaḥ – alt; prasiddhatayā jāgarti – ist berühmt; purā – einst; tat-svarūpa-jñānena – durch Erkenntnis seines Wesens; mahāntaḥ – die Großen; sarvam brahma-bhāvam gatāḥ – ganz zum Brahmansein gelangt; yasya śravaṇena – durch dessen Hören; sarva-bandhāḥ pravinaśyanti – vergehen alle Bindungen; yasya jñānena – durch dessen Erkenntnis; sarva-rahasyam viditam bhavati – werden alle Geheimnisse erkannt; tat-svarūpam katham – wie ist sein Wesen.
Kapitel 1 – Die Bitte des Schülers
śānto dānto'tiviraktaḥ suśuddho gurubhaktastaponiṣṭhaḥ
śiṣyo brahmaniṣṭhaṃ gurumāsādya pradakṣiṇapūrvakaṃ daṇḍavatpraṇamya
prāñjalirbhūtvā vinayenopasaṃgamya bhagavan guro me paramatattvarahasyaṃ
vivicya vaktavyamiti | atyādarapūrvakamiti harṣeṇa śiṣyaṃ bahūkṛtya gururvadati |
paramatattvarahasyopaniṣatkramaḥ kathyate savādhānena śrūyatām |
Ein ruhiger, beherrschter, zutiefst entsagter, ganz reiner Schüler, dem Lehrer ergeben und in Askese gefestigt, suchte einen in Brahman gegründeten Lehrer auf. Er umschritt ihn nach rechts, warf sich lang nieder, faltete die Hände, näherte sich bescheiden und bat: „Erhabener Lehrer, erläutere mir das Geheimnis der höchsten Wirklichkeit.“ Mit größter Achtung und Freude würdigte der Lehrer den Schüler und sagte: „Nun wird die Folge der Upanishad vom Geheimnis der höchsten Wirklichkeit erklärt. Höre aufmerksam.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: śāntaḥ – ruhig; dāntaḥ – beherrscht; ati-viraktaḥ – zutiefst entsagt; suśuddhaḥ – ganz rein; guru-bhaktaḥ – dem Lehrer ergeben; tapas-niṣṭhaḥ – in Askese gefestigt; śiṣyaḥ – Schüler; brahma-niṣṭham gurum – einen in Brahman gegründeten Lehrer; āsādya – aufgesucht; pradakṣiṇa-pūrvakam – nach Rechtsumschreitung; daṇḍavat praṇamya – lang niedergeworfen; prāñjaliḥ bhūtvā – Hände gefaltet; vinayena upasaṃgamya – sich bescheiden genähert; bhagavan guro – erhabener Lehrer; me – mir; parama-tattva-rahasyam – Geheimnis der höchsten Wirklichkeit; vivicya vaktavyam – ist eingehend zu erläutern; ati-ādara-pūrvakam – mit größter Achtung; harṣeṇa – mit Freude; śiṣyam bahūkṛtya – Schüler gewürdigt; guruḥ vadati – Lehrer sagt; parama-tattva-rahasya-upaniṣat-kramaḥ – Folge dieser Upanishad; kathyate – wird erklärt; sa-avadhānena śrūyatām – es werde aufmerksam gehört.
Kapitel 1 – Was Brahman ist
kathaṃ brahma | kālatrayābādhitaṃ brahma | sarvakālābādhitaṃ
brahma | saguṇanirguṇasvarūpaṃ brahma | ādimadhyāntaśūnyaṃ brahma |
sarvaṃ khalvidaṃ brahma | māyātītaṃ guṇātītaṃ brahma |
anantamaprameyākhaṇḍaparipūrṇaṃ brahma |
advitīyaparamānandaśuddhabuddhamuktasatyasvarūpavyāpakābhinnāparicchinaṃ brahma |
saccidānandasvaprakāśaṃ brahma | manovācāmagocaraṃ brahma |
amitavedāntavedyaṃ brahma | deśataḥ kālato vastutaḥ paricchedarahitaṃ brahma |
sarvaparipūrṇaṃ brahma turīyaṃ nirākāramekaṃ brahma | advaitamanirvācyaṃ
brahma | praṇavātmakaṃ brahma | praṇavātmakatvenoktaṃ brahma |
praṇavādyakhilamantrātmakaṃ brahma |
„Wie ist Brahman? Brahman wird in den drei Zeiten nicht aufgehoben; es wird zu keiner Zeit aufgehoben. Brahman besitzt die Gestalt mit und ohne Eigenschaften. Es ist ohne Anfang, Mitte und Ende. Wahrhaftig, all dies ist Brahman. Brahman steht über Maya und über den Gunas. Es ist unendlich, unermesslich, ungeteilt und vollkommen. Es ist ohne Zweites, höchste Glückseligkeit, rein, bewusst, frei, seinem Wesen nach wahr, alldurchdringend, ungetrennt und unbegrenzt. Brahman ist Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit und leuchtet aus sich selbst. Es liegt außerhalb des Bereichs von Geist und Sprache. Durch unermesslich viele Vedanta-Lehren ist es zu erkennen. Es ist frei von Begrenzung durch Ort, Zeit und Gegenstand, in jeder Hinsicht vollkommen, das Vierte, gestaltlos und eines. Brahman ist nichtdual und unaussagbar. Es ist der Pranava; als Pranava wird es bezeichnet. Es besteht aus sämtlichen Mantras, beginnend mit dem Pranava.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: katham brahma – wie ist Brahman; kāla-traya-abādhitam – in drei Zeiten nicht aufgehoben; sarva-kāla-abādhitam – zu keiner Zeit aufgehoben; saguṇa-nirguṇa-svarūpam – mit und ohne Eigenschaften; ādi-madhya-anta-śūnyam – ohne Anfang, Mitte und Ende; sarvam khalu idam brahma – all dies ist wahrhaftig Brahman; māyā-atītam – jenseits von Maya; guṇa-atītam – jenseits der Gunas; anantam – unendlich; aprameya – unermesslich; akhaṇḍa – ungeteilt; paripūrṇam – vollkommen; advitīya – ohne Zweites; parama-ānanda – höchste Glückseligkeit; śuddha – rein; buddha – bewusst; mukta – frei; satya-svarūpa – wahr dem Wesen nach; vyāpaka – alldurchdringend; abhinna – ungetrennt; aparicchinnam – unbegrenzt; sat-cit-ānanda – Sein, Bewusstsein, Glückseligkeit; sva-prakāśam – selbstleuchtend; manas-vācām agocaram – außerhalb von Geist und Sprache; amita-vedānta-vedyam – durch unermessliche Vedanta-Lehren erkennbar; deśataḥ kālataḥ vastutaḥ – nach Ort, Zeit und Gegenstand; pariccheda-rahitam – frei von Begrenzung; sarva-paripūrṇam – in jeder Hinsicht vollkommen; turīyam – das Vierte; nirākāram – gestaltlos; ekam – eines; advaitam – nichtdual; anirvācyam – unaussagbar; praṇava-ātmakam – Pranava als Wesen; praṇava-ātmakatvena uktam – als Pranava bezeichnet; praṇava-ādi-akhila-mantra-ātmakam – aus sämtlichen Mantras ab Pranava bestehend.
Kapitel 1 – Die vier Viertel
pādacatuṣṭayātmakaṃ brahma |
kiṃ tatpādacatuṣṭayaṃ brahma bhavati | avidyāpādaḥ
suvidyāpādaścānandapādasturīyapādasturīya iti |
turīyapādasturīyaturīyaṃ turīyātītaṃ ca | kathaṃ pādacatuṣṭayasya
bhedaḥ | avidyāpadaḥ prathamaḥ pādo vidyāpādo dvitīyaḥ
ānandapādastṛtīyasturīyapādasturīya iti | mūlāvidyā prathamapāde
nānyatra | vidyānandaturīyāṃśāḥ sarveṣu pādeṣu vyāpya tiṣṭhanti |
evaṃ tarhi vidyādīnāṃ bhedaḥ kathamiti | tattatprādhānyena
tattadvyapadeśaḥ | vastutastvabheda eva | tatrādhastanamekaṃ
pādamavidyāśabalaṃ bhavati | uparitanapādatrayaṃ
śuddhabodhānandalakṣaṇamamṛtaṃ bhavati |
taccānirvācyamanirdeśyamakhaṇḍānandaikarasātmakaṃ bhavati |
„Brahman besteht aus vier Vierteln. Was ist dieses vierteilige Brahman? Das Viertel der Unwissenheit, das Viertel der guten Erkenntnis, das Viertel der Glückseligkeit und das vierte Viertel. Das vierte Viertel ist das Vierte des Vierten und das Über-das-Vierte-Hinaus. Wie unterscheiden sich die vier Viertel? Das Unwissenheitsviertel ist das erste, das Erkenntnisviertel das zweite, das Glückseligkeitsviertel das dritte und das vierte Viertel das vierte. Die Wurzelunwissenheit liegt allein im ersten Viertel, nirgendwo sonst. Erkenntnis-, Glückseligkeits- und Viertes-Anteile durchdringen alle Viertel. Wie besteht dann ein Unterschied zwischen Erkenntnis und den anderen? Das jeweils Vorherrschende gibt den jeweiligen Namen; in Wirklichkeit besteht nur Ungetrenntheit. Das eine untere Viertel ist mit Unwissenheit vermischt; die oberen drei Viertel sind unsterblich und durch reine Bewusstheit und Glückseligkeit gekennzeichnet. Dies ist unaussagbar, nicht anweisbar, seinem Wesen nach der eine Geschmack ungeteilter Glückseligkeit.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: pāda-catuṣṭaya-ātmakam brahma – Brahman besteht aus vier Vierteln; kim tat – was ist das; avidyā-pādaḥ – Unwissenheitsviertel; suvidyā-pādaḥ – Viertel der guten Erkenntnis; ānanda-pādaḥ – Glückseligkeitsviertel; turīya-pādaḥ – viertes Viertel; turīyaḥ – das Vierte; turīya-turīyam – das Vierte des Vierten; turīya-atītam – über das Vierte hinaus; katham bhedaḥ – wie der Unterschied; prathamaḥ – erstes; vidyā-pādaḥ dvitīyaḥ – Erkenntnisviertel als zweites; ānanda-pādaḥ tṛtīyaḥ – Glückseligkeitsviertel als drittes; mūla-avidyā – Wurzelunwissenheit; prathama-pāde – im ersten Viertel; na anyatra – nicht anderswo; vidyā-ānanda-turīya-aṃśāḥ – Anteile von Erkenntnis, Glückseligkeit und Viertem; sarveṣu pādeṣu – in allen Vierteln; vyāpya tiṣṭhanti – bleiben durchdringend; evam tarhi – wenn so, dann; vidyā-ādīnām bhedaḥ – Unterschied zwischen Erkenntnis und Weiterem; tat-tat-prādhānyena – wegen jeweiligen Vorherrschens; tat-tat-vyapadeśaḥ – jeweilige Benennung; vastutaḥ – in Wirklichkeit; abhedaḥ eva – nur Ungetrenntheit; adhastanam ekam pādam – das eine untere Viertel; avidyā-śabalam – mit Unwissenheit vermischt; bhavati – ist; uparitana-pāda-trayam – die oberen drei Viertel; śuddha-bodha-ānanda-lakṣaṇam – durch reine Bewusstheit und Glückseligkeit gekennzeichnet; amṛtam – unsterblich; anirvācyam – unaussagbar; anirdeśyam – nicht anweisbar; akhaṇḍa-ānanda-eka-rasa-ātmakam – ein Geschmack ungeteilter Glückseligkeit als Wesen.
Kapitel 1 – Das ewige Vaikuntha
tatra madhyamapādamadhyapradeśe'mitatejaḥpravāhākāratayā
nityavaikuṇṭhaṃ vibhāti |
tacca niratiśayānandākhaṇḍabrahmānandanijamūrtyākāreṇa jvalati |
aparicchinnamaṇḍalāni yathā dṛśyante
tadvadakhaṇḍānandāmitavaiṣṇavadivyatejorāśyantargatavilasanmahāviṣṇoḥ
paramaṃ padaṃ virājate | dugdhodadhimadhyasthitāmṛtāmṛtakalaśavadvaiṣṇavaṃ
dhāma paramaṃ saṃdṛśyate |
„Im mittleren Bereich des mittleren Viertels strahlt das ewige Vaikuntha wie ein Strom unermesslichen Lichts. Es leuchtet in der Gestalt der eigenen Form unübertrefflicher Glückseligkeit und ungeteilter Brahman-Wonne. Wie unbegrenzte Kreise sichtbar werden, so erstrahlt Mahavishnus höchster Zustand, leuchtend in der Masse unermesslichen göttlichen Vishnu-Lichts und ungeteilter Glückseligkeit. Die höchste Stätte Vishnus erscheint wie ein Gefäß des unsterblichen Nektars inmitten des Milchozeans.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tatra – dort; madhyama-pāda-madhya-pradeśe – im mittleren Bereich des mittleren Viertels; amita-tejas-pravāha-ākāratayā – in Gestalt eines Stroms unermesslichen Lichts; nitya-vaikuṇṭham vibhāti – ewiges Vaikuntha strahlt; tat – jenes; niratiśaya-ānanda – unübertreffliche Glückseligkeit; akhaṇḍa-brahma-ānanda – ungeteilte Brahman-Wonne; nija-mūrti-ākāreṇa – in Gestalt eigener Form; jvalati – leuchtet; aparicchinna-maṇḍalāni – unbegrenzte Kreise; yathā dṛśyante – wie sichtbar werden; tadvat – ebenso; akhaṇḍa-ānanda-amita-vaiṣṇava-divya-tejas-rāśi – ungeteilte Glückseligkeit und Masse unermesslichen göttlichen Vishnu-Lichts; antar-gata-vilasan – darin leuchtend; mahāviṣṇoḥ – Mahavishnus; paramam padam – höchster Zustand; virājate – erstrahlt; dugdha-udadhi-madhya-sthita – inmitten des Milchozeans stehend; amṛta-amṛta-kalaśa-vat – wie ein Gefäß unsterblichen Nektars; vaiṣṇavam dhāma paramam – höchste Stätte Vishnus; sandṛśyate – erscheint.
Anmerkung: Die Quelle nennt ein „mittleres Viertel“, obwohl zuvor vier Viertel aufgezählt wurden. Welche Teilung genau gemeint ist, wird nicht zusätzlich bestimmt.
Kapitel 1 – Adinarayana im Licht
sudarśanadivyatejo'ntargataḥ sudarśanapuruṣo yathā sūryamaṇḍalāntargataḥ
sūryanārāyaṇo'mitāparicchinnādvaitaparamānandalakṣaṇatejorāśyantargata
ādinārāyaṇastathā saṃdṛśyate |
„Wie der Sudarshana-Purusha im göttlichen Sudarshana-Licht und wie Surya-Narayana im Sonnenkreis sichtbar ist, so erscheint Adinarayana innerhalb der Lichtfülle, die durch unermessliche, unbegrenzte, nichtduale höchste Glückseligkeit gekennzeichnet ist.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: sudarśana-divya-tejas-antar-gataḥ – im göttlichen Sudarshana-Licht befindlich; sudarśana-puruṣaḥ – Sudarshana-Purusha; yathā – wie; sūrya-maṇḍala-antar-gataḥ – im Sonnenkreis befindlich; sūrya-nārāyaṇaḥ – Surya-Narayana; amita-aparicchinna-advaita-parama-ānanda-lakṣaṇa – durch unermessliche, unbegrenzte, nichtduale höchste Glückseligkeit gekennzeichnet; tejas-rāśi-antar-gataḥ – innerhalb der Lichtfülle; ādi-nārāyaṇaḥ – Adinarayana; tathā sandṛśyate – so erscheint.
Kapitel 1 – Narayana als das eine Brahman
sa eva turīyaṃ brahma
sa eva turīyātītaḥ sa eva viṣṇuḥ sa eva samastabrahmavācakavācyaḥ
sa eva paraṃjyotiḥ sa eva māyātītaḥ sa eva guṇātītaḥ sa eva kālātītaḥ
sa eva akhilakarmātītaḥ sa eva satyopādhirahitaḥ sa eva parameśvaraḥ
sa eva cirantanaḥ puruṣaḥ praṇavādyakhilamantravācakavācya
ādyantaśūnya ādideśakālavastuturīyasaṃjñānityaparipūrṇaḥ
pūrṇaḥ satyasaṃkalpa ātmārāmaḥ kālatrayābādhitanijasvarūpaḥ
svayaṃjyotiḥ svayamprakāśamayaḥ svasamānādhikaraṇaśūnyaḥ
svasamānādhikaśūnyo na divārātrivibhāgo na saṃvatsarādikālavibhāgaḥ
svānandamayānantācintyavibhava ātmāntarātmā paramātmā
jñānātmā turīyātmetyādivācakavācyo'dvaitaparamānando
vibhurnityo niṣkalaṅko nirvikalpo nirañjano nirākhyātaḥ śuddho deva
eko nārāyaṇo na dvitīyo'sti kaściditi ya evaṃ veda sa puruṣastadīyopāsanayā
tasya sāyujyametītyasaṃśayamityupaniṣat ||
„Er allein ist Brahman als das Vierte, er allein steht über dem Vierten, er allein ist Vishnu. Er ist das durch sämtliche Brahmanbezeichnungen Bezeichnete, das höchste Licht, jenseits von Maya, Gunas, Zeit und allen Handlungen, wahr und frei von begrenzenden Bedingungen. Er ist der höchste Herr, der uralte Purusha, bezeichnet durch sämtliche Mantras, beginnend mit dem Pranava. Ohne Anfang und Ende, unter Bezeichnungen wie Ursprung, Ort, Zeit, Gegenstand und Viertes stets vollkommen, ganz, von wahrhaftigem Entschluss, im Selbst erfreut, besitzt er ein durch die drei Zeiten nicht aufgehobenes eigenes Wesen. Er ist eigenes Licht und besteht aus eigenem Leuchten; nichts steht mit ihm auf gleicher Grundlage, nichts ist ihm gleich oder überlegen. Bei ihm gibt es weder Tag-Nacht-Teilung noch Zeitteilung nach Jahren und Ähnlichem. Seine aus eigener Glückseligkeit bestehende Herrlichkeit ist unendlich und undenkbar. Er wird Selbst, inneres Selbst, höchstes Selbst, Erkenntnisselbst, Viertes Selbst und mit weiteren Namen bezeichnet. Nichtduale höchste Glückseligkeit, alldurchdringend, ewig, makellos, ohne Unterscheidungen, unbefleckt, nicht beschreibbar, rein: der eine Gott Narayana. Einen zweiten gibt es nicht.“ Wer so erkennt, erlangt durch seine Verehrung zweifellos die Vereinigung mit ihm: so die Upanishad.
Wort-für-Wort-Erläuterung: saḥ eva – er allein; turīyam brahma – Brahman als das Vierte; turīya-atītaḥ – über dem Vierten; viṣṇuḥ – Vishnu; samasta-brahma-vācaka-vācyaḥ – durch alle Brahmanbezeichnungen bezeichnet; param jyotiḥ – höchstes Licht; māyā-atītaḥ – jenseits von Maya; guṇa-atītaḥ – jenseits der Gunas; kāla-atītaḥ – jenseits der Zeit; akhila-karma-atītaḥ – jenseits aller Handlungen; satya-upādhi-rahitaḥ – wahr und frei von Bedingungen, Kompositumsgrenze unsicher; parama-īśvaraḥ – höchster Herr; cirantanaḥ puruṣaḥ – uralter Purusha; praṇava-ādi-akhila-mantra-vācaka-vācyaḥ – durch alle Mantras ab Pranava bezeichnet; ādi-anta-śūnyaḥ – ohne Anfang und Ende; ādi-deśa-kāla-vastu-turīya-saṃjñā – Bezeichnungen Ursprung, Ort, Zeit, Gegenstand und Viertes; nitya-paripūrṇaḥ – stets vollkommen; pūrṇaḥ – ganz; satya-saṃkalpaḥ – von wahrhaftigem Entschluss; ātma-ārāmaḥ – im Selbst erfreut; kāla-traya-abādhita-nija-svarūpaḥ – mit eigenem Wesen, das in drei Zeiten nicht aufgehoben wird; svayam-jyotiḥ – eigenes Licht; svayam-prakāśamayaḥ – aus eigenem Leuchten bestehend; sva-samāna-adhikaraṇa-śūnyaḥ – ohne etwas mit gleicher Grundlage; sva-sama-adhika-śūnyaḥ – ohne Gleiches oder Höheres; na divā-rātri-vibhāgaḥ – keine Tag-Nacht-Teilung; na saṃvatsara-ādi-kāla-vibhāgaḥ – keine Zeitteilung nach Jahren und Ähnlichem; sva-ānandamaya-ananta-acintya-vibhavaḥ – unendliche undenkbare Herrlichkeit eigener Glückseligkeit; ātmā – Selbst; antarātmā – inneres Selbst; paramātmā – höchstes Selbst; jñānātmā – Erkenntnisselbst; turīyātmā – Viertes Selbst; ādi-vācaka-vācyaḥ – mit solchen und weiteren Namen bezeichnet; advaita-paramānandaḥ – nichtduale höchste Glückseligkeit; vibhuḥ – alldurchdringend; nityaḥ – ewig; niṣkalaṅkaḥ – makellos; nirvikalpaḥ – ohne Unterscheidungen; nirañjanaḥ – unbefleckt; nirākhyātaḥ – nicht beschreibbar; śuddhaḥ – rein; devaḥ ekaḥ nārāyaṇaḥ – der eine Gott Narayana; na dvitīyaḥ asti kaścit – es gibt keinen zweiten; yaḥ evam veda – wer so erkennt; saḥ puruṣaḥ – dieser Mensch; tadīya-upāsanayā – durch seine Verehrung; tasya sāyujyam eti – erlangt Vereinigung mit ihm; asaṃśayam – zweifellos; iti upaniṣat – so die Upanishad.
Anmerkung: Die Kette ādyantaśūnya ādideśakālavastuturīyasaṃjñānityaparipūrṇaḥ ist syntaktisch unklar. Ihre erkennbaren Glieder werden vollständig wiedergegeben, ohne eine nicht belegte feste Begriffshierarchie daraus abzuleiten.
Schluss des 1. Kapitels
ityātharvaṇamahānārāyaṇopaniṣadi pādacatuṣṭayasvarūpanirūpaṇaṃ
nāma prathamo'dhyāyaḥ || 1 ||
Damit endet in der Atharvana-Mahanarayana-Upanishad das 1. Kapitel mit dem Titel „Darstellung des Wesens der vier Viertel“.
Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – damit; ātharvaṇa-mahānārāyaṇa-upaniṣadi – in der Atharvana-Mahanarayana-Upanishad; nāma – mit Namen; adhyāyaḥ – Kapitel; prathamaḥ – erstes; pāda-catuṣṭaya-svarūpa-nirūpaṇam – Darstellung des Wesens der vier Viertel.
Tripadvibhuti Mahanarayana Upanishad Kapitel 2
Kapitel 2 – Gestalt und Gestaltlosigkeit
atheti hovāca cchātro guruṃ bhagavantam |
bhagavanvaikuṇṭhasya nārāyaṇasya ca nityatvamuktvam |
sa eva turīyamityuktameva | vaikuṇṭhaḥ sākāro nārāyaṇaḥ sākāraśca |
turīyaṃ tu nirākāram | sākāraḥ sāvayavo niravayavaṃ nirākāram |
tasmātsākāramanityaṃ nityaṃ nirākāramiti śruteḥ |
yadyatsāvayavaṃ tattadanityamityanumānācceti pratyakṣeṇa
dṛṣṭatvācca | atastayoranityatvameva vaktumucitaṃ bhavati |
kathamuktaṃ nityatvamiti | turīyamakṣaramiti śruteḥ |
turīyasya nityatvaṃ prasiddham | nityatvānityatve parasparaviruddhadharmau | tayorekasminbrahmaṇyatyantaviruddhaṃ bhavati | tasmādvaikuṇṭhasya ca nārāyaṇasya ca nityatvameva vaktumucitaṃ bhavati | satyameva bhavatīti deśikaṃ pariharati | sākārastu dvividhaḥ | sopādhiko nirupādhikaśca | tatra sopādhikaḥ sākāraḥ kathamiti | āvidyakamakhilakāryakāraṇajālamavidyāpāda eva nānyatra | tasmātsamastāvidyopādhiḥ sākāraḥ sāvayava eva | sāvayavatvādavaśyamanityaṃ bhavatyeva | sopādhikasākāro varṇitaḥ | tarhi nirupādhika sākāraḥ kathamiti | nirupādhikasākārastrividhaḥ | brahmavidyāsākāraścānandasākārubhayātmakasākāraśceti |
Der Schüler sagte zum erhabenen Lehrer: „Erhabener, du hast die Ewigkeit Vaikunthas und Narayanas erklärt und gesagt, dies sei eben das Vierte. Vaikuntha und Narayana besitzen aber Gestalt; das Vierte ist gestaltlos. Was Gestalt besitzt, hat Teile; das Gestaltlose ist ohne Teile. Daher sagt die Offenbarung: Das Gestaltete ist vergänglich, das Gestaltlose ewig. Auch der Schluss ‚Alles aus Teilen Bestehende ist vergänglich‘ und die unmittelbare Wahrnehmung zeigen dies. Deshalb wäre es angemessen, ihre Vergänglichkeit auszusagen. Wie konntest du Ewigkeit lehren? Durch die Offenbarung ‚Das Vierte ist unvergänglich‘ ist dessen Ewigkeit bekannt. Ewigkeit und Vergänglichkeit sind einander entgegengesetzte Eigenschaften; beides in einem Brahman wäre völlig widersprüchlich. Deshalb wäre es angemessen, von Vaikuntha und Narayana Ewigkeit auszusagen [so der widersprüchliche Schluss der Vorlage].“ Der Lehrer entgegnete: „Richtig gesprochen. Das Gestaltete ist zweifach: mit begrenzender Bedingung und ohne begrenzende Bedingung. Wie ist das bedingte Gestaltete? Das ganze auf Unwissenheit beruhende Geflecht von Wirkungen und Ursachen liegt allein im Unwissenheitsviertel, nirgendwo sonst. Deshalb ist alles durch Unwissenheit bedingte Gestaltete aus Teilen zusammengesetzt und wegen dieser Zusammensetzung notwendig vergänglich. Damit ist das bedingte Gestaltete erklärt. Wie ist dann das unbedingte Gestaltete? Es ist dreifach: Gestalt der Brahmanerkenntnis, Gestalt der Glückseligkeit und Gestalt von beidem.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: atha – darauf; iti hovāca – so sagte; chātraḥ – Schüler; gurum bhagavantam – zum erhabenen Lehrer; bhagavan – Erhabener; vaikuṇṭhasya nārāyaṇasya ca – Vaikunthas und Narayanas; nityatvam uktam – Ewigkeit erklärt; saḥ eva turīyam – eben dies ist das Vierte; sākāraḥ – mit Gestalt; nirākāram – gestaltlos; sa-avayavaḥ – mit Teilen; niravayavam – ohne Teile; tasmāt – deshalb; sākāram anityam – Gestaltetes ist vergänglich; nityam nirākāram – Gestaltloses ist ewig; iti śruteḥ – nach der Offenbarung; yat yat sa-avayavam – alles aus Teilen Bestehende; tat tat anityam – ist vergänglich; anumānāt – durch Schlussfolgerung; pratyakṣeṇa dṛṣṭatvāt – durch unmittelbare Wahrnehmung; ataḥ tayor anityatvam – daher ihre Vergänglichkeit; vaktum ucitam – angemessen auszusagen; katham uktam nityatvam – wie wurde Ewigkeit gelehrt; turīyam akṣaram – das Vierte ist unvergänglich; nityatvam prasiddham – Ewigkeit bekannt; nityatva-anityatve – Ewigkeit und Vergänglichkeit; paraspara-viruddha-dharmau – einander entgegengesetzte Eigenschaften; tayoḥ ekasmin brahmaṇi – beide in einem Brahman; atyanta-viruddham – völlig widersprüchlich; nityatvam eva – nur Ewigkeit, widersprüchlicher Quellschluss; satyam eva bhavati – richtig gesprochen; deśikaḥ pariharati – Lehrer entgegnet, Quelle hat Akkusativ deśikam; sākāraḥ dvividhaḥ – Gestaltetes ist zweifach; sopādhikaḥ – bedingt; nirupādhikaḥ – unbedingt; tatra – dabei; āvidyakam – auf Unwissenheit beruhend; akhila-kārya-kāraṇa-jālam – gesamtes Wirkungs- und Ursachengeflecht; avidyā-pāde eva – allein im Unwissenheitsviertel; na anyatra – nirgendwo sonst; samasta-avidyā-upādhiḥ – ganz durch Unwissenheit bedingt; sāvayavatvāt – wegen Zusammensetzung; avaśyam – notwendig; anityam bhavati – ist vergänglich; varṇitaḥ – erklärt; tarhi – dann; nirupādhika-sākāraḥ trividhaḥ – unbedingtes Gestaltetes ist dreifach; brahma-vidyā-sākāraḥ – Gestalt der Brahmanerkenntnis; ānanda-sākāraḥ – Gestalt der Glückseligkeit; ubhaya-ātmaka-sākāraḥ – Gestalt beider.
Anmerkung: Im letzten Satz des Einwands wiederholt die Vorlage nityatvam, obwohl die Argumentation anityatvam erwarten ließe. Diese Stelle wird nicht stillschweigend verändert. Die fehlerhafte Form kāryakaraṇajām ist zu kāryakāraṇajālam normalisiert; deśikaṃ bleibt als ungewöhnliche Kasusform erhalten.
Kapitel 2 – Wiederholte Dreiteilung
brahmavidyāsākāraścānandasākāra ubhayātmakasākāraśceti |
„Gestalt der Brahmanerkenntnis, Gestalt der Glückseligkeit und Gestalt von beidem.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: brahma-vidyā-sākāraḥ – Gestalt der Brahmanerkenntnis; ca – und; ānanda-sākāraḥ – Gestalt der Glückseligkeit; ubhaya-ātmaka-sākāraḥ – Gestalt beider; iti – so.
Anmerkung: Diese Aufzählung steht in der Vorlage unmittelbar noch einmal; die Wiederholung bleibt erhalten.
Kapitel 2 – Ewige und befreite Gestalt
trividhasākāro'pi punardvividho bhavati | nityasākāro muktasākāraśceti |
nityasākārastvādyantaśūnyaḥ śāśvataḥ | upāsanayā ye muktiṃ
gatāsteṣāṃ sākāro muktasākāraḥ | tasyākhaṇḍajñānenāvirbhāvo
bhavati | so'pi śāśvataḥ |
„Auch diese drei Gestalten sind wiederum zweifach: ewige Gestalt und Gestalt der Befreiten. Die ewige Gestalt ist ohne Anfang und Ende und bleibt immer. Die Gestalt derer, die durch Verehrung zur Befreiung gelangt sind, ist die Gestalt der Befreiten. Sie tritt durch ungeteilte Erkenntnis hervor und ist ebenfalls ewig.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: trividha-sākāraḥ api – auch die drei Gestalten; punaḥ – wiederum; dvividhaḥ bhavati – sind zweifach; nitya-sākāraḥ – ewige Gestalt; mukta-sākāraḥ – Gestalt der Befreiten; ādi-anta-śūnyaḥ – ohne Anfang und Ende; śāśvataḥ – ewig; upāsanayā – durch Verehrung; ye muktim gatāḥ – die zur Befreiung gelangt sind; teṣām sākāraḥ – deren Gestalt; tasya – ihre; akhaṇḍa-jñānena – durch ungeteilte Erkenntnis; āvirbhāvaḥ bhavati – tritt hervor; saḥ api śāśvataḥ – auch sie ist ewig.
Kapitel 2 – Warum die unbedingte Gestalt ewig ist
muktasākārastvaicchika iti | anye vadanti
śāśvatatvaṃ kathamiti | advaitākhaṇḍaparipūrṇaniratiśayaparamānandaśuddhabuddhamuktasatyātmakabrahma caitanyasākāratvāt
nirupādhikasākārasya nityatvaṃ siddhameva | tasmādeva nirupādhikasākārasya
niravayavatvātsvādhikamapi dūrato nirastameva | niravayavaṃ brahmacaitanyamiti
sarvopaniṣatsu sarvaśāstrasiddhānteṣu śrūyate |
„Die Gestalt des Befreiten ist dem eigenen Willen gemäß“, sagen andere. „Wie kann sie ewig sein?“ Weil sie Bewusstseinsgestalt Brahmans ist, dessen Wesen nichtdual, ungeteilt, vollkommen, unübertreffliche höchste Glückseligkeit, rein, bewusst, frei und wahr ist, steht die Ewigkeit der unbedingten Gestalt fest. Da sie ohne Teile ist, ist auch etwas ihr Überlegenes von vornherein ausgeschlossen. Brahman-Bewusstsein ist ohne Teile: Dies hört man in sämtlichen Upanishaden und Lehrabschlüssen aller Schriften.
Wort-für-Wort-Erläuterung: mukta-sākāraḥ – Gestalt des Befreiten; aicchikaḥ – dem Willen gemäß; iti anye vadanti – so sagen andere; śāśvatatvam katham – wie Ewigkeit; advaita – nichtdual; akhaṇḍa – ungeteilt; paripūrṇa – vollkommen; niratiśaya-parama-ānanda – unübertreffliche höchste Glückseligkeit; śuddha – rein; buddha – bewusst; mukta – frei; satya-ātmaka – von wahrem Wesen; brahma-caitanya-sākāratvāt – wegen der Bewusstseinsgestalt Brahmans; nirupādhika-sākārasya – der unbedingten Gestalt; nityatvam siddham – Ewigkeit steht fest; tasmāt eva – eben daher; niravayavatvāt – wegen Teilelosigkeit; sva-adhikam api – auch etwas ihr Überlegenes; dūrataḥ nirastam – von vornherein ausgeschlossen; niravayavam brahma-caitanyam – Brahman-Bewusstsein ist teilelos; sarva-upaniṣatsu – in allen Upanishaden; sarva-śāstra-siddhānteṣu – in Lehrabschlüssen aller Schriften; śrūyate – wird gehört.
Anmerkung: Die Quelle schreibt svādhikam, „etwas ihr Überlegenes“. Der Zusammenhang könnte auch einen beschädigten technischen Ausdruck enthalten; es wird keine andere Lesung unterstellt.
Kapitel 2 – Unterschied nach Vorherrschen
atha ca
vidyānandaturīyāṇāmabheda eva śrūyate | sarvatra vidyādisākārabhedaḥ
kathamiti | satyamevoktamiti deśikaḥ pariharati | vidyāprādhānyena vidyāsākāraḥ
ānandaprādhānyenānandasākāraḥ ubhayaprādhānyenobhayātmakasākāraśceti |
prādhānyenātra bheda eva | sa bhedo vastutastvabheda eva |
„Ferner wird doch die Ungetrenntheit von Erkenntnis, Glückseligkeit und Viertem gelehrt. Wie kann es überall unterschiedliche Gestalten von Erkenntnis und Weiterem geben?“ Der Lehrer antwortet: „Richtig. Wo Erkenntnis vorherrscht, spricht man von Erkenntnisgestalt; wo Glückseligkeit vorherrscht, von Glückseligkeitsgestalt; wo beides vorherrscht, von einer Gestalt beider. Der Unterschied besteht hier allein im Vorherrschen; in Wirklichkeit ist dieser Unterschied eben Ungetrenntheit.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: atha ca – ferner; vidyā-ānanda-turīyāṇām – von Erkenntnis, Glückseligkeit und Viertem; abhedaḥ eva – nur Ungetrenntheit; śrūyate – wird gelehrt; sarvatra – überall; vidyā-ādi-sākāra-bhedaḥ – Unterschied der Gestalten von Erkenntnis und Weiterem; katham – wie; satyam eva uktam – richtig gesagt; deśikaḥ pariharati – Lehrer antwortet; vidyā-prādhānyena – wegen Vorherrschen der Erkenntnis; vidyā-sākāraḥ – Erkenntnisgestalt; ānanda-prādhānyena – wegen Vorherrschen der Glückseligkeit; ānanda-sākāraḥ – Glückseligkeitsgestalt; ubhaya-prādhānyena – wegen Vorherrschen beider; ubhaya-ātmaka-sākāraḥ – Gestalt beider; prādhānyena atra bhedaḥ – hier Unterschied nach Vorherrschen; saḥ bhedaḥ – dieser Unterschied; vastutaḥ tu abhedaḥ eva – in Wirklichkeit nur Ungetrenntheit.
Kapitel 2 – Das Beispiel des Windgottes
bhagavannakhaṇḍādvaitaparamānandalakṣaṇaparabrahmaṇaḥ sākāranirākārau
viruddhadharmau | viruddhobhayātmakatvaṃ kathamiti | satyameveti guruḥ pariharati |
yathā sarvagatasya nirākārasya mahāvāyośca tadātmakasya tvakpatitvena
prasiddhasya sākārasya mahāvāyudevasya cābheda eva śrūyate sarvatra |
yathā pṛthīvyādīnāṃ vyāpakaśarīrāṇāṃ devaviśeṣaṇāṃ ca
tadvilakṣaṇatadabhinnavyāpakā paricchinnā nijamūrtyākāradevatāḥ
śrūyante sarvatra tadvatparabrahmaṇaḥ sarvātmakasya sākāranirākārabhedavirodho
nāstyeva vividhavicitrānantaśakteḥ parabrahmaṇaḥ
svarūpajñānenavirodho na vidyate |
tadabhāve satyanantavirodho bhavati | atha ca
rāmakṛṣṇādyavatāreṣvadvaitaparamānandalakṣaṇaparabrahmaṇaḥ
paramatattvaparamavibhavānusandhānaṃ svīyatvena śrūyate sarvatra |
sarvaparipūrṇasyādvaitaparamānandalakṣaṇaparabrahmaṇastu kiṃ
vaktavyam | anyathā sarvaparipūrṇasya parabrahmaṇaḥ paramārthataḥ
sākāraṃ vinā kevala nirākāratvaṃ yadyabhimataṃ tarhi kevalanirākārasya
gaganasyeva parabrahmaṇo'pi jaḍatvamāpadyeta | tasmātparabrahmaṇaḥ
paramārthataḥ sākāranirākārau svabhāvasiddhau |
„Erhabener, Gestalt und Gestaltlosigkeit sind widersprüchliche Eigenschaften des höchsten Brahman, das durch ungeteilte, nichtduale höchste Glückseligkeit gekennzeichnet ist. Wie kann es beide Gegensätze umfassen?“ Der Lehrer antwortet: „Richtig. Überall wird gelehrt, dass der allgegenwärtige gestaltlose große Wind und der gestaltete große Windgott, der aus jenem besteht und als Herr der Haut bekannt ist, ungetrennt sind. Ebenso hört man überall von Erde und anderen besonderen Gottheiten mit durchdringenden Körpern sowie von ihren eigenen göttlichen Gestalten, die davon unterschieden und doch nicht verschieden, durchdringend und begrenzt sind. Ebenso besteht beim höchsten Brahman, dem Wesen von allem, kein Widerspruch zwischen Gestalt und Gestaltlosigkeit. Erkennt man das Wesen des höchsten Brahman mit seinen vielfältigen, wunderbaren, unendlichen Kräften, besteht kein Widerspruch; fehlt diese Erkenntnis, entstehen endlose Widersprüche. Ferner wird bei Rama, Krishna und den übrigen Herabkünften überall die Betrachtung der höchsten Wirklichkeit und Herrlichkeit des nichtdualen, höchst glückseligen Brahman als ihr Eigenes beschrieben. Was wäre dann erst vom allseits vollkommenen höchsten Brahman zu sagen? Würde man diesem in Wahrheit allein Gestaltlosigkeit und keine Gestalt zuschreiben, müsste es wie der nur gestaltlose Raum unbewusst sein. Deshalb sind beim höchsten Brahman Gestalt und Gestaltlosigkeit in Wahrheit in seiner eigenen Natur begründet.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: bhagavan – Erhabener; akhaṇḍa-advaita-parama-ānanda-lakṣaṇa-para-brahmaṇaḥ – des durch ungeteilte nichtduale höchste Glückseligkeit gekennzeichneten höchsten Brahman; sākāra-nirākārau – Gestalt und Gestaltlosigkeit; viruddha-dharmau – widersprüchliche Eigenschaften; viruddha-ubhaya-ātmakatvam – beide Gegensätze umfassend; katham – wie; guruḥ pariharati – Lehrer antwortet; yathā – wie; sarvagatasya nirākārasya mahā-vāyoḥ – des allgegenwärtigen gestaltlosen großen Winds; tad-ātmakasya – daraus bestehend; tvak-patitvena prasiddhasya – als Herr der Haut bekannt; sākārasya mahā-vāyu-devasya – des gestalteten großen Windgotts; abhedaḥ eva – nur Ungetrenntheit; śrūyate sarvatra – wird überall gelehrt; pṛthivī-ādīnām – der Erde und Weiteren; vyāpaka-śarīrāṇām – mit durchdringenden Körpern; deva-viśeṣāṇām – besonderer Gottheiten; tat-vilakṣaṇa – davon unterschieden; tad-abhinna – davon nicht verschieden; vyāpaka – durchdringend; paricchinnāḥ – begrenzt; nija-mūrti-ākāra-devatāḥ – Gottheiten in eigener Gestalt; tadvat – ebenso; para-brahmaṇaḥ sarva-ātmakasya – des höchsten Brahman als Wesen aller; bheda-virodhaḥ na asti – kein Widerspruch der Unterscheidung; vividha-vicitra-ananta-śakteḥ – mit vielfältigen wunderbaren unendlichen Kräften; svarūpa-jñānena – durch Wesenserkenntnis; virodhaḥ na vidyate – kein Widerspruch besteht; tad-abhāve sati – bei deren Fehlen; ananta-virodhaḥ – endloser Widerspruch; rāma-kṛṣṇa-ādi-avatāreṣu – bei Rama, Krishna und weiteren Herabkünften; parama-tattva-parama-vibhava-anusandhānam – Betrachtung höchster Wirklichkeit und Herrlichkeit; svīyatvena – als eigenes Wesen; sarva-paripūrṇasya – des allseits Vollkommenen; kim vaktavyam – was wäre zu sagen; anyathā – andernfalls; paramārthataḥ – in Wahrheit; sākāram vinā – ohne Gestalt; kevala-nirākāratvam – alleinige Gestaltlosigkeit; yadi abhimatam – falls angenommen; tarhi – dann; gaganasya iva – wie beim Raum; jaḍatvam āpadyeta – würde Unbewusstheit folgen; tasmāt – deshalb; svabhāva-siddhau – in eigener Natur begründet.
Anmerkung: Die ungewöhnliche Verbindung vyāpakā paricchinnā wird mit beiden vorhandenen Bedeutungen wiedergegeben. Das Argument über Gestaltlosigkeit ist die Position dieses Textes; es wird nicht als allgemein verbindliche Vedanta-Definition ausgegeben.
Kapitel 2 – Öffnen und Schließen der Augen
tathāvidhasyādvaitaparamānandalakṣaṇasyādinārāyaṇasyonmeṣanimeṣābhyāṃ
mūlāvidyodayasthitilayā jāyante |
kadācidātmārāmasyākhilaparipūrṇasyādinārāyaṇasya
svecchānusāreṇonmeṣo bhavati | avyaktānmūlāvirbhāvo
mūlāvidyāvirbhāvaśca |
Durch Öffnen und Schließen der Augen Adinarayanas, dessen Wesen so als nichtduale höchste Glückseligkeit beschrieben wurde, entstehen Aufgang, Bestand und Auflösung der Wurzelunwissenheit. Einmal öffnet der im Selbst ruhende, in allem vollkommene Adinarayana nach eigenem Willen die Augen. Aus dem Unoffenbaren tritt die Wurzel hervor, und die Wurzelunwissenheit erscheint.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tathāvidhasya – des so Beschaffenen; advaita-parama-ānanda-lakṣaṇasya – durch nichtduale höchste Glückseligkeit gekennzeichnet; ādi-nārāyaṇasya – Adinarayanas; unmeṣa-nimeṣābhyām – durch Öffnen und Schließen der Augen; mūla-avidyā-udaya-sthiti-layāḥ – Aufgang, Bestand und Auflösung der Wurzelunwissenheit; jāyante – entstehen; kadācit – einmal; ātma-ārāmasya – des im Selbst Ruhenden; akhila-paripūrṇasya – des in allem Vollkommenen; sva-icchā-anusāreṇa – nach eigenem Willen; unmeṣaḥ bhavati – Augenöffnen geschieht; avyaktāt – aus dem Unoffenbaren; mūla-āvirbhāvaḥ – Hervortreten der Wurzel; mūla-avidyā-āvirbhāvaḥ – Erscheinen der Wurzelunwissenheit.
Kapitel 2 – Entstehung der Elemente
tasmādeva sacchabdavācyaṃ brahmāvidyāśabalaṃ bhavati | tato mahat |
mahato'haṅkāraḥ | ahaṅkārātpañcatanmātrāṇi | pañcatanmātrebhyaḥ
pañcamahābhūtāni | pañcamahābhūtebhyo
brahmaikapādavyāptamekamavidyāṇḍaṃ
jāyate |
Dadurch wird das mit dem Wort „Sein“ bezeichnete Brahman mit Unwissenheit vermischt. Daraus entsteht Mahat, aus Mahat Ahamkara, aus Ahamkara die fünf feinen Elementprinzipien, aus ihnen die fünf großen Elemente. Aus den fünf großen Elementen entsteht ein Unwissenheitsei, das ein Viertel Brahmans umfasst.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tasmāt eva – eben daraus; sat-śabda-vācyam – mit dem Wort Sein bezeichnet; brahma – Brahman; avidyā-śabalam – mit Unwissenheit vermischt; bhavati – wird; tataḥ mahat – daraus Mahat, kosmischer Intellekt; mahataḥ ahaṅkāraḥ – aus Mahat Ichbildung; ahaṅkārāt pañca-tanmātrāṇi – aus Ichbildung fünf feine Elementprinzipien; pañca-tanmātrebhyaḥ pañca-mahābhūtāni – aus ihnen fünf große Elemente; pañca-mahābhūtebhyaḥ – aus den fünf großen Elementen; brahma-eka-pāda-vyāptam – ein Viertel Brahmans umfassend; ekam avidyā-aṇḍam – ein Unwissenheitsei; jāyate – entsteht.
Kapitel 2 – Narayana im einen Viertel
tatra tattvato guṇātītaśuddhasattvamayo
līlāgṛhītaniratiśayānandalakṣaṇo
māyopādhiko nārāyaṇa āsīt | sa eva nityaparipūrṇaḥ
pādavibhūtivaikuṇṭhanārāyaṇaḥ |
sa cānantakoṭibrahmāṇḍānāmudayasthitilayādyakhilakāryakāraṇajālaparamakāraṇakāraṇabhūto mahāmāyātītasturīyaḥ parameśvaro jayati |
Dort war Narayana: in Wahrheit über den Gunas, aus reinem Sattva bestehend, spielerisch mit unübertrefflicher Glückseligkeit bekleidet und mit Maya als Bedingung. Er ist der ewig vollkommene Narayana im Vaikuntha der Einviertelherrlichkeit. Als Ursache der höchsten Ursache des gesamten Geflechts von Wirkungen und Ursachen – Entstehen, Bestand, Auflösung und anderem unzähliger Millionen Welteier – steht er siegreich da: jenseits der großen Maya, das Vierte, der höchste Herr.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tatra – dort; tattvataḥ – in Wahrheit; guṇa-atīta – über den Gunas; śuddha-sattva-mayaḥ – aus reinem Sattva bestehend; līlā-gṛhīta – spielerisch angenommen; niratiśaya-ānanda-lakṣaṇaḥ – durch unübertreffliche Glückseligkeit gekennzeichnet; māyā-upādhikaḥ – mit Maya als Bedingung; nārāyaṇaḥ āsīt – Narayana war; saḥ eva – er allein; nitya-paripūrṇaḥ – ewig vollkommen; pāda-vibhūti-vaikuṇṭha-nārāyaṇaḥ – Narayana im Vaikuntha der Einviertelherrlichkeit; ananta-koṭi-brahmāṇḍānām – unzähliger Millionen Welteier; udaya-sthiti-laya-ādi – Entstehen, Bestand, Auflösung und Weiteres; akhila-kārya-kāraṇa-jāla – gesamtes Wirkungs- und Ursachengeflecht; parama-kāraṇa-kāraṇa-bhūtaḥ – Ursache seiner höchsten Ursache; mahāmāyā-atītaḥ – jenseits großer Maya; turīyaḥ – das Vierte; parameśvaraḥ – höchster Herr; jayati – steht siegreich da.
Kapitel 2 – Die kosmische Gestalt Virat
tasmātsthūlavirāṭsvarūpo jāyate | sasarvakāraṇamūlaṃ
virāṭsvarūpo bhavati |
sa cānantaśīrṣā puruṣa anantākṣipāṇipādo bhavati |
anantaśravaṇaḥ sarvamāvṛtya tiṣṭhati | sarvavyāpako bhavati |
saguṇanirguṇasvarūpo bhavati | jñānabalaiśvaryaśaktitejaḥsvarūpo bhavati |
vividhavicitrānantajagadākāro bhavati |
niratiśayaniraṅkuśasarvajñasarvaśaktisarvaniyantṛtvādyanantakalyāṇaguṇākāro bhavati |
vācāmagocarānantadivyatejorāśyākāro
bhavati | samastāvidyāṇḍavyāpako bhavati |
sa cānantamahāmāyāvilāsānāmadhiṣṭhānaviśeṣaniratiśayādvaitaparamānandalakṣaṇaparabrahmavilāsavigraho bhavati |
Aus ihm entsteht die grobe kosmische Gestalt Virat, die Wurzel aller Ursachen. Dieser Purusha besitzt unendlich viele Köpfe, Augen, Hände, Füße und Ohren; er bleibt, alles umhüllend, und durchdringt alles. Er besitzt die Natur mit und ohne Eigenschaften, die Gestalt von Erkenntnis, Stärke, Herrschaft, Kraft und Licht, die Gestalt vielfältiger, wunderbarer, unendlicher Welten. Er ist die Gestalt unendlicher heilsamer Eigenschaften wie unübertrefflicher, uneingeschränkter Allwissenheit, Allmacht und Lenkung von allem, die Gestalt einer unendlichen göttlichen Lichtfülle außerhalb der Reichweite der Sprache. Er durchdringt das ganze Unwissenheitsei. Er ist die Spielgestalt des höchsten Brahman, das durch unübertreffliche, nichtduale höchste Glückseligkeit gekennzeichnet und die besondere Grundlage der unendlichen Spiele der großen Maya ist.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tasmāt – daraus; sthūla-virāṭ-svarūpaḥ – grobkosmische Virat-Gestalt; jāyate – entsteht; sarva-kāraṇa-mūlam – Wurzel aller Ursachen; virāṭ-svarūpaḥ bhavati – ist Virat-Gestalt; ananta-śīrṣā puruṣaḥ – Purusha mit unendlichen Köpfen; ananta-akṣi-pāṇi-pādaḥ – mit unendlichen Augen, Händen und Füßen; ananta-śravaṇaḥ – mit unendlichen Ohren; sarvam āvṛtya tiṣṭhati – bleibt alles umhüllend; sarva-vyāpakaḥ – alldurchdringend; saguṇa-nirguṇa-svarūpaḥ – mit und ohne Eigenschaften; jñāna-bala-aiśvarya-śakti-tejas-svarūpaḥ – Gestalt von Erkenntnis, Stärke, Herrschaft, Kraft und Licht; vividha-vicitra-ananta-jagat-ākāraḥ – Gestalt vielfältiger wunderbarer unendlicher Welten; niratiśaya – unübertrefflich; niraṅkuśa – uneingeschränkt; sarvajña – allwissend; sarvaśakti – allmächtig; sarva-niyantṛtva – Lenkung von allem; ādi-ananta-kalyāṇa-guṇa-ākāraḥ – Gestalt dieser und unendlicher heilsamer Eigenschaften; vācām agocara – außerhalb der Sprache; ananta-divya-tejas-rāśi-ākāraḥ – Gestalt unendlicher göttlicher Lichtfülle; samasta-avidyā-aṇḍa-vyāpakaḥ – das ganze Unwissenheitsei durchdringend; ananta-mahāmāyā-vilāsānām – der unendlichen Spiele der großen Maya; adhiṣṭhāna-viśeṣa – besondere Grundlage; niratiśaya-advaita-parama-ānanda-lakṣaṇa – durch unübertreffliche nichtduale höchste Glückseligkeit gekennzeichnet; para-brahma-vilāsa-vigrahaḥ – Spielgestalt des höchsten Brahman.
Kapitel 2 – Entstehung der Welten und Götter
asyaikaikaromakūpāntareṣvanantakoṭibrahmāṇḍāni sthāvarāṇi ca jāyante | teṣvaṇḍeṣu
sarveṣvekaikanārāyaṇāvatāro jāyate | nārāyaṇāddhiraṇyagarbho
jāyate | nārāyaṇādaṇḍavirāṭsvarūpo jāyate |
nārāyaṇādakhilalokasraṣṭṛprajāpatayo
jāyante | nārāyaṇādekādaśarudrāśca jāyante |
nārāyaṇādakhilalokāśca
jāyante | nārāyaṇādindro jāyate | nārāyaṇātsarvedevāśca jāyante |
nārāyaṇāddvādaśādityāḥ sarve vasavaḥ sarve ṛṣayaḥ
sarvāṇi bhūtāni sarvāṇi chandāṃsi nārāyaṇādeva samutpadyante |
nārāyaṇātpravartante | nārāyaṇe pralīyante |
Im Inneren jeder seiner Haarporen entstehen unzählige Millionen Welteier und unbewegliche Wesen. In jedem dieser Welteier erscheint eine Herabkunft Narayanas. Aus Narayana entsteht Hiranyagarbha, aus Narayana die kosmische Gestalt des Welteis, aus Narayana die Prajapatis, die alle Welten erschaffen; aus Narayana die elf Rudras, alle Welten, Indra und sämtliche Götter. Die zwölf Adityas, alle Vasus, alle Rishis, alle Wesen und sämtliche vedischen Metren entstehen allein aus Narayana, entfalten sich aus Narayana und lösen sich in Narayana auf.
Wort-für-Wort-Erläuterung: asya – seiner; eka-eka-roma-kūpa-antareṣu – im Inneren jeder Haarpore; ananta-koṭi-brahmāṇḍāni – unzählige Millionen Welteier; sthāvarāṇi – unbewegliche Wesen; jāyante – entstehen; teṣu aṇḍeṣu sarveṣu – in allen diesen Welteiern; eka-eka-nārāyaṇa-avatāraḥ – je eine Herabkunft Narayanas; jāyate – erscheint; nārāyaṇāt – aus Narayana; hiraṇyagarbhaḥ – Hiranyagarbha; aṇḍa-virāṭ-svarūpaḥ – kosmische Gestalt des Welteis; akhila-loka-sraṣṭṛ-prajāpatayaḥ – Prajapatis als Schöpfer aller Welten; ekādaśa-rudrāḥ – elf Rudras; akhila-lokāḥ – alle Welten; indraḥ – Indra; sarve devāḥ – alle Götter; dvādaśa-ādityāḥ – zwölf Adityas; sarve vasavaḥ – alle Vasus; sarve ṛṣayaḥ – alle Rishis; sarvāṇi bhūtāni – alle Wesen; sarvāṇi chandāṃsi – alle vedischen Metren; nārāyaṇāt eva samutpadyante – entstehen allein aus Narayana; pravartante – entfalten sich; nārāyaṇe pralīyante – lösen sich in Narayana auf.
Kapitel 2 – Alles ist Narayana
atha nityo'kṣaraḥ
paramaḥ svarāṭ | brahmā nārāyaṇaḥ | śivaśca nārāyaṇaḥ |
śakraśca nārāyaṇaḥ | diśaśca nārāyaṇaḥ | vidiśaśca
nārāyaṇaḥ | kālaśca nārāyaṇaḥ | karmākhilaṃ ca nārāyaṇaḥ |
mūrtāmūrtaṃ ca nārāyaṇaḥ | kāraṇātmakaṃ sarvaṃ kāryātmakaṃ
sakalaṃ nārāyaṇaḥ | tadubhayavilakṣaṇo nārāyaṇaḥ | paraṃjyotiḥ
svaprakāśamayo brahmānandamayo nityo nirvikalpo nirañjano
nirākhyātaḥ śuddho deva eko nārāyaṇo na dvitīyo'sti kaścit |
na sa samānādhika ityasaṃśayaṃ paramārthato ya evaṃ veda |
sakalabandhāṃśchittvā mṛtyuṃ tīrtvā sa mukto bhavati sa mukto
bhavati | ya evaṃ viditvā sadā tamupāste puruṣaḥ sa nārāyaṇo
bhavati sa nārāyaṇo bhavatītyupaniṣat ||
Ewig, unvergänglich, höchster Selbstherrscher ist er. Brahma ist Narayana, Shiva ist Narayana, Shakra ist Narayana; die Hauptrichtungen und Zwischenrichtungen sind Narayana, die Zeit ist Narayana und jede Handlung ist Narayana. Gestaltetes und Ungestaltetes sind Narayana; alles Ursachenhafte und alles Wirkungshafte sind Narayana. Von beidem unterschieden ist Narayana. Höchstes Licht, selbstleuchtend, aus Brahman-Wonne bestehend, ewig, ohne Unterscheidungen, unbefleckt, nicht beschreibbar, rein ist der eine Gott Narayana; einen zweiten gibt es nicht. Nichts ist ihm gleich oder überlegen. Wer dies in Wahrheit zweifelsfrei weiß, zerschneidet sämtliche Bindungen, überschreitet den Tod und wird befreit, wird befreit. Wer so erkennt und ihn stets verehrt, wird Narayana, wird Narayana: so die Upanishad.
Wort-für-Wort-Erläuterung: atha – nun; nityaḥ – ewig; akṣaraḥ – unvergänglich; paramaḥ – höchster; svarāṭ – Selbstherrscher; brahmā – Brahma; nārāyaṇaḥ – Narayana; śivaḥ – Shiva; śakraḥ – Shakra, Indra; diśaḥ – Hauptrichtungen; vidiśaḥ – Zwischenrichtungen; kālaḥ – Zeit; karma akhilam – jede Handlung; mūrta-amūrtam – Gestaltetes und Ungestaltetes; kāraṇa-ātmakam sarvam – alles Ursachenhafte; kārya-ātmakam sakalam – alles Wirkungshafte; tad-ubhaya-vilakṣaṇaḥ – von beidem unterschieden; param jyotiḥ – höchstes Licht; sva-prakāśamayaḥ – selbstleuchtend; brahma-ānandamayaḥ – aus Brahman-Wonne bestehend; nirvikalpaḥ – ohne Unterscheidungen; nirañjanaḥ – unbefleckt; nirākhyātaḥ – nicht beschreibbar; śuddhaḥ – rein; devaḥ ekaḥ – ein Gott; na dvitīyaḥ asti kaścit – es gibt keinen zweiten; na sama-adhikaḥ – nichts gleich oder überlegen; asaṃśayam – zweifelsfrei; paramārthataḥ – in Wahrheit; yaḥ evam veda – wer so weiß; sakala-bandhān chittvā – sämtliche Bindungen zerschnitten; mṛtyum tīrtvā – Tod überschritten; saḥ muktaḥ bhavati – er wird befreit, zweimal; yaḥ evam viditvā – wer so erkannt; sadā tam upāste – ihn stets verehrt; puruṣaḥ – Mensch; saḥ nārāyaṇaḥ bhavati – er wird Narayana, zweimal; iti upaniṣat – so die Upanishad.
Schluss des 2. Kapitels
ityātharvaṇamahānārāyaṇopaniṣadi parabrahmaṇaḥ
sākāranirākārasvarūpanirūpaṇaṃ nāma dvitīyo'dhyāyaḥ || 2 ||
Damit endet in der Atharvana-Mahanarayana-Upanishad das 2. Kapitel mit dem Titel „Darstellung des gestalteten und gestaltlosen Wesens des höchsten Brahman“.
Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – damit; ātharvaṇa-mahānārāyaṇa-upaniṣadi – in der Atharvana-Mahanarayana-Upanishad; nāma – mit Namen; adhyāyaḥ – Kapitel; dvitīyaḥ – zweites; parabrahmaṇaḥ – des höchsten Brahman; sākāra-nirākāra-svarūpa-nirūpaṇam – Darstellung seines gestalteten und gestaltlosen Wesens.
Kapitel 3 Tripadvibhuti Mahanarayana Upanishad
Kapitel 3 – Die zwei Arten der Erscheinungswelt
atha chātrastathetihovāca | bhagavandeśika paramatattvajña
savilāsamahāmūlā'vidyodayakramaḥ kathitaḥ |
tadu prapañcotpattikramaḥ kīdṛśo bhavati | viśeṣeṇa
kathanīyaḥ | tasya tattvaṃ veditumicchāmi | tathetyuktvā
gururityuvāca |yathānādisarvaprapañco dṛśyate |
nityo'nityo veti saṃśayyete | prapañco'pi dvividhaḥ |
vidyāprapañcaścāvidyāprapañcaśceti |
vidyāprapañcasya nityatvaṃ siddhameva nityānandacidvilāsātmakatvāt | atha ca śuddhabuddhamuktasatyānandasvarūpatvācca | avidyāprapañcasya
nityatvamanityatvaṃ vā kathamiti | pravāhato nityatvaṃ
vadanti kecana | pralayādikaṃ śrūyamāṇatvādanityatvaṃ
vadantyanye | ubhayaṃ na bhavati | punaḥ kathamiti |
saṃkocavikāsātmakamahāmāyāvilāsātmaka eva
sarvo'pyavidyāprapañcaḥ | paramārthato na kiṃcidasti
kṣaṇaśūnyānādimūlā'vidyāvilāsatvāt | tatkathamiti |
ekamevādvitīyaṃ brahma | neha nānāsti kiṃcana |
tasmādbrahmavyatiriktaṃ sarvaṃ bādhitameva | satyameva
parambrahma satyaṃ jñānamanantaṃ brahma |
Der Schüler sagte: „So sei es, erhabener Lehrer, Kenner der höchsten Wirklichkeit. Du hast die Reihenfolge des Aufgangs der großen Wurzelunwissenheit mit ihrem Spiel erklärt. Wie entsteht danach die Erscheinungswelt? Erkläre dies eingehend; ich möchte ihre Wirklichkeit erkennen.“ Der Lehrer stimmte zu und sagte: „Die gesamte Erscheinungswelt wird als anfangslos gesehen. Man zweifelt, ob sie ewig oder nicht ewig sei. Auch die Erscheinungswelt ist zweifach: die der Erkenntnis und die der Unwissenheit. Die Ewigkeit der Erkenntniswelt steht fest, weil sie das Spiel ewiger Glückseligkeit und Bewusstheit ist und weil ihr Wesen reine, bewusste, freie, wahre Glückseligkeit ist. Wie ist es mit Ewigkeit oder Vergänglichkeit der Unwissenheitswelt? Manche nennen sie hinsichtlich ihres fortlaufenden Stroms ewig; andere nennen sie vergänglich, weil Auflösung und Ähnliches gelehrt werden. Beides trifft nicht zu. Warum? Die ganze Unwissenheitswelt ist nur das Spiel der großen Maya als Zusammenziehen und Entfalten. In Wahrheit besteht nichts, da sie das Spiel einer anfangslosen Wurzelunwissenheit ist, die auch keinen Augenblick [eigenständig] besteht. Wie? Brahman ist nur eines, ohne ein Zweites. Hier gibt es keinerlei Vielheit. Deshalb ist alles von Brahman Verschiedene aufgehoben. Allein das höchste Brahman ist wahr: Brahman ist Wahrheit, Erkenntnis und Unendlichkeit.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: atha chātraḥ – darauf der Schüler; tathā iti hovāca – sagte so sei es; bhagavan deśika – erhabener Lehrer; parama-tattva-jña – Kenner der höchsten Wirklichkeit; sa-vilāsa-mahā-mūla-avidyā-udaya-kramaḥ – Reihenfolge des Aufgangs großer Wurzelunwissenheit samt Spiel; kathitaḥ – erklärt; tad anu – danach; prapañca-utpatti-kramaḥ – Reihenfolge der Weltentstehung; kīdṛśaḥ – wie beschaffen; viśeṣeṇa kathanīyaḥ – eingehend zu erklären; tasya tattvam veditum icchāmi – ich möchte ihre Wirklichkeit erkennen; guruḥ uvāca – Lehrer sagte; anādi-sarva-prapañcaḥ – gesamte anfangslose Erscheinungswelt; dṛśyate – wird gesehen; nityaḥ anityaḥ vā – ewig oder vergänglich; saṃśayyete – es wird gezweifelt; prapañcaḥ api dvividhaḥ – auch die Erscheinungswelt ist zweifach; vidyā-prapañcaḥ – Erkenntniswelt; avidyā-prapañcaḥ – Unwissenheitswelt; nityatvam siddham – Ewigkeit steht fest; nitya-ānanda-cit-vilāsa-ātmakatvāt – wegen Wesens als Spiel ewiger Glückseligkeit und Bewusstheit; śuddha-buddha-mukta-satya-ānanda-svarūpatvāt – wegen Wesens als reine bewusste freie wahre Glückseligkeit; avidyā-prapañcasya – der Unwissenheitswelt; nityatvam anityatvam vā – Ewigkeit oder Vergänglichkeit; katham – wie; pravāhataḥ nityatvam – Ewigkeit als fortlaufender Strom; vadanti kecana – einige sagen; pralaya-ādikam śrūyamāṇatvāt – weil Auflösung und Weiteres gelehrt werden; anityatvam vadanti anye – andere sagen Vergänglichkeit; ubhayam na bhavati – beides trifft nicht zu; saṃkoca-vikāsa-ātmaka – als Zusammenziehen und Entfalten; mahāmāyā-vilāsa-ātmakaḥ – Spiel großer Maya als Wesen; paramārthataḥ na kiñcit asti – in Wahrheit besteht nichts; kṣaṇa-śūnya-anādi-mūla-avidyā-vilāsatvāt – wegen Spiel einer auch augenblicklich leeren anfangslosen Wurzelunwissenheit; ekam eva advitīyam brahma – Brahman allein ist eines ohne Zweites; na iha nānā asti kiñcana – hier gibt es keinerlei Vielheit; brahma-vyatiriktam sarvam bādhitam – alles von Brahman Verschiedene ist aufgehoben; satyam eva param brahma – nur höchstes Brahman ist wahr; satyam jñānam anantam brahma – Brahman ist Wahrheit, Erkenntnis und Unendlichkeit.
Anmerkung: Die ungewöhnliche Fügung kṣaṇaśūnyānādi wird wörtlich als „augenblicklich leer und anfangslos“ erklärt; die Ergänzung „eigenständig“ macht den nichtdualen Zusammenhang verständlich.
Kapitel 3 – Brahmas Zeitmaß
tataḥ savilāsamūlā'vidyopasaṃhārakramaḥ kathamiti |
atyādarapūrvakamatiharṣeṇa deśika upadiśati |
caturyugasahasrāṇi brahmaṇo divā bhavati |
tāvatā kālena punastasya rātrirbhavati | dve ahorātre ekaṃ
dinaṃ bhavati | tasminnekasmindine āsatyalokāntamudayasthitilayā
jāyante | pañcadaśadināni pakṣo bhavati | pakṣadvayaṃ māso
bhavati | māsadvayamṛturbhavati | ṛtutrayamayanaṃ bhavati |
ayanadvayaṃ vatsaro bhavati | vatsaraśataṃ brahmamānena
brahmaṇaḥ paramāyuḥpramāṇam |tāvatkālastasya sthitirucyate |
sthityante'ṇḍavirāṭpuruṣaḥ svāṃśaṃ hiraṇyagarbhamabhyeti |
hiraṇyagarbhasya kāraṇaṃ paramātmānamaṇḍaparipālakanārāyaṇamabhyeti |
punarvatsaraśataṃ tasya pralayo bhavati | tadā jīvāḥ sarve
prakṛtau pralīyante | pralayaṃ sarvaśūnyaṃ bhavati |
„Wie wird die Wurzelunwissenheit mit ihrem Spiel wieder eingezogen?“ Mit größter Achtung und Freude lehrt der Lehrer: „Tausend Zyklen aus vier Weltaltern bilden Brahmas Tag; ebenso lange dauert seine Nacht. Tag und Nacht bilden einen vollständigen Tag. In diesem einen Tag entstehen, bestehen und vergehen [die Welten] bis hinauf nach Satyaloka. Fünfzehn Tage bilden eine Monatshälfte, zwei Monatshälften einen Monat, zwei Monate eine Jahreszeit, drei Jahreszeiten ein Halbjahr, zwei Halbjahre ein Jahr. Hundert Jahre nach Brahmas Zeitmaß sind die höchste Lebensspanne Brahmas. So lange währt sein Bestand. Am Ende geht der kosmische Purusha des Welteis in seinen eigenen Anteil Hiranyagarbha ein; [Hiranyagarbha] geht in seine Ursache, das höchste Selbst, Narayana als Bewahrer des Welteis, ein. Wiederum hundert Jahre dauert seine Auflösung. Dann lösen sich alle Jivas in der Urnatur auf. Die Auflösung ist völlige Leere.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tataḥ – dann; sa-vilāsa-mūla-avidyā-upasaṃhāra-kramaḥ – Reihenfolge des Einziehens der Wurzelunwissenheit samt Spiel; katham – wie; ati-ādara-pūrvakam – mit größter Achtung; ati-harṣeṇa – mit größter Freude; deśikaḥ upadiśati – Lehrer unterweist; catur-yuga-sahasrāṇi – tausend Viererweltalterzyklen; brahmaṇaḥ divā – Brahmas Tag; tāvatā kālena – ebenso lange; tasya rātriḥ – seine Nacht; dve aho-rātre – die beiden, Tag und Nacht; ekam dinam – ein vollständiger Tag; tasmin ekasmin dine – in diesem einen Tag; ā-satyaloka-antam – bis hinauf nach Satyaloka; udaya-sthiti-layāḥ – Entstehen, Bestand und Vergehen; jāyante – geschehen; pañcadaśa-dināni – fünfzehn Tage; pakṣaḥ – Monatshälfte; pakṣa-dvayam māsaḥ – zwei Monatshälften ein Monat; māsa-dvayam ṛtuḥ – zwei Monate eine Jahreszeit; ṛtu-trayam ayanam – drei Jahreszeiten ein Halbjahr; ayana-dvayam vatsaraḥ – zwei Halbjahre ein Jahr; vatsara-śatam brahma-mānena – hundert Jahre nach Brahmas Maß; brahmaṇaḥ parama-āyuḥ-pramāṇam – Brahmas höchste Lebensspanne; tāvat-kālaḥ – so lange; tasya sthitiḥ – sein Bestand; ucyate – wird genannt; sthiti-ante – am Ende des Bestands; aṇḍa-virāṭ-puruṣaḥ – kosmischer Purusha des Welteis; sva-aṃśam hiraṇyagarbham abhyeti – geht in eigenen Anteil Hiranyagarbha ein; hiraṇyagarbhasya kāraṇam – Hiranyagarbhas Ursache; paramātmānam – höchstes Selbst; aṇḍa-paripālaka-nārāyaṇam – Narayana als Bewahrer des Welteis; abhyeti – geht ein; punaḥ vatsara-śatam – wiederum hundert Jahre; tasya pralayaḥ – seine Auflösung; tadā – dann; jīvāḥ sarve – alle Jivas; prakṛtau pralīyante – lösen sich in der Urnatur auf; pralayam sarva-śūnyam – Auflösung ist völlige Leere.
Kapitel 3 – Das Zeitmaß des Weltenbewahrers
tasya
brahmaṇaḥ sthitipralayāvādinārāyaṇasyāṃśenāvatīrṇasyāṇḍaparipālakasya mahāviṣṇorahorātrisaṃjñakau |
te ahorātre ekaṃ dinaṃ bhavati | evaṃ dinapakṣamāsasaṃvatsarādibhedācca tadīyamānena śatakoṭivatsarakālastasya
sthitirucyate | sthityante svāṃśaṃ mahāvirāṭpuruṣamabhyeti |
tataḥ sāvaraṇaṃ brahmāṇḍaṃ vināśameti | brahmāṇḍāvaraṇaṃ
vinaśyati taddhi viṣṇoḥ svarūpam | tasya tāvatpralayo bhavati |
pralaye sarvaśūnyaṃ bhavati |
„Brahmas Bestand und Auflösung heißen Tag und Nacht Mahavishnus, der als Anteil Adinarayanas herabgekommen ist und das Weltei bewahrt. Beide bilden einen vollständigen Tag. Nach entsprechender Gliederung in Tag, Monatshälfte, Monat, Jahr und Weiteres wird sein Bestand auf hundert Crore Jahre seines Maßes bestimmt. Am Ende geht er in seinen eigenen Anteil, den großen kosmischen Purusha, ein. Dann vergeht das Weltei samt Hülle. Die Hülle des Welteis vergeht; sie ist eine Gestalt Vishnus. Ebenso lange dauert seine Auflösung; bei ihr ist alles leer.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tasya brahmaṇaḥ sthiti-pralayau – Brahmas Bestand und Auflösung; ādi-nārāyaṇasya aṃśena avatīrṇasya – als Anteil Adinarayanas herabgekommen; aṇḍa-paripālakasya mahāviṣṇoḥ – Mahavishnus als Bewahrer des Welteis; aho-rātri-saṃjñakau – Tag und Nacht genannt; te aho-rātre ekam dinam – Tag und Nacht bilden einen vollständigen Tag; evam – so; dina-pakṣa-māsa-saṃvatsara-ādi-bhedāt – durch Gliederung in Tag, Monatshälfte, Monat, Jahr und Weiteres; tadīya-mānena – nach seinem Maß; śata-koṭi-vatsara-kālaḥ – hundert Crore Jahre, eine Milliarde; tasya sthitiḥ – sein Bestand; ucyate – wird genannt; sthiti-ante – am Bestandsende; sva-aṃśam mahā-virāṭ-puruṣam abhyeti – geht in eigenen Anteil, den großen kosmischen Purusha, ein; tataḥ – dann; sa-āvaraṇam brahmāṇḍam – Weltei samt Hülle; vināśam eti – vergeht; brahmāṇḍa-āvaraṇam vinaśyati – Hülle des Welteis vergeht; tat hi viṣṇoḥ svarūpam – sie ist Vishnus Gestalt; tasya tāvat pralayaḥ – ebenso lange seine Auflösung; pralaye sarva-śūnyam – bei Auflösung ist alles leer.
Kapitel 3 – Das Zeitmaß des ursprünglichen Virat
aṇḍaparipālakamahāviṣṇoḥ
sthitipralayāvādivirāṭpuruṣasyāhorātrisaṃjñakau te ahorātre
ekaṃ dinaṃ bhavati | evaṃ dinapakṣamāsasaṃvatsarādibhedācca
tadīyamānena śatakoṭivatsarakālastasya sthitirucyate | sthityante
ādivirāṭpuruṣaḥ svāṃśamāyopādhikanārāyaṇamabhyeti |
tasya virāṭpuruṣasya yāvatsthitikālastāvatpralayo bhavati | pralaye
sarvaśūnyaṃ bhavati |
„Bestand und Auflösung Mahavishnus als Bewahrer des Welteis heißen Tag und Nacht des ursprünglichen kosmischen Purusha. Sie bilden einen vollständigen Tag. Nach entsprechender Gliederung in Tag, Monatshälfte, Monat, Jahr und Weiteres wird sein Bestand auf hundert Crore Jahre seines Maßes bestimmt. Am Ende geht der ursprüngliche kosmische Purusha in seinen eigenen Anteil Narayana mit Maya als Bedingung ein. Seine Auflösung dauert so lange wie sein Bestand; bei der Auflösung ist alles leer.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: aṇḍa-paripālaka-mahāviṣṇoḥ – Mahavishnus als Bewahrer des Welteis; sthiti-pralayau – Bestand und Auflösung; ādi-virāṭ-puruṣasya – des ursprünglichen kosmischen Purusha; aho-rātri-saṃjñakau – Tag und Nacht genannt; te aho-rātre ekam dinam – Tag und Nacht bilden einen vollständigen Tag; dina-pakṣa-māsa-saṃvatsara-ādi-bhedāt – nach Tag, Monatshälfte, Monat, Jahr und Weiterem; tadīya-mānena – nach seinem Maß; śata-koṭi-vatsara-kālaḥ – hundert Crore Jahre; tasya sthitiḥ – sein Bestand; sthiti-ante – am Bestandsende; ādi-virāṭ-puruṣaḥ – ursprünglicher kosmischer Purusha; sva-aṃśa-māyā-upādhika-nārāyaṇam abhyeti – geht in eigenen Anteil Narayana mit Maya als Bedingung ein; yāvat sthiti-kālaḥ – solange der Bestand; tāvat pralayaḥ – so lange die Auflösung; pralaye sarva-śūnyam – bei Auflösung ist alles leer.
Kapitel 3 – Das Ende des Unwissenheitseis
virāṭsthitipralayau mūlāvidyāṇḍaparipālakasyādinārāyaṇasyāhorātrisaṃjñakau | te ahorātre ekaṃ dinaṃ bhavati |
evaṃ dinapakṣamāsasaṃvatsarādibhedācca tadīyamānena
śatakoṭivatsarakālastasya sthitirucyate | sthityante tripādvibhūtinārāyaṇa
syecchāvaśānnimeṣo jāyate | tasmānmūlāvidyāṇḍasya
sāvaraṇasya vilayo bhavati |
„Bestand und Auflösung Virats heißen Tag und Nacht Adinarayanas als Bewahrer des Wurzelunwissenheitseis. Beide bilden einen vollständigen Tag. Wieder wird nach Tag, Monatshälfte, Monat, Jahr und Weiterem sein Bestand auf hundert Crore Jahre seines Maßes bestimmt. Am Ende schließen sich nach dem Willen Narayanas der Dreiviertelherrlichkeit die Augen. Dadurch löst sich das Wurzelunwissenheitsei samt Hülle auf.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: virāṭ-sthiti-pralayau – Bestand und Auflösung Virats; mūla-avidyā-aṇḍa-paripālakasya – des Bewahrers des Wurzelunwissenheitseis; ādi-nārāyaṇasya – Adinarayanas; aho-rātri-saṃjñakau – Tag und Nacht genannt; te aho-rātre ekam dinam – beide bilden einen vollständigen Tag; dina-pakṣa-māsa-saṃvatsara-ādi-bhedāt – nach Tag, Monatshälfte, Monat, Jahr und Weiterem; tadīya-mānena – nach seinem Maß; śata-koṭi-vatsara-kālaḥ – hundert Crore Jahre; sthitiḥ – Bestand; sthiti-ante – am Ende; tripād-vibhūti-nārāyaṇasya – Narayanas der Dreiviertelherrlichkeit; icchā-vaśāt – nach seinem Willen; nimeṣaḥ jāyate – Augenschließen geschieht; tasmāt – dadurch; mūla-avidyā-aṇḍasya – des Wurzelunwissenheitseis; sa-āvaraṇasya – samt Hülle; vilayaḥ bhavati – Auflösung geschieht.
Kapitel 3 – Die Rückkehr zum eigenen Wesen
tataḥ savilāsamūlāvidyā
sarvakāryopādhisamanvitā sadasadvilakṣaṇānirvācyā
lakṣaṇaśūnyāvirbhāvatirobhāvātmikānādyakhilakāraṇakāraṇānantamahāmāyāviśeṣaṇaviśeṣitā
paramasūkṣmamūlakāraṇamavyaktaṃ viśati | avyaktaṃ
viśedbrahmaṇi nirindhano vaiśvānaro yathā | tasmānmāyopādhika
ādinārāyaṇastathā svasvarūpaṃ bhajati | sarve jīvāśca
svasvarūpaṃ bhajante | yathā japākusumasānnidhyādraktasphaṭikapratītistadabhāve śuddhasphaṭikapratītiḥ | brahmaṇopi
māyopādhivaśātsaguṇaparicchinnādipratītirupādhivilayānnirguṇaniravayavādipratītirityupaniṣat ||
„Dann tritt die Wurzelunwissenheit samt ihrem Spiel, mit allen Wirkungen und Bedingungen versehen, vom Seienden und Nichtseienden verschieden, unaussagbar, ohne Kennzeichen, von der Natur des Erscheinens und Verschwindens, anfangslos, Ursache aller Ursachen und durch die unendliche große Maya näher bestimmt, in die äußerst feine Wurzelursache, das Unoffenbare, ein. Das Unoffenbare tritt in Brahman ein wie Feuer ohne Brennstoff. So findet Adinarayana mit Maya als Bedingung zu seinem eigenen Wesen zurück; alle Jivas finden ebenfalls zu ihrem eigenen Wesen zurück. Wie ein Kristall nahe einer Hibiskusblüte rot erscheint und bei deren Fehlen als reiner Kristall, so erscheint auch Brahman durch die Bedingung Maya als mit Eigenschaften, begrenzt und so weiter. Durch Auflösung der Bedingung erscheint es als eigenschaftslos, teilelos und so weiter: so die Upanishad.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tataḥ – dann; sa-vilāsa-mūla-avidyā – Wurzelunwissenheit samt Spiel; sarva-kārya-upādhi-samanvitā – mit allen Wirkungen und Bedingungen versehen; sat-asat-vilakṣaṇā – vom Seienden und Nichtseienden verschieden; anirvācyā – unaussagbar; lakṣaṇa-śūnyā – ohne Kennzeichen; āvirbhāva-tirobhāva-ātmikā – Erscheinen und Verschwinden als Wesen; anādi – anfangslos; akhila-kāraṇa-kāraṇa – Ursache aller Ursachen; ananta-mahāmāyā-viśeṣaṇa-viśeṣitā – durch unendliche große Maya näher bestimmt; parama-sūkṣma-mūla-kāraṇam – äußerst feine Wurzelursache; avyaktam viśati – tritt ins Unoffenbare ein; avyaktam viśet brahmaṇi – Unoffenbares tritt in Brahman ein; nirindhanaḥ vaiśvānaraḥ yathā – wie Feuer ohne Brennstoff; tasmāt – dadurch; māyā-upādhikaḥ ādi-nārāyaṇaḥ – Adinarayana mit Maya als Bedingung; sva-svarūpam bhajati – findet zum eigenen Wesen; sarve jīvāḥ ca – auch alle Jivas; yathā – wie; japā-kusuma-sānnidhyāt – durch Nähe einer Hibiskusblüte; rakta-sphaṭika-pratītiḥ – Erscheinung eines roten Kristalls; tad-abhāve – bei deren Fehlen; śuddha-sphaṭika-pratītiḥ – Erscheinung eines reinen Kristalls; brahmaṇaḥ api – auch Brahmans; māyā-upādhi-vaśāt – durch Bedingung Maya; saguṇa-paricchinna-ādi-pratītiḥ – Erscheinung mit Eigenschaften, begrenzt und Weiteres; upādhi-vilayāt – durch Auflösung der Bedingung; nirguṇa-niravayava-ādi-pratītiḥ – Erscheinung eigenschaftslos, teilelos und Weiteres; iti upaniṣat – so die Upanishad.
Anmerkung: Die Vorlage schreibt hier einmal mūlavidyā; der Kontext bezeichnet eindeutig die Wurzelunwissenheit, mūlāvidyā. Diese einzelne Vokalkorrektur wird in beiden Sanskritdarstellungen ausgeführt.
Schluss des 3. Kapitels
ityātharvaṇamahānārāyaṇopaniṣadi
mūlāvidyāpralayasvarūpaṇaṃ nāma tṛtīyo'dhyāyaḥ || 3 ||
Damit endet in der Atharvana-Mahanarayana-Upanishad das 3. Kapitel mit dem Titel „Darstellung der Auflösung der Wurzelunwissenheit“.
Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – damit; ātharvaṇa-mahānārāyaṇa-upaniṣadi – in der Atharvana-Mahanarayana-Upanishad; nāma – mit Namen; adhyāyaḥ – Kapitel; tṛtīyaḥ – drittes; mūlāvidyā-pralaya-svarūpaṇam – Darstellung des Wesens der Auflösung der Wurzelunwissenheit, ungewöhnliche Quellform ohne nirūpaṇa.
Kapitel 4 Tripadvibhuti Mahanarayana Upanishad
Kapitel 4 – Das ungeteilte Brahman
oṃ tatastasmānnirviśeṣamatinirmalaṃ bhavati |
avidyāpādamatiśuddhaṃ bhavati | śuddhabodhānandalakṣaṇakaivalyaṃ bhavati | brahmaṇaḥ pādacatuṣṭayaṃ
nirviśeṣaṃ bhavati | akhaṇḍalakṣaṇākhaṇḍaparipūrṇasaccidānandasvaprakāśaṃ bhavati | advitīyamanīśvaraṃ
bhavati | akhilakāryakāraṇasvarūpamakhaṇḍacidghanānandasvarūpamatidivyamaṅgalākāraṃ niratiśayānandatejorāśiviśeṣaṃ sarvaparipūrṇānantacinmayastambhākāraṃ
śuddhabodhānandaviśeṣākāramanantacidvilāsavibhūtisamaṣṭyākāramadbhutānandāścaryavibhūtiviśeṣākāramanantaparipūrṇānandadivyasaudāminīnicayākāram |
evamākāramadvitīyākhaṇḍānandabrahmasvarūpaṃ nirūpitam |
Om. Danach besteht Unterschiedslosigkeit und höchste Reinheit. Das Unwissenheitsviertel wird ganz rein. Es ist das Alleinsein, dessen Kennzeichen reine Erkenntnis und Glückseligkeit sind. Die vier Viertel Brahmans werden unterschiedslos. Es ist das durch Ungeteiltheit gekennzeichnete, ungeteilt vollkommene, selbstleuchtende Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit; ohne Zweites und ohne einen Herrn über sich. Es ist das Wesen aller Wirkungen und Ursachen, ungeteilte verdichtete Bewusstseinswonne, von überaus göttlicher, heilvoller Gestalt; eine besondere Lichtfülle unübertrefflicher Glückseligkeit, eine alles erfüllende, unendliche Säule aus Bewusstsein, eine besondere Gestalt reiner Erkenntnis und Glückseligkeit; die Gesamtgestalt unendlicher Entfaltungen des Bewusstseins, die besondere Gestalt wunderbarer, erstaunlicher Glückseligkeit und Herrlichkeit, die Gestalt einer Fülle göttlicher Blitze unendlicher, vollkommener Glückseligkeit. So wird das Wesen des nichtdualen Brahman ungeteilter Glückseligkeit beschrieben.
Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om; tataḥ tasmāt – danach, dadurch; nirviśeṣam – unterschiedslos; ati-nirmalam – höchst rein; bhavati – wird, ist; avidyā-pādam – Unwissenheitsviertel; ati-śuddham – ganz rein; śuddha-bodha-ānanda-lakṣaṇa-kaivalyam – Alleinsein mit dem Kennzeichen reiner Erkenntnis und Glückseligkeit; brahmaṇaḥ pāda-catuṣṭayam – Brahmans vier Viertel; akhaṇḍa-lakṣaṇa – Ungeteiltheit als Kennzeichen; akhaṇḍa-paripūrṇa – ungeteilt vollkommen; sat-cit-ānanda – Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit; sva-prakāśam – selbstleuchtend; advitīyam – ohne Zweites; anīśvaram – ohne einen Herrn über sich; akhila-kārya-kāraṇa-svarūpam – Wesen aller Wirkungen und Ursachen; akhaṇḍa-cit-ghana-ānanda-svarūpam – ungeteilte verdichtete Bewusstseinswonne; ati-divya-maṅgala-ākāram – überaus göttliche heilvolle Gestalt; niratiśaya-ānanda-tejas-rāśi-viśeṣam – besondere Lichtfülle unübertrefflicher Glückseligkeit; sarva-paripūrṇa-ananta-cinmaya-stambha-ākāram – alles erfüllende unendliche Bewusstseinssäule; śuddha-bodha-ānanda-viśeṣa-ākāram – besondere Gestalt reiner Erkenntnis und Glückseligkeit; ananta-cit-vilāsa-vibhūti-samaṣṭi-ākāram – Gesamtgestalt unendlicher Entfaltungen und Herrlichkeiten des Bewusstseins; adbhuta-ānanda-āścarya-vibhūti-viśeṣa-ākāram – besondere Gestalt wunderbarer Glückseligkeit und erstaunlicher Herrlichkeit; ananta-paripūrṇa-ānanda-divya-saudāminī-nicaya-ākāram – Gestalt göttlicher Blitzfülle unendlicher vollkommener Glückseligkeit; evam-ākāram – so gestaltet; advitīya-akhaṇḍa-ānanda-brahma-svarūpam – Wesen des nichtdualen Brahman ungeteilter Glückseligkeit; nirūpitam – dargestellt.
Anmerkung: Die sinnlose Druckform stagbhākāram wird als stambhākāram, „Säulengestalt“, gelesen; diese kleine Konjektur ist im IAST und Devanagari durchgeführt.
Kapitel 4 – Vier Viertel und Nichtdualität
atha chātro vadati |
bhagavanpādabhedādikaṃ kathaṃ kathamadvaitasvarūpamiti
nirūpitam | deśikaḥ pariharati | virodho na vidyate brahmādvitīyameva
satyam | tathaivoktaṃ ca | brahmabhedo na kathito brahmavyatiriktaṃ
na kiṃcidasti | pādabhedādikathanaṃ tu brahmasvarūpakathanameva |
tadevocyate | pādacatuṣṭayātmakaṃ brahma tatraikamavidyāpādam |
pādatrayamamṛtaṃ bhavati | śākhāntaropaniṣatsvarūpameva nirūpitam |
Der Schüler sagt: „Erhabener, wie kann von verschiedenen Vierteln und Weiterem die Rede sein, und wie ist das Wesen dabei als nichtdual dargestellt?“ Der Lehrer antwortet: „Es gibt keinen Widerspruch. Nur das nichtduale Brahman ist wirklich. Ebenso wurde gesagt: Eine Teilung Brahmans wurde nicht gelehrt; es gibt nichts von Brahman Verschiedenes. Die Rede von verschiedenen Vierteln und Weiterem ist gerade eine Darstellung von Brahmans Wesen. Dies wird erklärt: Brahman besteht aus vier Vierteln. Davon ist eines das Unwissenheitsviertel. Die drei Viertel sind unsterblich. Dargestellt wurde eben, was eine Upanishad eines anderen Überlieferungszweigs lehrt:“
Wort-für-Wort-Erläuterung: atha – dann; chātraḥ vadati – Schüler sagt; bhagavan – Erhabener; pāda-bheda-ādikam – Unterschied der Viertel und Weiteres; katham – wie; advaita-svarūpam – nichtduales Wesen; nirūpitam – dargestellt; deśikaḥ pariharati – Lehrer antwortet; virodhaḥ na vidyate – kein Widerspruch besteht; brahma advitīyam eva satyam – nur das nichtduale Brahman ist wirklich; tathā eva uktam ca – ebenso wurde gesagt; brahma-bhedaḥ na kathitaḥ – Teilung Brahmans nicht gelehrt; brahma-vyatiriktam na kiñcit asti – nichts ist von Brahman verschieden; pāda-bheda-ādi-kathanam – Rede von verschiedenen Vierteln und Weiterem; brahma-svarūpa-kathanam eva – eben Darstellung von Brahmans Wesen; tat eva ucyate – eben dies wird erklärt; pāda-catuṣṭaya-ātmakam brahma – Brahman besteht aus vier Vierteln; tatra ekam avidyā-pādam – davon eines Unwissenheitsviertel; pāda-trayam amṛtam – drei Viertel unsterblich; śākhā-antara-upaniṣat-svarūpam – Wesen der Lehre einer Upanishad eines anderen Überlieferungszweigs; nirūpitam – dargestellt.
Kapitel 4 – Schriftworte über das höchste Licht
tamasastu paraṃ jyotiḥ paramānandalakṣaṇam | pādatrayātmakaṃ brahma
kaivalyaṃ śāśvataṃ paramiti | vedāhametaṃ puruṣaṃ mahāntamādityavarṇaṃ
tamasaḥ parastāt | tamevaṃvidvānamṛtaiha bhavati | nānyaḥ panthā
vidyate'yanāya | sarveṣāṃ jyotiṣāṃ jyotistamasaḥ paramucyate |
sarvasya dhātāramacintyarūpamādityavarṇaṃ paraṃjyotistamasa upari vibhāti |
yadekamavyaktamanantarūpaṃ viśvaṃ purāṇaṃ tamasaḥ parastāt |
tadevartaṃ tadu satyamāhustadeva satyaṃ tadeva brahma paramaṃ viśuddhaṃ
kathyate |
„Jenseits der Dunkelheit ist das Licht, durch höchste Glückseligkeit gekennzeichnet. Brahman besteht aus drei Vierteln: höchstes, ewiges Alleinsein. Ich kenne diesen großen Purusha, sonnenfarben, jenseits der Dunkelheit. Wer ihn so erkennt, wird hier unsterblich. Es gibt keinen anderen Weg zum Hingelangen. Er heißt das Licht aller Lichter jenseits der Dunkelheit. Als Träger aller, von undenkbarer Gestalt, sonnenfarben, leuchtet das höchste Licht über der Dunkelheit. Das Eine, Unoffenbare, von unendlicher Gestalt, das All, uralt, jenseits der Dunkelheit: eben dies nennt man Ordnung, eben dies Wahrheit. Es ist das Wahre; es wird das höchste, ganz reine Brahman genannt.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tamasaḥ tu param – aber jenseits der Dunkelheit; jyotiḥ – Licht; parama-ānanda-lakṣaṇam – durch höchste Glückseligkeit gekennzeichnet; pāda-traya-ātmakam brahma – Brahman aus drei Vierteln; kaivalyam śāśvatam param – höchstes ewiges Alleinsein; veda aham – ich kenne; etam puruṣam mahāntam – diesen großen Purusha; āditya-varṇam – sonnenfarben; tamasaḥ parastāt – jenseits der Dunkelheit; tam evam vidvān – ihn so erkennend; amṛtaḥ iha bhavati – wird hier unsterblich; na anyaḥ panthāḥ – kein anderer Weg; vidyate ayanāya – ist zum Hingelangen vorhanden; sarveṣām jyotiṣām jyotiḥ – Licht aller Lichter; tamasaḥ param ucyate – heißt jenseits der Dunkelheit; sarvasya dhātāram – Träger aller; acintya-rūpam – undenkbare Gestalt; param-jyotiḥ – höchstes Licht; tamasaḥ upari vibhāti – leuchtet über der Dunkelheit; yat ekam avyaktam – das Eine Unoffenbare; ananta-rūpam – von unendlicher Gestalt; viśvam – All; purāṇam – uralt; tat eva ṛtam – eben dies Ordnung; tat u satyam āhuḥ – eben dies nennen sie Wahrheit; tat eva satyam – eben dies Wahrheit; tat eva brahma paramam viśuddham kathyate – eben dies wird höchstes ganz reines Brahman genannt.
Kapitel 4 – Das unsterbliche Dreiviertel
tamaśśabdenāvidyā | pādo'sya viśvā bhūtāni |
tripādasyāmṛtaṃ divi | tripādūrdhva udaitpuruṣaḥ |
pādo'syehābhavatpunaḥ | tato viśvaṅ vyakrāmat |
sāśanā'naśane abhi |
vidyānandaturīyākhyapādatrayamamṛtaṃ bhavati |
avaśiṣṭamavidyāśrayamiti |
„Das Wort Dunkelheit bezeichnet Unwissenheit. Alle Wesen sind ein Viertel von ihm; seine drei Viertel sind unsterblich im Himmel. Mit drei Vierteln stieg der Purusha empor; ein Viertel von ihm wurde hier wiederum. Von dort schritt er nach allen Seiten hinaus zu dem, was isst, und dem, was nicht isst. Die drei Viertel, Erkenntnis, Glückseligkeit und das Vierte genannt, sind unsterblich. Das Übrige ist die Grundlage der Unwissenheit.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tamaḥ-śabdena – durch das Wort Dunkelheit; avidyā – Unwissenheit; pādaḥ asya viśvā bhūtāni – alle Wesen sind sein Viertel; tripāt asya amṛtam divi – seine drei Viertel unsterblich im Himmel; tripāt ūrdhvaḥ udait puruṣaḥ – mit drei Vierteln stieg Purusha empor; pādaḥ asya iha abhavat punaḥ – sein Viertel wurde hier wiederum; tataḥ viśvaṅ vyakrāmat – von dort schritt er nach allen Seiten hinaus; sāśana-anaśane abhi – zu Essendem und Nichtessendem; vidyā-ānanda-turīya-ākhya-pāda-trayam – drei Viertel namens Erkenntnis, Glückseligkeit und Viertes; amṛtam bhavati – ist unsterblich; avaśiṣṭam – Übriges; avidyā-āśrayam – Grundlage der Unwissenheit.
Kapitel 4 – Blick nach außen und innen
ātmārāmasyānādinārāyaṇasya kīdṛśāvunmeṣanimeṣau tayoḥ
svarūpaṃ kathamiti | gururvadati | parāgdṛṣṭirunmeṣaḥ |
pratyagdṛṣṭirnimeṣaḥ | pratyagdṛṣṭyā svasvarūpacintanameva
nimeṣaḥ | parāgdṛṣṭyā svasvarūpacintanamevonmeṣaḥ |
yāvadunmeṣakālastāvannimeṣakālo bhavati | avidyāyāḥ
sthitirunmeṣakāle nimeṣakāle tasyāḥ pralayo bhavati | yathā
unmeṣo jāyate tathā cirantanātisūkṣmavāsanābalātpunaravidyāyā
udayo bhavati | yathāpūrvamavidyākāryāṇi jāyante |
„Wie sind das Augenöffnen und Augenschließen des im Selbst ruhenden, anfangslosen Narayana beschaffen? Was ist ihr Wesen?“ Der Lehrer sagt: „Der nach außen gerichtete Blick ist das Öffnen, der nach innen gerichtete Blick das Schließen. Mit nach innen gerichtetem Blick das eigene Wesen betrachten: eben dies ist das Schließen. Mit nach außen gerichtetem Blick das eigene Wesen betrachten: eben dies ist das Öffnen. So lange wie das Öffnen dauert auch das Schließen. Während des Öffnens besteht Unwissenheit; während des Schließens löst sie sich auf. Wenn das Öffnen geschieht, erhebt sich durch die Kraft uralter, äußerst feiner Prägungen die Unwissenheit erneut. Wie zuvor entstehen die Wirkungen der Unwissenheit.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: ātma-ārāmasya – des im Selbst Ruhenden; anādi-nārāyaṇasya – des anfangslosen Narayana; kīdṛśau – wie beschaffen; unmeṣa-nimeṣau – Augenöffnen und Augenschließen; tayoḥ svarūpam katham – wie deren Wesen; guruḥ vadati – Lehrer sagt; parāk-dṛṣṭiḥ unmeṣaḥ – Blick nach außen ist Öffnen; pratyak-dṛṣṭiḥ nimeṣaḥ – Blick nach innen ist Schließen; pratyak-dṛṣṭyā – mit Blick nach innen; sva-svarūpa-cintanam eva – eben Betrachtung des eigenen Wesens; parāk-dṛṣṭyā – mit Blick nach außen; yāvat unmeṣa-kālaḥ tāvat nimeṣa-kālaḥ – gleich lange Zeit des Öffnens und Schließens; avidyāyāḥ sthitiḥ – Bestand der Unwissenheit; unmeṣa-kāle – während des Öffnens; nimeṣa-kāle – während des Schließens; tasyāḥ pralayaḥ – ihre Auflösung; yathā unmeṣaḥ jāyate – wenn Öffnen geschieht; cirantana-ati-sūkṣma-vāsanā-balāt – durch Kraft uralter äußerst feiner Prägungen; punaḥ avidyāyāḥ udayaḥ – erneuter Aufgang der Unwissenheit; yathā-pūrvam – wie zuvor; avidyā-kāryāṇi jāyante – Wirkungen der Unwissenheit entstehen.
Kapitel 4 – Jiva, Ishvara und Maya
kāryakāraṇopādhibhedājjīveśvarabhedo'pi dṛśyate |
kāryopādhirayaṃ jīvaḥ kāraṇopādhirīśvaraḥ | īśvarasya mahāmāyā
tadājñāvaśavartinī | tatsaṃkalpānusāriṇī vividhānantamahāmāyāśaktisaṃsavetinānantamahāmāyā jālajananamandirā mahāviṣṇoḥ
krīḍāśarīrarūpiṇī brahmādīnāmagocarā |
„Aufgrund der verschiedenen Bedingungen von Wirkung und Ursache erscheint auch die Verschiedenheit von Jiva und Ishvara. Dieser Jiva hat die Wirkung als Bedingung, Ishvara die Ursache. Ishvaras große Maya untersteht seinem Befehl und folgt seinem Entschluss; sie ist durch vielfältige unendliche Kräfte großer Maya [die Satzverbindung ist beschädigt] ein Entstehungshaus unendlicher Maya-Netze, die Spielleibgestalt Mahavishnus, unerkennbar für Brahma und die anderen.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: kārya-kāraṇa-upādhi-bhedāt – wegen verschiedener Bedingungen von Wirkung und Ursache; jīva-īśvara-bhedaḥ api dṛśyate – auch Unterschied von Jiva und Ishvara erscheint; kārya-upādhiḥ ayam jīvaḥ – dieser Jiva hat Wirkung als Bedingung; kāraṇa-upādhiḥ īśvaraḥ – Ishvara hat Ursache als Bedingung; īśvarasya mahāmāyā – Ishvaras große Maya; tat-ājñā-vaśa-vartinī – seinem Befehl unterstehend; tat-saṃkalpa-anusāriṇī – seinem Entschluss folgend; vividha-ananta-mahāmāyā-śakti – vielfältige unendliche Kräfte großer Maya; saṃsavetinā – beschädigte Quellform, grammatisch nicht sicher deutbar; ananta-mahāmāyā-jāla-janana-mandirā – Entstehungshaus unendlicher Maya-Netze; mahāviṣṇoḥ krīḍā-śarīra-rūpiṇī – Spielleibgestalt Mahavishnus; brahma-ādīnām agocarā – für Brahma und andere unerkennbar.
Anmerkung: Die Verbindung śaktisaṃsavetinā ist in der zugrunde gelegten elektronischen Fassung unklar. Die Übersetzung gibt die erkennbaren Glieder wieder und ergänzt keinen vermeintlich sicheren Sanskritwortlaut.
Kapitel 4 – Spiegelungen des Bewusstseins
etāṃ mahāmāyāṃ
tarantyeva ye viṣṇumeva bhajanti nānye taranti kadācana |
vividhopayairapi avidyākāryāṇyantaḥkaraṇānyatītya kālānanu tāni
jāyante | brahmacaitanyaṃ teṣu pratibimbitaṃ bhavati | pratibimbā eva
jīvā iti kathyante | antaḥkaraṇopādhikāḥ sarve jīvā ityevaṃ vadanti |
„Nur wer Vishnu verehrt, überschreitet diese große Maya; andere überschreiten sie niemals, auch nicht durch vielfältige Mittel. Die inneren Organe sind Wirkungen der Unwissenheit; [die folgende Zeit- und Entstehungsangabe ist beschädigt]. Brahman-Bewusstsein spiegelt sich in ihnen. Diese Spiegelungen werden Jivas genannt. Alle Jivas haben das innere Organ als Bedingung: so sagt man.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: etām mahāmāyām taranti eva – überschreiten eben diese große Maya; ye viṣṇum eva bhajanti – die allein Vishnu verehren; na anye taranti kadācana – andere überschreiten sie niemals; vividha-upāyaiḥ api – auch durch vielfältige Mittel, Quelle upayaiḥ; avidyā-kāryāṇi antaḥkaraṇāni – innere Organe als Wirkungen der Unwissenheit; atītya kālān anu tāni jāyante – unklare Verbindung über Überschreiten, Zeiten und Entstehen; brahma-caitanyam – Brahman-Bewusstsein; teṣu pratibimbitam bhavati – spiegelt sich in ihnen; pratibimbāḥ eva jīvāḥ iti kathyante – eben die Spiegelungen werden Jivas genannt; antaḥkaraṇa-upādhikāḥ sarve jīvāḥ – alle Jivas mit innerem Organ als Bedingung; iti evam vadanti – so sagt man.
Anmerkung: Die Folge antaḥkaraṇānyatītya kālānanu tāni jāyante ist syntaktisch nicht zuverlässig auflösbar. Der überlieferte Wortlaut bleibt erhalten; die deutsche Fassung markiert die Lücke im Verständnis.
Kapitel 4 – Weitere Bestimmungen des Jiva
mahābhūtotthasūkṣmāṅgopādhikāḥ sarve jīvā ityeke vadanti |
buddhipratibimbitacaitanyaṃ jīvā ityapare manyante |
eteṣāmupādhīnāmatyantabhedo na vidyate |
„Alle Jivas haben einen aus den großen Elementen entstandenen feinen Leib als Bedingung: so sagen die einen. Das im Intellekt gespiegelte Bewusstsein seien die Jivas: so meinen andere. Zwischen diesen Bedingungen besteht keine völlige Verschiedenheit.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: mahābhūta-uttha – aus den großen Elementen entstanden; sūkṣma-aṅga-upādhikāḥ – mit feinem Leib als Bedingung; sarve jīvāḥ – alle Jivas; iti eke vadanti – so sagen einige; buddhi-pratibimbita-caitanyam – im Intellekt gespiegeltes Bewusstsein; jīvāḥ iti apare manyante – halten andere für die Jivas; eteṣām upādhīnām – zwischen diesen Bedingungen; atyanta-bhedaḥ na vidyate – keine völlige Verschiedenheit besteht.
Kapitel 4 – Das Spiel und der Kreislauf
sarvaparipūrṇo
nārāyaṇastvanayā nijayā krīḍati svecchayā sadā |
tadvadavidyamānaphalguviṣayasukhāśayāḥ sarve jīvāḥ
prabhāvantyasārasaṃsāracakre | evamanādiparamparā
vartate'nādisaṃsāraviparītabhramādityupaniṣat ||
„Der allseits vollkommene Narayana spielt mit dieser eigenen Kraft stets nach freiem Willen. Die Jivas hingegen, die auf flüchtige, in Wahrheit nicht vorhandene Sinnesfreuden hoffen, geraten in das wesenlose Rad des Samsara. So besteht die anfangslose Folge aufgrund der verkehrten Täuschung des anfangslosen Samsara: so die Upanishad.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: sarva-paripūrṇaḥ nārāyaṇaḥ – allseits vollkommener Narayana; tu – aber; anayā nijayā – mit dieser eigenen Kraft; krīḍati – spielt; sva-icchayā sadā – stets nach freiem Willen; tadvat – entsprechend; avidyamāna-phalgu-viṣaya-sukha-āśayāḥ – auf nicht vorhandene flüchtige Sinnesfreuden hoffend; sarve jīvāḥ – alle Jivas; prabhāvanti – Quellform, hier gelangen, Deutung nicht ganz sicher; asāra-saṃsāra-cakre – im wesenlosen Samsara-Rad; evam – so; anādi-paramparā – anfangslose Folge; vartate – besteht; anādi-saṃsāra-viparīta-bhramāt – wegen verkehrter Täuschung des anfangslosen Samsara; iti upaniṣat – so die Upanishad.
Schluss des 4. Kapitels
ityatharvaṇaśākhāyāṃ tripādvibhūtimahānārāyaṇopaniṣadi
mahāmāyātītākhaṇḍādvaitaparamānandalakṣaṇaparabrahmaṇaḥ
paramatattvasvarūpanirūpaṇaṃ nāma caturtho'dhyāyaḥ || 4 ||
Damit endet im Atharvana-Überlieferungszweig, in der Tripadvibhuti-Mahanarayana-Upanishad, das vierte Kapitel: „Darstellung des höchsten Wirklichkeitswesens des höchsten Brahman, das jenseits der großen Maya liegt und durch ungeteilte, nichtduale höchste Glückseligkeit gekennzeichnet ist“.
Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – damit; atharvaṇa-śākhāyām – im Atharvana-Überlieferungszweig; tripādvibhūti-mahānārāyaṇa-upaniṣadi – in dieser Upanishad; mahāmāyā-atīta – jenseits großer Maya; akhaṇḍa-advaita-parama-ānanda-lakṣaṇa – durch ungeteilte nichtduale höchste Glückseligkeit gekennzeichnet; parabrahmaṇaḥ – des höchsten Brahman; parama-tattva-svarūpa-nirūpaṇam – Darstellung des höchsten Wirklichkeitswesens; nāma – namens; caturthaḥ adhyāyaḥ – viertes Kapitel.
Abschluss des ersten Buches
pūrvakāṇḍaḥ samāptaḥ ||
Das erste Buch ist abgeschlossen.
Wort-für-Wort-Erläuterung: pūrva-kāṇḍaḥ – erstes Buch; samāptaḥ – abgeschlossen.
Kapitel 5 Tripadvibhuti Mahanarayana Upanishad
Kapitel 5 – Wiederkehr der Unwissenheit und Befreiung
atha śiṣyo vadati guruṃ bhagavantaṃ namaskṛtya
bhagavan sarvātmanā naṣṭāyā avidyāyāḥ
punarudayaḥ katham | satyameveti gururiti hovāca |
prāvṛṭkālaprārambhe yathā maṇḍūkādīnāṃ
prādurbhāvastadvatsarvātmanā naṣṭāyā avidyāyā
unmeṣakāle punarudayo bhavati | bhagavan kathaṃ
jīvānāmanādisaṃsārabhramaḥ | tannivṛttirvā kathamiti |
kathaṃ mokṣamārgasvarūpaṃ ca | mokṣasādhanaṃ
kathamiti | ko vā mokṣopāyaḥ | kīdṛśaṃ mokṣasvarūpam |
kā vā sāyujyamuktiḥ | etatsarvaṃ tattvataḥ kathanīyamiti |
atyādarapūrvakamatiharṣeṇa śiṣyaṃ bahūkṛtya
gururvadati śrūyatāṃ sāvadhānena |
Nachdem der Schüler den erhabenen Lehrer begrüßt hat, fragt er: „Erhabener, wie kann vollständig vernichtete Unwissenheit wieder entstehen?“ Der Lehrer sagt: „Die Frage ist berechtigt. Wie Frösche und andere Wesen zu Beginn der Regenzeit wieder hervortreten, so tritt die vollständig vernichtete Unwissenheit zur Zeit des Augenöffnens wieder hervor.“ – „Erhabener, wie entsteht die anfangslose Samsara-Täuschung der Jivas, und wie hört sie auf? Was ist der Befreiungsweg, wie wird Befreiung erlangt, was ist ihr Mittel? Wie ist Befreiung beschaffen? Was ist Befreiung als Vereinigung? All dies soll der Wahrheit gemäß erklärt werden.“ Der Lehrer würdigt den Schüler mit großer Achtung und Freude und sagt: „Höre aufmerksam.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: atha śiṣyaḥ vadati – dann sagt der Schüler; gurum bhagavantam namaskṛtya – nach Verneigung vor dem erhabenen Lehrer; bhagavan – Erhabener; sarva-ātmanā naṣṭāyāḥ avidyāyāḥ – der vollständig vernichteten Unwissenheit; punar-udayaḥ katham – wie erneutes Entstehen; satyam eva – fürwahr, berechtigte Frage; guruḥ iti ha uvāca – so sprach der Lehrer; prāvṛṭ-kāla-prārambhe – zu Beginn der Regenzeit; yathā maṇḍūka-ādīnām prādurbhāvaḥ – wie Hervortreten der Frösche und Weiteren; tadvat – ebenso; unmeṣa-kāle – zur Zeit des Augenöffnens; jīvānām anādi-saṃsāra-bhramaḥ – anfangslose Samsara-Täuschung der Jivas; tat-nivṛttiḥ – deren Aufhören; mokṣa-mārga-svarūpam – Wesen des Befreiungswegs; mokṣa-sādhanam – Erlangung der Befreiung; mokṣa-upāyaḥ – Befreiungsmittel; mokṣa-svarūpam – Wesen der Befreiung; sāyujya-muktiḥ – Befreiung als Vereinigung; etat sarvam tattvataḥ kathanīyam – all dies soll wahrheitsgemäß erklärt werden; ati-ādara-pūrvakam – mit großer Achtung; ati-harṣeṇa – mit großer Freude; śiṣyam bahūkṛtya – den Schüler würdigend; śrūyatām sāvadhānena – höre aufmerksam.
Kapitel 5 – Die Verwechslung mit dem Körper
kutsitānantajanmābhyastātyantotkṛṣṭavividhavicitrānantaduṣkarmavāsanājālaviśeṣairdehātmaviveko
na jāyate | tasmādeva dṛḍhataradehātmabhramo bhavati |
ahamajñaḥ kiṃcijjño'hamahaṃ jīvo'hamatyantaduḥkhākāro|
ahamanādisaṃsārīti bhramavāsanābalātsaṃsāra eva
pravṛttistannivṛttyupāyaḥ kadāpi na vidyate |
„Durch das besondere Netz unzähliger, verschiedenartiger, überaus starker Prägungen schlechter Taten, eingeübt in unzähligen elenden Geburten, entsteht keine Unterscheidung von Körper und Selbst. Daher wird die Verwechslung des Selbst mit dem Körper immer fester. Durch die Kraft der irrigen Prägungen – ‚Ich bin unwissend, ich weiß nur wenig, ich bin ein Jiva, ich bin ganz und gar leidvoll, ich bin seit anfangsloser Zeit dem Samsara unterworfen‘ – wendet man sich nur dem Samsara zu. Ein Mittel, davon abzulassen, ist dabei niemals vorhanden.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: kutsita-ananta-janma-abhyasta – eingeübt in unzähligen elenden Geburten; atyanta-utkṛṣṭa – überaus stark; vividha-vicitra-ananta-duṣkarma-vāsanā-jāla-viśeṣaiḥ – durch besondere Netze unzähliger verschiedenartiger Prägungen schlechter Taten; deha-ātma-vivekaḥ na jāyate – Unterscheidung von Körper und Selbst entsteht nicht; tasmāt eva – eben daher; dṛḍhatara-deha-ātma-bhramaḥ – festere Körper-Selbst-Verwechslung; aham ajñaḥ – ich bin unwissend; kiñcit-jñaḥ aham – ich weiß wenig; aham jīvaḥ – ich bin ein Jiva; aham atyanta-duḥkha-ākāraḥ – ich bin ganz leidvoll; aham anādi-saṃsārī – ich bin anfangslos dem Samsara unterworfen; bhrama-vāsanā-balāt – durch Kraft irrender Prägungen; saṃsāre eva pravṛttiḥ – Hinwendung nur zum Samsara; tat-nivṛtti-upāyaḥ kadāpi na vidyate – Mittel zum Ablassen davon niemals vorhanden.
Kapitel 5 – Unersättliches Streben
mithyābhūtānsvapnatulyānviṣayabhogānanubhūya
vividhānasaṃkhyānatidurlabhānmanorathānanavaratamāśāsyamānaḥ
atṛptaḥ sadā paridhāvati | vividhavicitrasthūlasūkṣmotkṛṣṭanikṛṣṭānantadehānparigṛhya tattadehavihitavividhavicitrā'nekaśubhāśubhaprārabdhakarmāṇyanubhūya tattatkarmaphalavāsanājālavāsitāntaḥkaraṇānāṃ punaḥpunastattatkarmaphalaviṣayapravṛttireva jāyate | saṃsāranivṛttimārgapravṛttiḥ
kadāpi na jāyate | tasmādaniṣṭameveṣṭamiva bhāti |
iṣṭamevā'niṣṭamiva bhātyanādisaṃsāraviparītabhramāt |
„Man erfährt unwirkliche, traumgleiche Sinnengenüsse, erhofft unablässig verschiedenartige, zahllose, äußerst schwer erfüllbare Wünsche und läuft stets unbefriedigt umher. Man nimmt unendlich viele verschiedene grobe und feine, hohe und niedrige Körper an, erfährt die jeweils zu diesem Körper bestimmten mannigfaltigen guten und schlechten, schon wirksam gewordenen Taten. Bei Menschen, deren inneres Organ von den Netzen der Prägungen dieser Tatfolgen durchzogen ist, entsteht immer wieder nur das Streben nach den Gegenständen dieser Folgen. Eine Hinwendung zum Weg aus dem Samsara entsteht niemals. Deshalb erscheint das Unerwünschte als erwünscht und das Erwünschte als unerwünscht: aufgrund der verkehrten Täuschung des anfangslosen Samsara.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: mithyā-bhūtān svapna-tulyān viṣaya-bhogān anubhūya – unwirkliche traumgleiche Sinnengenüsse erfahren; vividhān asaṃkhyān ati-durlabhān manorathān – verschiedene zahllose schwer erfüllbare Wünsche; anavaratam āśāsyamānaḥ – unablässig erhoffend; atṛptaḥ sadā paridhāvati – läuft stets unbefriedigt umher; vividha-vicitra-sthūla-sūkṣma-utkṛṣṭa-nikṛṣṭa-ananta-dehān parigṛhya – unendlich viele verschiedenartige grobe, feine, hohe und niedrige Körper annehmend; tat-tad-deha-vihita – je diesem Körper bestimmt; vividha-vicitra-aneka-śubha-aśubha-prārabdha-karmāṇi anubhūya – mannigfaltige gute und schlechte bereits wirksame Taten erfahrend; tat-tat-karma-phala-vāsanā-jāla-vāsita-antaḥkaraṇānām – der Menschen mit von Prägungsnetzen dieser Tatfolgen durchzogenem innerem Organ; punaḥ punaḥ – immer wieder; tat-tat-karma-phala-viṣaya-pravṛttiḥ eva – nur Streben nach den Gegenständen dieser Tatfolgen; saṃsāra-nivṛtti-mārga-pravṛttiḥ – Hinwendung zum Weg aus dem Samsara; kadāpi na jāyate – entsteht niemals; tasmāt – deshalb; aniṣṭam eva iṣṭam iva bhāti – Unerwünschtes erscheint als erwünscht; iṣṭam eva aniṣṭam iva – Erwünschtes als unerwünscht; anādi-saṃsāra-viparīta-bhramāt – wegen verkehrter Täuschung des anfangslosen Samsara.
Kapitel 5 – Warum die Einsicht ausbleibt
tasmātsarveṣāṃ jīvānāmiṣṭaviṣaye buddhiḥ
sukhabuddhirduḥkhabuddhiśca bhavati | paramārthatastvabādhitabrahmasukhaviṣaye pravṛttireva na jāyate | tatsvarūpajñānābhāvāt |
tatkimiti na vidyate | kathaṃ bandhaḥ kathaṃ mokṣa iti vicārābhāvācca |
tatkathamiti | ajñānaprābalyāt | kasmādajñānaprābalyamiti |
bhaktijñānavairāgyavāsanābhāvācca | tadabhāvaḥ kathamiti |
atyantāntaḥkaraṇamalinaviśeṣāt |
„So haben alle Jivas bezüglich des gewünschten Gegenstands Vorstellungen von Freude und Leid. Eine Hinwendung zur in Wahrheit unaufhebbaren Freude Brahmans entsteht jedoch nicht, weil die Erkenntnis ihres Wesens fehlt. Man weiß nicht, was sie ist; auch fehlt die Untersuchung: ‚Wie kommt Bindung zustande, wie Befreiung?‘ Warum? Weil Unwissenheit überwiegt. Warum überwiegt sie? Weil die Prägungen von Hingabe, Erkenntnis und Leidenschaftslosigkeit fehlen. Warum fehlen sie? Weil das innere Organ besonders stark verunreinigt ist.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tasmāt sarveṣām jīvānām – daher bei allen Jivas; iṣṭa-viṣaye buddhiḥ – Vorstellung bezüglich des gewünschten Gegenstands; sukha-buddhiḥ duḥkha-buddhiḥ ca – Vorstellung von Freude und Leid; paramārthataḥ tu – aber in Wahrheit; abādhita-brahma-sukha-viṣaye – bezüglich unaufhebbarer Brahman-Freude; pravṛttiḥ eva na jāyate – Hinwendung entsteht nicht; tat-svarūpa-jñāna-abhāvāt – wegen fehlender Wesenserkenntnis; tat kim iti na vidyate – man weiß nicht, was es ist; katham bandhaḥ katham mokṣaḥ – wie Bindung, wie Befreiung; vicāra-abhāvāt ca – auch wegen fehlender Untersuchung; tat katham iti – warum dies; ajñāna-prābalyāt – wegen Überwiegen der Unwissenheit; kasmāt – warum; bhakti-jñāna-vairāgya-vāsanā-abhāvāt – wegen fehlender Prägungen von Hingabe, Erkenntnis und Leidenschaftslosigkeit; tat-abhāvaḥ katham – warum deren Fehlen; atyanta-antaḥkaraṇa-malina-viśeṣāt – wegen besonders starker Verunreinigung des inneren Organs.
Kapitel 5 – Die Hinwendung zum heilsamen Weg
ataḥ saṃsārataraṇopāyaḥ
kathamiti | deśikastameva kathayati | sakalavedaśāstrasiddhāntarahasyajanmābhyastātyantotkṛṣṭasukṛtaparipākavaśātsadbhiḥ
saṅgo jāyate | tasmādvidhiniṣedhaviveko bhavati | tataḥ
sadācārapravṛttirjāyate | sadācārādakhiladuritakṣayo
bhavati | tasmādantaḥkaraṇamativimalaṃ bhavati |
tataḥ sadgurukaṭākṣamantaḥkaraṇamākāṅkṣati |
tasmātsadgurukaṭākṣaleśaviśeṣeṇa sarvasiddhayaḥ siddhyanti |
sarvabandhāḥ pravinaśyanti | śreyovighnāḥ sarve pralayaṃ yānti |
sarvāṇi śreyāṃsi svayamevāyānti |
„Wie kann man also den Samsara überschreiten?“ Der Lehrer erklärt dies: „Das Geheimnis der Lehrabschlüsse sämtlicher Veden und Shastras [lautet]: Durch das Reifen außerordentlich guter Taten, die in Geburten eingeübt wurden, entsteht Gemeinschaft mit guten Menschen. Daraus entsteht die Unterscheidung von Gebot und Verbot, daraus die Hinwendung zu gutem Wandel. Aus gutem Wandel folgt die Tilgung aller Verfehlungen; dadurch wird das innere Organ ganz rein. Es ersehnt dann den Blick des wahren Lehrers. Durch einen besonderen Bruchteil dieses Blicks werden alle Vollendungen erreicht; alle Bindungen vergehen, alle Hindernisse des Heils lösen sich auf, alles Heilsame kommt von selbst.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: ataḥ saṃsāra-taraṇa-upāyaḥ katham – wie also Mittel zum Überschreiten des Samsara; deśikaḥ tam eva kathayati – Lehrer erklärt eben dieses; sakala-veda-śāstra-siddhānta-rahasya – Geheimnis der Lehrabschlüsse aller Veden und Shastras; janma-abhyasta – in Geburten eingeübt; atyanta-utkṛṣṭa-sukṛta-paripāka-vaśāt – durch Reifen außerordentlich guter Taten; sadbhiḥ saṅgaḥ jāyate – Gemeinschaft mit Guten entsteht; tasmāt – dadurch; vidhi-niṣedha-vivekaḥ – Unterscheidung von Gebot und Verbot; tataḥ sadācāra-pravṛttiḥ – daraus Hinwendung zu gutem Wandel; sadācārāt akhila-durita-kṣayaḥ – aus gutem Wandel Tilgung aller Verfehlungen; antaḥkaraṇam ati-vimalam – inneres Organ ganz rein; sadguru-kaṭākṣam ākāṅkṣati – ersehnt Blick des wahren Lehrers; sadguru-kaṭākṣa-leśa-viśeṣeṇa – durch besonderen Bruchteil dieses Blicks; sarva-siddhayaḥ siddhyanti – alle Vollendungen werden erreicht; sarva-bandhāḥ pravinaśyanti – alle Bindungen vergehen; śreyas-vighnāḥ sarve pralayam yānti – alle Heilshindernisse lösen sich auf; sarvāṇi śreyāṃsi svayam eva āyānti – alles Heilsame kommt von selbst.
Anmerkung: Der lange Eingangskomplex rahasya-janmābhyasta ist grammatisch unsauber; die Übersetzung setzt nach „Geheimnis“ eine erläuterte Satzgrenze, ohne den Sanskrittext stillschweigend zu ändern.
Kapitel 5 – Lehrerunterweisung und Herzensöffnung
yathā jātyandhasya rūpajñānaṃ na vidyate
tathā gurūpadeśena vinā kalpakoṭibhistattvajñānaṃ
na vidyate | tasmātsadgurukaṭākṣaleśaviśeṣeṇācirādeva
tattvajñānaṃ bhavati | yadā sadgurukaṭākṣo bhavati tadā
bhagavatkathāśravaṇadhyānādau śraddhā jāyate |
tasmāddhṛdayasthitānādidurvāsanāgranthivināśo bhavati |
tato hṛdayasthitāḥ kāmāḥ sarve vinaśyanti |
tasmāddhṛdayapuṇḍarīkakarṇikāyāṃ paramātmāvirbhāvo
bhavati |
„Wie ein von Geburt Blinder keine Kenntnis sichtbarer Formen hat, so gibt es ohne die Unterweisung des Lehrers auch in Millionen Weltzeitaltern keine Erkenntnis der Wirklichkeit. Durch einen besonderen Bruchteil des Blicks des wahren Lehrers entsteht daher bald Wirklichkeitserkenntnis. Wenn sein Blick zuteilwird, entsteht Vertrauen beim Hören von Erzählungen über den Erhabenen, bei Meditation und Weiterem. Dadurch löst sich der im Herzen befindliche Knoten anfangsloser schlechter Prägungen. Dann vergehen alle im Herzen wohnenden Wünsche. Darauf erscheint das höchste Selbst in der Mitte des Herzlotus.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: yathā jāti-andhasya rūpa-jñānam na vidyate – wie ein von Geburt Blinder keine Kenntnis sichtbarer Formen hat; tathā guru-upadeśena vinā – so ohne Lehrerunterweisung; kalpa-koṭibhiḥ – in Millionen Weltzeitaltern; tattva-jñānam na vidyate – keine Wirklichkeitserkenntnis; tasmāt – daher; sadguru-kaṭākṣa-leśa-viśeṣeṇa – durch besonderen Bruchteil des Lehrerblicks; acirāt eva – schon bald; yadā sadguru-kaṭākṣaḥ bhavati – wenn der Lehrerblick zuteilwird; tadā – dann; bhagavat-kathā-śravaṇa-dhyāna-ādau – beim Hören von Erzählungen über den Erhabenen, bei Meditation und Weiterem; śraddhā jāyate – Vertrauen entsteht; hṛdaya-sthita-anādi-durvāsanā-granthi-vināśaḥ – Auflösung des Herzknotens anfangsloser schlechter Prägungen; hṛdaya-sthitāḥ kāmāḥ sarve vinaśyanti – alle Herzenswünsche vergehen; hṛdaya-puṇḍarīka-karṇikāyām – in der Mitte des Herzlotus; paramātmā-āvirbhāvaḥ – Erscheinen des höchsten Selbst.
Kapitel 5 – Reifung zur Befreiung im Leben
tato dṛḍhatarā vaiṣṇavī bhaktirjāyate | tato
vairāgyamudeti | vairāgyādbuddhivijñānāvirbhāvo bhavati |
abhyāsāttajjñānaṃ krameṇa paripakvaṃ bhavati |
pakvavijñānājjīvanmukto bhavati | tataḥ śubhāśubhakarmāṇi
sarvāṇi savāsanāni naśyanti | tato dṛḍhataraśuddhasāttvikavāsanayā bhaktyatiśayo bhavati | bhaktyatiśayena nārāyaṇaḥ
sarvamayaḥ sarvāvasthāsu vibhāti | sarvāṇi jaganti
nārāyaṇamayāni pravibhānti | nārāyaṇavyatiriktaṃ na kiṃcidasti |
ityetadbuddhvā viharatyupāsakaḥ sarvatra |
nirantarasamādhiparamparābhirjagadīśvarākārāḥ sarvatra
sarvāvasthāsu pravibhānti | asya mahāpuruṣasya
kvacitkvacidīśvarasākṣātkāro bhavati |
„Dann entsteht immer festere Hingabe an Vishnu; daraus wächst Leidenschaftslosigkeit. Daraus tritt unterscheidende Erkenntnis hervor. Durch Übung reift diese Erkenntnis allmählich. Durch gereifte Einsicht wird man im Leben befreit. Alle guten und schlechten Taten samt Prägungen vergehen. Durch die nun festere reine sattvische Prägung wird Hingabe überaus stark. Dadurch erscheint Narayana in allen Zuständen als alles durchdringend; alle Welten erscheinen aus Narayana bestehend. Nichts ist von Narayana verschieden. In dieser Einsicht bewegt sich der Verehrende überall. Durch ununterbrochene Folgen von Samadhi erscheinen überall und in allen Zuständen Gestalten des Weltenherrn. Diesem großen Menschen wird hier und dort unmittelbare Schau Ishvaras zuteil.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tataḥ – dann; dṛḍhatarā vaiṣṇavī bhaktiḥ – immer festere Vishnu-Hingabe; vairāgyam udeti – Leidenschaftslosigkeit erwächst; vairāgyāt buddhi-vijñāna-āvirbhāvaḥ – daraus Hervortreten unterscheidender Erkenntnis; abhyāsāt – durch Übung; tat-jñānam krameṇa paripakvam – diese Erkenntnis allmählich gereift; pakva-vijñānāt jīvanmuktaḥ bhavati – durch gereifte Einsicht im Leben befreit; śubha-aśubha-karmāṇi sarvāṇi sa-vāsanāni naśyanti – alle guten und schlechten Taten samt Prägungen vergehen; dṛḍhatara-śuddha-sāttvika-vāsanayā – durch festere reine sattvische Prägung; bhakti-atiśayaḥ – überaus starke Hingabe; nārāyaṇaḥ sarvamayaḥ sarva-avasthāsu vibhāti – Narayana erscheint als alles in allen Zuständen; sarvāṇi jaganti nārāyaṇa-mayāni – alle Welten aus Narayana bestehend; nārāyaṇa-vyatiriktam na kiñcit asti – nichts ist von Narayana verschieden; etat buddhvā – dies erkennend; viharati upāsakaḥ sarvatra – Verehrender bewegt sich überall; nirantara-samādhi-paramparābhiḥ – durch ununterbrochene Samadhi-Folgen; jagat-īśvara-ākārāḥ – Gestalten des Weltenherrn; sarvatra sarva-avasthāsu pravibhānti – erscheinen überall in allen Zuständen; asya mahāpuruṣasya – dieses großen Menschen; kvacit kvacit – hier und dort; īśvara-sākṣātkāraḥ bhavati – unmittelbare Schau Ishvaras geschieht.
Kapitel 5 – Die meditative Himmelsreise beginnt
asya dehatyāgecchā yadā bhavati tadā vaikuṇṭhapārṣadāḥ sarve
samāyānti | tato bhagavaddhyānapūrvakaṃ hṛdayakamale
vyavasthitamātmānaṃ saṃcitya samyagupacārairabhyarcya
haṃsamantramuccarantsarvāṇi dvārāṇi saṃyamya samyaṅmano
nirudhya cordhvagena vāyunā saha praṇavena praṇavānusandhānapūrvakaṃ
śanaiḥ śanairābrahmarandhrādvinirgatya so'hamiti mantreṇa
dvādaśāntasthitajñānātmānamekīkṛtya pañcopacārairabhyarcya
punaḥ so'hamiti mantreṇa ṣoḍaśāntasthitajñānātmānamekīkṛtya
samyagupacārairabhyarcya prākṛtapūrvadehaṃ parityajya
punaḥkalpitamantramayaśuddhabrahmatejomayaniratiśayānandamayamahāviṣṇūsārūpyavigrahaṃ parigṛhya sūryamaṇḍalāntargatānantadivyacaraṇāravindāṅguṣṭhanirgataniratiśayānandamayāparanadīpravāhamākṛṣya bhāvanayātra snātvā
vastrābharaṇādyupacārairātmapūjāṃ vidhāya sākṣānnārāyaṇo bhūtvā
„Wenn in ihm der Wunsch aufkommt, den Körper abzulegen, kommen alle Gefährten Vaikunthas zusammen. Er meditiert zuerst über den Erhabenen, vergegenwärtigt sich das im Herzlotus ruhende Selbst, verehrt es mit angemessenen Gaben, spricht das Hamsa-Mantra, hält alle Tore geschlossen und sammelt den Geist vollständig. Mit dem aufsteigenden Lebenswind und dem Pranava, in Betrachtung des Pranava, tritt er langsam durch die Brahmaöffnung aus. Mit dem Mantra ‚So ham‘ vereinigt er sich mit dem Erkenntnisselbst am Ende von zwölf [Fingerbreiten], verehrt es mit fünf Gaben, vereinigt sich erneut mit ‚So ham‘ mit dem Erkenntnisselbst am Ende von sechzehn [Fingerbreiten] und verehrt es angemessen. Er legt den früheren natürlichen Leib ab und nimmt eine neu vorgestellte Gestalt an, Mahavishnu gleich: aus Mantra, reinem Brahman-Licht und unübertrefflicher Glückseligkeit. Er zieht den Strom eines anderen Flusses unübertrefflicher Glückseligkeit heran, der aus dem großen Zeh der unendlichen göttlichen Lotusfüße im Sonnenkreis entspringt, badet in der Vorstellung darin und verehrt das Selbst mit Kleidern, Schmuck und anderen Gaben. So wird er unmittelbar Narayana.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: asya deha-tyāga-icchā – sein Wunsch, den Körper abzulegen; yadā bhavati tadā – wenn er entsteht, dann; vaikuṇṭha-pārṣadāḥ sarve samāyānti – alle Vaikuntha-Gefährten kommen; bhagavat-dhyāna-pūrvakam – nach Meditation über den Erhabenen; hṛdaya-kamale vyavasthitam ātmānam saṃcitya – das im Herzlotus ruhende Selbst vergegenwärtigend; samyak-upacāraiḥ abhyarcya – mit angemessenen Gaben verehrend; haṃsa-mantram uccaran – Hamsa-Mantra sprechend; sarvāṇi dvārāṇi saṃyamya – alle Tore schließend; samyak manaḥ nirudhya – Geist vollständig sammelnd; ūrdhvagena vāyunā saha – mit aufsteigendem Lebenswind; praṇavena – mit Pranava; praṇava-anusandhāna-pūrvakam – unter Betrachtung des Pranava; śanaiḥ śanaiḥ – langsam; ā-brahmarandhrāt vinirgatya – durch die Brahmaöffnung austretend; soham iti mantreṇa – mit dem Mantra So ham; dvādaśa-anta-sthita-jñāna-ātmānam ekīkṛtya – mit Erkenntnisselbst am Zwölf-Ende vereinigend; pañca-upacāraiḥ abhyarcya – mit fünf Gaben verehrend; punaḥ – wieder; ṣoḍaśa-anta-sthita – am Sechzehn-Ende befindlich; prākṛta-pūrva-deham parityajya – früheren natürlichen Leib ablegend; punaḥ-kalpita-mantramaya-śuddha-brahma-tejomaya-niratiśaya-ānandamaya-mahāviṣṇu-sārūpya-vigraham parigṛhya – neu vorgestellte Mahavishnu gleiche Gestalt aus Mantra, reinem Brahman-Licht und unübertrefflicher Glückseligkeit annehmend; sūrya-maṇḍala-antargata – im Sonnenkreis; ananta-divya-caraṇa-aravinda-aṅguṣṭha-nirgata – aus großem Zeh unendlicher göttlicher Lotusfüße entsprungen; niratiśaya-ānandamaya-apara-nadī-pravāham ākṛṣya – anderen Flussstrom unübertrefflicher Glückseligkeit heranziehend; bhāvanayā atra snātvā – in Vorstellung darin badend; vastra-ābharaṇa-ādi-upacāraiḥ – mit Kleidern, Schmuck und weiteren Gaben; ātma-pūjām vidhāya – Selbstverehrung vollziehend; sākṣāt nārāyaṇaḥ bhūtvā – unmittelbar Narayana werdend.
Anmerkung: Die Reise ist eine rituell-meditative Jenseitsdarstellung. Dvādaśānta und ṣoḍaśānta bezeichnen subtile Bezugspunkte; „Fingerbreiten“ erläutert die übliche Bedeutung, steht hier aber nicht ausdrücklich im Satz. Die auffällige Lesung apara-nadī, „anderer Fluss“, bleibt erhalten.
Kapitel 5 – Durch die himmlischen Bereiche
tato
gurunamaskārapūrvakaṃ praṇavagaruḍaṃ dhyātvā dhyānenāvirbhūtamahāpraṇavagaruḍaṃ pañcopacārairārādhya gurvanujñayā
pradakṣiṇanamaskārapūrvakaṃ praṇavagaruḍamāruhya mahāviṣṇoḥ
samastāsādhāraṇacihnacihnito mahāviṣṇoḥ
samastāsādhāraṇadivyabhūṣaṇairbhūṣitaḥ sudarśanapuruṣaṃ
puraskṛtya viṣvaksenaparipālito vaikuṇṭhapārṣadaiḥ pariveṣṭito
nabhomārgamāviśya pārśvadvayasthitānekapuṇyalokānatikramya
tatratyaiḥ puṇyapuruṣairabhipūjitaḥ satyalokamāviśya
brahmāṇamabhyarcya brahmaṇā ca satyalokavāsibhiḥ
sarvairabhipūjitaḥ śaivamīśānakaivalyamāsādya śivaṃ dhyātvā
śivamabhyarcya śivagaṇaiḥ sarvaiḥ śivena cābhipūjito
maharṣimaṇḍalānyatikramya sūryasomamaṇḍale bhittvā
kīlakanārāyaṇaṃ dhyātvā dhruvamaṇḍalasya darśanaṃ kṛtvā
bhagavantaṃ dhruvamabhipūjya tataḥ śiṃśumāracakraṃ
vibhidya śiṃśumāraprajāpatimabhyarcya
cakramadhyagataṃ sarvādhāraṃ sanātanaṃ
mahāviṣṇumārādhya tena pūjitastata
uparyupari gatvā paramānandaṃ prāpya prakāśate |
„Dann verneigt er sich vor dem Lehrer und meditiert über Pranava-Garuda. Den durch Meditation erscheinenden großen Pranava-Garuda verehrt er mit fünf Gaben. Mit Erlaubnis des Lehrers, nach Umschreitung und Verneigung, besteigt er Pranava-Garuda. Er trägt sämtliche besonderen Kennzeichen Mahavishnus und dessen besonderen göttlichen Schmuck. Mit dem Sudarshana-Purusha vor sich, von Vishvaksena geschützt und von Vaikunthas Gefährten umgeben, tritt er in den Himmelsweg ein. Er überschreitet die zahlreichen heiligen Welten zu beiden Seiten und wird von deren heiligen Menschen verehrt. In Satyaloka verehrt er Brahma und wird von Brahma und allen Bewohnern Satyalokas verehrt. Er erreicht Shivas Ishana-Kaivalya, meditiert über Shiva, verehrt ihn und wird von Shiva und seinen Scharen verehrt. Er überschreitet die Bereiche der großen Rishis, durchdringt Sonnen- und Mondkreis, meditiert über Kilaka-Narayana, schaut den Dhruva-Kreis und verehrt den erhabenen Dhruva. Er durchdringt den Shimshumara-Kreis, verehrt den Prajapati Shimshumara und verehrt den ewigen, alles tragenden Mahavishnu in der Kreismitte. Von ihm geehrt, steigt er immer höher, erlangt höchste Glückseligkeit und leuchtet.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tataḥ guru-namaskāra-pūrvakam – dann nach Verneigung vor dem Lehrer; praṇava-garuḍam dhyātvā – Pranava-Garuda meditierend; dhyānena āvirbhūta-mahā-praṇava-garuḍam – durch Meditation erschienenen großen Pranava-Garuda; pañca-upacāraiḥ ārādhya – mit fünf Gaben verehrend; guru-anujñayā – mit Lehrer-Erlaubnis; pradakṣiṇa-namaskāra-pūrvakam – nach Umschreitung und Verneigung; āruhya – besteigend; mahāviṣṇoḥ samasta-asādhāraṇa-cihna-cihnitaḥ – mit allen besonderen Kennzeichen Mahavishnus versehen; samasta-asādhāraṇa-divya-bhūṣaṇaiḥ bhūṣitaḥ – mit dessen besonderem göttlichen Schmuck geschmückt; sudarśana-puruṣam puraskṛtya – Sudarshana-Purusha vor sich; viṣvaksena-paripālitaḥ – von Vishvaksena geschützt; vaikuṇṭha-pārṣadaiḥ pariveṣṭitaḥ – von Vaikuntha-Gefährten umgeben; nabhas-mārgam āviśya – in Himmelsweg eintretend; pārśva-dvaya-sthita-aneka-puṇya-lokān atikramya – zahlreiche heilige Welten zu beiden Seiten überschreitend; tatratyaiḥ puṇya-puruṣaiḥ abhipūjitaḥ – von dortigen heiligen Menschen verehrt; satya-lokam āviśya – in Satyaloka eintretend; brahmāṇam abhyarcya – Brahma verehrend; brahmaṇā ca satyaloka-vāsibhiḥ sarvaiḥ abhipūjitaḥ – von Brahma und allen Satyaloka-Bewohnern verehrt; śaivam īśāna-kaivalyam āsādya – Shivas Ishana-Kaivalya erreichend; śivam dhyātvā śivam abhyarcya – Shiva meditierend und verehrend; śiva-gaṇaiḥ sarvaiḥ śivena ca abhipūjitaḥ – von Shiva und all seinen Scharen verehrt; maharṣi-maṇḍalāni atikramya – Rishi-Bereiche überschreitend; sūrya-soma-maṇḍale bhittvā – Sonnen- und Mondkreis durchdringend; kīlaka-nārāyaṇam dhyātvā – Kilaka-Narayana meditierend; dhruva-maṇḍalasya darśanam kṛtvā – Dhruva-Kreis schauend; bhagavantam dhruvam abhipūjya – erhabenen Dhruva verehrend; śiṃśumāra-cakram vibhidya – Shimshumara-Kreis durchdringend; śiṃśumāra-prajāpatim abhyarcya – Prajapati Shimshumara verehrend; cakra-madhya-gatam sarva-ādhāram sanātanam mahāviṣṇum ārādhya – ewigen alles tragenden Mahavishnu in der Kreismitte verehrend; tena pūjitaḥ – von ihm geehrt; upari upari gatvā – immer höher steigend; parama-ānandam prāpya – höchste Glückseligkeit erlangend; prakāśate – leuchtet.
Kapitel 5 – Der Fluss Viraja
tato vaikuṇṭhavāsinaḥ sarve samāyānti
tāntsarvānsusampūjya taiḥ sarvairabhipūjitaścoparyupari gatvā virajānadīṃ prāpya
tatra snātvā bhagavaddhyānapūrvakaṃ punarnimajjya
tatrāpañcīkṛtabhūtotthaṃ sūkṣmāṅgabhogasādhanaṃ sūkṣmaśarīramutsṛjya kevalamantramayadivyatejomayaniratiśayānandamayamahāviṣṇusārūpyavigrahaṃ
parigṛhya tata unmajyātmapūjāṃ vidhāya
pradakṣiṇanamaskārapūrvakaṃ brahmamayavaikuṇṭhamāviśya
tatratyānviśeṣeṇa sampūjya
„Dann kommen alle Bewohner Vaikunthas. Er verehrt sie alle und wird von allen verehrt. Er steigt höher, erreicht den Fluss Viraja und badet darin. Nachdem er über den Erhabenen meditiert hat, taucht er wieder ein und legt dort den feinen Körper ab, das aus den noch nicht verfünffachten Elementen entstandene feine Organ zum Erleben. Er nimmt allein eine göttliche Lichtgestalt aus Mantra und unübertrefflicher Glückseligkeit an, Mahavishnu gleich. Er taucht auf, vollzieht Selbstverehrung, Umschreitung und Verneigung, betritt das aus Brahman bestehende Vaikuntha und verehrt dessen Bewohner besonders.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tataḥ vaikuṇṭha-vāsinaḥ sarve samāyānti – alle Bewohner Vaikunthas kommen; tān sarvān susampūjya – sie alle verehrend; taiḥ sarvaiḥ abhipūjitaḥ – von allen verehrt; upari upari gatvā – höher steigend; virajā-nadīm prāpya – Viraja-Fluss erreichend; tatra snātvā – darin badend; bhagavat-dhyāna-pūrvakam – nach Meditation über den Erhabenen; punaḥ nimajjya – erneut eintauchend; a-pañcīkṛta-bhūta-uttham – aus noch nicht verfünffachten Elementen entstanden; sūkṣma-aṅga-bhoga-sādhanam – feines Organ als Erlebensmittel; sūkṣma-śarīram utsṛjya – feinen Körper ablegend; kevala-mantramaya-divya-tejomaya-niratiśaya-ānandamaya-mahāviṣṇu-sārūpya-vigraham parigṛhya – allein Mahavishnu gleiche Gestalt aus Mantra, göttlichem Licht und unübertrefflicher Glückseligkeit annehmend; tataḥ unmajjya – dann auftauchend; ātma-pūjām vidhāya – Selbstverehrung vollziehend; pradakṣiṇa-namaskāra-pūrvakam – nach Umschreitung und Verneigung; brahmamaya-vaikuṇṭham āviśya – Brahman-Vaikuntha betretend; tatratyān viśeṣeṇa sampūjya – dortige Bewohner besonders verehrend.
Kapitel 5 – Der Berg der Brahman-Wonne
tanmadhye ca
brahmānandamayānantaprākāraprāsādatoraṇavimānopavanāvalibhirjvalacchikharairupalakṣito
nirupamanityaniravadyaniratiśayaniravadhikabrahmānandācalo virājate | tadupari jvalati
niratiśayānandadivyatejorāśiḥ | tadabhyantarasaṃsthāne
śuddhabodhānandalakṣaṇaṃ vibhāti | tadantarāle cinmayavedikā
ānandavedikānandavanavibhūṣitā | tadabhyantare
amitatejorāśistaduparijvalati | paramamaṅgalāsanaṃ
virājate |
„In dessen Mitte glänzt ein unvergleichlicher, ewiger, makelloser, unübertrefflicher, unbegrenzter Berg der Brahman-Wonne. Ihn kennzeichnen unendliche Reihen von Mauern, Palästen, Torbögen, himmlischen Gebäuden und Hainen aus Brahman-Wonne, mit leuchtenden Spitzen. Darüber strahlt eine göttliche Lichtfülle unübertrefflicher Glückseligkeit. In ihrem Inneren leuchtet reine Erkenntnis und Glückseligkeit. Darin befindet sich ein Altar aus Bewusstsein, geschmückt mit einem Altar und einem Hain der Glückseligkeit. Darin ist eine unermessliche Lichtfülle, die darüber leuchtet; ein höchst heilvoller Sitz glänzt.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-madhye ca – in dessen Mitte; brahma-ānandamaya – aus Brahman-Wonne; ananta-prākāra-prāsāda-toraṇa-vimāna-upavana-āvalibhiḥ – durch unendliche Reihen von Mauern, Palästen, Torbögen, himmlischen Gebäuden und Hainen; jvalat-śikharaiḥ – mit leuchtenden Spitzen; upalakṣitaḥ – gekennzeichnet; nirupama – unvergleichlich; nitya – ewig; niravadya – makellos; niratiśaya – unübertrefflich; niravadhika – unbegrenzt; brahma-ānanda-acalaḥ – Berg der Brahman-Wonne; virājate – glänzt; tat-upari jvalati – darüber strahlt; niratiśaya-ānanda-divya-tejas-rāśiḥ – göttliche Lichtfülle unübertrefflicher Glückseligkeit; tat-abhyantara-saṃsthāne – in dessen Innerem; śuddha-bodha-ānanda-lakṣaṇam – reine Erkenntnis und Glückseligkeit; vibhāti – leuchtet; tat-antarāle – darin; cinmaya-vedikā – Bewusstseinsaltar; ānanda-vedikā-ānanda-vana-vibhūṣitā – mit Altar und Hain der Glückseligkeit geschmückt; tat-abhyantare – darinnen; amita-tejas-rāśiḥ – unermessliche Lichtfülle; tat-upari jvalati – leuchtet darüber; parama-maṅgala-āsanam – höchst heilvoller Sitz; virājate – glänzt.
Kapitel 5 – Adinarayana auf Sheshas Windungen
tatpadmakarṇikāyāṃ śuddhaśeṣabhogāsanaṃ
virājate | tasyopari samāsīnamānandaparipālakamādinārāyaṇaṃ
dhyātvā tamīśvaraṃ vividhopacārairārādhya
pradakṣiṇanamaskārānvidhāya tadanujñātaścoparyupari gatvā
pañcavaikuṇṭhānatītyāṇḍavirāṭkaivalyaṃ prāpya taṃ
samārādhopāsakaḥ paramānandaṃ prāpetyupaniṣat ||
„In der Mitte dieses Lotus glänzt ein reiner Sitz aus Sheshas Windungen. Er meditiert über den darauf sitzenden Adinarayana, den Bewahrer der Glückseligkeit, verehrt diesen Herrn mit verschiedenen Gaben, vollzieht Umschreitungen und Verneigungen und steigt mit dessen Erlaubnis weiter empor. Er überschreitet fünf Vaikunthas, erreicht das Alleinsein des kosmischen Virat des Welteis und verehrt ihn. Der Verehrende erlangt höchste Glückseligkeit: so die Upanishad.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-padma-karṇikāyām – in der Mitte dieses Lotus; śuddha-śeṣa-bhoga-āsanam – reiner Sitz aus Sheshas Windungen; virājate – glänzt; tasya upari samāsīnam – darauf sitzend; ānanda-paripālakam ādi-nārāyaṇam – Adinarayana als Bewahrer der Glückseligkeit; dhyātvā – meditierend; tam īśvaram vividha-upacāraiḥ ārādhya – diesen Herrn mit verschiedenen Gaben verehrend; pradakṣiṇa-namaskārān vidhāya – Umschreitungen und Verneigungen vollziehend; tat-anujñātaḥ – mit seiner Erlaubnis; upari upari gatvā – weiter emporsteigend; pañca-vaikuṇṭhān atītya – fünf Vaikunthas überschreitend; aṇḍa-virāṭ-kaivalyam prāpya – Alleinsein des kosmischen Virat des Welteis erreichend; tam samārādhya – ihn verehrend; upāsakaḥ – Verehrender; parama-ānandam prāpa – erlangte höchste Glückseligkeit; iti upaniṣat – so die Upanishad.
Anmerkung: Die Schlussform samārādhopāsakaḥ ist verkürzt bzw. beschädigt; übersetzt wird der Zusammenhang samārādhya upāsakaḥ. Der IAST-Wortlaut der Quelle bleibt an dieser Stelle erhalten.
Schluss des 5. Kapitels
ityātharvaṇamahānārāyaṇopaniṣadi saṃsārataraṇopāyakathanadvārā
paramamokṣamārgasvarūpanirūpaṇaṃ nāma pañcamo'dhyāyaḥ || 5 ||
Damit endet in der Atharvana-Mahanarayana-Upanishad das 5. Kapitel mit dem Titel „Darstellung des höchsten Befreiungswegs durch Erklärung des Mittels zum Überschreiten des Samsara“.
Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – damit; ātharvaṇa-mahānārāyaṇa-upaniṣadi – in der Atharvana-Mahanarayana-Upanishad; nāma – mit Namen; adhyāyaḥ – Kapitel; pañcamaḥ – fünftes; saṃsāra-taraṇa-upāya-kathana-dvārā – durch Erklärung des Mittels zum Überschreiten des Samsara; parama-mokṣa-mārga-svarūpa-nirūpaṇam – Darstellung des Wesens des höchsten Befreiungswegs.
Kapitel 6 Tripadvibhuti Mahanarayana Upanishad
Kapitel 6 – Jenseits des Welteis
yata upāsakaḥ paramānandaṃ prāpa sāvaraṇaṃ
brahmāṇḍaṃ ca bhittvā paritaḥ samavalokya
brahmāṇḍasvarūpaṃ nirīkṣya paramārthatastatsvarūpaṃ
brahmajñānenāvabudhya samastavedaśāstretihāsapurāṇāni
samastavidyājālāni brahmādayaḥ surāḥ sarve samastāḥ
paramarṣayaścāṇḍābhyantaraprapañcaikadeśameva
varṇayanti | aṇḍasvarūpaṃ na jānanti | brahmāṇḍādbahiḥ
prapañcajñānaṃ na jānatyeva | kuto'ṇḍāntarāntararbahiḥ
prapañcajñānaṃ dūrato mokṣaprapañcajñānamavidyā
ceti
Von dort, wo der Verehrende höchste Glückseligkeit erlangt hat, durchdringt er das Weltei samt seinen Hüllen, blickt ringsum, schaut dessen Wesen und erkennt durch Brahman-Erkenntnis, wie es in Wahrheit beschaffen ist. Alle Veden, Shastras, Epen und Puranas, sämtliche Wissensgebiete, alle Götter von Brahma an und alle höchsten Rishis beschreiben nur einen Teil der Erscheinungswelt innerhalb des Welteis. Sie kennen dessen Wesen nicht und kennen erst recht nicht die Erscheinungswelt außerhalb. Wie sollten sie das Innere und Äußere anderer Welteier kennen? Noch ferner liegt ihnen die Kenntnis der Befreiungswelt und der Unwissenheit.
Wort-für-Wort-Erläuterung: yataḥ – von wo; upāsakaḥ parama-ānandam prāpa – Verehrender höchste Glückseligkeit erlangte; sa-āvaraṇam brahmāṇḍam bhittvā – Weltei samt Hüllen durchdringend; paritaḥ samavalokya – ringsum blickend; brahmāṇḍa-svarūpam nirīkṣya – Wesen des Welteis schauend; paramārthataḥ tat-svarūpam brahma-jñānena avabudhya – sein wahres Wesen durch Brahman-Erkenntnis erfassend; samasta-veda-śāstra-itihāsa-purāṇāni – alle Veden, Shastras, Epen und Puranas; samasta-vidyā-jālāni – sämtliche Wissensgebiete; brahma-ādayaḥ surāḥ sarve – alle Götter von Brahma an; samastāḥ parama-ṛṣayaḥ ca – alle höchsten Rishis; aṇḍa-abhyantara-prapañca-eka-deśam eva varṇayanti – beschreiben nur einen Teil der Erscheinungswelt im Weltei; aṇḍa-svarūpam na jānanti – kennen das Wesen des Welteis nicht; brahmāṇḍāt bahiḥ prapañca-jñānam na jānanti eva – kennen erst recht nicht die Erscheinungswelt außerhalb; kutaḥ – woher dann; aṇḍa-antara-antar-bahiḥ – innen und außen anderer Welteier, beschädigte Quellform; dūrataḥ – noch ferner; mokṣa-prapañca-jñānam – Kenntnis der Befreiungswelt; avidyā ca – und Unwissenheit.
Anmerkung: Die syntaktisch beschädigte Folge aṇḍāntarāntararbahiḥ ... avidyā ceti wird dem erkennbaren Vergleich entsprechend übersetzt. Eine sichere grammatische Rekonstruktion ist damit nicht behauptet.
Kapitel 6 – Beschreibung des kosmischen Eis
kathaṃ brahmāṇḍasvarūpamiti | kukkuṭāṇḍākāraṃ
mahadādisamaṣṭyākāraṇamaṇḍaṃ tapanīyamayaṃ
taptajāmbūnadaprabhamudyatkoṭidivākarābhaṃ
caturvidhasṛṣṭyupalakṣitaṃ mahābhūtaiḥ
pañcabhirāvṛtaṃ mahadahaṅkṛtitamobhiśca
mūlaprakṛtyā pariveṣṭitam | aṇḍabhītiviśālaṃ
sapādakoṭiyojanapramāṇam | ekaikāvaraṇaṃ tathaiva |
aṇḍapramāṇaṃ parito'yutadvayakoṭiyojanapramāṇaṃ
mahāmaṇḍūkādyanantaśaktibhiradhiṣṭhitaṃ
nārāyaṇakrīḍākantukaṃ paramāṇuvadviṣṇulokasusaṃlagnamadṛṣṭaśrutavividhavicitrānantaviśeṣairupalakṣitam |
Wie ist das Weltei beschaffen? Es hat die Form eines Hühnereis; Mahat und die weiteren Prinzipien bilden seinen Gesamtzusammenhang [die Wortverbindung ist beschädigt]. Es ist golden, glänzt wie erhitztes Jambunada-Gold und wie Millionen aufgehender Sonnen. Es umfasst vier Arten von Schöpfung, ist von den fünf großen Elementen, von Mahat, Ichbildung und Dunkelheit umhüllt und von der Wurzel-Prakriti umgeben. Die Wand des Eis ist eineinviertel Crore Yojanas breit; ebenso jede Hülle. Das Maß rings um das Ei beträgt zwanzigtausend Crore Yojanas. Es wird von unendlichen Kräften wie dem großen Frosch getragen, ist Narayanas Spielball und haftet wie ein Atom an der Vishnu-Welt. Unzählige verschiedenartige, nie gesehene und nie gehörte Besonderheiten kennzeichnen es.
Wort-für-Wort-Erläuterung: katham brahmāṇḍa-svarūpam – wie das Wesen des Welteis; kukkuṭa-aṇḍa-ākāram – Form eines Hühnereis; mahat-ādi-samaṣṭi – Mahat und Weitere als Gesamtheit; ākāraṇam – unklare Quellform; aṇḍam – Ei; tapanīyamayam – golden; tapta-jāmbūnada-prabham – wie erhitztes Jambunada-Gold glänzend; udyat-koṭi-divākara-ābham – wie Millionen aufgehender Sonnen; caturvidha-sṛṣṭi-upalakṣitam – von vier Arten der Schöpfung gekennzeichnet; mahābhūtaiḥ pañcabhiḥ āvṛtam – von fünf großen Elementen umhüllt; mahat-ahaṅkṛti-tamobhiḥ ca – auch von Mahat, Ichbildung und Dunkelheit; mūla-prakṛtyā pariveṣṭitam – von Wurzel-Prakriti umgeben; aṇḍa-bhitti-viśālam – Breite der Eiwand, Quelle bhīti; sa-pāda-koṭi-yojana-pramāṇam – Maß von eineinviertel Crore Yojanas; eka-eka-āvaraṇam tathā eva – jede Hülle ebenso; aṇḍa-pramāṇam paritaḥ – Maß rings um das Ei; ayuta-dvaya-koṭi-yojana-pramāṇam – zwanzigtausend Crore Yojanas; mahā-maṇḍūka-ādi-ananta-śaktibhiḥ adhiṣṭhitam – von unendlichen Kräften wie dem großen Frosch getragen; nārāyaṇa-krīḍā-kandukaṃ – Narayanas Spielball; paramāṇuvat viṣṇu-loka-susaṃlagnam – wie Atom an Vishnu-Welt haftend; adṛṣṭa-aśruta-vividha-vicitra-ananta-viśeṣaiḥ upalakṣitam – von unendlichen verschiedenartigen ungesehenen und ungehörten Besonderheiten gekennzeichnet.
Anmerkung: Die Zahlen und Bilder gehören zur Kosmographie dieses Textes. Koṭi bezeichnet zehn Millionen; Yojana ist ein altes Längenmaß, dessen Länge nicht einheitlich ist. bhīti wird dem Zusammenhang nach als bhitti, „Wand“, verstanden; kantuka wird als kanduka, „Ball“, gelesen. Der Sanskritwortlaut bleibt hier quellengetreu.
Kapitel 6 – Unzählige Welteier
asya brahmāṇḍasya samantataḥ sthitānyetādṛśānyanantakoṭibrahmāṇḍāni sāvaraṇāni jvalanti |
caturmukhapañcamukhaṣaṇmukhasaptamukhaaṣṭamukhādisaṃkhyākrameṇa sahasrāvadhimukhāntairnārāyaṇāṃśai rajoguṇapradhānairekaikasṛṣṭikartṛbhiradhiṣṭhitāni viṣṇumaheśvarākhyairnārāyaṇāṃśaiḥ
sattvatamoguṇapradhānairekaikasthitisaṃhārakartṛbhiradhiṣṭhitāni
mahājalaughamatsyabudbudānantasaṅghavadbhramanti |
krīḍāsaktajālakakaratalāmalakavṛndavanmahāviṣṇoḥ
karatale vilasantyanantakoṭibrahmāṇḍāni | jalayantrasthaghaṭamālikājālavanmahāviṣṇorekaikaromakūpāntareṣvanantakoṭibrahmāṇḍāni
sāvaraṇāni bhramanti |
Rings um dieses Weltei leuchten unzählige Millionen ebensolcher Welteier samt Hüllen. Sie werden von Anteilen Narayanas beherrscht, in denen Rajas vorherrscht: Schöpfer je einer Welt, mit vier, fünf, sechs, sieben, acht und in entsprechender Folge bis zu tausend Gesichtern. Weitere Narayana-Anteile heißen Vishnu und Maheshvara; bei ihnen herrschen Sattva und Tamas vor, und sie erhalten beziehungsweise lösen je eine Welt auf. Die Eier bewegen sich wie unzählige Schwärme von Fischen und Blasen in einer großen Wasserflut. Wie Amala-Früchte auf der Hand eines spielenden Kindes entfalten sich Millionen Welteier in Mahavishnus Hand. Wie Reihen von Töpfen an einem Wasserrad kreisen unzählige Millionen Welteier samt Hüllen in jeder seiner Haarporen.
Wort-für-Wort-Erläuterung: asya brahmāṇḍasya samantataḥ – rings um dieses Weltei; sthitāni etādṛśāni ananta-koṭi-brahmāṇḍāni – unzählige Millionen ebensolcher Welteier; sa-āvaraṇāni jvalanti – leuchten samt Hüllen; caturmukha-pañcamukha-ṣaṇmukha-saptamukha-aṣṭamukha-ādi – vier-, fünf-, sechs-, sieben-, achtgesichtig und so weiter; saṃkhyā-krameṇa – in Zahlenfolge; sahasra-avadhi-mukha-antair – bis zu tausend Gesichtern; nārāyaṇa-aṃśaiḥ – von Anteilen Narayanas; rajo-guṇa-pradhānaiḥ – mit vorherrschendem Rajas; eka-eka-sṛṣṭi-kartṛbhiḥ adhiṣṭhitāni – von Schöpfern je einer Welt beherrscht; viṣṇu-maheśvara-ākhyaiḥ – Vishnu und Maheshvara genannt; sattva-tamo-guṇa-pradhānaiḥ – mit vorherrschendem Sattva und Tamas; eka-eka-sthiti-saṃhāra-kartṛbhiḥ – Erhalter und Auflöser je einer Welt; mahā-jala-ogha-matsya-budbuda-ananta-saṅghavat – beschaffen wie unzählige Fisch- und Blasenschwärme in großer Wasserflut; bhramanti – kreisen; krīḍā-sakta-bālaka-karatala-āmalaka-vṛndavat – wie Amala-Fruchtgruppe auf der Hand eines spielenden Kindes; mahāviṣṇoḥ karatale vilasanti – entfalten sich in Mahavishnus Hand; jala-yantra-stha-ghaṭa-mālikā-jālavat – wie Topfreihen an einem Wasserrad; eka-eka-roma-kūpa-antareṣu – im Inneren jeder Haarpore.
Anmerkung: Die Vorlage hat jālaka statt des im Vergleich naheliegenden bālaka, „Kind“. Diese Deutung ist eine Konjektur; sie wird nicht als gesicherte Lesung ausgegeben.
Kapitel 6 – Avidya-Lakshmi
samastabrahmāṇḍāntarbahiḥ prapañcarahasyaṃ
brahmajñānenāvabudhya vividhavicitrānantaparamavibhūtisamaṣṭiviśeṣantsamavalokyātyāścaryāmṛtasāgare nimajjya
niratiśayānandapārāvāro bhūtvā samastabrahmāṇḍajālāni
samullaṅghyāmitāparicchinnānantatamaḥ sāgaramṛttīrya
mūlāvidyāpuraṃ dṛṣṭvā vividhavicitrānantamahāmāyāviśeṣaiḥ pariveṣṭitāmanantamahāmāyāśaktisamaṣṭyākārāmanantadivyatejojvālājālairalaṅkṛtāmanantamahāmāyāvilasānāṃ
paramādhiṣṭhānaviśeṣākārāṃ śaśvadamitānandācalopari
vihāriṇīṃ mūlaprakṛtijananīmavidyālakṣmīmevaṃ dhyātvā
vividhopacārairārādhya samastabrahmāṇḍasamaṣṭijananīṃ
vaiṣṇavīṃ mahāmāyāṃ namaskṛtya tayā cānujñātaścoparyupari
gatvā mahāvirāṭpadaṃ prāpa ||
Durch Brahman-Erkenntnis erfasst er das Geheimnis der Erscheinungswelt innerhalb und außerhalb aller Welteier. Er schaut die besonderen Gesamtheiten mannigfaltiger unendlicher höchster Herrlichkeit, taucht in einen überaus wunderbaren Nektarozean ein und wird selbst zum Meer unübertrefflicher Glückseligkeit. Er überschreitet sämtliche Welteinetze und den unermesslichen, unbegrenzten, unendlichen Ozean der Dunkelheit. Er erblickt die Stadt der Wurzelunwissenheit und meditiert so über Avidya-Lakshmi, die Mutter der Wurzel-Prakriti: umgeben von vielfältigen unendlichen Erscheinungen großer Maya, Gesamtgestalt ihrer unendlichen Kräfte, geschmückt mit Netzen unendlicher göttlicher Lichtflammen, besondere Grundlage unendlicher Maya-Spiele, stets auf dem Berg unermesslicher Glückseligkeit weilend. Er verehrt sie mit verschiedenen Gaben und verneigt sich vor der großen Vaishnavi-Maya, der Mutter der Gesamtheit aller Welteier. Mit ihrer Erlaubnis steigt er höher und erreicht den Ort Mahavirats.
Wort-für-Wort-Erläuterung: samasta-brahmāṇḍa-antar-bahiḥ-prapañca-rahasyam – Geheimnis der Erscheinungswelt in und außerhalb aller Welteier; brahma-jñānena avabudhya – durch Brahman-Erkenntnis erfassend; vividha-vicitra-ananta-parama-vibhūti-samaṣṭi-viśeṣān samavalokya – besondere Gesamtheiten vielfältiger unendlicher höchster Herrlichkeit schauend; ati-āścarya-amṛta-sāgare nimajjya – in wunderbaren Nektarozean eintauchend; niratiśaya-ānanda-pārāvāraḥ bhūtvā – Meer unübertrefflicher Glückseligkeit werdend; samasta-brahmāṇḍa-jālāni samullaṅghya – alle Welteinetze überschreitend; amita-aparicchinna-ananta-tamas-sāgaram uttīrya – unermesslichen unbegrenzten unendlichen Dunkelheitsozean überschreitend; mūla-avidyā-puram dṛṣṭvā – Stadt der Wurzelunwissenheit sehend; vividha-vicitra-ananta-mahāmāyā-viśeṣaiḥ pariveṣṭitām – von vielfältigen unendlichen Maya-Erscheinungen umgeben; ananta-mahāmāyā-śakti-samaṣṭi-ākārām – Gesamtgestalt unendlicher Maya-Kräfte; ananta-divya-tejas-jvālā-jālaiḥ alaṅkṛtām – mit Netzen unendlicher göttlicher Lichtflammen geschmückt; ananta-mahāmāyā-vilāsānām parama-adhiṣṭhāna-viśeṣa-ākārām – besondere höchste Grundlage unendlicher Maya-Spiele; śaśvat-amita-ānanda-acala-upari-vihāriṇīm – stets auf unermesslichem Glückseligkeitsberg weilend; mūla-prakṛti-jananīm avidyā-lakṣmīm – Avidya-Lakshmi, Mutter der Wurzel-Prakriti; evam dhyātvā – so meditierend; vividha-upacāraiḥ ārādhya – mit verschiedenen Gaben verehrend; samasta-brahmāṇḍa-samaṣṭi-jananīm – Mutter der Gesamtheit aller Welteier; vaiṣṇavīm mahāmāyām namaskṛtya – vor der großen Vaishnavi-Maya verneigend; tayā anujñātaḥ – mit ihrer Erlaubnis; upari upari gatvā – höher steigend; mahāvirāṭ-padam prāpa – erreichte Mahavirats Ort.
Kapitel 6 – Die Gestalt Mahavirats
mahāvirāṭsvarūpaṃ kathamiti | samastāvidyāpādako
virāṭ | viśvataścakṣuruta viśvatomukho viśvatohasta
uta viśvataspāt | sambāhubhyāṃ namati sampatatrairdyāvāpṛthivī
janayandeva ekaḥ | na sandṛśe tiṣṭhati
rūpamasya na cakṣuṣā paśyati kaścanainam |
hṛdā manīṣā manasābhiklṛpto ya enaṃ viduramṛtāste
bhavanti |
Wie ist Mahavirat beschaffen? Virat umfasst das ganze Unwissenheitsviertel. Der eine Gott, überall Augen, überall Gesichter, überall Hände und überall Füße besitzend, fügt mit Armen und Flügeln zusammen und erzeugt Himmel und Erde. Seine Gestalt steht nicht vor dem Auge; niemand sieht ihn mit dem Auge. Mit Herz, Einsicht und Geist erfasst: Wer ihn kennt, wird unsterblich.
Wort-für-Wort-Erläuterung: mahāvirāṭ-svarūpam katham – wie Mahavirats Wesen; samasta-avidyā-pādakaḥ virāṭ – Virat umfasst das ganze Unwissenheitsviertel; viśvataḥ-cakṣuḥ – überall Augen habend; uta – und; viśvataḥ-mukhaḥ – überall Gesichter habend; viśvataḥ-hastaḥ – überall Hände habend; viśvataḥ-pāt – überall Füße habend; sam bāhubhyām namati – fügt mit Armen zusammen, wörtlich beugt zusammen; sam patatraiḥ – auch mit Flügeln; dyāvā-pṛthivī janayan – Himmel und Erde erzeugend; devaḥ ekaḥ – ein Gott; na sandṛśe tiṣṭhati rūpam asya – seine Gestalt steht nicht im Sehbereich; na cakṣuṣā paśyati kaścana enam – niemand sieht ihn mit dem Auge; hṛdā manīṣā manasā abhiklṛptaḥ – mit Herz, Einsicht und Geist erfasst; ye enam viduḥ – die ihn kennen; amṛtāḥ te bhavanti – sie werden unsterblich.
Kapitel 6 – Erstaunen über das kosmische Spiel
manovācāmagocaramādivirāṭsvarūpaṃ
dhyātvā vividhopacārairārādhya tadanujñātaścoparyupari
gatvā vividhavicitrānantamūlāvidyāvilāsānavalokyopāsakaḥ
paramakautukaṃ prāpa |
Er meditiert über die ursprüngliche Virat-Gestalt jenseits von Geist und Sprache und verehrt sie mit verschiedenen Gaben. Mit ihrer Erlaubnis steigt er höher und schaut die vielfältigen, wunderbaren, unendlichen Spiele der Wurzelunwissenheit. Der Verehrende gelangt zu höchstem Erstaunen.
Wort-für-Wort-Erläuterung: manas-vācām agocaram – jenseits von Geist und Sprache; ādi-virāṭ-svarūpam dhyātvā – ursprüngliche Virat-Gestalt meditierend; vividha-upacāraiḥ ārādhya – mit verschiedenen Gaben verehrend; tat-anujñātaḥ – mit deren Erlaubnis; upari upari gatvā – höher steigend; vividha-vicitra-ananta-mūla-avidyā-vilāsān avalokya – vielfältige wunderbare unendliche Spiele der Wurzelunwissenheit schauend; upāsakaḥ – Verehrender; parama-kautukam prāpa – erlangte höchstes Erstaunen.
Kapitel 6 – Yogamaya als verhüllende Kraft
akhaṇḍaparipūrṇaparamānandalakṣaṇaparabrahmaṇaḥ samastasvarūpavirodhakāriṇyaparicchinnatiraskariṇyākārā vaiṣṇavī mahāyogamāyā mūrtimadbhiranantamahāmāyājālaviśeṣaiḥ pariṣevitā tasyāḥ puramatikautukamatyāścaryasāgarānandalakṣaṇamamṛtaṃ bhavati |
avidyāsāgarapratibimbitanityavaikuṇṭhaprativaikuṇṭhamiva vibhāti |
upāsakastatpuraṃ prāpya yogalakṣmīmaṃgamāyāṃ dhyātvā
vividhopacārairārādhya tayā sampūjitaścānujñātaścoparyupari gatvānantamāyāvilāsānavalokyopāsakaḥ paramakautukaṃ prāpa ||
Die große Vaishnavi-Yogamaya ist wie ein unbegrenzter Vorhang, der dem gesamten Wesen des höchsten Brahman entgegenwirkt, dessen Kennzeichen ungeteilte, vollkommene höchste Glückseligkeit sind. Verkörperte unendliche Maya-Netze dienen ihr. Ihre Stadt ist unsterblich, höchst erstaunlich, ein Ozean wunderbarer Glückseligkeit. Sie erscheint wie ein Gegen-Vaikuntha, wie das im Unwissenheitsozean gespiegelte ewige Vaikuntha. Der Verehrende erreicht diese Stadt, meditiert über Yogalakshmi [die anschließende Bezeichnung der Maya ist beschädigt] und verehrt sie mit verschiedenen Gaben. Von ihr verehrt und mit ihrer Erlaubnis steigt er höher, schaut die unendlichen Spiele der Maya und gelangt zu höchstem Erstaunen.
Wort-für-Wort-Erläuterung: akhaṇḍa-paripūrṇa-parama-ānanda-lakṣaṇa-para-brahmaṇaḥ – des höchsten Brahman ungeteilter vollkommener höchster Glückseligkeit; samasta-svarūpa-virodha-kāriṇī – seinem gesamten Wesen entgegenwirkend; aparicchinna-tiraskariṇī-ākārā – Gestalt eines unbegrenzten Vorhangs; vaiṣṇavī mahā-yogamāyā – große Vaishnavi-Yogamaya; mūrtimadbhiḥ ananta-mahāmāyā-jāla-viśeṣaiḥ pariṣevitā – von verkörperten unendlichen Maya-Netzen bedient; tasyāḥ puram – ihre Stadt; ati-kautukam – höchst erstaunlich; ati-āścarya-sāgara-ānanda-lakṣaṇam – durch Ozean wunderbarer Glückseligkeit gekennzeichnet; amṛtam – unsterblich; avidyā-sāgara-pratibimbita-nitya-vaikuṇṭha – im Unwissenheitsozean gespiegeltes ewiges Vaikuntha; prati-vaikuṇṭham iva vibhāti – erscheint wie ein Gegen-Vaikuntha; upāsakaḥ tat-puram prāpya – Verehrender erreicht diese Stadt; yogalakṣmīm – Yogalakshmi; aṃgamāyām – unklare Quellform; dhyātvā – meditierend; vividha-upacāraiḥ ārādhya – mit verschiedenen Gaben verehrend; tayā sampūjitaḥ ca anujñātaḥ – von ihr verehrt und ermächtigt; upari upari gatvā – höher steigend; ananta-māyā-vilāsān avalokya – unendliche Maya-Spiele schauend; parama-kautukam prāpa – erlangte höchstes Erstaunen.
Anmerkung: Die Vorlage liest yogalakṣmīmaṃgamāyām. Yogalakṣmīm ist erkennbar, der folgende Wortteil bleibt unsicher; er wird nicht ohne Beleg durch mahāmāyām ersetzt.
Kapitel 6 – Das Vaikuntha der Einviertelherrlichkeit
tata upari pādavibhūtivaikuṇṭhapuramābhāti |
atyāścaryānantavibhūtisamaṣṭyākāramānandarasapravāhairalaṅkṛtamabhitastaraṅgiṇyāḥ
pravāhairatimaṅgalaṃ brahmatejoviśeṣākārairanantabrahmavanairabhitastatamanantanityamuktairabhivyāptamanantacinmayaprāsādajālasaṃkulamanādipādavibhūtivaikuṇṭhamevamābhāti | tanmadhye ca cidānandācalo vibhāti ||
Darüber erscheint die Stadt Vaikuntha der Einviertelherrlichkeit: Gesamtgestalt höchst wunderbarer, unendlicher Herrlichkeit, mit Strömen von Glückseligkeitsessenz geschmückt, ringsum durch Flussläufe überaus heilvoll. Unendliche Brahman-Wälder in besonderer Gestalt des Brahman-Lichts breiten sich darum aus. Unendlich viele ewig Befreite erfüllen sie; unzählige Bewusstseinspaläste stehen darin. So erscheint das anfangslose Vaikuntha der Einviertelherrlichkeit. In seiner Mitte leuchtet ein Berg von Bewusstsein und Glückseligkeit.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tataḥ upari – darüber; pāda-vibhūti-vaikuṇṭha-puram ābhāti – Stadt Vaikuntha der Einviertelherrlichkeit erscheint; ati-āścarya-ananta-vibhūti-samaṣṭi-ākāram – Gesamtgestalt höchst wunderbarer unendlicher Herrlichkeit; ānanda-rasa-pravāhaiḥ alaṅkṛtam – mit Strömen von Glückseligkeitsessenz geschmückt; abhitaḥ taraṅgiṇyāḥ pravāhaiḥ ati-maṅgalam – ringsum durch Flussläufe überaus heilvoll; brahma-tejas-viśeṣa-ākāraiḥ ananta-brahma-vanaiḥ abhitaḥ tatam – von unendlichen Brahman-Wäldern in besonderer Brahman-Lichtgestalt umgeben; ananta-nitya-muktaiḥ abhivyāptam – von unendlich vielen ewig Befreiten erfüllt; ananta-cinmaya-prāsāda-jāla-saṃkulam – voll unzähliger Bewusstseinspaläste; anādi – anfangslos; evam ābhāti – erscheint so; tat-madhye ca – in dessen Mitte; cit-ānanda-acalaḥ vibhāti – Berg von Bewusstsein und Glückseligkeit leuchtet.
Kapitel 6 – Über die Grenze der Unwissenheit
tadupari jvalati niratiśayānandadivyatejorāśiḥ |
tadabhyantare paramānandavimānaṃ vibhāti |
tadabhyantarasaṃsthāne cinmayāsanaṃ virājate |
tatpadmakarṇikāyāṃ niratiśayadivyatejorāśyantarasamāsīnamādinārāyaṇaṃ dhyātvā vividhopacāraistaṃ
samārādhya tenābhipūjitastadanujñātaścoparyuparigatvā
sāvaraṇamavidyāṇḍaṃ ca bhittvā vidyāpādamullaṅghya
vidyāvidyayoḥ sandhau viśvaksenavaikuṇṭhapuramābhāti ||
Darüber strahlt eine göttliche Lichtfülle unübertrefflicher Glückseligkeit. Darin leuchtet ein himmlisches Gebäude höchster Glückseligkeit, in dessen Innerem ein Bewusstseinssitz glänzt. Er meditiert über Adinarayana, der in der Lotusmitte innerhalb unübertrefflichen göttlichen Lichts sitzt, und verehrt ihn mit verschiedenen Gaben. Von ihm geehrt und ermächtigt, steigt er höher, durchdringt das Unwissenheitsei samt Hüllen und überschreitet das Erkenntnisviertel [so die Lesung]. An der Grenze von Erkenntnis und Unwissenheit erscheint die Stadt Vaikuntha Vishvaksenas.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-upari jvalati niratiśaya-ānanda-divya-tejas-rāśiḥ – darüber strahlt göttliche Lichtfülle unübertrefflicher Glückseligkeit; tat-abhyantare parama-ānanda-vimānam vibhāti – darin leuchtet himmlisches Gebäude höchster Glückseligkeit; tat-abhyantara-saṃsthāne cinmaya-āsanam virājate – im Inneren glänzt Bewusstseinssitz; tat-padma-karṇikāyām – in dessen Lotusmitte; niratiśaya-divya-tejas-rāśi-antara-samāsīnam – innerhalb unübertrefflichen göttlichen Lichts sitzend; ādi-nārāyaṇam dhyātvā – Adinarayana meditierend; vividha-upacāraiḥ tam samārādhya – ihn mit verschiedenen Gaben verehrend; tena abhipūjitaḥ tat-anujñātaḥ – von ihm geehrt und ermächtigt; upari upari gatvā – höher steigend; sa-āvaraṇam avidyā-aṇḍam bhittvā – Unwissenheitsei samt Hüllen durchdringend; vidyā-pādam ullaṅghya – Erkenntnisviertel überschreitend; vidyā-avidyayoḥ sandhau – an Grenze von Erkenntnis und Unwissenheit; viśvaksena-vaikuṇṭha-puram ābhāti – Vishvaksenas Vaikuntha-Stadt erscheint.
Anmerkung: Hier steht vidyāpādam. Die Reihenfolge der Reise legt avidyāpādam, „Unwissenheitsviertel“, nahe. Der Artikel kennzeichnet den Widerspruch und ersetzt den Wortlaut nicht stillschweigend.
Kapitel 6 – Vishvaksena
anantadivyatejojvālājālairabhito'nīkaṃ prajvalantamanantabodhānantabodhānandavyūhairabhitastataṃ śuddhabodhavimānāvalibhirvirājitamanantānandaparvataiḥ paramakautukamābhāti | tanmadhye ca kalyāṇācalopari śuddhānandavimānaṃ vibhāti | tadabhyantare divyamaṅgalāsanaṃ virājate |
tatpadmakarṇikāyāṃ brahmatejorāśyabhyantarasamāsīnaṃ
bhagavadanantavibhūtividhiniṣedhaparipālakaṃ sarvapravṛttisarvahetunimittikaṃ niratiśayalakṣaṇamahāviṣṇūsvarūpamakhilāpavargaparipālakamamitavikramamevaṃvidhaṃ viśvaksenaṃ
dhyātvā pradakṣiṇanamaskārānvidhāya vividhopacārairārādhya
tadanujñātaścoparyupari gatvā vidyāvibhūtiṃ prāpya
vidyāmayānantavaikuṇṭhānparito'vasthitānbrahmatejomayānavalokyopāsakaḥ paramānandaṃ prāpa ||
Ringsum leuchtet eine Schar unendlicher göttlicher Flammennetze [die Wortverbindung ist unklar]. Der Bereich ist von unendlicher Erkenntnis und von Scharen der Erkenntnisglückseligkeit erfüllt, glänzt mit Reihen von Gebäuden reiner Erkenntnis und erscheint durch unendliche Glückseligkeitsberge höchst wunderbar. In seiner Mitte leuchtet auf dem Berg des Heils ein Gebäude reiner Glückseligkeit. Darin glänzt ein göttlicher heilvoller Sitz. In dessen Lotusmitte, innerhalb der Brahman-Lichtfülle, sitzt Vishvaksena: Er wahrt die Gebote und Verbote der unendlichen Herrlichkeit des Erhabenen, ist Anlass sämtlicher Tätigkeiten und Ursachen, besitzt das unübertreffliche Wesen Mahavishnus, schützt alle Befreiung und ist von unermesslicher Macht. Der Verehrende meditiert so über ihn, vollzieht Umschreitungen und Verneigungen und verehrt ihn mit verschiedenen Gaben. Mit seiner Erlaubnis steigt er höher, erreicht die Herrlichkeit der Erkenntnis und schaut ringsum unendlich viele Vaikunthas aus Erkenntnis und Brahman-Licht. Er erlangt höchste Glückseligkeit.
Wort-für-Wort-Erläuterung: ananta-divya-tejas-jvālā-jālaiḥ abhitaḥ anīkam prajvalantam – ringsum leuchtende Schar unendlicher göttlicher Flammennetze, unsichere Verbindung; ananta-bodha-ananta-bodha-ānanda-vyūhaiḥ abhitaḥ tatam – von unendlicher Erkenntnis und Erkenntnisglückseligkeitsscharen erfüllt; śuddha-bodha-vimāna-āvalibhiḥ virājitam – mit Gebäudereihen reiner Erkenntnis glänzend; ananta-ānanda-parvataiḥ parama-kautukam – wegen unendlicher Glückseligkeitsberge höchst wunderbar; tat-madhye kalyāṇa-acala-upari – in der Mitte auf Heilsberg; śuddha-ānanda-vimānam vibhāti – Gebäude reiner Glückseligkeit leuchtet; divya-maṅgala-āsanam virājate – göttlicher heilvoller Sitz glänzt; tat-padma-karṇikāyām – in dessen Lotusmitte; brahma-tejas-rāśi-abhyantara-samāsīnam – innerhalb der Brahman-Lichtfülle sitzend; bhagavat-ananta-vibhūti-vidhi-niṣedha-paripālakam – Wahrer der Gebote und Verbote der unendlichen Herrlichkeit des Erhabenen; sarva-pravṛtti-sarva-hetu-nimittikam – Anlass aller Tätigkeiten und Ursachen; niratiśaya-lakṣaṇa-mahāviṣṇu-svarūpam – unübertreffliches Wesen Mahavishnus; akhila-apavarga-paripālakam – Beschützer aller Befreiung; amita-vikramam – unermessliche Macht; evamvidham viśvaksenam dhyātvā – so beschaffenen Vishvaksena meditierend; pradakṣiṇa-namaskārān vidhāya – Umschreitungen und Verneigungen vollziehend; vividha-upacāraiḥ ārādhya – mit verschiedenen Gaben verehrend; tat-anujñātaḥ – mit seiner Erlaubnis; upari upari gatvā – höher steigend; vidyā-vibhūtim prāpya – Erkenntnisherrlichkeit erreichend; vidyāmaya-ananta-vaikuṇṭhān paritaḥ avasthitān brahma-tejomayān avalokya – ringsum unendlich viele Vaikunthas aus Erkenntnis und Brahman-Licht schauend; upāsakaḥ parama-ānandam prāpa – Verehrender erlangte höchste Glückseligkeit.
Kapitel 6 – Brahmavidya-Vaikuntha
vidyāmayānanantasamudrānatikramya brahmavidyātaraṅgiṇīmāsādya tatra snātvā bhagavaddhyānapūrvakaṃ
punarnimajjya mantramayaśarīramutsṛjya vidyānandamayāmṛtadivyaśarīraṃ parigṛhya nārāyaṇasārūpyaṃ
prāpyātmapūjāṃ vidhāya brahmamayavaikuṇṭhavāsibhiḥ
sarvairnityamuktaiḥ supūjitastato brahmavidyāpravāhairānandarasanirbharaiḥ krīḍānantaparvatairanantairabhivyāptaṃ
brahmavidyāmahaiḥ sahasraprākārairānandāmṛtamayairdivyagandhasvabhāvaiścinmayairanantabrahmavanairatiśobhitamupāsakastvevaṃvidhaṃ brahmavidyāvaikuṇṭhamāviśya
tadabhyantarasthitātyantonnatabodhānandaprāsādāgrasthitapraṇavavimānoparisthitāmapārabrahmavidyāsāmrājyādhidevatāmamoghanijamandakaṭākṣeṇānādimūlāvidyāpralayakarīmadvitīyāmekāmanantamokṣasāmrājyalakṣmīmevaṃ dhyātvā
pradakṣiṇanamaskārānvidhāya vividhopacārairārādhya
puṣpāñjaliṃ samarpya stutvā stotraviśeṣaistayābhipūjitastadanugataścoparyupari gatvā brahmavidyātīre gatvā
bodhānandamayānanantavaikuṇṭhānavalokya niratiśayānandaṃ prāpya
bodhānandamayānanantasamudrānatikramya gatvāgatvā brahmavaneṣu
paramamaṅgalācalaśroṇīṣu tato bodhānandavimānaparamparāsūpāsakaḥ paramānandaṃ prāpa ||
Er überschreitet unendliche Ozeane aus Erkenntnis, erreicht den Fluss der Brahman-Erkenntnis und badet dort. Nach Meditation über den Erhabenen taucht er erneut ein, legt den Mantra-Leib ab, nimmt einen unsterblichen göttlichen Leib aus Erkenntnis und Glückseligkeit an, erlangt Gleichgestalt mit Narayana und vollzieht Selbstverehrung. Alle ewig Befreiten im Brahman-Vaikuntha verehren ihn. Dann betritt er Brahmavidya-Vaikuntha: durchzogen von Strömen der Brahman-Erkenntnis voller Glückseligkeitsessenz, von unendlichen Bergen endlosen Spiels, von tausend Mauern voll Glanz der Brahman-Erkenntnis und Glückseligkeitsnektar, überaus geschmückt mit unendlichen Bewusstseinswäldern, denen göttlicher Duft eigen ist. Im Inneren, auf einem Pranava-Gebäude an der Spitze eines äußerst hohen Palastes von Erkenntnis und Glückseligkeit, thront die Herrscherin des grenzenlosen Reichs der Brahman-Erkenntnis. Ein leichter, unfehlbarer Blick von ihr löst die anfangslose Wurzelunwissenheit auf. Er meditiert über diese eine, zweitlose Lakshmi des unendlichen Befreiungsreichs, vollzieht Umschreitungen und Verneigungen, verehrt sie mit verschiedenen Gaben, bringt eine Handvoll Blumen dar und preist sie mit besonderen Hymnen. Von ihr verehrt und ihr folgend steigt er höher, gelangt ans Ufer der Brahman-Erkenntnis, schaut unendliche Vaikunthas aus Erkenntnis und Glückseligkeit und erlangt unübertreffliche Glückseligkeit. Er überschreitet unendliche Ozeane von Erkenntnis und Glückseligkeit, zieht durch Brahman-Wälder und über die Hänge höchst heilvoller Berge, dann durch Reihen himmlischer Gebäude von Erkenntnis und Glückseligkeit. Der Verehrende erlangt höchste Glückseligkeit.
Wort-für-Wort-Erläuterung: vidyāmaya-ananta-samudrān atikramya – unendliche Erkenntnisozeane überschreitend; brahmavidyā-taraṅgiṇīm āsādya – Fluss der Brahman-Erkenntnis erreichend; tatra snātvā – dort badend; bhagavat-dhyāna-pūrvakam punaḥ nimajjya – nach Meditation über den Erhabenen erneut eintauchend; mantramaya-śarīram utsṛjya – Mantra-Leib ablegend; vidyā-ānandamaya-amṛta-divya-śarīram parigṛhya – unsterblichen göttlichen Leib aus Erkenntnis und Glückseligkeit annehmend; nārāyaṇa-sārūpyam prāpya – Gleichgestalt mit Narayana erlangend; ātma-pūjām vidhāya – Selbstverehrung vollziehend; brahmamaya-vaikuṇṭha-vāsibhiḥ sarvaiḥ nitya-muktaiḥ supūjitaḥ – von allen ewig Befreiten im Brahman-Vaikuntha verehrt; brahmavidyā-pravāhaiḥ ānanda-rasa-nirbharaiḥ – von Brahman-Erkenntnisströmen voller Glückseligkeitsessenz; krīḍā-ananta-parvataiḥ anantaiḥ abhivyāptam – von unendlichen Bergen endlosen Spiels durchzogen; brahmavidyā-mahaiḥ sahasra-prākāraiḥ ānanda-amṛtamayaiḥ – mit tausend Mauern aus Brahman-Erkenntnisglanz und Glückseligkeitsnektar; divya-gandha-svabhāvaiḥ cinmayaiḥ ananta-brahma-vanaiḥ ati-śobhitam – mit unendlichen duftenden Bewusstseinswäldern überaus geschmückt; brahmavidyā-vaikuṇṭham āviśya – Brahmavidya-Vaikuntha betretend; tat-abhyantara-sthita-atyanta-unnata-bodha-ānanda-prāsāda-agra-sthita – im Inneren auf Spitze eines äußerst hohen Palastes von Erkenntnis und Glückseligkeit; praṇava-vimāna-upari-sthitām – auf Pranava-Gebäude thronend; apāra-brahmavidyā-sāmrājya-adhidevatām – Herrscherin des grenzenlosen Brahman-Erkenntnisreichs; amogha-nija-manda-kaṭākṣeṇa – mit eigenem unfehlbarem leichtem Blick; anādi-mūla-avidyā-pralaya-karīm – anfangslose Wurzelunwissenheit auflösend; advitīyām ekām – die eine zweitlose; ananta-mokṣa-sāmrājya-lakṣmīm – Lakshmi des unendlichen Befreiungsreichs; evam dhyātvā – so meditierend; pradakṣiṇa-namaskārān vidhāya – Umschreitungen und Verneigungen vollziehend; vividha-upacāraiḥ ārādhya – mit verschiedenen Gaben verehrend; puṣpa-añjalim samarpya – Handvoll Blumen darbringend; stutvā stotra-viśeṣaiḥ – mit besonderen Hymnen preisend; tayā abhipūjitaḥ tat-anugataḥ – von ihr verehrt, ihr folgend; upari upari gatvā – höher steigend; brahmavidyā-tīre gatvā – ans Ufer der Brahman-Erkenntnis gelangend; bodha-ānandamaya-ananta-vaikuṇṭhān avalokya – unendliche Vaikunthas von Erkenntnis und Glückseligkeit schauend; niratiśaya-ānandam prāpya – unübertreffliche Glückseligkeit erlangend; bodha-ānandamaya-ananta-samudrān atikramya – unendliche Erkenntnisglückseligkeitsozeane überschreitend; gatvā gatvā – weiterziehend; brahma-vaneṣu – in Brahman-Wäldern; parama-maṅgala-acala-śroṇīṣu – an höchst heilvollen Berghängen; bodha-ānanda-vimāna-paramparāsu – in Gebäudereihen von Erkenntnis und Glückseligkeit; upāsakaḥ parama-ānandam prāpa – Verehrender erlangte höchste Glückseligkeit.
Anmerkung: In sāmrājyakṣmīm fehlt offenbar la der geläufigen Verbindung sāmrājyalakṣmīm. Diese ergänzte Lesung wird in beiden Sanskritdarstellungen verwendet.
Kapitel 6 – Die Stadt Tulasīs
tataḥ śrītulasīvaikuṇṭhapuramābhāti paramakalyāṇamanantavibhavamamitatejorāśyākāramanantabrahmatejorāśisamaṣṭyākāraṃ cidānandamayānekaprākāraviśeṣaiḥ
pariveṣṭitamamitabodhānandācaloparisthitaṃ bodhānandataraṅgiṇyāḥ pravāhairatimaṅgalaṃ niratiśayānandairanantavṛndāvanairatiśobhitamakhilapavitrāṇāṃ paramapavitraṃ
cidrūpairanantanityamuktairabhivyāptamānandamayānantavimānajalairalaṅkṛtamamitatejorāśyantargatadivyatejorāśiviśeṣam
Darauf erscheint Shri-Tulasi-Vaikuntha: höchst heilvoll, von unendlicher Macht, eine unermessliche Lichtfülle, Gesamtgestalt unendlichen Brahman-Lichts; von zahlreichen besonderen Mauern aus Bewusstsein und Glückseligkeit umgeben, auf einem unermesslichen Berg von Erkenntnis und Glückseligkeit gelegen. Flussströme der Erkenntnisglückseligkeit machen es überaus heilvoll; unendliche Vrinda-Haine unübertrefflicher Glückseligkeit schmücken es. Es ist das Reinste alles Reinen, erfüllt von unendlich vielen ewig Befreiten aus Bewusstsein, geschmückt mit unendlichen himmlischen Gebäuden aus Glückseligkeit: eine besondere göttliche Lichtfülle innerhalb unermesslichen Lichts.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tataḥ śrītulasī-vaikuṇṭha-puram ābhāti – dann erscheint Shri-Tulasi-Vaikuntha; parama-kalyāṇam – höchst heilvoll; ananta-vibhavam – unendliche Macht; amita-tejas-rāśi-ākāram – unermessliche Lichtfülle; ananta-brahma-tejas-rāśi-samaṣṭi-ākāram – Gesamtgestalt unendlichen Brahman-Lichts; cit-ānandamaya-aneka-prākāra-viśeṣaiḥ pariveṣṭitam – von zahlreichen besonderen Bewusstseinsglückseligkeitsmauern umgeben; amita-bodha-ānanda-acala-upari-sthitam – auf unermesslichem Erkenntnisglückseligkeitsberg gelegen; bodha-ānanda-taraṅgiṇyāḥ pravāhaiḥ ati-maṅgalam – durch Erkenntnisglückseligkeitsflüsse überaus heilvoll; niratiśaya-ānandaiḥ ananta-vṛndāvanaiḥ ati-śobhitam – von unendlichen Vrinda-Hainen unübertrefflicher Glückseligkeit geschmückt; akhila-pavitrāṇām parama-pavitram – Reinstes alles Reinen; cit-rūpaiḥ ananta-nitya-muktaiḥ abhivyāptam – von unendlich vielen ewig Befreiten aus Bewusstsein erfüllt; ānandamaya-ananta-vimāna-jālaiḥ alaṅkṛtam – mit unendlichen Glückseligkeitsgebäuden geschmückt; amita-tejas-rāśi-antargata-divya-tejas-rāśi-viśeṣam – besondere göttliche Lichtfülle innerhalb unermesslichen Lichts.
Kapitel 6 – Tulasi und die Grenze zur Glückseligkeit
upāsakastvevamākāraṃ tulasīvaikuṇṭhaṃ praviśya
tadantargatadivyavimānoparisthitāṃ sarvaparipūrṇasya mahāviṣṇoḥ
sarvāṅgeṣu vihāriṇīṃ niratiśayasaundaryalāvaṇyādhidevatāṃ
bodhānandamayairanantanityaparijanaiḥ pariṣevitāṃ śrīsakhīṃ
tulasīmevaṃ lakṣmīṃ dhyātvā pradakṣiṇanamaskārānvidhāya
vividhopacārairārādhya stutvā stotraviśeṣaistayābhipūjitastadanujñātaścoparyuparigatvā paramānandataraṅgiṇyāstīre
gatvā tatra parito'vasthitāñchuddhabodhānandamayānanantavaikuṇṭhānavalokya niratiśayānandaṃ prāpya tatraityaiścidrūpaiḥ
purāṇapuruṣaiścābhipūjitastato gatvāgatvā brahmavaneṣu
divyagandhānandapuṣpavṛṣṭibhiḥ samanviteṣu divyamaṅgalālayeṣu niratiśayānandāmṛtasāgareṣvamitatejorāśyākāreṣu kallolavanasaṃkuleṣu tato'nantaśuddhabodhavimānajālasaṃkulānandācalaśroṇīṣūpāsakastata uparyupari
gatvā vimānaparamparāsvanantatejaḥparvatarājiṣvevaṃ krameṇa
prāpya vidyānandamayoḥ sandhiṃ tatrānandataraṅgiṇyāḥ pravāheṣu snātvā
bodhānandavanaṃ prāpya śuddhabodhaparamānandānandākāravanaṃ
santatāmṛtapuṣpavṛṣṭibhiḥ pariveṣṭitaṃ
paramānandapravāhairabhivyāptaṃ mūrtimadbhiḥ
paramamaṅgalaiḥ paramakautukamaparicchinnānandasāgarākāraṃ krīḍānandaparvatairabhiśobhitaṃ
Der Verehrende tritt in dieses Tulasi-Vaikuntha ein und meditiert über Tulasi-Lakshmi, Shris Gefährtin: auf einem göttlichen Gebäude darin thronend, an allen Gliedern des allseits vollkommenen Mahavishnu weilend, Gottheit unübertrefflicher Schönheit und Anmut, bedient von unendlich vielen ewigen Gefährten aus Erkenntnis und Glückseligkeit. Er vollzieht Umschreitungen und Verneigungen, verehrt sie mit verschiedenen Gaben, preist sie mit besonderen Hymnen und wird von ihr verehrt. Mit ihrer Erlaubnis steigt er höher, gelangt ans Ufer des Flusses höchster Glückseligkeit, schaut die ringsum befindlichen unendlichen Vaikunthas reiner Erkenntnisglückseligkeit und erlangt unübertreffliche Glückseligkeit. Die dortigen uralten Purushas aus Bewusstsein verehren ihn. Er zieht weiter durch Brahman-Wälder voller Regen göttlich duftender Glückseligkeitsblüten, durch göttliche heilvolle Stätten, durch Ozeane unübertrefflichen Glückseligkeitsnektars in Gestalt unermesslichen Lichts, angefüllt mit Wogenwäldern, über Glückseligkeitsberghänge voller unendlicher Gebäude reiner Erkenntnis. Er steigt höher durch Gebäudereihen und unendliche Lichtbergketten. So erreicht er nach und nach die Grenze von Erkenntnis und Glückseligkeit. Er badet in den Strömen des Glückseligkeitsflusses und erreicht den Wald der Erkenntnisglückseligkeit: reine Erkenntnis und höchste Glückseligkeit in Waldgestalt, von unablässigem Nektarblütenregen umgeben, von Strömen höchster Glückseligkeit durchzogen, durch verkörperte höchste Heilsgestalten höchst wunderbar, von der Gestalt eines unbegrenzten Glückseligkeitsozeans und mit Bergen spielender Glückseligkeit geschmückt.
Wort-für-Wort-Erläuterung: upāsakaḥ evam-ākāram tulasī-vaikuṇṭham praviśya – Verehrender betritt solches Tulasi-Vaikuntha; tat-antargata-divya-vimāna-upari-sthitām – auf göttlichem Gebäude darin thronend; sarva-paripūrṇasya mahāviṣṇoḥ sarva-aṅgeṣu vihāriṇīm – an allen Gliedern des vollkommenen Mahavishnu weilend; niratiśaya-saundarya-lāvaṇya-adhidevatām – Gottheit unübertrefflicher Schönheit und Anmut; bodha-ānandamayaiḥ ananta-nitya-parijanaiḥ pariṣevitām – von unendlichen ewigen Erkenntnisglückseligkeitsgefährten bedient; śrī-sakhīm tulasīm evam lakṣmīm dhyātvā – so Tulasi-Lakshmi, Shris Gefährtin, meditierend; pradakṣiṇa-namaskārān vidhāya – Umschreitungen und Verneigungen vollziehend; vividha-upacāraiḥ ārādhya – mit verschiedenen Gaben verehrend; stutvā stotra-viśeṣaiḥ – mit besonderen Hymnen preisend; tayā abhipūjitaḥ tat-anujñātaḥ – von ihr verehrt und ermächtigt; upari upari gatvā – höher steigend; parama-ānanda-taraṅgiṇyāḥ tīre gatvā – ans Ufer des höchsten Glückseligkeitsflusses gelangend; paritaḥ avasthitān śuddha-bodha-ānandamaya-ananta-vaikuṇṭhān avalokya – ringsum unendliche Vaikunthas reiner Erkenntnisglückseligkeit schauend; niratiśaya-ānandam prāpya – unübertreffliche Glückseligkeit erlangend; tatratyaiḥ cit-rūpaiḥ purāṇa-puruṣaiḥ abhipūjitaḥ – von dortigen uralten Bewusstseins-Purushas verehrt; gatvā gatvā – weiterziehend; brahma-vaneṣu divya-gandha-ānanda-puṣpa-vṛṣṭibhiḥ samanviteṣu – in Brahman-Wäldern voller Regen göttlich duftender Glückseligkeitsblüten; divya-maṅgala-ālayeṣu – in göttlichen heilvollen Stätten; niratiśaya-ānanda-amṛta-sāgareṣu – in Ozeanen unübertrefflichen Glückseligkeitsnektars; amita-tejas-rāśi-ākāreṣu – in Gestalt unermesslichen Lichts; kallola-vana-saṃkuleṣu – voll Wogenwälder; ananta-śuddha-bodha-vimāna-jāla-saṃkula-ānanda-acala-śroṇīṣu – über Glückseligkeitsberghänge voller unendlicher Gebäude reiner Erkenntnis; vimāna-paramparāsu – durch Gebäudereihen; ananta-tejas-parvata-rājiṣu – durch unendliche Lichtbergketten; evam krameṇa prāpya – so nach und nach erreichend; vidyā-ānandamayoḥ sandhim – Grenze von Erkenntnis und Glückseligkeit; tatra ānanda-taraṅgiṇyāḥ pravāheṣu snātvā – dort in Glückseligkeitsflussströmen badend; bodha-ānanda-vanam prāpya – Erkenntnisglückseligkeitswald erreichend; śuddha-bodha-parama-ānanda-ānanda-ākāra-vanam – Wald aus reiner Erkenntnis und höchster Glückseligkeit; santata-amṛta-puṣpa-vṛṣṭibhiḥ pariveṣṭitam – von unablässigem Nektarblütenregen umgeben; parama-ānanda-pravāhaiḥ abhivyāptam – von höchsten Glückseligkeitsströmen durchzogen; mūrtimadbhiḥ parama-maṅgalaiḥ parama-kautukam – durch verkörperte höchste Heilsgestalten höchst wunderbar; aparicchinna-ānanda-sāgara-ākāram – Gestalt unbegrenzten Glückseligkeitsozeans; krīḍā-ānanda-parvataiḥ abhiśobhitam – mit Bergen spielender Glückseligkeit geschmückt.
Anmerkung: Die offensichtliche Auslassung in tatrānadataraṅgiṇyāḥ wird zu tatrānandataraṅgiṇyāḥ ergänzt.
Kapitel 6 – Vaikuntha im Erkenntnisviertel
tanmadhye ca
śuddhabodhānandavaikuṇṭhaṃ yadeva brahmavidyāpādavaikuṇṭhaṃ
sahasrānandaprākāraiḥ samujjvalati |
anantānandavimānajālasaṃkulamanantabodhasaudhaviśeṣairabhito'niśaṃ prajvalantaṃ krīḍānantamaṇḍapaviśeṣairviśeṣitaṃ bodhānandamayānantaparamacchatradhvajacāmaravitānatoraṇairalaṅkṛtaṃ
paramānandavyūhairnityamuktairabhitastatamanantadivyatejaḥparvatasamaṣṭyākāramaparicchinnānantaśuddhabodhānantamaṇḍalaṃ
vācāmagocarānandabrahmatejorāśimaṇḍalamākhaṇḍalaviśeṣaṃ
śuddhānandasamaṣṭimaṇḍalaviśeṣamakhaṇḍacidghanānandaviśeṣamevaṃ tejomaṇḍalavidhaṃ bodhānandavaikuṇṭham
In seiner Mitte strahlt das Vaikuntha reiner Erkenntnis und Glückseligkeit – eben das Vaikuntha des Brahman-Erkenntnisviertels – mit tausend Glückseligkeitsmauern. Es ist voller unendlicher Glückseligkeitsgebäude, leuchtet ringsum unablässig mit besonderen Palästen unendlicher Erkenntnis, ist von besonderen Hallen endlosen Spiels gekennzeichnet und mit unendlichen höchsten Schirmen, Bannern, Yakwedeln, Baldachinen und Torbögen aus Erkenntnis und Glückseligkeit geschmückt. Scharen höchster Glückseligkeit, ewig Befreite, umgeben es. Es ist die Gesamtgestalt unendlicher göttlicher Lichtberge, ein unbegrenzter Kreis unendlicher reiner Erkenntnis, ein Kreis der unsagbaren Glückseligkeits-Lichtfülle Brahmans, eine besondere Herrlichkeit [die Lesung ist unklar], ein besonderer Kreis der Gesamtheit reiner Glückseligkeit, besondere ungeteilte verdichtete Bewusstseinswonne. So ist dieses Vaikuntha der Erkenntnisglückseligkeit ein Lichtkreis.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-madhye ca – in seiner Mitte; śuddha-bodha-ānanda-vaikuṇṭham – Vaikuntha reiner Erkenntnis und Glückseligkeit; yat eva brahmavidyā-pāda-vaikuṇṭham – eben das Vaikuntha des Brahman-Erkenntnisviertels; sahasra-ānanda-prākāraiḥ samujjvalati – mit tausend Glückseligkeitsmauern strahlend; ananta-ānanda-vimāna-jāla-saṃkulam – voll unendlicher Glückseligkeitsgebäude; ananta-bodha-saudha-viśeṣaiḥ abhitaḥ aniśam prajvalantam – ringsum unablässig mit Palästen unendlicher Erkenntnis leuchtend; krīḍā-ananta-maṇḍapa-viśeṣaiḥ viśeṣitam – mit besonderen Hallen endlosen Spiels; bodha-ānandamaya-ananta-parama-chatra-dhvaja-cāmara-vitāna-toraṇaiḥ alaṅkṛtam – mit unendlichen höchsten Schirmen, Bannern, Yakwedeln, Baldachinen und Torbögen aus Erkenntnisglückseligkeit geschmückt; parama-ānanda-vyūhaiḥ nitya-muktaiḥ abhitaḥ tatam – von Scharen höchster Glückseligkeit und ewig Befreiten umgeben; ananta-divya-tejas-parvata-samaṣṭi-ākāram – Gesamtgestalt unendlicher göttlicher Lichtberge; aparicchinna-ananta-śuddha-bodha-ananta-maṇḍalam – unbegrenzter Kreis unendlicher reiner Erkenntnis; vācām agocara-ānanda-brahma-tejas-rāśi-maṇḍalam – Kreis unsagbarer Glückseligkeits-Lichtfülle Brahmans; ākhaṇḍala-viśeṣam – unklare Bezeichnung, ākhaṇḍala kann Indra bedeuten; śuddha-ānanda-samaṣṭi-maṇḍala-viśeṣam – besonderer Kreis der Gesamtheit reiner Glückseligkeit; akhaṇḍa-cit-ghana-ānanda-viśeṣam – besondere ungeteilte verdichtete Bewusstseinswonne; evam tejas-maṇḍala-vidham – so von Lichtkreisgestalt; bodha-ānanda-vaikuṇṭham – Vaikuntha der Erkenntnisglückseligkeit.
Anmerkung: Die Lesung ākhaṇḍalaviśeṣam lässt sich im Kontext nicht sicher deuten. „Herrlichkeit“ ist eine vorsichtige Kontextwiedergabe, kein behauptetes Wörterbuchäquivalent.
Kapitel 6 – Die Einsetzung in das Befreiungsreich
upāsakaḥ
praviśya tatratyaiḥ sarvairabhipūjitaḥ paramānandācaloparyakhaṇḍabodhavimānaṃ prajvalati | tadabhyantare cinmayāsanaṃ virājate |
tadupari vibhātyakhaṇḍānandatejomaṇḍalam | tadabhyantare samāsīnamādinārāyaṇaṃ dhyātvā pradakṣiṇanamaskārānvidhāya
vividhopacāraiḥ susampūjya puṣpāñjaliṃ samarpya stutvā
stotraviśeṣaiḥ svarūpeṇāvasthitamupāsakamavalokya tamupāsakamādinārāyaṇaḥ svasiṃhāsane susaṃsthāpya tadvaikuṇṭhavāsibhiḥ
sarvaiḥ samanvitaḥ samastamokṣasāmrājyapaṭṭābhiṣekamuddiśya
mantrapūtairupāsakamānandakalaśairabhiṣicya divyamaṅgalamahāvādyapuraḥsaraṃ vividhopacārairabhyarcya mūrtimadbhiḥ
sarvaiḥ svacihnairalaṅkṛtya pradakṣiṇanamaskārānvidhāya
tvaṃ brahmāsi ahaṃ brahmāsmi āvayorantaraṃ na vidyate tvamevāhaṃ
ahamevatvaṃ ityabhidhāyetyuktvādinārāyaṇastirodadhe tadetyupaniṣat ||
Der Verehrende tritt ein und wird von allen dort geehrt. Über dem Berg höchster Glückseligkeit leuchtet ein Gebäude ungeteilter Erkenntnis. Darin glänzt ein Bewusstseinssitz; darüber leuchtet ein Lichtkreis ungeteilter Glückseligkeit. Er meditiert über den darin sitzenden Adinarayana, vollzieht Umschreitungen und Verneigungen, verehrt ihn mit verschiedenen Gaben, bringt eine Handvoll Blumen dar und preist ihn mit besonderen Hymnen. Adinarayana erblickt den in seinem eigenen Wesen ruhenden Verehrenden, setzt ihn auf seinen eigenen Löwenthron und salbt ihn, begleitet von allen Bewohnern jenes Vaikuntha, mit mantra-geweihten Glückseligkeitskrügen zur Einsetzung als Herrscher des gesamten Befreiungsreichs. Unter voranschreitender göttlicher heilvoller großer Instrumentalmusik verehrt er ihn mit verschiedenen Gaben, schmückt ihn mit allen seinen verkörperten Kennzeichen, vollzieht Umschreitungen und Verneigungen und sagt: „Du bist Brahman; ich bin Brahman. Zwischen uns gibt es keinen Unterschied. Du allein bist ich; ich allein bin du.“ Nachdem er dies ausgesprochen hat, verschwindet Adinarayana. So die Upanishad.
Wort-für-Wort-Erläuterung: upāsakaḥ praviśya – Verehrender tritt ein; tatratyaiḥ sarvaiḥ abhipūjitaḥ – von allen dort verehrt; parama-ānanda-acala-upari – über dem Berg höchster Glückseligkeit; akhaṇḍa-bodha-vimānam prajvalati – Gebäude ungeteilter Erkenntnis leuchtet; tat-abhyantare cinmaya-āsanam virājate – darin glänzt Bewusstseinssitz; tat-upari vibhāti akhaṇḍa-ānanda-tejas-maṇḍalam – darüber leuchtet Lichtkreis ungeteilter Glückseligkeit; tat-abhyantare samāsīnam ādi-nārāyaṇam dhyātvā – darinnen sitzenden Adinarayana meditierend; pradakṣiṇa-namaskārān vidhāya – Umschreitungen und Verneigungen vollziehend; vividha-upacāraiḥ susampūjya – mit verschiedenen Gaben verehrend; puṣpa-añjalim samarpya – Handvoll Blumen darbringend; stutvā stotra-viśeṣaiḥ – mit besonderen Hymnen preisend; sva-rūpeṇa avasthitam upāsakam avalokya – in eigenem Wesen ruhenden Verehrenden erblickend; ādi-nārāyaṇaḥ – Adinarayana; sva-siṃha-āsane susaṃsthāpya – auf eigenen Löwenthron setzend; tat-vaikuṇṭha-vāsibhiḥ sarvaiḥ samanvitaḥ – von allen dortigen Vaikuntha-Bewohnern begleitet; samasta-mokṣa-sāmrājya-paṭṭa-abhiṣekam uddiśya – zur Einsetzung im gesamten Befreiungsreich; mantra-pūtaiḥ ānanda-kalaśaiḥ abhiṣicya – mit mantra-geweihten Glückseligkeitskrügen salbend; upāsakam – den Verehrenden, Quelle apāsakam; divya-maṅgala-mahā-vādya-puraḥsaram – unter voranschreitender göttlicher heilvoller großer Instrumentalmusik; vividha-upacāraiḥ abhyarcya – mit verschiedenen Gaben verehrend; mūrtimadbhiḥ sarvaiḥ sva-cihnaiḥ alaṅkṛtya – mit allen eigenen verkörperten Kennzeichen schmückend; tvam brahma asi – du bist Brahman; aham brahma asmi – ich bin Brahman; āvayoḥ antaram na vidyate – zwischen uns kein Unterschied; tvam eva aham – du allein bist ich; aham eva tvam – ich allein bin du; iti abhidhāya iti uktvā – so ausgesprochen; ādi-nārāyaṇaḥ tirodadhe – Adinarayana verschwand; tadā – dann; iti upaniṣat – so die Upanishad.
Anmerkung: apāsakam wird dem eindeutigen Bezug entsprechend als upāsakam, „den Verehrenden“, gelesen und in beiden Sanskritdarstellungen berichtigt.
Schluss des 6. Kapitels
ityātharvaṇamahānārāyaṇopaniṣadi paramamokṣamārgasvarūpanirūpaṇaṃ
nāma ṣaṣṭhodhyāyaḥ || 6 ||
Damit endet in der Atharvana-Mahanarayana-Upanishad das 6. Kapitel mit dem Titel „Darstellung des höchsten Befreiungswegs“.
Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – damit; ātharvaṇa-mahānārāyaṇa-upaniṣadi – in der Atharvana-Mahanarayana-Upanishad; nāma – mit Namen; adhyāyaḥ – Kapitel; ṣaṣṭhaḥ – sechstes; parama-mokṣa-mārga-svarūpa-nirūpaṇam – Darstellung des Wesens des höchsten Befreiungswegs.
Kapitel 7 Tripadvibhuti Mahanarayana Upanishad
Kapitel 7 – Die Herrlichkeit der Brahman-Wonne
athopāsakastadājñayā nityaṃ garuḍamāruhya
vaikuṇṭhavāsibhiḥ sarvaiḥ pariveṣṭito mahāsudarśanaṃ
puraskṛtya viśvaksenaparipālitaścoparyupari gatvā
brahmānandavibhūtiṃ prāpya sarvatrāvasthitābrahmānandamayānanantavaikuṇṭhānavalokya niratiśayānandasāgaro
bhūtvātmārāmānandavibhūtipuruṣānanantānavalokya
tānsarvānupacāraiḥ samabhyarcya taiḥ sarvairabhipūjitaścopāsakastata uparyupari gatvā brahmānandavibhūtiṃ
prāpyānantadivyatejaḥparvatairalaṅkṛtānparamānandalaharīvanaśobhitānasaṃkhyākānānandasamudrānatikramya
vividhavicitrānantaparamatattvavibhūtisamaṣṭiviśeṣānparamakautukānbrahmānandavibhūtiviśeṣanatikramyopāsakaḥ
paramakautukaṃ prāpa |
Darauf besteigt der Verehrende auf dessen Geheiß den ewigen Garuda. Von allen Vaikuntha-Bewohnern umgeben, mit dem großen Sudarshana vor sich und von Vishvaksena geschützt, steigt er höher und erreicht die Herrlichkeit der Brahman-Wonne. Er schaut überall unendliche Vaikunthas aus Brahman-Wonne, wird zum Ozean unübertrefflicher Glückseligkeit und schaut unendlich viele Purushas der Glückseligkeitsherrlichkeit, die im Selbst ruhen. Er verehrt sie alle mit Gaben und wird von allen verehrt. Er steigt höher, erreicht die Brahman-Wonne-Herrlichkeit, überschreitet zahllose Glückseligkeitsozeane, die mit unendlichen göttlichen Lichtbergen und Wäldern höchster Glückseligkeitswellen geschmückt sind. Er überschreitet die vielfältigen wunderbaren besonderen Gesamtheiten unendlicher höchster Wirklichkeitsherrlichkeit, die höchst erstaunlichen Besonderheiten der Brahman-Wonne, und gelangt zu höchstem Erstaunen.
Wort-für-Wort-Erläuterung: atha upāsakaḥ – dann der Verehrende; tat-ājñayā – auf dessen Geheiß; nityam garuḍam āruhya – ewigen Garuda besteigend; vaikuṇṭha-vāsibhiḥ sarvaiḥ pariveṣṭitaḥ – von allen Vaikuntha-Bewohnern umgeben; mahā-sudarśanam puraskṛtya – großen Sudarshana vor sich; viśvaksena-paripālitaḥ – von Vishvaksena geschützt; upari upari gatvā – höher steigend; brahma-ānanda-vibhūtim prāpya – Brahman-Wonne-Herrlichkeit erreichend; sarvatra avasthita-brahma-ānandamaya-ananta-vaikuṇṭhān avalokya – überall unendliche Vaikunthas aus Brahman-Wonne schauend; niratiśaya-ānanda-sāgaraḥ bhūtvā – Ozean unübertrefflicher Glückseligkeit werdend; ātma-ārāma-ānanda-vibhūti-puruṣān anantān avalokya – unendliche im Selbst ruhende Purushas der Glückseligkeitsherrlichkeit schauend; tān sarvān upacāraiḥ samabhyarcya – sie alle mit Gaben verehrend; taiḥ sarvaiḥ abhipūjitaḥ – von allen verehrt; ananta-divya-tejas-parvataiḥ alaṅkṛtān – mit unendlichen göttlichen Lichtbergen geschmückt; parama-ānanda-laharī-vana-śobhitān – mit Wäldern höchster Glückseligkeitswellen geschmückt; asaṃkhyākān ānanda-samudrān atikramya – zahllose Glückseligkeitsozeane überschreitend; vividha-vicitra-ananta-parama-tattva-vibhūti-samaṣṭi-viśeṣān – vielfältige wunderbare besondere Gesamtheiten unendlicher höchster Wirklichkeitsherrlichkeit; parama-kautukān brahma-ānanda-vibhūti-viśeṣān atikramya – höchst erstaunliche Besonderheiten der Brahman-Wonne-Herrlichkeit überschreitend; upāsakaḥ parama-kautukam prāpa – Verehrender erlangte höchstes Erstaunen.
Kapitel 7 – Das große Rad Sudarshana
tataḥ sudarśanavaikuṇṭhapuramābhāti nityamaṅgalamanantavibhavaṃ
sahasrānandaprakārapariveṣṭitamayutakukṣyupalakṣitamanantotkaṭajvaladaramaṇḍalaṃ niratiśayadivyatejomaṇḍalaṃ
vṛndārakaparamānandaṃ śuddhabuddhasvarūpamanantānandasaudāminīparamavilāsaṃ niratiśayaparamānandapārāvāramanantairānandapuruṣaiścidrūpairadhiṣṭhitam | tanmadhye ca
sudarśanaṃ mahācakram | caraṇaṃ pavitraṃ vitataṃ purāṇaṃ
yena pūtastarati duṣkṛtāni | tena pavitreṇa śuddhena pūtā
atipāpmānamarātiṃ tarema | lokasya dvāramarcimatpavitram |
jyotiṣmadbhrājamānaṃ mahasvat | amṛtasya dhārā bahudhā
dohamānam | caraṇaṃ no loke sudhitāṃ dadhātu | ayutāraṃ
jvalantamayutārasamaṣṭyākaraṃ niratiśayavikramavilāsamanantadivyāyudhadivyaśaktisamaṣṭirūpaṃ mahāviṣṇoranargalapratāpavigrahamayutāyutakoṭiyojanaviśālamanantajvālajālairalaṅkṛtaṃ
samastadivyamaṅgalanidānamanantadivyatīrthānāṃ nijamandiramevaṃ
sudarśanaṃ mahācakraṃ prajvalati |
Dann erscheint Sudarshana-Vaikuntha: ewig heilvoll, von unendlicher Macht, von tausend Glückseligkeitsmauern umgeben, mit zehntausend Innenräumen, ein Kreis unendlich mächtig leuchtender Speichen, ein Kreis unübertrefflichen göttlichen Lichts, höchste Glückseligkeit der Götter, von reinem erwachtem Wesen, höchstes Spiel unendlicher Glückseligkeitsblitze, Ozean unübertrefflicher höchster Glückseligkeit, bewohnt von unendlichen Glückseligkeits-Purushas aus Bewusstsein. In seiner Mitte ist das große Rad Sudarshana. „Das reinigende Rad, ausgebreitet, uralt, durch das gereinigt man schlechte Taten überschreitet: Durch dieses reine Reinigungsmittel gereinigt mögen wir Sünde und Feindschaft überschreiten. Das Tor der Welt ist flammend und reinigend, lichtvoll, strahlend, mächtig; es spendet auf vielerlei Weise Ströme der Unsterblichkeit. Dieses Rad möge uns einen guten Platz in der Welt gewähren.“ So leuchtet das große Rad Sudarshana: zehntausend Speichen besitzend und leuchtend, Gesamtgestalt zehntausend Speichen, Entfaltung unübertrefflicher Macht, Gesamtgestalt unendlicher göttlicher Waffen und Kräfte, Gestalt der ungehemmten Macht Mahavishnus; zehntausend mal zehntausend Crore Yojanas weit, mit unendlichen Flammennetzen geschmückt, Ursprung sämtlichen göttlichen Heils, eigene Heimstatt unendlicher göttlicher heiliger Stätten.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tataḥ sudarśana-vaikuṇṭha-puram ābhāti – dann erscheint Sudarshana-Vaikuntha; nitya-maṅgalam – ewig heilvoll; ananta-vibhavam – unendliche Macht; sahasra-ānanda-prākāra-pariveṣṭitam – von tausend Glückseligkeitsmauern umgeben; ayuta-kukṣi-upalakṣitam – mit zehntausend Innenräumen; ananta-utkaṭa-jvalat-ara-maṇḍalam – Kreis unendlich mächtig leuchtender Speichen; niratiśaya-divya-tejas-maṇḍalam – Kreis unübertrefflichen göttlichen Lichts; vṛndāraka-parama-ānandam – höchste Glückseligkeit der Götter; śuddha-buddha-svarūpam – reines erwachtes Wesen; ananta-ānanda-saudāminī-parama-vilāsam – höchstes Spiel unendlicher Glückseligkeitsblitze; niratiśaya-parama-ānanda-pārāvāram – Ozean unübertrefflicher höchster Glückseligkeit; anantaiḥ ānanda-puruṣaiḥ cit-rūpaiḥ adhiṣṭhitam – von unendlichen Glückseligkeits-Purushas aus Bewusstsein bewohnt; tat-madhye sudarśanam mahācakram – in der Mitte großes Rad Sudarshana; caraṇam pavitram vitatam purāṇam – reinigendes Rad, ausgebreitet, uralt; yena pūtaḥ tarati duṣkṛtāni – durch das gereinigt man schlechte Taten überschreitet; tena pavitreṇa śuddhena pūtāḥ – durch dieses reine Reinigungsmittel gereinigt; ati-pāpmānam arātim tarema – mögen wir Sünde und Feindschaft überschreiten; lokasya dvāram – Tor der Welt; arcimat pavitram – flammend und reinigend; jyotiṣmat bhrājamānam mahasvat – lichtvoll, strahlend, mächtig; amṛtasya dhārāḥ bahudhā dohamānam – Ströme der Unsterblichkeit vielfach spendend; caraṇam naḥ loke sudhitām dadhātu – Rad möge uns guten Platz in der Welt gewähren; ayutāram jvalantam – mit zehntausend Speichen leuchtend; ayuta-ara-samaṣṭi-ākāram – Gesamtgestalt zehntausend Speichen; niratiśaya-vikrama-vilāsam – Entfaltung unübertrefflicher Macht; ananta-divya-āyudha-divya-śakti-samaṣṭi-rūpam – Gesamtgestalt unendlicher göttlicher Waffen und Kräfte; mahāviṣṇoḥ anargala-pratāpa-vigraham – Gestalt ungehemmter Macht Mahavishnus; ayuta-ayuta-koṭi-yojana-viśālam – zehntausend mal zehntausend Crore Yojanas weit; ananta-jvālā-jālaiḥ alaṅkṛtam – mit unendlichen Flammennetzen geschmückt; samasta-divya-maṅgala-nidānam – Ursprung allen göttlichen Heils; ananta-divya-tīrthānām nija-mandiram – Heimstatt unendlicher göttlicher heiliger Stätten; evam sudarśanam mahācakram prajvalati – so leuchtet das große Rad Sudarshana.
Anmerkung: Caraṇa wird im angeführten Reinigungsvers entsprechend dem hiesigen Rad-Kontext wiedergegeben; das Wort besitzt auch die Bedeutungen Fuß, Gang und Wandel. Die Vorlage schreibt prakāra statt prākāra, „Mauer“; die Übersetzung folgt dem Kontext.
Kapitel 7 – Die ineinanderliegenden Räder
tasya nābhimaṇḍalasaṃsthāne upalakṣyate niratiśayānandadivyatejorāśiḥ | tanmadhye ca sahasrāracakraṃ prajvalati |
tadakhaṇḍadivyatejomaṇḍalākāraṃ paramānandasaudāminīnicayojjvalam | tadabhyantarasaṃsthāne ṣaṭśatāracakraṃ
prajvalati | tasyāmitaparamatejaḥ paramavihārasaṃsthānaviśeṣaṃ
vijñānaghanasvarūpam | tadantarāle triśatāracakraṃ vibhāti |
tacca paramakalyāṇavilāsaviśeṣamanantacidādityasamaṣṭyākaram |
tadabhyantare śatāracakramābhāti | tacca paramatejomaṇḍalaviśeṣam | tanmadhye ṣaṣṭyaracakramābhāti | tacca
brahmatejaḥparamavilāsaviśeṣam | tadabhyantarasaṃsthāne
ṣaṭkoṇacakraṃ prajvalati | taccāparicchinnānantadivyatejorāśyākaram |
tadabhyantare mahānandapadaṃ vibhāti | tatkarṇikāyāṃ
sūryenduvahnimaṇḍalāni cinmayāni jvalanti | tatropalakṣyate
niratiśayadivyatejorāśiḥ |
In seiner Nabenmitte ist eine göttliche Lichtfülle unübertrefflicher Glückseligkeit wahrnehmbar. Darin leuchtet das tausendspeichige Rad: ein Kreis ungeteilten göttlichen Lichts, strahlend wie eine Menge höchster Glückseligkeitsblitze. Darin leuchtet das sechshundertspeichige Rad; sein unermessliches höchstes Licht ist ein besonderer höchster Spielort, dessen Wesen verdichtete Einsicht ist. Darin leuchtet das dreihundertspeichige Rad: besondere Entfaltung höchsten Heils, Gesamtgestalt unendlicher Bewusstseinssonnen. Darin erscheint das hundertspeichige Rad, ein besonderer Kreis höchsten Lichts. In seiner Mitte erscheint das sechzigspeichige Rad, besondere höchste Entfaltung des Brahman-Lichts. Darin leuchtet ein Sechseckrad, Gestalt unbegrenzter unendlicher göttlicher Lichtfülle. Darin erscheint der Ort großer Glückseligkeit. In seiner Mitte leuchten Kreise von Sonne, Mond und Feuer aus Bewusstsein. Dort ist unübertreffliche göttliche Lichtfülle wahrnehmbar.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tasya nābhi-maṇḍala-saṃsthāne – in seiner Nabenmitte; upalakṣyate – wird wahrgenommen; niratiśaya-ānanda-divya-tejas-rāśiḥ – göttliche Lichtfülle unübertrefflicher Glückseligkeit; tat-madhye sahasra-ara-cakram prajvalati – darin leuchtet tausendspeichiges Rad; akhaṇḍa-divya-tejas-maṇḍala-ākāram – Kreis ungeteilten göttlichen Lichts; parama-ānanda-saudāminī-nicaya-ujjvalam – wie Menge höchster Glückseligkeitsblitze strahlend; tat-abhyantara-saṃsthāne – im Inneren; ṣaṭśata-ara-cakram – sechshundertspeichiges Rad; tasya amita-parama-tejaḥ – sein unermessliches höchstes Licht; parama-vihāra-saṃsthāna-viśeṣam – besonderer höchster Spielort; vijñāna-ghana-svarūpam – verdichtete Einsicht als Wesen; tat-antarāle triśata-ara-cakram vibhāti – darin leuchtet dreihundertspeichiges Rad; parama-kalyāṇa-vilāsa-viśeṣam – besondere Entfaltung höchsten Heils; ananta-cit-āditya-samaṣṭi-ākāram – Gesamtgestalt unendlicher Bewusstseinssonnen; śata-ara-cakram – hundertspeichiges Rad; parama-tejas-maṇḍala-viśeṣam – besonderer Kreis höchsten Lichts; ṣaṣṭi-ara-cakram – sechzigspeichiges Rad; brahma-tejas-parama-vilāsa-viśeṣam – besondere höchste Entfaltung des Brahman-Lichts; ṣaṭkoṇa-cakram – Sechseckrad; aparicchinna-ananta-divya-tejas-rāśi-ākāram – unbegrenzte unendliche göttliche Lichtfülle; mahā-ānanda-padam – Ort großer Glückseligkeit; tat-karṇikāyām – in seiner Mitte; sūrya-indu-vahni-maṇḍalāni cinmayāni jvalanti – Sonnen-, Mond- und Feuerkreise aus Bewusstsein leuchten; tatra upalakṣyate – dort wahrnehmbar; niratiśaya-divya-tejas-rāśiḥ – unübertreffliche göttliche Lichtfülle.
Kapitel 7 – Sudarshana-Purusha
tadabhyantarasaṃsthāne yugapaduditānantakoṭiraviprakāśaḥ sudarśanapuruṣo virājate | sudarśanapuruṣo
mahāviṣṇureva | mahāviṣṇoḥ samastāsādhāraṇacihnacihnitaḥ |
evamupāsakaḥ sudarśanapuruṣa dhyātvā vividhopacārairārādhya
pradakṣiṇanamaskārānvidhāyopāsakastenābhipūjitastadanujñātaścoparyupari gatvā paramānandamayānantavaikuṇṭhānavalokyopāsakaḥ
paramānandaṃ prāpa | tata upari vividhavicitrānantacidvilāsavibhūtiviśeṣānatikramyānantaparamānandavibhūtisamaṣṭiviśeṣānantaniratiśayānantasamudrānatītyopāsakaḥ krameṇādvaitasaṃsthānaṃ prāpa ||
Darin glänzt der Sudarshana-Purusha wie unzählige Millionen gleichzeitig aufgehender Sonnen. Er ist Mahavishnu selbst, mit allen besonderen Kennzeichen Mahavishnus versehen. Der Verehrende meditiert so über den Sudarshana-Purusha, verehrt ihn mit verschiedenen Gaben und vollzieht Umschreitungen und Verneigungen. Von ihm geehrt und ermächtigt, steigt er höher, schaut unendliche Vaikunthas höchster Glückseligkeit und erlangt höchste Glückseligkeit. Darüber überschreitet er vielfältige wunderbare unendliche Besonderheiten der Bewusstseinsentfaltung und unendliche, unübertreffliche Ozeane als besondere Gesamtheiten der Herrlichkeit höchster Glückseligkeit. So erreicht er allmählich den Ort der Nichtdualität.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-abhyantara-saṃsthāne – im Inneren; yugapad-udita-ananta-koṭi-ravi-prakāśaḥ – wie unzählige Millionen gleichzeitig aufgehender Sonnen leuchtend; sudarśana-puruṣaḥ virājate – Sudarshana-Purusha glänzt; mahāviṣṇuḥ eva – Mahavishnu selbst; mahāviṣṇoḥ samasta-asādhāraṇa-cihna-cihnitaḥ – mit allen besonderen Kennzeichen Mahavishnus versehen; evam upāsakaḥ sudarśana-puruṣam dhyātvā – Verehrender meditiert so über Sudarshana-Purusha; vividha-upacāraiḥ ārādhya – mit verschiedenen Gaben verehrend; pradakṣiṇa-namaskārān vidhāya – Umschreitungen und Verneigungen vollziehend; tena abhipūjitaḥ tat-anujñātaḥ – von ihm geehrt und ermächtigt; upari upari gatvā – höher steigend; parama-ānandamaya-ananta-vaikuṇṭhān avalokya – unendliche Vaikunthas höchster Glückseligkeit schauend; parama-ānandam prāpa – erlangte höchste Glückseligkeit; tataḥ upari – darüber; vividha-vicitra-ananta-cit-vilāsa-vibhūti-viśeṣān atikramya – vielfältige wunderbare unendliche Besonderheiten der Bewusstseinsentfaltung überschreitend; ananta-parama-ānanda-vibhūti-samaṣṭi-viśeṣa – besondere Gesamtheiten unendlicher höchster Glückseligkeitsherrlichkeit; ananta-niratiśaya-ananta-samudrān atītya – unendliche unübertreffliche Ozeane überschreitend; krameṇa advaita-saṃsthānam prāpa – erlangte allmählich den Ort der Nichtdualität.
Anmerkung: Die Tippformen yuagapad und mahaviṣṇoḥ werden zu yugapad und mahāviṣṇoḥ berichtigt.
Kapitel 7 – Der Ort der Nichtdualität
kathamadvaitasaṃsthānam | akhaṇḍānandasvarūpamanirvācyamatibodhasāgaramamitānandasamudraṃ
vijātīyaviśeṣavivarjitaṃ sajātīyaviśeṣaviśeṣitaṃ
niravayavaṃ nirādhāraṃ nirvikāraṃ nirañjanamanantabrahmānandasamaṣṭikandaṃ paramacidvilāsasamaṣṭyākāraṃ nirmalaṃ niravadyaṃ nirāśrayamatinirmalānantakoṭiraviprakāśaikasphuliṅgamanantopaniṣadarthasvarūpamakhilapramāṇātītaṃ
manovācāmagocaraṃ nityamuktasvarūpamanādhāramādimadhyāntaśūnyaṃ kaivalyaṃ paramaṃ śāntaṃ
sūkṣmataraṃ mahato mahattaramaparimitānandaviśeṣaṃ
śuddhabodhānandavibhūtiviśeṣamanantānandavibhūtiviśeṣasamaṣṭirūpamakṣaramanirdeśyaṃ kūṭasthamacalaṃ dhruvamadigdeśakālamantarbahiśca tatsarvaṃ
vyāpya paripūrṇaṃ paramayogibhirvimṛgyaṃ deśataḥ
kālato vastutaḥ paricchedarahitaṃ nirantarābhinavaṃ
nityaparipūrṇamakhaṇḍānandāmṛtaviśeṣaṃ śāśvataṃ
paramaṃ padaṃ niratiśayānandānantataṭitparvatākāramadvitīyaṃ svayamprakāśamaniśaṃ jvalati | paramānandalakṣaṇāparicchinnānantaparaṃjyotiḥ śāśvataṃ śaśvadvibhāti |
Wie ist der Ort der Nichtdualität? Er ist ungeteilte Glückseligkeit, unaussagbar, ein Ozean höchster Erkenntnis und unermesslicher Glückseligkeit; ohne Verschiedenheit gegenüber Andersartigem, mit besonderer Bestimmung innerhalb des Gleichartigen [so der Text]; teilelos, ohne Grundlage, unveränderlich, unbefleckt, Wurzel der Gesamtheit unendlicher Brahman-Wonne, Gesamtgestalt höchster Bewusstseinsentfaltung; rein, makellos, ohne Stütze. Ein einziger Funke von ihm leuchtet wie unendlich viele Millionen ganz reiner Sonnen. Er ist das Wesen der Bedeutung unendlicher Upanishaden, jenseits aller Erkenntnismittel, unerreichbar für Geist und Sprache, von ewig befreitem Wesen, ohne Grundlage, Anfang, Mitte und Ende; höchstes friedvolles Alleinsein, feiner als das Feine, größer als das Große; besondere unermessliche Glückseligkeit, besondere Herrlichkeit reiner Erkenntnis und Glückseligkeit, Gesamtgestalt unendlicher besonderer Glückseligkeitsherrlichkeit; unvergänglich, unbestimmbar, unverrückbar, unbewegt, fest, ohne Richtung, Ort und Zeit. Innen und außen durchdringt und erfüllt er alles. Höchste Yogis suchen ihn; er ist ohne räumliche, zeitliche und sachliche Begrenzung, unablässig neu, ewig vollkommen, besonderer Nektar ungeteilter Glückseligkeit, ewiger höchster Ort, eine Gestalt unendlicher Blitzberge unübertrefflicher Glückseligkeit. Zweitlos und selbstleuchtend strahlt er unaufhörlich. Das ewige, unbegrenzte, unendliche höchste Licht, durch höchste Glückseligkeit gekennzeichnet, leuchtet immerzu.
Wort-für-Wort-Erläuterung: katham advaita-saṃsthānam – wie Ort der Nichtdualität; akhaṇḍa-ānanda-svarūpam – ungeteilte Glückseligkeit als Wesen; anirvācyam – unaussagbar; ati-bodha-sāgaram – Ozean höchster Erkenntnis; amita-ānanda-samudram – Ozean unermesslicher Glückseligkeit; vijātīya-viśeṣa-vivarjitam – ohne Verschiedenheit gegenüber Andersartigem; sajātīya-viśeṣa-viśeṣitam – mit besonderer Bestimmung innerhalb des Gleichartigen; niravayavam – teilelos; nirādhāram – ohne Grundlage; nirvikāram – unveränderlich; nirañjanam – unbefleckt; ananta-brahma-ānanda-samaṣṭi-kandam – Wurzel der Gesamtheit unendlicher Brahman-Wonne; parama-cit-vilāsa-samaṣṭi-ākāram – Gesamtgestalt höchster Bewusstseinsentfaltung; nirmalam – rein; niravadyam – makellos; nirāśrayam – ohne Stütze; ati-nirmala-ananta-koṭi-ravi-prakāśa-eka-sphuliṅgam – ein Funke wie unendliche Millionen ganz reiner Sonnen leuchtend; ananta-upaniṣat-artha-svarūpam – Wesen der Bedeutung unendlicher Upanishaden; akhila-pramāṇa-atītam – jenseits aller Erkenntnismittel; manas-vācām agocaram – unerreichbar für Geist und Sprache; nitya-mukta-svarūpam – ewig befreites Wesen; anādhāram – ohne Grundlage; ādi-madhya-anta-śūnyam – ohne Anfang, Mitte und Ende; kaivalyam paramam śāntam – höchstes friedvolles Alleinsein; sūkṣmataram – feiner; mahataḥ mahattaram – größer als das Große; aparimita-ānanda-viśeṣam – besondere unermessliche Glückseligkeit; śuddha-bodha-ānanda-vibhūti-viśeṣam – besondere Herrlichkeit reiner Erkenntnis und Glückseligkeit; ananta-ānanda-vibhūti-viśeṣa-samaṣṭi-rūpam – Gesamtgestalt unendlicher besonderer Glückseligkeitsherrlichkeit; akṣaram – unvergänglich; anirdeśyam – unbestimmbar; kūṭastham – unverrückbar; acalam – unbewegt; dhruvam – fest; a-dik-deśa-kālam – ohne Richtung, Ort und Zeit; antar-bahiḥ ca tat sarvam vyāpya paripūrṇam – alles innen und außen durchdringend und erfüllend; parama-yogibhiḥ vimṛgyam – von höchsten Yogis gesucht; deśataḥ kālataḥ vastutaḥ pariccheda-rahitam – ohne räumliche, zeitliche und sachliche Begrenzung; nirantara-abhinavam – unablässig neu; nitya-paripūrṇam – ewig vollkommen; akhaṇḍa-ānanda-amṛta-viśeṣam – besonderer Nektar ungeteilter Glückseligkeit; śāśvatam paramam padam – ewiger höchster Ort; niratiśaya-ānanda-ananta-taṭit-parvata-ākāram – Gestalt unendlicher Blitzberge unübertrefflicher Glückseligkeit; advitīyam svayam-prakāśam aniśam jvalati – zweitlos selbstleuchtend unaufhörlich strahlend; parama-ānanda-lakṣaṇa-aparicchinna-ananta-param-jyotiḥ – unbegrenztes unendliches höchstes Licht höchster Glückseligkeit; śāśvatam śaśvat vibhāti – ewig und immerzu leuchtend.
Anmerkung: Die Quelle liest ausdrücklich sajātīyaviśeṣaviśeṣitam. Eine Negation, wie sie bei einer streng unterschiedslosen Brahman-Definition erwartet werden könnte, wird nicht stillschweigend ergänzt.
Kapitel 7 – Der Berg aus Bewusstsein
tadabhyantarasaṃsthāne'mitānandacidrūpācalamakhaṇḍaparamānandaviśeṣaṃ bodhānandamahojjvalaṃ
nityamaṅgalamandiraṃ cinmathanāvirbhūtaṃ
citsāramanantāścaryasāgaramamitatejorāśyantargatatejoviśeṣamanantānandapravāhairalaṅkṛtaṃ
niratiśayānandapārāvārākāraṃ nirupamanityaniravadyaniratiśayaniravadhikatejorāśiviśeṣaṃ niratiśayānandasahasraprākārairalaṅkṛtaṃ śuddhabodhasaudhāvaliviśeṣairalaṅkṛtaṃ cidānandamayānantadivyārāmaiḥ
suśobhitaṃ śaśvadamitapuṣpavṛṣṭibhiḥ samantataḥ
santatam |
In seinem Inneren liegt ein Berg aus Bewusstsein und unermesslicher Glückseligkeit: besondere ungeteilte höchste Glückseligkeit, im Glanz von Erkenntnis und Glückseligkeit strahlend, ewig heilvolle Heimstatt; durch Quirlen des Bewusstseins hervorgebracht, Essenz des Bewusstseins, Ozean unendlicher Wunder, besonderes Licht in unermesslicher Lichtfülle; mit unendlichen Glückseligkeitsströmen geschmückt, Gestalt eines Ozeans unübertrefflicher Glückseligkeit. Er ist eine unvergleichliche, ewige, makellose, unübertreffliche und unbegrenzte besondere Lichtfülle, geschmückt mit tausend Mauern unübertrefflicher Glückseligkeit und besonderen Palastreihen reiner Erkenntnis, schön durch unendliche göttliche Gärten aus Bewusstsein und Glückseligkeit, ringsum stets von unermesslichem Blumenregen bedeckt.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-abhyantara-saṃsthāne – in seinem Inneren; amita-ānanda-cit-rūpa-acalam – Berg aus Bewusstsein und unermesslicher Glückseligkeit; akhaṇḍa-parama-ānanda-viśeṣam – besondere ungeteilte höchste Glückseligkeit; bodha-ānanda-mahas-ujjvalam – im Glanz von Erkenntnis und Glückseligkeit strahlend; nitya-maṅgala-mandiram – ewig heilvolle Heimstatt; cit-manthana-āvirbhūtam – durch Quirlen des Bewusstseins hervorgebracht; cit-sāram – Bewusstseinsessenz; ananta-āścarya-sāgaram – Ozean unendlicher Wunder; amita-tejas-rāśi-antargata-tejas-viśeṣam – besonderes Licht in unermesslicher Lichtfülle; ananta-ānanda-pravāhaiḥ alaṅkṛtam – mit unendlichen Glückseligkeitsströmen geschmückt; niratiśaya-ānanda-pārāvāra-ākāram – Gestalt eines Ozeans unübertrefflicher Glückseligkeit; nirupama-nitya-niravadya-niratiśaya-niravadhika-tejas-rāśi-viśeṣam – unvergleichliche ewige makellose unübertreffliche unbegrenzte besondere Lichtfülle; niratiśaya-ānanda-sahasra-prākāraiḥ alaṅkṛtam – mit tausend Mauern unübertrefflicher Glückseligkeit geschmückt; śuddha-bodha-saudha-āvali-viśeṣaiḥ alaṅkṛtam – mit besonderen Palastreihen reiner Erkenntnis geschmückt; cit-ānandamaya-ananta-divya-ārāmaiḥ suśobhitam – schön durch unendliche göttliche Bewusstseinsglückseligkeitsgärten; śaśvat-amita-puṣpa-vṛṣṭibhiḥ samantataḥ santatam – ringsum stets von unermesslichem Blumenregen bedeckt.
Kapitel 7 – Das gesuchte höchste Ziel
tadeva tripādvibhūti vaikuṇṭhasthānaṃ tadeva
paramakaivalyam | tadevābādhitaparamatattvam | tadevānantopaniṣadvimṛgyam | tadeva paramayogibhirmumukṣibhiḥ
sarvairāśāsyamānam | tadeva sadghanam | tadeva cidghanam |
tadevānandaghanam | tadeva śuddhabodhaghanaviśeṣamakhaṇḍānandabrahmacaitanyādhidevatāsvarūpam |
Eben dies ist Vaikuntha der Dreiviertelherrlichkeit, das höchste Alleinsein, die unaufhebbare höchste Wirklichkeit, das durch unendliche Upanishaden Gesuchte, das von allen höchsten Yogis und Befreiungssuchenden Ersehnte. Es ist verdichtetes Sein, verdichtetes Bewusstsein, verdichtete Glückseligkeit und besondere verdichtete reine Erkenntnis: das Wesen der Gottheit, die über dem Brahman-Bewusstsein ungeteilter Glückseligkeit waltet.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat eva – eben dies, jeweils wiederholt; tripād-vibhūti-vaikuṇṭha-sthānam – Vaikuntha-Ort der Dreiviertelherrlichkeit; parama-kaivalyam – höchstes Alleinsein; abādhita-parama-tattvam – unaufhebbare höchste Wirklichkeit; ananta-upaniṣat-vimṛgyam – durch unendliche Upanishaden gesucht; parama-yogibhiḥ mumukṣubhiḥ sarvaiḥ āśāsyamānam – von allen höchsten Yogis und Befreiungssuchenden ersehnt; sat-ghanam – verdichtetes Sein; cit-ghanam – verdichtetes Bewusstsein; ānanda-ghanam – verdichtete Glückseligkeit; śuddha-bodha-ghana-viśeṣam – besondere verdichtete reine Erkenntnis; akhaṇḍa-ānanda-brahma-caitanya-adhidevatā-svarūpam – Wesen der über dem Brahman-Bewusstsein ungeteilter Glückseligkeit waltenden Gottheit.
Kapitel 7 – Die zweiunddreißig Entfaltungen
sarvādhiṣṭhānamadvayaparabrahmavihāramaṇḍalaṃ
niratiśayānandatejomaṇḍalamadvaitaparamānandalakṣaṇaparabrahmaṇaḥ paramādhiṣṭhānamaṇḍalaṃ niratiśayaparamānandaparamamūrtiviśeṣamaṇḍalamanantaparamamūrtisamaṣṭimaṇḍalaṃ niratiśayaparamānandalakṣaṇaparabrahmaṇaḥ paramamūrtiparamatattvavilāsaviśeṣamaṇḍalaṃ
bodhānandamayānantaparamavilāsavibhūtiviśeṣasamaṣṭimaṇḍalamanantacidvilāsavibhūtiviśeṣasamaṣṭimaṇḍalamakhaṇḍaśuddhacaitanyanijamūrtiviśeṣavigrahaṃ
vācāmagocarānantaśuddhabodhaviśeṣavigrahamanantānandasamudrasamaṣṭyākāramanantabodhācalairadhiṣṭhitaṃ
niratiśayānandaparamamaṅgalaviśeṣasamaṣṭyākāramakhaṇḍādvaitaparamānandalakṣaṇaparabrahmaṇaḥ paramamūrtiparamatejaḥpuñjapiṇḍaviśeṣaṃ cidrūpādityamaṇḍalaṃ
dvātriṃśadvyūhabhedairadhiṣṭhitam |
vyūhabhedāśca keśavādicaturviṃśatiḥ |
sudarśanādinyāsamantrāḥ | sudarśanādi yantroddhāraḥ |
anantagaruḍaviśvaksenāśca niratiśayānandāśca |
Es ist die Grundlage aller, Spielkreis des nichtdualen höchsten Brahman, Lichtkreis unübertrefflicher Glückseligkeit, höchster Grundkreis des höchsten Brahman nichtdualer höchster Glückseligkeit; Kreis seiner besonderen höchsten Gestalt unübertrefflicher höchster Glückseligkeit, Gesamtkreis unendlicher höchster Gestalten; besonderer Entfaltungskreis der höchsten Gestalt und Wirklichkeit Brahmans, dessen Kennzeichen unübertreffliche höchste Glückseligkeit sind. Es ist die Gesamtheit unendlicher besonderer Herrlichkeiten höchster Entfaltung aus Erkenntnis und Glückseligkeit, die Gesamtheit unendlicher besonderer Bewusstseinsentfaltungen; eigene besondere Gestalt ungeteilten reinen Bewusstseins, unsagbare Gestalt unendlicher reiner Erkenntnis, Gesamtgestalt unendlicher Glückseligkeitsozeane, von unendlichen Erkenntnisbergen getragen; Gesamtgestalt unübertrefflicher Glückseligkeit und höchster Heilsgestalten, besondere verdichtete höchste Lichtfülle der höchsten Gestalt Brahmans ungeteilter nichtdualer höchster Glückseligkeit. Dieser Sonnenkreis aus Bewusstsein wird von zweiunddreißig verschiedenen Entfaltungen getragen. Die Entfaltungen sind die vierundzwanzig von Keshava an, ferner die Nyasa-Mantras von Sudarshana an und die Darstellung des Yantras von Sudarshana an; Ananta, Garuda, Vishvaksena und die unübertrefflichen Glückseligkeiten [die Aufzählung ist nicht eindeutig gegliedert].
Wort-für-Wort-Erläuterung: sarva-adhiṣṭhānam – Grundlage aller; advaya-para-brahma-vihāra-maṇḍalam – Spielkreis nichtdualen höchsten Brahmans; niratiśaya-ānanda-tejas-maṇḍalam – Lichtkreis unübertrefflicher Glückseligkeit; advaita-parama-ānanda-lakṣaṇa-para-brahmaṇaḥ parama-adhiṣṭhāna-maṇḍalam – höchster Grundkreis Brahmans nichtdualer höchster Glückseligkeit; niratiśaya-parama-ānanda-parama-mūrti-viśeṣa-maṇḍalam – Kreis besonderer höchster Gestalt unübertrefflicher höchster Glückseligkeit; ananta-parama-mūrti-samaṣṭi-maṇḍalam – Gesamtkreis unendlicher höchster Gestalten; parama-mūrti-parama-tattva-vilāsa-viśeṣa-maṇḍalam – besonderer Entfaltungskreis höchster Gestalt und Wirklichkeit; bodha-ānandamaya-ananta-parama-vilāsa-vibhūti-viśeṣa-samaṣṭi-maṇḍalam – Gesamtkreis unendlicher besonderer höchster Erkenntnisglückseligkeitsentfaltungen; ananta-cit-vilāsa-vibhūti-viśeṣa-samaṣṭi-maṇḍalam – Gesamtkreis unendlicher besonderer Bewusstseinsentfaltungen; akhaṇḍa-śuddha-caitanya-nija-mūrti-viśeṣa-vigraham – eigene besondere Gestalt ungeteilten reinen Bewusstseins; vācām agocara-ananta-śuddha-bodha-viśeṣa-vigraham – unsagbare Gestalt unendlicher reiner Erkenntnis; ananta-ānanda-samudra-samaṣṭi-ākāram – Gesamtgestalt unendlicher Glückseligkeitsozeane; ananta-bodha-acalaiḥ adhiṣṭhitam – von unendlichen Erkenntnisbergen getragen; niratiśaya-ānanda-parama-maṅgala-viśeṣa-samaṣṭi-ākāram – Gesamtgestalt unübertrefflicher Glückseligkeit und höchster Heilsgestalten; akhaṇḍa-advaita-parama-ānanda-lakṣaṇa-para-brahmaṇaḥ – des Brahman ungeteilter nichtdualer höchster Glückseligkeit; parama-mūrti-parama-tejas-puñja-piṇḍa-viśeṣam – besondere verdichtete höchste Lichtfülle höchster Gestalt; cit-rūpa-āditya-maṇḍalam – Bewusstseinssonnenkreis; dvātriṃśat-vyūha-bhedaiḥ adhiṣṭhitam – von zweiunddreißig verschiedenen Entfaltungen getragen; vyūha-bhedāḥ ca – verschiedene Entfaltungen sind; keśava-ādi-caturviṃśatiḥ – vierundzwanzig von Keshava an; sudarśana-ādi-nyāsa-mantrāḥ – Nyasa-Mantras von Sudarshana an; sudarśana-ādi-yantra-uddhāraḥ – Darstellung des Yantras von Sudarshana an; ananta-garuḍa-viśvaksenāḥ ca – Ananta, Garuda und Vishvaksena; niratiśaya-ānandāḥ ca – und unübertreffliche Glückseligkeiten.
Anmerkung: Die behauptete Zahl 32 lässt sich aus der nachfolgenden, offenbar gestörten Aufzählung nicht sicher rekonstruieren. Die Formeln werden vollständig wiedergegeben; fehlende Namen werden nicht ergänzt.
Kapitel 7 – Palast, Pranava und acht Silben
ānandavyūhamadhye sahasrakoṭiyojanāyatonnatacinmayaprāsādaṃ brahmānandamayavimānakoṭibhiratimaṅgalamanantopaniṣadarthārāmajālasaṃkulaṃ
sāmahaṃsakūjitairatiśobhitamānandamayānantaśikharairalaṅkṛtaṃ cidānandarasanirjharairabhivyāptamakhaṇḍānandatejorāśyantarasthitamanantānandāścaryasāgaraṃ
tadabhyantarasaṃsthāne'nantakoṭiraviprakāśātiśayaprākāraṃ niratiśayānandalakṣaṇaṃ praṇavākhyaṃ
vimānaṃ virājate | śatakoṭiśikharairānandamayaiḥ
samujjvalati | tadantarāle bodhānandācaloparyaṣṭākṣarīmaṇṭapo vibhāti | tanmadhye ca cidānandamayavedikānandavanavibhūṣitā | tadupari jvalati niratiśayānandatejorāśiḥ |
tadabhyantarasaṃsthāne'ṣṭākṣarīpadmavibhūṣitaṃ
cinmayāsanaṃ virājate | praṇavakarṇikāyāṃ sūryenduvahnimaṇḍalāni cinmayāni jvalanti |
Inmitten der Glückseligkeitsentfaltung befindet sich ein Bewusstseinspalast, tausend Crore Yojanas lang und hoch, überaus heilvoll durch Millionen Gebäude aus Brahman-Wonne; angefüllt mit Gartenanlagen der Bedeutungen unendlicher Upanishaden, geschmückt mit dem Rufen der Sama-Schwäne und unendlichen Glückseligkeitsspitzen, durchzogen von Wasserfällen der Essenz von Bewusstsein und Glückseligkeit, innerhalb ungeteilter Glückseligkeitslichtfülle gelegen: ein Ozean unendlicher Glückseligkeitswunder. Darin glänzt ein Gebäude namens Pranava, dessen Mauern den Glanz unendlicher Millionen Sonnen übertreffen, gekennzeichnet durch unübertreffliche Glückseligkeit. Mit hundert Crore Glückseligkeitsspitzen strahlt es. Darin leuchtet auf dem Berg der Erkenntnisglückseligkeit die Halle des achtsilbigen Mantras. In ihrer Mitte liegt ein Altar aus Bewusstsein und Glückseligkeit, mit einem Glückseligkeitswald geschmückt. Darüber strahlt eine Lichtfülle unübertrefflicher Glückseligkeit. Darin glänzt ein Bewusstseinssitz, geschmückt mit dem Lotus des achtsilbigen Mantras. In der Pranava-Mitte leuchten Sonnen-, Mond- und Feuerkreise aus Bewusstsein.
Wort-für-Wort-Erläuterung: ānanda-vyūha-madhye – inmitten der Glückseligkeitsentfaltung; sahasra-koṭi-yojana-āyata-unnata-cinmaya-prāsādam – tausend Crore Yojanas langer und hoher Bewusstseinspalast; brahma-ānandamaya-vimāna-koṭibhiḥ ati-maṅgalam – überaus heilvoll durch Millionen Brahman-Wonne-Gebäude; ananta-upaniṣat-artha-ārāma-jāla-saṃkulam – voll Gartenanlagen der Bedeutungen unendlicher Upanishaden; sāma-haṃsa-kūjitaiḥ ati-śobhitam – mit Rufen der Sama-Schwäne geschmückt; ānandamaya-ananta-śikharaiḥ alaṅkṛtam – mit unendlichen Glückseligkeitsspitzen geschmückt; cit-ānanda-rasa-nirjharaiḥ abhivyāptam – von Wasserfällen der Bewusstseinsglückseligkeitsessenz durchzogen; akhaṇḍa-ānanda-tejas-rāśi-antar-sthitam – innerhalb ungeteilter Glückseligkeitslichtfülle gelegen; ananta-ānanda-āścarya-sāgaram – Ozean unendlicher Glückseligkeitswunder; tat-abhyantara-saṃsthāne – im Inneren; ananta-koṭi-ravi-prakāśa-atiśaya-prākāram – Mauern übertreffen Glanz unendlicher Millionen Sonnen; niratiśaya-ānanda-lakṣaṇam – durch unübertreffliche Glückseligkeit gekennzeichnet; praṇava-ākhyam vimānam virājate – Gebäude namens Pranava glänzt; śata-koṭi-śikharaiḥ ānandamayaiḥ samujjvalati – mit hundert Crore Glückseligkeitsspitzen strahlend; tat-antarāle bodha-ānanda-acala-upari – darin auf Erkenntnisglückseligkeitsberg; aṣṭākṣarī-maṇṭapaḥ vibhāti – Halle des achtsilbigen Mantras leuchtet; tat-madhye cit-ānandamaya-vedikā – in Mitte Bewusstseinsglückseligkeitsaltar; ānanda-vana-vibhūṣitā – mit Glückseligkeitswald geschmückt; tat-upari jvalati niratiśaya-ānanda-tejas-rāśiḥ – darüber strahlt Lichtfülle unübertrefflicher Glückseligkeit; aṣṭākṣarī-padma-vibhūṣitam cinmaya-āsanam virājate – mit Lotus des achtsilbigen Mantras geschmückter Bewusstseinssitz glänzt; praṇava-karṇikāyām – in Pranava-Mitte; sūrya-indu-vahni-maṇḍalāni cinmayāni jvalanti – Sonnen-, Mond- und Feuerkreise aus Bewusstsein leuchten.
Kapitel 7 – Das große Narayana-Yantra
tatrākhaṇḍānandatejorāśyantargataṃ paramamaṅgalākāramanantāsanaṃ
virājate | tasyopari ca mahāyantraṃ prajvalati | niratiśayabrahmānandaparamamūrtimahāyantraṃ samastabrahmatejorāśisamaṣṭirūpaṃ citsvarūpaṃ nirañjanaṃ parabrahmasvarūpaṃ parabrahmaṇaḥ paramarahasyakaivalyaṃ mahāyantramayaparamavaikuṇṭhanārāyaṇayantraṃ vijayate |
Dort glänzt innerhalb ungeteilter Glückseligkeitslichtfülle der höchst heilvolle Sitz Anantas. Darüber leuchtet das große Yantra, höchste Gestalt unübertrefflicher Brahman-Wonne, Gesamtgestalt aller Brahman-Lichtfülle, Bewusstsein selbst, unbefleckt, Wesen des höchsten Brahman, höchst geheimes Alleinsein Brahmans. Siegreich erstrahlt das Yantra Narayanas des höchsten Vaikuntha in Gestalt des großen Yantras.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tatra – dort; akhaṇḍa-ānanda-tejas-rāśi-antargatam – innerhalb ungeteilter Glückseligkeitslichtfülle; parama-maṅgala-ākāram – höchst heilvolle Gestalt; ananta-āsanam virājate – Ananta-Sitz glänzt; tasya upari mahāyantram prajvalati – darüber leuchtet großes Yantra; niratiśaya-brahma-ānanda-parama-mūrti-mahāyantram – großes Yantra als höchste Gestalt unübertrefflicher Brahman-Wonne; samasta-brahma-tejas-rāśi-samaṣṭi-rūpam – Gesamtgestalt aller Brahman-Lichtfülle; cit-svarūpam – Bewusstsein selbst; nirañjanam – unbefleckt; para-brahma-svarūpam – Wesen des höchsten Brahman; para-brahmaṇaḥ parama-rahasya-kaivalyam – höchst geheimes Alleinsein Brahmans; mahāyantramaya-parama-vaikuṇṭha-nārāyaṇa-yantram – Yantra Narayanas des höchsten Vaikuntha in Gestalt des großen Yantras; vijayate – erstrahlt siegreich.
Kapitel 7 – Yantra: Mitte und Sechseck
tatsvarūpaṃ kathamiti |
deśikastatheti hovāca | ādau ṣaṭkoṇacakram | tanmadhye
ṣaṭdalapadmam | tatkarṇikāyāṃ praṇava oṃiti | praṇavamadhye
nārāyaṇabījamiti | tatsādhyagarbhitaṃ mama sarvābhīṣṭasiddhiṃ
kurukuru svāheti | tatpadmadaleṣu viṣṇunṛsiṃhaṣaḍakṣaramantrau oṃ namo viṣṇave aiṃ klīṃ śrīṃ hrīṃ kṣmauṃ phaṭ |
taddalakapoleṣu rāmakṛṣṇaṣaḍakṣaramantrau | rāṃ
rāmāya namaḥ | klīṃ kṛṣṇāya namaḥ | ṣaṭkoṇeṣu
sudarśanaṣaḍakṣaramantraḥ | sahasrāra huṃ phaḍiti | ṣaṭkoṇakapoleṣu praṇavayuktaśivapañcākṣaramantraḥ | oṃ namaḥ
śivāyeti |
„Wie ist es beschaffen?“ Der Lehrer antwortet: „So: Zuerst ein Sechseckrad, darin ein sechsblättriger Lotus. In seiner Mitte steht der Pranava, ‚Om‘. Im Pranava steht Narayanas Keimsilbe, eingeschlossen das zu Erreichende: ‚Erfülle, erfülle mir alles Gewünschte, Svaha.‘ Auf den Lotusblättern stehen die sechssilbigen Mantras Vishnus und Nrisimhas: ‚Om, Verehrung Vishnu‘; ‚Aiṃ klīṃ śrīṃ hrīṃ kṣmauṃ phaṭ‘. Auf den Blattflanken stehen die sechssilbigen Rama- und Krishna-Mantras: ‚Rāṃ, Verehrung Rama‘; ‚Klīṃ, Verehrung Krishna‘. In den sechs Ecken steht das sechssilbige Sudarshana-Mantra: ‚Tausendspeichiger, huṃ phaṭ‘. Auf den Sechseckflanken steht Shivas fünfsilbiges Mantra, mit Pranava versehen: ‚Om, Verehrung Shiva‘.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-svarūpam katham – wie sein Wesen; deśikaḥ tathā iti ha uvāca – Lehrer antwortet so; ādau ṣaṭkoṇa-cakram – zuerst Sechseckrad; tat-madhye ṣaṭdala-padmam – darin sechsblättriger Lotus; tat-karṇikāyām praṇavaḥ oṃ iti – in Mitte Pranava Om; praṇava-madhye nārāyaṇa-bījam – im Pranava Narayana-Keimsilbe; tat-sādhya-garbhitam – darin das zu Erreichende eingeschlossen; mama sarva-abhīṣṭa-siddhim kuru kuru – erfülle, erfülle mir alles Gewünschte; svāhā – Opferruf Svaha; tat-padma-daleṣu – auf Lotusblättern; viṣṇu-nṛsiṃha-ṣaḍakṣara-mantrau – sechssilbige Vishnu- und Nrisimha-Mantras; oṃ namaḥ viṣṇave – Om, Verehrung Vishnu; aiṃ klīṃ śrīṃ hrīṃ kṣmauṃ phaṭ – Mantrasilben; tat-dala-kapoleṣu – auf Blattflanken; rāma-kṛṣṇa-ṣaḍakṣara-mantrau – sechssilbige Rama- und Krishna-Mantras; rāṃ rāmāya namaḥ – Rāṃ, Verehrung Rama; klīṃ kṛṣṇāya namaḥ – Klīṃ, Verehrung Krishna; ṣaṭkoṇeṣu – in sechs Ecken; sudarśana-ṣaḍakṣara-mantraḥ – sechssilbiges Sudarshana-Mantra; sahasrāra – tausendspeichig; huṃ phaṭ – Mantrarufe; ṣaṭkoṇa-kapoleṣu – auf Sechseckflanken; praṇava-yukta-śiva-pañcākṣara-mantraḥ – Shivas fünfsilbiges Mantra mit Pranava; oṃ namaḥ śivāya – Om, Verehrung Shiva.
Anmerkung: Bija-Silben und Mantrarufe werden lautlich wiedergegeben. Ihre Silbenform ist kein gewöhnlicher übersetzbarer Satz. Kapola bezeichnet hier eine Flanke oder Randzone des jeweiligen Diagrammteils.
Kapitel 7 – Yantra: achtblättriger Lotus
tadbahiḥ praṇavamālāyuktaṃ vṛttam | vṛttādbahiraṣṭadalapadmam | teṣu daleṣu nārāyaṇanṛsiṃhaaṣṭākṣaramantrau | oṃ namo nārāyaṇāya | jayajaya narasiṃha |
taddalasandhiṣu rāmakṛṣṇaśrīkarāṣṭākṣaramantrāḥ |
oṃ rāmāya huṃ phaṭ svāhā | klīṃ dāmodarāya namaḥ |
uttiṣṭha śrīkarasvāhā |
„Außen ein Kreis mit einer Pranava-Girlande; außerhalb davon ein achtblättriger Lotus. Auf seinen Blättern stehen die achtsilbigen Narayana- und Nrisimha-Mantras: ‚Om, Verehrung Narayana‘; ‚Sieg, Sieg, Narasimha!‘ An den Blattverbindungen stehen die achtsilbigen Rama-, Krishna- und Shrikara-Mantras: ‚Om, für Rama, huṃ phaṭ svāhā‘; ‚Klīṃ, Verehrung Damodara‘; ‚Erhebe dich, Shrikara, Svaha‘.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-bahiḥ – außen davon; praṇava-mālā-yuktam vṛttam – Kreis mit Pranava-Girlande; vṛttāt bahiḥ aṣṭadala-padmam – außerhalb des Kreises achtblättriger Lotus; teṣu daleṣu – auf dessen Blättern; nārāyaṇa-nṛsiṃha-aṣṭākṣara-mantrau – achtsilbige Narayana- und Nrisimha-Mantras; oṃ namaḥ nārāyaṇāya – Om, Verehrung Narayana; jaya jaya narasiṃha – Sieg, Sieg, Narasimha; tat-dala-sandhiṣu – an Blattverbindungen; rāma-kṛṣṇa-śrīkara-aṣṭākṣara-mantrāḥ – achtsilbige Rama-, Krishna- und Shrikara-Mantras; oṃ rāmāya huṃ phaṭ svāhā – Om, für Rama, Huṃ Phaṭ Svāhā; klīṃ dāmodarāya namaḥ – Klīṃ, Verehrung Damodara; uttiṣṭha śrīkara svāhā – erhebe dich, Shrikara, Svaha.
Kapitel 7 – Yantra: neunblättriger Lotus
tadbahiḥ praṇavamālāyuktaṃ vṛttam |
vṛttadbahirnavadalapadmam | teṣu daleṣu rāmakṛṣṇahayagrīvanavākṣaramantrāḥ | oṃ rāmacandrāya namoṃ |
klīṃ kṛṣṇāya govindāya klīm | hlauṃ hayagrīvāya namo
hlauṃ | taddalakapoleṣu dakṣiṇāmūrtirīśvaram |
„Außen ein Kreis mit Pranava-Girlande; außerhalb ein neunblättriger Lotus. Auf seinen Blättern stehen die als neunsilbig bezeichneten Rama-, Krishna- und Hayagriva-Mantras: ‚Om, Verehrung Ramachandra, Om‘; ‚Klīṃ, für Krishna, für Govinda, klīm‘; ‚Hlauṃ, Verehrung Hayagriva, hlauṃ‘. Auf den Blattflanken Dakshinamurti, der Herr [die Formulierung ist unvollständig].“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-bahiḥ praṇava-mālā-yuktam vṛttam – außen Kreis mit Pranava-Girlande; vṛttāt bahiḥ navadala-padmam – außerhalb neunblättriger Lotus; teṣu daleṣu – auf seinen Blättern; rāma-kṛṣṇa-hayagrīva-navākṣara-mantrāḥ – als neunsilbig bezeichnete Rama-, Krishna- und Hayagriva-Mantras; oṃ rāmacandrāya namaḥ oṃ – Om, Verehrung Ramachandra, Om, Quellform namoṃ; klīṃ kṛṣṇāya govindāya klīm – Klīṃ, für Krishna und Govinda, Klīm; hlauṃ hayagrīvāya namaḥ hlauṃ – Hlauṃ, Verehrung Hayagriva, Hlauṃ; tat-dala-kapoleṣu – auf Blattflanken; dakṣiṇāmūrtiḥ īśvaram – Dakshinamurti, Herr, grammatisch gestörte Verbindung.
Anmerkung: Beim Rama-Mantra ergibt der zusammengezogene Wortlaut namoṃ keine eindeutige Übereinstimmung mit der angekündigten Neunsilbigkeit. Die Dakshinamurti-Angabe enthält kein ausformuliertes Mantra. Beides bleibt sichtbar, ohne Ergänzung aus anderen Texten.
Kapitel 7 – Yantra: zehnblättriger Lotus
tadbahirnārāyaṇabījayuktaṃ vṛttam | vṛttadbahirdaśadalapadmam |
teṣu daleṣu rāmakṛṣṇadaśākṣaramantrau | huṃ jānakīvallabhāya svāhā | gopījanavallabhāya svāhā | taddalasandhiṣu
nṛsiṃhamālāmantraḥ | oṃ namo bhagavate śrīmahānṛsiṃhāya
karāladaṃṣṭravadanāya mama vighnānpacapaca svāhā |
„Außen ein Kreis mit Narayanas Keimsilbe; außerhalb ein zehnblättriger Lotus. Auf seinen Blättern stehen die zehnsilbigen Rama- und Krishna-Mantras: ‚Huṃ, für Janakis Geliebten, Svaha‘; ‚Für den Geliebten der Gopis, Svaha‘. An den Blattverbindungen steht Nrisimhas Girlandenmantra: ‚Om, Verehrung dem erhabenen Shri-Mahanrisimha, dessen Gesicht schreckliche Fangzähne trägt. Verbrenne, verbrenne meine Hindernisse, Svaha.‘“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-bahiḥ nārāyaṇa-bīja-yuktam vṛttam – außen Kreis mit Narayana-Keimsilbe; vṛttāt bahiḥ daśadala-padmam – außerhalb zehnblättriger Lotus; teṣu daleṣu – auf seinen Blättern; rāma-kṛṣṇa-daśākṣara-mantrau – zehnsilbige Rama- und Krishna-Mantras; huṃ jānakī-vallabhāya svāhā – Huṃ, für Janakis Geliebten, Svaha; gopījana-vallabhāya svāhā – für den Geliebten der Gopis, Svaha; tat-dala-sandhiṣu – an Blattverbindungen; nṛsiṃha-mālā-mantraḥ – Nrisimha-Girlandenmantra; oṃ namaḥ bhagavate śrī-mahānṛsiṃhāya – Om, Verehrung dem erhabenen Shri-Mahanrisimha; karāla-daṃṣṭra-vadanāya – mit schreckliche Fangzähne tragendem Gesicht; mama vighnān paca paca – verbrenne, verbrenne meine Hindernisse; svāhā – Svaha.
Anmerkung: vighnāt wird als Akkusativ vighnān berichtigt; vor p bleibt dessen n in der üblichen Schreibweise erhalten. Die Quelle hat vighnātpacapaca.
Kapitel 7 – Yantra: zwölfblättriger Lotus
tadbahirnṛsiṃhaikākṣarayuktaṃ vṛttam | kṣmauṃ ityekākṣaram |
vṛttādbahirdvādaśadalapadmam | teṣu daleṣu nārāyaṇavāsudevadvādaśākṣaramantrau | oṃ namo bhagavate nārāyaṇāya |
oṃ namo bhagavate vāsudevāya | taddalakapoleṣu mahāviṣṇurāmakṛṣṇadvādaśākṣaramantrāśca | oṃ namo bhagavate
mahāviṣṇave | oṃ hrīṃ bharatāgraja rāma klīṃ svāhā |
śrīṃ hrīṃ klīṃ kṛṣṇāya govindāya namaḥ |
„Außen ein Kreis mit der einsilbigen Nrisimha-Formel ‚Kṣmauṃ‘; außerhalb ein zwölfblättriger Lotus. Auf seinen Blättern stehen die zwölfsilbigen Narayana- und Vasudeva-Mantras: ‚Om, Verehrung dem erhabenen Narayana‘; ‚Om, Verehrung dem erhabenen Vasudeva‘. Auf den Blattflanken stehen die zwölfsilbigen Mahavishnu-, Rama- und Krishna-Mantras: ‚Om, Verehrung dem erhabenen Mahavishnu‘; ‚Om hrīṃ, Bharatas älterer Bruder Rama, klīṃ svāhā‘; ‚Śrīṃ hrīṃ klīṃ, Verehrung Krishna, Govinda‘.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-bahiḥ nṛsiṃha-ekākṣara-yuktam vṛttam – außen Kreis mit einsilbiger Nrisimha-Formel; kṣmauṃ iti ekākṣaram – Kṣmauṃ als eine Silbe; vṛttāt bahiḥ dvādaśadala-padmam – außerhalb zwölfblättriger Lotus; teṣu daleṣu – auf Blättern; nārāyaṇa-vāsudeva-dvādaśākṣara-mantrau – zwölfsilbige Narayana- und Vasudeva-Mantras; oṃ namaḥ bhagavate nārāyaṇāya – Om, Verehrung dem erhabenen Narayana; oṃ namaḥ bhagavate vāsudevāya – Om, Verehrung dem erhabenen Vasudeva; tat-dala-kapoleṣu – auf Blattflanken; mahāviṣṇu-rāma-kṛṣṇa-dvādaśākṣara-mantrāḥ – zwölfsilbige Mahavishnu-, Rama- und Krishna-Mantras; oṃ namaḥ bhagavate mahāviṣṇave – Om, Verehrung dem erhabenen Mahavishnu; oṃ hrīṃ – Mantrasilben; bharata-agraja rāma – Bharatas älterer Bruder Rama; klīṃ svāhā – Mantrasilbe und Opferruf; śrīṃ hrīṃ klīṃ – Mantrasilben; kṛṣṇāya govindāya namaḥ – Verehrung Krishna, Govinda.
Kapitel 7 – Yantra: vierzehnblättriger Lotus
tadbahirjaganmohanabījayuktaṃ vṛttaṃ klīṃ iti | vṛttadbahiścaturdaśadalapadmam |
teṣu daleṣu lakṣmīnārāyaṇahayagrīvagopāladadhivāmanamantrāśca | oṃ hrīṃ hrīṃ śrīṃ śrīṃ lakṣmīvāsudevāya namaḥ |
oṃ namaḥ sarvakoṭisarvavidyārājāya klīṃ kṛṣṇāya
gopālacūḍāmaṇaye svāhā | oṃ namo bhagavate dadhivāmanāya oṃ |
taddalasandhiṣvannapūrṇeśvarīmantraḥ | hrīṃ padmāvatyannapūrṇe
māheśvarī svāhā |
„Außen ein Kreis mit der die Welt bezaubernden Keimsilbe ‚Klīṃ‘; außerhalb ein vierzehnblättriger Lotus. Auf seinen Blättern stehen die Mantras Lakshmi-Narayanas, Hayagrivas, Gopalas und Dadhivamanas: ‚Om hrīṃ hrīṃ śrīṃ śrīṃ, Verehrung Lakshmi-Vasudeva‘; ‚Om, Verehrung dem König aller Myriaden und aller Wissensgebiete‘; ‚Klīṃ, für Krishna, das Kronjuwel der Gopalas, Svaha‘; ‚Om, Verehrung dem erhabenen Dadhivamana, Om‘. An den Blattverbindungen steht das Annapurneshvari-Mantra: ‚Hrīṃ, Padmavati, Annapurna, Maheshvari, Svaha‘.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-bahiḥ jaganmohana-bīja-yuktam vṛttam – außen Kreis mit weltbezaubernder Keimsilbe; klīṃ iti – Klīṃ; vṛttāt bahiḥ caturdaśadala-padmam – außerhalb vierzehnblättriger Lotus; teṣu daleṣu – auf Blättern; lakṣmī-nārāyaṇa-hayagrīva-gopāla-dadhivāmana-mantrāḥ – Mantras dieser vier Gottheiten; oṃ hrīṃ hrīṃ śrīṃ śrīṃ – Mantrasilben; lakṣmī-vāsudevāya namaḥ – Verehrung Lakshmi-Vasudeva; oṃ namaḥ sarva-koṭi-sarva-vidyā-rājāya – Om, Verehrung dem König aller Myriaden und Wissensgebiete; klīṃ kṛṣṇāya gopāla-cūḍāmaṇaye svāhā – Klīṃ, für Krishna, Kronjuwel der Gopalas, Svaha; oṃ namaḥ bhagavate dadhivāmanāya oṃ – Om, Verehrung dem erhabenen Dadhivamana, Om; tat-dala-sandhiṣu – an Blattverbindungen; annapūrṇeśvarī-mantraḥ – Annapurneshvari-Mantra; hrīṃ – Keimsilbe; padmāvati annapūrṇe – Padmavati, Annapurna; māheśvari – Maheshvari, Quelle māheśvarī; svāhā – Svaha.
Anmerkung: Die Vorlage setzt zwischen sarvavidyārājāya und klīṃ kein eigenes Satzzeichen. Entsprechend den angekündigten vier Gottheiten werden hier vier Formeln unterschieden. Die auffällige Verbindung sarvakoṭi wird wörtlich belassen; kein fehlender Beiname Hayagrivas wird erfunden.
Kapitel 7 – Yantra: sechzehn Blätter und die Vokale
tadbahiḥ praṇavamālāyuktaṃ vṛttam |
vṛttādbahiḥ ṣoḍaśadalapadmam | teṣu daleṣu śrīkṛṣṇasudarśanaṣoḍaśākṣaramantrau ca | oṃ namo bhagavate
rukmiṇīvallabhāya svāhā | oṃ namo bhagavate mahāsudarśanāya
huṃ phaṭ | taddalasandhiṣu svarāḥ sudarśanamālāmantrāśca |
a ā i ī u ū ṛ ṝ ḷ ḹ e ai o au aṃ aḥ |
sudarśanamahācakrāya dīptarūpāya sarvato
māṃ rakṣarakṣa sahasrāra huṃ phaṭ svāhā |
„Außen ein Kreis mit Pranava-Girlande; außerhalb ein sechzehnblättriger Lotus. Auf seinen Blättern stehen die sechzehnsilbigen Krishna- und Sudarshana-Mantras: ‚Om, Verehrung dem erhabenen Geliebten Rukminis, Svaha‘; ‚Om, Verehrung dem erhabenen großen Sudarshana, huṃ phaṭ‘. An den Blattverbindungen stehen die Vokale und das Sudarshana-Girlandenmantra: ‚a ā i ī u ū ṛ ṝ ḷ ḹ e ai o au aṃ aḥ‘; ‚Für Sudarshana, das große Rad von flammender Gestalt: Schütze, schütze mich von allen Seiten, Tausendspeichiger, huṃ phaṭ svāhā‘.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-bahiḥ praṇava-mālā-yuktam vṛttam – außen Kreis mit Pranava-Girlande; vṛttāt bahiḥ ṣoḍaśadala-padmam – außerhalb sechzehnblättriger Lotus; teṣu daleṣu – auf Blättern; śrīkṛṣṇa-sudarśana-ṣoḍaśākṣara-mantrau – sechzehnsilbige Krishna- und Sudarshana-Mantras; oṃ namaḥ bhagavate rukmiṇī-vallabhāya svāhā – Om, Verehrung dem erhabenen Geliebten Rukminis, Svaha; oṃ namaḥ bhagavate mahāsudarśanāya huṃ phaṭ – Om, Verehrung dem erhabenen großen Sudarshana, Huṃ Phaṭ; tat-dala-sandhiṣu – an Blattverbindungen; svarāḥ – Vokale; sudarśana-mālā-mantrāḥ – Sudarshana-Girlandenmantras; a ā i ī u ū ṛ ṝ ḷ ḹ e ai o au aṃ aḥ – sechzehngliedrige Vokalreihe einschließlich Anusvara und Visarga; sudarśana-mahācakrāya – für Sudarshana, das große Rad; dīpta-rūpāya – von flammender Gestalt; sarvataḥ mām rakṣa rakṣa – schütze, schütze mich von allen Seiten; sahasrāra – tausendspeichig; huṃ phaṭ svāhā – Mantrarufe.
Anmerkung: Die Vokalzeichen lṛ und lṝ der elektronischen IAST-Fassung werden in standardisiertem IAST als ḷ und ḹ geschrieben; Devanagari lautet ऌ und ॡ.
Kapitel 7 – Yantra: achtzehnblättriger Lotus und Garuda
tadbahirvarāhabījayuktaṃ vṛttam | taddhumiti |
vṛttadbahiraṣṭādaśadalapadmam |
teṣu daleṣu śrīkṛṣṇavāmanāṣṭādaśākṣaramantrau |
klīṃ kṛṣṇāya govindāya gopījanavallabhāya svāhā |
oṃ namo viṣṇave surapataye mahābalāya svāhā |
taddalakapoleṣu garuḍapañcākṣarīmantro garuḍamālāmantraśca |
kṣipa oṃ svāhā | oṃ namaḥ pakṣirājāya sarvaviṣabhūtarakṣaḥkṛtyādibhedanāya sarveṣṭasādhakāya svāhā |
„Außen ein Kreis mit Varahas Keimsilbe; sie lautet ‚Dhuṃ‘ [die Vorlage schreibt dhum]. Außerhalb ein achtzehnblättriger Lotus. Auf seinen Blättern stehen die achtzehnsilbigen Krishna- und Vamana-Mantras: ‚Klīṃ, für Krishna, Govinda, den Geliebten der Gopis, Svaha‘; ‚Om, Verehrung Vishnu, dem Herrn der Götter, dem sehr Mächtigen, Svaha‘. Auf den Blattflanken stehen Garudas fünfsilbiges Mantra und sein Girlandenmantra: ‚Kṣipa oṃ svāhā‘; ‚Om, Verehrung dem König der Vögel, der alle Gifte, Geister, Dämonen, Zauberangriffe und Weiteres aufbricht und alles Erwünschte bewirkt, Svaha‘.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-bahiḥ varāha-bīja-yuktam vṛttam – außen Kreis mit Varaha-Keimsilbe; tat dhum iti – sie lautet dhum; vṛttāt bahiḥ aṣṭādaśadala-padmam – außerhalb achtzehnblättriger Lotus; teṣu daleṣu – auf Blättern; śrīkṛṣṇa-vāmana-aṣṭādaśākṣara-mantrau – achtzehnsilbige Krishna- und Vamana-Mantras; klīṃ kṛṣṇāya govindāya gopījana-vallabhāya svāhā – Klīṃ, für Krishna, Govinda, Geliebten der Gopis, Svaha; oṃ namaḥ viṣṇave surapataye mahābalāya svāhā – Om, Verehrung Vishnu, Götterherr, sehr Mächtiger, Svaha; tat-dala-kapoleṣu – auf Blattflanken; garuḍa-pañcākṣarī-mantraḥ – Garudas fünfsilbiges Mantra; garuḍa-mālā-mantraḥ – Garuda-Girlandenmantra; kṣipa oṃ svāhā – fünfsilbige Formel, kṣipa wörtlich wirf, schleudere; oṃ namaḥ pakṣirājāya – Om, Verehrung dem Vogelkönig; sarva-viṣa-bhūta-rakṣaḥ-kṛtya-ādi-bhedanāya – alle Gifte, Geister, Dämonen, Zauberangriffe und Weiteres aufbrechend; sarva-iṣṭa-sādhakāya – alles Erwünschte bewirkend; svāhā – Svaha.
Anmerkung: Die Varaha-Keimsilbe wird nach der hier vorliegenden Lesung wiedergegeben. Andere gebräuchliche Varaha-Bijas werden nicht an ihre Stelle gesetzt.
Kapitel 7 – Yantra: weiterer achtblättriger Lotus
tadbahirmāyābījayuktaṃ vṛttam | vṛttadbahiḥ punaraṣṭadalapadmam |
teṣu daleṣu śrīkṛṣṇavāmanāṣṭākṣaramantrau |
oṃ namo dāmodarāya | oṃ vāmanāya namaḥ oṃ |
taddalakapoleṣu nīlakaṇṭhatryakṣarīgaruḍapañcākṣarīmantrau ca |
preṃ rīṃ ṭhaḥ | namo'ṇḍajāya |
„Außen ein Kreis mit der Maya-Keimsilbe; außerhalb wiederum ein achtblättriger Lotus. Auf seinen Blättern stehen die achtsilbigen Krishna- und Vamana-Mantras: ‚Om, Verehrung Damodara‘; ‚Om, Verehrung Vamana, Om‘. Auf den Blattflanken stehen Nilakanthas dreisilbiges und Garudas fünfsilbiges Mantra: ‚Preṃ rīṃ ṭhaḥ‘; ‚Verehrung dem Eigeborenen‘.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-bahiḥ māyā-bīja-yuktam vṛttam – außen Kreis mit Maya-Keimsilbe; vṛttāt bahiḥ punaḥ aṣṭadala-padmam – außerhalb erneut achtblättriger Lotus; teṣu daleṣu – auf Blättern; śrīkṛṣṇa-vāmana-aṣṭākṣara-mantrau – achtsilbige Krishna- und Vamana-Mantras; oṃ namaḥ dāmodarāya – Om, Verehrung Damodara; oṃ vāmanāya namaḥ oṃ – Om, Verehrung Vamana, Om; tat-dala-kapoleṣu – auf Blattflanken; nīlakaṇṭha-tryakṣarī-garuḍa-pañcākṣarī-mantrau – Nilakanthas dreisilbiges und Garudas fünfsilbiges Mantra; preṃ rīṃ ṭhaḥ – drei Mantrasilben; namaḥ aṇḍajāya – Verehrung dem Eigeborenen, Garuda.
Kapitel 7 – Yantra: vierundzwanzig Blätter und Gayatris
tadbahirmanmathabījayuktaṃ vṛttam |
vṛttadbahiścaturviṃśatidalapadmam | teṣu daleṣu śaraṇāgatanārāyaṇamantrau nārāyaṇahayagrīvagāyatrī mantrau ca |
śrīmannārāyaṇacaraṇau śaraṇaṃ prapadye śrīmate nārāyaṇāya namaḥ |
nārāyaṇāya vidmahe vāsudevāya dhīmahi |
tanno viṣṇuḥ pracodayāt |
vāgīśvarāya vidmahe hayagrīvāya dhīmahi |
tanno haṃsaḥ pracodayāt |
taddalakapoleṣu nṛsiṃhasudarśanagāyatrīmantrāśca |
vajranakhāya vidmahe tīkṣṇadaṃṣṭrāya dhīmahi |
tanno nṛsiṃhaḥ pracodayāt |
sudarśanāya vidmahe hetirājāya dhīmahi |
tannaścakraḥ pracodayāt |
tatsaviturvareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt |
„Außen ein Kreis mit der Manmatha-Keimsilbe; außerhalb ein vierundzwanzigblättriger Lotus. Auf seinen Blättern stehen die Narayana-Zufluchtsmantras und die Gayatri-Mantras Narayanas und Hayagrivas: ‚Zu den Füßen des glückverheißenden Narayana nehme ich Zuflucht. Verehrung dem glückverheißenden Narayana.‘ – ‚Wir möchten Narayana erkennen; über Vasudeva meditieren wir. Vishnu möge uns anregen.‘ – ‚Wir möchten den Herrn der Sprache erkennen; über Hayagriva meditieren wir. Hamsa möge uns anregen.‘ Auf den Blattflanken stehen die Gayatri-Mantras Nrisimhas und Sudarshanas: ‚Wir möchten den mit diamantgleichen Krallen erkennen; über den mit scharfen Fangzähnen meditieren wir. Nrisimha möge uns anregen.‘ – ‚Wir möchten Sudarshana erkennen; über den König der Waffen meditieren wir. Das Rad möge uns anregen.‘ – ‚Wir meditieren über den erwählenswerten Glanz des Gottes Savitri. Er möge unsere Einsichten anregen.‘“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-bahiḥ manmatha-bīja-yuktam vṛttam – außen Kreis mit Manmatha-Keimsilbe; vṛttāt bahiḥ caturviṃśati-dala-padmam – außerhalb vierundzwanzigblättriger Lotus; teṣu daleṣu – auf Blättern; śaraṇāgata-nārāyaṇa-mantrau – Narayana-Zufluchtsmantras; nārāyaṇa-hayagrīva-gāyatrī-mantrau – Narayana- und Hayagriva-Gayatris; śrīmat-nārāyaṇa-caraṇau śaraṇam prapadye – zu den Füßen des glückverheißenden Narayana nehme ich Zuflucht; śrīmate nārāyaṇāya namaḥ – Verehrung dem glückverheißenden Narayana; nārāyaṇāya vidmahe – wir möchten Narayana erkennen; vāsudevāya dhīmahi – über Vasudeva meditieren wir; tat naḥ viṣṇuḥ pracodayāt – Vishnu möge uns anregen; vāgīśvarāya vidmahe – wir möchten den Herrn der Sprache erkennen; hayagrīvāya dhīmahi – über Hayagriva meditieren wir; tat naḥ haṃsaḥ pracodayāt – Hamsa möge uns anregen; tat-dala-kapoleṣu – auf Blattflanken; nṛsiṃha-sudarśana-gāyatrī-mantrāḥ – Nrisimha- und Sudarshana-Gayatris; vajra-nakhāya vidmahe – wir möchten den mit diamantgleichen Krallen erkennen; tīkṣṇa-daṃṣṭrāya dhīmahi – über den mit scharfen Fangzähnen meditieren wir; tat naḥ nṛsiṃhaḥ pracodayāt – Nrisimha möge uns anregen; sudarśanāya vidmahe – wir möchten Sudarshana erkennen; heti-rājāya dhīmahi – über den König der Waffen meditieren wir; tat naḥ cakraḥ pracodayāt – das Rad möge uns anregen; tat savituḥ vareṇyam bhargaḥ devasya dhīmahi – wir meditieren über den erwählenswerten Glanz des Gottes Savitri; dhiyaḥ yaḥ naḥ pracodayāt – der unsere Einsichten anregen möge.
Anmerkung: Die Schreibform nārāyāṇāya wird zu nārāyaṇāya berichtigt. Vidmahe wird in diesen Gebetsformeln sinngemäß desiderativ als „wir möchten erkennen“ wiedergegeben; wörtlich ist es eine Form von „wissen“.
Kapitel 7 – Yantra: zweiunddreißig Blätter und Schutzverse
tadbahirhayagrīvaikākṣarayuktaṃ vṛttaṃ hlohsaumiti |
vṛttādbahirdvātriṃśaddalapadmam |
teṣu daleṣu nṛsiṃhahayagrīvānuṣṭubhamantrau ugraṃ
vīraṃ mahāviṣṇuṃ jvalantaṃ sarvatomukham |
nṛsiṃhaṃ bhīṣaṇaṃ bhadraṃ mṛtyumṛtyuṃ namāmyaham |
ṛgyajuḥsāmarūpāya vedāharaṇakarmaṇe |
praṇavodgīthavapuṣe mahāśvaśirase namaḥ |
taddalakapoleṣu rāmakṛṣṇānuṣṭubhamantrau |
rāmabhadra maheśvāsa raghuvīra nṛpottama |
bho daśāsyāntakāsmākaṃ rakṣāṃ dehi śriyaṃ ca me |
devakīsuta govinda vāsudeva jagatpate |
dehi me tanayaṃ kṛṣṇa tvāmahaṃ śaraṇaṃ gataḥ |
„Außen ein Kreis mit Hayagrivas einsilbiger Formel ‚Hlohsaum‘ [so die Quelle]; außerhalb ein zweiunddreißigblättriger Lotus. Auf seinen Blättern stehen die Anushtubh-Mantras Nrisimhas und Hayagrivas: ‚Vor dem Gewaltigen, Helden, Mahavishnu, dem Flammenden, Allgesichtigen, vor Nrisimha, dem Furchtbaren, Heilvollen, dem Tod des Todes, verneige ich mich.‘ – ‚Verehrung dem, dessen Gestalt Rig-, Yajur- und Samaveda ist, dessen Tat das Herbeibringen der Veden ist, dessen Leib Pranava und Udgitha ist, dem mit dem großen Pferdekopf.‘ Auf den Blattflanken stehen die Anushtubh-Mantras Ramas und Krishnas: ‚Ramabhadra, großer Bogenschütze, Held der Raghus, bester König, o Vernichter des Zehngesichtigen, gewähre uns Schutz und mir Wohlergehen.‘ – ‚Devakis Sohn, Govinda, Vasudeva, Weltenherr, gib mir einen Sohn, Krishna; bei dir habe ich Zuflucht gesucht.‘“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-bahiḥ hayagrīva-ekākṣara-yuktam vṛttam – außen Kreis mit einsilbiger Hayagriva-Formel; hlohsaum iti – Hlohsaum, überlieferte ungewöhnliche Form; vṛttāt bahiḥ dvātriṃśat-dala-padmam – außerhalb zweiunddreißigblättriger Lotus; teṣu daleṣu – auf Blättern; nṛsiṃha-hayagrīva-anuṣṭubha-mantrau – Nrisimha- und Hayagriva-Mantras im Anushtubh; ugram vīram mahāviṣṇum – Gewaltigen, Helden, Mahavishnu; jvalantam sarvatomukham – Flammenden, Allgesichtigen; nṛsiṃham bhīṣaṇam bhadram – Nrisimha, Furchtbaren, Heilvollen; mṛtyu-mṛtyum namāmi aham – vor Tod des Todes verneige ich mich; ṛg-yajuḥ-sāma-rūpāya – mit Rig-, Yajur- und Samaveda als Gestalt; veda-āharaṇa-karmaṇe – dessen Tat Herbeibringen der Veden ist; praṇava-udgītha-vapuṣe – dessen Leib Pranava und Udgitha ist; mahā-aśva-śirase namaḥ – Verehrung dem mit großem Pferdekopf; tat-dala-kapoleṣu – auf Blattflanken; rāma-kṛṣṇa-anuṣṭubha-mantrau – Rama- und Krishna-Anushtubh-Mantras; rāmabhadra mahā-iṣvāsa – Ramabhadra, großer Bogenschütze; raghu-vīra nṛpa-uttama – Raghu-Held, bester König; bho daśāsya-antaka – o Vernichter des Zehngesichtigen; asmākam rakṣām dehi – gewähre uns Schutz; śriyam ca me – und mir Wohlergehen; devakī-suta govinda – Devakis Sohn, Govinda; vāsudeva jagat-pate – Vasudeva, Weltenherr; dehi me tanayam kṛṣṇa – gib mir einen Sohn, Krishna; tvām aham śaraṇam gataḥ – zu dir bin ich als Zuflucht gelangt.
Anmerkung: Die als einsilbig bezeichnete Zeichenfolge hlohsaum ist auffällig und wird unverändert bewahrt. Ohne handschriftlichen oder gedruckten Vergleichsbeleg wäre ihre Ersetzung durch eine geläufigere Bija-Form spekulativ.
Kapitel 7 – Yantra: sechsunddreißig Blätter und Hayagriva
tadbahiḥ praṇavasampuṭitāgnibījayuktaṃ vṛttam |
oṃ ramomiti | vṛttadbahiḥ ṣaṭtriṃśaddalapadmam |
teṣu daleṣu hayagrīvaṣaṭtriṃśadakṣaramantraḥ
punaraṣṭatriṃśadakṣara mantraśca | haṃsaḥ |
viśvottīrṇasvarūpāya cinmayānandarūpiṇe |
tubhyaṃ namo hayagrīva vidyārājāya viṣṇave | so'ham |
hlauṃ oṃ namo bhagavate hayagrīvāya sarvavāgīśvareśvarāya
sarvavedamayāya sarvavidyāṃ me dehi svāhā |
„Außen ein Kreis mit der vom Pranava umschlossenen Feuer-Keimsilbe: ‚Om raṃ Om‘. Außerhalb ein sechsunddreißigblättriger Lotus. Auf seinen Blättern stehen Hayagrivas sechsunddreißigsilbiges und wiederum achtunddreißigsilbiges Mantra: ‚Haṃsaḥ. Dir, dessen Wesen über die Welt hinausreicht, dessen Gestalt Bewusstseinsglückseligkeit ist, Verehrung, Hayagriva, König des Wissens, Vishnu. So ham.‘ – ‚Hlauṃ Om, Verehrung dem erhabenen Hayagriva, dem Herrn aller Herren der Sprache, der aus allen Veden besteht. Gib mir alles Wissen, Svaha.‘“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-bahiḥ praṇava-sampuṭita-agni-bīja-yuktam vṛttam – außen Kreis mit Pranava-umschlossener Feuer-Keimsilbe; oṃ ram oṃ – Om Raṃ Om; vṛttāt bahiḥ ṣaṭtriṃśat-dala-padmam – außerhalb sechsunddreißigblättriger Lotus; teṣu daleṣu – auf Blättern; hayagrīva-ṣaṭtriṃśadakṣara-mantraḥ – Hayagrivas sechsunddreißigsilbiges Mantra; punaḥ aṣṭatriṃśadakṣara-mantraḥ ca – ferner achtunddreißigsilbiges Mantra; haṃsaḥ – Hamsa-Mantra, wörtlich Schwan; viśva-uttīrṇa-svarūpāya – dessen Wesen über die Welt hinausreicht; cinmaya-ānanda-rūpiṇe – Gestalt von Bewusstseinsglückseligkeit; tubhyam namaḥ hayagrīva – dir Verehrung, Hayagriva; vidyā-rājāya viṣṇave – dem Wissenskönig Vishnu; soham – ich bin Er; hlauṃ oṃ – Mantrasilben; namaḥ bhagavate hayagrīvāya – Verehrung dem erhabenen Hayagriva; sarva-vāgīśvara-īśvarāya – Herr aller Herren der Sprache; sarva-vedamayāya – aus allen Veden bestehend; sarva-vidyām me dehi – gib mir alles Wissen; svāhā – Svaha.
Kapitel 7 – Yantra: vierundzwanzig Namen Vishnus
taddalakapoleṣu praṇavādinamontāśca turthyantāḥ
keśavādicaturviṃśatimantrāśca |
avaśiṣṭadvādaśasthāneṣu rāmakṛṣṇagāyatrīdvayavarṇacatuṣṭayamekaikasthale |
oṃ keśavāya namaḥ | oṃ nārāyaṇāya namaḥ |
oṃ mādhavāya namaḥ | oṃ govindāya namaḥ |
oṃ viṣṇave namaḥ | oṃ madhusūdanāya namaḥ |
oṃ trivikramāya namaḥ | oṃ vāmanāya namaḥ |
oṃ śrīdharāya namaḥ | oṃ hṛṣīkeśāya namaḥ |
oṃ padmanābhāya namaḥ | oṃ dāmodarāya namaḥ |
oṃ saṅkarṣaṇāya namaḥ | oṃ vāsudevāya namaḥ |
oṃ pradyumnāya namaḥ | oṃ aniruddhāya namaḥ |
oṃ puruṣottamāya namaḥ | oṃ adhokṣajāya namaḥ |
oṃ nārasiṃhāya namaḥ | oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ janārdanāya namaḥ | oṃ upendrāya namaḥ |
oṃ haraye namaḥ | oṃ śrīkṛṣṇāya namaḥ |
dāśarathāya vidmahe sītāvallabhāya dhīmahi |
tanno rāmaḥ pracodayāt |
dāmodarāya vidmahe vāsudevāya dhīmahi |
tannaḥ kṛṣṇaḥ pracodayāt |
„Auf den Blattflanken stehen die vierundzwanzig Mantras von Keshava an, jeweils mit Pranava beginnend, mit Namaḥ endend und im Dativ. In den verbleibenden zwölf Feldern stehen jeweils vier Silben der beiden Rama- und Krishna-Gayatris. Die Namenformeln lauten: Om, Verehrung Keshava. Om, Verehrung Narayana. Om, Verehrung Madhava. Om, Verehrung Govinda. Om, Verehrung Vishnu. Om, Verehrung Madhusudana. Om, Verehrung Trivikrama. Om, Verehrung Vamana. Om, Verehrung Shridhara. Om, Verehrung Hrishikesha. Om, Verehrung Padmanabha. Om, Verehrung Damodara. Om, Verehrung Sankarshana. Om, Verehrung Vasudeva. Om, Verehrung Pradyumna. Om, Verehrung Aniruddha. Om, Verehrung Purushottama. Om, Verehrung Adhokshaja. Om, Verehrung Narasimha. Om, Verehrung Achyuta. Om, Verehrung Janardana. Om, Verehrung Upendra. Om, Verehrung Hari. Om, Verehrung Shri-Krishna. – Wir möchten Dasharathas Sohn erkennen; über Sitas Geliebten meditieren wir. Rama möge uns anregen. – Wir möchten Damodara erkennen; über Vasudeva meditieren wir. Krishna möge uns anregen.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-dala-kapoleṣu – auf Blattflanken; praṇava-ādi-namaḥ-antāḥ – mit Pranava beginnend und Namaḥ endend; caturthī-antāḥ – im Dativ; keśava-ādi-caturviṃśati-mantrāḥ – vierundzwanzig Mantras von Keshava an; avaśiṣṭa-dvādaśa-sthāneṣu – in verbleibenden zwölf Feldern; rāma-kṛṣṇa-gāyatrī-dvaya-varṇa-catuṣṭayam – vier Silben der beiden Rama- und Krishna-Gayatris; eka-eka-sthale – in jedem einzelnen Feld; oṃ – Om; namaḥ – Verehrung; keśavāya – dem Keshava; nārāyaṇāya – dem Narayana; mādhavāya – dem Madhava; govindāya – dem Govinda; viṣṇave – dem Vishnu; madhusūdanāya – dem Madhusudana; trivikramāya – dem Trivikrama; vāmanāya – dem Vamana; śrīdharāya – dem Shridhara; hṛṣīkeśāya – dem Hrishikesha; padmanābhāya – dem Padmanabha; dāmodarāya – dem Damodara; saṅkarṣaṇāya – dem Sankarshana; vāsudevāya – dem Vasudeva; pradyumnāya – dem Pradyumna; aniruddhāya – dem Aniruddha; puruṣottamāya – dem Purushottama; adhokṣajāya – dem Adhokshaja; nārasiṃhāya – dem Narasimha; acyutāya – dem Achyuta; janārdanāya – dem Janardana; upendrāya – dem Upendra; haraye – dem Hari; śrīkṛṣṇāya – dem Shri-Krishna; dāśarathāya vidmahe – wir möchten Dasharathas Sohn erkennen; sītā-vallabhāya dhīmahi – über Sitas Geliebten meditieren wir; tat naḥ rāmaḥ pracodayāt – Rama möge uns anregen; dāmodarāya vidmahe – wir möchten Damodara erkennen; vāsudevāya dhīmahi – über Vasudeva meditieren wir; tat naḥ kṛṣṇaḥ pracodayāt – Krishna möge uns anregen.
Kapitel 7 – Yantra: die zwölf Kennzeichen
tadbahiḥ praṇavasampuṭitāṅkuśabījayuktaṃ vṛttam | oṃ kromiti |
tadbahiḥ punarvṛttaṃ tanmadhye dvādaśakukṣisthānāni sāntarālāni |
teṣu kaustubhavanamālāśrīvatsasudarśanagaruḍapadmadhvajānantaśārṅgagadāśaṅkhanandakamantrāḥ praṇavādinamaontāścaturthyantāḥ krameṇa |
oṃ kaustubhāya namaḥ | oṃ vanamālāya namaḥ |
oṃ śrīvatsāya namaḥ | oṃ sudarśanāya namaḥ |
oṃ garuḍāya namaḥ | oṃ padmāya namaḥ |
oṃ dhvajāya namaḥ | oṃ anantāya namaḥ |
oṃ śārṅgāya namaḥ | oṃ gadāyai namaḥ |
oṃ śaṅkhāya namaḥ | oṃ nandakāya namaḥ |
„Außen ein Kreis mit der vom Pranava umschlossenen Ankusha-Keimsilbe: ‚Om krom‘ [so die Form]. Außen ein weiterer Kreis mit zwölf Innenfeldern und Zwischenräumen. Darin stehen die Mantras für Kaustubha, Waldblütengirlande, Shrivatsa, Sudarshana, Garuda, Lotus, Banner, Ananta, Sharnga, Keule, Muschelhorn und Nandaka, der Reihe nach mit Pranava beginnend, mit Namaḥ endend und im Dativ: Om, Verehrung: Kaustubha-Juwel. Om, Verehrung: Waldblütengirlande. Om, Verehrung: Shrivatsa-Zeichen. Om, Verehrung: Sudarshana. Om, Verehrung: Garuda. Om, Verehrung: Lotus. Om, Verehrung: Banner. Om, Verehrung: Ananta. Om, Verehrung: Sharnga-Bogen. Om, Verehrung: Keule. Om, Verehrung: Muschelhorn. Om, Verehrung: Nandaka-Schwert.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-bahiḥ praṇava-sampuṭita-aṅkuśa-bīja-yuktam vṛttam – außen Kreis mit Pranava-umschlossener Ankusha-Keimsilbe; oṃ krom iti – Om Krom, Ankusha bedeutet Elefantenhaken; tat-bahiḥ punaḥ vṛttam – außen erneut Kreis; tat-madhye dvādaśa-kukṣi-sthānāni sa-antarālāni – darin zwölf Innenfelder mit Zwischenräumen; teṣu – in diesen; kaustubha-vanamālā-śrīvatsa-sudarśana-garuḍa-padma-dhvaja-ananta-śārṅga-gadā-śaṅkha-nandaka-mantrāḥ – Mantras der zwölf aufgezählten Kennzeichen; praṇava-ādi-namaḥ-antāḥ caturthī-antāḥ krameṇa – der Reihe nach mit Pranava beginnend, Namaḥ endend, im Dativ; oṃ – Om; namaḥ – Verehrung; kaustubhāya – Kaustubha-Juwel, Dativ; vanamālāya – Waldblütengirlande, Dativ; śrīvatsāya – Shrivatsa-Zeichen, Dativ; sudarśanāya – Sudarshana, Dativ; garuḍāya – Garuda, Dativ; padmāya – Lotus, Dativ; dhvajāya – Banner, Dativ; anantāya – Ananta, Dativ; śārṅgāya – Sharnga-Bogen, Dativ; gadāyai – Keule, Dativ; śaṅkhāya – Muschelhorn, Dativ; nandakāya – Nandaka-Schwert, Dativ.
Anmerkung: Die Formel wird als vom Pranava umschlossen angekündigt, ist jedoch nur als oṃ krom überliefert. Vanamālā hat in der Namensliste die auffällige Dativform vanamālāya; sie bleibt quellengetreu erhalten.
Kapitel 7 – Yantra: Formeln in den Zwischenräumen
tadantarāleṣu----oṃ viśvaksenāya namaḥ |
oṃācakrāya svāhā | oṃ vicakrāya svāhā |
oṃ sucakrāya svāhā | oṃ dhīcakrāya svāhā |
oṃ saṃcakrāya svāhā | oṃ jvālacakrāya svāhā |
oṃ kruddholkāya svāhā | oṃ mahotkāya svāhā |
oṃ vīryolkāya svāhā | oṃ dyulkāya svāhā |
oṃ sahasrolkāya svāhā | iti praṇavādi mantrāḥ |
„In den Zwischenräumen: Om, Verehrung Vishvaksena. Om, für Achakra, Svaha. Om, für Vichakra, Svaha. Om, für Suchakra, Svaha. Om, für Dhichakra, Svaha. Om, für Samchakra, Svaha. Om, für Flammenrad, Svaha. Om, für zornige Feuerflamme, Svaha. Om, für Mahotka, unklare Form, Svaha. Om, für Kraftflamme, Svaha. Om, für Himmelsflamme, Svaha. Om, für tausendfache Feuerflamme, Svaha. Dies sind die mit Pranava beginnenden Mantras.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-antarāleṣu – in den Zwischenräumen; oṃ viśvaksenāya namaḥ – Om, Verehrung Vishvaksena; oṃ ācakrāya svāhā – Om, für Achakra, Svaha; oṃ vicakrāya svāhā – Om, für Vichakra, Svaha; oṃ sucakrāya svāhā – Om, für Suchakra, Svaha; oṃ dhīcakrāya svāhā – Om, für Dhichakra, Svaha; oṃ saṃcakrāya svāhā – Om, für Samchakra, Svaha; oṃ jvālacakrāya svāhā – Om, für Flammenrad, Svaha; oṃ kruddholkāya svāhā – Om, für zornige Feuerflamme, Svaha; oṃ mahotkāya svāhā – Om, für Mahotka, unklare Form, Svaha; oṃ vīryolkāya svāhā – Om, für Kraftflamme, Svaha; oṃ dyulkāya svāhā – Om, für Himmelsflamme, Svaha; oṃ sahasrolkāya svāhā – Om, für tausendfache Feuerflamme, Svaha; iti praṇava-ādi-mantrāḥ – dies sind mit Pranava beginnende Mantras.
Anmerkung: mahotkāya ist auffällig; im Zusammenhang der folgenden Ulka-Namen liegt maholkāya, „große Feuerflamme“, nahe. Diese Konjektur wird nicht stillschweigend in den Sanskrittext eingesetzt.
Kapitel 7 – Yantra: Vajras und Schatzformeln
tadbahiḥ praṇavasampuṭitagaruḍapañcākṣarayuktaṃ vṛttam |
oṃ kṣipa oṃ svāhām | oṃ tacca dvādaśavajraiḥ
sāntarālairalaṅkṛtam | teṣu vajreṣu
oṃ padmanidhaye namaḥ | oṃ mahāpadmanidhaye namaḥ |
oṃ garuḍanidhaye namaḥ | śaṅkhanidhaye namaḥ |
oṃ makaranidhaye namaḥ | oṃ kacchapanidhaye namaḥ |
oṃ vidyānidhaye namaḥ | oṃ paramānandanidhaye namaḥ |
oṃ mokṣanidhaye namaḥ | oṃ lakṣmīnidhaye namaḥ |
oṃ brahmanidhaye namaḥ | oṃ śrīmukundanidhaye namaḥ |
oṃ vaikuṇṭhanidhaye namaḥ |
„Außen ein Kreis mit Garudas fünfsilbiger Formel, vom Pranava umschlossen: ‚Om kṣipa oṃ svāhām, Om‘ [so die Folge]. Er ist mit zwölf Vajras und Zwischenräumen geschmückt. In den Vajras stehen: Om, Verehrung dem Schatz Padma. Om, Verehrung dem Schatz Mahapadma. Om, Verehrung dem Schatz Garuda. Verehrung dem Schatz Shankha. Om, Verehrung dem Schatz Makara. Om, Verehrung dem Schatz Kacchapa. Om, Verehrung dem Schatz Erkenntnis. Om, Verehrung dem Schatz höchste Glückseligkeit. Om, Verehrung dem Schatz Befreiung. Om, Verehrung dem Schatz Lakshmi. Om, Verehrung dem Schatz Brahman. Om, Verehrung dem Schatz Shri-Mukunda. Om, Verehrung dem Schatz Vaikuntha.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-bahiḥ praṇava-sampuṭita-garuḍa-pañcākṣara-yuktam vṛttam – außen Kreis mit Pranava-umschlossener fünfsilbiger Garuda-Formel; oṃ kṣipa oṃ svāhām oṃ – überlieferte Formel; tat ca dvādaśa-vajraiḥ sa-antarālaiḥ alaṅkṛtam – mit zwölf Vajras und Zwischenräumen geschmückt; teṣu vajreṣu – in den Vajras; oṃ – Om; namaḥ – Verehrung; nidhi – Schatz; padma-nidhaye – dem Schatz Padma; mahāpadma-nidhaye – dem Schatz Mahapadma; garuḍa-nidhaye – dem Schatz Garuda; śaṅkha-nidhaye – dem Schatz Shankha; makara-nidhaye – dem Schatz Makara; kacchapa-nidhaye – dem Schatz Kacchapa; vidyā-nidhaye – dem Schatz Erkenntnis; paramānanda-nidhaye – dem Schatz höchste Glückseligkeit; mokṣa-nidhaye – dem Schatz Befreiung; lakṣmī-nidhaye – dem Schatz Lakshmi; brahma-nidhaye – dem Schatz Brahman; śrīmukunda-nidhaye – dem Schatz Shri-Mukunda; vaikuṇṭha-nidhaye – dem Schatz Vaikuntha.
Anmerkung: Obwohl zwölf Vajras genannt sind, folgen dreizehn Schatzformeln. Vor śaṅkhanidhaye fehlt Om in der Quelle. Die eigentümliche Schlussfolge svāhām | oṃ wird ebenfalls bewahrt; keine Formel wird zur Anpassung an die Zahl gestrichen.
Kapitel 7 – Yantra: Wunschbäume
tatsandhisthāneṣu---oṃ vidyākalpakatarave namaḥ | oṃ muktikalpakatarave namaḥ |
oṃ ānandakalpakatarave namaḥ | oṃ brahmakalpakatarave namaḥ |
oṃ muktikalpakatarave namaḥ | oṃ amṛtakalpakatarave namaḥ |
oṃ bodhakalpakatarave namaḥ | oṃ vibhūtikalpakatarave namaḥ |
oṃ vaikuṇṭhakalpakatarave namaḥ | oṃ vedakalpakatarave namaḥ |
oṃ yogakalpakatarave namaḥ | oṃ yajñakalpakatarave namaḥ |
oṃ padmakalpakatarave namaḥ |
„An den Verbindungsstellen: Om, Verehrung dem Wunschbaum Erkenntnis. Om, Verehrung dem Wunschbaum Befreiung. Om, Verehrung dem Wunschbaum Glückseligkeit. Om, Verehrung dem Wunschbaum Brahman. Om, Verehrung dem Wunschbaum Befreiung. Om, Verehrung dem Wunschbaum Unsterblichkeit. Om, Verehrung dem Wunschbaum Erwachen. Om, Verehrung dem Wunschbaum Herrlichkeit. Om, Verehrung dem Wunschbaum Vaikuntha. Om, Verehrung dem Wunschbaum Veda. Om, Verehrung dem Wunschbaum Yoga. Om, Verehrung dem Wunschbaum Opfer. Om, Verehrung dem Wunschbaum Lotus.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-sandhi-sthāneṣu – an den Verbindungsstellen; oṃ – Om; namaḥ – Verehrung; kalpaka-tarave – dem wunscherfüllenden Baum; vidyā-kalpaka-tarave – dem Wunschbaum Erkenntnis; mukti-kalpaka-tarave – dem Wunschbaum Befreiung; ānanda-kalpaka-tarave – dem Wunschbaum Glückseligkeit; brahma-kalpaka-tarave – dem Wunschbaum Brahman; mukti-kalpaka-tarave – dem Wunschbaum Befreiung; amṛta-kalpaka-tarave – dem Wunschbaum Unsterblichkeit; bodha-kalpaka-tarave – dem Wunschbaum Erwachen; vibhūti-kalpaka-tarave – dem Wunschbaum Herrlichkeit; vaikuṇṭha-kalpaka-tarave – dem Wunschbaum Vaikuntha; veda-kalpaka-tarave – dem Wunschbaum Veda; yoga-kalpaka-tarave – dem Wunschbaum Yoga; yajña-kalpaka-tarave – dem Wunschbaum Opfer; padma-kalpaka-tarave – dem Wunschbaum Lotus.
Anmerkung: Auch diese Liste enthält dreizehn Einträge. Muktikalpakataru, „Wunschbaum der Befreiung“, steht zweimal; beide Vorkommen werden erhalten.
Kapitel 7 – Yantra: Shiva-Gayatri und Brahman-Mantra
tacca śivagāyatrīparabrahmamantrāṇāṃ
varṇairvṛttākāreṇa saṃveṣṭya |
tatpuruṣāya vidmahe mahādevāya dhīmahi |
tanno rudraḥ pracodayāt |
śrīmannārāyaṇo jyotirātmā nārāyaṇaḥ paraḥ |
nārāyaṇaparaṃ brahma nārāyaṇa namo'stu te |
„Dies soll kreisförmig mit den Silben der Shiva-Gayatri und der höchsten Brahman-Mantras umgeben werden: Wir möchten jenen Purusha erkennen; über Mahadeva meditieren wir. Rudra möge uns anregen. – Der glückverheißende Narayana ist das Licht, Narayana ist das höchste Selbst. Brahman hat Narayana als Höchstes. Narayana, Verehrung sei dir.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat ca – und dies; śiva-gāyatrī-para-brahma-mantrāṇām varṇaiḥ – mit Silben der Shiva-Gayatri und höchsten Brahman-Mantras; vṛtta-ākāreṇa saṃveṣṭya – kreisförmig umgebend; tatpuruṣāya vidmahe – wir möchten jenen Purusha erkennen; mahādevāya dhīmahi – über Mahadeva meditieren wir; tat naḥ rudraḥ pracodayāt – Rudra möge uns anregen; śrīmān nārāyaṇaḥ jyotiḥ – glückverheißender Narayana ist Licht; ātmā nārāyaṇaḥ paraḥ – Narayana ist höchstes Selbst; nārāyaṇa-param brahma – Brahman hat Narayana als Höchstes; nārāyaṇa namaḥ astu te – Narayana, Verehrung sei dir.
Anmerkung: Die Tippform śrīamannārāyaṇo wird zu śrīmannārāyaṇo berichtigt.
Kapitel 7 – Yantra: vierzig Blätter, Vyahritis und Sonne
tadbahiḥ praṇavasampuṭitaśrībījayuktaṃ vṛttam |
oṃ śrīmomiti | vṛttādbahiścatvāriṃśaddalapadmam |
teṣu daleṣu vyāhṛtiśiraḥsampuṭitavedagāyatrīpādacatuṣṭayasūryāṣṭākṣaramantrau |
oṃ bhūḥ | oṃ bhuvaḥ | oṃ suvaḥ | oṃ mahaḥ |
oṃ janaḥ | oṃ tapaḥ | oṃ satyam |
oṃ tatsaviturvareṇyam | oṃ bhargo devasya dhīmahi |
oṃ dhiyo yo naḥ pracodayāt | oṃ parorajase sāvadom |
oṃ āpojyotī raso'mṛtaṃ brahma bhūrbhuvaḥ suvarom |
oṃ ghṛṇiḥ sūrya ādityaḥ |
„Außen ein Kreis mit der vom Pranava umschlossenen Shri-Keimsilbe: ‚Om śrīm Om‘. Außerhalb ein vierzigblättriger Lotus. Auf seinen Blättern stehen die vier Viertel der vedischen Gayatri, von den Vyahritis und dem Schlusswort umschlossen, sowie das achtsilbige Sonnenmantra: ‚Om Bhuh. Om Bhuvah. Om Suvah. Om Mahah. Om Janah. Om Tapah. Om Satyam. Om, jenen erwählenswerten [Glanz] Savitris. Om, über den Glanz des Gottes meditieren wir. Om, er möge unsere Einsichten anregen. Om, jenseits des Rajas, Savad Om [ungewöhnliche Schlussform]. Om, Wasser, Licht, Essenz, Unsterblichkeit, Brahman; Bhur Bhuvah Suvar Om. Om, der Strahlende, Sonne, Aditya.‘“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-bahiḥ praṇava-sampuṭita-śrī-bīja-yuktam vṛttam – außen Kreis mit Pranava-umschlossener Shri-Keimsilbe; oṃ śrīm oṃ – Om Śrīm Om; vṛttāt bahiḥ catvāriṃśat-dala-padmam – außerhalb vierzigblättriger Lotus; teṣu daleṣu – auf Blättern; vyāhṛti-śiras-sampuṭita – von Vyahritis und Schlusswort umschlossen; veda-gāyatrī-pāda-catuṣṭaya – vier Viertel vedischer Gayatri; sūrya-aṣṭākṣara-mantrau – und achtsilbiges Sonnenmantra, gemeinsame dualische Konstruktion; oṃ – Om; bhūḥ – Erde; bhuvaḥ – Luftraum; suvaḥ – Himmel; mahaḥ – große Welt; janaḥ – Welt der Wesen; tapaḥ – Welt der Askese; satyam – Wahrheitswelt; tat savituḥ vareṇyam – jener erwählenswerte Glanz Savitris; bhargaḥ devasya dhīmahi – über Gottes Glanz meditieren wir; dhiyaḥ yaḥ naḥ pracodayāt – der unsere Einsichten anregen möge; paraḥ rajase – jenseits des Rajas; sāvat oṃ – ungewöhnliche Quellform sāvadom; āpaḥ jyotiḥ rasaḥ amṛtam brahma – Wasser, Licht, Essenz, Unsterblichkeit, Brahman; bhūḥ bhuvaḥ suvaḥ oṃ – Erde, Luftraum, Himmel, Om; ghṛṇiḥ sūryaḥ ādityaḥ – Strahlender, Sonne, Aditya.
Anmerkung: Die Folge parorajase sāvadom wird wie überliefert belassen. Geläufige Parallelfassungen des vierten Gayatri-Fußes lauten abweichend; der Artikel macht daraus keine unmarkierte Standardfassung. Auch die beschädigte Sandhiform āpojyotī wird im Sanskrittext nicht stillschweigend umgearbeitet.
Kapitel 7 – Yantra: Hamsa und Narayanas Waffenmantra
taddalasandhiṣu
praṇavaśrībījasampuṭitanārāyaṇabījaṃ sarvatra |
oṃ śrīmaṃ śrīmom | tadbahiraṣṭaśūlāṅkitabhūcakram |
cakrāntaścakṣurdikṣu haṃsaḥsohammantrau praṇavasampuṭitā
nārāyaṇāstramantrāśca | oṃ haṃsaḥ soham |
oṃ namo nārāyaṇāya huṃ phaṭ |
„An sämtlichen Blattverbindungen steht Narayanas Keimsilbe, von Pranava und Shri-Keimsilbe umschlossen: ‚Om śrīm aṃ śrīm Om‘. Außen der mit acht Speeren markierte Erdkreis. Im Kreis, in den Richtungen [die Richtungsangabe ist beschädigt], stehen die Hamsa- und Soham-Mantras und die vom Pranava umschlossenen Narayana-Waffenmantras: ‚Om, Haṃsaḥ, So ham‘; ‚Om, Verehrung Narayana, huṃ phaṭ‘.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-dala-sandhiṣu – an Blattverbindungen; praṇava-śrī-bīja-sampuṭita-nārāyaṇa-bījam – von Pranava und Shri-Keimsilbe umschlossene Narayana-Keimsilbe; sarvatra – überall; oṃ śrīm aṃ śrīm oṃ – Mantra in segmentierter Lesung; tat-bahiḥ aṣṭa-śūla-aṅkita-bhū-cakram – außen Erdkreis mit acht Speeren; cakra-antaḥ – im Kreis; cakṣur-dikṣu – unklare Richtungsangabe, cakṣus bedeutet Auge; haṃsaḥ-soham-mantrau – Hamsa- und Soham-Mantras; praṇava-sampuṭitāḥ nārāyaṇa-astra-mantrāḥ – Narayana-Waffenmantras mit Pranava-Umschließung; oṃ haṃsaḥ soham – Om, Hamsa, ich bin Er; oṃ namaḥ nārāyaṇāya huṃ phaṭ – Om, Verehrung Narayana, Huṃ Phaṭ.
Anmerkung: cakṣurdikṣu ist im Kontext vermutlich aus einer Angabe der vier Richtungen entstellt. Der überlieferte Wortlaut wird nicht ohne Beleg geändert. Die Zusammenziehung śrīmaṃ wird als śrīm aṃ segmentiert, entsprechend der angekündigten Narayana-Keimsilbe.
Kapitel 7 – Yantra: fünfzig Blätter und Girlandenmantras
tadbahiḥ praṇavamālāsaṃyuktaṃ
vṛttam | vṛttādbahiḥ pañcāśaddalapadmam |
teṣu daleṣu mātṛkā pañcāśadakṣaramālā lakāravarjyā |
taddalasandhiṣu praṇavaśrībījasampuṭitarāmakṛṣṇamālāmantrau |
oṃ śrīmoṃ namo bhagavate raghunandanāya rakṣoghnaviśadāya
madhuraprasannavadanāyāmitatejase balāya rāmāya viṣṇave namaḥ |
śrīmoṃ namaḥ kṛṣṇāya devakīputrāya vāsudevāya
nirgalacchedanāya sarvalokādhipataye sarvajaganmohanāya viṣṇave
kāmitārthadāya svāhā śrīmom |
„Außen ein Kreis mit Pranava-Girlande; außerhalb ein fünfzigblättriger Lotus. Auf seinen Blättern steht die Matrika-Girlande von fünfzig Buchstaben, ohne Lakara [so die Quelle]. An den Blattverbindungen stehen die von Pranava und Shri-Keimsilbe umschlossenen Rama- und Krishna-Girlandenmantras: ‚Om śrīm Om, Verehrung dem erhabenen Raghunandana, dem reinen Rakshasa-Töter, dem mit süßem, freundlichem Antlitz, dem von unermesslichem Licht, der Kraft, Rama, Vishnu, Verehrung. Śrīm Om, Verehrung Krishna, Devakis Sohn, Vasudeva, dem Fesselnzerschneider [unsichere Lesung], Herrn aller Welten, Bezauberer der ganzen Welt, Vishnu, dem Geber gewünschter Ziele, Svaha, śrīm Om.‘“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-bahiḥ praṇava-mālā-saṃyuktam vṛttam – außen Kreis mit Pranava-Girlande; vṛttāt bahiḥ pañcāśat-dala-padmam – außerhalb fünfzigblättriger Lotus; teṣu daleṣu mātṛkā pañcāśad-akṣara-mālā – auf Blättern Matrika-Girlande von fünfzig Buchstaben; lakāra-varjyā – ohne Lakara; tat-dala-sandhiṣu – an Blattverbindungen; praṇava-śrī-bīja-sampuṭita-rāma-kṛṣṇa-mālā-mantrau – Pranava- und Shri-Bija-umschlossene Rama- und Krishna-Girlandenmantras; oṃ śrīm oṃ – Mantrasilben; namaḥ bhagavate raghunandanāya – Verehrung erhabenem Raghunandana; rakṣoghna-viśadāya – reinem Rakshasa-Töter, unsichere Kompositumsgrenze; madhura-prasanna-vadanāya – mit süßem freundlichem Antlitz; amita-tejase – von unermesslichem Licht; balāya – der Kraft, dem Mächtigen; rāmāya viṣṇave namaḥ – Verehrung Rama, Vishnu; śrīm oṃ namaḥ kṛṣṇāya – Shri-Mantrasilbe, Om, Verehrung Krishna; devakī-putrāya – Devakis Sohn; vāsudevāya – Vasudeva; nirgala-cchedanāya – Fesselnzerschneider, Quellform nirgala statt nigala; sarva-loka-adhipataye – Herr aller Welten; sarva-jagat-mohanāya – Bezauberer der ganzen Welt; viṣṇave – Vishnu; kāmita-artha-dāya – Geber gewünschter Ziele; svāhā śrīm oṃ – Mantraschluss.
Anmerkung: Bei der Matrika steht ausdrücklich lakāravarjyā. Eine Änderung zu ḷakāra oder eine konkrete Buchstabenliste ist ohne weitere Quelle nicht gesichert. Nirgala wird entsprechend dem naheliegenden nigala, „Fessel“, verstanden; diese Deutung ist gekennzeichnet.
Kapitel 7 – Yantra: Nilakantha und die Weltenhüter
tadbahiraṣṭaśūlāṅkitabhūcakram |
teṣu praṇavasampuṭitamahānīlakaṇṭhamantravarṇāni |
āūmmoṃ namo nīlakaṇṭhāya | oṃ śūlāgreṣu lokapālamantrāḥ
praṇavādinamontāścaturthyantāḥ krameṇa |
oṃ indrāya namaḥ | oṃ agnaye namaḥ | oṃ yamāya namaḥ |
oṃ nirṛtaye namaḥ | oṃ varuṇāya namaḥ | oṃ vāyave namaḥ |
oṃ somāya namaḥ | oṃ īśānāya namaḥ |
„Außen ein mit acht Speeren markierter Erdkreis. Darauf stehen die Silben des vom Pranava umschlossenen Maha-Nilakantha-Mantras: ‚Āūmmoṃ, Verehrung Nilakantha, Om‘ [so die überlieferte Anfangsfolge]. Auf den Speerspitzen stehen die Mantras der Weltenhüter, mit Pranava beginnend, mit Namaḥ endend und der Reihe nach im Dativ: Om, Verehrung Indra. Om, Verehrung Agni. Om, Verehrung Yama. Om, Verehrung Nirriti. Om, Verehrung Varuna. Om, Verehrung Vayu. Om, Verehrung Soma. Om, Verehrung Ishana.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-bahiḥ aṣṭa-śūla-aṅkita-bhū-cakram – außen Erdkreis mit acht Speeren; teṣu – darauf; praṇava-sampuṭita-mahānīlakaṇṭha-mantra-varṇāni – Silben des Pranava-umschlossenen Maha-Nilakantha-Mantras; āūmmoṃ – ungewöhnliche überlieferte Anfangsfolge; namaḥ nīlakaṇṭhāya – Verehrung dem Blaukehligen; oṃ – Om; śūla-agreṣu – auf Speerspitzen; lokapāla-mantrāḥ – Weltenhüter-Mantras; praṇava-ādi-namaḥ-antāḥ caturthī-antāḥ krameṇa – der Reihe nach mit Pranava beginnend, Namaḥ endend, im Dativ; indrāya – Indra, Dativ; agnaye – Agni, Dativ; yamāya – Yama, Dativ; nirṛtaye – Nirriti, Dativ; varuṇāya – Varuna, Dativ; vāyave – Vayu, Dativ; somāya – Soma, Dativ; īśānāya – Ishana, Dativ.
Anmerkung: Die ungewöhnliche Folge āūmmoṃ wird quellengetreu wiedergegeben und nicht als gesicherte Standardformel bezeichnet.
Kapitel 7 – Yantra: äußere Umfassungen
tadbahiḥ praṇavamālāyuktaṃ vṛttatrayam |
tadbahirbhūpuracatuṣṭayaṃ caturdvārayutaṃ
cakrakoṇacatuṣṭayamahāvajravibhūṣitaṃ
teṣu vajreṣu praṇavaśrībījasampuṭitāmṛtabījadvayam |
oṃ śrīṃ ṭhaṃ vaṃ śrīmomiti |
„Außen drei Kreise mit Pranava-Girlande. Außen vier Bhupura-Umfassungen mit vier Toren, an den vier Ecken des Diagramms mit großen Vajras geschmückt. In diesen Vajras stehen die zwei Unsterblichkeits-Keimsilben, von Pranava und Shri-Keimsilbe umschlossen: ‚Om śrīṃ ṭhaṃ vaṃ śrīm Om‘.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-bahiḥ praṇava-mālā-yuktam vṛtta-trayam – außen drei Kreise mit Pranava-Girlande; tat-bahiḥ bhūpura-catuṣṭayam – außen vier Bhupura-Umfassungen; catur-dvāra-yutam – mit vier Toren; cakra-koṇa-catuṣṭaya-mahāvajra-vibhūṣitam – an vier Diagrammecken mit großen Vajras geschmückt; teṣu vajreṣu – in diesen Vajras; praṇava-śrī-bīja-sampuṭita-amṛta-bīja-dvayam – zwei Unsterblichkeits-Keimsilben, von Pranava und Shri-Bija umschlossen; oṃ śrīṃ ṭhaṃ vaṃ śrīm oṃ – Mantrasilben.
Kapitel 7 – Yantra: Gänge der Umfassungen
bahirbhūpuravīthyām ---oṃ ādhāraśaktyai namaḥ | oṃ mūlaprakṛtyai namaḥ |
oṃ ādikūrmāya namaḥ | oṃ anantāya namaḥ |
oṃ pṛthivyai namaḥ | madhyabhūpuravīthyām ---oṃ kṣīrasamudrāya namaḥ | oṃ ratnadvīpāya namaḥ |
oṃ maṇimaṇḍapāya namaḥ | oṃ śvetacchatrāya namaḥ |
oṃ kalpakavṛkṣāya namaḥ | oṃ ratnasiṃhāsanāya namaḥ |
„Im Gang der äußeren Umfassung: Om, Verehrung: tragenden Kraft. Om, Verehrung: Wurzel-Prakriti. Om, Verehrung: ursprünglichen Schildkröte. Om, Verehrung: Ananta. Om, Verehrung: Erde. Im Gang der mittleren Umfassung: Om, Verehrung: Milchozean. Om, Verehrung: Juweleninsel. Om, Verehrung: Juwelenhalle. Om, Verehrung: weißen Schirm. Om, Verehrung: Wunschbaum. Om, Verehrung: Juwelenlöwenthron.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: bahir-bhūpura-vīthyām – im Gang der äußeren Umfassung; oṃ – Om; namaḥ – Verehrung; ādhāraśaktyai – tragenden Kraft, Dativ; mūlaprakṛtyai – Wurzel-Prakriti, Dativ; ādikūrmāya – ursprünglichen Schildkröte, Dativ; anantāya – Ananta, Dativ; pṛthivyai – Erde, Dativ; madhya-bhūpura-vīthyām – im Gang der mittleren Umfassung; kṣīrasamudrāya – Milchozean, Dativ; ratnadvīpāya – Juweleninsel, Dativ; maṇimaṇḍapāya – Juwelenhalle, Dativ; śvetacchatrāya – weißen Schirm, Dativ; kalpakavṛkṣāya – Wunschbaum, Dativ; ratnasiṃhāsanāya – Juwelenlöwenthron, Dativ.
Kapitel 7 – Yantra: die erste Umfassung
prathamabhūpuravīthyāmoṃ dharmajñānavairāgyaiśvaryādharmājñānāvairāgyānaiśvaryasatvarajastamomāyāvidyānantapadmāḥ praṇavādinamontāścaturthyantāḥ krameṇa |
„Im Gang der ersten Umfassung: Om; Dharma, Erkenntnis, Leidenschaftslosigkeit, Herrschaft, Unrecht, Unwissenheit, fehlende Leidenschaftslosigkeit, Ohnmacht, Sattva, Rajas, Tamas, Maya, Erkenntnis, Ananta und Lotus – der Reihe nach im Dativ, mit Pranava beginnend und mit Namaḥ endend.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: prathama-bhūpura-vīthyām – im Gang der ersten Umfassung; oṃ – Om; dharma – Recht, heilsame Ordnung; jñāna – Erkenntnis; vairāgya – Leidenschaftslosigkeit; aiśvarya – Herrschaft; adharma – Unrecht; ajñāna – Unwissenheit; avairāgya – fehlende Leidenschaftslosigkeit; anaiśvarya – Ohnmacht; sattva – Klarheit; rajas – Aktivität; tamas – Dunkelheit; māyā – Maya; vidyā – Erkenntnis; ananta – Ananta; padma – Lotus; praṇava-ādi-namaḥ-antāḥ – mit Pranava beginnend und Namaḥ endend; caturthī-antāḥ krameṇa – der Reihe nach im Dativ.
Anmerkung: Der Text gibt an dieser Stelle nur die Namen und die Bildungsregel. Der Artikel ergänzt keine vermeintlich ausgeschriebene Original-Mantraliste.
Kapitel 7 – Yantra: die innere Kreisbahn
antavṛttavīthyāmomanugrahāyai namaḥ | oṃ namo bhagavate
viṣṇave sarvabhūtātmane vāsudevāya sarvātmasaṃyogayogapīṭhātmane namaḥ |
„In der inneren Kreisbahn: Om, Verehrung Anugraha, der Gnade. Om, Verehrung dem erhabenen Vishnu, dem Selbst aller Wesen, Vasudeva, dem Wesen des Yoga-Sitzes der Vereinigung aller Selbste; Verehrung.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: antaḥ-vṛtta-vīthyām – in innerer Kreisbahn; oṃ anugrahāyai namaḥ – Om, Verehrung Anugraha, der Gnade; oṃ namaḥ bhagavate viṣṇave – Om, Verehrung erhabenem Vishnu; sarva-bhūta-ātmane – Selbst aller Wesen; vāsudevāya – Vasudeva; sarva-ātma-saṃyoga-yoga-pīṭha-ātmane – Wesen des Yoga-Sitzes der Vereinigung aller Selbste; namaḥ – Verehrung.
Kapitel 7 – Die zehn Glieder des Yantras
vṛttavakāśeṣu----bījaṃ prāṇaṃ
ca śaktiṃ ca dṛṣṭiṃ vaśyādikaṃ tathā |
mantrayantrākhyagāyatrīprāṇasthāpanameva ca |
bhūtadikpālabījāni yantrasyāṅgāni vai daśa |
mūlamantramālāmantrakavacadigbandhanamantrāśca |
„In den freien Kreisflächen: Bija, Lebensatem, Kraft, Blick, Unterwerfung und Weiteres; die Mantra- und Yantra-Gayatris, die Einsetzung des Lebensatems, die Keimsilben der Elemente und der Richtungshüter – dies sind die zehn Glieder des Yantras. Dazu Wurzelmantra, Girlandenmantra, Schutzpanzer und Mantras zum Verschließen der Richtungen.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: vṛtta-avakāśeṣu – in freien Kreisflächen; bījam – Keimsilbe; prāṇam – Lebensatem; śaktim – Kraft; dṛṣṭim – Blick; vaśya-ādikam – Unterwerfung und Weiteres; tathā – ebenso; mantra-yantra-ākhya-gāyatrī – Mantra- und Yantra-Gayatris; prāṇa-sthāpanam – Einsetzung des Lebensatems; eva ca – und eben; bhūta-dikpāla-bījāni – Keimsilben der Elemente und Richtungshüter; yantrasya aṅgāni vai daśa – zehn Glieder des Yantras; mūla-mantra – Wurzelmantra; mālā-mantra – Girlandenmantra; kavaca – Schutzpanzer; dig-bandhana-mantrāḥ – Mantras zum Verschließen der Richtungen.
Anmerkung: Die Zahl zehn ergibt sich, wenn Mantra-Gayatri und Yantra-Gayatri sowie Element-Bijas und Richtungshüter-Bijas als je zwei Glieder gezählt werden. Dies ist eine Aufgliederung des vorhandenen Kompositums, keine Ergänzung neuer Mantras.
Kapitel 7 – Verehrung und Wirkung des Yantras
evaṃvidhametadyantraṃ mahāmantramayaṃ yogadhīrāntaiḥ
paramantrairalaṅkṛtaṃ ṣoḍaśopacārairabhyarcitaṃ
japahomādinā sādhitametadyantraṃ śuddhabrahmatejomayaṃ
sarvābhayaṅkaraṃ samastaduritakṣayakaraṃ sarvābhīṣṭasampādakaṃ sāyujyamuktipradametatparamavaikuṇṭhamahānārāyaṇayantraṃ prajvalati |
„So beschaffen ist dieses aus großen Mantras bestehende Yantra, geschmückt mit höchsten Mantras [die nähere Bestimmung yogadhīrāntaiḥ ist unklar], verehrt mit sechzehn Gaben und durch Wiederholung, Feueropfer und Weiteres vollendet. Dieses Yantra besteht aus reinem Brahman-Licht, gewährt allen Furchtlosigkeit, tilgt alle Verfehlungen, erfüllt alles Gewünschte und gewährt Befreiung als Vereinigung. So leuchtet dieses große Narayana-Yantra des höchsten Vaikuntha.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: evamvidham etat yantram – so beschaffen dieses Yantra; mahāmantramayam – aus großen Mantras bestehend; yogadhīrāntaiḥ – unklare Quellform; parama-mantraiḥ alaṅkṛtam – mit höchsten Mantras geschmückt; ṣoḍaśa-upacāraiḥ abhyarcitam – mit sechzehn Gaben verehrt; japa-homa-ādinā sādhitam – durch Wiederholung, Feueropfer und Weiteres vollendet; śuddha-brahma-tejomayam – aus reinem Brahman-Licht bestehend; sarva-abhayaṅkaram – allen Furchtlosigkeit gewährend; samasta-durita-kṣaya-karam – alle Verfehlungen tilgend; sarva-abhīṣṭa-sampādakam – alles Gewünschte erfüllend; sāyujya-mukti-pradam – Befreiung als Vereinigung gewährend; etat parama-vaikuṇṭha-mahānārāyaṇa-yantram prajvalati – dieses große Narayana-Yantra des höchsten Vaikuntha leuchtet.
Anmerkung: Die Wirkungsangaben sind Aussagen des religiösen Textes. Yogadhīrāntaiḥ ist in dieser Fassung nicht sicher auflösbar und wird nicht durch eine erfundene Ritualregel ersetzt.
Kapitel 7 – Meditationsgestalt Narayanas
tasyopari ca niratiśayānandatejorāśyabhyantarasamāsīnaṃ vācāmagocarānandatejorāśyākāraṃ citsārāvirbhūtānandavigrahaṃ bodhānandasvarūpaṃ niratiśayasaundaryapārāvāraṃ turīyasvarūpaṃ
turīyātītaṃ cādvaitaparamānandanirantarātiturīyaniratiśayasaundaryānandapārāvāraṃ lāvaṇyavāhinīkallolataṭidbhāsuraṃ
divyamaṅgalavigrahaṃ mūrtimadbhiḥ paramamaṅgalairupasevyamānaṃ
cidānandamayairanantakoṭiraviprakāśairanantabhūṣaṇairalaṅkṛtaṃ
sudarśanapāñcajanyapadmagadāsiśārṅgamusalaparighādyaiścinmayairanekāyudhagaṇairmūrtimadbhiḥ susevitam |
„Darüber sitzt er innerhalb einer Lichtfülle unübertrefflicher Glückseligkeit: Gestalt unsagbaren Glückseligkeitslichts, aus der Essenz des Bewusstseins hervorgetretene Glückseligkeitsgestalt, Wesen von Erkenntnis und Glückseligkeit, Ozean unübertrefflicher Schönheit, das Vierte und über das Vierte hinaus; Ozean unübertrefflicher Schönheitsglückseligkeit des ununterbrochenen höchsten Vierten, nichtduale höchste Glückseligkeit; strahlend wie Blitze in den Wogen eines Anmutsstroms, göttliche heilvolle Gestalt. Verkörperte höchste Heilsgestalten dienen ihm. Unendliche Schmuckstücke aus Bewusstsein und Glückseligkeit, wie unendliche Millionen Sonnen leuchtend, schmücken ihn. Scharen verkörperter Bewusstseinswaffen dienen ihm: Sudarshana, Panchajanya, Lotus, Keule, Schwert, Sharnga-Bogen, Stößel, Eisenkeule und weitere.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tasya upari – darüber; niratiśaya-ānanda-tejas-rāśi-abhyantara-samāsīnam – innerhalb Lichtfülle unübertrefflicher Glückseligkeit sitzend; vācām agocara-ānanda-tejas-rāśi-ākāram – Gestalt unsagbaren Glückseligkeitslichts; cit-sāra-āvirbhūta-ānanda-vigraham – aus Bewusstseinsessenz hervorgetretene Glückseligkeitsgestalt; bodha-ānanda-svarūpam – Wesen von Erkenntnis und Glückseligkeit; niratiśaya-saundarya-pārāvāram – Ozean unübertrefflicher Schönheit; turīya-svarūpam – das Vierte als Wesen; turīya-atītam ca – und über das Vierte hinaus; advaita-parama-ānanda-nirantara-ati-turīya-niratiśaya-saundarya-ānanda-pārāvāram – Ozean unübertrefflicher Schönheitsglückseligkeit des ununterbrochenen höchsten Vierten, nichtdualer höchster Glückseligkeit; lāvaṇya-vāhinī-kallola-taṭit-bhāsuram – wie Blitze in Wogen des Anmutsstroms strahlend; divya-maṅgala-vigraham – göttliche heilvolle Gestalt; mūrtimadbhiḥ parama-maṅgalaiḥ upasevyamānam – von verkörperten höchsten Heilsgestalten bedient; cit-ānandamayaiḥ ananta-koṭi-ravi-prakāśaiḥ ananta-bhūṣaṇaiḥ alaṅkṛtam – mit unendlichem Bewusstseinsglückseligkeitsschmuck im Glanz unendlicher Millionen Sonnen geschmückt; sudarśana – Sudarshana-Rad; pāñcajanya – Panchajanya-Muschelhorn; padma – Lotus; gadā – Keule; asi – Schwert; śārṅga – Sharnga-Bogen; musala – Stößel; parigha – Eisenkeule; ādyaiḥ cinmayaiḥ aneka-āyudha-gaṇaiḥ mūrtimadbhiḥ susevitam – von diesen und weiteren verkörperten Scharen von Bewusstseinswaffen bedient.
Anmerkung: Dieser Satz hängt mit dem Meditationsgebot am Ende des Kapitels zusammen. Die dazwischenstehende Liste der äußeren Kreisbahn wird als Einschub vollständig bewahrt.
Kapitel 7 – Yantra-Einschub: acht Kräfte
bāhyavṛttavīthyāṃ vimalotkarṣiṇī jñāna kriyā yoga prahvī
satyeśānā praṇavādinamontāścaturthyantāḥ krameṇa |
„In der äußeren Kreisbahn stehen der Reihe nach Vimala, Utkarshini, Jnana, Kriya, Yoga, Prahvi, Satya und Ishana, jeweils im Dativ, mit Pranava beginnend und mit Namaḥ endend.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: bāhya-vṛtta-vīthyām – in äußerer Kreisbahn; vimalā – Vimala, die Reine; utkarṣiṇī – Utkarshini, die Erhebende; jñāna – Jnana, Erkenntnis; kriyā – Kriya, Tätigkeit; yoga – Yoga, Verbindung; prahvī – Prahvi, die Geneigte; satyā – Satya, die Wahre; īśānā – Ishana, die Herrschende; praṇava-ādi-namaḥ-antāḥ caturthī-antāḥ krameṇa – der Reihe nach im Dativ, mit Pranava beginnend und Namaḥ endend.
Kapitel 7 – Schmuck, Shesha und Duft
śrīvatsakaustubhavanamālāṅkitavakṣasaṃ brahmakalpavanāmṛtapuṣpavṛṣṭibhiḥ santatamānandaṃ brahmānandarasanirbharairasaṃkhyairatimaṅgalaṃ śeṣāyutaphaṇājālavipulacchatraśobhitaṃ
tatphaṇāmaṇḍalodarcirmaṇidyotitavigrahaṃ tadaṅgakāntinirjharaistataṃ
niratiśayabrahmagandhasvarūpaṃ niratiśayānandabrahmagandhaviśeṣakāramanantabrahmagandhākārasamaṣṭiviśeṣamanantānandatulasīmālyairabhinavaṃ cidānandamayānantapuṣpamālyairvirājamānaṃ
„Seine Brust ist mit Shrivatsa, Kaustubha und Waldblütengirlande gezeichnet. Er ist stets von Nektarblütenregen aus Brahman-Wunschbaumwäldern bedeckt, voller Glückseligkeit, durch zahllose [nicht näher bezeichnete Gaben] voller Brahman-Wonne-Essenz überaus heilvoll. Der weite Schirm von Sheshas zehntausend Hauben schmückt ihn; leuchtende Juwelen seines Haubenkreises erhellen seine Gestalt, die von Wasserfällen des Glanzes seiner Glieder umgeben ist. Er ist das Wesen unübertrefflichen Brahman-Dufts, besondere Gestalt unübertrefflichen Glückseligkeits-Brahman-Dufts, besondere Gesamtheit unendlicher Brahman-Duftgestalten. Tulasi-Girlanden unendlicher Glückseligkeit machen ihn immer frisch; unendliche Blumengirlanden aus Bewusstsein und Glückseligkeit lassen ihn glänzen.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: śrīvatsa-kaustubha-vanamālā-aṅkita-vakṣasam – Brust mit Shrivatsa, Kaustubha und Waldblütengirlande gezeichnet; brahma-kalpa-vana-amṛta-puṣpa-vṛṣṭibhiḥ santatam – stets von Nektarblütenregen aus Brahman-Wunschbaumwäldern bedeckt; ānandam – voll Glückseligkeit; brahma-ānanda-rasa-nirbharaiḥ asaṃkhyaiḥ ati-maṅgalam – durch zahllose mit Brahman-Wonne-Essenz erfüllte, nicht näher genannte Gaben überaus heilvoll; śeṣa-ayuta-phaṇā-jāla-vipula-chatra-śobhitam – mit weitem Schirm von Sheshas zehntausend Hauben geschmückt; tat-phaṇā-maṇḍala-ud-arcis-maṇi-dyotita-vigraham – Gestalt von flammenden Haubenjuwelen erhellt; tat-aṅga-kānti-nirjharaiḥ tatam – von Wasserfällen seines Gliederglanzes umgeben; niratiśaya-brahma-gandha-svarūpam – Wesen unübertrefflichen Brahman-Dufts; niratiśaya-ānanda-brahma-gandha-viśeṣa-ākāram – besondere Gestalt unübertrefflichen Glückseligkeits-Brahman-Dufts; ananta-brahma-gandha-ākāra-samaṣṭi-viśeṣam – besondere Gesamtheit unendlicher Brahman-Duftgestalten; ananta-ānanda-tulasī-mālyaiḥ abhinavam – durch Tulasi-Girlanden unendlicher Glückseligkeit immer frisch; cit-ānandamaya-ananta-puṣpa-mālyaiḥ virājamānam – mit unendlichen Blumengirlanden aus Bewusstsein und Glückseligkeit glänzend.
Anmerkung: Die Folge antānanda wird als anantānanda berichtigt. Beim Instrumental asaṃkhyair fehlt ein ausdrückliches Bezugswort; „Gaben“ ist daher als erläuternde Ergänzung markiert.
Kapitel 7 – Licht und Verehrung
tejaḥpravāhataraṅgatatparamparābhirjvalantaṃ niratiśayānandaṃ
kāntiviśeṣāvartairabhito'niśaṃ prajvalantaṃ bodhānandamayānantadhūpadīpāvaliniratiśobhitaṃ niratiśayānandacāmaraviśeṣaiḥ
parisevitaṃ nirantaranirupamaniratiśayotkaṭajñānānandānantagucchaphalairalaṅkṛtaṃ cinmayānandadivyavimānacchatradhvajarājibhirvirājamānaṃ paramamaṅgalānantadivyatejobhirjvalantamaniśaṃ
„Er leuchtet durch aufeinanderfolgende Wellen von Lichtströmen, ist unübertreffliche Glückseligkeit, strahlt ringsum unaufhörlich mit Wirbeln besonderen Glanzes; Reihen unendlicher Räucherungen und Lampen aus Erkenntnis und Glückseligkeit schmücken ihn. Besondere Wedel unübertrefflicher Glückseligkeit bedienen ihn. Er ist mit unendlichen Fruchtbüscheln unablässiger, unvergleichlicher, unübertrefflicher, mächtiger Erkenntnisglückseligkeit geschmückt; Reihen göttlicher Gebäude, Schirme und Banner aus Bewusstseinsglückseligkeit lassen ihn glänzen. Er strahlt unaufhörlich mit höchst heilvollem unendlichem göttlichen Licht.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tejas-pravāha-taraṅga-tat-paramparābhiḥ jvalantam – durch aufeinanderfolgende Lichtstromwellen leuchtend; niratiśaya-ānandam – unübertreffliche Glückseligkeit; kānti-viśeṣa-āvartaiḥ abhitaḥ aniśam prajvalantam – ringsum unaufhörlich mit Wirbeln besonderen Glanzes strahlend; bodha-ānandamaya-ananta-dhūpa-dīpa-āvali – Reihen unendlicher Räucherungen und Lampen aus Erkenntnisglückseligkeit; ati-śobhitam – überaus geschmückt; niratiśaya-ānanda-cāmara-viśeṣaiḥ parisevitam – von besonderen Wedeln unübertrefflicher Glückseligkeit bedient; nirantara-nirupama-niratiśaya-utkaṭa-jñāna-ānanda-ananta-guccha-phalaiḥ alaṅkṛtam – mit unendlichen Fruchtbüscheln unablässiger unvergleichlicher unübertrefflicher mächtiger Erkenntnisglückseligkeit geschmückt; cinmaya-ānanda-divya-vimāna-chatra-dhvaja-rājibhiḥ virājamānam – mit Reihen göttlicher Gebäude, Schirme und Banner aus Bewusstseinsglückseligkeit glänzend; parama-maṅgala-ananta-divya-tejobhiḥ jvalantam aniśam – unaufhörlich mit höchst heilvollem unendlichem göttlichen Licht strahlend.
Kapitel 7 – Die formlose Tiefe der Meditationsgestalt
vācāmagocaramanantatejorāśyantargatamardhamātrātmakaṃ
turyaṃ dhvanyātmakaṃ turīyātītamavācyaṃ nādabindukalādhyātmasvarūpaṃ cetyādyanantākāreṇāvasthitaṃ nirguṇaṃ niṣkriyaṃ
nirmalaṃ niravadyaṃ nirañjanaṃ nirākāraṃ nirāśrayaṃ niratiśayādvaitaparamānandalakṣaṇamādinārāyaṇaṃ dhyāyedityupaniṣat ||
„Über Adinarayana soll man so meditieren: unerreichbar für Sprache, innerhalb unendlicher Lichtfülle, von der Natur einer halben Mora, das Vierte; Klang selbst, über das Vierte hinaus, unaussprechlich, innerstes Wesen von Nada, Bindu und Kala; in diesen und unendlichen weiteren Gestalten bestehend, ohne Eigenschaften, ohne Tätigkeit, rein, makellos, unbefleckt, formlos, ohne Stütze, durch unübertreffliche nichtduale höchste Glückseligkeit gekennzeichnet. So die Upanishad.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: vācām agocaram – unerreichbar für Sprache; ananta-tejas-rāśi-antargatam – innerhalb unendlicher Lichtfülle; ardha-mātrā-ātmakam – von Natur einer halben Mora; turyam – das Vierte; dhvani-ātmakam – Klang selbst; turīya-atītam – über das Vierte hinaus; avācyam – unaussprechlich; nāda-bindu-kalā-adhyātma-svarūpam – innerstes Wesen von Nada, Bindu und Kala; ca iti ādi-ananta-ākāreṇa avasthitam – in diesen und unendlichen weiteren Gestalten bestehend; nirguṇam – ohne Eigenschaften; niṣkriyam – ohne Tätigkeit; nirmalam – rein; niravadyam – makellos; nirañjanam – unbefleckt; nirākāram – formlos; nirāśrayam – ohne Stütze; niratiśaya-advaita-parama-ānanda-lakṣaṇam – durch unübertreffliche nichtduale höchste Glückseligkeit gekennzeichnet; ādi-nārāyaṇam dhyāyet – über Adinarayana soll man meditieren; iti upaniṣat – so die Upanishad.
Schluss des 7. Kapitels
ityātharvaṇamahānārāyaṇopaniṣadi paramamokṣasvarūpanirūpaṇadvārā tripādvibhūtiparamavaikuṇṭhamahānārāyaṇayantrasvarūpanirūpaṇaṃ nāma saptamo'dhyāyaḥ || 7 ||
Damit endet in der Atharvana-Mahanarayana-Upanishad das 7. Kapitel mit dem Titel „Darstellung des Yantras Mahānarayanas im höchsten Vaikuntha der Dreiviertelherrlichkeit durch Erklärung des Wesens höchster Befreiung“.
Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – damit; ātharvaṇa-mahānārāyaṇa-upaniṣadi – in der Atharvana-Mahanarayana-Upanishad; nāma – mit Namen; adhyāyaḥ – Kapitel; saptamaḥ – siebtes; parama-mokṣa-svarūpa-nirūpaṇa-dvārā – durch Erklärung des Wesens höchster Befreiung; tripād-vibhūti-parama-vaikuṇṭha-mahānārāyaṇa-yantra-svarūpa-nirūpaṇam – Darstellung des Yantras Mahānarayanas im höchsten Vaikuntha der Dreiviertelherrlichkeit.
Kapitel 8 Tripadvibhuti Mahanarayana Upanishad
Kapitel 8 – Vielfalt und Nichtdualität
tataḥ pitāmahaḥ paripṛcchati bhagavantaṃ mahāviṣṇuṃ
bhagavañchuddhādvaitaparamānandalakṣaṇaparabrahmaṇastava
kathaṃ viruddhavaikuṇṭhaprāsādaprākāravimānādyanantavastubhedaḥ |
satyamevoktamiti bhagavānmahāviṣṇuḥ pariharati | yathā
śuddhasuvarṇasya kaṭakamukuṭāṅgadādibhedaḥ | yathā
samudrasalilasya sthūlasūkṣmataraṅgaphenabudbuadakaralavaṇapāṣāṇādyanantavastubhedaḥ | yathā bhūmeḥ parvatavṛkṣatṛṇagulmalatādyanantavastubhedaḥ | tathaivādvaitaparamānandalakṣaṇaparabrahmaṇo mama sarvādvaitamupapannaṃ bhavatyeva |
matsvarūpameva sarvaṃ madvyatiriktamaṇumātraṃ na vidyate |
Darauf fragt der Urvater den erhabenen Mahavishnu: „Erhabener, wie gibt es bei dir, dem höchsten Brahman reiner nichtdualer höchster Glückseligkeit, die dazu widersprüchliche Verschiedenheit unendlicher Dinge wie Vaikunthas, Paläste, Mauern und himmlische Gebäude?“ Mahavishnu antwortet: „Die Frage ist berechtigt. Wie reines Gold als Armreif, Krone, Oberarmschmuck und Weiteres verschieden erscheint; wie Meerwasser als grobe und feine Wellen, Schaum, Blasen, Salzlager, Salzsteine und unendlich viele weitere Dinge; wie Erde als Berge, Bäume, Gras, Büsche, Ranken und unendlich viele Dinge: Ebenso ist bei mir, dem höchsten Brahman nichtdualer höchster Glückseligkeit, die Nichtdualität von allem durchaus möglich. Alles ist nur mein eigenes Wesen; nicht einmal ein Atom existiert getrennt von mir.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tataḥ pitāmahaḥ paripṛcchati – dann fragt der Urvater; bhagavantam mahāviṣṇum – den erhabenen Mahavishnu; bhagavan – Erhabener; śuddha-advaita-parama-ānanda-lakṣaṇa-para-brahmaṇaḥ tava – bei dir, höchstem Brahman reiner nichtdualer höchster Glückseligkeit; katham – wie; viruddha – entgegengesetzt, widersprüchlich; vaikuṇṭha-prāsāda-prākāra-vimāna-ādi-ananta-vastu-bhedaḥ – Verschiedenheit unendlicher Dinge wie Vaikunthas, Paläste, Mauern und himmlische Gebäude; satyam eva uktam – berechtigte Frage; bhagavān mahāviṣṇuḥ pariharati – erhabener Mahavishnu antwortet; yathā śuddha-suvarṇasya – wie bei reinem Gold; kaṭaka-mukuṭa-aṅgada-ādi-bhedaḥ – Verschiedenheit als Armreif, Krone, Oberarmschmuck und Weiteres; yathā samudra-salilasya – wie bei Meerwasser; sthūla-sūkṣma-taraṅga-phena-budbuda-ākara-lavaṇa-pāṣāṇa-ādi-ananta-vastu-bhedaḥ – Verschiedenheit unendlicher Dinge wie grobe und feine Wellen, Schaum, Blasen, Lager und Salzsteine; yathā bhūmeḥ – wie bei Erde; parvata-vṛkṣa-tṛṇa-gulma-latā-ādi-ananta-vastu-bhedaḥ – Verschiedenheit als Berge, Bäume, Gras, Büsche, Ranken und unendliche Dinge; tathā eva – ebenso; advaita-parama-ānanda-lakṣaṇa-para-brahmaṇaḥ mama – bei mir als Brahman nichtdualer höchster Glückseligkeit; sarva-advaitam upapannam bhavati eva – Nichtdualität von allem ist durchaus möglich; mat-svarūpam eva sarvam – alles nur mein Wesen; mat-vyatiriktam aṇumātram na vidyate – nicht einmal ein Atom existiert getrennt von mir.
Anmerkung: Die beschädigte Folge budbuadakara wird als budbuda-ākara verstanden. „Salzlager“ erläutert ākara im Zusammenhang mit dem Meer; diese Auflösung ist nicht handschriftlich abgesichert.
Kapitel 8 – Ein Befreiungsziel und unendliche Welten
punaḥ pitāmahaḥ paripṛcchati | bhagavan paramavaikuṇṭha eva
paramamokṣaḥ | paramamokṣastveka eva śrūyate sarvatra |
kathamanantavaikuṇṭhāścānantānandasamudrādayaścānantamūrtayaḥ santīti | tatheti hovāca bhagavānmahāviṣṇuḥ |
ekasminnavidyāpāde'nantakoṭibrahmāṇḍāni sāvaraṇāni śrūyante |
tasminnekasminnaṇḍe bahavo lokāśca bahavo vaikuṇṭhāścānantavibhūtayaśca santyeva | sarvāṇḍeṣvānantalokāścānantavaikuṇṭhāḥ santīti sarveṣāṃ khalvabhimatam | pādatraye'pi
kiṃ vaktavyaṃ niratiśayānandāvirbhāvo mokṣa iti mokṣalakṣaṇaṃ
pādatraye vartate | tasmātpādatrayaṃ paramamokṣaḥ | pādatrayaṃ
paramavaikuṇṭhaḥ | pādatrayaṃ paramakaivalyamiti |
tataḥ śuddhacidānandabrahmavilāsānandāścānantaparamānandavibhūtayaścānantavaikuṇṭhāścānantaparamānandasamudrādayaḥ
santyeva |
Der Urvater fragt erneut: „Erhabener, das höchste Vaikuntha ist die höchste Befreiung. Überall hört man von nur einer höchsten Befreiung. Wie gibt es dann unendliche Vaikunthas, Glückseligkeitsozeane und unendliche Gestalten?“ Mahavishnu sagt: „So ist es: Schon im einen Unwissenheitsviertel werden unzählige Millionen Welteier samt Hüllen gelehrt. In einem einzigen davon gibt es viele Welten, viele Vaikunthas und unendliche Herrlichkeiten. Dass es in allen Welteiern unendliche Welten und Vaikunthas gibt, nehmen alle an. Was wäre dann erst über die drei Viertel zu sagen? Befreiung bedeutet das Offenbarwerden unübertrefflicher Glückseligkeit; dieses Kennzeichen besteht in den drei Vierteln. Daher sind die drei Viertel höchste Befreiung, höchstes Vaikuntha und höchstes Alleinsein. Deshalb gibt es dort Freuden des Spiels Brahmans als reines Bewusstsein und Glückseligkeit, unendliche höchste Glückseligkeitsherrlichkeiten, unendliche Vaikunthas und unendliche Ozeane höchster Glückseligkeit.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: punaḥ pitāmahaḥ paripṛcchati – Urvater fragt erneut; bhagavan – Erhabener; parama-vaikuṇṭhaḥ eva parama-mokṣaḥ – höchstes Vaikuntha ist höchste Befreiung; parama-mokṣaḥ tu ekaḥ eva śrūyate sarvatra – überall wird nur eine höchste Befreiung gelehrt; katham ananta-vaikuṇṭhāḥ ca ananta-ānanda-samudra-ādayaḥ ca ananta-mūrtayaḥ santi – wie bestehen unendliche Vaikunthas, Glückseligkeitsozeane und Gestalten; tathā iti ha uvāca bhagavān mahāviṣṇuḥ – so sprach Mahavishnu; ekasmin avidyā-pāde – in einem Unwissenheitsviertel; ananta-koṭi-brahmāṇḍāni sa-āvaraṇāni śrūyante – unzählige Millionen Welteier samt Hüllen werden gelehrt; tasmin ekasmin aṇḍe – in einem solchen Weltei; bahavaḥ lokāḥ ca bahavaḥ vaikuṇṭhāḥ ca ananta-vibhūtayaḥ ca santi – viele Welten, Vaikunthas und unendliche Herrlichkeiten bestehen; sarva-aṇḍeṣu – in allen Welteiern; ananta-lokāḥ ca ananta-vaikuṇṭhāḥ santi – unendliche Welten und Vaikunthas bestehen; sarveṣām khalu abhimatam – von allen angenommen; pāda-traye api kim vaktavyam – was erst über die drei Viertel zu sagen; niratiśaya-ānanda-āvirbhāvaḥ mokṣaḥ – Offenbarwerden unübertrefflicher Glückseligkeit ist Befreiung; mokṣa-lakṣaṇam pāda-traye vartate – Befreiungskennzeichen besteht in drei Vierteln; tasmāt pāda-trayam parama-mokṣaḥ – daher drei Viertel höchste Befreiung; pāda-trayam parama-vaikuṇṭhaḥ – drei Viertel höchstes Vaikuntha; pāda-trayam parama-kaivalyam – drei Viertel höchstes Alleinsein; śuddha-cit-ānanda-brahma-vilāsa-ānandāḥ – Freuden des Spiels Brahmans als reines Bewusstsein und Glückseligkeit; ananta-parama-ānanda-vibhūtayaḥ – unendliche höchste Glückseligkeitsherrlichkeiten; ananta-vaikuṇṭhāḥ – unendliche Vaikunthas; ananta-parama-ānanda-samudra-ādayaḥ santi eva – unendliche Ozeane höchster Glückseligkeit und Weiteres bestehen.
Kapitel 8 – Das Eingehen in Narayana
upāsakastato'bhyetyaivaṃvidhaṃ nārāyaṇaṃ dhyātvā
pradakṣiṇanamaskārānvidhāya vividhopacārairabhyarcya
niratiśayādvaitaparamānandalakṣaṇo bhūtvā tadagre sāvadhānenopaviśyādvaitayogamāsthāya sarvādvaitaparamānandalakṣaṇākhaṇḍāmitatejorāśyākāraṃ vibhāvyopāsakaḥ svayaṃ śuddhabodhānandamayāmṛtaniratiśayānandatejorāśyākāro bhūtvā
mahāvākyārthamanusmaran brahmāhamasmi ahamasmi
brahmāhamasmi yo'hamasmi brahmāhamasmi ahamevāhaṃ māṃ
juhomi svāhā | ahaṃ brahmeti bhāvanayā yathā paramatejomahānadīpravāhaparamatejaḥpārāvāre praviśati | yathā paramatejaḥpārāvārataraṅgāḥ paramatejaḥpārāvāre praviśanti | tathaiva saccidānandātmopāsakaḥ sarvaparipūrṇādvaitaparamānandalakṣaṇe parabrahmaṇi
nārāyaṇe mayi saccidātmako'hamajo'haṃ paripūrṇo'hamasmīti
praviveśa | tata upāsako nistaraṅgādvaitāpāraniratiśayasaccidānanda
samudro babhūva |
„Der Verehrende nähert sich, meditiert über den so beschaffenen Narayana, vollzieht Umschreitungen und Verneigungen, verehrt ihn mit verschiedenen Gaben und wird von unübertrefflicher nichtdualer höchster Glückseligkeit erfüllt. Er setzt sich aufmerksam vor ihn, übt den Yoga der Nichtdualität und vergegenwärtigt sich eine ungeteilte, unermessliche Lichtfülle, deren Kennzeichen die höchste Glückseligkeit der Nichtdualität von allem ist. Er selbst wird zu einer unsterblichen Lichtfülle reiner Erkenntnis und Glückseligkeit und unübertrefflicher Wonne. Er erinnert sich an die Bedeutung des großen Ausspruchs: ‚Brahman bin ich. Ich bin. Brahman bin ich. Der ich bin: Brahman bin ich. Ich allein bin ich. Mich selbst bringe ich als Opfer dar, Svaha.‘ In der Vorstellung ‚Ich bin Brahman‘ geht er ein: wie der Strom eines großen Flusses höchsten Lichts in den Ozean höchsten Lichts eingeht, wie die Wellen dieses Ozeans in ihn eingehen. Ebenso geht der Verehrende, dessen Selbst Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit ist, in mich ein, Narayana, das höchste Brahman allseits vollkommener nichtdualer höchster Glückseligkeit: ‚Ich bin Sein und Bewusstsein; ich bin ungeboren; ich bin vollkommen.‘ Dann wird er zum wellenlosen, nichtdualen, grenzenlosen, unübertrefflichen Ozean von Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: upāsakaḥ tataḥ abhyetya – Verehrender nähert sich; evamvidham nārāyaṇam dhyātvā – so beschaffenen Narayana meditierend; pradakṣiṇa-namaskārān vidhāya – Umschreitungen und Verneigungen vollziehend; vividha-upacāraiḥ abhyarcya – mit verschiedenen Gaben verehrend; niratiśaya-advaita-parama-ānanda-lakṣaṇaḥ bhūtvā – von unübertrefflicher nichtdualer höchster Glückseligkeit geprägt werdend; tat-agre sāvadhānena upaviśya – aufmerksam vor ihm sitzend; advaita-yogam āsthāya – Yoga der Nichtdualität aufnehmend; sarva-advaita-parama-ānanda-lakṣaṇa-akhaṇḍa-amita-tejas-rāśi-ākāram vibhāvya – ungeteilte unermessliche Lichtfülle höchster Glückseligkeit der Nichtdualität von allem vergegenwärtigend; svayam śuddha-bodha-ānandamaya-amṛta-niratiśaya-ānanda-tejas-rāśi-ākāraḥ bhūtvā – selbst unsterbliche Lichtfülle reiner Erkenntnisglückseligkeit und unübertrefflicher Wonne werdend; mahā-vākya-artham anusmaran – an Bedeutung großen Ausspruchs denkend; brahma aham asmi – Brahman bin ich; aham asmi – ich bin; yaḥ aham asmi – der ich bin; aham eva aham – ich allein bin ich; mām juhomi svāhā – mich opfere ich, Svaha; aham brahma iti bhāvanayā – in Vorstellung ich bin Brahman; yathā parama-tejas-mahā-nadī-pravāhaḥ parama-tejas-pārāvāre praviśati – wie Strom großen höchsten Lichtflusses in höchsten Lichtozean eingeht; yathā parama-tejas-pārāvāra-taraṅgāḥ parama-tejas-pārāvāre praviśanti – wie dessen Wellen in diesen Ozean eingehen; tathā eva sat-cit-ānanda-ātmā upāsakaḥ – ebenso Verehrender mit Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit als Selbst; sarva-paripūrṇa-advaita-parama-ānanda-lakṣaṇe parabrahmaṇi nārāyaṇe mayi – in mir, Narayana, Brahman allseits vollkommener nichtdualer höchster Glückseligkeit; sat-cit-ātmakaḥ aham – ich bin Sein und Bewusstsein; ajaḥ aham – ich bin ungeboren; paripūrṇaḥ aham asmi – ich bin vollkommen; praviveśa – ging ein; tataḥ upāsakaḥ – dann Verehrender; nistaraṅga-advaita-apāra-niratiśaya-sat-cit-ānanda-samudraḥ babhūva – wurde wellenloser nichtdualer grenzenloser unübertrefflicher Ozean von Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit.
Anmerkung: Die Formel mām juhomi bezeichnet hier eine meditative Selbsthingabe. Die Tippform pārāvāe wird zu pārāvāre berichtigt.
Kapitel 8 – Vollendung auf diesem Weg
yastvanena mārgeṇa samyagācarati sa nārāyaṇo
bhavatyasaṃśayameva | anena mārgeṇa sarve munayaḥ siddhiṃ gatāḥ |
asaṃkhyātāḥ paramayoginaśca siddhiṃ gatāḥ |
„Wer auf diesem Weg richtig handelt, wird zweifellos Narayana. Auf diesem Weg sind alle Munis zur Vollendung gelangt, und zahllose höchste Yogis sind zur Vollendung gelangt.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ tu anena mārgeṇa samyak ācarati – wer auf diesem Weg richtig handelt; saḥ nārāyaṇaḥ bhavati – er wird Narayana; asaṃśayam eva – ganz zweifellos; anena mārgeṇa – auf diesem Weg; sarve munayaḥ siddhim gatāḥ – alle Munis zur Vollendung gelangt; asaṃkhyātāḥ parama-yoginaḥ ca siddhim gatāḥ – auch zahllose höchste Yogis zur Vollendung gelangt.
Kapitel 8 – Yoga mit und ohne Stütze
tataḥ śiṣyo guruṃ paripṛcchati | bhagavantsālambanirālambayogau kathamiti brūhīti | sālambastu samastakarmātidūratayā karacaraṇādimūrtiviśiṣṭaṃ maṇḍalādyālambanaṃ
sālambayogaḥ | nirālambastu samastanāmarūpakarmātidūratayā
sarvakāmādyantaḥkaraṇavṛttisākṣitayā tadālambanaśūnyatayā
ca bhāvanaṃ nirālambayogaḥ |
Dann fragt der Schüler den Lehrer: „Erhabener, erkläre, was Yoga mit Stütze und ohne Stütze sind.“ – „Yoga mit Stütze ist die Ausrichtung auf einen Kreis oder eine ähnliche Stütze mit einer besonderen Gestalt, die Hände, Füße und weitere Glieder besitzt, in weiter Ferne von sämtlichem Handeln. Yoga ohne Stütze ist die Vergegenwärtigung in weiter Ferne von sämtlichen Namen, Gestalten und Handlungen, als Zeuge aller inneren Regungen wie Begehren und frei von deren Stütze.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tataḥ śiṣyaḥ gurum paripṛcchati – dann fragt Schüler den Lehrer; bhagavan – Erhabener; sa-ālamba-nirālamba-yogau katham iti brūhi – erkläre Yoga mit und ohne Stütze; sa-ālambaḥ tu – Yoga mit Stütze aber; samasta-karma-ati-dūratayā – in weiter Ferne sämtlichen Handelns; kara-caraṇa-ādi-mūrti-viśiṣṭam – mit besonderer Gestalt von Händen, Füßen und weiteren Gliedern; maṇḍala-ādi-ālambanam – Kreis oder Ähnliches als Stütze; sa-ālamba-yogaḥ – Yoga mit Stütze; nirālambaḥ tu – Yoga ohne Stütze aber; samasta-nāma-rūpa-karma-ati-dūratayā – in weiter Ferne sämtlicher Namen, Gestalten und Handlungen; sarva-kāma-ādi-antaḥkaraṇa-vṛtti-sākṣitayā – als Zeuge aller inneren Regungen wie Begehren; tat-ālambana-śūnyatayā ca – und frei von deren Stütze; bhāvanam – Vergegenwärtigung; nirālamba-yogaḥ – Yoga ohne Stütze.
Kapitel 8 – Warum Bhakti empfohlen wird
atha ca nirālambayogādhikārī
kīdṛśo bhavati | amānitvādilakṣaṇopalakṣito yaḥ puruṣaḥ
sa eva nirālambayogādhikārī kāryaḥ kaścidasti | tasmātsarveṣāmadhikāriṇāmanadhikāriṇāṃ bhaktiyoga eva praśasyate | bhaktiyogo
nirupadravaḥ | bhaktiyogānmuktiḥ | buddhimatāmanāyāsenācirādeva
tattvajñānaṃ bhavati | tatkathamiti | bhaktavatsalaḥ svayameva sarvebhyo
mokṣavighnebhyo bhaktiniṣṭhānsarvānparipālayati | sarvābhīṣṭānprayacchati | mokṣaṃ dāpayati | caturmukhādīnāṃ sarveṣāmapi
vinā viṣṇubhaktyā kalpakoṭibhirmokṣo na vidyate | kāraṇena vinā
kāryaṃ nodeti | bhaktyā vinā brahmajñānaṃ kadāpi na jāyate |
tasmāttvamapi sarvopāyānparityajya bhaktimāśraya | bhaktiniṣṭho
bhava | bhaktiniṣṭho bhava | bhaktyā sarvasiddhayaḥ sidhyanti |
bhaktyā'sādhyaṃ na kiṃcidasti |
„Wie ist jemand beschaffen, der zu Yoga ohne Stütze befähigt ist? Nur ein Mensch mit Kennzeichen wie dem Fehlen von Selbstüberhebung kommt dafür in Betracht [der letzte Satzteil ist beschädigt]. Deshalb wird allen, den Befähigten und den Unbefähigten, Bhakti-Yoga empfohlen. Bhakti-Yoga ist ohne Störungen; durch Bhakti-Yoga kommt Befreiung. Verständige erlangen dadurch ohne Mühe bald Wirklichkeitserkenntnis. Warum? Der seinen Verehrern Zugewandte schützt selbst alle in Hingabe Gefestigten vor sämtlichen Befreiungshindernissen, gewährt alles Gewünschte und lässt Befreiung zuteilwerden. Für alle, selbst Brahma mit den vier Gesichtern, gibt es ohne Vishnu-Hingabe auch in Millionen Weltzeitaltern keine Befreiung. Ohne Ursache entsteht keine Wirkung; ohne Hingabe entsteht niemals Brahman-Erkenntnis. Deshalb gib auch du alle anderen Mittel auf und stütze dich auf Hingabe. Sei in Hingabe gefestigt; sei in Hingabe gefestigt. Durch Hingabe werden alle Vollendungen erreicht; nichts ist durch Hingabe unerreichbar.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: atha ca nirālamba-yoga-adhikārī kīdṛśaḥ – wie Befähigter zu Yoga ohne Stütze; amānitva-ādi-lakṣaṇa-upalakṣitaḥ – mit Merkmalen wie fehlender Selbstüberhebung; yaḥ puruṣaḥ – welcher Mensch, Quelle vaḥ; saḥ eva nirālamba-yoga-adhikārī – nur er zu Yoga ohne Stütze befähigt; kāryaḥ kaścit asti – beschädigter Satzteil; tasmāt – daher; sarveṣām adhikāriṇām anadhikāriṇām – allen Befähigten und Unbefähigten; bhakti-yogaḥ eva praśasyate – Bhakti-Yoga wird empfohlen; bhakti-yogaḥ nirupadravaḥ – Bhakti-Yoga ohne Störungen; bhakti-yogāt muktiḥ – durch Bhakti-Yoga Befreiung; buddhimatām anāyāsena acirāt eva tattva-jñānam bhavati – Verständige erlangen mühelos bald Wirklichkeitserkenntnis; tat katham – warum dies; bhakta-vatsalaḥ svayam eva – der seinen Verehrern Zugewandte selbst; sarvebhyaḥ mokṣa-vighnebhyaḥ bhakti-niṣṭhān sarvān paripālayati – schützt alle Hingabefesten vor sämtlichen Befreiungshindernissen; sarva-abhīṣṭān prayacchati – gewährt alles Gewünschte; mokṣam dāpayati – lässt Befreiung zuteilwerden; caturmukha-ādīnām sarveṣām api – für alle, auch Viergesichtigen und Weitere; vinā viṣṇu-bhaktyā – ohne Vishnu-Hingabe; kalpa-koṭibhiḥ mokṣaḥ na vidyate – auch in Millionen Weltzeitaltern keine Befreiung; kāraṇena vinā kāryam na udeti – ohne Ursache entsteht keine Wirkung; bhaktyā vinā brahma-jñānam kadāpi na jāyate – ohne Hingabe niemals Brahman-Erkenntnis; tasmāt tvam api sarva-upāyān parityajya – deshalb gib auch du alle anderen Mittel auf; bhaktim āśraya – stütze dich auf Hingabe; bhakti-niṣṭhaḥ bhava – sei in Hingabe gefestigt, zweimal; bhaktyā sarva-siddhayaḥ sidhyanti – durch Hingabe alle Vollendungen erreicht; bhaktyā asādhyam na kiñcit asti – nichts durch Hingabe unerreichbar.
Anmerkung: vaḥ wird dem Relativsatz entsprechend als yaḥ gelesen und berichtigt. Kāryaḥ kaścid asti bleibt als beschädigte Formulierung gekennzeichnet. Die Aussagen zum Vorrang der Vishnu-Hingabe sind die besondere theologische Position dieses Textes.
Kapitel 8 – Die Verwirklichung des Schülers
evaṃvidhaṃ gurūpadeśamākarṇya
sarvaṃ paramatattvarahasyamavabudhya sarvasaṃśayānvidhūya
kṣiprameva mokṣaṃ sādhayāmīti niścitya tataḥ śiṣyaḥ samutthāya
pradakṣiṇanamaskāraṃ kṛtvā gurubhyo gurupūjāṃ vidhāya
gurvanujñayā krameṇa bhaktiniṣṭho bhūtvā bhaktyatiśayena
pakvaṃ vijñānaṃ prāpya tasmādanāyāsena śiṣyaḥ kṣiprameva
sākṣānnārāyaṇo babhūvetyupaniṣat ||
Nachdem er diese Unterweisung des Lehrers gehört, das ganze Geheimnis der höchsten Wirklichkeit verstanden und alle Zweifel abgeschüttelt hat, beschließt der Schüler: „Ich werde sehr bald Befreiung verwirklichen.“ Er erhebt sich, vollzieht Umschreitung und Verneigung vor dem Lehrer, verehrt ihn und wird mit dessen Erlaubnis allmählich in Hingabe gefestigt. Durch übergroße Hingabe erlangt er gereifte Einsicht; dadurch wird er mühelos sehr bald unmittelbar Narayana. So die Upanishad.
Wort-für-Wort-Erläuterung: evamvidham guru-upadeśam ākarṇya – solche Lehrerunterweisung hörend; sarvam parama-tattva-rahasyam avabudhya – ganzes Geheimnis höchster Wirklichkeit verstehend; sarva-saṃśayān vidhūya – alle Zweifel abschüttelnd; kṣipram eva mokṣam sādhayāmi iti niścitya – beschließend, sehr bald Befreiung zu verwirklichen; tataḥ śiṣyaḥ samutthāya – dann Schüler erhebt sich; pradakṣiṇa-namaskāram kṛtvā gurubhyaḥ – Umschreitung und Verneigung vor dem Lehrer vollziehend; guru-pūjām vidhāya – Lehrer verehrend; guru-anujñayā – mit Lehrer-Erlaubnis; krameṇa bhakti-niṣṭhaḥ bhūtvā – allmählich in Hingabe gefestigt werdend; bhakti-atiśayena pakvam vijñānam prāpya – durch übergroße Hingabe gereifte Einsicht erlangend; tasmāt anāyāsena – dadurch mühelos; śiṣyaḥ kṣipram eva sākṣāt nārāyaṇaḥ babhūva – Schüler wurde sehr bald unmittelbar Narayana; iti upaniṣat – so die Upanishad.
Kapitel 8 – Mahavishnus abschließende Unterweisung
tataḥ provācat bhagavān mahāviṣṇuścaturmukhamavalokya
brahman paramatattvarahasyaṃ te sarvaṃ kathitam | tatsmaraṇamātreṇa mokṣo bhavati | tadanuṣṭhānena sarvamaviditaṃ viditaṃ
bhavati | yatsvarūpajñāninaḥ sarvamaviditaṃ viditaṃ bhavati | tatsarvaṃ
paramarahasyaṃ kathitam | guruḥ ka iti | guruḥ sākṣādādinārāyaṇaḥ
puruṣaḥ | sa ādinārāyaṇo'hameva | tasmānmāmekaṃ śaraṇaṃ
vraja | madbhaktiniṣṭho bhava | madīyopāsanāṃ kuru | māmeva
prāpsyasi | madvyatiriktaṃ sarvaṃ bādhitam | madvyatiriktamabādhitaṃ
na kiṃcidasti | niratiśayānandādvitīyo'hameva | sarvaparipūrṇo'hameva |
sarvāśrayo'hameva | vācāmagocaranirākāraparabrahmasvarūpo'hameva |
madvyatiriktamaṇumātraṃ na vidyate |
Darauf blickt der erhabene Mahavishnu den Viergesichtigen an und spricht: „Brahma, das ganze Geheimnis der höchsten Wirklichkeit ist dir erklärt. Schon das Erinnern daran führt zur Befreiung; durch seine Verwirklichung wird alles Unbekannte bekannt. Dem Kenner jenes Wesens wird alles Unbekannte bekannt: Dies ganze höchste Geheimnis wurde erklärt. Wer ist der Lehrer? Der Lehrer ist unmittelbar der Purusha Adinarayana. Dieser Adinarayana bin ich selbst. Deshalb nimm allein bei mir Zuflucht, sei in Hingabe an mich gefestigt und verehre mich. Du wirst mich allein erreichen. Alles von mir Verschiedene ist aufhebbar; nichts von mir Verschiedenes ist unaufhebbar. Ich allein bin zweitlose unübertreffliche Glückseligkeit, ich allein bin allseits vollkommen, ich allein bin die Grundlage aller. Ich allein bin das Wesen des sprachlich unerreichbaren, formlosen höchsten Brahman. Nicht einmal ein Atom existiert getrennt von mir.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tataḥ provācat bhagavān mahāviṣṇuḥ – dann sprach erhabener Mahavishnu, Quellform provācat; caturmukham avalokya – Viergesichtigen anblickend; brahman – Brahma, Anrede; parama-tattva-rahasyam te sarvam kathitam – ganzes Geheimnis höchster Wirklichkeit dir erklärt; tat-smaraṇa-mātreṇa mokṣaḥ bhavati – schon Erinnern daran führt zur Befreiung; tat-anuṣṭhānena sarvam aviditam viditam bhavati – durch Verwirklichung alles Unbekannte bekannt; yat-svarūpa-jñāninaḥ – dem Kenner jenes Wesens; sarvam aviditam viditam bhavati – alles Unbekannte wird bekannt; tat sarvam parama-rahasyam kathitam – ganzes höchstes Geheimnis erklärt; guruḥ kaḥ – wer Lehrer; guruḥ sākṣāt ādi-nārāyaṇaḥ puruṣaḥ – Lehrer unmittelbar Purusha Adinarayana; saḥ ādi-nārāyaṇaḥ aham eva – dieser Adinarayana bin ich selbst; tasmāt mām ekam śaraṇam vraja – deshalb nimm allein bei mir Zuflucht; mat-bhakti-niṣṭhaḥ bhava – sei in Hingabe an mich gefestigt; madīya-upāsanām kuru – verehre mich; mām eva prāpsyasi – wirst mich allein erreichen; mat-vyatiriktam sarvam bādhitam – alles von mir Verschiedene aufhebbar; mat-vyatiriktam abādhitam na kiñcit asti – nichts von mir Verschiedenes unaufhebbar; niratiśaya-ānanda-advitīyaḥ aham eva – ich allein zweitlose unübertreffliche Glückseligkeit; sarva-paripūrṇaḥ aham eva – ich allein allseits vollkommen; sarva-āśrayaḥ aham eva – ich allein Grundlage aller; vācām agocara-nirākāra-para-brahma-svarūpaḥ aham eva – ich allein sprachlich unerreichbares formloses höchstes Brahman; mat-vyatiriktam aṇumātram na vidyate – nicht einmal Atom existiert getrennt von mir.
Kapitel 8 – Brahmas Bitte
ityevaṃ mahāviṣṇoḥ paramimamupadeśaṃ
labdhvā pitāmahaḥ paramānandaṃ prāpa | viṣṇoḥ karābhimarśanena
divyajñānaṃ prāpya pitāmahastataḥ samutthāya pradakṣiṇanamaskārānvidhāya vividhopacārairmahāviṣṇuṃ prapūjya prāñjalirbhūtvā
vinayenopasaṃgamya bhagavan bhaktiniṣṭhāṃ me prayaccha | tvadabhinnaṃ
māṃ paripālaya kṛpālaya |
Nachdem der Urvater diese höchste Unterweisung Mahavishnus empfangen hat, erlangt er höchste Glückseligkeit. Durch die Berührung von Vishnus Hand erlangt er göttliche Erkenntnis. Er erhebt sich, vollzieht Umschreitungen und Verneigungen, verehrt Mahavishnu mit verschiedenen Gaben, nähert sich demütig mit gefalteten Händen und sagt: „Erhabener, gewähre mir Festigkeit in Hingabe. Beschütze mich, der ich von dir ungetrennt bin, du Heimstatt des Mitgefühls.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: iti evam mahāviṣṇoḥ paramam imam upadeśam labdhvā – so diese höchste Unterweisung Mahavishnus empfangend; pitāmahaḥ parama-ānandam prāpa – Urvater erlangte höchste Glückseligkeit; viṣṇoḥ kara-abhimarśanena – durch Berührung von Vishnus Hand; divya-jñānam prāpya – göttliche Erkenntnis erlangend; samutthāya – aufstehend; pradakṣiṇa-namaskārān vidhāya – Umschreitungen und Verneigungen vollziehend; vividha-upacāraiḥ mahāviṣṇum prapūjya – Mahavishnu mit verschiedenen Gaben verehrend; prāñjaliḥ bhūtvā – Hände faltend; vinayena upasaṃgamya – sich demütig nähernd; bhagavan bhakti-niṣṭhām me prayaccha – Erhabener, gewähre mir Hingabefestigkeit; tvat-abhinnam mām paripālaya – beschütze mich, der von dir ungetrennt ist; kṛpā-ālaya – Heimstatt des Mitgefühls.
Kapitel 8 – Die Frucht der Verehrung
tathaiva sādhusādhviti sādhupraśaṃsāpūrvakaṃ
mahāviṣṇuḥ provāca | madupāsakaḥ sarvotkṛṣṭaḥ sa bhavati |
madupāsanayā sarvamaṅgalāni bhavanti |
madupāsanayā sarvaṃ jayati | madupāsakaḥ sarvavandyo bhavati |
madīyopāsakasyāsādhyaṃ na kiṃcidasti | sarve bandhāḥ
pravinaśyanti | sadvṛttamiva sarve devāstaṃ sevante |
mahāśreyāṃsi ca sevante | madupāsakastasmānniratiśayādvaitaparamānandalakṣaṇaparabrahma bhavati |
Mahavishnu lobt ihn: „Gut, gut“, und spricht: „Wer mich verehrt, wird der Höchste. Durch meine Verehrung entsteht alles Heil, durch meine Verehrung besiegt man alles. Mein Verehrer wird von allen verehrt. Für ihn gibt es nichts Unerreichbares; alle Bindungen vergehen. Alle Götter dienen ihm wie einem Menschen guten Wandels; auch große Heilsgüter dienen ihm. Daher wird mein Verehrer das höchste Brahman, gekennzeichnet durch unübertreffliche nichtduale höchste Glückseligkeit.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: tathā eva sādhu sādhu iti – ebenso gut, gut; sādhu-praśaṃsā-pūrvakam – mit anerkennendem Lob; mahāviṣṇuḥ provāca – Mahavishnu sprach; mat-upāsakaḥ sarva-utkṛṣṭaḥ saḥ bhavati – mein Verehrer wird der Höchste; mat-upāsanayā sarva-maṅgalāni bhavanti – durch meine Verehrung entsteht alles Heil; mat-upāsanayā sarvam jayati – durch meine Verehrung besiegt man alles; mat-upāsakaḥ sarva-vandyaḥ bhavati – mein Verehrer wird von allen verehrt; madīya-upāsakasya asādhyam na kiñcit asti – für meinen Verehrer nichts unerreichbar; sarve bandhāḥ pravinaśyanti – alle Bindungen vergehen; sat-vṛttam iva sarve devāḥ tam sevante – alle Götter dienen ihm wie einem Menschen guten Wandels; mahā-śreyāṃsi ca sevante – auch große Heilsgüter dienen ihm; mat-upāsakaḥ tasmāt – daher mein Verehrer; niratiśaya-advaita-parama-ānanda-lakṣaṇa-parabrahma bhavati – wird Brahman unübertrefflicher nichtdualer höchster Glückseligkeit.
Anmerkung: Der Vergleich sadvṛttam iva ist auffällig, wird aber nicht durch eine abweichende Aussage über Diener oder Untertanen ersetzt.
Kapitel 8 – Phalashruti: das Studium der Upanishad
yastu paramatattvarahasyātharvaṇamahānārāyaṇopaniṣadamadhīte sarvebhyaḥ
pāpebhyo mukto bhavati | jñānājñānakṛtebhyaḥ pātakebhyo
mukto bhavati | mahāpātakebhyaḥ pūto bhavati | rahasyakṛtaprakāśakṛtacirakālātyantakṛtebhyastebhyaḥ sarvebhyaḥ
pāpebhyo mukto bhavati | sa sakalalokāñjayati | sa sakalamantrajapaniṣṭho bhavati | sa sakalavedāntarahasyādhigataparamārthajño
bhavati | sa sakalabhogabhugbhavati | sa sakalayogavidbhavati | sa sakalajagatparipālako bhavati | so'dvaitaparamānandalakṣaṇaṃ parabrahma
bhavati |
„Wer die Atharvana-Mahanarayana-Upanishad über das Geheimnis der höchsten Wirklichkeit studiert, wird von allen Sünden frei: von wissentlich und unwissentlich begangenen Verfehlungen, von schweren Verfehlungen gereinigt, von allen heimlich, öffentlich, seit langer Zeit und übermäßig begangenen Sünden befreit. Er gewinnt alle Welten, ist in der Wiederholung sämtlicher Mantras gefestigt und wird ein Kenner der höchsten Wahrheit, der die Geheimnisse aller Vedanta-Lehren erfasst hat. Er genießt alle Genüsse, kennt allen Yoga, wird Bewahrer der ganzen Welt und wird das höchste Brahman nichtdualer höchster Glückseligkeit.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ tu – wer aber; parama-tattva-rahasya-ātharvaṇa-mahānārāyaṇa-upaniṣadam adhīte – Atharvana-Mahanarayana-Upanishad über Geheimnis höchster Wirklichkeit studiert; sarvebhyaḥ pāpebhyaḥ muktaḥ bhavati – wird von allen Sünden frei; jñāna-ajñāna-kṛtebhyaḥ pātakebhyaḥ muktaḥ – von wissentlich und unwissentlich begangenen Verfehlungen frei; mahā-pātakebhyaḥ pūtaḥ – von schweren Verfehlungen gereinigt; rahasya-kṛta – heimlich begangen; prakāśa-kṛta – öffentlich begangen; cira-kāla-atyanta-kṛtebhyaḥ – seit langer Zeit und übermäßig begangen; tebhyaḥ sarvebhyaḥ pāpebhyaḥ muktaḥ – von all diesen Sünden frei; saḥ sakala-lokān jayati – er gewinnt alle Welten; sakala-mantra-japa-niṣṭhaḥ – gefestigt in Wiederholung aller Mantras; sakala-vedānta-rahasya-adhigata-paramārtha-jñaḥ – Kenner höchster Wahrheit nach Erfassen aller Vedanta-Geheimnisse; sakala-bhoga-bhuk – alle Genüsse genießend; sakala-yoga-vit – allen Yoga kennend; sakala-jagat-paripālakaḥ – Bewahrer der ganzen Welt; advaita-parama-ānanda-lakṣaṇam parabrahma bhavati – wird Brahman nichtdualer höchster Glückseligkeit.
Anmerkung: Diese Phalashruti preist die religiöse Frucht des Studiums. Die Versprechen werden als Bestandteil des Originaltexts übersetzt.
Kapitel 8 – Die Regeln der Weitergabe
idaṃ paramatattvarahasyaṃ na vācyaṃ gurubhaktivihīnāya |
na cāśuśrūṣave vācyam | na tapovihīnāya nāstikāya |
na dāmbhikāya madbhaktivihīnāya | mātsaryāṅkitatanave na
vācyam | na vācyaṃ madasūyāparāya kṛtaghnāya |
„Dieses Geheimnis der höchsten Wirklichkeit soll keinem ohne Hingabe an den Lehrer gesagt werden, keinem, der nicht hören und dienen will, keinem ohne Askese und keinem Verneiner; keinem Heuchler, keinem ohne Hingabe an mich, keinem von Missgunst Geprägten. Es soll keinem von Hochmut und Neid Beherrschten und keinem Undankbaren gesagt werden.“
Wort-für-Wort-Erläuterung: idam parama-tattva-rahasyam – dieses Geheimnis höchster Wirklichkeit; na vācyam – soll nicht gesagt werden; guru-bhakti-vihīnāya – dem ohne Lehrerhingabe; na ca aśuśrūṣave – auch nicht dem ohne Wunsch zu hören und zu dienen; na tapas-vihīnāya – nicht dem ohne Askese; nāstikāya – dem Verneiner, Nichtanerkenner der religiösen Autorität; na dāmbhikāya – nicht dem Heuchler; mat-bhakti-vihīnāya – dem ohne Hingabe an mich; mātsarya-aṅkita-tanave – dem von Missgunst Geprägten; mada-asūyā-parāya – dem Hochmut und Neid Ergebenen; kṛtaghnāya – dem Undankbaren.
Kapitel 8 – Abschluss des Gesprächs
idaṃ
paramarahasyaṃ yo madbhakteṣvabhidhāsyati | madbhaktiniṣṭho
bhūtvā māmeva prāpsyati | āvayorya imaṃ saṃvādamadhyeṣyati |
sa naro brahmaniṣṭho bhavati | śraddhāvānanasūyuḥ śṛṇuyātpaṭhati vā ya imaṃ saṃvādamāvayoḥ sa puruṣo matsāyujyameti |
tato mahāviṣṇustirodadhe | tato brahmā svasthānaṃ jagāmetyupaniṣat ||
„Wer dieses höchste Geheimnis meinen Verehrern darlegt, wird in Hingabe an mich gefestigt und erreicht mich allein. Wer dieses Gespräch zwischen uns studiert, wird in Brahman gefestigt. Wer voller Vertrauen und ohne Missgunst dieses Gespräch zwischen uns hört oder liest, gelangt zur Vereinigung mit mir.“ Darauf verschwindet Mahavishnu. Brahma kehrt an seinen eigenen Ort zurück. So die Upanishad.
Wort-für-Wort-Erläuterung: idam parama-rahasyam – dieses höchste Geheimnis; yaḥ mat-bhakteṣu abhidhāsyati – wer meinen Verehrern darlegen wird; mat-bhakti-niṣṭhaḥ bhūtvā – in Hingabe an mich gefestigt werdend; mām eva prāpsyati – wird mich allein erreichen; āvayoḥ yaḥ imam saṃvādam adhyeṣyati – wer dieses Gespräch zwischen uns studiert; saḥ naraḥ brahma-niṣṭhaḥ bhavati – dieser Mensch wird in Brahman gefestigt; śraddhāvān – voller Vertrauen; anasūyuḥ – ohne Missgunst; śṛṇuyāt – hören mag; paṭhati vā – oder liest; yaḥ imam saṃvādam āvayoḥ – wer dieses Gespräch zwischen uns; saḥ puruṣaḥ mat-sāyujyam eti – dieser Mensch gelangt zur Vereinigung mit mir; tataḥ mahāviṣṇuḥ tirodadhe – dann verschwand Mahavishnu; tataḥ brahmā sva-sthānam jagāma – dann ging Brahma an eigenen Ort; iti upaniṣat – so die Upanishad.
Schluss des 8. Kapitels
ityātharvaṇamahānārāyaṇopaniṣadi paramasāyujyamuktisvarūpanirūpaṇaṃ nāmāṣṭamo'dhyāyaḥ || 8 ||
Damit endet in der Atharvana-Mahanarayana-Upanishad das 8. Kapitel mit dem Titel „Darstellung des Wesens höchster Befreiung als Vereinigung“.
Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – damit; ātharvaṇa-mahānārāyaṇa-upaniṣadi – in der Atharvana-Mahanarayana-Upanishad; nāma – mit Namen; adhyāyaḥ – Kapitel; aṣṭamaḥ – achtes; parama-sāyujya-mukti-svarūpa-nirūpaṇam – Darstellung des Wesens höchster Befreiung als Vereinigung.
Schlusskolophon
iti tripādvibhūtimahānārāyaṇopaniṣatsamāptā ||
Damit ist die Tripadvibhuti-Mahanarayana-Upanishad abgeschlossen.
Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – damit; tripād-vibhūti-mahānārāyaṇa-upaniṣat – Tripadvibhuti-Mahanarayana-Upanishad; samāptā – abgeschlossen.
Datierung, Inhalt und Bedeutung
Die hier bearbeitete Fassung umfasst acht Kapitel. Die ersten vier erklären Brahmans vier Viertel, das Verhältnis von Gestalt und Gestaltlosigkeit, Entstehung und Auflösung der Unwissenheit sowie Jiva, Ishvara und Maya. Das fünfte und sechste Kapitel beschreiben Hingabe, Lehrerunterweisung, Befreiung im Leben und die anschließende meditative Reise durch kosmische und göttliche Bereiche. Das siebte Kapitel entfaltet die Dreiviertelherrlichkeit und beschreibt ein vielschichtiges Narayana-Yantra. Im achten Kapitel werden die Einheit hinter der Vielfalt, Yoga mit und ohne Stütze und die Vorrangstellung der Bhakti erklärt.
Eine belastbare genaue Datierung ergibt sich aus der benutzten elektronischen Textgrundlage nicht. Die ausgearbeitete Vaikuntha-Kosmographie, Mantra- und Yantra-Systematik kennzeichnet eine entwickelte vishnuitische Überlieferung; daraus allein lässt sich kein bestimmtes Jahrhundert ableiten. Die Schrift ist nicht mit den ältesten vedischen Prosa-Upanishaden gleichzusetzen. Die Übersetzung gibt ihre besondere theologische Position wieder.
Die Yantra-Anweisung ist hier als Text dokumentiert. Einzelne Zahlen, Mantra-Anfänge und grammatische Verbindungen der Vorlage sind beschädigt oder widersprüchlich. Die zugehörigen Anmerkungen machen diese Grenzen kenntlich; diese Fassung beansprucht daher nicht, eine handschriftenkritische Neuedition oder eine vollständig rekonstruierte Ritualanleitung zu sein.

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Der folgende Vortrag erläutert philosophische Hintergründe; er ist kein Kommentar zu jedem einzelnen Vers dieser Upanishad.
Vollständiger Text in Devanagari
Eröffnungsvers
यत्रापह्नवतां याति स्वाविद्यापदविभ्रमः ।
तत्त्रिपान्नारायणाख्यं स्वमात्रमवशिष्यते ॥
Shanti-Mantra
ॐ भद्रं कर्णेभिः शृणुयाम देवाः । भद्रं पश्येमाक्षभिर्यजत्राः ।
स्थिरैरङ्गैस्तुष्टुवाँसस्तनूभिर्व्यशेम देवहितं यदायुः ॥
Kapitel 1 – Brahmas Frage
अथ परमतत्त्वरहस्यं जिज्ञासुः परमेष्ठी देवमानेन
सहस्रसंवत्सरं तपश्चचार । सहस्रवर्षेऽतीतेऽत्युग्रतीव्रतपसा
प्रसन्नं भगवन्तं महाविष्णुं ब्रह्मा परिपृच्छति
भगवन् परमतत्त्वरहस्यं मे ब्रूहीति । परमतत्त्वरहस्यवक्ता
त्वमेव नान्यः कश्चिदस्ति तत्कथमिति । तदेवोच्यते ।
Kapitel 1 – Lobpreis Mahavishnus
त्वमेव सर्वज्ञः ।
त्वमेव सर्वशक्तिः । त्वमेव सर्वाधारः । त्वमेव सर्वस्वरूपः ।
त्वमेव सर्वेश्वरः । त्वमेव सर्वप्रवर्तकः । त्वमेव सर्वपालकः ।
त्वमेव सर्वनिवर्तकः । त्वमेव सदसदात्मकः । त्वमेव सदसद्विलक्षणः ।
त्वमेवान्तर्बहिर्व्यापकः । त्वमेवातिसूक्ष्मतरः । त्वमेवातिमहतो महीयान् ।
त्वमेव सर्वमूलाविद्यानिवर्तकः । त्वमेवाविद्याविहारः ।
त्वमेवाविद्याधारकः । त्वमेव विद्यावेद्यः । त्वमेव विद्यास्वरूपः ।
त्वमेव विद्यातीतः । त्वमेव सर्वकारणहेतुः । त्वमेव सर्वकारणसमष्टिः ।
त्वमेव सर्वकारणव्यष्टिः । त्वमेवाखण्डानन्दः । त्वमेव परिपूर्णानन्दः ।
त्वमेव निरतिशयानन्दः । त्वमेव तुरीयतुरीयः । त्वमेव तुरीयातीतः ।
त्वमेव अनन्तोपनिषद्विमृग्यः । त्वमेवाखिलशास्त्रैर्विमृग्यः ।
त्वमेव ब्रह्मेशानपुरन्दरपुरोगमैरखिलामरैरखिलागमैर्विमृग्यः ।
त्वमेव सर्वमुमुक्षुभिर्विमृग्यः । त्वमेवामृतमयैर्विमृग्यः ।
त्वमेवामृतमयस्त्वमेवामृतमयस्त्वमेवामृतमयः । त्वमेव सर्वं
त्वमेव सर्वं त्वमेव सर्वम् । त्वमेव मोक्षस्त्वमेव मोक्षदस्त्वमेवाखिलमोक्षसाधनम् ।
Kapitel 1 – Der einzige Lehrer
न किञ्चिदस्ति त्वद्व्यतिरिक्तम् । त्वद्व्यतिरिक्तं यत्किंचित्प्रतीयते तत्सर्वं
बाधितमिति निश्चयम् । तस्मात्त्वमेव वक्ता त्वमेवगुरुस्त्वमेव पिता
त्वमेव सर्वनियन्ता त्वमेव सर्वं त्वमेव सदा ध्येय इति सुनिश्चितः ।
Kapitel 1 – Die alte Lehrer-Schüler-Unterweisung
परमतत्त्वज्ञस्तमुवाच महाविष्णुरतिप्रसन्नो भूत्वा साधुसाध्विति
साधुप्रशंसापूर्वं सर्वं परमतत्त्वरहस्यं ते कथयामि ।
सावधानेन शृणु ।
ब्रह्मन् देवदर्शीत्याख्याथर्वणशाखायां
परमतत्त्वरहस्याख्याथर्वणमहानारायणोपनिषदि गुरुशिष्यसंवादः
पुरातनः प्रसिद्धतया जागर्ति ।
पुरा तत्स्वरूपज्ञानेन महान्तः सर्वं ब्रह्मभावं गताः । यस्य श्रवणेन
सर्वबन्धः प्रविनश्यन्ति । यस्य ज्ञानेन सर्वरहस्यं विदितं भवति ।
तत्स्वरूपं कथमिति ।
Kapitel 1 – Die Bitte des Schülers
शान्तो दान्तोऽतिविरक्तः सुशुद्धो गुरुभक्तस्तपोनिष्ठः
शिष्यो ब्रह्मनिष्ठं गुरुमासाद्य प्रदक्षिणपूर्वकं दण्डवत्प्रणम्य
प्राञ्जलिर्भूत्वा विनयेनोपसंगम्य भगवन् गुरो मे परमतत्त्वरहस्यं
विविच्य वक्तव्यमिति । अत्यादरपूर्वकमिति हर्षेण शिष्यं बहूकृत्य गुरुर्वदति ।
परमतत्त्वरहस्योपनिषत्क्रमः कथ्यते सवाधानेन श्रूयताम् ।
Kapitel 1 – Was Brahman ist
कथं ब्रह्म । कालत्रयाबाधितं ब्रह्म । सर्वकालाबाधितं
ब्रह्म । सगुणनिर्गुणस्वरूपं ब्रह्म । आदिमध्यान्तशून्यं ब्रह्म ।
सर्वं खल्विदं ब्रह्म । मायातीतं गुणातीतं ब्रह्म ।
अनन्तमप्रमेयाखण्डपरिपूर्णं ब्रह्म ।
अद्वितीयपरमानन्दशुद्धबुद्धमुक्तसत्यस्वरूपव्यापकाभिन्नापरिच्छिनं ब्रह्म ।
सच्चिदानन्दस्वप्रकाशं ब्रह्म । मनोवाचामगोचरं ब्रह्म ।
अमितवेदान्तवेद्यं ब्रह्म । देशतः कालतो वस्तुतः परिच्छेदरहितं ब्रह्म ।
सर्वपरिपूर्णं ब्रह्म तुरीयं निराकारमेकं ब्रह्म । अद्वैतमनिर्वाच्यं
ब्रह्म । प्रणवात्मकं ब्रह्म । प्रणवात्मकत्वेनोक्तं ब्रह्म ।
प्रणवाद्यखिलमन्त्रात्मकं ब्रह्म ।
Kapitel 1 – Die vier Viertel
पादचतुष्टयात्मकं ब्रह्म ।
किं तत्पादचतुष्टयं ब्रह्म भवति । अविद्यापादः
सुविद्यापादश्चानन्दपादस्तुरीयपादस्तुरीय इति ।
तुरीयपादस्तुरीयतुरीयं तुरीयातीतं च । कथं पादचतुष्टयस्य
भेदः । अविद्यापदः प्रथमः पादो विद्यापादो द्वितीयः
आनन्दपादस्तृतीयस्तुरीयपादस्तुरीय इति । मूलाविद्या प्रथमपादे
नान्यत्र । विद्यानन्दतुरीयांशाः सर्वेषु पादेषु व्याप्य तिष्ठन्ति ।
एवं तर्हि विद्यादीनां भेदः कथमिति । तत्तत्प्राधान्येन
तत्तद्व्यपदेशः । वस्तुतस्त्वभेद एव । तत्राधस्तनमेकं
पादमविद्याशबलं भवति । उपरितनपादत्रयं
शुद्धबोधानन्दलक्षणममृतं भवति ।
तच्चानिर्वाच्यमनिर्देश्यमखण्डानन्दैकरसात्मकं भवति ।
Kapitel 1 – Das ewige Vaikuntha
तत्र मध्यमपादमध्यप्रदेशेऽमिततेजःप्रवाहाकारतया
नित्यवैकुण्ठं विभाति ।
तच्च निरतिशयानन्दाखण्डब्रह्मानन्दनिजमूर्त्याकारेण ज्वलति ।
अपरिच्छिन्नमण्डलानि यथा दृश्यन्ते
तद्वदखण्डानन्दामितवैष्णवदिव्यतेजोराश्यन्तर्गतविलसन्महाविष्णोः
परमं पदं विराजते । दुग्धोदधिमध्यस्थितामृतामृतकलशवद्वैष्णवं
धाम परमं संदृश्यते ।
Kapitel 1 – Adinarayana im Licht
सुदर्शनदिव्यतेजोऽन्तर्गतः सुदर्शनपुरुषो यथा सूर्यमण्डलान्तर्गतः
सूर्यनारायणोऽमितापरिच्छिन्नाद्वैतपरमानन्दलक्षणतेजोराश्यन्तर्गत
आदिनारायणस्तथा संदृश्यते ।
Kapitel 1 – Narayana als das eine Brahman
स एव तुरीयं ब्रह्म
स एव तुरीयातीतः स एव विष्णुः स एव समस्तब्रह्मवाचकवाच्यः
स एव परंज्योतिः स एव मायातीतः स एव गुणातीतः स एव कालातीतः
स एव अखिलकर्मातीतः स एव सत्योपाधिरहितः स एव परमेश्वरः
स एव चिरन्तनः पुरुषः प्रणवाद्यखिलमन्त्रवाचकवाच्य
आद्यन्तशून्य आदिदेशकालवस्तुतुरीयसंज्ञानित्यपरिपूर्णः
पूर्णः सत्यसंकल्प आत्मारामः कालत्रयाबाधितनिजस्वरूपः
स्वयंज्योतिः स्वयम्प्रकाशमयः स्वसमानाधिकरणशून्यः
स्वसमानाधिकशून्यो न दिवारात्रिविभागो न संवत्सरादिकालविभागः
स्वानन्दमयानन्ताचिन्त्यविभव आत्मान्तरात्मा परमात्मा
ज्ञानात्मा तुरीयात्मेत्यादिवाचकवाच्योऽद्वैतपरमानन्दो
विभुर्नित्यो निष्कलङ्को निर्विकल्पो निरञ्जनो निराख्यातः शुद्धो देव
एको नारायणो न द्वितीयोऽस्ति कश्चिदिति य एवं वेद स पुरुषस्तदीयोपासनया
तस्य सायुज्यमेतीत्यसंशयमित्युपनिषत् ॥
Schluss des 1. Kapitels
इत्याथर्वणमहानारायणोपनिषदि पादचतुष्टयस्वरूपनिरूपणं
नाम प्रथमोऽध्यायः ॥ १ ॥
Kapitel 2 – Gestalt und Gestaltlosigkeit
अथेति होवाच च्छात्रो गुरुं भगवन्तम् ।
भगवन्वैकुण्ठस्य नारायणस्य च नित्यत्वमुक्त्वम् ।
स एव तुरीयमित्युक्तमेव । वैकुण्ठः साकारो नारायणः साकारश्च ।
तुरीयं तु निराकारम् । साकारः सावयवो निरवयवं निराकारम् ।
तस्मात्साकारमनित्यं नित्यं निराकारमिति श्रुतेः ।
यद्यत्सावयवं तत्तदनित्यमित्यनुमानाच्चेति प्रत्यक्षेण
दृष्टत्वाच्च । अतस्तयोरनित्यत्वमेव वक्तुमुचितं भवति ।
कथमुक्तं नित्यत्वमिति । तुरीयमक्षरमिति श्रुतेः ।
तुरीयस्य नित्यत्वं प्रसिद्धम् । नित्यत्वानित्यत्वे परस्परविरुद्धधर्मौ । तयोरेकस्मिन्ब्रह्मण्यत्यन्तविरुद्धं भवति । तस्माद्वैकुण्ठस्य च नारायणस्य च नित्यत्वमेव वक्तुमुचितं भवति । सत्यमेव भवतीति देशिकं परिहरति । साकारस्तु द्विविधः । सोपाधिको निरुपाधिकश्च । तत्र सोपाधिकः साकारः कथमिति । आविद्यकमखिलकार्यकारणजालमविद्यापाद एव नान्यत्र । तस्मात्समस्ताविद्योपाधिः साकारः सावयव एव । सावयवत्वादवश्यमनित्यं भवत्येव । सोपाधिकसाकारो वर्णितः । तर्हि निरुपाधिक साकारः कथमिति । निरुपाधिकसाकारस्त्रिविधः । ब्रह्मविद्यासाकारश्चानन्दसाकारुभयात्मकसाकारश्चेति ।
Kapitel 2 – Wiederholte Dreiteilung
ब्रह्मविद्यासाकारश्चानन्दसाकार उभयात्मकसाकारश्चेति ।
Kapitel 2 – Ewige und befreite Gestalt
त्रिविधसाकारोऽपि पुनर्द्विविधो भवति । नित्यसाकारो मुक्तसाकारश्चेति ।
नित्यसाकारस्त्वाद्यन्तशून्यः शाश्वतः । उपासनया ये मुक्तिं
गतास्तेषां साकारो मुक्तसाकारः । तस्याखण्डज्ञानेनाविर्भावो
भवति । सोऽपि शाश्वतः ।
Kapitel 2 – Warum die unbedingte Gestalt ewig ist
मुक्तसाकारस्त्वैच्छिक इति । अन्ये वदन्ति
शाश्वतत्वं कथमिति । अद्वैताखण्डपरिपूर्णनिरतिशयपरमानन्दशुद्धबुद्धमुक्तसत्यात्मकब्रह्म चैतन्यसाकारत्वात्
निरुपाधिकसाकारस्य नित्यत्वं सिद्धमेव । तस्मादेव निरुपाधिकसाकारस्य
निरवयवत्वात्स्वाधिकमपि दूरतो निरस्तमेव । निरवयवं ब्रह्मचैतन्यमिति
सर्वोपनिषत्सु सर्वशास्त्रसिद्धान्तेषु श्रूयते ।
Kapitel 2 – Unterschied nach Vorherrschen
अथ च
विद्यानन्दतुरीयाणामभेद एव श्रूयते । सर्वत्र विद्यादिसाकारभेदः
कथमिति । सत्यमेवोक्तमिति देशिकः परिहरति । विद्याप्राधान्येन विद्यासाकारः
आनन्दप्राधान्येनानन्दसाकारः उभयप्राधान्येनोभयात्मकसाकारश्चेति ।
प्राधान्येनात्र भेद एव । स भेदो वस्तुतस्त्वभेद एव ।
Kapitel 2 – Das Beispiel des Windgottes
भगवन्नखण्डाद्वैतपरमानन्दलक्षणपरब्रह्मणः साकारनिराकारौ
विरुद्धधर्मौ । विरुद्धोभयात्मकत्वं कथमिति । सत्यमेवेति गुरुः परिहरति ।
यथा सर्वगतस्य निराकारस्य महावायोश्च तदात्मकस्य त्वक्पतित्वेन
प्रसिद्धस्य साकारस्य महावायुदेवस्य चाभेद एव श्रूयते सर्वत्र ।
यथा पृथीव्यादीनां व्यापकशरीराणां देवविशेषणां च
तद्विलक्षणतदभिन्नव्यापका परिच्छिन्ना निजमूर्त्याकारदेवताः
श्रूयन्ते सर्वत्र तद्वत्परब्रह्मणः सर्वात्मकस्य साकारनिराकारभेदविरोधो
नास्त्येव विविधविचित्रानन्तशक्तेः परब्रह्मणः
स्वरूपज्ञानेनविरोधो न विद्यते ।
तदभावे सत्यनन्तविरोधो भवति । अथ च
रामकृष्णाद्यवतारेष्वद्वैतपरमानन्दलक्षणपरब्रह्मणः
परमतत्त्वपरमविभवानुसन्धानं स्वीयत्वेन श्रूयते सर्वत्र ।
सर्वपरिपूर्णस्याद्वैतपरमानन्दलक्षणपरब्रह्मणस्तु किं
वक्तव्यम् । अन्यथा सर्वपरिपूर्णस्य परब्रह्मणः परमार्थतः
साकारं विना केवल निराकारत्वं यद्यभिमतं तर्हि केवलनिराकारस्य
गगनस्येव परब्रह्मणोऽपि जडत्वमापद्येत । तस्मात्परब्रह्मणः
परमार्थतः साकारनिराकारौ स्वभावसिद्धौ ।
Kapitel 2 – Öffnen und Schließen der Augen
तथाविधस्याद्वैतपरमानन्दलक्षणस्यादिनारायणस्योन्मेषनिमेषाभ्यां
मूलाविद्योदयस्थितिलया जायन्ते ।
कदाचिदात्मारामस्याखिलपरिपूर्णस्यादिनारायणस्य
स्वेच्छानुसारेणोन्मेषो भवति । अव्यक्तान्मूलाविर्भावो
मूलाविद्याविर्भावश्च ।
Kapitel 2 – Entstehung der Elemente
तस्मादेव सच्छब्दवाच्यं ब्रह्माविद्याशबलं भवति । ततो महत् ।
महतोऽहङ्कारः । अहङ्कारात्पञ्चतन्मात्राणि । पञ्चतन्मात्रेभ्यः
पञ्चमहाभूतानि । पञ्चमहाभूतेभ्यो
ब्रह्मैकपादव्याप्तमेकमविद्याण्डं
जायते ।
Kapitel 2 – Narayana im einen Viertel
तत्र तत्त्वतो गुणातीतशुद्धसत्त्वमयो
लीलागृहीतनिरतिशयानन्दलक्षणो
मायोपाधिको नारायण आसीत् । स एव नित्यपरिपूर्णः
पादविभूतिवैकुण्ठनारायणः ।
स चानन्तकोटिब्रह्माण्डानामुदयस्थितिलयाद्यखिलकार्यकारणजालपरमकारणकारणभूतो महामायातीतस्तुरीयः परमेश्वरो जयति ।
Kapitel 2 – Die kosmische Gestalt Virat
तस्मात्स्थूलविराट्स्वरूपो जायते । ससर्वकारणमूलं
विराट्स्वरूपो भवति ।
स चानन्तशीर्षा पुरुष अनन्ताक्षिपाणिपादो भवति ।
अनन्तश्रवणः सर्वमावृत्य तिष्ठति । सर्वव्यापको भवति ।
सगुणनिर्गुणस्वरूपो भवति । ज्ञानबलैश्वर्यशक्तितेजःस्वरूपो भवति ।
विविधविचित्रानन्तजगदाकारो भवति ।
निरतिशयनिरङ्कुशसर्वज्ञसर्वशक्तिसर्वनियन्तृत्वाद्यनन्तकल्याणगुणाकारो भवति ।
वाचामगोचरानन्तदिव्यतेजोराश्याकारो
भवति । समस्ताविद्याण्डव्यापको भवति ।
स चानन्तमहामायाविलासानामधिष्ठानविशेषनिरतिशयाद्वैतपरमानन्दलक्षणपरब्रह्मविलासविग्रहो भवति ।
Kapitel 2 – Entstehung der Welten und Götter
अस्यैकैकरोमकूपान्तरेष्वनन्तकोटिब्रह्माण्डानि स्थावराणि च जायन्ते । तेष्वण्डेषु
सर्वेष्वेकैकनारायणावतारो जायते । नारायणाद्धिरण्यगर्भो
जायते । नारायणादण्डविराट्स्वरूपो जायते ।
नारायणादखिललोकस्रष्टृप्रजापतयो
जायन्ते । नारायणादेकादशरुद्राश्च जायन्ते ।
नारायणादखिललोकाश्च
जायन्ते । नारायणादिन्द्रो जायते । नारायणात्सर्वेदेवाश्च जायन्ते ।
नारायणाद्द्वादशादित्याः सर्वे वसवः सर्वे ऋषयः
सर्वाणि भूतानि सर्वाणि छन्दांसि नारायणादेव समुत्पद्यन्ते ।
नारायणात्प्रवर्तन्ते । नारायणे प्रलीयन्ते ।
Kapitel 2 – Alles ist Narayana
अथ नित्योऽक्षरः
परमः स्वराट् । ब्रह्मा नारायणः । शिवश्च नारायणः ।
शक्रश्च नारायणः । दिशश्च नारायणः । विदिशश्च
नारायणः । कालश्च नारायणः । कर्माखिलं च नारायणः ।
मूर्तामूर्तं च नारायणः । कारणात्मकं सर्वं कार्यात्मकं
सकलं नारायणः । तदुभयविलक्षणो नारायणः । परंज्योतिः
स्वप्रकाशमयो ब्रह्मानन्दमयो नित्यो निर्विकल्पो निरञ्जनो
निराख्यातः शुद्धो देव एको नारायणो न द्वितीयोऽस्ति कश्चित् ।
न स समानाधिक इत्यसंशयं परमार्थतो य एवं वेद ।
सकलबन्धांश्छित्त्वा मृत्युं तीर्त्वा स मुक्तो भवति स मुक्तो
भवति । य एवं विदित्वा सदा तमुपास्ते पुरुषः स नारायणो
भवति स नारायणो भवतीत्युपनिषत् ॥
Schluss des 2. Kapitels
इत्याथर्वणमहानारायणोपनिषदि परब्रह्मणः
साकारनिराकारस्वरूपनिरूपणं नाम द्वितीयोऽध्यायः ॥ २ ॥
Kapitel 3 – Die zwei Arten der Erscheinungswelt
अथ छात्रस्तथेतिहोवाच । भगवन्देशिक परमतत्त्वज्ञ
सविलासमहामूलाऽविद्योदयक्रमः कथितः ।
तदु प्रपञ्चोत्पत्तिक्रमः कीदृशो भवति । विशेषेण
कथनीयः । तस्य तत्त्वं वेदितुमिच्छामि । तथेत्युक्त्वा
गुरुरित्युवाच ।यथानादिसर्वप्रपञ्चो दृश्यते ।
नित्योऽनित्यो वेति संशय्येते । प्रपञ्चोऽपि द्विविधः ।
विद्याप्रपञ्चश्चाविद्याप्रपञ्चश्चेति ।
विद्याप्रपञ्चस्य नित्यत्वं सिद्धमेव नित्यानन्दचिद्विलासात्मकत्वात् । अथ च शुद्धबुद्धमुक्तसत्यानन्दस्वरूपत्वाच्च । अविद्याप्रपञ्चस्य
नित्यत्वमनित्यत्वं वा कथमिति । प्रवाहतो नित्यत्वं
वदन्ति केचन । प्रलयादिकं श्रूयमाणत्वादनित्यत्वं
वदन्त्यन्ये । उभयं न भवति । पुनः कथमिति ।
संकोचविकासात्मकमहामायाविलासात्मक एव
सर्वोऽप्यविद्याप्रपञ्चः । परमार्थतो न किंचिदस्ति
क्षणशून्यानादिमूलाऽविद्याविलासत्वात् । तत्कथमिति ।
एकमेवाद्वितीयं ब्रह्म । नेह नानास्ति किंचन ।
तस्माद्ब्रह्मव्यतिरिक्तं सर्वं बाधितमेव । सत्यमेव
परम्ब्रह्म सत्यं ज्ञानमनन्तं ब्रह्म ।
Kapitel 3 – Brahmas Zeitmaß
ततः सविलासमूलाऽविद्योपसंहारक्रमः कथमिति ।
अत्यादरपूर्वकमतिहर्षेण देशिक उपदिशति ।
चतुर्युगसहस्राणि ब्रह्मणो दिवा भवति ।
तावता कालेन पुनस्तस्य रात्रिर्भवति । द्वे अहोरात्रे एकं
दिनं भवति । तस्मिन्नेकस्मिन्दिने आसत्यलोकान्तमुदयस्थितिलया
जायन्ते । पञ्चदशदिनानि पक्षो भवति । पक्षद्वयं मासो
भवति । मासद्वयमृतुर्भवति । ऋतुत्रयमयनं भवति ।
अयनद्वयं वत्सरो भवति । वत्सरशतं ब्रह्ममानेन
ब्रह्मणः परमायुःप्रमाणम् ।तावत्कालस्तस्य स्थितिरुच्यते ।
स्थित्यन्तेऽण्डविराट्पुरुषः स्वांशं हिरण्यगर्भमभ्येति ।
हिरण्यगर्भस्य कारणं परमात्मानमण्डपरिपालकनारायणमभ्येति ।
पुनर्वत्सरशतं तस्य प्रलयो भवति । तदा जीवाः सर्वे
प्रकृतौ प्रलीयन्ते । प्रलयं सर्वशून्यं भवति ।
Kapitel 3 – Das Zeitmaß des Weltenbewahrers
तस्य
ब्रह्मणः स्थितिप्रलयावादिनारायणस्यांशेनावतीर्णस्याण्डपरिपालकस्य महाविष्णोरहोरात्रिसंज्ञकौ ।
ते अहोरात्रे एकं दिनं भवति । एवं दिनपक्षमाससंवत्सरादिभेदाच्च तदीयमानेन शतकोटिवत्सरकालस्तस्य
स्थितिरुच्यते । स्थित्यन्ते स्वांशं महाविराट्पुरुषमभ्येति ।
ततः सावरणं ब्रह्माण्डं विनाशमेति । ब्रह्माण्डावरणं
विनश्यति तद्धि विष्णोः स्वरूपम् । तस्य तावत्प्रलयो भवति ।
प्रलये सर्वशून्यं भवति ।
Kapitel 3 – Das Zeitmaß des ursprünglichen Virat
अण्डपरिपालकमहाविष्णोः
स्थितिप्रलयावादिविराट्पुरुषस्याहोरात्रिसंज्ञकौ ते अहोरात्रे
एकं दिनं भवति । एवं दिनपक्षमाससंवत्सरादिभेदाच्च
तदीयमानेन शतकोटिवत्सरकालस्तस्य स्थितिरुच्यते । स्थित्यन्ते
आदिविराट्पुरुषः स्वांशमायोपाधिकनारायणमभ्येति ।
तस्य विराट्पुरुषस्य यावत्स्थितिकालस्तावत्प्रलयो भवति । प्रलये
सर्वशून्यं भवति ।
Kapitel 3 – Das Ende des Unwissenheitseis
विराट्स्थितिप्रलयौ मूलाविद्याण्डपरिपालकस्यादिनारायणस्याहोरात्रिसंज्ञकौ । ते अहोरात्रे एकं दिनं भवति ।
एवं दिनपक्षमाससंवत्सरादिभेदाच्च तदीयमानेन
शतकोटिवत्सरकालस्तस्य स्थितिरुच्यते । स्थित्यन्ते त्रिपाद्विभूतिनारायण
स्येच्छावशान्निमेषो जायते । तस्मान्मूलाविद्याण्डस्य
सावरणस्य विलयो भवति ।
Kapitel 3 – Die Rückkehr zum eigenen Wesen
ततः सविलासमूलाविद्या
सर्वकार्योपाधिसमन्विता सदसद्विलक्षणानिर्वाच्या
लक्षणशून्याविर्भावतिरोभावात्मिकानाद्यखिलकारणकारणानन्तमहामायाविशेषणविशेषिता
परमसूक्ष्ममूलकारणमव्यक्तं विशति । अव्यक्तं
विशेद्ब्रह्मणि निरिन्धनो वैश्वानरो यथा । तस्मान्मायोपाधिक
आदिनारायणस्तथा स्वस्वरूपं भजति । सर्वे जीवाश्च
स्वस्वरूपं भजन्ते । यथा जपाकुसुमसान्निध्याद्रक्तस्फटिकप्रतीतिस्तदभावे शुद्धस्फटिकप्रतीतिः । ब्रह्मणोपि
मायोपाधिवशात्सगुणपरिच्छिन्नादिप्रतीतिरुपाधिविलयान्निर्गुणनिरवयवादिप्रतीतिरित्युपनिषत् ॥
Schluss des 3. Kapitels
इत्याथर्वणमहानारायणोपनिषदि
मूलाविद्याप्रलयस्वरूपणं नाम तृतीयोऽध्यायः ॥ ३ ॥
Kapitel 4 – Das ungeteilte Brahman
ॐ ततस्तस्मान्निर्विशेषमतिनिर्मलं भवति ।
अविद्यापादमतिशुद्धं भवति । शुद्धबोधानन्दलक्षणकैवल्यं भवति । ब्रह्मणः पादचतुष्टयं
निर्विशेषं भवति । अखण्डलक्षणाखण्डपरिपूर्णसच्चिदानन्दस्वप्रकाशं भवति । अद्वितीयमनीश्वरं
भवति । अखिलकार्यकारणस्वरूपमखण्डचिद्घनानन्दस्वरूपमतिदिव्यमङ्गलाकारं निरतिशयानन्दतेजोराशिविशेषं सर्वपरिपूर्णानन्तचिन्मयस्तम्भाकारं
शुद्धबोधानन्दविशेषाकारमनन्तचिद्विलासविभूतिसमष्ट्याकारमद्भुतानन्दाश्चर्यविभूतिविशेषाकारमनन्तपरिपूर्णानन्ददिव्यसौदामिनीनिचयाकारम् ।
एवमाकारमद्वितीयाखण्डानन्दब्रह्मस्वरूपं निरूपितम् ।
Kapitel 4 – Vier Viertel und Nichtdualität
अथ छात्रो वदति ।
भगवन्पादभेदादिकं कथं कथमद्वैतस्वरूपमिति
निरूपितम् । देशिकः परिहरति । विरोधो न विद्यते ब्रह्माद्वितीयमेव
सत्यम् । तथैवोक्तं च । ब्रह्मभेदो न कथितो ब्रह्मव्यतिरिक्तं
न किंचिदस्ति । पादभेदादिकथनं तु ब्रह्मस्वरूपकथनमेव ।
तदेवोच्यते । पादचतुष्टयात्मकं ब्रह्म तत्रैकमविद्यापादम् ।
पादत्रयममृतं भवति । शाखान्तरोपनिषत्स्वरूपमेव निरूपितम् ।
Kapitel 4 – Schriftworte über das höchste Licht
तमसस्तु परं ज्योतिः परमानन्दलक्षणम् । पादत्रयात्मकं ब्रह्म
कैवल्यं शाश्वतं परमिति । वेदाहमेतं पुरुषं महान्तमादित्यवर्णं
तमसः परस्तात् । तमेवंविद्वानमृतैह भवति । नान्यः पन्था
विद्यतेऽयनाय । सर्वेषां ज्योतिषां ज्योतिस्तमसः परमुच्यते ।
सर्वस्य धातारमचिन्त्यरूपमादित्यवर्णं परंज्योतिस्तमस उपरि विभाति ।
यदेकमव्यक्तमनन्तरूपं विश्वं पुराणं तमसः परस्तात् ।
तदेवर्तं तदु सत्यमाहुस्तदेव सत्यं तदेव ब्रह्म परमं विशुद्धं
कथ्यते ।
Kapitel 4 – Das unsterbliche Dreiviertel
तमश्शब्देनाविद्या । पादोऽस्य विश्वा भूतानि ।
त्रिपादस्यामृतं दिवि । त्रिपादूर्ध्व उदैत्पुरुषः ।
पादोऽस्येहाभवत्पुनः । ततो विश्वङ् व्यक्रामत् ।
साशनाऽनशने अभि ।
विद्यानन्दतुरीयाख्यपादत्रयममृतं भवति ।
अवशिष्टमविद्याश्रयमिति ।
Kapitel 4 – Blick nach außen und innen
आत्मारामस्यानादिनारायणस्य कीदृशावुन्मेषनिमेषौ तयोः
स्वरूपं कथमिति । गुरुर्वदति । पराग्दृष्टिरुन्मेषः ।
प्रत्यग्दृष्टिर्निमेषः । प्रत्यग्दृष्ट्या स्वस्वरूपचिन्तनमेव
निमेषः । पराग्दृष्ट्या स्वस्वरूपचिन्तनमेवोन्मेषः ।
यावदुन्मेषकालस्तावन्निमेषकालो भवति । अविद्यायाः
स्थितिरुन्मेषकाले निमेषकाले तस्याः प्रलयो भवति । यथा
उन्मेषो जायते तथा चिरन्तनातिसूक्ष्मवासनाबलात्पुनरविद्याया
उदयो भवति । यथापूर्वमविद्याकार्याणि जायन्ते ।
Kapitel 4 – Jiva, Ishvara und Maya
कार्यकारणोपाधिभेदाज्जीवेश्वरभेदोऽपि दृश्यते ।
कार्योपाधिरयं जीवः कारणोपाधिरीश्वरः । ईश्वरस्य महामाया
तदाज्ञावशवर्तिनी । तत्संकल्पानुसारिणी विविधानन्तमहामायाशक्तिसंसवेतिनानन्तमहामाया जालजननमन्दिरा महाविष्णोः
क्रीडाशरीररूपिणी ब्रह्मादीनामगोचरा ।
Kapitel 4 – Spiegelungen des Bewusstseins
एतां महामायां
तरन्त्येव ये विष्णुमेव भजन्ति नान्ये तरन्ति कदाचन ।
विविधोपयैरपि अविद्याकार्याण्यन्तःकरणान्यतीत्य कालाननु तानि
जायन्ते । ब्रह्मचैतन्यं तेषु प्रतिबिम्बितं भवति । प्रतिबिम्बा एव
जीवा इति कथ्यन्ते । अन्तःकरणोपाधिकाः सर्वे जीवा इत्येवं वदन्ति ।
Kapitel 4 – Weitere Bestimmungen des Jiva
महाभूतोत्थसूक्ष्माङ्गोपाधिकाः सर्वे जीवा इत्येके वदन्ति ।
बुद्धिप्रतिबिम्बितचैतन्यं जीवा इत्यपरे मन्यन्ते ।
एतेषामुपाधीनामत्यन्तभेदो न विद्यते ।
Kapitel 4 – Das Spiel und der Kreislauf
सर्वपरिपूर्णो
नारायणस्त्वनया निजया क्रीडति स्वेच्छया सदा ।
तद्वदविद्यमानफल्गुविषयसुखाशयाः सर्वे जीवाः
प्रभावन्त्यसारसंसारचक्रे । एवमनादिपरम्परा
वर्ततेऽनादिसंसारविपरीतभ्रमादित्युपनिषत् ॥
Schluss des 4. Kapitels
इत्यथर्वणशाखायां त्रिपाद्विभूतिमहानारायणोपनिषदि
महामायातीताखण्डाद्वैतपरमानन्दलक्षणपरब्रह्मणः
परमतत्त्वस्वरूपनिरूपणं नाम चतुर्थोऽध्यायः ॥ ४ ॥
Abschluss des ersten Buches
पूर्वकाण्डः समाप्तः ॥
Kapitel 5 – Wiederkehr der Unwissenheit und Befreiung
अथ शिष्यो वदति गुरुं भगवन्तं नमस्कृत्य
भगवन् सर्वात्मना नष्टाया अविद्यायाः
पुनरुदयः कथम् । सत्यमेवेति गुरुरिति होवाच ।
प्रावृट्कालप्रारम्भे यथा मण्डूकादीनां
प्रादुर्भावस्तद्वत्सर्वात्मना नष्टाया अविद्याया
उन्मेषकाले पुनरुदयो भवति । भगवन् कथं
जीवानामनादिसंसारभ्रमः । तन्निवृत्तिर्वा कथमिति ।
कथं मोक्षमार्गस्वरूपं च । मोक्षसाधनं
कथमिति । को वा मोक्षोपायः । कीदृशं मोक्षस्वरूपम् ।
का वा सायुज्यमुक्तिः । एतत्सर्वं तत्त्वतः कथनीयमिति ।
अत्यादरपूर्वकमतिहर्षेण शिष्यं बहूकृत्य
गुरुर्वदति श्रूयतां सावधानेन ।
Kapitel 5 – Die Verwechslung mit dem Körper
कुत्सितानन्तजन्माभ्यस्तात्यन्तोत्कृष्टविविधविचित्रानन्तदुष्कर्मवासनाजालविशेषैर्देहात्मविवेको
न जायते । तस्मादेव दृढतरदेहात्मभ्रमो भवति ।
अहमज्ञः किंचिज्ज्ञोऽहमहं जीवोऽहमत्यन्तदुःखाकारो।
अहमनादिसंसारीति भ्रमवासनाबलात्संसार एव
प्रवृत्तिस्तन्निवृत्त्युपायः कदापि न विद्यते ।
Kapitel 5 – Unersättliches Streben
मिथ्याभूतान्स्वप्नतुल्यान्विषयभोगाननुभूय
विविधानसंख्यानतिदुर्लभान्मनोरथाननवरतमाशास्यमानः
अतृप्तः सदा परिधावति । विविधविचित्रस्थूलसूक्ष्मोत्कृष्टनिकृष्टानन्तदेहान्परिगृह्य तत्तदेहविहितविविधविचित्राऽनेकशुभाशुभप्रारब्धकर्माण्यनुभूय तत्तत्कर्मफलवासनाजालवासितान्तःकरणानां पुनःपुनस्तत्तत्कर्मफलविषयप्रवृत्तिरेव जायते । संसारनिवृत्तिमार्गप्रवृत्तिः
कदापि न जायते । तस्मादनिष्टमेवेष्टमिव भाति ।
इष्टमेवाऽनिष्टमिव भात्यनादिसंसारविपरीतभ्रमात् ।
Kapitel 5 – Warum die Einsicht ausbleibt
तस्मात्सर्वेषां जीवानामिष्टविषये बुद्धिः
सुखबुद्धिर्दुःखबुद्धिश्च भवति । परमार्थतस्त्वबाधितब्रह्मसुखविषये प्रवृत्तिरेव न जायते । तत्स्वरूपज्ञानाभावात् ।
तत्किमिति न विद्यते । कथं बन्धः कथं मोक्ष इति विचाराभावाच्च ।
तत्कथमिति । अज्ञानप्राबल्यात् । कस्मादज्ञानप्राबल्यमिति ।
भक्तिज्ञानवैराग्यवासनाभावाच्च । तदभावः कथमिति ।
अत्यन्तान्तःकरणमलिनविशेषात् ।
Kapitel 5 – Die Hinwendung zum heilsamen Weg
अतः संसारतरणोपायः
कथमिति । देशिकस्तमेव कथयति । सकलवेदशास्त्रसिद्धान्तरहस्यजन्माभ्यस्तात्यन्तोत्कृष्टसुकृतपरिपाकवशात्सद्भिः
सङ्गो जायते । तस्माद्विधिनिषेधविवेको भवति । ततः
सदाचारप्रवृत्तिर्जायते । सदाचारादखिलदुरितक्षयो
भवति । तस्मादन्तःकरणमतिविमलं भवति ।
ततः सद्गुरुकटाक्षमन्तःकरणमाकाङ्क्षति ।
तस्मात्सद्गुरुकटाक्षलेशविशेषेण सर्वसिद्धयः सिद्ध्यन्ति ।
सर्वबन्धाः प्रविनश्यन्ति । श्रेयोविघ्नाः सर्वे प्रलयं यान्ति ।
सर्वाणि श्रेयांसि स्वयमेवायान्ति ।
Kapitel 5 – Lehrerunterweisung und Herzensöffnung
यथा जात्यन्धस्य रूपज्ञानं न विद्यते
तथा गुरूपदेशेन विना कल्पकोटिभिस्तत्त्वज्ञानं
न विद्यते । तस्मात्सद्गुरुकटाक्षलेशविशेषेणाचिरादेव
तत्त्वज्ञानं भवति । यदा सद्गुरुकटाक्षो भवति तदा
भगवत्कथाश्रवणध्यानादौ श्रद्धा जायते ।
तस्माद्धृदयस्थितानादिदुर्वासनाग्रन्थिविनाशो भवति ।
ततो हृदयस्थिताः कामाः सर्वे विनश्यन्ति ।
तस्माद्धृदयपुण्डरीककर्णिकायां परमात्माविर्भावो
भवति ।
Kapitel 5 – Reifung zur Befreiung im Leben
ततो दृढतरा वैष्णवी भक्तिर्जायते । ततो
वैराग्यमुदेति । वैराग्याद्बुद्धिविज्ञानाविर्भावो भवति ।
अभ्यासात्तज्ज्ञानं क्रमेण परिपक्वं भवति ।
पक्वविज्ञानाज्जीवन्मुक्तो भवति । ततः शुभाशुभकर्माणि
सर्वाणि सवासनानि नश्यन्ति । ततो दृढतरशुद्धसात्त्विकवासनया भक्त्यतिशयो भवति । भक्त्यतिशयेन नारायणः
सर्वमयः सर्वावस्थासु विभाति । सर्वाणि जगन्ति
नारायणमयानि प्रविभान्ति । नारायणव्यतिरिक्तं न किंचिदस्ति ।
इत्येतद्बुद्ध्वा विहरत्युपासकः सर्वत्र ।
निरन्तरसमाधिपरम्पराभिर्जगदीश्वराकाराः सर्वत्र
सर्वावस्थासु प्रविभान्ति । अस्य महापुरुषस्य
क्वचित्क्वचिदीश्वरसाक्षात्कारो भवति ।
Kapitel 5 – Die meditative Himmelsreise beginnt
अस्य देहत्यागेच्छा यदा भवति तदा वैकुण्ठपार्षदाः सर्वे
समायान्ति । ततो भगवद्ध्यानपूर्वकं हृदयकमले
व्यवस्थितमात्मानं संचित्य सम्यगुपचारैरभ्यर्च्य
हंसमन्त्रमुच्चरन्त्सर्वाणि द्वाराणि संयम्य सम्यङ्मनो
निरुध्य चोर्ध्वगेन वायुना सह प्रणवेन प्रणवानुसन्धानपूर्वकं
शनैः शनैराब्रह्मरन्ध्राद्विनिर्गत्य सोऽहमिति मन्त्रेण
द्वादशान्तस्थितज्ञानात्मानमेकीकृत्य पञ्चोपचारैरभ्यर्च्य
पुनः सोऽहमिति मन्त्रेण षोडशान्तस्थितज्ञानात्मानमेकीकृत्य
सम्यगुपचारैरभ्यर्च्य प्राकृतपूर्वदेहं परित्यज्य
पुनःकल्पितमन्त्रमयशुद्धब्रह्मतेजोमयनिरतिशयानन्दमयमहाविष्णूसारूप्यविग्रहं परिगृह्य सूर्यमण्डलान्तर्गतानन्तदिव्यचरणारविन्दाङ्गुष्ठनिर्गतनिरतिशयानन्दमयापरनदीप्रवाहमाकृष्य भावनयात्र स्नात्वा
वस्त्राभरणाद्युपचारैरात्मपूजां विधाय साक्षान्नारायणो भूत्वा
Kapitel 5 – Durch die himmlischen Bereiche
ततो
गुरुनमस्कारपूर्वकं प्रणवगरुडं ध्यात्वा ध्यानेनाविर्भूतमहाप्रणवगरुडं पञ्चोपचारैराराध्य गुर्वनुज्ञया
प्रदक्षिणनमस्कारपूर्वकं प्रणवगरुडमारुह्य महाविष्णोः
समस्तासाधारणचिह्नचिह्नितो महाविष्णोः
समस्तासाधारणदिव्यभूषणैर्भूषितः सुदर्शनपुरुषं
पुरस्कृत्य विष्वक्सेनपरिपालितो वैकुण्ठपार्षदैः परिवेष्टितो
नभोमार्गमाविश्य पार्श्वद्वयस्थितानेकपुण्यलोकानतिक्रम्य
तत्रत्यैः पुण्यपुरुषैरभिपूजितः सत्यलोकमाविश्य
ब्रह्माणमभ्यर्च्य ब्रह्मणा च सत्यलोकवासिभिः
सर्वैरभिपूजितः शैवमीशानकैवल्यमासाद्य शिवं ध्यात्वा
शिवमभ्यर्च्य शिवगणैः सर्वैः शिवेन चाभिपूजितो
महर्षिमण्डलान्यतिक्रम्य सूर्यसोममण्डले भित्त्वा
कीलकनारायणं ध्यात्वा ध्रुवमण्डलस्य दर्शनं कृत्वा
भगवन्तं ध्रुवमभिपूज्य ततः शिंशुमारचक्रं
विभिद्य शिंशुमारप्रजापतिमभ्यर्च्य
चक्रमध्यगतं सर्वाधारं सनातनं
महाविष्णुमाराध्य तेन पूजितस्तत
उपर्युपरि गत्वा परमानन्दं प्राप्य प्रकाशते ।
Kapitel 5 – Der Fluss Viraja
ततो वैकुण्ठवासिनः सर्वे समायान्ति
तान्त्सर्वान्सुसम्पूज्य तैः सर्वैरभिपूजितश्चोपर्युपरि गत्वा विरजानदीं प्राप्य
तत्र स्नात्वा भगवद्ध्यानपूर्वकं पुनर्निमज्ज्य
तत्रापञ्चीकृतभूतोत्थं सूक्ष्माङ्गभोगसाधनं सूक्ष्मशरीरमुत्सृज्य केवलमन्त्रमयदिव्यतेजोमयनिरतिशयानन्दमयमहाविष्णुसारूप्यविग्रहं
परिगृह्य तत उन्मज्यात्मपूजां विधाय
प्रदक्षिणनमस्कारपूर्वकं ब्रह्ममयवैकुण्ठमाविश्य
तत्रत्यान्विशेषेण सम्पूज्य
Kapitel 5 – Der Berg der Brahman-Wonne
तन्मध्ये च
ब्रह्मानन्दमयानन्तप्राकारप्रासादतोरणविमानोपवनावलिभिर्ज्वलच्छिखरैरुपलक्षितो
निरुपमनित्यनिरवद्यनिरतिशयनिरवधिकब्रह्मानन्दाचलो विराजते । तदुपरि ज्वलति
निरतिशयानन्ददिव्यतेजोराशिः । तदभ्यन्तरसंस्थाने
शुद्धबोधानन्दलक्षणं विभाति । तदन्तराले चिन्मयवेदिका
आनन्दवेदिकानन्दवनविभूषिता । तदभ्यन्तरे
अमिततेजोराशिस्तदुपरिज्वलति । परममङ्गलासनं
विराजते ।
Kapitel 5 – Adinarayana auf Sheshas Windungen
तत्पद्मकर्णिकायां शुद्धशेषभोगासनं
विराजते । तस्योपरि समासीनमानन्दपरिपालकमादिनारायणं
ध्यात्वा तमीश्वरं विविधोपचारैराराध्य
प्रदक्षिणनमस्कारान्विधाय तदनुज्ञातश्चोपर्युपरि गत्वा
पञ्चवैकुण्ठानतीत्याण्डविराट्कैवल्यं प्राप्य तं
समाराधोपासकः परमानन्दं प्रापेत्युपनिषत् ॥
Schluss des 5. Kapitels
इत्याथर्वणमहानारायणोपनिषदि संसारतरणोपायकथनद्वारा
परममोक्षमार्गस्वरूपनिरूपणं नाम पञ्चमोऽध्यायः ॥ ५ ॥
Kapitel 6 – Jenseits des Welteis
यत उपासकः परमानन्दं प्राप सावरणं
ब्रह्माण्डं च भित्त्वा परितः समवलोक्य
ब्रह्माण्डस्वरूपं निरीक्ष्य परमार्थतस्तत्स्वरूपं
ब्रह्मज्ञानेनावबुध्य समस्तवेदशास्त्रेतिहासपुराणानि
समस्तविद्याजालानि ब्रह्मादयः सुराः सर्वे समस्ताः
परमर्षयश्चाण्डाभ्यन्तरप्रपञ्चैकदेशमेव
वर्णयन्ति । अण्डस्वरूपं न जानन्ति । ब्रह्माण्डाद्बहिः
प्रपञ्चज्ञानं न जानत्येव । कुतोऽण्डान्तरान्तरर्बहिः
प्रपञ्चज्ञानं दूरतो मोक्षप्रपञ्चज्ञानमविद्या
चेति
Kapitel 6 – Beschreibung des kosmischen Eis
कथं ब्रह्माण्डस्वरूपमिति । कुक्कुटाण्डाकारं
महदादिसमष्ट्याकारणमण्डं तपनीयमयं
तप्तजाम्बूनदप्रभमुद्यत्कोटिदिवाकराभं
चतुर्विधसृष्ट्युपलक्षितं महाभूतैः
पञ्चभिरावृतं महदहङ्कृतितमोभिश्च
मूलप्रकृत्या परिवेष्टितम् । अण्डभीतिविशालं
सपादकोटियोजनप्रमाणम् । एकैकावरणं तथैव ।
अण्डप्रमाणं परितोऽयुतद्वयकोटियोजनप्रमाणं
महामण्डूकाद्यनन्तशक्तिभिरधिष्ठितं
नारायणक्रीडाकन्तुकं परमाणुवद्विष्णुलोकसुसंलग्नमदृष्टश्रुतविविधविचित्रानन्तविशेषैरुपलक्षितम् ।
Kapitel 6 – Unzählige Welteier
अस्य ब्रह्माण्डस्य समन्ततः स्थितान्येतादृशान्यनन्तकोटिब्रह्माण्डानि सावरणानि ज्वलन्ति ।
चतुर्मुखपञ्चमुखषण्मुखसप्तमुखअष्टमुखादिसंख्याक्रमेण सहस्रावधिमुखान्तैर्नारायणांशै रजोगुणप्रधानैरेकैकसृष्टिकर्तृभिरधिष्ठितानि विष्णुमहेश्वराख्यैर्नारायणांशैः
सत्त्वतमोगुणप्रधानैरेकैकस्थितिसंहारकर्तृभिरधिष्ठितानि
महाजलौघमत्स्यबुद्बुदानन्तसङ्घवद्भ्रमन्ति ।
क्रीडासक्तजालककरतलामलकवृन्दवन्महाविष्णोः
करतले विलसन्त्यनन्तकोटिब्रह्माण्डानि । जलयन्त्रस्थघटमालिकाजालवन्महाविष्णोरेकैकरोमकूपान्तरेष्वनन्तकोटिब्रह्माण्डानि
सावरणानि भ्रमन्ति ।
Kapitel 6 – Avidya-Lakshmi
समस्तब्रह्माण्डान्तर्बहिः प्रपञ्चरहस्यं
ब्रह्मज्ञानेनावबुध्य विविधविचित्रानन्तपरमविभूतिसमष्टिविशेषन्त्समवलोक्यात्याश्चर्यामृतसागरे निमज्ज्य
निरतिशयानन्दपारावारो भूत्वा समस्तब्रह्माण्डजालानि
समुल्लङ्घ्यामितापरिच्छिन्नानन्ततमः सागरमृत्तीर्य
मूलाविद्यापुरं दृष्ट्वा विविधविचित्रानन्तमहामायाविशेषैः परिवेष्टितामनन्तमहामायाशक्तिसमष्ट्याकारामनन्तदिव्यतेजोज्वालाजालैरलङ्कृतामनन्तमहामायाविलसानां
परमाधिष्ठानविशेषाकारां शश्वदमितानन्दाचलोपरि
विहारिणीं मूलप्रकृतिजननीमविद्यालक्ष्मीमेवं ध्यात्वा
विविधोपचारैराराध्य समस्तब्रह्माण्डसमष्टिजननीं
वैष्णवीं महामायां नमस्कृत्य तया चानुज्ञातश्चोपर्युपरि
गत्वा महाविराट्पदं प्राप ॥
Kapitel 6 – Die Gestalt Mahavirats
महाविराट्स्वरूपं कथमिति । समस्ताविद्यापादको
विराट् । विश्वतश्चक्षुरुत विश्वतोमुखो विश्वतोहस्त
उत विश्वतस्पात् । सम्बाहुभ्यां नमति सम्पतत्रैर्द्यावापृथिवी
जनयन्देव एकः । न सन्दृशे तिष्ठति
रूपमस्य न चक्षुषा पश्यति कश्चनैनम् ।
हृदा मनीषा मनसाभिक्लृप्तो य एनं विदुरमृतास्ते
भवन्ति ।
Kapitel 6 – Erstaunen über das kosmische Spiel
मनोवाचामगोचरमादिविराट्स्वरूपं
ध्यात्वा विविधोपचारैराराध्य तदनुज्ञातश्चोपर्युपरि
गत्वा विविधविचित्रानन्तमूलाविद्याविलासानवलोक्योपासकः
परमकौतुकं प्राप ।
Kapitel 6 – Yogamaya als verhüllende Kraft
अखण्डपरिपूर्णपरमानन्दलक्षणपरब्रह्मणः समस्तस्वरूपविरोधकारिण्यपरिच्छिन्नतिरस्करिण्याकारा वैष्णवी महायोगमाया मूर्तिमद्भिरनन्तमहामायाजालविशेषैः परिषेविता तस्याः पुरमतिकौतुकमत्याश्चर्यसागरानन्दलक्षणममृतं भवति ।
अविद्यासागरप्रतिबिम्बितनित्यवैकुण्ठप्रतिवैकुण्ठमिव विभाति ।
उपासकस्तत्पुरं प्राप्य योगलक्ष्मीमंगमायां ध्यात्वा
विविधोपचारैराराध्य तया सम्पूजितश्चानुज्ञातश्चोपर्युपरि गत्वानन्तमायाविलासानवलोक्योपासकः परमकौतुकं प्राप ॥
Kapitel 6 – Das Vaikuntha der Einviertelherrlichkeit
तत उपरि पादविभूतिवैकुण्ठपुरमाभाति ।
अत्याश्चर्यानन्तविभूतिसमष्ट्याकारमानन्दरसप्रवाहैरलङ्कृतमभितस्तरङ्गिण्याः
प्रवाहैरतिमङ्गलं ब्रह्मतेजोविशेषाकारैरनन्तब्रह्मवनैरभितस्ततमनन्तनित्यमुक्तैरभिव्याप्तमनन्तचिन्मयप्रासादजालसंकुलमनादिपादविभूतिवैकुण्ठमेवमाभाति । तन्मध्ये च चिदानन्दाचलो विभाति ॥
Kapitel 6 – Über die Grenze der Unwissenheit
तदुपरि ज्वलति निरतिशयानन्ददिव्यतेजोराशिः ।
तदभ्यन्तरे परमानन्दविमानं विभाति ।
तदभ्यन्तरसंस्थाने चिन्मयासनं विराजते ।
तत्पद्मकर्णिकायां निरतिशयदिव्यतेजोराश्यन्तरसमासीनमादिनारायणं ध्यात्वा विविधोपचारैस्तं
समाराध्य तेनाभिपूजितस्तदनुज्ञातश्चोपर्युपरिगत्वा
सावरणमविद्याण्डं च भित्त्वा विद्यापादमुल्लङ्घ्य
विद्याविद्ययोः सन्धौ विश्वक्सेनवैकुण्ठपुरमाभाति ॥
Kapitel 6 – Vishvaksena
अनन्तदिव्यतेजोज्वालाजालैरभितोऽनीकं प्रज्वलन्तमनन्तबोधानन्तबोधानन्दव्यूहैरभितस्ततं शुद्धबोधविमानावलिभिर्विराजितमनन्तानन्दपर्वतैः परमकौतुकमाभाति । तन्मध्ये च कल्याणाचलोपरि शुद्धानन्दविमानं विभाति । तदभ्यन्तरे दिव्यमङ्गलासनं विराजते ।
तत्पद्मकर्णिकायां ब्रह्मतेजोराश्यभ्यन्तरसमासीनं
भगवदनन्तविभूतिविधिनिषेधपरिपालकं सर्वप्रवृत्तिसर्वहेतुनिमित्तिकं निरतिशयलक्षणमहाविष्णूस्वरूपमखिलापवर्गपरिपालकममितविक्रममेवंविधं विश्वक्सेनं
ध्यात्वा प्रदक्षिणनमस्कारान्विधाय विविधोपचारैराराध्य
तदनुज्ञातश्चोपर्युपरि गत्वा विद्याविभूतिं प्राप्य
विद्यामयानन्तवैकुण्ठान्परितोऽवस्थितान्ब्रह्मतेजोमयानवलोक्योपासकः परमानन्दं प्राप ॥
Kapitel 6 – Brahmavidya-Vaikuntha
विद्यामयाननन्तसमुद्रानतिक्रम्य ब्रह्मविद्यातरङ्गिणीमासाद्य तत्र स्नात्वा भगवद्ध्यानपूर्वकं
पुनर्निमज्ज्य मन्त्रमयशरीरमुत्सृज्य विद्यानन्दमयामृतदिव्यशरीरं परिगृह्य नारायणसारूप्यं
प्राप्यात्मपूजां विधाय ब्रह्ममयवैकुण्ठवासिभिः
सर्वैर्नित्यमुक्तैः सुपूजितस्ततो ब्रह्मविद्याप्रवाहैरानन्दरसनिर्भरैः क्रीडानन्तपर्वतैरनन्तैरभिव्याप्तं
ब्रह्मविद्यामहैः सहस्रप्राकारैरानन्दामृतमयैर्दिव्यगन्धस्वभावैश्चिन्मयैरनन्तब्रह्मवनैरतिशोभितमुपासकस्त्वेवंविधं ब्रह्मविद्यावैकुण्ठमाविश्य
तदभ्यन्तरस्थितात्यन्तोन्नतबोधानन्दप्रासादाग्रस्थितप्रणवविमानोपरिस्थितामपारब्रह्मविद्यासाम्राज्याधिदेवताममोघनिजमन्दकटाक्षेणानादिमूलाविद्याप्रलयकरीमद्वितीयामेकामनन्तमोक्षसाम्राज्यलक्ष्मीमेवं ध्यात्वा
प्रदक्षिणनमस्कारान्विधाय विविधोपचारैराराध्य
पुष्पाञ्जलिं समर्प्य स्तुत्वा स्तोत्रविशेषैस्तयाभिपूजितस्तदनुगतश्चोपर्युपरि गत्वा ब्रह्मविद्यातीरे गत्वा
बोधानन्दमयाननन्तवैकुण्ठानवलोक्य निरतिशयानन्दं प्राप्य
बोधानन्दमयाननन्तसमुद्रानतिक्रम्य गत्वागत्वा ब्रह्मवनेषु
परममङ्गलाचलश्रोणीषु ततो बोधानन्दविमानपरम्परासूपासकः परमानन्दं प्राप ॥
Kapitel 6 – Die Stadt Tulasīs
ततः श्रीतुलसीवैकुण्ठपुरमाभाति परमकल्याणमनन्तविभवममिततेजोराश्याकारमनन्तब्रह्मतेजोराशिसमष्ट्याकारं चिदानन्दमयानेकप्राकारविशेषैः
परिवेष्टितममितबोधानन्दाचलोपरिस्थितं बोधानन्दतरङ्गिण्याः प्रवाहैरतिमङ्गलं निरतिशयानन्दैरनन्तवृन्दावनैरतिशोभितमखिलपवित्राणां परमपवित्रं
चिद्रूपैरनन्तनित्यमुक्तैरभिव्याप्तमानन्दमयानन्तविमानजलैरलङ्कृतममिततेजोराश्यन्तर्गतदिव्यतेजोराशिविशेषम्
Kapitel 6 – Tulasi und die Grenze zur Glückseligkeit
उपासकस्त्वेवमाकारं तुलसीवैकुण्ठं प्रविश्य
तदन्तर्गतदिव्यविमानोपरिस्थितां सर्वपरिपूर्णस्य महाविष्णोः
सर्वाङ्गेषु विहारिणीं निरतिशयसौन्दर्यलावण्याधिदेवतां
बोधानन्दमयैरनन्तनित्यपरिजनैः परिषेवितां श्रीसखीं
तुलसीमेवं लक्ष्मीं ध्यात्वा प्रदक्षिणनमस्कारान्विधाय
विविधोपचारैराराध्य स्तुत्वा स्तोत्रविशेषैस्तयाभिपूजितस्तदनुज्ञातश्चोपर्युपरिगत्वा परमानन्दतरङ्गिण्यास्तीरे
गत्वा तत्र परितोऽवस्थिताञ्छुद्धबोधानन्दमयाननन्तवैकुण्ठानवलोक्य निरतिशयानन्दं प्राप्य तत्रैत्यैश्चिद्रूपैः
पुराणपुरुषैश्चाभिपूजितस्ततो गत्वागत्वा ब्रह्मवनेषु
दिव्यगन्धानन्दपुष्पवृष्टिभिः समन्वितेषु दिव्यमङ्गलालयेषु निरतिशयानन्दामृतसागरेष्वमिततेजोराश्याकारेषु कल्लोलवनसंकुलेषु ततोऽनन्तशुद्धबोधविमानजालसंकुलानन्दाचलश्रोणीषूपासकस्तत उपर्युपरि
गत्वा विमानपरम्परास्वनन्ततेजःपर्वतराजिष्वेवं क्रमेण
प्राप्य विद्यानन्दमयोः सन्धिं तत्रानन्दतरङ्गिण्याः प्रवाहेषु स्नात्वा
बोधानन्दवनं प्राप्य शुद्धबोधपरमानन्दानन्दाकारवनं
सन्ततामृतपुष्पवृष्टिभिः परिवेष्टितं
परमानन्दप्रवाहैरभिव्याप्तं मूर्तिमद्भिः
परममङ्गलैः परमकौतुकमपरिच्छिन्नानन्दसागराकारं क्रीडानन्दपर्वतैरभिशोभितं
Kapitel 6 – Vaikuntha im Erkenntnisviertel
तन्मध्ये च
शुद्धबोधानन्दवैकुण्ठं यदेव ब्रह्मविद्यापादवैकुण्ठं
सहस्रानन्दप्राकारैः समुज्ज्वलति ।
अनन्तानन्दविमानजालसंकुलमनन्तबोधसौधविशेषैरभितोऽनिशं प्रज्वलन्तं क्रीडानन्तमण्डपविशेषैर्विशेषितं बोधानन्दमयानन्तपरमच्छत्रध्वजचामरवितानतोरणैरलङ्कृतं
परमानन्दव्यूहैर्नित्यमुक्तैरभितस्ततमनन्तदिव्यतेजःपर्वतसमष्ट्याकारमपरिच्छिन्नानन्तशुद्धबोधानन्तमण्डलं
वाचामगोचरानन्दब्रह्मतेजोराशिमण्डलमाखण्डलविशेषं
शुद्धानन्दसमष्टिमण्डलविशेषमखण्डचिद्घनानन्दविशेषमेवं तेजोमण्डलविधं बोधानन्दवैकुण्ठम्
Kapitel 6 – Die Einsetzung in das Befreiungsreich
उपासकः
प्रविश्य तत्रत्यैः सर्वैरभिपूजितः परमानन्दाचलोपर्यखण्डबोधविमानं प्रज्वलति । तदभ्यन्तरे चिन्मयासनं विराजते ।
तदुपरि विभात्यखण्डानन्दतेजोमण्डलम् । तदभ्यन्तरे समासीनमादिनारायणं ध्यात्वा प्रदक्षिणनमस्कारान्विधाय
विविधोपचारैः सुसम्पूज्य पुष्पाञ्जलिं समर्प्य स्तुत्वा
स्तोत्रविशेषैः स्वरूपेणावस्थितमुपासकमवलोक्य तमुपासकमादिनारायणः स्वसिंहासने सुसंस्थाप्य तद्वैकुण्ठवासिभिः
सर्वैः समन्वितः समस्तमोक्षसाम्राज्यपट्टाभिषेकमुद्दिश्य
मन्त्रपूतैरुपासकमानन्दकलशैरभिषिच्य दिव्यमङ्गलमहावाद्यपुरःसरं विविधोपचारैरभ्यर्च्य मूर्तिमद्भिः
सर्वैः स्वचिह्नैरलङ्कृत्य प्रदक्षिणनमस्कारान्विधाय
त्वं ब्रह्मासि अहं ब्रह्मास्मि आवयोरन्तरं न विद्यते त्वमेवाहं
अहमेवत्वं इत्यभिधायेत्युक्त्वादिनारायणस्तिरोदधे तदेत्युपनिषत् ॥
Schluss des 6. Kapitels
इत्याथर्वणमहानारायणोपनिषदि परममोक्षमार्गस्वरूपनिरूपणं
नाम षष्ठोध्यायः ॥ ६ ॥
Kapitel 7 – Die Herrlichkeit der Brahman-Wonne
अथोपासकस्तदाज्ञया नित्यं गरुडमारुह्य
वैकुण्ठवासिभिः सर्वैः परिवेष्टितो महासुदर्शनं
पुरस्कृत्य विश्वक्सेनपरिपालितश्चोपर्युपरि गत्वा
ब्रह्मानन्दविभूतिं प्राप्य सर्वत्रावस्थिताब्रह्मानन्दमयाननन्तवैकुण्ठानवलोक्य निरतिशयानन्दसागरो
भूत्वात्मारामानन्दविभूतिपुरुषाननन्तानवलोक्य
तान्सर्वानुपचारैः समभ्यर्च्य तैः सर्वैरभिपूजितश्चोपासकस्तत उपर्युपरि गत्वा ब्रह्मानन्दविभूतिं
प्राप्यानन्तदिव्यतेजःपर्वतैरलङ्कृतान्परमानन्दलहरीवनशोभितानसंख्याकानानन्दसमुद्रानतिक्रम्य
विविधविचित्रानन्तपरमतत्त्वविभूतिसमष्टिविशेषान्परमकौतुकान्ब्रह्मानन्दविभूतिविशेषनतिक्रम्योपासकः
परमकौतुकं प्राप ।
Kapitel 7 – Das große Rad Sudarshana
ततः सुदर्शनवैकुण्ठपुरमाभाति नित्यमङ्गलमनन्तविभवं
सहस्रानन्दप्रकारपरिवेष्टितमयुतकुक्ष्युपलक्षितमनन्तोत्कटज्वलदरमण्डलं निरतिशयदिव्यतेजोमण्डलं
वृन्दारकपरमानन्दं शुद्धबुद्धस्वरूपमनन्तानन्दसौदामिनीपरमविलासं निरतिशयपरमानन्दपारावारमनन्तैरानन्दपुरुषैश्चिद्रूपैरधिष्ठितम् । तन्मध्ये च
सुदर्शनं महाचक्रम् । चरणं पवित्रं विततं पुराणं
येन पूतस्तरति दुष्कृतानि । तेन पवित्रेण शुद्धेन पूता
अतिपाप्मानमरातिं तरेम । लोकस्य द्वारमर्चिमत्पवित्रम् ।
ज्योतिष्मद्भ्राजमानं महस्वत् । अमृतस्य धारा बहुधा
दोहमानम् । चरणं नो लोके सुधितां दधातु । अयुतारं
ज्वलन्तमयुतारसमष्ट्याकरं निरतिशयविक्रमविलासमनन्तदिव्यायुधदिव्यशक्तिसमष्टिरूपं महाविष्णोरनर्गलप्रतापविग्रहमयुतायुतकोटियोजनविशालमनन्तज्वालजालैरलङ्कृतं
समस्तदिव्यमङ्गलनिदानमनन्तदिव्यतीर्थानां निजमन्दिरमेवं
सुदर्शनं महाचक्रं प्रज्वलति ।
Kapitel 7 – Die ineinanderliegenden Räder
तस्य नाभिमण्डलसंस्थाने उपलक्ष्यते निरतिशयानन्ददिव्यतेजोराशिः । तन्मध्ये च सहस्रारचक्रं प्रज्वलति ।
तदखण्डदिव्यतेजोमण्डलाकारं परमानन्दसौदामिनीनिचयोज्ज्वलम् । तदभ्यन्तरसंस्थाने षट्शतारचक्रं
प्रज्वलति । तस्यामितपरमतेजः परमविहारसंस्थानविशेषं
विज्ञानघनस्वरूपम् । तदन्तराले त्रिशतारचक्रं विभाति ।
तच्च परमकल्याणविलासविशेषमनन्तचिदादित्यसमष्ट्याकरम् ।
तदभ्यन्तरे शतारचक्रमाभाति । तच्च परमतेजोमण्डलविशेषम् । तन्मध्ये षष्ट्यरचक्रमाभाति । तच्च
ब्रह्मतेजःपरमविलासविशेषम् । तदभ्यन्तरसंस्थाने
षट्कोणचक्रं प्रज्वलति । तच्चापरिच्छिन्नानन्तदिव्यतेजोराश्याकरम् ।
तदभ्यन्तरे महानन्दपदं विभाति । तत्कर्णिकायां
सूर्येन्दुवह्निमण्डलानि चिन्मयानि ज्वलन्ति । तत्रोपलक्ष्यते
निरतिशयदिव्यतेजोराशिः ।
Kapitel 7 – Sudarshana-Purusha
तदभ्यन्तरसंस्थाने युगपदुदितानन्तकोटिरविप्रकाशः सुदर्शनपुरुषो विराजते । सुदर्शनपुरुषो
महाविष्णुरेव । महाविष्णोः समस्तासाधारणचिह्नचिह्नितः ।
एवमुपासकः सुदर्शनपुरुष ध्यात्वा विविधोपचारैराराध्य
प्रदक्षिणनमस्कारान्विधायोपासकस्तेनाभिपूजितस्तदनुज्ञातश्चोपर्युपरि गत्वा परमानन्दमयानन्तवैकुण्ठानवलोक्योपासकः
परमानन्दं प्राप । तत उपरि विविधविचित्रानन्तचिद्विलासविभूतिविशेषानतिक्रम्यानन्तपरमानन्दविभूतिसमष्टिविशेषानन्तनिरतिशयानन्तसमुद्रानतीत्योपासकः क्रमेणाद्वैतसंस्थानं प्राप ॥
Kapitel 7 – Der Ort der Nichtdualität
कथमद्वैतसंस्थानम् । अखण्डानन्दस्वरूपमनिर्वाच्यमतिबोधसागरममितानन्दसमुद्रं
विजातीयविशेषविवर्जितं सजातीयविशेषविशेषितं
निरवयवं निराधारं निर्विकारं निरञ्जनमनन्तब्रह्मानन्दसमष्टिकन्दं परमचिद्विलाससमष्ट्याकारं निर्मलं निरवद्यं निराश्रयमतिनिर्मलानन्तकोटिरविप्रकाशैकस्फुलिङ्गमनन्तोपनिषदर्थस्वरूपमखिलप्रमाणातीतं
मनोवाचामगोचरं नित्यमुक्तस्वरूपमनाधारमादिमध्यान्तशून्यं कैवल्यं परमं शान्तं
सूक्ष्मतरं महतो महत्तरमपरिमितानन्दविशेषं
शुद्धबोधानन्दविभूतिविशेषमनन्तानन्दविभूतिविशेषसमष्टिरूपमक्षरमनिर्देश्यं कूटस्थमचलं ध्रुवमदिग्देशकालमन्तर्बहिश्च तत्सर्वं
व्याप्य परिपूर्णं परमयोगिभिर्विमृग्यं देशतः
कालतो वस्तुतः परिच्छेदरहितं निरन्तराभिनवं
नित्यपरिपूर्णमखण्डानन्दामृतविशेषं शाश्वतं
परमं पदं निरतिशयानन्दानन्ततटित्पर्वताकारमद्वितीयं स्वयम्प्रकाशमनिशं ज्वलति । परमानन्दलक्षणापरिच्छिन्नानन्तपरंज्योतिः शाश्वतं शश्वद्विभाति ।
Kapitel 7 – Der Berg aus Bewusstsein
तदभ्यन्तरसंस्थानेऽमितानन्दचिद्रूपाचलमखण्डपरमानन्दविशेषं बोधानन्दमहोज्ज्वलं
नित्यमङ्गलमन्दिरं चिन्मथनाविर्भूतं
चित्सारमनन्ताश्चर्यसागरममिततेजोराश्यन्तर्गततेजोविशेषमनन्तानन्दप्रवाहैरलङ्कृतं
निरतिशयानन्दपारावाराकारं निरुपमनित्यनिरवद्यनिरतिशयनिरवधिकतेजोराशिविशेषं निरतिशयानन्दसहस्रप्राकारैरलङ्कृतं शुद्धबोधसौधावलिविशेषैरलङ्कृतं चिदानन्दमयानन्तदिव्यारामैः
सुशोभितं शश्वदमितपुष्पवृष्टिभिः समन्ततः
सन्ततम् ।
Kapitel 7 – Das gesuchte höchste Ziel
तदेव त्रिपाद्विभूति वैकुण्ठस्थानं तदेव
परमकैवल्यम् । तदेवाबाधितपरमतत्त्वम् । तदेवानन्तोपनिषद्विमृग्यम् । तदेव परमयोगिभिर्मुमुक्षिभिः
सर्वैराशास्यमानम् । तदेव सद्घनम् । तदेव चिद्घनम् ।
तदेवानन्दघनम् । तदेव शुद्धबोधघनविशेषमखण्डानन्दब्रह्मचैतन्याधिदेवतास्वरूपम् ।
Kapitel 7 – Die zweiunddreißig Entfaltungen
सर्वाधिष्ठानमद्वयपरब्रह्मविहारमण्डलं
निरतिशयानन्दतेजोमण्डलमद्वैतपरमानन्दलक्षणपरब्रह्मणः परमाधिष्ठानमण्डलं निरतिशयपरमानन्दपरममूर्तिविशेषमण्डलमनन्तपरममूर्तिसमष्टिमण्डलं निरतिशयपरमानन्दलक्षणपरब्रह्मणः परममूर्तिपरमतत्त्वविलासविशेषमण्डलं
बोधानन्दमयानन्तपरमविलासविभूतिविशेषसमष्टिमण्डलमनन्तचिद्विलासविभूतिविशेषसमष्टिमण्डलमखण्डशुद्धचैतन्यनिजमूर्तिविशेषविग्रहं
वाचामगोचरानन्तशुद्धबोधविशेषविग्रहमनन्तानन्दसमुद्रसमष्ट्याकारमनन्तबोधाचलैरधिष्ठितं
निरतिशयानन्दपरममङ्गलविशेषसमष्ट्याकारमखण्डाद्वैतपरमानन्दलक्षणपरब्रह्मणः परममूर्तिपरमतेजःपुञ्जपिण्डविशेषं चिद्रूपादित्यमण्डलं
द्वात्रिंशद्व्यूहभेदैरधिष्ठितम् ।
व्यूहभेदाश्च केशवादिचतुर्विंशतिः ।
सुदर्शनादिन्यासमन्त्राः । सुदर्शनादि यन्त्रोद्धारः ।
अनन्तगरुडविश्वक्सेनाश्च निरतिशयानन्दाश्च ।
Kapitel 7 – Palast, Pranava und acht Silben
आनन्दव्यूहमध्ये सहस्रकोटियोजनायतोन्नतचिन्मयप्रासादं ब्रह्मानन्दमयविमानकोटिभिरतिमङ्गलमनन्तोपनिषदर्थारामजालसंकुलं
सामहंसकूजितैरतिशोभितमानन्दमयानन्तशिखरैरलङ्कृतं चिदानन्दरसनिर्झरैरभिव्याप्तमखण्डानन्दतेजोराश्यन्तरस्थितमनन्तानन्दाश्चर्यसागरं
तदभ्यन्तरसंस्थानेऽनन्तकोटिरविप्रकाशातिशयप्राकारं निरतिशयानन्दलक्षणं प्रणवाख्यं
विमानं विराजते । शतकोटिशिखरैरानन्दमयैः
समुज्ज्वलति । तदन्तराले बोधानन्दाचलोपर्यष्टाक्षरीमण्टपो विभाति । तन्मध्ये च चिदानन्दमयवेदिकानन्दवनविभूषिता । तदुपरि ज्वलति निरतिशयानन्दतेजोराशिः ।
तदभ्यन्तरसंस्थानेऽष्टाक्षरीपद्मविभूषितं
चिन्मयासनं विराजते । प्रणवकर्णिकायां सूर्येन्दुवह्निमण्डलानि चिन्मयानि ज्वलन्ति ।
Kapitel 7 – Das große Narayana-Yantra
तत्राखण्डानन्दतेजोराश्यन्तर्गतं परममङ्गलाकारमनन्तासनं
विराजते । तस्योपरि च महायन्त्रं प्रज्वलति । निरतिशयब्रह्मानन्दपरममूर्तिमहायन्त्रं समस्तब्रह्मतेजोराशिसमष्टिरूपं चित्स्वरूपं निरञ्जनं परब्रह्मस्वरूपं परब्रह्मणः परमरहस्यकैवल्यं महायन्त्रमयपरमवैकुण्ठनारायणयन्त्रं विजयते ।
Kapitel 7 – Yantra: Mitte und Sechseck
तत्स्वरूपं कथमिति ।
देशिकस्तथेति होवाच । आदौ षट्कोणचक्रम् । तन्मध्ये
षट्दलपद्मम् । तत्कर्णिकायां प्रणव ॐइति । प्रणवमध्ये
नारायणबीजमिति । तत्साध्यगर्भितं मम सर्वाभीष्टसिद्धिं
कुरुकुरु स्वाहेति । तत्पद्मदलेषु विष्णुनृसिंहषडक्षरमन्त्रौ ॐ नमो विष्णवे ऐं क्लीं श्रीं ह्रीं क्ष्मौं फट् ।
तद्दलकपोलेषु रामकृष्णषडक्षरमन्त्रौ । रां
रामाय नमः । क्लीं कृष्णाय नमः । षट्कोणेषु
सुदर्शनषडक्षरमन्त्रः । सहस्रार हुं फडिति । षट्कोणकपोलेषु प्रणवयुक्तशिवपञ्चाक्षरमन्त्रः । ॐ नमः
शिवायेति ।
Kapitel 7 – Yantra: achtblättriger Lotus
तद्बहिः प्रणवमालायुक्तं वृत्तम् । वृत्ताद्बहिरष्टदलपद्मम् । तेषु दलेषु नारायणनृसिंहअष्टाक्षरमन्त्रौ । ॐ नमो नारायणाय । जयजय नरसिंह ।
तद्दलसन्धिषु रामकृष्णश्रीकराष्टाक्षरमन्त्राः ।
ॐ रामाय हुं फट् स्वाहा । क्लीं दामोदराय नमः ।
उत्तिष्ठ श्रीकरस्वाहा ।
Kapitel 7 – Yantra: neunblättriger Lotus
तद्बहिः प्रणवमालायुक्तं वृत्तम् ।
वृत्तद्बहिर्नवदलपद्मम् । तेषु दलेषु रामकृष्णहयग्रीवनवाक्षरमन्त्राः । ॐ रामचन्द्राय नमों ।
क्लीं कृष्णाय गोविन्दाय क्लीम् । ह्लौं हयग्रीवाय नमो
ह्लौं । तद्दलकपोलेषु दक्षिणामूर्तिरीश्वरम् ।
Kapitel 7 – Yantra: zehnblättriger Lotus
तद्बहिर्नारायणबीजयुक्तं वृत्तम् । वृत्तद्बहिर्दशदलपद्मम् ।
तेषु दलेषु रामकृष्णदशाक्षरमन्त्रौ । हुं जानकीवल्लभाय स्वाहा । गोपीजनवल्लभाय स्वाहा । तद्दलसन्धिषु
नृसिंहमालामन्त्रः । ॐ नमो भगवते श्रीमहानृसिंहाय
करालदंष्ट्रवदनाय मम विघ्नान्पचपच स्वाहा ।
Kapitel 7 – Yantra: zwölfblättriger Lotus
तद्बहिर्नृसिंहैकाक्षरयुक्तं वृत्तम् । क्ष्मौं इत्येकाक्षरम् ।
वृत्ताद्बहिर्द्वादशदलपद्मम् । तेषु दलेषु नारायणवासुदेवद्वादशाक्षरमन्त्रौ । ॐ नमो भगवते नारायणाय ।
ॐ नमो भगवते वासुदेवाय । तद्दलकपोलेषु महाविष्णुरामकृष्णद्वादशाक्षरमन्त्राश्च । ॐ नमो भगवते
महाविष्णवे । ॐ ह्रीं भरताग्रज राम क्लीं स्वाहा ।
श्रीं ह्रीं क्लीं कृष्णाय गोविन्दाय नमः ।
Kapitel 7 – Yantra: vierzehnblättriger Lotus
तद्बहिर्जगन्मोहनबीजयुक्तं वृत्तं क्लीं इति । वृत्तद्बहिश्चतुर्दशदलपद्मम् ।
तेषु दलेषु लक्ष्मीनारायणहयग्रीवगोपालदधिवामनमन्त्राश्च । ॐ ह्रीं ह्रीं श्रीं श्रीं लक्ष्मीवासुदेवाय नमः ।
ॐ नमः सर्वकोटिसर्वविद्याराजाय क्लीं कृष्णाय
गोपालचूडामणये स्वाहा । ॐ नमो भगवते दधिवामनाय ॐ ।
तद्दलसन्धिष्वन्नपूर्णेश्वरीमन्त्रः । ह्रीं पद्मावत्यन्नपूर्णे
माहेश्वरी स्वाहा ।
Kapitel 7 – Yantra: sechzehn Blätter und die Vokale
तद्बहिः प्रणवमालायुक्तं वृत्तम् ।
वृत्ताद्बहिः षोडशदलपद्मम् । तेषु दलेषु श्रीकृष्णसुदर्शनषोडशाक्षरमन्त्रौ च । ॐ नमो भगवते
रुक्मिणीवल्लभाय स्वाहा । ॐ नमो भगवते महासुदर्शनाय
हुं फट् । तद्दलसन्धिषु स्वराः सुदर्शनमालामन्त्राश्च ।
अ आ इ ई उ ऊ ऋ ॠ ऌ ॡ ए ऐ ओ औ अं अः ।
सुदर्शनमहाचक्राय दीप्तरूपाय सर्वतो
मां रक्षरक्ष सहस्रार हुं फट् स्वाहा ।
Kapitel 7 – Yantra: achtzehnblättriger Lotus und Garuda
तद्बहिर्वराहबीजयुक्तं वृत्तम् । तद्धुमिति ।
वृत्तद्बहिरष्टादशदलपद्मम् ।
तेषु दलेषु श्रीकृष्णवामनाष्टादशाक्षरमन्त्रौ ।
क्लीं कृष्णाय गोविन्दाय गोपीजनवल्लभाय स्वाहा ।
ॐ नमो विष्णवे सुरपतये महाबलाय स्वाहा ।
तद्दलकपोलेषु गरुडपञ्चाक्षरीमन्त्रो गरुडमालामन्त्रश्च ।
क्षिप ॐ स्वाहा । ॐ नमः पक्षिराजाय सर्वविषभूतरक्षःकृत्यादिभेदनाय सर्वेष्टसाधकाय स्वाहा ।
Kapitel 7 – Yantra: weiterer achtblättriger Lotus
तद्बहिर्मायाबीजयुक्तं वृत्तम् । वृत्तद्बहिः पुनरष्टदलपद्मम् ।
तेषु दलेषु श्रीकृष्णवामनाष्टाक्षरमन्त्रौ ।
ॐ नमो दामोदराय । ॐ वामनाय नमः ॐ ।
तद्दलकपोलेषु नीलकण्ठत्र्यक्षरीगरुडपञ्चाक्षरीमन्त्रौ च ।
प्रें रीं ठः । नमोऽण्डजाय ।
Kapitel 7 – Yantra: vierundzwanzig Blätter und Gayatris
तद्बहिर्मन्मथबीजयुक्तं वृत्तम् ।
वृत्तद्बहिश्चतुर्विंशतिदलपद्मम् । तेषु दलेषु शरणागतनारायणमन्त्रौ नारायणहयग्रीवगायत्री मन्त्रौ च ।
श्रीमन्नारायणचरणौ शरणं प्रपद्ये श्रीमते नारायणाय नमः ।
नारायणाय विद्महे वासुदेवाय धीमहि ।
तन्नो विष्णुः प्रचोदयात् ।
वागीश्वराय विद्महे हयग्रीवाय धीमहि ।
तन्नो हंसः प्रचोदयात् ।
तद्दलकपोलेषु नृसिंहसुदर्शनगायत्रीमन्त्राश्च ।
वज्रनखाय विद्महे तीक्ष्णदंष्ट्राय धीमहि ।
तन्नो नृसिंहः प्रचोदयात् ।
सुदर्शनाय विद्महे हेतिराजाय धीमहि ।
तन्नश्चक्रः प्रचोदयात् ।
तत्सवितुर्वरेण्यं भर्गो देवस्य धीमहि ।
धियो यो नः प्रचोदयात् ।
Kapitel 7 – Yantra: zweiunddreißig Blätter und Schutzverse
तद्बहिर्हयग्रीवैकाक्षरयुक्तं वृत्तं ह्लोह्सौमिति ।
वृत्ताद्बहिर्द्वात्रिंशद्दलपद्मम् ।
तेषु दलेषु नृसिंहहयग्रीवानुष्टुभमन्त्रौ उग्रं
वीरं महाविष्णुं ज्वलन्तं सर्वतोमुखम् ।
नृसिंहं भीषणं भद्रं मृत्युमृत्युं नमाम्यहम् ।
ऋग्यजुःसामरूपाय वेदाहरणकर्मणे ।
प्रणवोद्गीथवपुषे महाश्वशिरसे नमः ।
तद्दलकपोलेषु रामकृष्णानुष्टुभमन्त्रौ ।
रामभद्र महेश्वास रघुवीर नृपोत्तम ।
भो दशास्यान्तकास्माकं रक्षां देहि श्रियं च मे ।
देवकीसुत गोविन्द वासुदेव जगत्पते ।
देहि मे तनयं कृष्ण त्वामहं शरणं गतः ।
Kapitel 7 – Yantra: sechsunddreißig Blätter und Hayagriva
तद्बहिः प्रणवसम्पुटिताग्निबीजयुक्तं वृत्तम् ।
ॐ रमोमिति । वृत्तद्बहिः षट्त्रिंशद्दलपद्मम् ।
तेषु दलेषु हयग्रीवषट्त्रिंशदक्षरमन्त्रः
पुनरष्टत्रिंशदक्षर मन्त्रश्च । हंसः ।
विश्वोत्तीर्णस्वरूपाय चिन्मयानन्दरूपिणे ।
तुभ्यं नमो हयग्रीव विद्याराजाय विष्णवे । सोऽहम् ।
ह्लौं ॐ नमो भगवते हयग्रीवाय सर्ववागीश्वरेश्वराय
सर्ववेदमयाय सर्वविद्यां मे देहि स्वाहा ।
Kapitel 7 – Yantra: vierundzwanzig Namen Vishnus
तद्दलकपोलेषु प्रणवादिनमोन्ताश्च तुर्थ्यन्ताः
केशवादिचतुर्विंशतिमन्त्राश्च ।
अवशिष्टद्वादशस्थानेषु रामकृष्णगायत्रीद्वयवर्णचतुष्टयमेकैकस्थले ।
ॐ केशवाय नमः । ॐ नारायणाय नमः ।
ॐ माधवाय नमः । ॐ गोविन्दाय नमः ।
ॐ विष्णवे नमः । ॐ मधुसूदनाय नमः ।
ॐ त्रिविक्रमाय नमः । ॐ वामनाय नमः ।
ॐ श्रीधराय नमः । ॐ हृषीकेशाय नमः ।
ॐ पद्मनाभाय नमः । ॐ दामोदराय नमः ।
ॐ सङ्कर्षणाय नमः । ॐ वासुदेवाय नमः ।
ॐ प्रद्युम्नाय नमः । ॐ अनिरुद्धाय नमः ।
ॐ पुरुषोत्तमाय नमः । ॐ अधोक्षजाय नमः ।
ॐ नारसिंहाय नमः । ॐ अच्युताय नमः ।
ॐ जनार्दनाय नमः । ॐ उपेन्द्राय नमः ।
ॐ हरये नमः । ॐ श्रीकृष्णाय नमः ।
दाशरथाय विद्महे सीतावल्लभाय धीमहि ।
तन्नो रामः प्रचोदयात् ।
दामोदराय विद्महे वासुदेवाय धीमहि ।
तन्नः कृष्णः प्रचोदयात् ।
Kapitel 7 – Yantra: die zwölf Kennzeichen
तद्बहिः प्रणवसम्पुटिताङ्कुशबीजयुक्तं वृत्तम् । ॐ क्रोमिति ।
तद्बहिः पुनर्वृत्तं तन्मध्ये द्वादशकुक्षिस्थानानि सान्तरालानि ।
तेषु कौस्तुभवनमालाश्रीवत्ससुदर्शनगरुडपद्मध्वजानन्तशार्ङ्गगदाशङ्खनन्दकमन्त्राः प्रणवादिनमओन्ताश्चतुर्थ्यन्ताः क्रमेण ।
ॐ कौस्तुभाय नमः । ॐ वनमालाय नमः ।
ॐ श्रीवत्साय नमः । ॐ सुदर्शनाय नमः ।
ॐ गरुडाय नमः । ॐ पद्माय नमः ।
ॐ ध्वजाय नमः । ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ शार्ङ्गाय नमः । ॐ गदायै नमः ।
ॐ शङ्खाय नमः । ॐ नन्दकाय नमः ।
Kapitel 7 – Yantra: Formeln in den Zwischenräumen
तदन्तरालेषु----ॐ विश्वक्सेनाय नमः ।
ॐआचक्राय स्वाहा । ॐ विचक्राय स्वाहा ।
ॐ सुचक्राय स्वाहा । ॐ धीचक्राय स्वाहा ।
ॐ संचक्राय स्वाहा । ॐ ज्वालचक्राय स्वाहा ।
ॐ क्रुद्धोल्काय स्वाहा । ॐ महोत्काय स्वाहा ।
ॐ वीर्योल्काय स्वाहा । ॐ द्युल्काय स्वाहा ।
ॐ सहस्रोल्काय स्वाहा । इति प्रणवादि मन्त्राः ।
Kapitel 7 – Yantra: Vajras und Schatzformeln
तद्बहिः प्रणवसम्पुटितगरुडपञ्चाक्षरयुक्तं वृत्तम् ।
ॐ क्षिप ॐ स्वाहाम् । ॐ तच्च द्वादशवज्रैः
सान्तरालैरलङ्कृतम् । तेषु वज्रेषु
ॐ पद्मनिधये नमः । ॐ महापद्मनिधये नमः ।
ॐ गरुडनिधये नमः । शङ्खनिधये नमः ।
ॐ मकरनिधये नमः । ॐ कच्छपनिधये नमः ।
ॐ विद्यानिधये नमः । ॐ परमानन्दनिधये नमः ।
ॐ मोक्षनिधये नमः । ॐ लक्ष्मीनिधये नमः ।
ॐ ब्रह्मनिधये नमः । ॐ श्रीमुकुन्दनिधये नमः ।
ॐ वैकुण्ठनिधये नमः ।
Kapitel 7 – Yantra: Wunschbäume
तत्सन्धिस्थानेषु---ॐ विद्याकल्पकतरवे नमः । ॐ मुक्तिकल्पकतरवे नमः ।
ॐ आनन्दकल्पकतरवे नमः । ॐ ब्रह्मकल्पकतरवे नमः ।
ॐ मुक्तिकल्पकतरवे नमः । ॐ अमृतकल्पकतरवे नमः ।
ॐ बोधकल्पकतरवे नमः । ॐ विभूतिकल्पकतरवे नमः ।
ॐ वैकुण्ठकल्पकतरवे नमः । ॐ वेदकल्पकतरवे नमः ।
ॐ योगकल्पकतरवे नमः । ॐ यज्ञकल्पकतरवे नमः ।
ॐ पद्मकल्पकतरवे नमः ।
Kapitel 7 – Yantra: Shiva-Gayatri und Brahman-Mantra
तच्च शिवगायत्रीपरब्रह्ममन्त्राणां
वर्णैर्वृत्ताकारेण संवेष्ट्य ।
तत्पुरुषाय विद्महे महादेवाय धीमहि ।
तन्नो रुद्रः प्रचोदयात् ।
श्रीमन्नारायणो ज्योतिरात्मा नारायणः परः ।
नारायणपरं ब्रह्म नारायण नमोऽस्तु ते ।
Kapitel 7 – Yantra: vierzig Blätter, Vyahritis und Sonne
तद्बहिः प्रणवसम्पुटितश्रीबीजयुक्तं वृत्तम् ।
ॐ श्रीमोमिति । वृत्ताद्बहिश्चत्वारिंशद्दलपद्मम् ।
तेषु दलेषु व्याहृतिशिरःसम्पुटितवेदगायत्रीपादचतुष्टयसूर्याष्टाक्षरमन्त्रौ ।
ॐ भूः । ॐ भुवः । ॐ सुवः । ॐ महः ।
ॐ जनः । ॐ तपः । ॐ सत्यम् ।
ॐ तत्सवितुर्वरेण्यम् । ॐ भर्गो देवस्य धीमहि ।
ॐ धियो यो नः प्रचोदयात् । ॐ परोरजसे सावदोम् ।
ॐ आपोज्योती रसोऽमृतं ब्रह्म भूर्भुवः सुवरोम् ।
ॐ घृणिः सूर्य आदित्यः ।
Kapitel 7 – Yantra: Hamsa und Narayanas Waffenmantra
तद्दलसन्धिषु
प्रणवश्रीबीजसम्पुटितनारायणबीजं सर्वत्र ।
ॐ श्रीमं श्रीमोम् । तद्बहिरष्टशूलाङ्कितभूचक्रम् ।
चक्रान्तश्चक्षुर्दिक्षु हंसःसोहम्मन्त्रौ प्रणवसम्पुटिता
नारायणास्त्रमन्त्राश्च । ॐ हंसः सोहम् ।
ॐ नमो नारायणाय हुं फट् ।
Kapitel 7 – Yantra: fünfzig Blätter und Girlandenmantras
तद्बहिः प्रणवमालासंयुक्तं
वृत्तम् । वृत्ताद्बहिः पञ्चाशद्दलपद्मम् ।
तेषु दलेषु मातृका पञ्चाशदक्षरमाला लकारवर्ज्या ।
तद्दलसन्धिषु प्रणवश्रीबीजसम्पुटितरामकृष्णमालामन्त्रौ ।
ॐ श्रीमों नमो भगवते रघुनन्दनाय रक्षोघ्नविशदाय
मधुरप्रसन्नवदनायामिततेजसे बलाय रामाय विष्णवे नमः ।
श्रीमों नमः कृष्णाय देवकीपुत्राय वासुदेवाय
निर्गलच्छेदनाय सर्वलोकाधिपतये सर्वजगन्मोहनाय विष्णवे
कामितार्थदाय स्वाहा श्रीमोम् ।
Kapitel 7 – Yantra: Nilakantha und die Weltenhüter
तद्बहिरष्टशूलाङ्कितभूचक्रम् ।
तेषु प्रणवसम्पुटितमहानीलकण्ठमन्त्रवर्णानि ।
आऊम्मों नमो नीलकण्ठाय । ॐ शूलाग्रेषु लोकपालमन्त्राः
प्रणवादिनमोन्ताश्चतुर्थ्यन्ताः क्रमेण ।
ॐ इन्द्राय नमः । ॐ अग्नये नमः । ॐ यमाय नमः ।
ॐ निरृतये नमः । ॐ वरुणाय नमः । ॐ वायवे नमः ।
ॐ सोमाय नमः । ॐ ईशानाय नमः ।
Kapitel 7 – Yantra: äußere Umfassungen
तद्बहिः प्रणवमालायुक्तं वृत्तत्रयम् ।
तद्बहिर्भूपुरचतुष्टयं चतुर्द्वारयुतं
चक्रकोणचतुष्टयमहावज्रविभूषितं
तेषु वज्रेषु प्रणवश्रीबीजसम्पुटितामृतबीजद्वयम् ।
ॐ श्रीं ठं वं श्रीमोमिति ।
Kapitel 7 – Yantra: Gänge der Umfassungen
बहिर्भूपुरवीथ्याम् ---ॐ आधारशक्त्यै नमः । ॐ मूलप्रकृत्यै नमः ।
ॐ आदिकूर्माय नमः । ॐ अनन्ताय नमः ।
ॐ पृथिव्यै नमः । मध्यभूपुरवीथ्याम् ---ॐ क्षीरसमुद्राय नमः । ॐ रत्नद्वीपाय नमः ।
ॐ मणिमण्डपाय नमः । ॐ श्वेतच्छत्राय नमः ।
ॐ कल्पकवृक्षाय नमः । ॐ रत्नसिंहासनाय नमः ।
Kapitel 7 – Yantra: die erste Umfassung
प्रथमभूपुरवीथ्यामों धर्मज्ञानवैराग्यैश्वर्याधर्माज्ञानावैराग्यानैश्वर्यसत्वरजस्तमोमायाविद्यानन्तपद्माः प्रणवादिनमोन्ताश्चतुर्थ्यन्ताः क्रमेण ।
Kapitel 7 – Yantra: die innere Kreisbahn
अन्तवृत्तवीथ्यामोमनुग्रहायै नमः । ॐ नमो भगवते
विष्णवे सर्वभूतात्मने वासुदेवाय सर्वात्मसंयोगयोगपीठात्मने नमः ।
Kapitel 7 – Die zehn Glieder des Yantras
वृत्तवकाशेषु----बीजं प्राणं
च शक्तिं च दृष्टिं वश्यादिकं तथा ।
मन्त्रयन्त्राख्यगायत्रीप्राणस्थापनमेव च ।
भूतदिक्पालबीजानि यन्त्रस्याङ्गानि वै दश ।
मूलमन्त्रमालामन्त्रकवचदिग्बन्धनमन्त्राश्च ।
Kapitel 7 – Verehrung und Wirkung des Yantras
एवंविधमेतद्यन्त्रं महामन्त्रमयं योगधीरान्तैः
परमन्त्रैरलङ्कृतं षोडशोपचारैरभ्यर्चितं
जपहोमादिना साधितमेतद्यन्त्रं शुद्धब्रह्मतेजोमयं
सर्वाभयङ्करं समस्तदुरितक्षयकरं सर्वाभीष्टसम्पादकं सायुज्यमुक्तिप्रदमेतत्परमवैकुण्ठमहानारायणयन्त्रं प्रज्वलति ।
Kapitel 7 – Meditationsgestalt Narayanas
तस्योपरि च निरतिशयानन्दतेजोराश्यभ्यन्तरसमासीनं वाचामगोचरानन्दतेजोराश्याकारं चित्साराविर्भूतानन्दविग्रहं बोधानन्दस्वरूपं निरतिशयसौन्दर्यपारावारं तुरीयस्वरूपं
तुरीयातीतं चाद्वैतपरमानन्दनिरन्तरातितुरीयनिरतिशयसौन्दर्यानन्दपारावारं लावण्यवाहिनीकल्लोलतटिद्भासुरं
दिव्यमङ्गलविग्रहं मूर्तिमद्भिः परममङ्गलैरुपसेव्यमानं
चिदानन्दमयैरनन्तकोटिरविप्रकाशैरनन्तभूषणैरलङ्कृतं
सुदर्शनपाञ्चजन्यपद्मगदासिशार्ङ्गमुसलपरिघाद्यैश्चिन्मयैरनेकायुधगणैर्मूर्तिमद्भिः सुसेवितम् ।
Kapitel 7 – Yantra-Einschub: acht Kräfte
बाह्यवृत्तवीथ्यां विमलोत्कर्षिणी ज्ञान क्रिया योग प्रह्वी
सत्येशाना प्रणवादिनमोन्ताश्चतुर्थ्यन्ताः क्रमेण ।
Kapitel 7 – Schmuck, Shesha und Duft
श्रीवत्सकौस्तुभवनमालाङ्कितवक्षसं ब्रह्मकल्पवनामृतपुष्पवृष्टिभिः सन्ततमानन्दं ब्रह्मानन्दरसनिर्भरैरसंख्यैरतिमङ्गलं शेषायुतफणाजालविपुलच्छत्रशोभितं
तत्फणामण्डलोदर्चिर्मणिद्योतितविग्रहं तदङ्गकान्तिनिर्झरैस्ततं
निरतिशयब्रह्मगन्धस्वरूपं निरतिशयानन्दब्रह्मगन्धविशेषकारमनन्तब्रह्मगन्धाकारसमष्टिविशेषमनन्तानन्दतुलसीमाल्यैरभिनवं चिदानन्दमयानन्तपुष्पमाल्यैर्विराजमानं
Kapitel 7 – Licht und Verehrung
तेजःप्रवाहतरङ्गतत्परम्पराभिर्ज्वलन्तं निरतिशयानन्दं
कान्तिविशेषावर्तैरभितोऽनिशं प्रज्वलन्तं बोधानन्दमयानन्तधूपदीपावलिनिरतिशोभितं निरतिशयानन्दचामरविशेषैः
परिसेवितं निरन्तरनिरुपमनिरतिशयोत्कटज्ञानानन्दानन्तगुच्छफलैरलङ्कृतं चिन्मयानन्ददिव्यविमानच्छत्रध्वजराजिभिर्विराजमानं परममङ्गलानन्तदिव्यतेजोभिर्ज्वलन्तमनिशं
Kapitel 7 – Die formlose Tiefe der Meditationsgestalt
वाचामगोचरमनन्ततेजोराश्यन्तर्गतमर्धमात्रात्मकं
तुर्यं ध्वन्यात्मकं तुरीयातीतमवाच्यं नादबिन्दुकलाध्यात्मस्वरूपं चेत्याद्यनन्ताकारेणावस्थितं निर्गुणं निष्क्रियं
निर्मलं निरवद्यं निरञ्जनं निराकारं निराश्रयं निरतिशयाद्वैतपरमानन्दलक्षणमादिनारायणं ध्यायेदित्युपनिषत् ॥
Schluss des 7. Kapitels
इत्याथर्वणमहानारायणोपनिषदि परममोक्षस्वरूपनिरूपणद्वारा त्रिपाद्विभूतिपरमवैकुण्ठमहानारायणयन्त्रस्वरूपनिरूपणं नाम सप्तमोऽध्यायः ॥ ७ ॥
Kapitel 8 – Vielfalt und Nichtdualität
ततः पितामहः परिपृच्छति भगवन्तं महाविष्णुं
भगवञ्छुद्धाद्वैतपरमानन्दलक्षणपरब्रह्मणस्तव
कथं विरुद्धवैकुण्ठप्रासादप्राकारविमानाद्यनन्तवस्तुभेदः ।
सत्यमेवोक्तमिति भगवान्महाविष्णुः परिहरति । यथा
शुद्धसुवर्णस्य कटकमुकुटाङ्गदादिभेदः । यथा
समुद्रसलिलस्य स्थूलसूक्ष्मतरङ्गफेनबुद्बुअदकरलवणपाषाणाद्यनन्तवस्तुभेदः । यथा भूमेः पर्वतवृक्षतृणगुल्मलताद्यनन्तवस्तुभेदः । तथैवाद्वैतपरमानन्दलक्षणपरब्रह्मणो मम सर्वाद्वैतमुपपन्नं भवत्येव ।
मत्स्वरूपमेव सर्वं मद्व्यतिरिक्तमणुमात्रं न विद्यते ।
Kapitel 8 – Ein Befreiungsziel und unendliche Welten
पुनः पितामहः परिपृच्छति । भगवन् परमवैकुण्ठ एव
परममोक्षः । परममोक्षस्त्वेक एव श्रूयते सर्वत्र ।
कथमनन्तवैकुण्ठाश्चानन्तानन्दसमुद्रादयश्चानन्तमूर्तयः सन्तीति । तथेति होवाच भगवान्महाविष्णुः ।
एकस्मिन्नविद्यापादेऽनन्तकोटिब्रह्माण्डानि सावरणानि श्रूयन्ते ।
तस्मिन्नेकस्मिन्नण्डे बहवो लोकाश्च बहवो वैकुण्ठाश्चानन्तविभूतयश्च सन्त्येव । सर्वाण्डेष्वानन्तलोकाश्चानन्तवैकुण्ठाः सन्तीति सर्वेषां खल्वभिमतम् । पादत्रयेऽपि
किं वक्तव्यं निरतिशयानन्दाविर्भावो मोक्ष इति मोक्षलक्षणं
पादत्रये वर्तते । तस्मात्पादत्रयं परममोक्षः । पादत्रयं
परमवैकुण्ठः । पादत्रयं परमकैवल्यमिति ।
ततः शुद्धचिदानन्दब्रह्मविलासानन्दाश्चानन्तपरमानन्दविभूतयश्चानन्तवैकुण्ठाश्चानन्तपरमानन्दसमुद्रादयः
सन्त्येव ।
Kapitel 8 – Das Eingehen in Narayana
उपासकस्ततोऽभ्येत्यैवंविधं नारायणं ध्यात्वा
प्रदक्षिणनमस्कारान्विधाय विविधोपचारैरभ्यर्च्य
निरतिशयाद्वैतपरमानन्दलक्षणो भूत्वा तदग्रे सावधानेनोपविश्याद्वैतयोगमास्थाय सर्वाद्वैतपरमानन्दलक्षणाखण्डामिततेजोराश्याकारं विभाव्योपासकः स्वयं शुद्धबोधानन्दमयामृतनिरतिशयानन्दतेजोराश्याकारो भूत्वा
महावाक्यार्थमनुस्मरन् ब्रह्माहमस्मि अहमस्मि
ब्रह्माहमस्मि योऽहमस्मि ब्रह्माहमस्मि अहमेवाहं मां
जुहोमि स्वाहा । अहं ब्रह्मेति भावनया यथा परमतेजोमहानदीप्रवाहपरमतेजःपारावारे प्रविशति । यथा परमतेजःपारावारतरङ्गाः परमतेजःपारावारे प्रविशन्ति । तथैव सच्चिदानन्दात्मोपासकः सर्वपरिपूर्णाद्वैतपरमानन्दलक्षणे परब्रह्मणि
नारायणे मयि सच्चिदात्मकोऽहमजोऽहं परिपूर्णोऽहमस्मीति
प्रविवेश । तत उपासको निस्तरङ्गाद्वैतापारनिरतिशयसच्चिदानन्द
समुद्रो बभूव ।
Kapitel 8 – Vollendung auf diesem Weg
यस्त्वनेन मार्गेण सम्यगाचरति स नारायणो
भवत्यसंशयमेव । अनेन मार्गेण सर्वे मुनयः सिद्धिं गताः ।
असंख्याताः परमयोगिनश्च सिद्धिं गताः ।
Kapitel 8 – Yoga mit und ohne Stütze
ततः शिष्यो गुरुं परिपृच्छति । भगवन्त्सालम्बनिरालम्बयोगौ कथमिति ब्रूहीति । सालम्बस्तु समस्तकर्मातिदूरतया करचरणादिमूर्तिविशिष्टं मण्डलाद्यालम्बनं
सालम्बयोगः । निरालम्बस्तु समस्तनामरूपकर्मातिदूरतया
सर्वकामाद्यन्तःकरणवृत्तिसाक्षितया तदालम्बनशून्यतया
च भावनं निरालम्बयोगः ।
Kapitel 8 – Warum Bhakti empfohlen wird
अथ च निरालम्बयोगाधिकारी
कीदृशो भवति । अमानित्वादिलक्षणोपलक्षितो यः पुरुषः
स एव निरालम्बयोगाधिकारी कार्यः कश्चिदस्ति । तस्मात्सर्वेषामधिकारिणामनधिकारिणां भक्तियोग एव प्रशस्यते । भक्तियोगो
निरुपद्रवः । भक्तियोगान्मुक्तिः । बुद्धिमतामनायासेनाचिरादेव
तत्त्वज्ञानं भवति । तत्कथमिति । भक्तवत्सलः स्वयमेव सर्वेभ्यो
मोक्षविघ्नेभ्यो भक्तिनिष्ठान्सर्वान्परिपालयति । सर्वाभीष्टान्प्रयच्छति । मोक्षं दापयति । चतुर्मुखादीनां सर्वेषामपि
विना विष्णुभक्त्या कल्पकोटिभिर्मोक्षो न विद्यते । कारणेन विना
कार्यं नोदेति । भक्त्या विना ब्रह्मज्ञानं कदापि न जायते ।
तस्मात्त्वमपि सर्वोपायान्परित्यज्य भक्तिमाश्रय । भक्तिनिष्ठो
भव । भक्तिनिष्ठो भव । भक्त्या सर्वसिद्धयः सिध्यन्ति ।
भक्त्याऽसाध्यं न किंचिदस्ति ।
Kapitel 8 – Die Verwirklichung des Schülers
एवंविधं गुरूपदेशमाकर्ण्य
सर्वं परमतत्त्वरहस्यमवबुध्य सर्वसंशयान्विधूय
क्षिप्रमेव मोक्षं साधयामीति निश्चित्य ततः शिष्यः समुत्थाय
प्रदक्षिणनमस्कारं कृत्वा गुरुभ्यो गुरुपूजां विधाय
गुर्वनुज्ञया क्रमेण भक्तिनिष्ठो भूत्वा भक्त्यतिशयेन
पक्वं विज्ञानं प्राप्य तस्मादनायासेन शिष्यः क्षिप्रमेव
साक्षान्नारायणो बभूवेत्युपनिषत् ॥
Kapitel 8 – Mahavishnus abschließende Unterweisung
ततः प्रोवाचत् भगवान् महाविष्णुश्चतुर्मुखमवलोक्य
ब्रह्मन् परमतत्त्वरहस्यं ते सर्वं कथितम् । तत्स्मरणमात्रेण मोक्षो भवति । तदनुष्ठानेन सर्वमविदितं विदितं
भवति । यत्स्वरूपज्ञानिनः सर्वमविदितं विदितं भवति । तत्सर्वं
परमरहस्यं कथितम् । गुरुः क इति । गुरुः साक्षादादिनारायणः
पुरुषः । स आदिनारायणोऽहमेव । तस्मान्मामेकं शरणं
व्रज । मद्भक्तिनिष्ठो भव । मदीयोपासनां कुरु । मामेव
प्राप्स्यसि । मद्व्यतिरिक्तं सर्वं बाधितम् । मद्व्यतिरिक्तमबाधितं
न किंचिदस्ति । निरतिशयानन्दाद्वितीयोऽहमेव । सर्वपरिपूर्णोऽहमेव ।
सर्वाश्रयोऽहमेव । वाचामगोचरनिराकारपरब्रह्मस्वरूपोऽहमेव ।
मद्व्यतिरिक्तमणुमात्रं न विद्यते ।
Kapitel 8 – Brahmas Bitte
इत्येवं महाविष्णोः परमिममुपदेशं
लब्ध्वा पितामहः परमानन्दं प्राप । विष्णोः कराभिमर्शनेन
दिव्यज्ञानं प्राप्य पितामहस्ततः समुत्थाय प्रदक्षिणनमस्कारान्विधाय विविधोपचारैर्महाविष्णुं प्रपूज्य प्राञ्जलिर्भूत्वा
विनयेनोपसंगम्य भगवन् भक्तिनिष्ठां मे प्रयच्छ । त्वदभिन्नं
मां परिपालय कृपालय ।
Kapitel 8 – Die Frucht der Verehrung
तथैव साधुसाध्विति साधुप्रशंसापूर्वकं
महाविष्णुः प्रोवाच । मदुपासकः सर्वोत्कृष्टः स भवति ।
मदुपासनया सर्वमङ्गलानि भवन्ति ।
मदुपासनया सर्वं जयति । मदुपासकः सर्ववन्द्यो भवति ।
मदीयोपासकस्यासाध्यं न किंचिदस्ति । सर्वे बन्धाः
प्रविनश्यन्ति । सद्वृत्तमिव सर्वे देवास्तं सेवन्ते ।
महाश्रेयांसि च सेवन्ते । मदुपासकस्तस्मान्निरतिशयाद्वैतपरमानन्दलक्षणपरब्रह्म भवति ।
Kapitel 8 – Phalashruti: das Studium der Upanishad
यस्तु परमतत्त्वरहस्याथर्वणमहानारायणोपनिषदमधीते सर्वेभ्यः
पापेभ्यो मुक्तो भवति । ज्ञानाज्ञानकृतेभ्यः पातकेभ्यो
मुक्तो भवति । महापातकेभ्यः पूतो भवति । रहस्यकृतप्रकाशकृतचिरकालात्यन्तकृतेभ्यस्तेभ्यः सर्वेभ्यः
पापेभ्यो मुक्तो भवति । स सकललोकाञ्जयति । स सकलमन्त्रजपनिष्ठो भवति । स सकलवेदान्तरहस्याधिगतपरमार्थज्ञो
भवति । स सकलभोगभुग्भवति । स सकलयोगविद्भवति । स सकलजगत्परिपालको भवति । सोऽद्वैतपरमानन्दलक्षणं परब्रह्म
भवति ।
Kapitel 8 – Die Regeln der Weitergabe
इदं परमतत्त्वरहस्यं न वाच्यं गुरुभक्तिविहीनाय ।
न चाशुश्रूषवे वाच्यम् । न तपोविहीनाय नास्तिकाय ।
न दाम्भिकाय मद्भक्तिविहीनाय । मात्सर्याङ्किततनवे न
वाच्यम् । न वाच्यं मदसूयापराय कृतघ्नाय ।
Kapitel 8 – Abschluss des Gesprächs
इदं
परमरहस्यं यो मद्भक्तेष्वभिधास्यति । मद्भक्तिनिष्ठो
भूत्वा मामेव प्राप्स्यति । आवयोर्य इमं संवादमध्येष्यति ।
स नरो ब्रह्मनिष्ठो भवति । श्रद्धावाननसूयुः शृणुयात्पठति वा य इमं संवादमावयोः स पुरुषो मत्सायुज्यमेति ।
ततो महाविष्णुस्तिरोदधे । ततो ब्रह्मा स्वस्थानं जगामेत्युपनिषत् ॥
Schluss des 8. Kapitels
इत्याथर्वणमहानारायणोपनिषदि परमसायुज्यमुक्तिस्वरूपनिरूपणं नामाष्टमोऽध्यायः ॥ ८ ॥
Schlusskolophon
इति त्रिपाद्विभूतिमहानारायणोपनिषत्समाप्ता ॥
Vollständiger Text in IAST
Eröffnungsvers
yatrāpahnavatāṃ yāti svāvidyāpadavibhramaḥ |
tattripānnārāyaṇākhyaṃ svamātramavaśiṣyate ||
Shanti-Mantra
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śṛṇuyāma devāḥ | bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ |
sthirairaṅgaistuṣṭuvām̐sastanūbhirvyaśema devahitaṃ yadāyuḥ ||
Kapitel 1 – Brahmas Frage
atha paramatattvarahasyaṃ jijñāsuḥ parameṣṭhī devamānena
sahasrasaṃvatsaraṃ tapaścacāra | sahasravarṣe'tīte'tyugratīvratapasā
prasannaṃ bhagavantaṃ mahāviṣṇuṃ brahmā paripṛcchati
bhagavan paramatattvarahasyaṃ me brūhīti | paramatattvarahasyavaktā
tvameva nānyaḥ kaścidasti tatkathamiti | tadevocyate |
Kapitel 1 – Lobpreis Mahavishnus
tvameva sarvajñaḥ |
tvameva sarvaśaktiḥ | tvameva sarvādhāraḥ | tvameva sarvasvarūpaḥ |
tvameva sarveśvaraḥ | tvameva sarvapravartakaḥ | tvameva sarvapālakaḥ |
tvameva sarvanivartakaḥ | tvameva sadasadātmakaḥ | tvameva sadasadvilakṣaṇaḥ |
tvamevāntarbahirvyāpakaḥ | tvamevātisūkṣmataraḥ | tvamevātimahato mahīyān |
tvameva sarvamūlāvidyānivartakaḥ | tvamevāvidyāvihāraḥ |
tvamevāvidyādhārakaḥ | tvameva vidyāvedyaḥ | tvameva vidyāsvarūpaḥ |
tvameva vidyātītaḥ | tvameva sarvakāraṇahetuḥ | tvameva sarvakāraṇasamaṣṭiḥ |
tvameva sarvakāraṇavyaṣṭiḥ | tvamevākhaṇḍānandaḥ | tvameva paripūrṇānandaḥ |
tvameva niratiśayānandaḥ | tvameva turīyaturīyaḥ | tvameva turīyātītaḥ |
tvameva anantopaniṣadvimṛgyaḥ | tvamevākhilaśāstrairvimṛgyaḥ |
tvameva brahmeśānapurandarapurogamairakhilāmarairakhilāgamairvimṛgyaḥ |
tvameva sarvamumukṣubhirvimṛgyaḥ | tvamevāmṛtamayairvimṛgyaḥ |
tvamevāmṛtamayastvamevāmṛtamayastvamevāmṛtamayaḥ | tvameva sarvaṃ
tvameva sarvaṃ tvameva sarvam | tvameva mokṣastvameva mokṣadastvamevākhilamokṣasādhanam |
Kapitel 1 – Der einzige Lehrer
na kiñcidasti tvadvyatiriktam | tvadvyatiriktaṃ yatkiṃcitpratīyate tatsarvaṃ
bādhitamiti niścayam | tasmāttvameva vaktā tvamevagurustvameva pitā
tvameva sarvaniyantā tvameva sarvaṃ tvameva sadā dhyeya iti suniścitaḥ |
Kapitel 1 – Die alte Lehrer-Schüler-Unterweisung
paramatattvajñastamuvāca mahāviṣṇuratiprasanno bhūtvā sādhusādhviti
sādhupraśaṃsāpūrvaṃ sarvaṃ paramatattvarahasyaṃ te kathayāmi |
sāvadhānena śṛṇu |
brahman devadarśītyākhyātharvaṇaśākhāyāṃ
paramatattvarahasyākhyātharvaṇamahānārāyaṇopaniṣadi guruśiṣyasaṃvādaḥ
purātanaḥ prasiddhatayā jāgarti |
purā tatsvarūpajñānena mahāntaḥ sarvaṃ brahmabhāvaṃ gatāḥ | yasya śravaṇena
sarvabandhaḥ pravinaśyanti | yasya jñānena sarvarahasyaṃ viditaṃ bhavati |
tatsvarūpaṃ kathamiti |
Kapitel 1 – Die Bitte des Schülers
śānto dānto'tiviraktaḥ suśuddho gurubhaktastaponiṣṭhaḥ
śiṣyo brahmaniṣṭhaṃ gurumāsādya pradakṣiṇapūrvakaṃ daṇḍavatpraṇamya
prāñjalirbhūtvā vinayenopasaṃgamya bhagavan guro me paramatattvarahasyaṃ
vivicya vaktavyamiti | atyādarapūrvakamiti harṣeṇa śiṣyaṃ bahūkṛtya gururvadati |
paramatattvarahasyopaniṣatkramaḥ kathyate savādhānena śrūyatām |
Kapitel 1 – Was Brahman ist
kathaṃ brahma | kālatrayābādhitaṃ brahma | sarvakālābādhitaṃ
brahma | saguṇanirguṇasvarūpaṃ brahma | ādimadhyāntaśūnyaṃ brahma |
sarvaṃ khalvidaṃ brahma | māyātītaṃ guṇātītaṃ brahma |
anantamaprameyākhaṇḍaparipūrṇaṃ brahma |
advitīyaparamānandaśuddhabuddhamuktasatyasvarūpavyāpakābhinnāparicchinaṃ brahma |
saccidānandasvaprakāśaṃ brahma | manovācāmagocaraṃ brahma |
amitavedāntavedyaṃ brahma | deśataḥ kālato vastutaḥ paricchedarahitaṃ brahma |
sarvaparipūrṇaṃ brahma turīyaṃ nirākāramekaṃ brahma | advaitamanirvācyaṃ
brahma | praṇavātmakaṃ brahma | praṇavātmakatvenoktaṃ brahma |
praṇavādyakhilamantrātmakaṃ brahma |
Kapitel 1 – Die vier Viertel
pādacatuṣṭayātmakaṃ brahma |
kiṃ tatpādacatuṣṭayaṃ brahma bhavati | avidyāpādaḥ
suvidyāpādaścānandapādasturīyapādasturīya iti |
turīyapādasturīyaturīyaṃ turīyātītaṃ ca | kathaṃ pādacatuṣṭayasya
bhedaḥ | avidyāpadaḥ prathamaḥ pādo vidyāpādo dvitīyaḥ
ānandapādastṛtīyasturīyapādasturīya iti | mūlāvidyā prathamapāde
nānyatra | vidyānandaturīyāṃśāḥ sarveṣu pādeṣu vyāpya tiṣṭhanti |
evaṃ tarhi vidyādīnāṃ bhedaḥ kathamiti | tattatprādhānyena
tattadvyapadeśaḥ | vastutastvabheda eva | tatrādhastanamekaṃ
pādamavidyāśabalaṃ bhavati | uparitanapādatrayaṃ
śuddhabodhānandalakṣaṇamamṛtaṃ bhavati |
taccānirvācyamanirdeśyamakhaṇḍānandaikarasātmakaṃ bhavati |
Kapitel 1 – Das ewige Vaikuntha
tatra madhyamapādamadhyapradeśe'mitatejaḥpravāhākāratayā
nityavaikuṇṭhaṃ vibhāti |
tacca niratiśayānandākhaṇḍabrahmānandanijamūrtyākāreṇa jvalati |
aparicchinnamaṇḍalāni yathā dṛśyante
tadvadakhaṇḍānandāmitavaiṣṇavadivyatejorāśyantargatavilasanmahāviṣṇoḥ
paramaṃ padaṃ virājate | dugdhodadhimadhyasthitāmṛtāmṛtakalaśavadvaiṣṇavaṃ
dhāma paramaṃ saṃdṛśyate |
Kapitel 1 – Adinarayana im Licht
sudarśanadivyatejo'ntargataḥ sudarśanapuruṣo yathā sūryamaṇḍalāntargataḥ
sūryanārāyaṇo'mitāparicchinnādvaitaparamānandalakṣaṇatejorāśyantargata
ādinārāyaṇastathā saṃdṛśyate |
Kapitel 1 – Narayana als das eine Brahman
sa eva turīyaṃ brahma
sa eva turīyātītaḥ sa eva viṣṇuḥ sa eva samastabrahmavācakavācyaḥ
sa eva paraṃjyotiḥ sa eva māyātītaḥ sa eva guṇātītaḥ sa eva kālātītaḥ
sa eva akhilakarmātītaḥ sa eva satyopādhirahitaḥ sa eva parameśvaraḥ
sa eva cirantanaḥ puruṣaḥ praṇavādyakhilamantravācakavācya
ādyantaśūnya ādideśakālavastuturīyasaṃjñānityaparipūrṇaḥ
pūrṇaḥ satyasaṃkalpa ātmārāmaḥ kālatrayābādhitanijasvarūpaḥ
svayaṃjyotiḥ svayamprakāśamayaḥ svasamānādhikaraṇaśūnyaḥ
svasamānādhikaśūnyo na divārātrivibhāgo na saṃvatsarādikālavibhāgaḥ
svānandamayānantācintyavibhava ātmāntarātmā paramātmā
jñānātmā turīyātmetyādivācakavācyo'dvaitaparamānando
vibhurnityo niṣkalaṅko nirvikalpo nirañjano nirākhyātaḥ śuddho deva
eko nārāyaṇo na dvitīyo'sti kaściditi ya evaṃ veda sa puruṣastadīyopāsanayā
tasya sāyujyametītyasaṃśayamityupaniṣat ||
Schluss des 1. Kapitels
ityātharvaṇamahānārāyaṇopaniṣadi pādacatuṣṭayasvarūpanirūpaṇaṃ
nāma prathamo'dhyāyaḥ || 1 ||
Kapitel 2 – Gestalt und Gestaltlosigkeit
atheti hovāca cchātro guruṃ bhagavantam |
bhagavanvaikuṇṭhasya nārāyaṇasya ca nityatvamuktvam |
sa eva turīyamityuktameva | vaikuṇṭhaḥ sākāro nārāyaṇaḥ sākāraśca |
turīyaṃ tu nirākāram | sākāraḥ sāvayavo niravayavaṃ nirākāram |
tasmātsākāramanityaṃ nityaṃ nirākāramiti śruteḥ |
yadyatsāvayavaṃ tattadanityamityanumānācceti pratyakṣeṇa
dṛṣṭatvācca | atastayoranityatvameva vaktumucitaṃ bhavati |
kathamuktaṃ nityatvamiti | turīyamakṣaramiti śruteḥ |
turīyasya nityatvaṃ prasiddham | nityatvānityatve parasparaviruddhadharmau | tayorekasminbrahmaṇyatyantaviruddhaṃ bhavati | tasmādvaikuṇṭhasya ca nārāyaṇasya ca nityatvameva vaktumucitaṃ bhavati | satyameva bhavatīti deśikaṃ pariharati | sākārastu dvividhaḥ | sopādhiko nirupādhikaśca | tatra sopādhikaḥ sākāraḥ kathamiti | āvidyakamakhilakāryakāraṇajālamavidyāpāda eva nānyatra | tasmātsamastāvidyopādhiḥ sākāraḥ sāvayava eva | sāvayavatvādavaśyamanityaṃ bhavatyeva | sopādhikasākāro varṇitaḥ | tarhi nirupādhika sākāraḥ kathamiti | nirupādhikasākārastrividhaḥ | brahmavidyāsākāraścānandasākārubhayātmakasākāraśceti |
Kapitel 2 – Wiederholte Dreiteilung
brahmavidyāsākāraścānandasākāra ubhayātmakasākāraśceti |
Kapitel 2 – Ewige und befreite Gestalt
trividhasākāro'pi punardvividho bhavati | nityasākāro muktasākāraśceti |
nityasākārastvādyantaśūnyaḥ śāśvataḥ | upāsanayā ye muktiṃ
gatāsteṣāṃ sākāro muktasākāraḥ | tasyākhaṇḍajñānenāvirbhāvo
bhavati | so'pi śāśvataḥ |
Kapitel 2 – Warum die unbedingte Gestalt ewig ist
muktasākārastvaicchika iti | anye vadanti
śāśvatatvaṃ kathamiti | advaitākhaṇḍaparipūrṇaniratiśayaparamānandaśuddhabuddhamuktasatyātmakabrahma caitanyasākāratvāt
nirupādhikasākārasya nityatvaṃ siddhameva | tasmādeva nirupādhikasākārasya
niravayavatvātsvādhikamapi dūrato nirastameva | niravayavaṃ brahmacaitanyamiti
sarvopaniṣatsu sarvaśāstrasiddhānteṣu śrūyate |
Kapitel 2 – Unterschied nach Vorherrschen
atha ca
vidyānandaturīyāṇāmabheda eva śrūyate | sarvatra vidyādisākārabhedaḥ
kathamiti | satyamevoktamiti deśikaḥ pariharati | vidyāprādhānyena vidyāsākāraḥ
ānandaprādhānyenānandasākāraḥ ubhayaprādhānyenobhayātmakasākāraśceti |
prādhānyenātra bheda eva | sa bhedo vastutastvabheda eva |
Kapitel 2 – Das Beispiel des Windgottes
bhagavannakhaṇḍādvaitaparamānandalakṣaṇaparabrahmaṇaḥ sākāranirākārau
viruddhadharmau | viruddhobhayātmakatvaṃ kathamiti | satyameveti guruḥ pariharati |
yathā sarvagatasya nirākārasya mahāvāyośca tadātmakasya tvakpatitvena
prasiddhasya sākārasya mahāvāyudevasya cābheda eva śrūyate sarvatra |
yathā pṛthīvyādīnāṃ vyāpakaśarīrāṇāṃ devaviśeṣaṇāṃ ca
tadvilakṣaṇatadabhinnavyāpakā paricchinnā nijamūrtyākāradevatāḥ
śrūyante sarvatra tadvatparabrahmaṇaḥ sarvātmakasya sākāranirākārabhedavirodho
nāstyeva vividhavicitrānantaśakteḥ parabrahmaṇaḥ
svarūpajñānenavirodho na vidyate |
tadabhāve satyanantavirodho bhavati | atha ca
rāmakṛṣṇādyavatāreṣvadvaitaparamānandalakṣaṇaparabrahmaṇaḥ
paramatattvaparamavibhavānusandhānaṃ svīyatvena śrūyate sarvatra |
sarvaparipūrṇasyādvaitaparamānandalakṣaṇaparabrahmaṇastu kiṃ
vaktavyam | anyathā sarvaparipūrṇasya parabrahmaṇaḥ paramārthataḥ
sākāraṃ vinā kevala nirākāratvaṃ yadyabhimataṃ tarhi kevalanirākārasya
gaganasyeva parabrahmaṇo'pi jaḍatvamāpadyeta | tasmātparabrahmaṇaḥ
paramārthataḥ sākāranirākārau svabhāvasiddhau |
Kapitel 2 – Öffnen und Schließen der Augen
tathāvidhasyādvaitaparamānandalakṣaṇasyādinārāyaṇasyonmeṣanimeṣābhyāṃ
mūlāvidyodayasthitilayā jāyante |
kadācidātmārāmasyākhilaparipūrṇasyādinārāyaṇasya
svecchānusāreṇonmeṣo bhavati | avyaktānmūlāvirbhāvo
mūlāvidyāvirbhāvaśca |
Kapitel 2 – Entstehung der Elemente
tasmādeva sacchabdavācyaṃ brahmāvidyāśabalaṃ bhavati | tato mahat |
mahato'haṅkāraḥ | ahaṅkārātpañcatanmātrāṇi | pañcatanmātrebhyaḥ
pañcamahābhūtāni | pañcamahābhūtebhyo
brahmaikapādavyāptamekamavidyāṇḍaṃ
jāyate |
Kapitel 2 – Narayana im einen Viertel
tatra tattvato guṇātītaśuddhasattvamayo
līlāgṛhītaniratiśayānandalakṣaṇo
māyopādhiko nārāyaṇa āsīt | sa eva nityaparipūrṇaḥ
pādavibhūtivaikuṇṭhanārāyaṇaḥ |
sa cānantakoṭibrahmāṇḍānāmudayasthitilayādyakhilakāryakāraṇajālaparamakāraṇakāraṇabhūto mahāmāyātītasturīyaḥ parameśvaro jayati |
Kapitel 2 – Die kosmische Gestalt Virat
tasmātsthūlavirāṭsvarūpo jāyate | sasarvakāraṇamūlaṃ
virāṭsvarūpo bhavati |
sa cānantaśīrṣā puruṣa anantākṣipāṇipādo bhavati |
anantaśravaṇaḥ sarvamāvṛtya tiṣṭhati | sarvavyāpako bhavati |
saguṇanirguṇasvarūpo bhavati | jñānabalaiśvaryaśaktitejaḥsvarūpo bhavati |
vividhavicitrānantajagadākāro bhavati |
niratiśayaniraṅkuśasarvajñasarvaśaktisarvaniyantṛtvādyanantakalyāṇaguṇākāro bhavati |
vācāmagocarānantadivyatejorāśyākāro
bhavati | samastāvidyāṇḍavyāpako bhavati |
sa cānantamahāmāyāvilāsānāmadhiṣṭhānaviśeṣaniratiśayādvaitaparamānandalakṣaṇaparabrahmavilāsavigraho bhavati |
Kapitel 2 – Entstehung der Welten und Götter
asyaikaikaromakūpāntareṣvanantakoṭibrahmāṇḍāni sthāvarāṇi ca jāyante | teṣvaṇḍeṣu
sarveṣvekaikanārāyaṇāvatāro jāyate | nārāyaṇāddhiraṇyagarbho
jāyate | nārāyaṇādaṇḍavirāṭsvarūpo jāyate |
nārāyaṇādakhilalokasraṣṭṛprajāpatayo
jāyante | nārāyaṇādekādaśarudrāśca jāyante |
nārāyaṇādakhilalokāśca
jāyante | nārāyaṇādindro jāyate | nārāyaṇātsarvedevāśca jāyante |
nārāyaṇāddvādaśādityāḥ sarve vasavaḥ sarve ṛṣayaḥ
sarvāṇi bhūtāni sarvāṇi chandāṃsi nārāyaṇādeva samutpadyante |
nārāyaṇātpravartante | nārāyaṇe pralīyante |
Kapitel 2 – Alles ist Narayana
atha nityo'kṣaraḥ
paramaḥ svarāṭ | brahmā nārāyaṇaḥ | śivaśca nārāyaṇaḥ |
śakraśca nārāyaṇaḥ | diśaśca nārāyaṇaḥ | vidiśaśca
nārāyaṇaḥ | kālaśca nārāyaṇaḥ | karmākhilaṃ ca nārāyaṇaḥ |
mūrtāmūrtaṃ ca nārāyaṇaḥ | kāraṇātmakaṃ sarvaṃ kāryātmakaṃ
sakalaṃ nārāyaṇaḥ | tadubhayavilakṣaṇo nārāyaṇaḥ | paraṃjyotiḥ
svaprakāśamayo brahmānandamayo nityo nirvikalpo nirañjano
nirākhyātaḥ śuddho deva eko nārāyaṇo na dvitīyo'sti kaścit |
na sa samānādhika ityasaṃśayaṃ paramārthato ya evaṃ veda |
sakalabandhāṃśchittvā mṛtyuṃ tīrtvā sa mukto bhavati sa mukto
bhavati | ya evaṃ viditvā sadā tamupāste puruṣaḥ sa nārāyaṇo
bhavati sa nārāyaṇo bhavatītyupaniṣat ||
Schluss des 2. Kapitels
ityātharvaṇamahānārāyaṇopaniṣadi parabrahmaṇaḥ
sākāranirākārasvarūpanirūpaṇaṃ nāma dvitīyo'dhyāyaḥ || 2 ||
Kapitel 3 – Die zwei Arten der Erscheinungswelt
atha chātrastathetihovāca | bhagavandeśika paramatattvajña
savilāsamahāmūlā'vidyodayakramaḥ kathitaḥ |
tadu prapañcotpattikramaḥ kīdṛśo bhavati | viśeṣeṇa
kathanīyaḥ | tasya tattvaṃ veditumicchāmi | tathetyuktvā
gururityuvāca |yathānādisarvaprapañco dṛśyate |
nityo'nityo veti saṃśayyete | prapañco'pi dvividhaḥ |
vidyāprapañcaścāvidyāprapañcaśceti |
vidyāprapañcasya nityatvaṃ siddhameva nityānandacidvilāsātmakatvāt | atha ca śuddhabuddhamuktasatyānandasvarūpatvācca | avidyāprapañcasya
nityatvamanityatvaṃ vā kathamiti | pravāhato nityatvaṃ
vadanti kecana | pralayādikaṃ śrūyamāṇatvādanityatvaṃ
vadantyanye | ubhayaṃ na bhavati | punaḥ kathamiti |
saṃkocavikāsātmakamahāmāyāvilāsātmaka eva
sarvo'pyavidyāprapañcaḥ | paramārthato na kiṃcidasti
kṣaṇaśūnyānādimūlā'vidyāvilāsatvāt | tatkathamiti |
ekamevādvitīyaṃ brahma | neha nānāsti kiṃcana |
tasmādbrahmavyatiriktaṃ sarvaṃ bādhitameva | satyameva
parambrahma satyaṃ jñānamanantaṃ brahma |
Kapitel 3 – Brahmas Zeitmaß
tataḥ savilāsamūlā'vidyopasaṃhārakramaḥ kathamiti |
atyādarapūrvakamatiharṣeṇa deśika upadiśati |
caturyugasahasrāṇi brahmaṇo divā bhavati |
tāvatā kālena punastasya rātrirbhavati | dve ahorātre ekaṃ
dinaṃ bhavati | tasminnekasmindine āsatyalokāntamudayasthitilayā
jāyante | pañcadaśadināni pakṣo bhavati | pakṣadvayaṃ māso
bhavati | māsadvayamṛturbhavati | ṛtutrayamayanaṃ bhavati |
ayanadvayaṃ vatsaro bhavati | vatsaraśataṃ brahmamānena
brahmaṇaḥ paramāyuḥpramāṇam |tāvatkālastasya sthitirucyate |
sthityante'ṇḍavirāṭpuruṣaḥ svāṃśaṃ hiraṇyagarbhamabhyeti |
hiraṇyagarbhasya kāraṇaṃ paramātmānamaṇḍaparipālakanārāyaṇamabhyeti |
punarvatsaraśataṃ tasya pralayo bhavati | tadā jīvāḥ sarve
prakṛtau pralīyante | pralayaṃ sarvaśūnyaṃ bhavati |
Kapitel 3 – Das Zeitmaß des Weltenbewahrers
tasya
brahmaṇaḥ sthitipralayāvādinārāyaṇasyāṃśenāvatīrṇasyāṇḍaparipālakasya mahāviṣṇorahorātrisaṃjñakau |
te ahorātre ekaṃ dinaṃ bhavati | evaṃ dinapakṣamāsasaṃvatsarādibhedācca tadīyamānena śatakoṭivatsarakālastasya
sthitirucyate | sthityante svāṃśaṃ mahāvirāṭpuruṣamabhyeti |
tataḥ sāvaraṇaṃ brahmāṇḍaṃ vināśameti | brahmāṇḍāvaraṇaṃ
vinaśyati taddhi viṣṇoḥ svarūpam | tasya tāvatpralayo bhavati |
pralaye sarvaśūnyaṃ bhavati |
Kapitel 3 – Das Zeitmaß des ursprünglichen Virat
aṇḍaparipālakamahāviṣṇoḥ
sthitipralayāvādivirāṭpuruṣasyāhorātrisaṃjñakau te ahorātre
ekaṃ dinaṃ bhavati | evaṃ dinapakṣamāsasaṃvatsarādibhedācca
tadīyamānena śatakoṭivatsarakālastasya sthitirucyate | sthityante
ādivirāṭpuruṣaḥ svāṃśamāyopādhikanārāyaṇamabhyeti |
tasya virāṭpuruṣasya yāvatsthitikālastāvatpralayo bhavati | pralaye
sarvaśūnyaṃ bhavati |
Kapitel 3 – Das Ende des Unwissenheitseis
virāṭsthitipralayau mūlāvidyāṇḍaparipālakasyādinārāyaṇasyāhorātrisaṃjñakau | te ahorātre ekaṃ dinaṃ bhavati |
evaṃ dinapakṣamāsasaṃvatsarādibhedācca tadīyamānena
śatakoṭivatsarakālastasya sthitirucyate | sthityante tripādvibhūtinārāyaṇa
syecchāvaśānnimeṣo jāyate | tasmānmūlāvidyāṇḍasya
sāvaraṇasya vilayo bhavati |
Kapitel 3 – Die Rückkehr zum eigenen Wesen
tataḥ savilāsamūlāvidyā
sarvakāryopādhisamanvitā sadasadvilakṣaṇānirvācyā
lakṣaṇaśūnyāvirbhāvatirobhāvātmikānādyakhilakāraṇakāraṇānantamahāmāyāviśeṣaṇaviśeṣitā
paramasūkṣmamūlakāraṇamavyaktaṃ viśati | avyaktaṃ
viśedbrahmaṇi nirindhano vaiśvānaro yathā | tasmānmāyopādhika
ādinārāyaṇastathā svasvarūpaṃ bhajati | sarve jīvāśca
svasvarūpaṃ bhajante | yathā japākusumasānnidhyādraktasphaṭikapratītistadabhāve śuddhasphaṭikapratītiḥ | brahmaṇopi
māyopādhivaśātsaguṇaparicchinnādipratītirupādhivilayānnirguṇaniravayavādipratītirityupaniṣat ||
Schluss des 3. Kapitels
ityātharvaṇamahānārāyaṇopaniṣadi
mūlāvidyāpralayasvarūpaṇaṃ nāma tṛtīyo'dhyāyaḥ || 3 ||
Kapitel 4 – Das ungeteilte Brahman
oṃ tatastasmānnirviśeṣamatinirmalaṃ bhavati |
avidyāpādamatiśuddhaṃ bhavati | śuddhabodhānandalakṣaṇakaivalyaṃ bhavati | brahmaṇaḥ pādacatuṣṭayaṃ
nirviśeṣaṃ bhavati | akhaṇḍalakṣaṇākhaṇḍaparipūrṇasaccidānandasvaprakāśaṃ bhavati | advitīyamanīśvaraṃ
bhavati | akhilakāryakāraṇasvarūpamakhaṇḍacidghanānandasvarūpamatidivyamaṅgalākāraṃ niratiśayānandatejorāśiviśeṣaṃ sarvaparipūrṇānantacinmayastambhākāraṃ
śuddhabodhānandaviśeṣākāramanantacidvilāsavibhūtisamaṣṭyākāramadbhutānandāścaryavibhūtiviśeṣākāramanantaparipūrṇānandadivyasaudāminīnicayākāram |
evamākāramadvitīyākhaṇḍānandabrahmasvarūpaṃ nirūpitam |
Kapitel 4 – Vier Viertel und Nichtdualität
atha chātro vadati |
bhagavanpādabhedādikaṃ kathaṃ kathamadvaitasvarūpamiti
nirūpitam | deśikaḥ pariharati | virodho na vidyate brahmādvitīyameva
satyam | tathaivoktaṃ ca | brahmabhedo na kathito brahmavyatiriktaṃ
na kiṃcidasti | pādabhedādikathanaṃ tu brahmasvarūpakathanameva |
tadevocyate | pādacatuṣṭayātmakaṃ brahma tatraikamavidyāpādam |
pādatrayamamṛtaṃ bhavati | śākhāntaropaniṣatsvarūpameva nirūpitam |
Kapitel 4 – Schriftworte über das höchste Licht
tamasastu paraṃ jyotiḥ paramānandalakṣaṇam | pādatrayātmakaṃ brahma
kaivalyaṃ śāśvataṃ paramiti | vedāhametaṃ puruṣaṃ mahāntamādityavarṇaṃ
tamasaḥ parastāt | tamevaṃvidvānamṛtaiha bhavati | nānyaḥ panthā
vidyate'yanāya | sarveṣāṃ jyotiṣāṃ jyotistamasaḥ paramucyate |
sarvasya dhātāramacintyarūpamādityavarṇaṃ paraṃjyotistamasa upari vibhāti |
yadekamavyaktamanantarūpaṃ viśvaṃ purāṇaṃ tamasaḥ parastāt |
tadevartaṃ tadu satyamāhustadeva satyaṃ tadeva brahma paramaṃ viśuddhaṃ
kathyate |
Kapitel 4 – Das unsterbliche Dreiviertel
tamaśśabdenāvidyā | pādo'sya viśvā bhūtāni |
tripādasyāmṛtaṃ divi | tripādūrdhva udaitpuruṣaḥ |
pādo'syehābhavatpunaḥ | tato viśvaṅ vyakrāmat |
sāśanā'naśane abhi |
vidyānandaturīyākhyapādatrayamamṛtaṃ bhavati |
avaśiṣṭamavidyāśrayamiti |
Kapitel 4 – Blick nach außen und innen
ātmārāmasyānādinārāyaṇasya kīdṛśāvunmeṣanimeṣau tayoḥ
svarūpaṃ kathamiti | gururvadati | parāgdṛṣṭirunmeṣaḥ |
pratyagdṛṣṭirnimeṣaḥ | pratyagdṛṣṭyā svasvarūpacintanameva
nimeṣaḥ | parāgdṛṣṭyā svasvarūpacintanamevonmeṣaḥ |
yāvadunmeṣakālastāvannimeṣakālo bhavati | avidyāyāḥ
sthitirunmeṣakāle nimeṣakāle tasyāḥ pralayo bhavati | yathā
unmeṣo jāyate tathā cirantanātisūkṣmavāsanābalātpunaravidyāyā
udayo bhavati | yathāpūrvamavidyākāryāṇi jāyante |
Kapitel 4 – Jiva, Ishvara und Maya
kāryakāraṇopādhibhedājjīveśvarabhedo'pi dṛśyate |
kāryopādhirayaṃ jīvaḥ kāraṇopādhirīśvaraḥ | īśvarasya mahāmāyā
tadājñāvaśavartinī | tatsaṃkalpānusāriṇī vividhānantamahāmāyāśaktisaṃsavetinānantamahāmāyā jālajananamandirā mahāviṣṇoḥ
krīḍāśarīrarūpiṇī brahmādīnāmagocarā |
Kapitel 4 – Spiegelungen des Bewusstseins
etāṃ mahāmāyāṃ
tarantyeva ye viṣṇumeva bhajanti nānye taranti kadācana |
vividhopayairapi avidyākāryāṇyantaḥkaraṇānyatītya kālānanu tāni
jāyante | brahmacaitanyaṃ teṣu pratibimbitaṃ bhavati | pratibimbā eva
jīvā iti kathyante | antaḥkaraṇopādhikāḥ sarve jīvā ityevaṃ vadanti |
Kapitel 4 – Weitere Bestimmungen des Jiva
mahābhūtotthasūkṣmāṅgopādhikāḥ sarve jīvā ityeke vadanti |
buddhipratibimbitacaitanyaṃ jīvā ityapare manyante |
eteṣāmupādhīnāmatyantabhedo na vidyate |
Kapitel 4 – Das Spiel und der Kreislauf
sarvaparipūrṇo
nārāyaṇastvanayā nijayā krīḍati svecchayā sadā |
tadvadavidyamānaphalguviṣayasukhāśayāḥ sarve jīvāḥ
prabhāvantyasārasaṃsāracakre | evamanādiparamparā
vartate'nādisaṃsāraviparītabhramādityupaniṣat ||
Schluss des 4. Kapitels
ityatharvaṇaśākhāyāṃ tripādvibhūtimahānārāyaṇopaniṣadi
mahāmāyātītākhaṇḍādvaitaparamānandalakṣaṇaparabrahmaṇaḥ
paramatattvasvarūpanirūpaṇaṃ nāma caturtho'dhyāyaḥ || 4 ||
Abschluss des ersten Buches
pūrvakāṇḍaḥ samāptaḥ ||
Kapitel 5 – Wiederkehr der Unwissenheit und Befreiung
atha śiṣyo vadati guruṃ bhagavantaṃ namaskṛtya
bhagavan sarvātmanā naṣṭāyā avidyāyāḥ
punarudayaḥ katham | satyameveti gururiti hovāca |
prāvṛṭkālaprārambhe yathā maṇḍūkādīnāṃ
prādurbhāvastadvatsarvātmanā naṣṭāyā avidyāyā
unmeṣakāle punarudayo bhavati | bhagavan kathaṃ
jīvānāmanādisaṃsārabhramaḥ | tannivṛttirvā kathamiti |
kathaṃ mokṣamārgasvarūpaṃ ca | mokṣasādhanaṃ
kathamiti | ko vā mokṣopāyaḥ | kīdṛśaṃ mokṣasvarūpam |
kā vā sāyujyamuktiḥ | etatsarvaṃ tattvataḥ kathanīyamiti |
atyādarapūrvakamatiharṣeṇa śiṣyaṃ bahūkṛtya
gururvadati śrūyatāṃ sāvadhānena |
Kapitel 5 – Die Verwechslung mit dem Körper
kutsitānantajanmābhyastātyantotkṛṣṭavividhavicitrānantaduṣkarmavāsanājālaviśeṣairdehātmaviveko
na jāyate | tasmādeva dṛḍhataradehātmabhramo bhavati |
ahamajñaḥ kiṃcijjño'hamahaṃ jīvo'hamatyantaduḥkhākāro|
ahamanādisaṃsārīti bhramavāsanābalātsaṃsāra eva
pravṛttistannivṛttyupāyaḥ kadāpi na vidyate |
Kapitel 5 – Unersättliches Streben
mithyābhūtānsvapnatulyānviṣayabhogānanubhūya
vividhānasaṃkhyānatidurlabhānmanorathānanavaratamāśāsyamānaḥ
atṛptaḥ sadā paridhāvati | vividhavicitrasthūlasūkṣmotkṛṣṭanikṛṣṭānantadehānparigṛhya tattadehavihitavividhavicitrā'nekaśubhāśubhaprārabdhakarmāṇyanubhūya tattatkarmaphalavāsanājālavāsitāntaḥkaraṇānāṃ punaḥpunastattatkarmaphalaviṣayapravṛttireva jāyate | saṃsāranivṛttimārgapravṛttiḥ
kadāpi na jāyate | tasmādaniṣṭameveṣṭamiva bhāti |
iṣṭamevā'niṣṭamiva bhātyanādisaṃsāraviparītabhramāt |
Kapitel 5 – Warum die Einsicht ausbleibt
tasmātsarveṣāṃ jīvānāmiṣṭaviṣaye buddhiḥ
sukhabuddhirduḥkhabuddhiśca bhavati | paramārthatastvabādhitabrahmasukhaviṣaye pravṛttireva na jāyate | tatsvarūpajñānābhāvāt |
tatkimiti na vidyate | kathaṃ bandhaḥ kathaṃ mokṣa iti vicārābhāvācca |
tatkathamiti | ajñānaprābalyāt | kasmādajñānaprābalyamiti |
bhaktijñānavairāgyavāsanābhāvācca | tadabhāvaḥ kathamiti |
atyantāntaḥkaraṇamalinaviśeṣāt |
Kapitel 5 – Die Hinwendung zum heilsamen Weg
ataḥ saṃsārataraṇopāyaḥ
kathamiti | deśikastameva kathayati | sakalavedaśāstrasiddhāntarahasyajanmābhyastātyantotkṛṣṭasukṛtaparipākavaśātsadbhiḥ
saṅgo jāyate | tasmādvidhiniṣedhaviveko bhavati | tataḥ
sadācārapravṛttirjāyate | sadācārādakhiladuritakṣayo
bhavati | tasmādantaḥkaraṇamativimalaṃ bhavati |
tataḥ sadgurukaṭākṣamantaḥkaraṇamākāṅkṣati |
tasmātsadgurukaṭākṣaleśaviśeṣeṇa sarvasiddhayaḥ siddhyanti |
sarvabandhāḥ pravinaśyanti | śreyovighnāḥ sarve pralayaṃ yānti |
sarvāṇi śreyāṃsi svayamevāyānti |
Kapitel 5 – Lehrerunterweisung und Herzensöffnung
yathā jātyandhasya rūpajñānaṃ na vidyate
tathā gurūpadeśena vinā kalpakoṭibhistattvajñānaṃ
na vidyate | tasmātsadgurukaṭākṣaleśaviśeṣeṇācirādeva
tattvajñānaṃ bhavati | yadā sadgurukaṭākṣo bhavati tadā
bhagavatkathāśravaṇadhyānādau śraddhā jāyate |
tasmāddhṛdayasthitānādidurvāsanāgranthivināśo bhavati |
tato hṛdayasthitāḥ kāmāḥ sarve vinaśyanti |
tasmāddhṛdayapuṇḍarīkakarṇikāyāṃ paramātmāvirbhāvo
bhavati |
Kapitel 5 – Reifung zur Befreiung im Leben
tato dṛḍhatarā vaiṣṇavī bhaktirjāyate | tato
vairāgyamudeti | vairāgyādbuddhivijñānāvirbhāvo bhavati |
abhyāsāttajjñānaṃ krameṇa paripakvaṃ bhavati |
pakvavijñānājjīvanmukto bhavati | tataḥ śubhāśubhakarmāṇi
sarvāṇi savāsanāni naśyanti | tato dṛḍhataraśuddhasāttvikavāsanayā bhaktyatiśayo bhavati | bhaktyatiśayena nārāyaṇaḥ
sarvamayaḥ sarvāvasthāsu vibhāti | sarvāṇi jaganti
nārāyaṇamayāni pravibhānti | nārāyaṇavyatiriktaṃ na kiṃcidasti |
ityetadbuddhvā viharatyupāsakaḥ sarvatra |
nirantarasamādhiparamparābhirjagadīśvarākārāḥ sarvatra
sarvāvasthāsu pravibhānti | asya mahāpuruṣasya
kvacitkvacidīśvarasākṣātkāro bhavati |
Kapitel 5 – Die meditative Himmelsreise beginnt
asya dehatyāgecchā yadā bhavati tadā vaikuṇṭhapārṣadāḥ sarve
samāyānti | tato bhagavaddhyānapūrvakaṃ hṛdayakamale
vyavasthitamātmānaṃ saṃcitya samyagupacārairabhyarcya
haṃsamantramuccarantsarvāṇi dvārāṇi saṃyamya samyaṅmano
nirudhya cordhvagena vāyunā saha praṇavena praṇavānusandhānapūrvakaṃ
śanaiḥ śanairābrahmarandhrādvinirgatya so'hamiti mantreṇa
dvādaśāntasthitajñānātmānamekīkṛtya pañcopacārairabhyarcya
punaḥ so'hamiti mantreṇa ṣoḍaśāntasthitajñānātmānamekīkṛtya
samyagupacārairabhyarcya prākṛtapūrvadehaṃ parityajya
punaḥkalpitamantramayaśuddhabrahmatejomayaniratiśayānandamayamahāviṣṇūsārūpyavigrahaṃ parigṛhya sūryamaṇḍalāntargatānantadivyacaraṇāravindāṅguṣṭhanirgataniratiśayānandamayāparanadīpravāhamākṛṣya bhāvanayātra snātvā
vastrābharaṇādyupacārairātmapūjāṃ vidhāya sākṣānnārāyaṇo bhūtvā
Kapitel 5 – Durch die himmlischen Bereiche
tato
gurunamaskārapūrvakaṃ praṇavagaruḍaṃ dhyātvā dhyānenāvirbhūtamahāpraṇavagaruḍaṃ pañcopacārairārādhya gurvanujñayā
pradakṣiṇanamaskārapūrvakaṃ praṇavagaruḍamāruhya mahāviṣṇoḥ
samastāsādhāraṇacihnacihnito mahāviṣṇoḥ
samastāsādhāraṇadivyabhūṣaṇairbhūṣitaḥ sudarśanapuruṣaṃ
puraskṛtya viṣvaksenaparipālito vaikuṇṭhapārṣadaiḥ pariveṣṭito
nabhomārgamāviśya pārśvadvayasthitānekapuṇyalokānatikramya
tatratyaiḥ puṇyapuruṣairabhipūjitaḥ satyalokamāviśya
brahmāṇamabhyarcya brahmaṇā ca satyalokavāsibhiḥ
sarvairabhipūjitaḥ śaivamīśānakaivalyamāsādya śivaṃ dhyātvā
śivamabhyarcya śivagaṇaiḥ sarvaiḥ śivena cābhipūjito
maharṣimaṇḍalānyatikramya sūryasomamaṇḍale bhittvā
kīlakanārāyaṇaṃ dhyātvā dhruvamaṇḍalasya darśanaṃ kṛtvā
bhagavantaṃ dhruvamabhipūjya tataḥ śiṃśumāracakraṃ
vibhidya śiṃśumāraprajāpatimabhyarcya
cakramadhyagataṃ sarvādhāraṃ sanātanaṃ
mahāviṣṇumārādhya tena pūjitastata
uparyupari gatvā paramānandaṃ prāpya prakāśate |
Kapitel 5 – Der Fluss Viraja
tato vaikuṇṭhavāsinaḥ sarve samāyānti
tāntsarvānsusampūjya taiḥ sarvairabhipūjitaścoparyupari gatvā virajānadīṃ prāpya
tatra snātvā bhagavaddhyānapūrvakaṃ punarnimajjya
tatrāpañcīkṛtabhūtotthaṃ sūkṣmāṅgabhogasādhanaṃ sūkṣmaśarīramutsṛjya kevalamantramayadivyatejomayaniratiśayānandamayamahāviṣṇusārūpyavigrahaṃ
parigṛhya tata unmajyātmapūjāṃ vidhāya
pradakṣiṇanamaskārapūrvakaṃ brahmamayavaikuṇṭhamāviśya
tatratyānviśeṣeṇa sampūjya
Kapitel 5 – Der Berg der Brahman-Wonne
tanmadhye ca
brahmānandamayānantaprākāraprāsādatoraṇavimānopavanāvalibhirjvalacchikharairupalakṣito
nirupamanityaniravadyaniratiśayaniravadhikabrahmānandācalo virājate | tadupari jvalati
niratiśayānandadivyatejorāśiḥ | tadabhyantarasaṃsthāne
śuddhabodhānandalakṣaṇaṃ vibhāti | tadantarāle cinmayavedikā
ānandavedikānandavanavibhūṣitā | tadabhyantare
amitatejorāśistaduparijvalati | paramamaṅgalāsanaṃ
virājate |
Kapitel 5 – Adinarayana auf Sheshas Windungen
tatpadmakarṇikāyāṃ śuddhaśeṣabhogāsanaṃ
virājate | tasyopari samāsīnamānandaparipālakamādinārāyaṇaṃ
dhyātvā tamīśvaraṃ vividhopacārairārādhya
pradakṣiṇanamaskārānvidhāya tadanujñātaścoparyupari gatvā
pañcavaikuṇṭhānatītyāṇḍavirāṭkaivalyaṃ prāpya taṃ
samārādhopāsakaḥ paramānandaṃ prāpetyupaniṣat ||
Schluss des 5. Kapitels
ityātharvaṇamahānārāyaṇopaniṣadi saṃsārataraṇopāyakathanadvārā
paramamokṣamārgasvarūpanirūpaṇaṃ nāma pañcamo'dhyāyaḥ || 5 ||
Kapitel 6 – Jenseits des Welteis
yata upāsakaḥ paramānandaṃ prāpa sāvaraṇaṃ
brahmāṇḍaṃ ca bhittvā paritaḥ samavalokya
brahmāṇḍasvarūpaṃ nirīkṣya paramārthatastatsvarūpaṃ
brahmajñānenāvabudhya samastavedaśāstretihāsapurāṇāni
samastavidyājālāni brahmādayaḥ surāḥ sarve samastāḥ
paramarṣayaścāṇḍābhyantaraprapañcaikadeśameva
varṇayanti | aṇḍasvarūpaṃ na jānanti | brahmāṇḍādbahiḥ
prapañcajñānaṃ na jānatyeva | kuto'ṇḍāntarāntararbahiḥ
prapañcajñānaṃ dūrato mokṣaprapañcajñānamavidyā
ceti
Kapitel 6 – Beschreibung des kosmischen Eis
kathaṃ brahmāṇḍasvarūpamiti | kukkuṭāṇḍākāraṃ
mahadādisamaṣṭyākāraṇamaṇḍaṃ tapanīyamayaṃ
taptajāmbūnadaprabhamudyatkoṭidivākarābhaṃ
caturvidhasṛṣṭyupalakṣitaṃ mahābhūtaiḥ
pañcabhirāvṛtaṃ mahadahaṅkṛtitamobhiśca
mūlaprakṛtyā pariveṣṭitam | aṇḍabhītiviśālaṃ
sapādakoṭiyojanapramāṇam | ekaikāvaraṇaṃ tathaiva |
aṇḍapramāṇaṃ parito'yutadvayakoṭiyojanapramāṇaṃ
mahāmaṇḍūkādyanantaśaktibhiradhiṣṭhitaṃ
nārāyaṇakrīḍākantukaṃ paramāṇuvadviṣṇulokasusaṃlagnamadṛṣṭaśrutavividhavicitrānantaviśeṣairupalakṣitam |
Kapitel 6 – Unzählige Welteier
asya brahmāṇḍasya samantataḥ sthitānyetādṛśānyanantakoṭibrahmāṇḍāni sāvaraṇāni jvalanti |
caturmukhapañcamukhaṣaṇmukhasaptamukhaaṣṭamukhādisaṃkhyākrameṇa sahasrāvadhimukhāntairnārāyaṇāṃśai rajoguṇapradhānairekaikasṛṣṭikartṛbhiradhiṣṭhitāni viṣṇumaheśvarākhyairnārāyaṇāṃśaiḥ
sattvatamoguṇapradhānairekaikasthitisaṃhārakartṛbhiradhiṣṭhitāni
mahājalaughamatsyabudbudānantasaṅghavadbhramanti |
krīḍāsaktajālakakaratalāmalakavṛndavanmahāviṣṇoḥ
karatale vilasantyanantakoṭibrahmāṇḍāni | jalayantrasthaghaṭamālikājālavanmahāviṣṇorekaikaromakūpāntareṣvanantakoṭibrahmāṇḍāni
sāvaraṇāni bhramanti |
Kapitel 6 – Avidya-Lakshmi
samastabrahmāṇḍāntarbahiḥ prapañcarahasyaṃ
brahmajñānenāvabudhya vividhavicitrānantaparamavibhūtisamaṣṭiviśeṣantsamavalokyātyāścaryāmṛtasāgare nimajjya
niratiśayānandapārāvāro bhūtvā samastabrahmāṇḍajālāni
samullaṅghyāmitāparicchinnānantatamaḥ sāgaramṛttīrya
mūlāvidyāpuraṃ dṛṣṭvā vividhavicitrānantamahāmāyāviśeṣaiḥ pariveṣṭitāmanantamahāmāyāśaktisamaṣṭyākārāmanantadivyatejojvālājālairalaṅkṛtāmanantamahāmāyāvilasānāṃ
paramādhiṣṭhānaviśeṣākārāṃ śaśvadamitānandācalopari
vihāriṇīṃ mūlaprakṛtijananīmavidyālakṣmīmevaṃ dhyātvā
vividhopacārairārādhya samastabrahmāṇḍasamaṣṭijananīṃ
vaiṣṇavīṃ mahāmāyāṃ namaskṛtya tayā cānujñātaścoparyupari
gatvā mahāvirāṭpadaṃ prāpa ||
Kapitel 6 – Die Gestalt Mahavirats
mahāvirāṭsvarūpaṃ kathamiti | samastāvidyāpādako
virāṭ | viśvataścakṣuruta viśvatomukho viśvatohasta
uta viśvataspāt | sambāhubhyāṃ namati sampatatrairdyāvāpṛthivī
janayandeva ekaḥ | na sandṛśe tiṣṭhati
rūpamasya na cakṣuṣā paśyati kaścanainam |
hṛdā manīṣā manasābhiklṛpto ya enaṃ viduramṛtāste
bhavanti |
Kapitel 6 – Erstaunen über das kosmische Spiel
manovācāmagocaramādivirāṭsvarūpaṃ
dhyātvā vividhopacārairārādhya tadanujñātaścoparyupari
gatvā vividhavicitrānantamūlāvidyāvilāsānavalokyopāsakaḥ
paramakautukaṃ prāpa |
Kapitel 6 – Yogamaya als verhüllende Kraft
akhaṇḍaparipūrṇaparamānandalakṣaṇaparabrahmaṇaḥ samastasvarūpavirodhakāriṇyaparicchinnatiraskariṇyākārā vaiṣṇavī mahāyogamāyā mūrtimadbhiranantamahāmāyājālaviśeṣaiḥ pariṣevitā tasyāḥ puramatikautukamatyāścaryasāgarānandalakṣaṇamamṛtaṃ bhavati |
avidyāsāgarapratibimbitanityavaikuṇṭhaprativaikuṇṭhamiva vibhāti |
upāsakastatpuraṃ prāpya yogalakṣmīmaṃgamāyāṃ dhyātvā
vividhopacārairārādhya tayā sampūjitaścānujñātaścoparyupari gatvānantamāyāvilāsānavalokyopāsakaḥ paramakautukaṃ prāpa ||
Kapitel 6 – Das Vaikuntha der Einviertelherrlichkeit
tata upari pādavibhūtivaikuṇṭhapuramābhāti |
atyāścaryānantavibhūtisamaṣṭyākāramānandarasapravāhairalaṅkṛtamabhitastaraṅgiṇyāḥ
pravāhairatimaṅgalaṃ brahmatejoviśeṣākārairanantabrahmavanairabhitastatamanantanityamuktairabhivyāptamanantacinmayaprāsādajālasaṃkulamanādipādavibhūtivaikuṇṭhamevamābhāti | tanmadhye ca cidānandācalo vibhāti ||
Kapitel 6 – Über die Grenze der Unwissenheit
tadupari jvalati niratiśayānandadivyatejorāśiḥ |
tadabhyantare paramānandavimānaṃ vibhāti |
tadabhyantarasaṃsthāne cinmayāsanaṃ virājate |
tatpadmakarṇikāyāṃ niratiśayadivyatejorāśyantarasamāsīnamādinārāyaṇaṃ dhyātvā vividhopacāraistaṃ
samārādhya tenābhipūjitastadanujñātaścoparyuparigatvā
sāvaraṇamavidyāṇḍaṃ ca bhittvā vidyāpādamullaṅghya
vidyāvidyayoḥ sandhau viśvaksenavaikuṇṭhapuramābhāti ||
Kapitel 6 – Vishvaksena
anantadivyatejojvālājālairabhito'nīkaṃ prajvalantamanantabodhānantabodhānandavyūhairabhitastataṃ śuddhabodhavimānāvalibhirvirājitamanantānandaparvataiḥ paramakautukamābhāti | tanmadhye ca kalyāṇācalopari śuddhānandavimānaṃ vibhāti | tadabhyantare divyamaṅgalāsanaṃ virājate |
tatpadmakarṇikāyāṃ brahmatejorāśyabhyantarasamāsīnaṃ
bhagavadanantavibhūtividhiniṣedhaparipālakaṃ sarvapravṛttisarvahetunimittikaṃ niratiśayalakṣaṇamahāviṣṇūsvarūpamakhilāpavargaparipālakamamitavikramamevaṃvidhaṃ viśvaksenaṃ
dhyātvā pradakṣiṇanamaskārānvidhāya vividhopacārairārādhya
tadanujñātaścoparyupari gatvā vidyāvibhūtiṃ prāpya
vidyāmayānantavaikuṇṭhānparito'vasthitānbrahmatejomayānavalokyopāsakaḥ paramānandaṃ prāpa ||
Kapitel 6 – Brahmavidya-Vaikuntha
vidyāmayānanantasamudrānatikramya brahmavidyātaraṅgiṇīmāsādya tatra snātvā bhagavaddhyānapūrvakaṃ
punarnimajjya mantramayaśarīramutsṛjya vidyānandamayāmṛtadivyaśarīraṃ parigṛhya nārāyaṇasārūpyaṃ
prāpyātmapūjāṃ vidhāya brahmamayavaikuṇṭhavāsibhiḥ
sarvairnityamuktaiḥ supūjitastato brahmavidyāpravāhairānandarasanirbharaiḥ krīḍānantaparvatairanantairabhivyāptaṃ
brahmavidyāmahaiḥ sahasraprākārairānandāmṛtamayairdivyagandhasvabhāvaiścinmayairanantabrahmavanairatiśobhitamupāsakastvevaṃvidhaṃ brahmavidyāvaikuṇṭhamāviśya
tadabhyantarasthitātyantonnatabodhānandaprāsādāgrasthitapraṇavavimānoparisthitāmapārabrahmavidyāsāmrājyādhidevatāmamoghanijamandakaṭākṣeṇānādimūlāvidyāpralayakarīmadvitīyāmekāmanantamokṣasāmrājyalakṣmīmevaṃ dhyātvā
pradakṣiṇanamaskārānvidhāya vividhopacārairārādhya
puṣpāñjaliṃ samarpya stutvā stotraviśeṣaistayābhipūjitastadanugataścoparyupari gatvā brahmavidyātīre gatvā
bodhānandamayānanantavaikuṇṭhānavalokya niratiśayānandaṃ prāpya
bodhānandamayānanantasamudrānatikramya gatvāgatvā brahmavaneṣu
paramamaṅgalācalaśroṇīṣu tato bodhānandavimānaparamparāsūpāsakaḥ paramānandaṃ prāpa ||
Kapitel 6 – Die Stadt Tulasīs
tataḥ śrītulasīvaikuṇṭhapuramābhāti paramakalyāṇamanantavibhavamamitatejorāśyākāramanantabrahmatejorāśisamaṣṭyākāraṃ cidānandamayānekaprākāraviśeṣaiḥ
pariveṣṭitamamitabodhānandācaloparisthitaṃ bodhānandataraṅgiṇyāḥ pravāhairatimaṅgalaṃ niratiśayānandairanantavṛndāvanairatiśobhitamakhilapavitrāṇāṃ paramapavitraṃ
cidrūpairanantanityamuktairabhivyāptamānandamayānantavimānajalairalaṅkṛtamamitatejorāśyantargatadivyatejorāśiviśeṣam
Kapitel 6 – Tulasi und die Grenze zur Glückseligkeit
upāsakastvevamākāraṃ tulasīvaikuṇṭhaṃ praviśya
tadantargatadivyavimānoparisthitāṃ sarvaparipūrṇasya mahāviṣṇoḥ
sarvāṅgeṣu vihāriṇīṃ niratiśayasaundaryalāvaṇyādhidevatāṃ
bodhānandamayairanantanityaparijanaiḥ pariṣevitāṃ śrīsakhīṃ
tulasīmevaṃ lakṣmīṃ dhyātvā pradakṣiṇanamaskārānvidhāya
vividhopacārairārādhya stutvā stotraviśeṣaistayābhipūjitastadanujñātaścoparyuparigatvā paramānandataraṅgiṇyāstīre
gatvā tatra parito'vasthitāñchuddhabodhānandamayānanantavaikuṇṭhānavalokya niratiśayānandaṃ prāpya tatraityaiścidrūpaiḥ
purāṇapuruṣaiścābhipūjitastato gatvāgatvā brahmavaneṣu
divyagandhānandapuṣpavṛṣṭibhiḥ samanviteṣu divyamaṅgalālayeṣu niratiśayānandāmṛtasāgareṣvamitatejorāśyākāreṣu kallolavanasaṃkuleṣu tato'nantaśuddhabodhavimānajālasaṃkulānandācalaśroṇīṣūpāsakastata uparyupari
gatvā vimānaparamparāsvanantatejaḥparvatarājiṣvevaṃ krameṇa
prāpya vidyānandamayoḥ sandhiṃ tatrānandataraṅgiṇyāḥ pravāheṣu snātvā
bodhānandavanaṃ prāpya śuddhabodhaparamānandānandākāravanaṃ
santatāmṛtapuṣpavṛṣṭibhiḥ pariveṣṭitaṃ
paramānandapravāhairabhivyāptaṃ mūrtimadbhiḥ
paramamaṅgalaiḥ paramakautukamaparicchinnānandasāgarākāraṃ krīḍānandaparvatairabhiśobhitaṃ
Kapitel 6 – Vaikuntha im Erkenntnisviertel
tanmadhye ca
śuddhabodhānandavaikuṇṭhaṃ yadeva brahmavidyāpādavaikuṇṭhaṃ
sahasrānandaprākāraiḥ samujjvalati |
anantānandavimānajālasaṃkulamanantabodhasaudhaviśeṣairabhito'niśaṃ prajvalantaṃ krīḍānantamaṇḍapaviśeṣairviśeṣitaṃ bodhānandamayānantaparamacchatradhvajacāmaravitānatoraṇairalaṅkṛtaṃ
paramānandavyūhairnityamuktairabhitastatamanantadivyatejaḥparvatasamaṣṭyākāramaparicchinnānantaśuddhabodhānantamaṇḍalaṃ
vācāmagocarānandabrahmatejorāśimaṇḍalamākhaṇḍalaviśeṣaṃ
śuddhānandasamaṣṭimaṇḍalaviśeṣamakhaṇḍacidghanānandaviśeṣamevaṃ tejomaṇḍalavidhaṃ bodhānandavaikuṇṭham
Kapitel 6 – Die Einsetzung in das Befreiungsreich
upāsakaḥ
praviśya tatratyaiḥ sarvairabhipūjitaḥ paramānandācaloparyakhaṇḍabodhavimānaṃ prajvalati | tadabhyantare cinmayāsanaṃ virājate |
tadupari vibhātyakhaṇḍānandatejomaṇḍalam | tadabhyantare samāsīnamādinārāyaṇaṃ dhyātvā pradakṣiṇanamaskārānvidhāya
vividhopacāraiḥ susampūjya puṣpāñjaliṃ samarpya stutvā
stotraviśeṣaiḥ svarūpeṇāvasthitamupāsakamavalokya tamupāsakamādinārāyaṇaḥ svasiṃhāsane susaṃsthāpya tadvaikuṇṭhavāsibhiḥ
sarvaiḥ samanvitaḥ samastamokṣasāmrājyapaṭṭābhiṣekamuddiśya
mantrapūtairupāsakamānandakalaśairabhiṣicya divyamaṅgalamahāvādyapuraḥsaraṃ vividhopacārairabhyarcya mūrtimadbhiḥ
sarvaiḥ svacihnairalaṅkṛtya pradakṣiṇanamaskārānvidhāya
tvaṃ brahmāsi ahaṃ brahmāsmi āvayorantaraṃ na vidyate tvamevāhaṃ
ahamevatvaṃ ityabhidhāyetyuktvādinārāyaṇastirodadhe tadetyupaniṣat ||
Schluss des 6. Kapitels
ityātharvaṇamahānārāyaṇopaniṣadi paramamokṣamārgasvarūpanirūpaṇaṃ
nāma ṣaṣṭhodhyāyaḥ || 6 ||
Kapitel 7 – Die Herrlichkeit der Brahman-Wonne
athopāsakastadājñayā nityaṃ garuḍamāruhya
vaikuṇṭhavāsibhiḥ sarvaiḥ pariveṣṭito mahāsudarśanaṃ
puraskṛtya viśvaksenaparipālitaścoparyupari gatvā
brahmānandavibhūtiṃ prāpya sarvatrāvasthitābrahmānandamayānanantavaikuṇṭhānavalokya niratiśayānandasāgaro
bhūtvātmārāmānandavibhūtipuruṣānanantānavalokya
tānsarvānupacāraiḥ samabhyarcya taiḥ sarvairabhipūjitaścopāsakastata uparyupari gatvā brahmānandavibhūtiṃ
prāpyānantadivyatejaḥparvatairalaṅkṛtānparamānandalaharīvanaśobhitānasaṃkhyākānānandasamudrānatikramya
vividhavicitrānantaparamatattvavibhūtisamaṣṭiviśeṣānparamakautukānbrahmānandavibhūtiviśeṣanatikramyopāsakaḥ
paramakautukaṃ prāpa |
Kapitel 7 – Das große Rad Sudarshana
tataḥ sudarśanavaikuṇṭhapuramābhāti nityamaṅgalamanantavibhavaṃ
sahasrānandaprakārapariveṣṭitamayutakukṣyupalakṣitamanantotkaṭajvaladaramaṇḍalaṃ niratiśayadivyatejomaṇḍalaṃ
vṛndārakaparamānandaṃ śuddhabuddhasvarūpamanantānandasaudāminīparamavilāsaṃ niratiśayaparamānandapārāvāramanantairānandapuruṣaiścidrūpairadhiṣṭhitam | tanmadhye ca
sudarśanaṃ mahācakram | caraṇaṃ pavitraṃ vitataṃ purāṇaṃ
yena pūtastarati duṣkṛtāni | tena pavitreṇa śuddhena pūtā
atipāpmānamarātiṃ tarema | lokasya dvāramarcimatpavitram |
jyotiṣmadbhrājamānaṃ mahasvat | amṛtasya dhārā bahudhā
dohamānam | caraṇaṃ no loke sudhitāṃ dadhātu | ayutāraṃ
jvalantamayutārasamaṣṭyākaraṃ niratiśayavikramavilāsamanantadivyāyudhadivyaśaktisamaṣṭirūpaṃ mahāviṣṇoranargalapratāpavigrahamayutāyutakoṭiyojanaviśālamanantajvālajālairalaṅkṛtaṃ
samastadivyamaṅgalanidānamanantadivyatīrthānāṃ nijamandiramevaṃ
sudarśanaṃ mahācakraṃ prajvalati |
Kapitel 7 – Die ineinanderliegenden Räder
tasya nābhimaṇḍalasaṃsthāne upalakṣyate niratiśayānandadivyatejorāśiḥ | tanmadhye ca sahasrāracakraṃ prajvalati |
tadakhaṇḍadivyatejomaṇḍalākāraṃ paramānandasaudāminīnicayojjvalam | tadabhyantarasaṃsthāne ṣaṭśatāracakraṃ
prajvalati | tasyāmitaparamatejaḥ paramavihārasaṃsthānaviśeṣaṃ
vijñānaghanasvarūpam | tadantarāle triśatāracakraṃ vibhāti |
tacca paramakalyāṇavilāsaviśeṣamanantacidādityasamaṣṭyākaram |
tadabhyantare śatāracakramābhāti | tacca paramatejomaṇḍalaviśeṣam | tanmadhye ṣaṣṭyaracakramābhāti | tacca
brahmatejaḥparamavilāsaviśeṣam | tadabhyantarasaṃsthāne
ṣaṭkoṇacakraṃ prajvalati | taccāparicchinnānantadivyatejorāśyākaram |
tadabhyantare mahānandapadaṃ vibhāti | tatkarṇikāyāṃ
sūryenduvahnimaṇḍalāni cinmayāni jvalanti | tatropalakṣyate
niratiśayadivyatejorāśiḥ |
Kapitel 7 – Sudarshana-Purusha
tadabhyantarasaṃsthāne yugapaduditānantakoṭiraviprakāśaḥ sudarśanapuruṣo virājate | sudarśanapuruṣo
mahāviṣṇureva | mahāviṣṇoḥ samastāsādhāraṇacihnacihnitaḥ |
evamupāsakaḥ sudarśanapuruṣa dhyātvā vividhopacārairārādhya
pradakṣiṇanamaskārānvidhāyopāsakastenābhipūjitastadanujñātaścoparyupari gatvā paramānandamayānantavaikuṇṭhānavalokyopāsakaḥ
paramānandaṃ prāpa | tata upari vividhavicitrānantacidvilāsavibhūtiviśeṣānatikramyānantaparamānandavibhūtisamaṣṭiviśeṣānantaniratiśayānantasamudrānatītyopāsakaḥ krameṇādvaitasaṃsthānaṃ prāpa ||
Kapitel 7 – Der Ort der Nichtdualität
kathamadvaitasaṃsthānam | akhaṇḍānandasvarūpamanirvācyamatibodhasāgaramamitānandasamudraṃ
vijātīyaviśeṣavivarjitaṃ sajātīyaviśeṣaviśeṣitaṃ
niravayavaṃ nirādhāraṃ nirvikāraṃ nirañjanamanantabrahmānandasamaṣṭikandaṃ paramacidvilāsasamaṣṭyākāraṃ nirmalaṃ niravadyaṃ nirāśrayamatinirmalānantakoṭiraviprakāśaikasphuliṅgamanantopaniṣadarthasvarūpamakhilapramāṇātītaṃ
manovācāmagocaraṃ nityamuktasvarūpamanādhāramādimadhyāntaśūnyaṃ kaivalyaṃ paramaṃ śāntaṃ
sūkṣmataraṃ mahato mahattaramaparimitānandaviśeṣaṃ
śuddhabodhānandavibhūtiviśeṣamanantānandavibhūtiviśeṣasamaṣṭirūpamakṣaramanirdeśyaṃ kūṭasthamacalaṃ dhruvamadigdeśakālamantarbahiśca tatsarvaṃ
vyāpya paripūrṇaṃ paramayogibhirvimṛgyaṃ deśataḥ
kālato vastutaḥ paricchedarahitaṃ nirantarābhinavaṃ
nityaparipūrṇamakhaṇḍānandāmṛtaviśeṣaṃ śāśvataṃ
paramaṃ padaṃ niratiśayānandānantataṭitparvatākāramadvitīyaṃ svayamprakāśamaniśaṃ jvalati | paramānandalakṣaṇāparicchinnānantaparaṃjyotiḥ śāśvataṃ śaśvadvibhāti |
Kapitel 7 – Der Berg aus Bewusstsein
tadabhyantarasaṃsthāne'mitānandacidrūpācalamakhaṇḍaparamānandaviśeṣaṃ bodhānandamahojjvalaṃ
nityamaṅgalamandiraṃ cinmathanāvirbhūtaṃ
citsāramanantāścaryasāgaramamitatejorāśyantargatatejoviśeṣamanantānandapravāhairalaṅkṛtaṃ
niratiśayānandapārāvārākāraṃ nirupamanityaniravadyaniratiśayaniravadhikatejorāśiviśeṣaṃ niratiśayānandasahasraprākārairalaṅkṛtaṃ śuddhabodhasaudhāvaliviśeṣairalaṅkṛtaṃ cidānandamayānantadivyārāmaiḥ
suśobhitaṃ śaśvadamitapuṣpavṛṣṭibhiḥ samantataḥ
santatam |
Kapitel 7 – Das gesuchte höchste Ziel
tadeva tripādvibhūti vaikuṇṭhasthānaṃ tadeva
paramakaivalyam | tadevābādhitaparamatattvam | tadevānantopaniṣadvimṛgyam | tadeva paramayogibhirmumukṣibhiḥ
sarvairāśāsyamānam | tadeva sadghanam | tadeva cidghanam |
tadevānandaghanam | tadeva śuddhabodhaghanaviśeṣamakhaṇḍānandabrahmacaitanyādhidevatāsvarūpam |
Kapitel 7 – Die zweiunddreißig Entfaltungen
sarvādhiṣṭhānamadvayaparabrahmavihāramaṇḍalaṃ
niratiśayānandatejomaṇḍalamadvaitaparamānandalakṣaṇaparabrahmaṇaḥ paramādhiṣṭhānamaṇḍalaṃ niratiśayaparamānandaparamamūrtiviśeṣamaṇḍalamanantaparamamūrtisamaṣṭimaṇḍalaṃ niratiśayaparamānandalakṣaṇaparabrahmaṇaḥ paramamūrtiparamatattvavilāsaviśeṣamaṇḍalaṃ
bodhānandamayānantaparamavilāsavibhūtiviśeṣasamaṣṭimaṇḍalamanantacidvilāsavibhūtiviśeṣasamaṣṭimaṇḍalamakhaṇḍaśuddhacaitanyanijamūrtiviśeṣavigrahaṃ
vācāmagocarānantaśuddhabodhaviśeṣavigrahamanantānandasamudrasamaṣṭyākāramanantabodhācalairadhiṣṭhitaṃ
niratiśayānandaparamamaṅgalaviśeṣasamaṣṭyākāramakhaṇḍādvaitaparamānandalakṣaṇaparabrahmaṇaḥ paramamūrtiparamatejaḥpuñjapiṇḍaviśeṣaṃ cidrūpādityamaṇḍalaṃ
dvātriṃśadvyūhabhedairadhiṣṭhitam |
vyūhabhedāśca keśavādicaturviṃśatiḥ |
sudarśanādinyāsamantrāḥ | sudarśanādi yantroddhāraḥ |
anantagaruḍaviśvaksenāśca niratiśayānandāśca |
Kapitel 7 – Palast, Pranava und acht Silben
ānandavyūhamadhye sahasrakoṭiyojanāyatonnatacinmayaprāsādaṃ brahmānandamayavimānakoṭibhiratimaṅgalamanantopaniṣadarthārāmajālasaṃkulaṃ
sāmahaṃsakūjitairatiśobhitamānandamayānantaśikharairalaṅkṛtaṃ cidānandarasanirjharairabhivyāptamakhaṇḍānandatejorāśyantarasthitamanantānandāścaryasāgaraṃ
tadabhyantarasaṃsthāne'nantakoṭiraviprakāśātiśayaprākāraṃ niratiśayānandalakṣaṇaṃ praṇavākhyaṃ
vimānaṃ virājate | śatakoṭiśikharairānandamayaiḥ
samujjvalati | tadantarāle bodhānandācaloparyaṣṭākṣarīmaṇṭapo vibhāti | tanmadhye ca cidānandamayavedikānandavanavibhūṣitā | tadupari jvalati niratiśayānandatejorāśiḥ |
tadabhyantarasaṃsthāne'ṣṭākṣarīpadmavibhūṣitaṃ
cinmayāsanaṃ virājate | praṇavakarṇikāyāṃ sūryenduvahnimaṇḍalāni cinmayāni jvalanti |
Kapitel 7 – Das große Narayana-Yantra
tatrākhaṇḍānandatejorāśyantargataṃ paramamaṅgalākāramanantāsanaṃ
virājate | tasyopari ca mahāyantraṃ prajvalati | niratiśayabrahmānandaparamamūrtimahāyantraṃ samastabrahmatejorāśisamaṣṭirūpaṃ citsvarūpaṃ nirañjanaṃ parabrahmasvarūpaṃ parabrahmaṇaḥ paramarahasyakaivalyaṃ mahāyantramayaparamavaikuṇṭhanārāyaṇayantraṃ vijayate |
Kapitel 7 – Yantra: Mitte und Sechseck
tatsvarūpaṃ kathamiti |
deśikastatheti hovāca | ādau ṣaṭkoṇacakram | tanmadhye
ṣaṭdalapadmam | tatkarṇikāyāṃ praṇava oṃiti | praṇavamadhye
nārāyaṇabījamiti | tatsādhyagarbhitaṃ mama sarvābhīṣṭasiddhiṃ
kurukuru svāheti | tatpadmadaleṣu viṣṇunṛsiṃhaṣaḍakṣaramantrau oṃ namo viṣṇave aiṃ klīṃ śrīṃ hrīṃ kṣmauṃ phaṭ |
taddalakapoleṣu rāmakṛṣṇaṣaḍakṣaramantrau | rāṃ
rāmāya namaḥ | klīṃ kṛṣṇāya namaḥ | ṣaṭkoṇeṣu
sudarśanaṣaḍakṣaramantraḥ | sahasrāra huṃ phaḍiti | ṣaṭkoṇakapoleṣu praṇavayuktaśivapañcākṣaramantraḥ | oṃ namaḥ
śivāyeti |
Kapitel 7 – Yantra: achtblättriger Lotus
tadbahiḥ praṇavamālāyuktaṃ vṛttam | vṛttādbahiraṣṭadalapadmam | teṣu daleṣu nārāyaṇanṛsiṃhaaṣṭākṣaramantrau | oṃ namo nārāyaṇāya | jayajaya narasiṃha |
taddalasandhiṣu rāmakṛṣṇaśrīkarāṣṭākṣaramantrāḥ |
oṃ rāmāya huṃ phaṭ svāhā | klīṃ dāmodarāya namaḥ |
uttiṣṭha śrīkarasvāhā |
Kapitel 7 – Yantra: neunblättriger Lotus
tadbahiḥ praṇavamālāyuktaṃ vṛttam |
vṛttadbahirnavadalapadmam | teṣu daleṣu rāmakṛṣṇahayagrīvanavākṣaramantrāḥ | oṃ rāmacandrāya namoṃ |
klīṃ kṛṣṇāya govindāya klīm | hlauṃ hayagrīvāya namo
hlauṃ | taddalakapoleṣu dakṣiṇāmūrtirīśvaram |
Kapitel 7 – Yantra: zehnblättriger Lotus
tadbahirnārāyaṇabījayuktaṃ vṛttam | vṛttadbahirdaśadalapadmam |
teṣu daleṣu rāmakṛṣṇadaśākṣaramantrau | huṃ jānakīvallabhāya svāhā | gopījanavallabhāya svāhā | taddalasandhiṣu
nṛsiṃhamālāmantraḥ | oṃ namo bhagavate śrīmahānṛsiṃhāya
karāladaṃṣṭravadanāya mama vighnānpacapaca svāhā |
Kapitel 7 – Yantra: zwölfblättriger Lotus
tadbahirnṛsiṃhaikākṣarayuktaṃ vṛttam | kṣmauṃ ityekākṣaram |
vṛttādbahirdvādaśadalapadmam | teṣu daleṣu nārāyaṇavāsudevadvādaśākṣaramantrau | oṃ namo bhagavate nārāyaṇāya |
oṃ namo bhagavate vāsudevāya | taddalakapoleṣu mahāviṣṇurāmakṛṣṇadvādaśākṣaramantrāśca | oṃ namo bhagavate
mahāviṣṇave | oṃ hrīṃ bharatāgraja rāma klīṃ svāhā |
śrīṃ hrīṃ klīṃ kṛṣṇāya govindāya namaḥ |
Kapitel 7 – Yantra: vierzehnblättriger Lotus
tadbahirjaganmohanabījayuktaṃ vṛttaṃ klīṃ iti | vṛttadbahiścaturdaśadalapadmam |
teṣu daleṣu lakṣmīnārāyaṇahayagrīvagopāladadhivāmanamantrāśca | oṃ hrīṃ hrīṃ śrīṃ śrīṃ lakṣmīvāsudevāya namaḥ |
oṃ namaḥ sarvakoṭisarvavidyārājāya klīṃ kṛṣṇāya
gopālacūḍāmaṇaye svāhā | oṃ namo bhagavate dadhivāmanāya oṃ |
taddalasandhiṣvannapūrṇeśvarīmantraḥ | hrīṃ padmāvatyannapūrṇe
māheśvarī svāhā |
Kapitel 7 – Yantra: sechzehn Blätter und die Vokale
tadbahiḥ praṇavamālāyuktaṃ vṛttam |
vṛttādbahiḥ ṣoḍaśadalapadmam | teṣu daleṣu śrīkṛṣṇasudarśanaṣoḍaśākṣaramantrau ca | oṃ namo bhagavate
rukmiṇīvallabhāya svāhā | oṃ namo bhagavate mahāsudarśanāya
huṃ phaṭ | taddalasandhiṣu svarāḥ sudarśanamālāmantrāśca |
a ā i ī u ū ṛ ṝ ḷ ḹ e ai o au aṃ aḥ |
sudarśanamahācakrāya dīptarūpāya sarvato
māṃ rakṣarakṣa sahasrāra huṃ phaṭ svāhā |
Kapitel 7 – Yantra: achtzehnblättriger Lotus und Garuda
tadbahirvarāhabījayuktaṃ vṛttam | taddhumiti |
vṛttadbahiraṣṭādaśadalapadmam |
teṣu daleṣu śrīkṛṣṇavāmanāṣṭādaśākṣaramantrau |
klīṃ kṛṣṇāya govindāya gopījanavallabhāya svāhā |
oṃ namo viṣṇave surapataye mahābalāya svāhā |
taddalakapoleṣu garuḍapañcākṣarīmantro garuḍamālāmantraśca |
kṣipa oṃ svāhā | oṃ namaḥ pakṣirājāya sarvaviṣabhūtarakṣaḥkṛtyādibhedanāya sarveṣṭasādhakāya svāhā |
Kapitel 7 – Yantra: weiterer achtblättriger Lotus
tadbahirmāyābījayuktaṃ vṛttam | vṛttadbahiḥ punaraṣṭadalapadmam |
teṣu daleṣu śrīkṛṣṇavāmanāṣṭākṣaramantrau |
oṃ namo dāmodarāya | oṃ vāmanāya namaḥ oṃ |
taddalakapoleṣu nīlakaṇṭhatryakṣarīgaruḍapañcākṣarīmantrau ca |
preṃ rīṃ ṭhaḥ | namo'ṇḍajāya |
Kapitel 7 – Yantra: vierundzwanzig Blätter und Gayatris
tadbahirmanmathabījayuktaṃ vṛttam |
vṛttadbahiścaturviṃśatidalapadmam | teṣu daleṣu śaraṇāgatanārāyaṇamantrau nārāyaṇahayagrīvagāyatrī mantrau ca |
śrīmannārāyaṇacaraṇau śaraṇaṃ prapadye śrīmate nārāyaṇāya namaḥ |
nārāyaṇāya vidmahe vāsudevāya dhīmahi |
tanno viṣṇuḥ pracodayāt |
vāgīśvarāya vidmahe hayagrīvāya dhīmahi |
tanno haṃsaḥ pracodayāt |
taddalakapoleṣu nṛsiṃhasudarśanagāyatrīmantrāśca |
vajranakhāya vidmahe tīkṣṇadaṃṣṭrāya dhīmahi |
tanno nṛsiṃhaḥ pracodayāt |
sudarśanāya vidmahe hetirājāya dhīmahi |
tannaścakraḥ pracodayāt |
tatsaviturvareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi |
dhiyo yo naḥ pracodayāt |
Kapitel 7 – Yantra: zweiunddreißig Blätter und Schutzverse
tadbahirhayagrīvaikākṣarayuktaṃ vṛttaṃ hlohsaumiti |
vṛttādbahirdvātriṃśaddalapadmam |
teṣu daleṣu nṛsiṃhahayagrīvānuṣṭubhamantrau ugraṃ
vīraṃ mahāviṣṇuṃ jvalantaṃ sarvatomukham |
nṛsiṃhaṃ bhīṣaṇaṃ bhadraṃ mṛtyumṛtyuṃ namāmyaham |
ṛgyajuḥsāmarūpāya vedāharaṇakarmaṇe |
praṇavodgīthavapuṣe mahāśvaśirase namaḥ |
taddalakapoleṣu rāmakṛṣṇānuṣṭubhamantrau |
rāmabhadra maheśvāsa raghuvīra nṛpottama |
bho daśāsyāntakāsmākaṃ rakṣāṃ dehi śriyaṃ ca me |
devakīsuta govinda vāsudeva jagatpate |
dehi me tanayaṃ kṛṣṇa tvāmahaṃ śaraṇaṃ gataḥ |
Kapitel 7 – Yantra: sechsunddreißig Blätter und Hayagriva
tadbahiḥ praṇavasampuṭitāgnibījayuktaṃ vṛttam |
oṃ ramomiti | vṛttadbahiḥ ṣaṭtriṃśaddalapadmam |
teṣu daleṣu hayagrīvaṣaṭtriṃśadakṣaramantraḥ
punaraṣṭatriṃśadakṣara mantraśca | haṃsaḥ |
viśvottīrṇasvarūpāya cinmayānandarūpiṇe |
tubhyaṃ namo hayagrīva vidyārājāya viṣṇave | so'ham |
hlauṃ oṃ namo bhagavate hayagrīvāya sarvavāgīśvareśvarāya
sarvavedamayāya sarvavidyāṃ me dehi svāhā |
Kapitel 7 – Yantra: vierundzwanzig Namen Vishnus
taddalakapoleṣu praṇavādinamontāśca turthyantāḥ
keśavādicaturviṃśatimantrāśca |
avaśiṣṭadvādaśasthāneṣu rāmakṛṣṇagāyatrīdvayavarṇacatuṣṭayamekaikasthale |
oṃ keśavāya namaḥ | oṃ nārāyaṇāya namaḥ |
oṃ mādhavāya namaḥ | oṃ govindāya namaḥ |
oṃ viṣṇave namaḥ | oṃ madhusūdanāya namaḥ |
oṃ trivikramāya namaḥ | oṃ vāmanāya namaḥ |
oṃ śrīdharāya namaḥ | oṃ hṛṣīkeśāya namaḥ |
oṃ padmanābhāya namaḥ | oṃ dāmodarāya namaḥ |
oṃ saṅkarṣaṇāya namaḥ | oṃ vāsudevāya namaḥ |
oṃ pradyumnāya namaḥ | oṃ aniruddhāya namaḥ |
oṃ puruṣottamāya namaḥ | oṃ adhokṣajāya namaḥ |
oṃ nārasiṃhāya namaḥ | oṃ acyutāya namaḥ |
oṃ janārdanāya namaḥ | oṃ upendrāya namaḥ |
oṃ haraye namaḥ | oṃ śrīkṛṣṇāya namaḥ |
dāśarathāya vidmahe sītāvallabhāya dhīmahi |
tanno rāmaḥ pracodayāt |
dāmodarāya vidmahe vāsudevāya dhīmahi |
tannaḥ kṛṣṇaḥ pracodayāt |
Kapitel 7 – Yantra: die zwölf Kennzeichen
tadbahiḥ praṇavasampuṭitāṅkuśabījayuktaṃ vṛttam | oṃ kromiti |
tadbahiḥ punarvṛttaṃ tanmadhye dvādaśakukṣisthānāni sāntarālāni |
teṣu kaustubhavanamālāśrīvatsasudarśanagaruḍapadmadhvajānantaśārṅgagadāśaṅkhanandakamantrāḥ praṇavādinamaontāścaturthyantāḥ krameṇa |
oṃ kaustubhāya namaḥ | oṃ vanamālāya namaḥ |
oṃ śrīvatsāya namaḥ | oṃ sudarśanāya namaḥ |
oṃ garuḍāya namaḥ | oṃ padmāya namaḥ |
oṃ dhvajāya namaḥ | oṃ anantāya namaḥ |
oṃ śārṅgāya namaḥ | oṃ gadāyai namaḥ |
oṃ śaṅkhāya namaḥ | oṃ nandakāya namaḥ |
Kapitel 7 – Yantra: Formeln in den Zwischenräumen
tadantarāleṣu----oṃ viśvaksenāya namaḥ |
oṃācakrāya svāhā | oṃ vicakrāya svāhā |
oṃ sucakrāya svāhā | oṃ dhīcakrāya svāhā |
oṃ saṃcakrāya svāhā | oṃ jvālacakrāya svāhā |
oṃ kruddholkāya svāhā | oṃ mahotkāya svāhā |
oṃ vīryolkāya svāhā | oṃ dyulkāya svāhā |
oṃ sahasrolkāya svāhā | iti praṇavādi mantrāḥ |
Kapitel 7 – Yantra: Vajras und Schatzformeln
tadbahiḥ praṇavasampuṭitagaruḍapañcākṣarayuktaṃ vṛttam |
oṃ kṣipa oṃ svāhām | oṃ tacca dvādaśavajraiḥ
sāntarālairalaṅkṛtam | teṣu vajreṣu
oṃ padmanidhaye namaḥ | oṃ mahāpadmanidhaye namaḥ |
oṃ garuḍanidhaye namaḥ | śaṅkhanidhaye namaḥ |
oṃ makaranidhaye namaḥ | oṃ kacchapanidhaye namaḥ |
oṃ vidyānidhaye namaḥ | oṃ paramānandanidhaye namaḥ |
oṃ mokṣanidhaye namaḥ | oṃ lakṣmīnidhaye namaḥ |
oṃ brahmanidhaye namaḥ | oṃ śrīmukundanidhaye namaḥ |
oṃ vaikuṇṭhanidhaye namaḥ |
Kapitel 7 – Yantra: Wunschbäume
tatsandhisthāneṣu---oṃ vidyākalpakatarave namaḥ | oṃ muktikalpakatarave namaḥ |
oṃ ānandakalpakatarave namaḥ | oṃ brahmakalpakatarave namaḥ |
oṃ muktikalpakatarave namaḥ | oṃ amṛtakalpakatarave namaḥ |
oṃ bodhakalpakatarave namaḥ | oṃ vibhūtikalpakatarave namaḥ |
oṃ vaikuṇṭhakalpakatarave namaḥ | oṃ vedakalpakatarave namaḥ |
oṃ yogakalpakatarave namaḥ | oṃ yajñakalpakatarave namaḥ |
oṃ padmakalpakatarave namaḥ |
Kapitel 7 – Yantra: Shiva-Gayatri und Brahman-Mantra
tacca śivagāyatrīparabrahmamantrāṇāṃ
varṇairvṛttākāreṇa saṃveṣṭya |
tatpuruṣāya vidmahe mahādevāya dhīmahi |
tanno rudraḥ pracodayāt |
śrīmannārāyaṇo jyotirātmā nārāyaṇaḥ paraḥ |
nārāyaṇaparaṃ brahma nārāyaṇa namo'stu te |
Kapitel 7 – Yantra: vierzig Blätter, Vyahritis und Sonne
tadbahiḥ praṇavasampuṭitaśrībījayuktaṃ vṛttam |
oṃ śrīmomiti | vṛttādbahiścatvāriṃśaddalapadmam |
teṣu daleṣu vyāhṛtiśiraḥsampuṭitavedagāyatrīpādacatuṣṭayasūryāṣṭākṣaramantrau |
oṃ bhūḥ | oṃ bhuvaḥ | oṃ suvaḥ | oṃ mahaḥ |
oṃ janaḥ | oṃ tapaḥ | oṃ satyam |
oṃ tatsaviturvareṇyam | oṃ bhargo devasya dhīmahi |
oṃ dhiyo yo naḥ pracodayāt | oṃ parorajase sāvadom |
oṃ āpojyotī raso'mṛtaṃ brahma bhūrbhuvaḥ suvarom |
oṃ ghṛṇiḥ sūrya ādityaḥ |
Kapitel 7 – Yantra: Hamsa und Narayanas Waffenmantra
taddalasandhiṣu
praṇavaśrībījasampuṭitanārāyaṇabījaṃ sarvatra |
oṃ śrīmaṃ śrīmom | tadbahiraṣṭaśūlāṅkitabhūcakram |
cakrāntaścakṣurdikṣu haṃsaḥsohammantrau praṇavasampuṭitā
nārāyaṇāstramantrāśca | oṃ haṃsaḥ soham |
oṃ namo nārāyaṇāya huṃ phaṭ |
Kapitel 7 – Yantra: fünfzig Blätter und Girlandenmantras
tadbahiḥ praṇavamālāsaṃyuktaṃ
vṛttam | vṛttādbahiḥ pañcāśaddalapadmam |
teṣu daleṣu mātṛkā pañcāśadakṣaramālā lakāravarjyā |
taddalasandhiṣu praṇavaśrībījasampuṭitarāmakṛṣṇamālāmantrau |
oṃ śrīmoṃ namo bhagavate raghunandanāya rakṣoghnaviśadāya
madhuraprasannavadanāyāmitatejase balāya rāmāya viṣṇave namaḥ |
śrīmoṃ namaḥ kṛṣṇāya devakīputrāya vāsudevāya
nirgalacchedanāya sarvalokādhipataye sarvajaganmohanāya viṣṇave
kāmitārthadāya svāhā śrīmom |
Kapitel 7 – Yantra: Nilakantha und die Weltenhüter
tadbahiraṣṭaśūlāṅkitabhūcakram |
teṣu praṇavasampuṭitamahānīlakaṇṭhamantravarṇāni |
āūmmoṃ namo nīlakaṇṭhāya | oṃ śūlāgreṣu lokapālamantrāḥ
praṇavādinamontāścaturthyantāḥ krameṇa |
oṃ indrāya namaḥ | oṃ agnaye namaḥ | oṃ yamāya namaḥ |
oṃ nirṛtaye namaḥ | oṃ varuṇāya namaḥ | oṃ vāyave namaḥ |
oṃ somāya namaḥ | oṃ īśānāya namaḥ |
Kapitel 7 – Yantra: äußere Umfassungen
tadbahiḥ praṇavamālāyuktaṃ vṛttatrayam |
tadbahirbhūpuracatuṣṭayaṃ caturdvārayutaṃ
cakrakoṇacatuṣṭayamahāvajravibhūṣitaṃ
teṣu vajreṣu praṇavaśrībījasampuṭitāmṛtabījadvayam |
oṃ śrīṃ ṭhaṃ vaṃ śrīmomiti |
Kapitel 7 – Yantra: Gänge der Umfassungen
bahirbhūpuravīthyām ---oṃ ādhāraśaktyai namaḥ | oṃ mūlaprakṛtyai namaḥ |
oṃ ādikūrmāya namaḥ | oṃ anantāya namaḥ |
oṃ pṛthivyai namaḥ | madhyabhūpuravīthyām ---oṃ kṣīrasamudrāya namaḥ | oṃ ratnadvīpāya namaḥ |
oṃ maṇimaṇḍapāya namaḥ | oṃ śvetacchatrāya namaḥ |
oṃ kalpakavṛkṣāya namaḥ | oṃ ratnasiṃhāsanāya namaḥ |
Kapitel 7 – Yantra: die erste Umfassung
prathamabhūpuravīthyāmoṃ dharmajñānavairāgyaiśvaryādharmājñānāvairāgyānaiśvaryasatvarajastamomāyāvidyānantapadmāḥ praṇavādinamontāścaturthyantāḥ krameṇa |
Kapitel 7 – Yantra: die innere Kreisbahn
antavṛttavīthyāmomanugrahāyai namaḥ | oṃ namo bhagavate
viṣṇave sarvabhūtātmane vāsudevāya sarvātmasaṃyogayogapīṭhātmane namaḥ |
Kapitel 7 – Die zehn Glieder des Yantras
vṛttavakāśeṣu----bījaṃ prāṇaṃ
ca śaktiṃ ca dṛṣṭiṃ vaśyādikaṃ tathā |
mantrayantrākhyagāyatrīprāṇasthāpanameva ca |
bhūtadikpālabījāni yantrasyāṅgāni vai daśa |
mūlamantramālāmantrakavacadigbandhanamantrāśca |
Kapitel 7 – Verehrung und Wirkung des Yantras
evaṃvidhametadyantraṃ mahāmantramayaṃ yogadhīrāntaiḥ
paramantrairalaṅkṛtaṃ ṣoḍaśopacārairabhyarcitaṃ
japahomādinā sādhitametadyantraṃ śuddhabrahmatejomayaṃ
sarvābhayaṅkaraṃ samastaduritakṣayakaraṃ sarvābhīṣṭasampādakaṃ sāyujyamuktipradametatparamavaikuṇṭhamahānārāyaṇayantraṃ prajvalati |
Kapitel 7 – Meditationsgestalt Narayanas
tasyopari ca niratiśayānandatejorāśyabhyantarasamāsīnaṃ vācāmagocarānandatejorāśyākāraṃ citsārāvirbhūtānandavigrahaṃ bodhānandasvarūpaṃ niratiśayasaundaryapārāvāraṃ turīyasvarūpaṃ
turīyātītaṃ cādvaitaparamānandanirantarātiturīyaniratiśayasaundaryānandapārāvāraṃ lāvaṇyavāhinīkallolataṭidbhāsuraṃ
divyamaṅgalavigrahaṃ mūrtimadbhiḥ paramamaṅgalairupasevyamānaṃ
cidānandamayairanantakoṭiraviprakāśairanantabhūṣaṇairalaṅkṛtaṃ
sudarśanapāñcajanyapadmagadāsiśārṅgamusalaparighādyaiścinmayairanekāyudhagaṇairmūrtimadbhiḥ susevitam |
Kapitel 7 – Yantra-Einschub: acht Kräfte
bāhyavṛttavīthyāṃ vimalotkarṣiṇī jñāna kriyā yoga prahvī
satyeśānā praṇavādinamontāścaturthyantāḥ krameṇa |
Kapitel 7 – Schmuck, Shesha und Duft
śrīvatsakaustubhavanamālāṅkitavakṣasaṃ brahmakalpavanāmṛtapuṣpavṛṣṭibhiḥ santatamānandaṃ brahmānandarasanirbharairasaṃkhyairatimaṅgalaṃ śeṣāyutaphaṇājālavipulacchatraśobhitaṃ
tatphaṇāmaṇḍalodarcirmaṇidyotitavigrahaṃ tadaṅgakāntinirjharaistataṃ
niratiśayabrahmagandhasvarūpaṃ niratiśayānandabrahmagandhaviśeṣakāramanantabrahmagandhākārasamaṣṭiviśeṣamanantānandatulasīmālyairabhinavaṃ cidānandamayānantapuṣpamālyairvirājamānaṃ
Kapitel 7 – Licht und Verehrung
tejaḥpravāhataraṅgatatparamparābhirjvalantaṃ niratiśayānandaṃ
kāntiviśeṣāvartairabhito'niśaṃ prajvalantaṃ bodhānandamayānantadhūpadīpāvaliniratiśobhitaṃ niratiśayānandacāmaraviśeṣaiḥ
parisevitaṃ nirantaranirupamaniratiśayotkaṭajñānānandānantagucchaphalairalaṅkṛtaṃ cinmayānandadivyavimānacchatradhvajarājibhirvirājamānaṃ paramamaṅgalānantadivyatejobhirjvalantamaniśaṃ
Kapitel 7 – Die formlose Tiefe der Meditationsgestalt
vācāmagocaramanantatejorāśyantargatamardhamātrātmakaṃ
turyaṃ dhvanyātmakaṃ turīyātītamavācyaṃ nādabindukalādhyātmasvarūpaṃ cetyādyanantākāreṇāvasthitaṃ nirguṇaṃ niṣkriyaṃ
nirmalaṃ niravadyaṃ nirañjanaṃ nirākāraṃ nirāśrayaṃ niratiśayādvaitaparamānandalakṣaṇamādinārāyaṇaṃ dhyāyedityupaniṣat ||
Schluss des 7. Kapitels
ityātharvaṇamahānārāyaṇopaniṣadi paramamokṣasvarūpanirūpaṇadvārā tripādvibhūtiparamavaikuṇṭhamahānārāyaṇayantrasvarūpanirūpaṇaṃ nāma saptamo'dhyāyaḥ || 7 ||
Kapitel 8 – Vielfalt und Nichtdualität
tataḥ pitāmahaḥ paripṛcchati bhagavantaṃ mahāviṣṇuṃ
bhagavañchuddhādvaitaparamānandalakṣaṇaparabrahmaṇastava
kathaṃ viruddhavaikuṇṭhaprāsādaprākāravimānādyanantavastubhedaḥ |
satyamevoktamiti bhagavānmahāviṣṇuḥ pariharati | yathā
śuddhasuvarṇasya kaṭakamukuṭāṅgadādibhedaḥ | yathā
samudrasalilasya sthūlasūkṣmataraṅgaphenabudbuadakaralavaṇapāṣāṇādyanantavastubhedaḥ | yathā bhūmeḥ parvatavṛkṣatṛṇagulmalatādyanantavastubhedaḥ | tathaivādvaitaparamānandalakṣaṇaparabrahmaṇo mama sarvādvaitamupapannaṃ bhavatyeva |
matsvarūpameva sarvaṃ madvyatiriktamaṇumātraṃ na vidyate |
Kapitel 8 – Ein Befreiungsziel und unendliche Welten
punaḥ pitāmahaḥ paripṛcchati | bhagavan paramavaikuṇṭha eva
paramamokṣaḥ | paramamokṣastveka eva śrūyate sarvatra |
kathamanantavaikuṇṭhāścānantānandasamudrādayaścānantamūrtayaḥ santīti | tatheti hovāca bhagavānmahāviṣṇuḥ |
ekasminnavidyāpāde'nantakoṭibrahmāṇḍāni sāvaraṇāni śrūyante |
tasminnekasminnaṇḍe bahavo lokāśca bahavo vaikuṇṭhāścānantavibhūtayaśca santyeva | sarvāṇḍeṣvānantalokāścānantavaikuṇṭhāḥ santīti sarveṣāṃ khalvabhimatam | pādatraye'pi
kiṃ vaktavyaṃ niratiśayānandāvirbhāvo mokṣa iti mokṣalakṣaṇaṃ
pādatraye vartate | tasmātpādatrayaṃ paramamokṣaḥ | pādatrayaṃ
paramavaikuṇṭhaḥ | pādatrayaṃ paramakaivalyamiti |
tataḥ śuddhacidānandabrahmavilāsānandāścānantaparamānandavibhūtayaścānantavaikuṇṭhāścānantaparamānandasamudrādayaḥ
santyeva |
Kapitel 8 – Das Eingehen in Narayana
upāsakastato'bhyetyaivaṃvidhaṃ nārāyaṇaṃ dhyātvā
pradakṣiṇanamaskārānvidhāya vividhopacārairabhyarcya
niratiśayādvaitaparamānandalakṣaṇo bhūtvā tadagre sāvadhānenopaviśyādvaitayogamāsthāya sarvādvaitaparamānandalakṣaṇākhaṇḍāmitatejorāśyākāraṃ vibhāvyopāsakaḥ svayaṃ śuddhabodhānandamayāmṛtaniratiśayānandatejorāśyākāro bhūtvā
mahāvākyārthamanusmaran brahmāhamasmi ahamasmi
brahmāhamasmi yo'hamasmi brahmāhamasmi ahamevāhaṃ māṃ
juhomi svāhā | ahaṃ brahmeti bhāvanayā yathā paramatejomahānadīpravāhaparamatejaḥpārāvāre praviśati | yathā paramatejaḥpārāvārataraṅgāḥ paramatejaḥpārāvāre praviśanti | tathaiva saccidānandātmopāsakaḥ sarvaparipūrṇādvaitaparamānandalakṣaṇe parabrahmaṇi
nārāyaṇe mayi saccidātmako'hamajo'haṃ paripūrṇo'hamasmīti
praviveśa | tata upāsako nistaraṅgādvaitāpāraniratiśayasaccidānanda
samudro babhūva |
Kapitel 8 – Vollendung auf diesem Weg
yastvanena mārgeṇa samyagācarati sa nārāyaṇo
bhavatyasaṃśayameva | anena mārgeṇa sarve munayaḥ siddhiṃ gatāḥ |
asaṃkhyātāḥ paramayoginaśca siddhiṃ gatāḥ |
Kapitel 8 – Yoga mit und ohne Stütze
tataḥ śiṣyo guruṃ paripṛcchati | bhagavantsālambanirālambayogau kathamiti brūhīti | sālambastu samastakarmātidūratayā karacaraṇādimūrtiviśiṣṭaṃ maṇḍalādyālambanaṃ
sālambayogaḥ | nirālambastu samastanāmarūpakarmātidūratayā
sarvakāmādyantaḥkaraṇavṛttisākṣitayā tadālambanaśūnyatayā
ca bhāvanaṃ nirālambayogaḥ |
Kapitel 8 – Warum Bhakti empfohlen wird
atha ca nirālambayogādhikārī
kīdṛśo bhavati | amānitvādilakṣaṇopalakṣito yaḥ puruṣaḥ
sa eva nirālambayogādhikārī kāryaḥ kaścidasti | tasmātsarveṣāmadhikāriṇāmanadhikāriṇāṃ bhaktiyoga eva praśasyate | bhaktiyogo
nirupadravaḥ | bhaktiyogānmuktiḥ | buddhimatāmanāyāsenācirādeva
tattvajñānaṃ bhavati | tatkathamiti | bhaktavatsalaḥ svayameva sarvebhyo
mokṣavighnebhyo bhaktiniṣṭhānsarvānparipālayati | sarvābhīṣṭānprayacchati | mokṣaṃ dāpayati | caturmukhādīnāṃ sarveṣāmapi
vinā viṣṇubhaktyā kalpakoṭibhirmokṣo na vidyate | kāraṇena vinā
kāryaṃ nodeti | bhaktyā vinā brahmajñānaṃ kadāpi na jāyate |
tasmāttvamapi sarvopāyānparityajya bhaktimāśraya | bhaktiniṣṭho
bhava | bhaktiniṣṭho bhava | bhaktyā sarvasiddhayaḥ sidhyanti |
bhaktyā'sādhyaṃ na kiṃcidasti |
Kapitel 8 – Die Verwirklichung des Schülers
evaṃvidhaṃ gurūpadeśamākarṇya
sarvaṃ paramatattvarahasyamavabudhya sarvasaṃśayānvidhūya
kṣiprameva mokṣaṃ sādhayāmīti niścitya tataḥ śiṣyaḥ samutthāya
pradakṣiṇanamaskāraṃ kṛtvā gurubhyo gurupūjāṃ vidhāya
gurvanujñayā krameṇa bhaktiniṣṭho bhūtvā bhaktyatiśayena
pakvaṃ vijñānaṃ prāpya tasmādanāyāsena śiṣyaḥ kṣiprameva
sākṣānnārāyaṇo babhūvetyupaniṣat ||
Kapitel 8 – Mahavishnus abschließende Unterweisung
tataḥ provācat bhagavān mahāviṣṇuścaturmukhamavalokya
brahman paramatattvarahasyaṃ te sarvaṃ kathitam | tatsmaraṇamātreṇa mokṣo bhavati | tadanuṣṭhānena sarvamaviditaṃ viditaṃ
bhavati | yatsvarūpajñāninaḥ sarvamaviditaṃ viditaṃ bhavati | tatsarvaṃ
paramarahasyaṃ kathitam | guruḥ ka iti | guruḥ sākṣādādinārāyaṇaḥ
puruṣaḥ | sa ādinārāyaṇo'hameva | tasmānmāmekaṃ śaraṇaṃ
vraja | madbhaktiniṣṭho bhava | madīyopāsanāṃ kuru | māmeva
prāpsyasi | madvyatiriktaṃ sarvaṃ bādhitam | madvyatiriktamabādhitaṃ
na kiṃcidasti | niratiśayānandādvitīyo'hameva | sarvaparipūrṇo'hameva |
sarvāśrayo'hameva | vācāmagocaranirākāraparabrahmasvarūpo'hameva |
madvyatiriktamaṇumātraṃ na vidyate |
Kapitel 8 – Brahmas Bitte
ityevaṃ mahāviṣṇoḥ paramimamupadeśaṃ
labdhvā pitāmahaḥ paramānandaṃ prāpa | viṣṇoḥ karābhimarśanena
divyajñānaṃ prāpya pitāmahastataḥ samutthāya pradakṣiṇanamaskārānvidhāya vividhopacārairmahāviṣṇuṃ prapūjya prāñjalirbhūtvā
vinayenopasaṃgamya bhagavan bhaktiniṣṭhāṃ me prayaccha | tvadabhinnaṃ
māṃ paripālaya kṛpālaya |
Kapitel 8 – Die Frucht der Verehrung
tathaiva sādhusādhviti sādhupraśaṃsāpūrvakaṃ
mahāviṣṇuḥ provāca | madupāsakaḥ sarvotkṛṣṭaḥ sa bhavati |
madupāsanayā sarvamaṅgalāni bhavanti |
madupāsanayā sarvaṃ jayati | madupāsakaḥ sarvavandyo bhavati |
madīyopāsakasyāsādhyaṃ na kiṃcidasti | sarve bandhāḥ
pravinaśyanti | sadvṛttamiva sarve devāstaṃ sevante |
mahāśreyāṃsi ca sevante | madupāsakastasmānniratiśayādvaitaparamānandalakṣaṇaparabrahma bhavati |
Kapitel 8 – Phalashruti: das Studium der Upanishad
yastu paramatattvarahasyātharvaṇamahānārāyaṇopaniṣadamadhīte sarvebhyaḥ
pāpebhyo mukto bhavati | jñānājñānakṛtebhyaḥ pātakebhyo
mukto bhavati | mahāpātakebhyaḥ pūto bhavati | rahasyakṛtaprakāśakṛtacirakālātyantakṛtebhyastebhyaḥ sarvebhyaḥ
pāpebhyo mukto bhavati | sa sakalalokāñjayati | sa sakalamantrajapaniṣṭho bhavati | sa sakalavedāntarahasyādhigataparamārthajño
bhavati | sa sakalabhogabhugbhavati | sa sakalayogavidbhavati | sa sakalajagatparipālako bhavati | so'dvaitaparamānandalakṣaṇaṃ parabrahma
bhavati |
Kapitel 8 – Die Regeln der Weitergabe
idaṃ paramatattvarahasyaṃ na vācyaṃ gurubhaktivihīnāya |
na cāśuśrūṣave vācyam | na tapovihīnāya nāstikāya |
na dāmbhikāya madbhaktivihīnāya | mātsaryāṅkitatanave na
vācyam | na vācyaṃ madasūyāparāya kṛtaghnāya |
Kapitel 8 – Abschluss des Gesprächs
idaṃ
paramarahasyaṃ yo madbhakteṣvabhidhāsyati | madbhaktiniṣṭho
bhūtvā māmeva prāpsyati | āvayorya imaṃ saṃvādamadhyeṣyati |
sa naro brahmaniṣṭho bhavati | śraddhāvānanasūyuḥ śṛṇuyātpaṭhati vā ya imaṃ saṃvādamāvayoḥ sa puruṣo matsāyujyameti |
tato mahāviṣṇustirodadhe | tato brahmā svasthānaṃ jagāmetyupaniṣat ||
Schluss des 8. Kapitels
ityātharvaṇamahānārāyaṇopaniṣadi paramasāyujyamuktisvarūpanirūpaṇaṃ nāmāṣṭamo'dhyāyaḥ || 8 ||
Schlusskolophon
iti tripādvibhūtimahānārāyaṇopaniṣatsamāptā ||
Vollständige deutsche Übersetzung
Eröffnungsvers
Wo die Verwirrung durch den eigenen Unwissenheitsbereich zur Aufhebung gelangt, bleibt nur das Eigene, das als dreivierteliger Narayana bezeichnet wird.
Shanti-Mantra
Om. Ihr Götter, mögen wir mit den Ohren Heilsames hören. Ihr Verehrungswürdigen, mögen wir mit den Augen Heilsames sehen. Mit festen Gliedern und Körpern euch preisend, mögen wir die von den Göttern zugedachte Lebenszeit verbringen.
Kapitel 1 – Brahmas Frage
Um das Geheimnis der höchsten Wirklichkeit zu erkennen, übte Parameshthin tausend Jahre nach göttlicher Zeitrechnung Askese. Nach Ablauf dieser tausend Jahre fragte Brahma den erhabenen Mahavishnu, der durch die äußerst heftige Askese zufriedengestellt war: „Erhabener, erkläre mir das Geheimnis der höchsten Wirklichkeit. Nur du kannst es darlegen, kein anderer. Warum? Dies wird nun gesagt:“
Kapitel 1 – Lobpreis Mahavishnus
Du allein bist allwissend. Du allein bist allmächtig. Du allein bist die Grundlage von allem. Du allein bist das Wesen von allem. Du allein bist der Herr aller. Du allein bist der alles in Bewegung setzt. Du allein bist der alles erhält. Du allein bist der alles zurücknimmt. Du allein bist von der Natur des Seienden und Nichtseienden. Du allein bist vom Seienden und Nichtseienden verschieden. Du allein bist innen und außen durchdringend. Du allein bist feiner als das überaus Feine. Du allein bist größer als das überaus Große. Du allein bist der alle Wurzelunwissenheit aufhebt. Du allein bist die Spielstätte der Unwissenheit. Du allein bist der Träger der Unwissenheit. Du allein bist durch Erkenntnis zu erkennen. Du allein bist die Erkenntnis selbst. Du allein bist jenseits der Erkenntnis. Du allein bist der Grund aller Ursachen. Du allein bist die Gesamtheit aller Ursachen. Du allein bist die Einzelgestalt aller Ursachen. Du allein bist ungeteilte Glückseligkeit. Du allein bist vollkommene Glückseligkeit. Du allein bist unübertreffliche Glückseligkeit. Du allein bist das Vierte des Vierten. Du allein bist jenseits des Vierten. Du allein bist durch unzählige Upanishaden zu suchen. Du allein bist durch alle Lehrwerke zu suchen. Du allein bist durch alle Götter, mit Brahma, Ishana und Purandara an ihrer Spitze, und durch alle Überlieferungen zu suchen. Du allein bist von allen Befreiung Suchenden zu suchen. Du allein bist von den Unsterblichen zu suchen. Du allein bist von Unsterblichkeit erfüllt. Du allein bist von Unsterblichkeit erfüllt. Du allein bist von Unsterblichkeit erfüllt. Du allein bist alles. Du allein bist alles. Du allein bist alles. Du allein bist Befreiung, du allein gewährst Befreiung, du allein bist jedes Mittel zur Befreiung.
Kapitel 1 – Der einzige Lehrer
„Nichts besteht außer dir. Was auch immer als von dir verschieden erscheint, ist vollständig widerlegt: Dies ist gewiss. Deshalb bist du allein der Sprecher, du allein der Lehrer, du allein der Vater, du allein der Lenker aller. Du allein bist alles und stets zu betrachten: Davon bin ich überzeugt.“
Kapitel 1 – Die alte Lehrer-Schüler-Unterweisung
Mahavishnu, der die höchste Wirklichkeit kennt, wurde sehr erfreut und sprach, nachdem er ihn mit „Gut, gut!“ gelobt hatte: „Ich werde dir das ganze Geheimnis der höchsten Wirklichkeit erzählen. Höre aufmerksam. Brahma, in der Devadarshi genannten Schule des Atharvaveda ist in der Atharvana-Mahanarayana-Upanishad, die das Geheimnis der höchsten Wirklichkeit heißt, ein altes Gespräch zwischen Lehrer und Schüler berühmt. Durch die Erkenntnis seines Wesens gelangten einst die Großen ganz zum Brahmansein. Wer es hört, dessen sämtliche Bindungen vergehen; wer es erkennt, hat alle Geheimnisse erkannt. Wie ist sein Wesen?“
Kapitel 1 – Die Bitte des Schülers
Ein ruhiger, beherrschter, zutiefst entsagter, ganz reiner Schüler, dem Lehrer ergeben und in Askese gefestigt, suchte einen in Brahman gegründeten Lehrer auf. Er umschritt ihn nach rechts, warf sich lang nieder, faltete die Hände, näherte sich bescheiden und bat: „Erhabener Lehrer, erläutere mir das Geheimnis der höchsten Wirklichkeit.“ Mit größter Achtung und Freude würdigte der Lehrer den Schüler und sagte: „Nun wird die Folge der Upanishad vom Geheimnis der höchsten Wirklichkeit erklärt. Höre aufmerksam.“
Kapitel 1 – Was Brahman ist
„Wie ist Brahman? Brahman wird in den drei Zeiten nicht aufgehoben; es wird zu keiner Zeit aufgehoben. Brahman besitzt die Gestalt mit und ohne Eigenschaften. Es ist ohne Anfang, Mitte und Ende. Wahrhaftig, all dies ist Brahman. Brahman steht über Maya und über den Gunas. Es ist unendlich, unermesslich, ungeteilt und vollkommen. Es ist ohne Zweites, höchste Glückseligkeit, rein, bewusst, frei, seinem Wesen nach wahr, alldurchdringend, ungetrennt und unbegrenzt. Brahman ist Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit und leuchtet aus sich selbst. Es liegt außerhalb des Bereichs von Geist und Sprache. Durch unermesslich viele Vedanta-Lehren ist es zu erkennen. Es ist frei von Begrenzung durch Ort, Zeit und Gegenstand, in jeder Hinsicht vollkommen, das Vierte, gestaltlos und eines. Brahman ist nichtdual und unaussagbar. Es ist der Pranava; als Pranava wird es bezeichnet. Es besteht aus sämtlichen Mantras, beginnend mit dem Pranava.“
Kapitel 1 – Die vier Viertel
„Brahman besteht aus vier Vierteln. Was ist dieses vierteilige Brahman? Das Viertel der Unwissenheit, das Viertel der guten Erkenntnis, das Viertel der Glückseligkeit und das vierte Viertel. Das vierte Viertel ist das Vierte des Vierten und das Über-das-Vierte-Hinaus. Wie unterscheiden sich die vier Viertel? Das Unwissenheitsviertel ist das erste, das Erkenntnisviertel das zweite, das Glückseligkeitsviertel das dritte und das vierte Viertel das vierte. Die Wurzelunwissenheit liegt allein im ersten Viertel, nirgendwo sonst. Erkenntnis-, Glückseligkeits- und Viertes-Anteile durchdringen alle Viertel. Wie besteht dann ein Unterschied zwischen Erkenntnis und den anderen? Das jeweils Vorherrschende gibt den jeweiligen Namen; in Wirklichkeit besteht nur Ungetrenntheit. Das eine untere Viertel ist mit Unwissenheit vermischt; die oberen drei Viertel sind unsterblich und durch reine Bewusstheit und Glückseligkeit gekennzeichnet. Dies ist unaussagbar, nicht anweisbar, seinem Wesen nach der eine Geschmack ungeteilter Glückseligkeit.“
Kapitel 1 – Das ewige Vaikuntha
„Im mittleren Bereich des mittleren Viertels strahlt das ewige Vaikuntha wie ein Strom unermesslichen Lichts. Es leuchtet in der Gestalt der eigenen Form unübertrefflicher Glückseligkeit und ungeteilter Brahman-Wonne. Wie unbegrenzte Kreise sichtbar werden, so erstrahlt Mahavishnus höchster Zustand, leuchtend in der Masse unermesslichen göttlichen Vishnu-Lichts und ungeteilter Glückseligkeit. Die höchste Stätte Vishnus erscheint wie ein Gefäß des unsterblichen Nektars inmitten des Milchozeans.“
Kapitel 1 – Adinarayana im Licht
„Wie der Sudarshana-Purusha im göttlichen Sudarshana-Licht und wie Surya-Narayana im Sonnenkreis sichtbar ist, so erscheint Adinarayana innerhalb der Lichtfülle, die durch unermessliche, unbegrenzte, nichtduale höchste Glückseligkeit gekennzeichnet ist.“
Kapitel 1 – Narayana als das eine Brahman
„Er allein ist Brahman als das Vierte, er allein steht über dem Vierten, er allein ist Vishnu. Er ist das durch sämtliche Brahmanbezeichnungen Bezeichnete, das höchste Licht, jenseits von Maya, Gunas, Zeit und allen Handlungen, wahr und frei von begrenzenden Bedingungen. Er ist der höchste Herr, der uralte Purusha, bezeichnet durch sämtliche Mantras, beginnend mit dem Pranava. Ohne Anfang und Ende, unter Bezeichnungen wie Ursprung, Ort, Zeit, Gegenstand und Viertes stets vollkommen, ganz, von wahrhaftigem Entschluss, im Selbst erfreut, besitzt er ein durch die drei Zeiten nicht aufgehobenes eigenes Wesen. Er ist eigenes Licht und besteht aus eigenem Leuchten; nichts steht mit ihm auf gleicher Grundlage, nichts ist ihm gleich oder überlegen. Bei ihm gibt es weder Tag-Nacht-Teilung noch Zeitteilung nach Jahren und Ähnlichem. Seine aus eigener Glückseligkeit bestehende Herrlichkeit ist unendlich und undenkbar. Er wird Selbst, inneres Selbst, höchstes Selbst, Erkenntnisselbst, Viertes Selbst und mit weiteren Namen bezeichnet. Nichtduale höchste Glückseligkeit, alldurchdringend, ewig, makellos, ohne Unterscheidungen, unbefleckt, nicht beschreibbar, rein: der eine Gott Narayana. Einen zweiten gibt es nicht.“ Wer so erkennt, erlangt durch seine Verehrung zweifellos die Vereinigung mit ihm: so die Upanishad.
Schluss des 1. Kapitels
Damit endet in der Atharvana-Mahanarayana-Upanishad das 1. Kapitel mit dem Titel „Darstellung des Wesens der vier Viertel“.
Kapitel 2 – Gestalt und Gestaltlosigkeit
Der Schüler sagte zum erhabenen Lehrer: „Erhabener, du hast die Ewigkeit Vaikunthas und Narayanas erklärt und gesagt, dies sei eben das Vierte. Vaikuntha und Narayana besitzen aber Gestalt; das Vierte ist gestaltlos. Was Gestalt besitzt, hat Teile; das Gestaltlose ist ohne Teile. Daher sagt die Offenbarung: Das Gestaltete ist vergänglich, das Gestaltlose ewig. Auch der Schluss ‚Alles aus Teilen Bestehende ist vergänglich‘ und die unmittelbare Wahrnehmung zeigen dies. Deshalb wäre es angemessen, ihre Vergänglichkeit auszusagen. Wie konntest du Ewigkeit lehren? Durch die Offenbarung ‚Das Vierte ist unvergänglich‘ ist dessen Ewigkeit bekannt. Ewigkeit und Vergänglichkeit sind einander entgegengesetzte Eigenschaften; beides in einem Brahman wäre völlig widersprüchlich. Deshalb wäre es angemessen, von Vaikuntha und Narayana Ewigkeit auszusagen [so der widersprüchliche Schluss der Vorlage].“ Der Lehrer entgegnete: „Richtig gesprochen. Das Gestaltete ist zweifach: mit begrenzender Bedingung und ohne begrenzende Bedingung. Wie ist das bedingte Gestaltete? Das ganze auf Unwissenheit beruhende Geflecht von Wirkungen und Ursachen liegt allein im Unwissenheitsviertel, nirgendwo sonst. Deshalb ist alles durch Unwissenheit bedingte Gestaltete aus Teilen zusammengesetzt und wegen dieser Zusammensetzung notwendig vergänglich. Damit ist das bedingte Gestaltete erklärt. Wie ist dann das unbedingte Gestaltete? Es ist dreifach: Gestalt der Brahmanerkenntnis, Gestalt der Glückseligkeit und Gestalt von beidem.“
Kapitel 2 – Wiederholte Dreiteilung
„Gestalt der Brahmanerkenntnis, Gestalt der Glückseligkeit und Gestalt von beidem.“
Kapitel 2 – Ewige und befreite Gestalt
„Auch diese drei Gestalten sind wiederum zweifach: ewige Gestalt und Gestalt der Befreiten. Die ewige Gestalt ist ohne Anfang und Ende und bleibt immer. Die Gestalt derer, die durch Verehrung zur Befreiung gelangt sind, ist die Gestalt der Befreiten. Sie tritt durch ungeteilte Erkenntnis hervor und ist ebenfalls ewig.“
Kapitel 2 – Warum die unbedingte Gestalt ewig ist
„Die Gestalt des Befreiten ist dem eigenen Willen gemäß“, sagen andere. „Wie kann sie ewig sein?“ Weil sie Bewusstseinsgestalt Brahmans ist, dessen Wesen nichtdual, ungeteilt, vollkommen, unübertreffliche höchste Glückseligkeit, rein, bewusst, frei und wahr ist, steht die Ewigkeit der unbedingten Gestalt fest. Da sie ohne Teile ist, ist auch etwas ihr Überlegenes von vornherein ausgeschlossen. Brahman-Bewusstsein ist ohne Teile: Dies hört man in sämtlichen Upanishaden und Lehrabschlüssen aller Schriften.
Kapitel 2 – Unterschied nach Vorherrschen
„Ferner wird doch die Ungetrenntheit von Erkenntnis, Glückseligkeit und Viertem gelehrt. Wie kann es überall unterschiedliche Gestalten von Erkenntnis und Weiterem geben?“ Der Lehrer antwortet: „Richtig. Wo Erkenntnis vorherrscht, spricht man von Erkenntnisgestalt; wo Glückseligkeit vorherrscht, von Glückseligkeitsgestalt; wo beides vorherrscht, von einer Gestalt beider. Der Unterschied besteht hier allein im Vorherrschen; in Wirklichkeit ist dieser Unterschied eben Ungetrenntheit.“
Kapitel 2 – Das Beispiel des Windgottes
„Erhabener, Gestalt und Gestaltlosigkeit sind widersprüchliche Eigenschaften des höchsten Brahman, das durch ungeteilte, nichtduale höchste Glückseligkeit gekennzeichnet ist. Wie kann es beide Gegensätze umfassen?“ Der Lehrer antwortet: „Richtig. Überall wird gelehrt, dass der allgegenwärtige gestaltlose große Wind und der gestaltete große Windgott, der aus jenem besteht und als Herr der Haut bekannt ist, ungetrennt sind. Ebenso hört man überall von Erde und anderen besonderen Gottheiten mit durchdringenden Körpern sowie von ihren eigenen göttlichen Gestalten, die davon unterschieden und doch nicht verschieden, durchdringend und begrenzt sind. Ebenso besteht beim höchsten Brahman, dem Wesen von allem, kein Widerspruch zwischen Gestalt und Gestaltlosigkeit. Erkennt man das Wesen des höchsten Brahman mit seinen vielfältigen, wunderbaren, unendlichen Kräften, besteht kein Widerspruch; fehlt diese Erkenntnis, entstehen endlose Widersprüche. Ferner wird bei Rama, Krishna und den übrigen Herabkünften überall die Betrachtung der höchsten Wirklichkeit und Herrlichkeit des nichtdualen, höchst glückseligen Brahman als ihr Eigenes beschrieben. Was wäre dann erst vom allseits vollkommenen höchsten Brahman zu sagen? Würde man diesem in Wahrheit allein Gestaltlosigkeit und keine Gestalt zuschreiben, müsste es wie der nur gestaltlose Raum unbewusst sein. Deshalb sind beim höchsten Brahman Gestalt und Gestaltlosigkeit in Wahrheit in seiner eigenen Natur begründet.“
Kapitel 2 – Öffnen und Schließen der Augen
Durch Öffnen und Schließen der Augen Adinarayanas, dessen Wesen so als nichtduale höchste Glückseligkeit beschrieben wurde, entstehen Aufgang, Bestand und Auflösung der Wurzelunwissenheit. Einmal öffnet der im Selbst ruhende, in allem vollkommene Adinarayana nach eigenem Willen die Augen. Aus dem Unoffenbaren tritt die Wurzel hervor, und die Wurzelunwissenheit erscheint.
Kapitel 2 – Entstehung der Elemente
Dadurch wird das mit dem Wort „Sein“ bezeichnete Brahman mit Unwissenheit vermischt. Daraus entsteht Mahat, aus Mahat Ahamkara, aus Ahamkara die fünf feinen Elementprinzipien, aus ihnen die fünf großen Elemente. Aus den fünf großen Elementen entsteht ein Unwissenheitsei, das ein Viertel Brahmans umfasst.
Kapitel 2 – Narayana im einen Viertel
Dort war Narayana: in Wahrheit über den Gunas, aus reinem Sattva bestehend, spielerisch mit unübertrefflicher Glückseligkeit bekleidet und mit Maya als Bedingung. Er ist der ewig vollkommene Narayana im Vaikuntha der Einviertelherrlichkeit. Als Ursache der höchsten Ursache des gesamten Geflechts von Wirkungen und Ursachen – Entstehen, Bestand, Auflösung und anderem unzähliger Millionen Welteier – steht er siegreich da: jenseits der großen Maya, das Vierte, der höchste Herr.
Kapitel 2 – Die kosmische Gestalt Virat
Aus ihm entsteht die grobe kosmische Gestalt Virat, die Wurzel aller Ursachen. Dieser Purusha besitzt unendlich viele Köpfe, Augen, Hände, Füße und Ohren; er bleibt, alles umhüllend, und durchdringt alles. Er besitzt die Natur mit und ohne Eigenschaften, die Gestalt von Erkenntnis, Stärke, Herrschaft, Kraft und Licht, die Gestalt vielfältiger, wunderbarer, unendlicher Welten. Er ist die Gestalt unendlicher heilsamer Eigenschaften wie unübertrefflicher, uneingeschränkter Allwissenheit, Allmacht und Lenkung von allem, die Gestalt einer unendlichen göttlichen Lichtfülle außerhalb der Reichweite der Sprache. Er durchdringt das ganze Unwissenheitsei. Er ist die Spielgestalt des höchsten Brahman, das durch unübertreffliche, nichtduale höchste Glückseligkeit gekennzeichnet und die besondere Grundlage der unendlichen Spiele der großen Maya ist.
Kapitel 2 – Entstehung der Welten und Götter
Im Inneren jeder seiner Haarporen entstehen unzählige Millionen Welteier und unbewegliche Wesen. In jedem dieser Welteier erscheint eine Herabkunft Narayanas. Aus Narayana entsteht Hiranyagarbha, aus Narayana die kosmische Gestalt des Welteis, aus Narayana die Prajapatis, die alle Welten erschaffen; aus Narayana die elf Rudras, alle Welten, Indra und sämtliche Götter. Die zwölf Adityas, alle Vasus, alle Rishis, alle Wesen und sämtliche vedischen Metren entstehen allein aus Narayana, entfalten sich aus Narayana und lösen sich in Narayana auf.
Kapitel 2 – Alles ist Narayana
Ewig, unvergänglich, höchster Selbstherrscher ist er. Brahma ist Narayana, Shiva ist Narayana, Shakra ist Narayana; die Hauptrichtungen und Zwischenrichtungen sind Narayana, die Zeit ist Narayana und jede Handlung ist Narayana. Gestaltetes und Ungestaltetes sind Narayana; alles Ursachenhafte und alles Wirkungshafte sind Narayana. Von beidem unterschieden ist Narayana. Höchstes Licht, selbstleuchtend, aus Brahman-Wonne bestehend, ewig, ohne Unterscheidungen, unbefleckt, nicht beschreibbar, rein ist der eine Gott Narayana; einen zweiten gibt es nicht. Nichts ist ihm gleich oder überlegen. Wer dies in Wahrheit zweifelsfrei weiß, zerschneidet sämtliche Bindungen, überschreitet den Tod und wird befreit, wird befreit. Wer so erkennt und ihn stets verehrt, wird Narayana, wird Narayana: so die Upanishad.
Schluss des 2. Kapitels
Damit endet in der Atharvana-Mahanarayana-Upanishad das 2. Kapitel mit dem Titel „Darstellung des gestalteten und gestaltlosen Wesens des höchsten Brahman“.
Kapitel 3 – Die zwei Arten der Erscheinungswelt
Der Schüler sagte: „So sei es, erhabener Lehrer, Kenner der höchsten Wirklichkeit. Du hast die Reihenfolge des Aufgangs der großen Wurzelunwissenheit mit ihrem Spiel erklärt. Wie entsteht danach die Erscheinungswelt? Erkläre dies eingehend; ich möchte ihre Wirklichkeit erkennen.“ Der Lehrer stimmte zu und sagte: „Die gesamte Erscheinungswelt wird als anfangslos gesehen. Man zweifelt, ob sie ewig oder nicht ewig sei. Auch die Erscheinungswelt ist zweifach: die der Erkenntnis und die der Unwissenheit. Die Ewigkeit der Erkenntniswelt steht fest, weil sie das Spiel ewiger Glückseligkeit und Bewusstheit ist und weil ihr Wesen reine, bewusste, freie, wahre Glückseligkeit ist. Wie ist es mit Ewigkeit oder Vergänglichkeit der Unwissenheitswelt? Manche nennen sie hinsichtlich ihres fortlaufenden Stroms ewig; andere nennen sie vergänglich, weil Auflösung und Ähnliches gelehrt werden. Beides trifft nicht zu. Warum? Die ganze Unwissenheitswelt ist nur das Spiel der großen Maya als Zusammenziehen und Entfalten. In Wahrheit besteht nichts, da sie das Spiel einer anfangslosen Wurzelunwissenheit ist, die auch keinen Augenblick [eigenständig] besteht. Wie? Brahman ist nur eines, ohne ein Zweites. Hier gibt es keinerlei Vielheit. Deshalb ist alles von Brahman Verschiedene aufgehoben. Allein das höchste Brahman ist wahr: Brahman ist Wahrheit, Erkenntnis und Unendlichkeit.“
Kapitel 3 – Brahmas Zeitmaß
„Wie wird die Wurzelunwissenheit mit ihrem Spiel wieder eingezogen?“ Mit größter Achtung und Freude lehrt der Lehrer: „Tausend Zyklen aus vier Weltaltern bilden Brahmas Tag; ebenso lange dauert seine Nacht. Tag und Nacht bilden einen vollständigen Tag. In diesem einen Tag entstehen, bestehen und vergehen [die Welten] bis hinauf nach Satyaloka. Fünfzehn Tage bilden eine Monatshälfte, zwei Monatshälften einen Monat, zwei Monate eine Jahreszeit, drei Jahreszeiten ein Halbjahr, zwei Halbjahre ein Jahr. Hundert Jahre nach Brahmas Zeitmaß sind die höchste Lebensspanne Brahmas. So lange währt sein Bestand. Am Ende geht der kosmische Purusha des Welteis in seinen eigenen Anteil Hiranyagarbha ein; [Hiranyagarbha] geht in seine Ursache, das höchste Selbst, Narayana als Bewahrer des Welteis, ein. Wiederum hundert Jahre dauert seine Auflösung. Dann lösen sich alle Jivas in der Urnatur auf. Die Auflösung ist völlige Leere.“
Kapitel 3 – Das Zeitmaß des Weltenbewahrers
„Brahmas Bestand und Auflösung heißen Tag und Nacht Mahavishnus, der als Anteil Adinarayanas herabgekommen ist und das Weltei bewahrt. Beide bilden einen vollständigen Tag. Nach entsprechender Gliederung in Tag, Monatshälfte, Monat, Jahr und Weiteres wird sein Bestand auf hundert Crore Jahre seines Maßes bestimmt. Am Ende geht er in seinen eigenen Anteil, den großen kosmischen Purusha, ein. Dann vergeht das Weltei samt Hülle. Die Hülle des Welteis vergeht; sie ist eine Gestalt Vishnus. Ebenso lange dauert seine Auflösung; bei ihr ist alles leer.“
Kapitel 3 – Das Zeitmaß des ursprünglichen Virat
„Bestand und Auflösung Mahavishnus als Bewahrer des Welteis heißen Tag und Nacht des ursprünglichen kosmischen Purusha. Sie bilden einen vollständigen Tag. Nach entsprechender Gliederung in Tag, Monatshälfte, Monat, Jahr und Weiteres wird sein Bestand auf hundert Crore Jahre seines Maßes bestimmt. Am Ende geht der ursprüngliche kosmische Purusha in seinen eigenen Anteil Narayana mit Maya als Bedingung ein. Seine Auflösung dauert so lange wie sein Bestand; bei der Auflösung ist alles leer.“
Kapitel 3 – Das Ende des Unwissenheitseis
„Bestand und Auflösung Virats heißen Tag und Nacht Adinarayanas als Bewahrer des Wurzelunwissenheitseis. Beide bilden einen vollständigen Tag. Wieder wird nach Tag, Monatshälfte, Monat, Jahr und Weiterem sein Bestand auf hundert Crore Jahre seines Maßes bestimmt. Am Ende schließen sich nach dem Willen Narayanas der Dreiviertelherrlichkeit die Augen. Dadurch löst sich das Wurzelunwissenheitsei samt Hülle auf.“
Kapitel 3 – Die Rückkehr zum eigenen Wesen
„Dann tritt die Wurzelunwissenheit samt ihrem Spiel, mit allen Wirkungen und Bedingungen versehen, vom Seienden und Nichtseienden verschieden, unaussagbar, ohne Kennzeichen, von der Natur des Erscheinens und Verschwindens, anfangslos, Ursache aller Ursachen und durch die unendliche große Maya näher bestimmt, in die äußerst feine Wurzelursache, das Unoffenbare, ein. Das Unoffenbare tritt in Brahman ein wie Feuer ohne Brennstoff. So findet Adinarayana mit Maya als Bedingung zu seinem eigenen Wesen zurück; alle Jivas finden ebenfalls zu ihrem eigenen Wesen zurück. Wie ein Kristall nahe einer Hibiskusblüte rot erscheint und bei deren Fehlen als reiner Kristall, so erscheint auch Brahman durch die Bedingung Maya als mit Eigenschaften, begrenzt und so weiter. Durch Auflösung der Bedingung erscheint es als eigenschaftslos, teilelos und so weiter: so die Upanishad.“
Schluss des 3. Kapitels
Damit endet in der Atharvana-Mahanarayana-Upanishad das 3. Kapitel mit dem Titel „Darstellung der Auflösung der Wurzelunwissenheit“.
Kapitel 4 – Das ungeteilte Brahman
Om. Danach besteht Unterschiedslosigkeit und höchste Reinheit. Das Unwissenheitsviertel wird ganz rein. Es ist das Alleinsein, dessen Kennzeichen reine Erkenntnis und Glückseligkeit sind. Die vier Viertel Brahmans werden unterschiedslos. Es ist das durch Ungeteiltheit gekennzeichnete, ungeteilt vollkommene, selbstleuchtende Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit; ohne Zweites und ohne einen Herrn über sich. Es ist das Wesen aller Wirkungen und Ursachen, ungeteilte verdichtete Bewusstseinswonne, von überaus göttlicher, heilvoller Gestalt; eine besondere Lichtfülle unübertrefflicher Glückseligkeit, eine alles erfüllende, unendliche Säule aus Bewusstsein, eine besondere Gestalt reiner Erkenntnis und Glückseligkeit; die Gesamtgestalt unendlicher Entfaltungen des Bewusstseins, die besondere Gestalt wunderbarer, erstaunlicher Glückseligkeit und Herrlichkeit, die Gestalt einer Fülle göttlicher Blitze unendlicher, vollkommener Glückseligkeit. So wird das Wesen des nichtdualen Brahman ungeteilter Glückseligkeit beschrieben.
Kapitel 4 – Vier Viertel und Nichtdualität
Der Schüler sagt: „Erhabener, wie kann von verschiedenen Vierteln und Weiterem die Rede sein, und wie ist das Wesen dabei als nichtdual dargestellt?“ Der Lehrer antwortet: „Es gibt keinen Widerspruch. Nur das nichtduale Brahman ist wirklich. Ebenso wurde gesagt: Eine Teilung Brahmans wurde nicht gelehrt; es gibt nichts von Brahman Verschiedenes. Die Rede von verschiedenen Vierteln und Weiterem ist gerade eine Darstellung von Brahmans Wesen. Dies wird erklärt: Brahman besteht aus vier Vierteln. Davon ist eines das Unwissenheitsviertel. Die drei Viertel sind unsterblich. Dargestellt wurde eben, was eine Upanishad eines anderen Überlieferungszweigs lehrt:“
Kapitel 4 – Schriftworte über das höchste Licht
„Jenseits der Dunkelheit ist das Licht, durch höchste Glückseligkeit gekennzeichnet. Brahman besteht aus drei Vierteln: höchstes, ewiges Alleinsein. Ich kenne diesen großen Purusha, sonnenfarben, jenseits der Dunkelheit. Wer ihn so erkennt, wird hier unsterblich. Es gibt keinen anderen Weg zum Hingelangen. Er heißt das Licht aller Lichter jenseits der Dunkelheit. Als Träger aller, von undenkbarer Gestalt, sonnenfarben, leuchtet das höchste Licht über der Dunkelheit. Das Eine, Unoffenbare, von unendlicher Gestalt, das All, uralt, jenseits der Dunkelheit: eben dies nennt man Ordnung, eben dies Wahrheit. Es ist das Wahre; es wird das höchste, ganz reine Brahman genannt.“
Kapitel 4 – Das unsterbliche Dreiviertel
„Das Wort Dunkelheit bezeichnet Unwissenheit. Alle Wesen sind ein Viertel von ihm; seine drei Viertel sind unsterblich im Himmel. Mit drei Vierteln stieg der Purusha empor; ein Viertel von ihm wurde hier wiederum. Von dort schritt er nach allen Seiten hinaus zu dem, was isst, und dem, was nicht isst. Die drei Viertel, Erkenntnis, Glückseligkeit und das Vierte genannt, sind unsterblich. Das Übrige ist die Grundlage der Unwissenheit.“
Kapitel 4 – Blick nach außen und innen
„Wie sind das Augenöffnen und Augenschließen des im Selbst ruhenden, anfangslosen Narayana beschaffen? Was ist ihr Wesen?“ Der Lehrer sagt: „Der nach außen gerichtete Blick ist das Öffnen, der nach innen gerichtete Blick das Schließen. Mit nach innen gerichtetem Blick das eigene Wesen betrachten: eben dies ist das Schließen. Mit nach außen gerichtetem Blick das eigene Wesen betrachten: eben dies ist das Öffnen. So lange wie das Öffnen dauert auch das Schließen. Während des Öffnens besteht Unwissenheit; während des Schließens löst sie sich auf. Wenn das Öffnen geschieht, erhebt sich durch die Kraft uralter, äußerst feiner Prägungen die Unwissenheit erneut. Wie zuvor entstehen die Wirkungen der Unwissenheit.“
Kapitel 4 – Jiva, Ishvara und Maya
„Aufgrund der verschiedenen Bedingungen von Wirkung und Ursache erscheint auch die Verschiedenheit von Jiva und Ishvara. Dieser Jiva hat die Wirkung als Bedingung, Ishvara die Ursache. Ishvaras große Maya untersteht seinem Befehl und folgt seinem Entschluss; sie ist durch vielfältige unendliche Kräfte großer Maya [die Satzverbindung ist beschädigt] ein Entstehungshaus unendlicher Maya-Netze, die Spielleibgestalt Mahavishnus, unerkennbar für Brahma und die anderen.“
Kapitel 4 – Spiegelungen des Bewusstseins
„Nur wer Vishnu verehrt, überschreitet diese große Maya; andere überschreiten sie niemals, auch nicht durch vielfältige Mittel. Die inneren Organe sind Wirkungen der Unwissenheit; [die folgende Zeit- und Entstehungsangabe ist beschädigt]. Brahman-Bewusstsein spiegelt sich in ihnen. Diese Spiegelungen werden Jivas genannt. Alle Jivas haben das innere Organ als Bedingung: so sagt man.“
Kapitel 4 – Weitere Bestimmungen des Jiva
„Alle Jivas haben einen aus den großen Elementen entstandenen feinen Leib als Bedingung: so sagen die einen. Das im Intellekt gespiegelte Bewusstsein seien die Jivas: so meinen andere. Zwischen diesen Bedingungen besteht keine völlige Verschiedenheit.“
Kapitel 4 – Das Spiel und der Kreislauf
„Der allseits vollkommene Narayana spielt mit dieser eigenen Kraft stets nach freiem Willen. Die Jivas hingegen, die auf flüchtige, in Wahrheit nicht vorhandene Sinnesfreuden hoffen, geraten in das wesenlose Rad des Samsara. So besteht die anfangslose Folge aufgrund der verkehrten Täuschung des anfangslosen Samsara: so die Upanishad.“
Schluss des 4. Kapitels
Damit endet im Atharvana-Überlieferungszweig, in der Tripadvibhuti-Mahanarayana-Upanishad, das vierte Kapitel: „Darstellung des höchsten Wirklichkeitswesens des höchsten Brahman, das jenseits der großen Maya liegt und durch ungeteilte, nichtduale höchste Glückseligkeit gekennzeichnet ist“.
Abschluss des ersten Buches
Das erste Buch ist abgeschlossen.
Kapitel 5 – Wiederkehr der Unwissenheit und Befreiung
Nachdem der Schüler den erhabenen Lehrer begrüßt hat, fragt er: „Erhabener, wie kann vollständig vernichtete Unwissenheit wieder entstehen?“ Der Lehrer sagt: „Die Frage ist berechtigt. Wie Frösche und andere Wesen zu Beginn der Regenzeit wieder hervortreten, so tritt die vollständig vernichtete Unwissenheit zur Zeit des Augenöffnens wieder hervor.“ – „Erhabener, wie entsteht die anfangslose Samsara-Täuschung der Jivas, und wie hört sie auf? Was ist der Befreiungsweg, wie wird Befreiung erlangt, was ist ihr Mittel? Wie ist Befreiung beschaffen? Was ist Befreiung als Vereinigung? All dies soll der Wahrheit gemäß erklärt werden.“ Der Lehrer würdigt den Schüler mit großer Achtung und Freude und sagt: „Höre aufmerksam.“
Kapitel 5 – Die Verwechslung mit dem Körper
„Durch das besondere Netz unzähliger, verschiedenartiger, überaus starker Prägungen schlechter Taten, eingeübt in unzähligen elenden Geburten, entsteht keine Unterscheidung von Körper und Selbst. Daher wird die Verwechslung des Selbst mit dem Körper immer fester. Durch die Kraft der irrigen Prägungen – ‚Ich bin unwissend, ich weiß nur wenig, ich bin ein Jiva, ich bin ganz und gar leidvoll, ich bin seit anfangsloser Zeit dem Samsara unterworfen‘ – wendet man sich nur dem Samsara zu. Ein Mittel, davon abzulassen, ist dabei niemals vorhanden.“
Kapitel 5 – Unersättliches Streben
„Man erfährt unwirkliche, traumgleiche Sinnengenüsse, erhofft unablässig verschiedenartige, zahllose, äußerst schwer erfüllbare Wünsche und läuft stets unbefriedigt umher. Man nimmt unendlich viele verschiedene grobe und feine, hohe und niedrige Körper an, erfährt die jeweils zu diesem Körper bestimmten mannigfaltigen guten und schlechten, schon wirksam gewordenen Taten. Bei Menschen, deren inneres Organ von den Netzen der Prägungen dieser Tatfolgen durchzogen ist, entsteht immer wieder nur das Streben nach den Gegenständen dieser Folgen. Eine Hinwendung zum Weg aus dem Samsara entsteht niemals. Deshalb erscheint das Unerwünschte als erwünscht und das Erwünschte als unerwünscht: aufgrund der verkehrten Täuschung des anfangslosen Samsara.“
Kapitel 5 – Warum die Einsicht ausbleibt
„So haben alle Jivas bezüglich des gewünschten Gegenstands Vorstellungen von Freude und Leid. Eine Hinwendung zur in Wahrheit unaufhebbaren Freude Brahmans entsteht jedoch nicht, weil die Erkenntnis ihres Wesens fehlt. Man weiß nicht, was sie ist; auch fehlt die Untersuchung: ‚Wie kommt Bindung zustande, wie Befreiung?‘ Warum? Weil Unwissenheit überwiegt. Warum überwiegt sie? Weil die Prägungen von Hingabe, Erkenntnis und Leidenschaftslosigkeit fehlen. Warum fehlen sie? Weil das innere Organ besonders stark verunreinigt ist.“
Kapitel 5 – Die Hinwendung zum heilsamen Weg
„Wie kann man also den Samsara überschreiten?“ Der Lehrer erklärt dies: „Das Geheimnis der Lehrabschlüsse sämtlicher Veden und Shastras [lautet]: Durch das Reifen außerordentlich guter Taten, die in Geburten eingeübt wurden, entsteht Gemeinschaft mit guten Menschen. Daraus entsteht die Unterscheidung von Gebot und Verbot, daraus die Hinwendung zu gutem Wandel. Aus gutem Wandel folgt die Tilgung aller Verfehlungen; dadurch wird das innere Organ ganz rein. Es ersehnt dann den Blick des wahren Lehrers. Durch einen besonderen Bruchteil dieses Blicks werden alle Vollendungen erreicht; alle Bindungen vergehen, alle Hindernisse des Heils lösen sich auf, alles Heilsame kommt von selbst.“
Kapitel 5 – Lehrerunterweisung und Herzensöffnung
„Wie ein von Geburt Blinder keine Kenntnis sichtbarer Formen hat, so gibt es ohne die Unterweisung des Lehrers auch in Millionen Weltzeitaltern keine Erkenntnis der Wirklichkeit. Durch einen besonderen Bruchteil des Blicks des wahren Lehrers entsteht daher bald Wirklichkeitserkenntnis. Wenn sein Blick zuteilwird, entsteht Vertrauen beim Hören von Erzählungen über den Erhabenen, bei Meditation und Weiterem. Dadurch löst sich der im Herzen befindliche Knoten anfangsloser schlechter Prägungen. Dann vergehen alle im Herzen wohnenden Wünsche. Darauf erscheint das höchste Selbst in der Mitte des Herzlotus.“
Kapitel 5 – Reifung zur Befreiung im Leben
„Dann entsteht immer festere Hingabe an Vishnu; daraus wächst Leidenschaftslosigkeit. Daraus tritt unterscheidende Erkenntnis hervor. Durch Übung reift diese Erkenntnis allmählich. Durch gereifte Einsicht wird man im Leben befreit. Alle guten und schlechten Taten samt Prägungen vergehen. Durch die nun festere reine sattvische Prägung wird Hingabe überaus stark. Dadurch erscheint Narayana in allen Zuständen als alles durchdringend; alle Welten erscheinen aus Narayana bestehend. Nichts ist von Narayana verschieden. In dieser Einsicht bewegt sich der Verehrende überall. Durch ununterbrochene Folgen von Samadhi erscheinen überall und in allen Zuständen Gestalten des Weltenherrn. Diesem großen Menschen wird hier und dort unmittelbare Schau Ishvaras zuteil.“
Kapitel 5 – Die meditative Himmelsreise beginnt
„Wenn in ihm der Wunsch aufkommt, den Körper abzulegen, kommen alle Gefährten Vaikunthas zusammen. Er meditiert zuerst über den Erhabenen, vergegenwärtigt sich das im Herzlotus ruhende Selbst, verehrt es mit angemessenen Gaben, spricht das Hamsa-Mantra, hält alle Tore geschlossen und sammelt den Geist vollständig. Mit dem aufsteigenden Lebenswind und dem Pranava, in Betrachtung des Pranava, tritt er langsam durch die Brahmaöffnung aus. Mit dem Mantra ‚So ham‘ vereinigt er sich mit dem Erkenntnisselbst am Ende von zwölf [Fingerbreiten], verehrt es mit fünf Gaben, vereinigt sich erneut mit ‚So ham‘ mit dem Erkenntnisselbst am Ende von sechzehn [Fingerbreiten] und verehrt es angemessen. Er legt den früheren natürlichen Leib ab und nimmt eine neu vorgestellte Gestalt an, Mahavishnu gleich: aus Mantra, reinem Brahman-Licht und unübertrefflicher Glückseligkeit. Er zieht den Strom eines anderen Flusses unübertrefflicher Glückseligkeit heran, der aus dem großen Zeh der unendlichen göttlichen Lotusfüße im Sonnenkreis entspringt, badet in der Vorstellung darin und verehrt das Selbst mit Kleidern, Schmuck und anderen Gaben. So wird er unmittelbar Narayana.“
Kapitel 5 – Durch die himmlischen Bereiche
„Dann verneigt er sich vor dem Lehrer und meditiert über Pranava-Garuda. Den durch Meditation erscheinenden großen Pranava-Garuda verehrt er mit fünf Gaben. Mit Erlaubnis des Lehrers, nach Umschreitung und Verneigung, besteigt er Pranava-Garuda. Er trägt sämtliche besonderen Kennzeichen Mahavishnus und dessen besonderen göttlichen Schmuck. Mit dem Sudarshana-Purusha vor sich, von Vishvaksena geschützt und von Vaikunthas Gefährten umgeben, tritt er in den Himmelsweg ein. Er überschreitet die zahlreichen heiligen Welten zu beiden Seiten und wird von deren heiligen Menschen verehrt. In Satyaloka verehrt er Brahma und wird von Brahma und allen Bewohnern Satyalokas verehrt. Er erreicht Shivas Ishana-Kaivalya, meditiert über Shiva, verehrt ihn und wird von Shiva und seinen Scharen verehrt. Er überschreitet die Bereiche der großen Rishis, durchdringt Sonnen- und Mondkreis, meditiert über Kilaka-Narayana, schaut den Dhruva-Kreis und verehrt den erhabenen Dhruva. Er durchdringt den Shimshumara-Kreis, verehrt den Prajapati Shimshumara und verehrt den ewigen, alles tragenden Mahavishnu in der Kreismitte. Von ihm geehrt, steigt er immer höher, erlangt höchste Glückseligkeit und leuchtet.“
Kapitel 5 – Der Fluss Viraja
„Dann kommen alle Bewohner Vaikunthas. Er verehrt sie alle und wird von allen verehrt. Er steigt höher, erreicht den Fluss Viraja und badet darin. Nachdem er über den Erhabenen meditiert hat, taucht er wieder ein und legt dort den feinen Körper ab, das aus den noch nicht verfünffachten Elementen entstandene feine Organ zum Erleben. Er nimmt allein eine göttliche Lichtgestalt aus Mantra und unübertrefflicher Glückseligkeit an, Mahavishnu gleich. Er taucht auf, vollzieht Selbstverehrung, Umschreitung und Verneigung, betritt das aus Brahman bestehende Vaikuntha und verehrt dessen Bewohner besonders.“
Kapitel 5 – Der Berg der Brahman-Wonne
„In dessen Mitte glänzt ein unvergleichlicher, ewiger, makelloser, unübertrefflicher, unbegrenzter Berg der Brahman-Wonne. Ihn kennzeichnen unendliche Reihen von Mauern, Palästen, Torbögen, himmlischen Gebäuden und Hainen aus Brahman-Wonne, mit leuchtenden Spitzen. Darüber strahlt eine göttliche Lichtfülle unübertrefflicher Glückseligkeit. In ihrem Inneren leuchtet reine Erkenntnis und Glückseligkeit. Darin befindet sich ein Altar aus Bewusstsein, geschmückt mit einem Altar und einem Hain der Glückseligkeit. Darin ist eine unermessliche Lichtfülle, die darüber leuchtet; ein höchst heilvoller Sitz glänzt.“
Kapitel 5 – Adinarayana auf Sheshas Windungen
„In der Mitte dieses Lotus glänzt ein reiner Sitz aus Sheshas Windungen. Er meditiert über den darauf sitzenden Adinarayana, den Bewahrer der Glückseligkeit, verehrt diesen Herrn mit verschiedenen Gaben, vollzieht Umschreitungen und Verneigungen und steigt mit dessen Erlaubnis weiter empor. Er überschreitet fünf Vaikunthas, erreicht das Alleinsein des kosmischen Virat des Welteis und verehrt ihn. Der Verehrende erlangt höchste Glückseligkeit: so die Upanishad.“
Schluss des 5. Kapitels
Damit endet in der Atharvana-Mahanarayana-Upanishad das 5. Kapitel mit dem Titel „Darstellung des höchsten Befreiungswegs durch Erklärung des Mittels zum Überschreiten des Samsara“.
Kapitel 6 – Jenseits des Welteis
Von dort, wo der Verehrende höchste Glückseligkeit erlangt hat, durchdringt er das Weltei samt seinen Hüllen, blickt ringsum, schaut dessen Wesen und erkennt durch Brahman-Erkenntnis, wie es in Wahrheit beschaffen ist. Alle Veden, Shastras, Epen und Puranas, sämtliche Wissensgebiete, alle Götter von Brahma an und alle höchsten Rishis beschreiben nur einen Teil der Erscheinungswelt innerhalb des Welteis. Sie kennen dessen Wesen nicht und kennen erst recht nicht die Erscheinungswelt außerhalb. Wie sollten sie das Innere und Äußere anderer Welteier kennen? Noch ferner liegt ihnen die Kenntnis der Befreiungswelt und der Unwissenheit.
Kapitel 6 – Beschreibung des kosmischen Eis
Wie ist das Weltei beschaffen? Es hat die Form eines Hühnereis; Mahat und die weiteren Prinzipien bilden seinen Gesamtzusammenhang [die Wortverbindung ist beschädigt]. Es ist golden, glänzt wie erhitztes Jambunada-Gold und wie Millionen aufgehender Sonnen. Es umfasst vier Arten von Schöpfung, ist von den fünf großen Elementen, von Mahat, Ichbildung und Dunkelheit umhüllt und von der Wurzel-Prakriti umgeben. Die Wand des Eis ist eineinviertel Crore Yojanas breit; ebenso jede Hülle. Das Maß rings um das Ei beträgt zwanzigtausend Crore Yojanas. Es wird von unendlichen Kräften wie dem großen Frosch getragen, ist Narayanas Spielball und haftet wie ein Atom an der Vishnu-Welt. Unzählige verschiedenartige, nie gesehene und nie gehörte Besonderheiten kennzeichnen es.
Kapitel 6 – Unzählige Welteier
Rings um dieses Weltei leuchten unzählige Millionen ebensolcher Welteier samt Hüllen. Sie werden von Anteilen Narayanas beherrscht, in denen Rajas vorherrscht: Schöpfer je einer Welt, mit vier, fünf, sechs, sieben, acht und in entsprechender Folge bis zu tausend Gesichtern. Weitere Narayana-Anteile heißen Vishnu und Maheshvara; bei ihnen herrschen Sattva und Tamas vor, und sie erhalten beziehungsweise lösen je eine Welt auf. Die Eier bewegen sich wie unzählige Schwärme von Fischen und Blasen in einer großen Wasserflut. Wie Amala-Früchte auf der Hand eines spielenden Kindes entfalten sich Millionen Welteier in Mahavishnus Hand. Wie Reihen von Töpfen an einem Wasserrad kreisen unzählige Millionen Welteier samt Hüllen in jeder seiner Haarporen.
Kapitel 6 – Avidya-Lakshmi
Durch Brahman-Erkenntnis erfasst er das Geheimnis der Erscheinungswelt innerhalb und außerhalb aller Welteier. Er schaut die besonderen Gesamtheiten mannigfaltiger unendlicher höchster Herrlichkeit, taucht in einen überaus wunderbaren Nektarozean ein und wird selbst zum Meer unübertrefflicher Glückseligkeit. Er überschreitet sämtliche Welteinetze und den unermesslichen, unbegrenzten, unendlichen Ozean der Dunkelheit. Er erblickt die Stadt der Wurzelunwissenheit und meditiert so über Avidya-Lakshmi, die Mutter der Wurzel-Prakriti: umgeben von vielfältigen unendlichen Erscheinungen großer Maya, Gesamtgestalt ihrer unendlichen Kräfte, geschmückt mit Netzen unendlicher göttlicher Lichtflammen, besondere Grundlage unendlicher Maya-Spiele, stets auf dem Berg unermesslicher Glückseligkeit weilend. Er verehrt sie mit verschiedenen Gaben und verneigt sich vor der großen Vaishnavi-Maya, der Mutter der Gesamtheit aller Welteier. Mit ihrer Erlaubnis steigt er höher und erreicht den Ort Mahavirats.
Kapitel 6 – Die Gestalt Mahavirats
Wie ist Mahavirat beschaffen? Virat umfasst das ganze Unwissenheitsviertel. Der eine Gott, überall Augen, überall Gesichter, überall Hände und überall Füße besitzend, fügt mit Armen und Flügeln zusammen und erzeugt Himmel und Erde. Seine Gestalt steht nicht vor dem Auge; niemand sieht ihn mit dem Auge. Mit Herz, Einsicht und Geist erfasst: Wer ihn kennt, wird unsterblich.
Kapitel 6 – Erstaunen über das kosmische Spiel
Er meditiert über die ursprüngliche Virat-Gestalt jenseits von Geist und Sprache und verehrt sie mit verschiedenen Gaben. Mit ihrer Erlaubnis steigt er höher und schaut die vielfältigen, wunderbaren, unendlichen Spiele der Wurzelunwissenheit. Der Verehrende gelangt zu höchstem Erstaunen.
Kapitel 6 – Yogamaya als verhüllende Kraft
Die große Vaishnavi-Yogamaya ist wie ein unbegrenzter Vorhang, der dem gesamten Wesen des höchsten Brahman entgegenwirkt, dessen Kennzeichen ungeteilte, vollkommene höchste Glückseligkeit sind. Verkörperte unendliche Maya-Netze dienen ihr. Ihre Stadt ist unsterblich, höchst erstaunlich, ein Ozean wunderbarer Glückseligkeit. Sie erscheint wie ein Gegen-Vaikuntha, wie das im Unwissenheitsozean gespiegelte ewige Vaikuntha. Der Verehrende erreicht diese Stadt, meditiert über Yogalakshmi [die anschließende Bezeichnung der Maya ist beschädigt] und verehrt sie mit verschiedenen Gaben. Von ihr verehrt und mit ihrer Erlaubnis steigt er höher, schaut die unendlichen Spiele der Maya und gelangt zu höchstem Erstaunen.
Kapitel 6 – Das Vaikuntha der Einviertelherrlichkeit
Darüber erscheint die Stadt Vaikuntha der Einviertelherrlichkeit: Gesamtgestalt höchst wunderbarer, unendlicher Herrlichkeit, mit Strömen von Glückseligkeitsessenz geschmückt, ringsum durch Flussläufe überaus heilvoll. Unendliche Brahman-Wälder in besonderer Gestalt des Brahman-Lichts breiten sich darum aus. Unendlich viele ewig Befreite erfüllen sie; unzählige Bewusstseinspaläste stehen darin. So erscheint das anfangslose Vaikuntha der Einviertelherrlichkeit. In seiner Mitte leuchtet ein Berg von Bewusstsein und Glückseligkeit.
Kapitel 6 – Über die Grenze der Unwissenheit
Darüber strahlt eine göttliche Lichtfülle unübertrefflicher Glückseligkeit. Darin leuchtet ein himmlisches Gebäude höchster Glückseligkeit, in dessen Innerem ein Bewusstseinssitz glänzt. Er meditiert über Adinarayana, der in der Lotusmitte innerhalb unübertrefflichen göttlichen Lichts sitzt, und verehrt ihn mit verschiedenen Gaben. Von ihm geehrt und ermächtigt, steigt er höher, durchdringt das Unwissenheitsei samt Hüllen und überschreitet das Erkenntnisviertel [so die Lesung]. An der Grenze von Erkenntnis und Unwissenheit erscheint die Stadt Vaikuntha Vishvaksenas.
Kapitel 6 – Vishvaksena
Ringsum leuchtet eine Schar unendlicher göttlicher Flammennetze [die Wortverbindung ist unklar]. Der Bereich ist von unendlicher Erkenntnis und von Scharen der Erkenntnisglückseligkeit erfüllt, glänzt mit Reihen von Gebäuden reiner Erkenntnis und erscheint durch unendliche Glückseligkeitsberge höchst wunderbar. In seiner Mitte leuchtet auf dem Berg des Heils ein Gebäude reiner Glückseligkeit. Darin glänzt ein göttlicher heilvoller Sitz. In dessen Lotusmitte, innerhalb der Brahman-Lichtfülle, sitzt Vishvaksena: Er wahrt die Gebote und Verbote der unendlichen Herrlichkeit des Erhabenen, ist Anlass sämtlicher Tätigkeiten und Ursachen, besitzt das unübertreffliche Wesen Mahavishnus, schützt alle Befreiung und ist von unermesslicher Macht. Der Verehrende meditiert so über ihn, vollzieht Umschreitungen und Verneigungen und verehrt ihn mit verschiedenen Gaben. Mit seiner Erlaubnis steigt er höher, erreicht die Herrlichkeit der Erkenntnis und schaut ringsum unendlich viele Vaikunthas aus Erkenntnis und Brahman-Licht. Er erlangt höchste Glückseligkeit.
Kapitel 6 – Brahmavidya-Vaikuntha
Er überschreitet unendliche Ozeane aus Erkenntnis, erreicht den Fluss der Brahman-Erkenntnis und badet dort. Nach Meditation über den Erhabenen taucht er erneut ein, legt den Mantra-Leib ab, nimmt einen unsterblichen göttlichen Leib aus Erkenntnis und Glückseligkeit an, erlangt Gleichgestalt mit Narayana und vollzieht Selbstverehrung. Alle ewig Befreiten im Brahman-Vaikuntha verehren ihn. Dann betritt er Brahmavidya-Vaikuntha: durchzogen von Strömen der Brahman-Erkenntnis voller Glückseligkeitsessenz, von unendlichen Bergen endlosen Spiels, von tausend Mauern voll Glanz der Brahman-Erkenntnis und Glückseligkeitsnektar, überaus geschmückt mit unendlichen Bewusstseinswäldern, denen göttlicher Duft eigen ist. Im Inneren, auf einem Pranava-Gebäude an der Spitze eines äußerst hohen Palastes von Erkenntnis und Glückseligkeit, thront die Herrscherin des grenzenlosen Reichs der Brahman-Erkenntnis. Ein leichter, unfehlbarer Blick von ihr löst die anfangslose Wurzelunwissenheit auf. Er meditiert über diese eine, zweitlose Lakshmi des unendlichen Befreiungsreichs, vollzieht Umschreitungen und Verneigungen, verehrt sie mit verschiedenen Gaben, bringt eine Handvoll Blumen dar und preist sie mit besonderen Hymnen. Von ihr verehrt und ihr folgend steigt er höher, gelangt ans Ufer der Brahman-Erkenntnis, schaut unendliche Vaikunthas aus Erkenntnis und Glückseligkeit und erlangt unübertreffliche Glückseligkeit. Er überschreitet unendliche Ozeane von Erkenntnis und Glückseligkeit, zieht durch Brahman-Wälder und über die Hänge höchst heilvoller Berge, dann durch Reihen himmlischer Gebäude von Erkenntnis und Glückseligkeit. Der Verehrende erlangt höchste Glückseligkeit.
Kapitel 6 – Die Stadt Tulasīs
Darauf erscheint Shri-Tulasi-Vaikuntha: höchst heilvoll, von unendlicher Macht, eine unermessliche Lichtfülle, Gesamtgestalt unendlichen Brahman-Lichts; von zahlreichen besonderen Mauern aus Bewusstsein und Glückseligkeit umgeben, auf einem unermesslichen Berg von Erkenntnis und Glückseligkeit gelegen. Flussströme der Erkenntnisglückseligkeit machen es überaus heilvoll; unendliche Vrinda-Haine unübertrefflicher Glückseligkeit schmücken es. Es ist das Reinste alles Reinen, erfüllt von unendlich vielen ewig Befreiten aus Bewusstsein, geschmückt mit unendlichen himmlischen Gebäuden aus Glückseligkeit: eine besondere göttliche Lichtfülle innerhalb unermesslichen Lichts.
Kapitel 6 – Tulasi und die Grenze zur Glückseligkeit
Der Verehrende tritt in dieses Tulasi-Vaikuntha ein und meditiert über Tulasi-Lakshmi, Shris Gefährtin: auf einem göttlichen Gebäude darin thronend, an allen Gliedern des allseits vollkommenen Mahavishnu weilend, Gottheit unübertrefflicher Schönheit und Anmut, bedient von unendlich vielen ewigen Gefährten aus Erkenntnis und Glückseligkeit. Er vollzieht Umschreitungen und Verneigungen, verehrt sie mit verschiedenen Gaben, preist sie mit besonderen Hymnen und wird von ihr verehrt. Mit ihrer Erlaubnis steigt er höher, gelangt ans Ufer des Flusses höchster Glückseligkeit, schaut die ringsum befindlichen unendlichen Vaikunthas reiner Erkenntnisglückseligkeit und erlangt unübertreffliche Glückseligkeit. Die dortigen uralten Purushas aus Bewusstsein verehren ihn. Er zieht weiter durch Brahman-Wälder voller Regen göttlich duftender Glückseligkeitsblüten, durch göttliche heilvolle Stätten, durch Ozeane unübertrefflichen Glückseligkeitsnektars in Gestalt unermesslichen Lichts, angefüllt mit Wogenwäldern, über Glückseligkeitsberghänge voller unendlicher Gebäude reiner Erkenntnis. Er steigt höher durch Gebäudereihen und unendliche Lichtbergketten. So erreicht er nach und nach die Grenze von Erkenntnis und Glückseligkeit. Er badet in den Strömen des Glückseligkeitsflusses und erreicht den Wald der Erkenntnisglückseligkeit: reine Erkenntnis und höchste Glückseligkeit in Waldgestalt, von unablässigem Nektarblütenregen umgeben, von Strömen höchster Glückseligkeit durchzogen, durch verkörperte höchste Heilsgestalten höchst wunderbar, von der Gestalt eines unbegrenzten Glückseligkeitsozeans und mit Bergen spielender Glückseligkeit geschmückt.
Kapitel 6 – Vaikuntha im Erkenntnisviertel
In seiner Mitte strahlt das Vaikuntha reiner Erkenntnis und Glückseligkeit – eben das Vaikuntha des Brahman-Erkenntnisviertels – mit tausend Glückseligkeitsmauern. Es ist voller unendlicher Glückseligkeitsgebäude, leuchtet ringsum unablässig mit besonderen Palästen unendlicher Erkenntnis, ist von besonderen Hallen endlosen Spiels gekennzeichnet und mit unendlichen höchsten Schirmen, Bannern, Yakwedeln, Baldachinen und Torbögen aus Erkenntnis und Glückseligkeit geschmückt. Scharen höchster Glückseligkeit, ewig Befreite, umgeben es. Es ist die Gesamtgestalt unendlicher göttlicher Lichtberge, ein unbegrenzter Kreis unendlicher reiner Erkenntnis, ein Kreis der unsagbaren Glückseligkeits-Lichtfülle Brahmans, eine besondere Herrlichkeit [die Lesung ist unklar], ein besonderer Kreis der Gesamtheit reiner Glückseligkeit, besondere ungeteilte verdichtete Bewusstseinswonne. So ist dieses Vaikuntha der Erkenntnisglückseligkeit ein Lichtkreis.
Kapitel 6 – Die Einsetzung in das Befreiungsreich
Der Verehrende tritt ein und wird von allen dort geehrt. Über dem Berg höchster Glückseligkeit leuchtet ein Gebäude ungeteilter Erkenntnis. Darin glänzt ein Bewusstseinssitz; darüber leuchtet ein Lichtkreis ungeteilter Glückseligkeit. Er meditiert über den darin sitzenden Adinarayana, vollzieht Umschreitungen und Verneigungen, verehrt ihn mit verschiedenen Gaben, bringt eine Handvoll Blumen dar und preist ihn mit besonderen Hymnen. Adinarayana erblickt den in seinem eigenen Wesen ruhenden Verehrenden, setzt ihn auf seinen eigenen Löwenthron und salbt ihn, begleitet von allen Bewohnern jenes Vaikuntha, mit mantra-geweihten Glückseligkeitskrügen zur Einsetzung als Herrscher des gesamten Befreiungsreichs. Unter voranschreitender göttlicher heilvoller großer Instrumentalmusik verehrt er ihn mit verschiedenen Gaben, schmückt ihn mit allen seinen verkörperten Kennzeichen, vollzieht Umschreitungen und Verneigungen und sagt: „Du bist Brahman; ich bin Brahman. Zwischen uns gibt es keinen Unterschied. Du allein bist ich; ich allein bin du.“ Nachdem er dies ausgesprochen hat, verschwindet Adinarayana. So die Upanishad.
Schluss des 6. Kapitels
Damit endet in der Atharvana-Mahanarayana-Upanishad das 6. Kapitel mit dem Titel „Darstellung des höchsten Befreiungswegs“.
Kapitel 7 – Die Herrlichkeit der Brahman-Wonne
Darauf besteigt der Verehrende auf dessen Geheiß den ewigen Garuda. Von allen Vaikuntha-Bewohnern umgeben, mit dem großen Sudarshana vor sich und von Vishvaksena geschützt, steigt er höher und erreicht die Herrlichkeit der Brahman-Wonne. Er schaut überall unendliche Vaikunthas aus Brahman-Wonne, wird zum Ozean unübertrefflicher Glückseligkeit und schaut unendlich viele Purushas der Glückseligkeitsherrlichkeit, die im Selbst ruhen. Er verehrt sie alle mit Gaben und wird von allen verehrt. Er steigt höher, erreicht die Brahman-Wonne-Herrlichkeit, überschreitet zahllose Glückseligkeitsozeane, die mit unendlichen göttlichen Lichtbergen und Wäldern höchster Glückseligkeitswellen geschmückt sind. Er überschreitet die vielfältigen wunderbaren besonderen Gesamtheiten unendlicher höchster Wirklichkeitsherrlichkeit, die höchst erstaunlichen Besonderheiten der Brahman-Wonne, und gelangt zu höchstem Erstaunen.
Kapitel 7 – Das große Rad Sudarshana
Dann erscheint Sudarshana-Vaikuntha: ewig heilvoll, von unendlicher Macht, von tausend Glückseligkeitsmauern umgeben, mit zehntausend Innenräumen, ein Kreis unendlich mächtig leuchtender Speichen, ein Kreis unübertrefflichen göttlichen Lichts, höchste Glückseligkeit der Götter, von reinem erwachtem Wesen, höchstes Spiel unendlicher Glückseligkeitsblitze, Ozean unübertrefflicher höchster Glückseligkeit, bewohnt von unendlichen Glückseligkeits-Purushas aus Bewusstsein. In seiner Mitte ist das große Rad Sudarshana. „Das reinigende Rad, ausgebreitet, uralt, durch das gereinigt man schlechte Taten überschreitet: Durch dieses reine Reinigungsmittel gereinigt mögen wir Sünde und Feindschaft überschreiten. Das Tor der Welt ist flammend und reinigend, lichtvoll, strahlend, mächtig; es spendet auf vielerlei Weise Ströme der Unsterblichkeit. Dieses Rad möge uns einen guten Platz in der Welt gewähren.“ So leuchtet das große Rad Sudarshana: zehntausend Speichen besitzend und leuchtend, Gesamtgestalt zehntausend Speichen, Entfaltung unübertrefflicher Macht, Gesamtgestalt unendlicher göttlicher Waffen und Kräfte, Gestalt der ungehemmten Macht Mahavishnus; zehntausend mal zehntausend Crore Yojanas weit, mit unendlichen Flammennetzen geschmückt, Ursprung sämtlichen göttlichen Heils, eigene Heimstatt unendlicher göttlicher heiliger Stätten.
Kapitel 7 – Die ineinanderliegenden Räder
In seiner Nabenmitte ist eine göttliche Lichtfülle unübertrefflicher Glückseligkeit wahrnehmbar. Darin leuchtet das tausendspeichige Rad: ein Kreis ungeteilten göttlichen Lichts, strahlend wie eine Menge höchster Glückseligkeitsblitze. Darin leuchtet das sechshundertspeichige Rad; sein unermessliches höchstes Licht ist ein besonderer höchster Spielort, dessen Wesen verdichtete Einsicht ist. Darin leuchtet das dreihundertspeichige Rad: besondere Entfaltung höchsten Heils, Gesamtgestalt unendlicher Bewusstseinssonnen. Darin erscheint das hundertspeichige Rad, ein besonderer Kreis höchsten Lichts. In seiner Mitte erscheint das sechzigspeichige Rad, besondere höchste Entfaltung des Brahman-Lichts. Darin leuchtet ein Sechseckrad, Gestalt unbegrenzter unendlicher göttlicher Lichtfülle. Darin erscheint der Ort großer Glückseligkeit. In seiner Mitte leuchten Kreise von Sonne, Mond und Feuer aus Bewusstsein. Dort ist unübertreffliche göttliche Lichtfülle wahrnehmbar.
Kapitel 7 – Sudarshana-Purusha
Darin glänzt der Sudarshana-Purusha wie unzählige Millionen gleichzeitig aufgehender Sonnen. Er ist Mahavishnu selbst, mit allen besonderen Kennzeichen Mahavishnus versehen. Der Verehrende meditiert so über den Sudarshana-Purusha, verehrt ihn mit verschiedenen Gaben und vollzieht Umschreitungen und Verneigungen. Von ihm geehrt und ermächtigt, steigt er höher, schaut unendliche Vaikunthas höchster Glückseligkeit und erlangt höchste Glückseligkeit. Darüber überschreitet er vielfältige wunderbare unendliche Besonderheiten der Bewusstseinsentfaltung und unendliche, unübertreffliche Ozeane als besondere Gesamtheiten der Herrlichkeit höchster Glückseligkeit. So erreicht er allmählich den Ort der Nichtdualität.
Kapitel 7 – Der Ort der Nichtdualität
Wie ist der Ort der Nichtdualität? Er ist ungeteilte Glückseligkeit, unaussagbar, ein Ozean höchster Erkenntnis und unermesslicher Glückseligkeit; ohne Verschiedenheit gegenüber Andersartigem, mit besonderer Bestimmung innerhalb des Gleichartigen [so der Text]; teilelos, ohne Grundlage, unveränderlich, unbefleckt, Wurzel der Gesamtheit unendlicher Brahman-Wonne, Gesamtgestalt höchster Bewusstseinsentfaltung; rein, makellos, ohne Stütze. Ein einziger Funke von ihm leuchtet wie unendlich viele Millionen ganz reiner Sonnen. Er ist das Wesen der Bedeutung unendlicher Upanishaden, jenseits aller Erkenntnismittel, unerreichbar für Geist und Sprache, von ewig befreitem Wesen, ohne Grundlage, Anfang, Mitte und Ende; höchstes friedvolles Alleinsein, feiner als das Feine, größer als das Große; besondere unermessliche Glückseligkeit, besondere Herrlichkeit reiner Erkenntnis und Glückseligkeit, Gesamtgestalt unendlicher besonderer Glückseligkeitsherrlichkeit; unvergänglich, unbestimmbar, unverrückbar, unbewegt, fest, ohne Richtung, Ort und Zeit. Innen und außen durchdringt und erfüllt er alles. Höchste Yogis suchen ihn; er ist ohne räumliche, zeitliche und sachliche Begrenzung, unablässig neu, ewig vollkommen, besonderer Nektar ungeteilter Glückseligkeit, ewiger höchster Ort, eine Gestalt unendlicher Blitzberge unübertrefflicher Glückseligkeit. Zweitlos und selbstleuchtend strahlt er unaufhörlich. Das ewige, unbegrenzte, unendliche höchste Licht, durch höchste Glückseligkeit gekennzeichnet, leuchtet immerzu.
Kapitel 7 – Der Berg aus Bewusstsein
In seinem Inneren liegt ein Berg aus Bewusstsein und unermesslicher Glückseligkeit: besondere ungeteilte höchste Glückseligkeit, im Glanz von Erkenntnis und Glückseligkeit strahlend, ewig heilvolle Heimstatt; durch Quirlen des Bewusstseins hervorgebracht, Essenz des Bewusstseins, Ozean unendlicher Wunder, besonderes Licht in unermesslicher Lichtfülle; mit unendlichen Glückseligkeitsströmen geschmückt, Gestalt eines Ozeans unübertrefflicher Glückseligkeit. Er ist eine unvergleichliche, ewige, makellose, unübertreffliche und unbegrenzte besondere Lichtfülle, geschmückt mit tausend Mauern unübertrefflicher Glückseligkeit und besonderen Palastreihen reiner Erkenntnis, schön durch unendliche göttliche Gärten aus Bewusstsein und Glückseligkeit, ringsum stets von unermesslichem Blumenregen bedeckt.
Kapitel 7 – Das gesuchte höchste Ziel
Eben dies ist Vaikuntha der Dreiviertelherrlichkeit, das höchste Alleinsein, die unaufhebbare höchste Wirklichkeit, das durch unendliche Upanishaden Gesuchte, das von allen höchsten Yogis und Befreiungssuchenden Ersehnte. Es ist verdichtetes Sein, verdichtetes Bewusstsein, verdichtete Glückseligkeit und besondere verdichtete reine Erkenntnis: das Wesen der Gottheit, die über dem Brahman-Bewusstsein ungeteilter Glückseligkeit waltet.
Kapitel 7 – Die zweiunddreißig Entfaltungen
Es ist die Grundlage aller, Spielkreis des nichtdualen höchsten Brahman, Lichtkreis unübertrefflicher Glückseligkeit, höchster Grundkreis des höchsten Brahman nichtdualer höchster Glückseligkeit; Kreis seiner besonderen höchsten Gestalt unübertrefflicher höchster Glückseligkeit, Gesamtkreis unendlicher höchster Gestalten; besonderer Entfaltungskreis der höchsten Gestalt und Wirklichkeit Brahmans, dessen Kennzeichen unübertreffliche höchste Glückseligkeit sind. Es ist die Gesamtheit unendlicher besonderer Herrlichkeiten höchster Entfaltung aus Erkenntnis und Glückseligkeit, die Gesamtheit unendlicher besonderer Bewusstseinsentfaltungen; eigene besondere Gestalt ungeteilten reinen Bewusstseins, unsagbare Gestalt unendlicher reiner Erkenntnis, Gesamtgestalt unendlicher Glückseligkeitsozeane, von unendlichen Erkenntnisbergen getragen; Gesamtgestalt unübertrefflicher Glückseligkeit und höchster Heilsgestalten, besondere verdichtete höchste Lichtfülle der höchsten Gestalt Brahmans ungeteilter nichtdualer höchster Glückseligkeit. Dieser Sonnenkreis aus Bewusstsein wird von zweiunddreißig verschiedenen Entfaltungen getragen. Die Entfaltungen sind die vierundzwanzig von Keshava an, ferner die Nyasa-Mantras von Sudarshana an und die Darstellung des Yantras von Sudarshana an; Ananta, Garuda, Vishvaksena und die unübertrefflichen Glückseligkeiten [die Aufzählung ist nicht eindeutig gegliedert].
Kapitel 7 – Palast, Pranava und acht Silben
Inmitten der Glückseligkeitsentfaltung befindet sich ein Bewusstseinspalast, tausend Crore Yojanas lang und hoch, überaus heilvoll durch Millionen Gebäude aus Brahman-Wonne; angefüllt mit Gartenanlagen der Bedeutungen unendlicher Upanishaden, geschmückt mit dem Rufen der Sama-Schwäne und unendlichen Glückseligkeitsspitzen, durchzogen von Wasserfällen der Essenz von Bewusstsein und Glückseligkeit, innerhalb ungeteilter Glückseligkeitslichtfülle gelegen: ein Ozean unendlicher Glückseligkeitswunder. Darin glänzt ein Gebäude namens Pranava, dessen Mauern den Glanz unendlicher Millionen Sonnen übertreffen, gekennzeichnet durch unübertreffliche Glückseligkeit. Mit hundert Crore Glückseligkeitsspitzen strahlt es. Darin leuchtet auf dem Berg der Erkenntnisglückseligkeit die Halle des achtsilbigen Mantras. In ihrer Mitte liegt ein Altar aus Bewusstsein und Glückseligkeit, mit einem Glückseligkeitswald geschmückt. Darüber strahlt eine Lichtfülle unübertrefflicher Glückseligkeit. Darin glänzt ein Bewusstseinssitz, geschmückt mit dem Lotus des achtsilbigen Mantras. In der Pranava-Mitte leuchten Sonnen-, Mond- und Feuerkreise aus Bewusstsein.
Kapitel 7 – Das große Narayana-Yantra
Dort glänzt innerhalb ungeteilter Glückseligkeitslichtfülle der höchst heilvolle Sitz Anantas. Darüber leuchtet das große Yantra, höchste Gestalt unübertrefflicher Brahman-Wonne, Gesamtgestalt aller Brahman-Lichtfülle, Bewusstsein selbst, unbefleckt, Wesen des höchsten Brahman, höchst geheimes Alleinsein Brahmans. Siegreich erstrahlt das Yantra Narayanas des höchsten Vaikuntha in Gestalt des großen Yantras.
Kapitel 7 – Yantra: Mitte und Sechseck
„Wie ist es beschaffen?“ Der Lehrer antwortet: „So: Zuerst ein Sechseckrad, darin ein sechsblättriger Lotus. In seiner Mitte steht der Pranava, ‚Om‘. Im Pranava steht Narayanas Keimsilbe, eingeschlossen das zu Erreichende: ‚Erfülle, erfülle mir alles Gewünschte, Svaha.‘ Auf den Lotusblättern stehen die sechssilbigen Mantras Vishnus und Nrisimhas: ‚Om, Verehrung Vishnu‘; ‚Aiṃ klīṃ śrīṃ hrīṃ kṣmauṃ phaṭ‘. Auf den Blattflanken stehen die sechssilbigen Rama- und Krishna-Mantras: ‚Rāṃ, Verehrung Rama‘; ‚Klīṃ, Verehrung Krishna‘. In den sechs Ecken steht das sechssilbige Sudarshana-Mantra: ‚Tausendspeichiger, huṃ phaṭ‘. Auf den Sechseckflanken steht Shivas fünfsilbiges Mantra, mit Pranava versehen: ‚Om, Verehrung Shiva‘.“
Kapitel 7 – Yantra: achtblättriger Lotus
„Außen ein Kreis mit einer Pranava-Girlande; außerhalb davon ein achtblättriger Lotus. Auf seinen Blättern stehen die achtsilbigen Narayana- und Nrisimha-Mantras: ‚Om, Verehrung Narayana‘; ‚Sieg, Sieg, Narasimha!‘ An den Blattverbindungen stehen die achtsilbigen Rama-, Krishna- und Shrikara-Mantras: ‚Om, für Rama, huṃ phaṭ svāhā‘; ‚Klīṃ, Verehrung Damodara‘; ‚Erhebe dich, Shrikara, Svaha‘.“
Kapitel 7 – Yantra: neunblättriger Lotus
„Außen ein Kreis mit Pranava-Girlande; außerhalb ein neunblättriger Lotus. Auf seinen Blättern stehen die als neunsilbig bezeichneten Rama-, Krishna- und Hayagriva-Mantras: ‚Om, Verehrung Ramachandra, Om‘; ‚Klīṃ, für Krishna, für Govinda, klīm‘; ‚Hlauṃ, Verehrung Hayagriva, hlauṃ‘. Auf den Blattflanken Dakshinamurti, der Herr [die Formulierung ist unvollständig].“
Kapitel 7 – Yantra: zehnblättriger Lotus
„Außen ein Kreis mit Narayanas Keimsilbe; außerhalb ein zehnblättriger Lotus. Auf seinen Blättern stehen die zehnsilbigen Rama- und Krishna-Mantras: ‚Huṃ, für Janakis Geliebten, Svaha‘; ‚Für den Geliebten der Gopis, Svaha‘. An den Blattverbindungen steht Nrisimhas Girlandenmantra: ‚Om, Verehrung dem erhabenen Shri-Mahanrisimha, dessen Gesicht schreckliche Fangzähne trägt. Verbrenne, verbrenne meine Hindernisse, Svaha.‘“
Kapitel 7 – Yantra: zwölfblättriger Lotus
„Außen ein Kreis mit der einsilbigen Nrisimha-Formel ‚Kṣmauṃ‘; außerhalb ein zwölfblättriger Lotus. Auf seinen Blättern stehen die zwölfsilbigen Narayana- und Vasudeva-Mantras: ‚Om, Verehrung dem erhabenen Narayana‘; ‚Om, Verehrung dem erhabenen Vasudeva‘. Auf den Blattflanken stehen die zwölfsilbigen Mahavishnu-, Rama- und Krishna-Mantras: ‚Om, Verehrung dem erhabenen Mahavishnu‘; ‚Om hrīṃ, Bharatas älterer Bruder Rama, klīṃ svāhā‘; ‚Śrīṃ hrīṃ klīṃ, Verehrung Krishna, Govinda‘.“
Kapitel 7 – Yantra: vierzehnblättriger Lotus
„Außen ein Kreis mit der die Welt bezaubernden Keimsilbe ‚Klīṃ‘; außerhalb ein vierzehnblättriger Lotus. Auf seinen Blättern stehen die Mantras Lakshmi-Narayanas, Hayagrivas, Gopalas und Dadhivamanas: ‚Om hrīṃ hrīṃ śrīṃ śrīṃ, Verehrung Lakshmi-Vasudeva‘; ‚Om, Verehrung dem König aller Myriaden und aller Wissensgebiete‘; ‚Klīṃ, für Krishna, das Kronjuwel der Gopalas, Svaha‘; ‚Om, Verehrung dem erhabenen Dadhivamana, Om‘. An den Blattverbindungen steht das Annapurneshvari-Mantra: ‚Hrīṃ, Padmavati, Annapurna, Maheshvari, Svaha‘.“
Kapitel 7 – Yantra: sechzehn Blätter und die Vokale
„Außen ein Kreis mit Pranava-Girlande; außerhalb ein sechzehnblättriger Lotus. Auf seinen Blättern stehen die sechzehnsilbigen Krishna- und Sudarshana-Mantras: ‚Om, Verehrung dem erhabenen Geliebten Rukminis, Svaha‘; ‚Om, Verehrung dem erhabenen großen Sudarshana, huṃ phaṭ‘. An den Blattverbindungen stehen die Vokale und das Sudarshana-Girlandenmantra: ‚a ā i ī u ū ṛ ṝ ḷ ḹ e ai o au aṃ aḥ‘; ‚Für Sudarshana, das große Rad von flammender Gestalt: Schütze, schütze mich von allen Seiten, Tausendspeichiger, huṃ phaṭ svāhā‘.“
Kapitel 7 – Yantra: achtzehnblättriger Lotus und Garuda
„Außen ein Kreis mit Varahas Keimsilbe; sie lautet ‚Dhuṃ‘ [die Vorlage schreibt dhum]. Außerhalb ein achtzehnblättriger Lotus. Auf seinen Blättern stehen die achtzehnsilbigen Krishna- und Vamana-Mantras: ‚Klīṃ, für Krishna, Govinda, den Geliebten der Gopis, Svaha‘; ‚Om, Verehrung Vishnu, dem Herrn der Götter, dem sehr Mächtigen, Svaha‘. Auf den Blattflanken stehen Garudas fünfsilbiges Mantra und sein Girlandenmantra: ‚Kṣipa oṃ svāhā‘; ‚Om, Verehrung dem König der Vögel, der alle Gifte, Geister, Dämonen, Zauberangriffe und Weiteres aufbricht und alles Erwünschte bewirkt, Svaha‘.“
Kapitel 7 – Yantra: weiterer achtblättriger Lotus
„Außen ein Kreis mit der Maya-Keimsilbe; außerhalb wiederum ein achtblättriger Lotus. Auf seinen Blättern stehen die achtsilbigen Krishna- und Vamana-Mantras: ‚Om, Verehrung Damodara‘; ‚Om, Verehrung Vamana, Om‘. Auf den Blattflanken stehen Nilakanthas dreisilbiges und Garudas fünfsilbiges Mantra: ‚Preṃ rīṃ ṭhaḥ‘; ‚Verehrung dem Eigeborenen‘.“
Kapitel 7 – Yantra: vierundzwanzig Blätter und Gayatris
„Außen ein Kreis mit der Manmatha-Keimsilbe; außerhalb ein vierundzwanzigblättriger Lotus. Auf seinen Blättern stehen die Narayana-Zufluchtsmantras und die Gayatri-Mantras Narayanas und Hayagrivas: ‚Zu den Füßen des glückverheißenden Narayana nehme ich Zuflucht. Verehrung dem glückverheißenden Narayana.‘ – ‚Wir möchten Narayana erkennen; über Vasudeva meditieren wir. Vishnu möge uns anregen.‘ – ‚Wir möchten den Herrn der Sprache erkennen; über Hayagriva meditieren wir. Hamsa möge uns anregen.‘ Auf den Blattflanken stehen die Gayatri-Mantras Nrisimhas und Sudarshanas: ‚Wir möchten den mit diamantgleichen Krallen erkennen; über den mit scharfen Fangzähnen meditieren wir. Nrisimha möge uns anregen.‘ – ‚Wir möchten Sudarshana erkennen; über den König der Waffen meditieren wir. Das Rad möge uns anregen.‘ – ‚Wir meditieren über den erwählenswerten Glanz des Gottes Savitri. Er möge unsere Einsichten anregen.‘“
Kapitel 7 – Yantra: zweiunddreißig Blätter und Schutzverse
„Außen ein Kreis mit Hayagrivas einsilbiger Formel ‚Hlohsaum‘ [so die Quelle]; außerhalb ein zweiunddreißigblättriger Lotus. Auf seinen Blättern stehen die Anushtubh-Mantras Nrisimhas und Hayagrivas: ‚Vor dem Gewaltigen, Helden, Mahavishnu, dem Flammenden, Allgesichtigen, vor Nrisimha, dem Furchtbaren, Heilvollen, dem Tod des Todes, verneige ich mich.‘ – ‚Verehrung dem, dessen Gestalt Rig-, Yajur- und Samaveda ist, dessen Tat das Herbeibringen der Veden ist, dessen Leib Pranava und Udgitha ist, dem mit dem großen Pferdekopf.‘ Auf den Blattflanken stehen die Anushtubh-Mantras Ramas und Krishnas: ‚Ramabhadra, großer Bogenschütze, Held der Raghus, bester König, o Vernichter des Zehngesichtigen, gewähre uns Schutz und mir Wohlergehen.‘ – ‚Devakis Sohn, Govinda, Vasudeva, Weltenherr, gib mir einen Sohn, Krishna; bei dir habe ich Zuflucht gesucht.‘“
Kapitel 7 – Yantra: sechsunddreißig Blätter und Hayagriva
„Außen ein Kreis mit der vom Pranava umschlossenen Feuer-Keimsilbe: ‚Om raṃ Om‘. Außerhalb ein sechsunddreißigblättriger Lotus. Auf seinen Blättern stehen Hayagrivas sechsunddreißigsilbiges und wiederum achtunddreißigsilbiges Mantra: ‚Haṃsaḥ. Dir, dessen Wesen über die Welt hinausreicht, dessen Gestalt Bewusstseinsglückseligkeit ist, Verehrung, Hayagriva, König des Wissens, Vishnu. So ham.‘ – ‚Hlauṃ Om, Verehrung dem erhabenen Hayagriva, dem Herrn aller Herren der Sprache, der aus allen Veden besteht. Gib mir alles Wissen, Svaha.‘“
Kapitel 7 – Yantra: vierundzwanzig Namen Vishnus
„Auf den Blattflanken stehen die vierundzwanzig Mantras von Keshava an, jeweils mit Pranava beginnend, mit Namaḥ endend und im Dativ. In den verbleibenden zwölf Feldern stehen jeweils vier Silben der beiden Rama- und Krishna-Gayatris. Die Namenformeln lauten: Om, Verehrung Keshava. Om, Verehrung Narayana. Om, Verehrung Madhava. Om, Verehrung Govinda. Om, Verehrung Vishnu. Om, Verehrung Madhusudana. Om, Verehrung Trivikrama. Om, Verehrung Vamana. Om, Verehrung Shridhara. Om, Verehrung Hrishikesha. Om, Verehrung Padmanabha. Om, Verehrung Damodara. Om, Verehrung Sankarshana. Om, Verehrung Vasudeva. Om, Verehrung Pradyumna. Om, Verehrung Aniruddha. Om, Verehrung Purushottama. Om, Verehrung Adhokshaja. Om, Verehrung Narasimha. Om, Verehrung Achyuta. Om, Verehrung Janardana. Om, Verehrung Upendra. Om, Verehrung Hari. Om, Verehrung Shri-Krishna. – Wir möchten Dasharathas Sohn erkennen; über Sitas Geliebten meditieren wir. Rama möge uns anregen. – Wir möchten Damodara erkennen; über Vasudeva meditieren wir. Krishna möge uns anregen.“
Kapitel 7 – Yantra: die zwölf Kennzeichen
„Außen ein Kreis mit der vom Pranava umschlossenen Ankusha-Keimsilbe: ‚Om krom‘ [so die Form]. Außen ein weiterer Kreis mit zwölf Innenfeldern und Zwischenräumen. Darin stehen die Mantras für Kaustubha, Waldblütengirlande, Shrivatsa, Sudarshana, Garuda, Lotus, Banner, Ananta, Sharnga, Keule, Muschelhorn und Nandaka, der Reihe nach mit Pranava beginnend, mit Namaḥ endend und im Dativ: Om, Verehrung: Kaustubha-Juwel. Om, Verehrung: Waldblütengirlande. Om, Verehrung: Shrivatsa-Zeichen. Om, Verehrung: Sudarshana. Om, Verehrung: Garuda. Om, Verehrung: Lotus. Om, Verehrung: Banner. Om, Verehrung: Ananta. Om, Verehrung: Sharnga-Bogen. Om, Verehrung: Keule. Om, Verehrung: Muschelhorn. Om, Verehrung: Nandaka-Schwert.“
Kapitel 7 – Yantra: Formeln in den Zwischenräumen
„In den Zwischenräumen: Om, Verehrung Vishvaksena. Om, für Achakra, Svaha. Om, für Vichakra, Svaha. Om, für Suchakra, Svaha. Om, für Dhichakra, Svaha. Om, für Samchakra, Svaha. Om, für Flammenrad, Svaha. Om, für zornige Feuerflamme, Svaha. Om, für Mahotka, unklare Form, Svaha. Om, für Kraftflamme, Svaha. Om, für Himmelsflamme, Svaha. Om, für tausendfache Feuerflamme, Svaha. Dies sind die mit Pranava beginnenden Mantras.“
Kapitel 7 – Yantra: Vajras und Schatzformeln
„Außen ein Kreis mit Garudas fünfsilbiger Formel, vom Pranava umschlossen: ‚Om kṣipa oṃ svāhām, Om‘ [so die Folge]. Er ist mit zwölf Vajras und Zwischenräumen geschmückt. In den Vajras stehen: Om, Verehrung dem Schatz Padma. Om, Verehrung dem Schatz Mahapadma. Om, Verehrung dem Schatz Garuda. Verehrung dem Schatz Shankha. Om, Verehrung dem Schatz Makara. Om, Verehrung dem Schatz Kacchapa. Om, Verehrung dem Schatz Erkenntnis. Om, Verehrung dem Schatz höchste Glückseligkeit. Om, Verehrung dem Schatz Befreiung. Om, Verehrung dem Schatz Lakshmi. Om, Verehrung dem Schatz Brahman. Om, Verehrung dem Schatz Shri-Mukunda. Om, Verehrung dem Schatz Vaikuntha.“
Kapitel 7 – Yantra: Wunschbäume
„An den Verbindungsstellen: Om, Verehrung dem Wunschbaum Erkenntnis. Om, Verehrung dem Wunschbaum Befreiung. Om, Verehrung dem Wunschbaum Glückseligkeit. Om, Verehrung dem Wunschbaum Brahman. Om, Verehrung dem Wunschbaum Befreiung. Om, Verehrung dem Wunschbaum Unsterblichkeit. Om, Verehrung dem Wunschbaum Erwachen. Om, Verehrung dem Wunschbaum Herrlichkeit. Om, Verehrung dem Wunschbaum Vaikuntha. Om, Verehrung dem Wunschbaum Veda. Om, Verehrung dem Wunschbaum Yoga. Om, Verehrung dem Wunschbaum Opfer. Om, Verehrung dem Wunschbaum Lotus.“
Kapitel 7 – Yantra: Shiva-Gayatri und Brahman-Mantra
„Dies soll kreisförmig mit den Silben der Shiva-Gayatri und der höchsten Brahman-Mantras umgeben werden: Wir möchten jenen Purusha erkennen; über Mahadeva meditieren wir. Rudra möge uns anregen. – Der glückverheißende Narayana ist das Licht, Narayana ist das höchste Selbst. Brahman hat Narayana als Höchstes. Narayana, Verehrung sei dir.“
Kapitel 7 – Yantra: vierzig Blätter, Vyahritis und Sonne
„Außen ein Kreis mit der vom Pranava umschlossenen Shri-Keimsilbe: ‚Om śrīm Om‘. Außerhalb ein vierzigblättriger Lotus. Auf seinen Blättern stehen die vier Viertel der vedischen Gayatri, von den Vyahritis und dem Schlusswort umschlossen, sowie das achtsilbige Sonnenmantra: ‚Om Bhuh. Om Bhuvah. Om Suvah. Om Mahah. Om Janah. Om Tapah. Om Satyam. Om, jenen erwählenswerten [Glanz] Savitris. Om, über den Glanz des Gottes meditieren wir. Om, er möge unsere Einsichten anregen. Om, jenseits des Rajas, Savad Om [ungewöhnliche Schlussform]. Om, Wasser, Licht, Essenz, Unsterblichkeit, Brahman; Bhur Bhuvah Suvar Om. Om, der Strahlende, Sonne, Aditya.‘“
Kapitel 7 – Yantra: Hamsa und Narayanas Waffenmantra
„An sämtlichen Blattverbindungen steht Narayanas Keimsilbe, von Pranava und Shri-Keimsilbe umschlossen: ‚Om śrīm aṃ śrīm Om‘. Außen der mit acht Speeren markierte Erdkreis. Im Kreis, in den Richtungen [die Richtungsangabe ist beschädigt], stehen die Hamsa- und Soham-Mantras und die vom Pranava umschlossenen Narayana-Waffenmantras: ‚Om, Haṃsaḥ, So ham‘; ‚Om, Verehrung Narayana, huṃ phaṭ‘.“
Kapitel 7 – Yantra: fünfzig Blätter und Girlandenmantras
„Außen ein Kreis mit Pranava-Girlande; außerhalb ein fünfzigblättriger Lotus. Auf seinen Blättern steht die Matrika-Girlande von fünfzig Buchstaben, ohne Lakara [so die Quelle]. An den Blattverbindungen stehen die von Pranava und Shri-Keimsilbe umschlossenen Rama- und Krishna-Girlandenmantras: ‚Om śrīm Om, Verehrung dem erhabenen Raghunandana, dem reinen Rakshasa-Töter, dem mit süßem, freundlichem Antlitz, dem von unermesslichem Licht, der Kraft, Rama, Vishnu, Verehrung. Śrīm Om, Verehrung Krishna, Devakis Sohn, Vasudeva, dem Fesselnzerschneider [unsichere Lesung], Herrn aller Welten, Bezauberer der ganzen Welt, Vishnu, dem Geber gewünschter Ziele, Svaha, śrīm Om.‘“
Kapitel 7 – Yantra: Nilakantha und die Weltenhüter
„Außen ein mit acht Speeren markierter Erdkreis. Darauf stehen die Silben des vom Pranava umschlossenen Maha-Nilakantha-Mantras: ‚Āūmmoṃ, Verehrung Nilakantha, Om‘ [so die überlieferte Anfangsfolge]. Auf den Speerspitzen stehen die Mantras der Weltenhüter, mit Pranava beginnend, mit Namaḥ endend und der Reihe nach im Dativ: Om, Verehrung Indra. Om, Verehrung Agni. Om, Verehrung Yama. Om, Verehrung Nirriti. Om, Verehrung Varuna. Om, Verehrung Vayu. Om, Verehrung Soma. Om, Verehrung Ishana.“
Kapitel 7 – Yantra: äußere Umfassungen
„Außen drei Kreise mit Pranava-Girlande. Außen vier Bhupura-Umfassungen mit vier Toren, an den vier Ecken des Diagramms mit großen Vajras geschmückt. In diesen Vajras stehen die zwei Unsterblichkeits-Keimsilben, von Pranava und Shri-Keimsilbe umschlossen: ‚Om śrīṃ ṭhaṃ vaṃ śrīm Om‘.“
Kapitel 7 – Yantra: Gänge der Umfassungen
„Im Gang der äußeren Umfassung: Om, Verehrung: tragenden Kraft. Om, Verehrung: Wurzel-Prakriti. Om, Verehrung: ursprünglichen Schildkröte. Om, Verehrung: Ananta. Om, Verehrung: Erde. Im Gang der mittleren Umfassung: Om, Verehrung: Milchozean. Om, Verehrung: Juweleninsel. Om, Verehrung: Juwelenhalle. Om, Verehrung: weißen Schirm. Om, Verehrung: Wunschbaum. Om, Verehrung: Juwelenlöwenthron.“
Kapitel 7 – Yantra: die erste Umfassung
„Im Gang der ersten Umfassung: Om; Dharma, Erkenntnis, Leidenschaftslosigkeit, Herrschaft, Unrecht, Unwissenheit, fehlende Leidenschaftslosigkeit, Ohnmacht, Sattva, Rajas, Tamas, Maya, Erkenntnis, Ananta und Lotus – der Reihe nach im Dativ, mit Pranava beginnend und mit Namaḥ endend.“
Kapitel 7 – Yantra: die innere Kreisbahn
„In der inneren Kreisbahn: Om, Verehrung Anugraha, der Gnade. Om, Verehrung dem erhabenen Vishnu, dem Selbst aller Wesen, Vasudeva, dem Wesen des Yoga-Sitzes der Vereinigung aller Selbste; Verehrung.“
Kapitel 7 – Die zehn Glieder des Yantras
„In den freien Kreisflächen: Bija, Lebensatem, Kraft, Blick, Unterwerfung und Weiteres; die Mantra- und Yantra-Gayatris, die Einsetzung des Lebensatems, die Keimsilben der Elemente und der Richtungshüter – dies sind die zehn Glieder des Yantras. Dazu Wurzelmantra, Girlandenmantra, Schutzpanzer und Mantras zum Verschließen der Richtungen.“
Kapitel 7 – Verehrung und Wirkung des Yantras
„So beschaffen ist dieses aus großen Mantras bestehende Yantra, geschmückt mit höchsten Mantras [die nähere Bestimmung yogadhīrāntaiḥ ist unklar], verehrt mit sechzehn Gaben und durch Wiederholung, Feueropfer und Weiteres vollendet. Dieses Yantra besteht aus reinem Brahman-Licht, gewährt allen Furchtlosigkeit, tilgt alle Verfehlungen, erfüllt alles Gewünschte und gewährt Befreiung als Vereinigung. So leuchtet dieses große Narayana-Yantra des höchsten Vaikuntha.“
Kapitel 7 – Meditationsgestalt Narayanas
„Darüber sitzt er innerhalb einer Lichtfülle unübertrefflicher Glückseligkeit: Gestalt unsagbaren Glückseligkeitslichts, aus der Essenz des Bewusstseins hervorgetretene Glückseligkeitsgestalt, Wesen von Erkenntnis und Glückseligkeit, Ozean unübertrefflicher Schönheit, das Vierte und über das Vierte hinaus; Ozean unübertrefflicher Schönheitsglückseligkeit des ununterbrochenen höchsten Vierten, nichtduale höchste Glückseligkeit; strahlend wie Blitze in den Wogen eines Anmutsstroms, göttliche heilvolle Gestalt. Verkörperte höchste Heilsgestalten dienen ihm. Unendliche Schmuckstücke aus Bewusstsein und Glückseligkeit, wie unendliche Millionen Sonnen leuchtend, schmücken ihn. Scharen verkörperter Bewusstseinswaffen dienen ihm: Sudarshana, Panchajanya, Lotus, Keule, Schwert, Sharnga-Bogen, Stößel, Eisenkeule und weitere.“
Kapitel 7 – Yantra-Einschub: acht Kräfte
„In der äußeren Kreisbahn stehen der Reihe nach Vimala, Utkarshini, Jnana, Kriya, Yoga, Prahvi, Satya und Ishana, jeweils im Dativ, mit Pranava beginnend und mit Namaḥ endend.“
Kapitel 7 – Schmuck, Shesha und Duft
„Seine Brust ist mit Shrivatsa, Kaustubha und Waldblütengirlande gezeichnet. Er ist stets von Nektarblütenregen aus Brahman-Wunschbaumwäldern bedeckt, voller Glückseligkeit, durch zahllose [nicht näher bezeichnete Gaben] voller Brahman-Wonne-Essenz überaus heilvoll. Der weite Schirm von Sheshas zehntausend Hauben schmückt ihn; leuchtende Juwelen seines Haubenkreises erhellen seine Gestalt, die von Wasserfällen des Glanzes seiner Glieder umgeben ist. Er ist das Wesen unübertrefflichen Brahman-Dufts, besondere Gestalt unübertrefflichen Glückseligkeits-Brahman-Dufts, besondere Gesamtheit unendlicher Brahman-Duftgestalten. Tulasi-Girlanden unendlicher Glückseligkeit machen ihn immer frisch; unendliche Blumengirlanden aus Bewusstsein und Glückseligkeit lassen ihn glänzen.“
Kapitel 7 – Licht und Verehrung
„Er leuchtet durch aufeinanderfolgende Wellen von Lichtströmen, ist unübertreffliche Glückseligkeit, strahlt ringsum unaufhörlich mit Wirbeln besonderen Glanzes; Reihen unendlicher Räucherungen und Lampen aus Erkenntnis und Glückseligkeit schmücken ihn. Besondere Wedel unübertrefflicher Glückseligkeit bedienen ihn. Er ist mit unendlichen Fruchtbüscheln unablässiger, unvergleichlicher, unübertrefflicher, mächtiger Erkenntnisglückseligkeit geschmückt; Reihen göttlicher Gebäude, Schirme und Banner aus Bewusstseinsglückseligkeit lassen ihn glänzen. Er strahlt unaufhörlich mit höchst heilvollem unendlichem göttlichen Licht.“
Kapitel 7 – Die formlose Tiefe der Meditationsgestalt
„Über Adinarayana soll man so meditieren: unerreichbar für Sprache, innerhalb unendlicher Lichtfülle, von der Natur einer halben Mora, das Vierte; Klang selbst, über das Vierte hinaus, unaussprechlich, innerstes Wesen von Nada, Bindu und Kala; in diesen und unendlichen weiteren Gestalten bestehend, ohne Eigenschaften, ohne Tätigkeit, rein, makellos, unbefleckt, formlos, ohne Stütze, durch unübertreffliche nichtduale höchste Glückseligkeit gekennzeichnet. So die Upanishad.“
Schluss des 7. Kapitels
Damit endet in der Atharvana-Mahanarayana-Upanishad das 7. Kapitel mit dem Titel „Darstellung des Yantras Mahānarayanas im höchsten Vaikuntha der Dreiviertelherrlichkeit durch Erklärung des Wesens höchster Befreiung“.
Kapitel 8 – Vielfalt und Nichtdualität
Darauf fragt der Urvater den erhabenen Mahavishnu: „Erhabener, wie gibt es bei dir, dem höchsten Brahman reiner nichtdualer höchster Glückseligkeit, die dazu widersprüchliche Verschiedenheit unendlicher Dinge wie Vaikunthas, Paläste, Mauern und himmlische Gebäude?“ Mahavishnu antwortet: „Die Frage ist berechtigt. Wie reines Gold als Armreif, Krone, Oberarmschmuck und Weiteres verschieden erscheint; wie Meerwasser als grobe und feine Wellen, Schaum, Blasen, Salzlager, Salzsteine und unendlich viele weitere Dinge; wie Erde als Berge, Bäume, Gras, Büsche, Ranken und unendlich viele Dinge: Ebenso ist bei mir, dem höchsten Brahman nichtdualer höchster Glückseligkeit, die Nichtdualität von allem durchaus möglich. Alles ist nur mein eigenes Wesen; nicht einmal ein Atom existiert getrennt von mir.“
Kapitel 8 – Ein Befreiungsziel und unendliche Welten
Der Urvater fragt erneut: „Erhabener, das höchste Vaikuntha ist die höchste Befreiung. Überall hört man von nur einer höchsten Befreiung. Wie gibt es dann unendliche Vaikunthas, Glückseligkeitsozeane und unendliche Gestalten?“ Mahavishnu sagt: „So ist es: Schon im einen Unwissenheitsviertel werden unzählige Millionen Welteier samt Hüllen gelehrt. In einem einzigen davon gibt es viele Welten, viele Vaikunthas und unendliche Herrlichkeiten. Dass es in allen Welteiern unendliche Welten und Vaikunthas gibt, nehmen alle an. Was wäre dann erst über die drei Viertel zu sagen? Befreiung bedeutet das Offenbarwerden unübertrefflicher Glückseligkeit; dieses Kennzeichen besteht in den drei Vierteln. Daher sind die drei Viertel höchste Befreiung, höchstes Vaikuntha und höchstes Alleinsein. Deshalb gibt es dort Freuden des Spiels Brahmans als reines Bewusstsein und Glückseligkeit, unendliche höchste Glückseligkeitsherrlichkeiten, unendliche Vaikunthas und unendliche Ozeane höchster Glückseligkeit.“
Kapitel 8 – Das Eingehen in Narayana
„Der Verehrende nähert sich, meditiert über den so beschaffenen Narayana, vollzieht Umschreitungen und Verneigungen, verehrt ihn mit verschiedenen Gaben und wird von unübertrefflicher nichtdualer höchster Glückseligkeit erfüllt. Er setzt sich aufmerksam vor ihn, übt den Yoga der Nichtdualität und vergegenwärtigt sich eine ungeteilte, unermessliche Lichtfülle, deren Kennzeichen die höchste Glückseligkeit der Nichtdualität von allem ist. Er selbst wird zu einer unsterblichen Lichtfülle reiner Erkenntnis und Glückseligkeit und unübertrefflicher Wonne. Er erinnert sich an die Bedeutung des großen Ausspruchs: ‚Brahman bin ich. Ich bin. Brahman bin ich. Der ich bin: Brahman bin ich. Ich allein bin ich. Mich selbst bringe ich als Opfer dar, Svaha.‘ In der Vorstellung ‚Ich bin Brahman‘ geht er ein: wie der Strom eines großen Flusses höchsten Lichts in den Ozean höchsten Lichts eingeht, wie die Wellen dieses Ozeans in ihn eingehen. Ebenso geht der Verehrende, dessen Selbst Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit ist, in mich ein, Narayana, das höchste Brahman allseits vollkommener nichtdualer höchster Glückseligkeit: ‚Ich bin Sein und Bewusstsein; ich bin ungeboren; ich bin vollkommen.‘ Dann wird er zum wellenlosen, nichtdualen, grenzenlosen, unübertrefflichen Ozean von Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit.“
Kapitel 8 – Vollendung auf diesem Weg
„Wer auf diesem Weg richtig handelt, wird zweifellos Narayana. Auf diesem Weg sind alle Munis zur Vollendung gelangt, und zahllose höchste Yogis sind zur Vollendung gelangt.“
Kapitel 8 – Yoga mit und ohne Stütze
Dann fragt der Schüler den Lehrer: „Erhabener, erkläre, was Yoga mit Stütze und ohne Stütze sind.“ – „Yoga mit Stütze ist die Ausrichtung auf einen Kreis oder eine ähnliche Stütze mit einer besonderen Gestalt, die Hände, Füße und weitere Glieder besitzt, in weiter Ferne von sämtlichem Handeln. Yoga ohne Stütze ist die Vergegenwärtigung in weiter Ferne von sämtlichen Namen, Gestalten und Handlungen, als Zeuge aller inneren Regungen wie Begehren und frei von deren Stütze.“
Kapitel 8 – Warum Bhakti empfohlen wird
„Wie ist jemand beschaffen, der zu Yoga ohne Stütze befähigt ist? Nur ein Mensch mit Kennzeichen wie dem Fehlen von Selbstüberhebung kommt dafür in Betracht [der letzte Satzteil ist beschädigt]. Deshalb wird allen, den Befähigten und den Unbefähigten, Bhakti-Yoga empfohlen. Bhakti-Yoga ist ohne Störungen; durch Bhakti-Yoga kommt Befreiung. Verständige erlangen dadurch ohne Mühe bald Wirklichkeitserkenntnis. Warum? Der seinen Verehrern Zugewandte schützt selbst alle in Hingabe Gefestigten vor sämtlichen Befreiungshindernissen, gewährt alles Gewünschte und lässt Befreiung zuteilwerden. Für alle, selbst Brahma mit den vier Gesichtern, gibt es ohne Vishnu-Hingabe auch in Millionen Weltzeitaltern keine Befreiung. Ohne Ursache entsteht keine Wirkung; ohne Hingabe entsteht niemals Brahman-Erkenntnis. Deshalb gib auch du alle anderen Mittel auf und stütze dich auf Hingabe. Sei in Hingabe gefestigt; sei in Hingabe gefestigt. Durch Hingabe werden alle Vollendungen erreicht; nichts ist durch Hingabe unerreichbar.“
Kapitel 8 – Die Verwirklichung des Schülers
Nachdem er diese Unterweisung des Lehrers gehört, das ganze Geheimnis der höchsten Wirklichkeit verstanden und alle Zweifel abgeschüttelt hat, beschließt der Schüler: „Ich werde sehr bald Befreiung verwirklichen.“ Er erhebt sich, vollzieht Umschreitung und Verneigung vor dem Lehrer, verehrt ihn und wird mit dessen Erlaubnis allmählich in Hingabe gefestigt. Durch übergroße Hingabe erlangt er gereifte Einsicht; dadurch wird er mühelos sehr bald unmittelbar Narayana. So die Upanishad.
Kapitel 8 – Mahavishnus abschließende Unterweisung
Darauf blickt der erhabene Mahavishnu den Viergesichtigen an und spricht: „Brahma, das ganze Geheimnis der höchsten Wirklichkeit ist dir erklärt. Schon das Erinnern daran führt zur Befreiung; durch seine Verwirklichung wird alles Unbekannte bekannt. Dem Kenner jenes Wesens wird alles Unbekannte bekannt: Dies ganze höchste Geheimnis wurde erklärt. Wer ist der Lehrer? Der Lehrer ist unmittelbar der Purusha Adinarayana. Dieser Adinarayana bin ich selbst. Deshalb nimm allein bei mir Zuflucht, sei in Hingabe an mich gefestigt und verehre mich. Du wirst mich allein erreichen. Alles von mir Verschiedene ist aufhebbar; nichts von mir Verschiedenes ist unaufhebbar. Ich allein bin zweitlose unübertreffliche Glückseligkeit, ich allein bin allseits vollkommen, ich allein bin die Grundlage aller. Ich allein bin das Wesen des sprachlich unerreichbaren, formlosen höchsten Brahman. Nicht einmal ein Atom existiert getrennt von mir.“
Kapitel 8 – Brahmas Bitte
Nachdem der Urvater diese höchste Unterweisung Mahavishnus empfangen hat, erlangt er höchste Glückseligkeit. Durch die Berührung von Vishnus Hand erlangt er göttliche Erkenntnis. Er erhebt sich, vollzieht Umschreitungen und Verneigungen, verehrt Mahavishnu mit verschiedenen Gaben, nähert sich demütig mit gefalteten Händen und sagt: „Erhabener, gewähre mir Festigkeit in Hingabe. Beschütze mich, der ich von dir ungetrennt bin, du Heimstatt des Mitgefühls.“
Kapitel 8 – Die Frucht der Verehrung
Mahavishnu lobt ihn: „Gut, gut“, und spricht: „Wer mich verehrt, wird der Höchste. Durch meine Verehrung entsteht alles Heil, durch meine Verehrung besiegt man alles. Mein Verehrer wird von allen verehrt. Für ihn gibt es nichts Unerreichbares; alle Bindungen vergehen. Alle Götter dienen ihm wie einem Menschen guten Wandels; auch große Heilsgüter dienen ihm. Daher wird mein Verehrer das höchste Brahman, gekennzeichnet durch unübertreffliche nichtduale höchste Glückseligkeit.“
Kapitel 8 – Phalashruti: das Studium der Upanishad
„Wer die Atharvana-Mahanarayana-Upanishad über das Geheimnis der höchsten Wirklichkeit studiert, wird von allen Sünden frei: von wissentlich und unwissentlich begangenen Verfehlungen, von schweren Verfehlungen gereinigt, von allen heimlich, öffentlich, seit langer Zeit und übermäßig begangenen Sünden befreit. Er gewinnt alle Welten, ist in der Wiederholung sämtlicher Mantras gefestigt und wird ein Kenner der höchsten Wahrheit, der die Geheimnisse aller Vedanta-Lehren erfasst hat. Er genießt alle Genüsse, kennt allen Yoga, wird Bewahrer der ganzen Welt und wird das höchste Brahman nichtdualer höchster Glückseligkeit.“
Kapitel 8 – Die Regeln der Weitergabe
„Dieses Geheimnis der höchsten Wirklichkeit soll keinem ohne Hingabe an den Lehrer gesagt werden, keinem, der nicht hören und dienen will, keinem ohne Askese und keinem Verneiner; keinem Heuchler, keinem ohne Hingabe an mich, keinem von Missgunst Geprägten. Es soll keinem von Hochmut und Neid Beherrschten und keinem Undankbaren gesagt werden.“
Kapitel 8 – Abschluss des Gesprächs
„Wer dieses höchste Geheimnis meinen Verehrern darlegt, wird in Hingabe an mich gefestigt und erreicht mich allein. Wer dieses Gespräch zwischen uns studiert, wird in Brahman gefestigt. Wer voller Vertrauen und ohne Missgunst dieses Gespräch zwischen uns hört oder liest, gelangt zur Vereinigung mit mir.“ Darauf verschwindet Mahavishnu. Brahma kehrt an seinen eigenen Ort zurück. So die Upanishad.
Schluss des 8. Kapitels
Damit endet in der Atharvana-Mahanarayana-Upanishad das 8. Kapitel mit dem Titel „Darstellung des Wesens höchster Befreiung als Vereinigung“.
Schlusskolophon
Damit ist die Tripadvibhuti-Mahanarayana-Upanishad abgeschlossen.
Anregungen für die spirituelle Praxis
- Betrachte die Frage des Textes: Wie kann Vielfalt erscheinen, wenn ihre Grundlage eins ist? Verwende sein Gold-und-Schmuck-Beispiel zur Kontemplation.
- Verbinde Meditation und aufrichtige Hingabe mit ethischem Handeln; das fünfte Kapitel stellt guten Wandel und die Klärung des inneren Organs an den Anfang.
- Unterscheide bei der Lektüre von Mantras den belegten Wortlaut, eine erklärte Lesekorrektur und eine ausdrücklich unsichere Stelle.
- Lies die lange Vaikuntha-Reise auch als religiöse Darstellung einer wachsenden Ausrichtung auf Erkenntnis und Glückseligkeit; ihre kosmischen Entfernungen sind Angaben des Textes.
Quellen und Textgrundlage
- Sanskritgrundlage: Tripadvibhuti Mahanarayana Upanishad – Sanskrit Documents, vollständige Fassung mit acht Kapiteln.
- Deutsche Übersetzung und Worterklärungen: neu aus dieser Sanskritfassung erstellt. Redaktionelle Absatzüberschriften und Leseeinheiten sind keine originalen Versnummern.
- IAST und Devanagari geben denselben bearbeiteten Sanskritwortlaut wieder. An ausdrücklich bezeichneten Stellen wurden offensichtliche Schreibfehler korrigiert; unsichere Konjekturen oder unaufgelöste Textstörungen sind erläutert.
- Fotos und Video: aus den für dieses Artikelprojekt bereitgestellten Medienlisten; der eingebundene Vortrag behandelt den allgemeinen philosophischen Hintergrund.
Siehe auch
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