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'''Ameyan / Ameya''': ([[Sanskrit]]: अमेयन् ameyan ''m.'' अमेया ameyā ''f.'') Der Unermessliche, siehe auch [[Bhagavad Gita]] II:18; X:40-2 | '''Ameyan / Ameya''': ([[Sanskrit]]: अमेयन् ameyan ''m.'' अमेया ameyā ''f.'') Der Unermessliche, siehe auch [[Bhagavad Gita]] II:18; X:40-2 | ||
Ameya ist ein Sanskrit-Wort, das wörtlich „unermesslich“, „[[unbegrenzt]]“ oder „[[unendlich]]“ bedeutet. Es transportiert im Sanskrit die Idee von etwas, das weder in Größe noch in Menge gemessen werden kann — also etwas, das jenseits von Begrenzungen liegt. | |||
In der yogischen und spirituellen [[Tradition]] [[Indien]]s wird Ameya oft verwendet, um Qualitäten des Göttlichen, des wahren Selbst (Atman) oder bestimmter spiritueller Zustände zu beschreiben. Wenn man in der Meditation oder im [https://www.yoga-vidya.de/ Satsang] auf das [[Selbst]] oder auf das Bewusstsein blickt, ist das, was man erfährt, häufig als ameya, also als unbegrenzt und grenzenlos, beschrieben: kein Raum, keine Zeit, keine Begrenzung durch das individuelle Ego. Auch in [[Bhakti]]-Texten kann Ameya genutzt werden, um die unermessliche Gnade oder Liebe einer Gottheit zu charakterisieren. | |||
In der Praxis von [[Pranayama]], [[Meditation]] oder in der Kontemplation über das eigene Sein kannst du dich auf das Gefühl der Weite und Grenzenlosigkeit ausrichten. Während einer sitzenden Meditation atmest du ruhig und richtest die Aufmerksamkeit nach innen; wenn Gedanken oder Körperempfindungen auftauchen, beobachtest du sie ohne Festhalten und richtest wieder die Wahrnehmung auf das ruhige, weite Feld des [[Bewusstsein]]s. Die Absicht ist, die eng gefasste Ich‑Perspektive zu lockern und Raum für das Erleben von Ameya zu schaffen — einem inneren Gefühl von Weite, das sich nicht auf bestimmte Inhalte reduzieren lässt. | |||
Der indische Philosoph und Lehrer [[Ramana Maharshi]] hat die Erfahrung des Selbst wiederholt in Begriffen der Unendlichkeit und Grenzenlosigkeit beschrieben: Erkenne das Selbst nicht als ein begrenztes „Ich“, sondern frag beständig „Wer bin ich?“ — in der Antwort offenbart sich das grenzenlose, unvergängliche Bewusstsein. Dieses Nach‑innen‑Fragen führt weg von beschränkten Selbstbildern hin zu einer Erfahrung, die dem Sinn von Ameya nahekommt. | |||
=Siehe auch= | |||
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Aktuelle Version vom 4. Juni 2026, 01:54 Uhr

Ameyan / Ameya: (Sanskrit: अमेयन् ameyan m. अमेया ameyā f.) Der Unermessliche, siehe auch Bhagavad Gita II:18; X:40-2
Ameya ist ein Sanskrit-Wort, das wörtlich „unermesslich“, „unbegrenzt“ oder „unendlich“ bedeutet. Es transportiert im Sanskrit die Idee von etwas, das weder in Größe noch in Menge gemessen werden kann — also etwas, das jenseits von Begrenzungen liegt.
In der yogischen und spirituellen Tradition Indiens wird Ameya oft verwendet, um Qualitäten des Göttlichen, des wahren Selbst (Atman) oder bestimmter spiritueller Zustände zu beschreiben. Wenn man in der Meditation oder im Satsang auf das Selbst oder auf das Bewusstsein blickt, ist das, was man erfährt, häufig als ameya, also als unbegrenzt und grenzenlos, beschrieben: kein Raum, keine Zeit, keine Begrenzung durch das individuelle Ego. Auch in Bhakti-Texten kann Ameya genutzt werden, um die unermessliche Gnade oder Liebe einer Gottheit zu charakterisieren.
In der Praxis von Pranayama, Meditation oder in der Kontemplation über das eigene Sein kannst du dich auf das Gefühl der Weite und Grenzenlosigkeit ausrichten. Während einer sitzenden Meditation atmest du ruhig und richtest die Aufmerksamkeit nach innen; wenn Gedanken oder Körperempfindungen auftauchen, beobachtest du sie ohne Festhalten und richtest wieder die Wahrnehmung auf das ruhige, weite Feld des Bewusstseins. Die Absicht ist, die eng gefasste Ich‑Perspektive zu lockern und Raum für das Erleben von Ameya zu schaffen — einem inneren Gefühl von Weite, das sich nicht auf bestimmte Inhalte reduzieren lässt.
Der indische Philosoph und Lehrer Ramana Maharshi hat die Erfahrung des Selbst wiederholt in Begriffen der Unendlichkeit und Grenzenlosigkeit beschrieben: Erkenne das Selbst nicht als ein begrenztes „Ich“, sondern frag beständig „Wer bin ich?“ — in der Antwort offenbart sich das grenzenlose, unvergängliche Bewusstsein. Dieses Nach‑innen‑Fragen führt weg von beschränkten Selbstbildern hin zu einer Erfahrung, die dem Sinn von Ameya nahekommt.