Bhramatattva: Unterschied zwischen den Versionen

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Der Sanskrit-Ausdruck „bhramatattva“ setzt sich aus zwei Teilen zusammen:
* „[[bhrama]]“ bedeutet [[Irrtum]], Täuschung, Verwirrung oder auch das Umherirren;
* „[[tattva]]“ heißt [[Prinzip]], Wesen, Grundprinzip oder Wirklichkeit. Zusammengenommen bezeichnet „bhramatattva“ also das Prinzip oder die Natur der Verwirrung bzw. des Irrtums.
 
In [[philosophisch]]em und [[spirituell]]em Kontext wird der Begriff verwendet, um jene Aspekte der menschlichen Erfahrung zu beschreiben, durch die die wahre Wirklichkeit verdeckt oder verfälscht erscheint — etwa die illusionären Vorstellungen, Fehlwahrnehmungen und inneren Unruhen, die verhindern, dass das Selbst die letztendliche Wahrheit erkennt.
 
Im [https://www.yoga-vidya.de/ Yoga]- und [[Vedanta]]-Diskurs kann bhramatattva auf die kraftvollen, oft subtilen Mechanismen verweisen, die das Bewusstsein vom reinen, unverfälschten Gewahrsein ablenken: falsche Identifikation mit [[Körper]] und [[Geist]], Anhaftungen, aversionen und die aus Unwissenheit resultierenden gedanklichen Muster. In ethisch-praktischer Hinsicht deutet der Ausdruck darauf hin, dass Verwirrung nicht nur ein vorübergehendes Gefühl ist, sondern eine tiefer liegende [[Dynamik]] oder Tendenz, die erkannt und durch Einsicht, Meditation und Unterscheidungsvermögen (viveka) überwunden werden muss, um zur klaren Erkenntnis der Wirklichkeit zu gelangen.
 
=Siehe auch=
* [[Meditation]]
* [[Erkenntnis]]


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[[Kategorie:Yogawiki:Überarbeiten]]

Version vom 17. Dezember 2025, 01:30 Uhr

Bhramatattva ist Krishna nicht

bhramatattva: (n.) = das Wesen der Täuschung

Der Sanskrit-Ausdruck „bhramatattva“ setzt sich aus zwei Teilen zusammen:

  • bhrama“ bedeutet Irrtum, Täuschung, Verwirrung oder auch das Umherirren;
  • tattva“ heißt Prinzip, Wesen, Grundprinzip oder Wirklichkeit. Zusammengenommen bezeichnet „bhramatattva“ also das Prinzip oder die Natur der Verwirrung bzw. des Irrtums.

In philosophischem und spirituellem Kontext wird der Begriff verwendet, um jene Aspekte der menschlichen Erfahrung zu beschreiben, durch die die wahre Wirklichkeit verdeckt oder verfälscht erscheint — etwa die illusionären Vorstellungen, Fehlwahrnehmungen und inneren Unruhen, die verhindern, dass das Selbst die letztendliche Wahrheit erkennt.

Im Yoga- und Vedanta-Diskurs kann bhramatattva auf die kraftvollen, oft subtilen Mechanismen verweisen, die das Bewusstsein vom reinen, unverfälschten Gewahrsein ablenken: falsche Identifikation mit Körper und Geist, Anhaftungen, aversionen und die aus Unwissenheit resultierenden gedanklichen Muster. In ethisch-praktischer Hinsicht deutet der Ausdruck darauf hin, dass Verwirrung nicht nur ein vorübergehendes Gefühl ist, sondern eine tiefer liegende Dynamik oder Tendenz, die erkannt und durch Einsicht, Meditation und Unterscheidungsvermögen (viveka) überwunden werden muss, um zur klaren Erkenntnis der Wirklichkeit zu gelangen.

Siehe auch