Sthali Dana – einen gefüllten Kochtopf für gelebte Gastfreundschaft verschenken
Sthali Dana – einen gefüllten Kochtopf für gelebte Gastfreundschaft verschenken. Das Sthali Dana verbindet eine nährende Mahlzeit mit dem Vorsatz, andere Menschen vor dem eigenen Essen zu versorgen. Die im Bhavishya Purana erzählte Gabe geht auf eine frühere Geburt Draupadis zurück: Auf den Rat Vasishthas schenkt sie einen gefüllten Kochtopf und bittet darum, Angehörige, Gäste und Hausangehörige gut bewirten zu können. Diese Fassung des Sthali Dana besitzt eine eigene Gebetsfolge und unterscheidet sich dadurch von der kurzen Siddha-Sthali-Gabe an Sankranti.
Vorbereitung
Die Quelle nennt einen Sonntag, einen Sonnenübergang oder die Mondtage Chaturdashi, Ashtami, Ekadashi und Tritiya. Eine bestimmte Uhrzeit wird nicht festgelegt. Praktisch eignet sich eine häusliche Feier zur Mahlzeit, die der schenkende Mensch selbst vorbereitet und einem brahmanischen Empfänger übergibt.
Benötigt werden ein tiefer stabiler Kochtopf, Mungbohnen und Reis für ein weich gekochtes Gericht, Beilagen, Trinkwasser, ein Gefäß mit Ghee (bzw. Pflanzenöl), Sandelduft, ein Tuch, Blumen, Räucherwerk und eine angemessene Dakshina. Pflanzenöl ist eine heutige vegane Anpassung. Der Text nennt einen kupfernen Topf von 500 Pala, die Hälfte oder ein Viertel dieses Gewichts; wer auch dies nicht aufbringen kann, darf ausdrücklich einen irdenen Topf schenken. Für die hier ausgeführte bescheidene Fassung verwende daher einen lebensmitteltauglichen Tontopf.
Durchführung
1. Eine sättigende Gabe kochen
Koche Reis und Mungbohnen weich. Fülle den gereinigten Topf mit dem fertigen Gericht. Stelle Beilagen, Trinkwasser und das Gefäß mit Ghee (bzw. Pflanzenöl) dazu. Die Quelle beschreibt eine wirkliche Speisengabe, keine leere Miniatur.
2. Den Topf verehren
Stelle ihn auf einen sauberen runden Platz oder ein vorbereitetes Mandala. Schmücke die Außenseite mit Sandelduft, lege das Tuch und die Blumen dazu und zeige Räucherwerk. Halte Duftstoffe und Räucherasche von den Speisen fern.
3. Das Gefäß als Helfer des Lebens ansprechen
Sprich vor der Übergabe alle drei Verse:
jvalajjvalanapārśvasthaistaṃḍulaiḥ sajalairapi |
na bhavedbhojyasaṃsiddhirbhūtānāṃ piṭharīṃ vinā ||
tvaṃ siddhiḥ siddhikāmānāṃ tvaṃ puṣṭiḥ puṣṭimicchatām |
atastvāṃ praṇamāmyāśu satyaṃ kuru vaco mama ||
jñātibaṃdhusuhṛdvarge vipre preṣyajane tathā |
abhuktavati nāśnīyāttathā bhava varapradā ||
Übersetzung: Auch aus Reis und Wasser neben einem lodernden Feuer entsteht für die Lebewesen ohne einen Topf keine fertige Speise. Du bist Erfüllung für diejenigen, die Erfüllung wünschen, und Nahrungskraft für diejenigen, die Stärkung wünschen. Deshalb verneige ich mich vor dir: Mache mein Wort wahr. Möge ich nicht essen, solange Verwandte, Angehörige, Freunde, der Brahmane und die Menschen im Dienst noch nicht gegessen haben. Sei mir in diesem Sinne eine Geberin des Segens.
4. Mahlzeit und Topf schenken
Überreiche dem Empfänger das vollständige Ensemble mit der Dakshina. Lass ihn das Gericht in Ruhe annehmen und essen oder zur vereinbarten gemeinsamen Bewirtung verwenden. Der Topf bleibt als dauerhafte Gabe bei ihm.
5. Den gesprochenen Vorsatz leben
Versorge auch die weiteren anwesenden Gäste und Hausangehörigen, bevor du selbst isst. Hier wird die Bitte des Gebets unmittelbar zu einer Handlung. Danach iss mit dankbarem Herzen und beende die Feier ohne weitere vorgeschriebene Rezitation.
Rezitation in Devanagari
ज्वलज्ज्वलनपार्श्वस्थैस्तंडुलैः सजलैरपि ।
न भवेद्भोज्यसंसिद्धिर्भूतानां पिठरीं विना ॥
त्वं सिद्धिः सिद्धिकामानां त्वं पुष्टिः पुष्टिमिच्छताम् ।
अतस्त्वां प्रणमाम्याशु सत्यं कुरु वचो मम ॥
ज्ञातिबंधुसुहृद्वर्गे विप्रे प्रेष्यजने तथा ।
अभुक्तवति नाश्नीयात्तथा भव वरप्रदा ॥
Bedeutung und Abschluss
Draupadis Gabe erinnert daran, dass Gastfreundschaft Lebensmittel und geeignetes Gerät braucht. Ein Topf ermöglicht viele weitere Mahlzeiten. Als persönliche Anregung kann aus dem einmaligen Fest ein regelmäßiges gemeinsames Essen für Menschen werden, die sonst allein oder unzureichend versorgt wären.
Quellen und weiterführende Praxis
- Bhavishya Purana, Uttara Parva, Kapitel 170; Sanskritfassung bei Wikisource.
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