Shakti Pramoda Rituale Teil 3

Aus Yogawiki

Shakti Pramoda Rituale Teil 3 enthält eine ausführliche Gaṇeśa-Gabenverehrung, ein Śiva-Abhiṣeka mit fünf Substanzen und die Blütendarbringung an acht Begleitkräfte Durgās. Die Handlungen sind so beschrieben, dass die Gaben unmittelbar beim zugehörigen Sanskritgebet dargebracht werden können. Alle Gebete erhalten eine deutsche Übersetzung.

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Textgrundlage und Gebrauch

Verwendet wird der Sanskritteil der vorliegenden Ausgabe Shakta Pramoda Teil 3: Durgā-Pūjā, Druckseiten 420–422; Śiva-Pūjā, Druckseiten 446–457; Gaṇeśas ṣoḍaśopacārakrameṇa pūjāvidhiḥ, Druckseiten 505–509. Die elektronisch überlieferten Druckseiten und Abschnittstitel ermöglichen das Auffinden der Stellen. Die Rezitationsformeln wurden aus dem Sanskrittext übernommen.

So liest man die Anleitung: Bereite zuerst alle Gaben vor. Lies dann jeweils die deutsche Handlung. Sprich das fett gesetzte Sanskrit und vollziehe die Gabe dabei oder unmittelbar danach. Die deutsche Übersetzung dient dem Verständnis und muss nicht zusätzlich rezitiert werden. Die Wortgrenzen der Sanskritgebete wurden für die Rezitation deutlicher gesetzt; dabei wurden äußere Lautverbindungen teilweise gelöst und historische Konsonantenverdoppelungen vereinfacht. Offensichtliche Schreibfehler wie „ekaviṃsati“ statt „ekaviṃśati“ sowie doppelt gesetzte Anfangskonsonanten wurden berichtigt. Bīja-Folgen wurden nicht verändert. Abschnittsüberschriften wie atha pādyam und Schlussmarkierungen wie iti pādyam gehören nicht zum Gebet und wurden aus den Rezitationsblöcken entfernt.

Die Quelle stellt ihre Rituale in einen tantrischen Gesamtrahmen. Hier sind bestimmte Handlungsfolgen abgegrenzt. Wo der Beginn, ein Ersatzstoff, die genaue Handhabung oder der Abschluss für eine selbständige Andacht ergänzt wird, ist das kenntlich gemacht. Die Sammlung beansprucht weder eine vollständige Ausgabe aller Pūjās noch eine Übertragung einer Initiation.

5. Gaṇeśa: Gabenverehrung mit Bädern, Speise, Dūrvā und Licht

Zweck und Eignung

Wozu? Gaṇeśa wird als Herr der Anfänge, als Geber von Einsicht und Gelingen verehrt. Das Dhyāna dieses Ritus nennt ausdrücklich siddhi, buddhi und die vier Lebensziele. Die vielen Gaben entfalten eine Beziehung liebevoller Gastfreundschaft: einladen, empfangen, baden, kleiden, nähren und ehren.

Wer kann diese Fassung ausführen? Sie ist für Menschen mit Erfahrung in gewöhnlicher Mūrti-Pūjā eingerichtet. Verwendet wird die im Text eigens bezeichnete Gabenfolge mit ihren Versgebeten. Der davorstehende tantrische Mahāgaṇapati-Grundmantra, dessen spezielle Nyāsas und ein Mantra-Puraścaraṇa gehören nicht zu dieser abgegrenzten Fassung. Damit wird keine pauschale Aussage über die Zugangsregeln aller Gaṇeśa-Traditionen getroffen.

Kultbild: Benutze eine kleine, für Wasser, Milchprodukte und Öl geeignete Gaṇeśa-Mūrti in einer Auffangschale. Bei einem Papierbild, einer bemalten oder empfindlichen Figur werden sämtliche Bäder in eine davorstehende leere Schale gegeben und innerlich der Gottheit angeboten. Diese symbolische Variante ist eine praktische Anpassung, kein materielles Bad des Bildes.

Materialien vorher aufstellen

  • Wasserkrug, Löffel, Auffangschale, separates Trinkwasser; ein sauberes Tuch zum Abtrocknen.
  • Kleine Portionen Öl, Milch, Joghurt, flüssiges Ghee, Honig, Zuckerwasser und in Wasser aufgelöster Rohrzucker beziehungsweise Jaggery. Das Verdünnen zäher Stoffe ist eine praktische Handhabungshilfe.
  • Madhuparka: eine kleine gesonderte Mischung aus Joghurt, Honig und Ghee. Genau diese drei Stoffe nennt die verwendete Formel.
  • Zwei kleine rote Tücher, ein Opferfaden, Schmuck oder symbolische Schmuckgabe, rote Sandelholzpaste, Reis, Blumen und eine Girlande.
  • Räucherwerk; eine sicher aufgestellte Lampe; für den Schluss möglichst eine Lampe mit fünf Dochten.
  • Speise, Früchte, nach eigener Praxis vorbereitetes Tāmbūla, eine Geldgabe und 21 Dūrvā-Sprosse, soweit erhältlich.
  • Gegebenenfalls ein für Kultbilder geeignetes rotes Sindūra-Pulver; seine historisch unklare Rezeptur wird nicht nachgemischt.

Mengen: Kleine rituelle Portionen genügen für diese praktische Ausführung. Der Text legt bei den Bädern hier keine Literzahl fest. Aufgefangene Badflüssigkeiten werden von der später essbaren Speise getrennt gehalten.

Luxusgaben und lange Speiselisten: Die Gebete nennen Gold, Edelsteine, viele Blumensorten und zahlreiche Speisen. Sind sie nicht vorhanden, verwende eine tatsächlich vorhandene repräsentative Gabe und stelle die übrige Fülle innerlich dar. Das ist eine offen benannte vereinfachte Ausführung. Wer ausschließlich tatsächlich vorhandene Gegenstände benennen möchte, lässt eine nicht vorhandene Gabe samt ihrer Spezialformel aus; dies ist dann eine gekürzte Gabenfolge.

Beginn

Reinige Hände und Platz, stelle die Figur in die Auffangschale und entzünde die Lampe. Setze dich ruhig davor. Eine kurze Absicht kann auf Deutsch lauten: „Ich verehre Gaṇeśa mit Hingabe und bitte um Einsicht und gutes Gelingen.“ Dieser schlichte Beginn ist eine redaktionelle Rahmung der folgenden Quellpassage.

Schritt 1: Dhyāna – Gaṇeśa vergegenwärtigen

Schaue auf die Mūrti und rezitiere den Meditationsvers. Stelle dir die genannten Merkmale ruhig vor.

ekadantaṃ śūrpakarṇaṃ gajavaktraṃ caturbhujam |
pāśāṅkuśadharaṃ devaṃ modakān vibhrataṃ karaiḥ ||
raktapuṣpamayīṃ mālāṃ kaṇṭhe haste parāṃ śubhām |
bhaktānāṃ varadaṃ siddhibuddhibhyāṃ sevitaṃ sadā ||
siddhibuddhipradaṃ nṝṇāṃ dharmārthakāmamokṣadam |
brahmarudraharīndrādyaiḥ saṃstutaṃ paramarṣibhiḥ ||

Übersetzung: „[Man meditiere] den Einzahnigen, mit Ohren wie Worfelschaufeln, elefantengesichtig und vierarmig; den Gott, der Schlinge und Elefantenhaken hält und Modakas in den Händen trägt; mit einer Kette aus roten Blumen am Hals und einer weiteren schönen in der Hand; den Segengeber der Verehrer, der stets von Siddhi und Buddhi bedient wird; der den Menschen Vollendung und Einsicht sowie Dharma, Wohlstand, erfülltes Begehren und Befreiung verleiht; den Brahmā, Rudra, Hari, Indra und andere sowie die großen Seher preisen.“

Schritt 2: Āvāhana – einladen

Halte beide Hände offen zur Gottheit, dann lege sie in Añjali zusammen.

āgaccha jagadādhāra surāsuravarārccita |
anāthanātha sarvajña gīrvāṇaparipūjita ||

Übersetzung: „Komm, Grundlage der Welt, von Göttern und Asuras als Höchster verehrt! Herr der Schutzlosen, Allwissender, von den Himmelsbewohnern Verehrter!“

Hinweis: Die einfache offene Handgeste erläutert die Einladung; sie wird nicht als die spezielle tantrische Āvāhana-Mudrā ausgegeben.

Schritt 3: Āsana – einen Sitz anbieten

Lege eine Blume an den Sockel der Figur und stelle dir einen würdigen Thron vor.

svarṇasiṃhāsanaṃ divyaṃ nānāratnasamanvitam |
samarpitaṃ mayā deva tatra tvaṃ samupāviśa ||

Übersetzung: „Einen göttlichen goldenen Löwenthron, mit vielen Edelsteinen geschmückt, habe ich dir dargebracht, o Gott. Nimm darauf Platz.“

Hinweis: Die Blume als Sitzzeichen ist eine praktische symbolische Ausführung.

Schritt 4: Pādya – Wasser für die Füße

Gib einen Löffel Wasser an die Füße der Mūrti oder in die Auffangschale.

devadeveśa sarveśa sarvatīrthāhṛtaṃ jalam |
pādyaṃ gṛhāṇa gaṇapate gandhapuṣpākṣatair yutam ||

Übersetzung: „Herr der Götter, Herr von allem, Gaṇapati! Nimm dieses Wasser für deine Füße an, aus allen heiligen Badeorten herbeigebracht, mit Duft, Blumen und ungebrochenen Reiskörnern versehen.“

Schritt 5: Arghya – ehrende Empfangsgabe

Gib Wasser mit einer kleinen Blüte und wenigen Reiskörnern in die Auffangschale. Die kostbaren Bestandteile der Formel können innerlich dargebracht werden.

pravālamuktāphalapūgaratnaṃ tāmbūlajāmbūnadam aṣṭagandham |
puṣpākṣatāyuktam amoghaśakte dattaṃ mayārghyaṃ saphalīkuruṣva ||

Übersetzung: „O du von unfehlbarer Kraft! Dieses von mir dargebrachte Arghya mit Korallen, Perlen, Arekanuss, Edelsteinen, Tāmbūla, Gold, achtfacher Duftmischung, Blumen und ungebrochenen Reiskörnern – lass es fruchtbar sein.“

Schritt 6: Ācamanīya – Wasser zur Mundreinigung

Biete einen Löffel frisches Wasser an und gieße ihn in die Auffangschale. Es wird der Gottheit angeboten, nicht jetzt selbst getrunken.

gaṅgādisarvatīrthebhyaḥ prārthitaṃ toyam uttamam |
karpūrailālavaṅgādivāsitaṃ svīkuru prabho ||

Übersetzung: „Herr, nimm dieses vorzügliche Wasser an, von allen heiligen Badeorten, angefangen mit der Gaṅgā, erbeten, mit Kampfer, Kardamom, Gewürznelken und anderem duftend gemacht.“

Hinweis: Die Duftstoffe werden in einer symbolischen Ausführung vorgestellt; für Trinkwasser verwendet man ausschließlich zum Verzehr geeignete Zutaten.

Schritt 7: Taila – Salbung

Berühre die geeignete Mūrti mit wenig Öl. Bei einer empfindlichen Figur gib das Öl stattdessen in eine eigene Schale.

campakāśokabakulamālatīmallikādibhiḥ |
vāsitaṃ snigdhatāhetuṃ tailaṃ cāru pragṛhyatām ||

Übersetzung: „Nimm dieses schöne Öl an, das Geschmeidigkeit verleiht, duftend gemacht mit Campaka, Aśoka, Bakula, Mālatī, Mallikā und anderen Blüten.“

Schritt 8: Milchbad

Gieße eine kleine Portion Milch langsam über die Figur.

kāmadhenusamudbhūtaṃ sarveṣāṃ jīvanaṃ param |
pāvanaṃ yajñahetuṃ te payaḥ snānārtham arpitam ||

Übersetzung: „Diese aus der wunscherfüllenden Kuh hervorgegangene Milch, höchste Lebensnahrung für alle, reinigend und dem Opfer dienend, ist dir zum Bad dargebracht.“

Schritt 9: Joghurtbad

Gib etwas Joghurt oder leicht verdünnten Joghurt über die Figur.

dhenudugdhasamudbhūtaṃ śuddhaṃ sarvagataṃ priyam |
mayānītaṃ dadhi varaṃ snānārthaṃ pratigṛhyatām ||

Übersetzung: „Diesen aus Kuhmilch entstandenen, reinen, weithin geschätzten, vorzüglichen Joghurt habe ich gebracht; nimm ihn zum Bad an.“

Schritt 10: Ghee-Bad

Gib eine kleine Menge flüssigen, nicht heißen Ghees über die Figur.

navanītasamutpannaṃ sarvasantoṣakāraṇam |
yathāṅgaṃ devatāhāraṃ ghṛtaṃ snātuṃ samarpitam ||

Übersetzung: „Dieses aus frischer Butter entstandene Ghee, Ursache allseitiger Zufriedenheit, angemessene Speise der Gottheiten, ist zum Bad dargebracht.“

Hinweis: Die Wendung „yathāṅgam“ ist sprachlich wenig eindeutig; „angemessen“ gibt hier die naheliegende Funktion wieder.

Schritt 11: Honigbad

Lass wenig Honig beziehungsweise verdünnten Honig über die Figur fließen.

raktasāraghasambhūtaṃ sarvatejovivarddhanam |
sarvapuṣṭikaraṃ deva madhu snānārtham arpitam ||

Übersetzung: „O Gott, dieser Honig, von roten Bienen hervorgebracht, der allen Glanz vermehrt und allseitig nährt, ist zum Bad dargebracht.“

Hinweis: „raktasāragha“ wird nach seiner naheliegenden Zusammensetzung als Bezeichnung roter Bienen verstanden; die genaue zoologische Bestimmung ist nicht gesichert.

Schritt 12: Zuckerbad

Gieße etwas Zuckerwasser über die Figur.

ikṣusārasamudbhūtāṃ śarkkarāṃ sumanoharām |
malāpahāriṇīṃ snātuṃ gṛhāṇa tvaṃ mayārpitām ||

Übersetzung: „Nimm den von mir dargebrachten, aus dem Saft des Zuckerrohrs entstandenen, überaus erfreulichen und Unreinheit entfernenden Zucker zum Bad an.“

Hinweis: Das Auflösen in Wasser ist eine praktische Ausführung, keine zusätzliche Rezeptvorschrift des Verses.

Schritt 13: Guḍa-Bad

Gieße etwas in Wasser gelösten Jaggery beziehungsweise unraffinierten Rohrzucker über die Figur.

sarvamādhuryatāhetuḥ svāduḥ sarvapriyaṅkaraḥ |
puṣṭikṛt snātum ānīta ikṣusārabhavo guḍaḥ ||

Übersetzung: „Der Ursprung süßer Freude, wohlschmeckend, allen lieb, nährend: Dieser aus Zuckerrohrsaft entstandene Guḍa ist zum Bad herbeigebracht.“

Schritt 14: Madhuparka

Stelle die vorbereitete Mischung aus Joghurt, Honig und Ghee als eigene Gabe vor Gaṇeśa.

kāṃsye kāṃsyena pihito dadhimadhvājyapūritaḥ |
madhuparko mayānītaḥ pūjārthaṃ pratigṛhyatām ||

Übersetzung: „In einem Bronzegefäß, mit Bronze bedeckt, angefüllt mit Joghurt, Honig und Ghee, ist dieser Madhuparka von mir gebracht. Nimm ihn zur Verehrung an.“

Hinweis: Die Überschrift bezeichnet hier Madhuparka, nicht ausdrücklich ein weiteres Bad. Deshalb wird die Mischung als Gabe hingestellt.

Schritt 15: Klares Wasserbad

Spüle die Mūrti gründlich mit sauberem Wasser und trockne sie anschließend behutsam ab.

sarvatīrthāhṛtaṃ toyaṃ mayā prārthanayā vibho |
suvāsitaṃ gṛhāṇedaṃ samyak snātuṃ sureśvara ||

Übersetzung: „O Allgegenwärtiger, Herr der Götter, nimm dieses wohlduftende Wasser zum vollständigen Bad an, durch mein Gebet aus allen heiligen Badeorten herbeigebracht.“

Hinweis: Das Abtrocknen ist eine praktische Ergänzung für den folgenden Kleidungsschritt.

Schritt 16: Rote Gewänder

Lege die beiden vorbereiteten roten Tücher um die Mūrti oder als Gabe davor.

raktavastrayugaṃ deva lokalajjānivāraṇam |
anarghyam atisūkṣmaṃ ca gṛhāṇedaṃ mayārpitam ||

Übersetzung: „O Gott, nimm dieses von mir dargebrachte Paar roter Gewänder an, das Blöße bedeckt, kostbar und überaus fein.“

Schritt 17: Opferfaden

Lege einen passenden Opferfaden über die Figur oder auf ihren Gabeteller.

rājataṃ brahmasūtraṃ ca kāñcanaṃ raktasaṃyutam |
bhaktyopapāditaṃ deva gṛhāṇa parameśvara ||

Übersetzung: „Höchster Herr, nimm den silbernen und goldenen, mit Rot verbundenen heiligen Faden an, den ich in Hingabe bereitet habe.“

Hinweis: Ein einfacher Faden ist eine symbolische Ersatzgabe für die im Gebet genannten kostbaren Materialien.

Schritt 18: Schmuck

Lege Schmuck an oder bringe ihn auf dem Gabeteller dar.

anekaratnayuktāni bhūṣaṇāni bahūni ca |
tattadaṅge kāñcanāni yojayāmi tavājñayā ||

Übersetzung: „Vielerlei goldene Schmuckstücke, mit zahlreichen Edelsteinen versehen, lege ich mit deiner Erlaubnis an die jeweiligen Glieder.“

Schritt 19: Rote Sandelholzpaste

Trage sparsam rote Sandelholzpaste auf die geeignete Figur auf. Der Vers nennt zwölf Körperstellen. Für eine vollständig materielle Zwölferausführung bedarf es ihrer überlieferten Zuordnung; diese Stelle zählt sie nicht auf. In der hier gewählten einfachen Ausführung wird ein Stirnpunkt gesetzt und die Salbung aller zwölf Glieder innerlich dargebracht.

aṣṭagandhasamāyuktaṃ raktacandanam uttamam |
dvādaśāṅgeṣu te deva lepayāmi kṛpāṃ kuru ||

Übersetzung: „O Gott, ich salbe deine zwölf Glieder mit vorzüglichem rotem Sandelholz, mit achtfacher Duftmischung verbunden. Erweise mir Gnade.“

Hinweis: Die konkrete Zwölferzuordnung wird nicht erfunden. Die Einpunkt-Ausführung ist ausdrücklich eine Vereinfachung.

Schritt 20: Akṣata – Reiskörner

Setze wenige mit roter Sandelholzpaste verbundene Reiskörner auf den aufgetragenen Stirnpunkt oder lege sie davor.

raktacandanasaṃmiśrāṃs tandulāṃs tilakopari |
śobhāyai sampradāsyāmi gṛhāṇa parameśvara ||

Übersetzung: „Mit rotem Sandelholz vermischte Reiskörner will ich dir über dem Tilaka als Schmuck darbringen. Nimm sie an, höchster Herr.“

Schritt 21: Blumen

Lege die vorbereiteten Blumen an die Füße Gaṇeśas.

pāṭalaṃ karṇikāraṃ ca bandhūkaṃ raktapaṅkajam |
mogaraṃ mālatīpuṣpaṃ gṛhāṇa sumanoharam ||

Übersetzung: „Nimm diese überaus schönen Blüten an: Pāṭala, Karṇikāra, Bandhūka, roten Lotus, Mogara und Mālatī.“

Hinweis: Andere vorhandene Blumen sind eine ausdrücklich vereinfachte Ausführung der reichen Gabenliste.

Schritt 22: Räucherwerk

Führe das brennende Räucherwerk ruhig vor der Figur und stelle es anschließend sicher ab.

daśāṅgaṃ guggulaṃ dhūpaṃ sarvasaugandhyakārakam |
sarvapāpakṣayakaraṃ tvaṃ gṛhāṇa mayārpitam ||

Übersetzung: „Nimm diesen von mir dargebrachten zehnteiligen Duft und Guggulu-Rauch an, der Wohlgeruch verbreitet und alle Verfehlungen schwinden lässt.“

Hinweis: Die Reinigung von Verfehlungen ist religiöse Gebetssprache.

Schritt 23: Licht

Hebe die Lampe vor der Gottheit an, führe sie ruhig im Uhrzeigersinn und stelle sie danach wieder auf ihren sicheren Platz. Diese Bewegungsbeschreibung ist eine praktische Ausführungshilfe.

sarvajña sarvalokeśa tamonāśanam uttamam |
gṛhāṇa maṅgalaṃ dīpaṃ devadeva namo 'stu te ||

Übersetzung: „Allwissender, Herr aller Welten! Nimm dieses segensreiche, vorzügliche Licht an, das Dunkelheit zerstört. Gott der Götter, Verehrung sei dir!“

Schritt 24: Speisedarbringung

Stelle die vorbereitete Speise vor die Mūrti. Rezitiere das ganze Gebet; die umfangreiche Speisenfülle kann in einer vereinfachten Hauspūjā zusätzlich innerlich vorgestellt werden.

nānāpakvānnasaṃyuktaṃ pāyasaṃ śarkarānvitam |
nānāvyañjanaśobhāḍhyaṃ śālyodanam anuttamam ||
dadhidugdhaghṛtair yuktaṃ lavaṅgailāsamanvitam |
marīcicūrṇasahitakvathikāvaṭakānvitam ||
rājikādhānyasaṃyuktaṃ methīpiṣṭaṃ sa-takrakam |
hiṅgu-jīraka-kūṣmāṇḍa-marīci-māṣa-piṣṭakaiḥ ||
sampāditaiḥ supakvaiś ca bharjitair vaṭakair yutam |
modakāpūpa-laḍḍūka-śaṣkulī-maṇḍakādibhiḥ ||
parpaṭair api saṃyuktaṃ naivedyam amṛtānvitam |
haridrā-hiṅgulavaṇasahitaṃ sūpamuttamam ||
sa-sāmudraṃ gṛhāṇedaṃ bhojanaṃ kuru sādaram ||

Übersetzung: „[Nimm an:] Milchreis mit Zucker und vielerlei gekochten Speisen; vorzüglichen Reis, geschmückt mit verschiedenen Beigerichten; verbunden mit Joghurt, Milch und Ghee, mit Gewürznelken und Kardamom; mit Pfefferpulver, gekochten Zubereitungen und kleinen Kuchen; Senfsaat und Getreide beziehungsweise Körnern, Bockshornkleezubereitung und Buttermilch; mit Asafoetida, Kreuzkümmel, Kürbis, Pfeffer und Zubereitungen aus Urdbohnenmehl; dazu gut gekochte und gebratene Küchlein; Modakas, Apūpas, Laḍḍūs, Śaṣkulīs, Maṇḍakas und auch dünne Fladen. Diese nektargleiche Speise, die vorzügliche Suppe mit Kurkuma, Asafoetida und Salz, mit Meersalz versehen – nimm sie an und speise wohlwollend.“

Hinweis: Einzelne Speisenbezeichnungen wie „kvathikā“ und „maṇḍaka“ werden nicht durch ungesicherte moderne Rezepte ersetzt. „rājikādhānya“ ist in der vorliegenden Schreibung nicht eindeutig gegliedert; die deutsche Wiedergabe hält dies offen.

Schritt 25: Trink- und Mundspülwasser

Stelle ein eigenes Gefäß mit Trinkwasser hin. Gib danach einen Löffel Wasser als symbolisches Mundspülwasser in die Auffangschale.

sutṛptikārakaṃ toyaṃ sugandhaṃ ca pibecchayā |
tvayi tṛpte jagat tṛptaṃ nityatṛpte mahātmani ||
uttarāpośanārthaṃ te dadmi toyaṃ suvāsitam |
mukhapāṇiviśuddhyarthaṃ punas toyaṃ dadāmi te ||

Übersetzung: „Trinke nach deinem Wunsch das wohlriechende Wasser, das ganz zufriedenstellt. Wenn du gesättigt bist, ist die Welt gesättigt, o ewig erfüllter großer Geist! Für das Wassertrinken nach der Mahlzeit gebe ich dir duftendes Wasser; zur Reinigung von Mund und Händen gebe ich dir erneut Wasser.“

Schritt 26: Früchte

Stelle die vorbereiteten Früchte hin.

dāḍimaṃ madhuraṃ nimbu-jambvāmra-panasādikam |
drākṣā-rambhāphalaṃ pakvaṃ karkandhūḥ khārjuraṃ phalam ||
nārikelaṃ ca nāriṅgam añjiraṃ jambiraṃ tathā |
urvārukaṃ ca deveśa phalāny etāni gṛhyatām ||

Übersetzung: „Herr der Götter, nimm diese Früchte an: Granatapfel, süße Zitrusfrucht, Jambū, Mango, Jackfrucht und andere; Trauben, reife Bananen, Jujuben und Datteln; Kokosnuss, Orange, Feige, Zitrone sowie Gurke beziehungsweise Melonenfrucht.“

Hinweis: Die genaue Art einzelner Zitrus- und Kürbisgewächse ist aus den Bezeichnungen allein nicht immer eindeutig.

Schritt 27: Reinigung und Duft nach dem Essen

Biete nochmals Wasser an. Lege anschließend wenig Sandelholz oder wohlriechendes Pulver auf den Gabeteller; bei einer geeigneten Figur kann etwas Paste an ihre Hände gegeben werden.

mukhapāṇiviśuddhyarthaṃ punas toyaṃ dadāmi te |
gṛhāṇa candanaṃ cāru karāṅgodvartanaṃ śubham ||
nānāparimaladravyair nirmitaṃ cūrṇam uttamam |
sugandhināmakaṃ puṇyaṃ gandhi cāru pragṛhyatām ||

Übersetzung: „Zur Reinigung von Mund und Händen gebe ich dir erneut Wasser. Nimm das schöne Sandelholz an, die segensreiche Einreibung für Hände und Glieder. Nimm dieses vorzügliche Pulver an, aus vielerlei Duftstoffen bereitet, heilig und wohlduftend, als schöner Duft.“

Schritt 28: Sindūra

Bringe wenig geeignetes rotes Kultpulver dar; verwende es bei einer dafür geeigneten Figur als roten Schmuckpunkt.

cāruśālūrasambhūtaṃ vaṃśasārasamudbhavam |
sīmantabhūṣaṇaṃ cūrṇaṃ lākṣārañjitam astu te ||

Übersetzung: „Möge dieses schöne Pulver, aus Śālūra und aus der Essenz des Bambus hervorgegangen, mit Lack gefärbt, dir als Schmuck des Haarscheitels dienen.“

Hinweis: Die Lesung und Stoffbezeichnung „śālūra“ ist unsicher. Die Übersetzung bewahrt den unklaren Namen; aus diesem Vers wird keine Herstellungsrezeptur abgeleitet.

Schritt 29: Tāmbūla

Lege die vorbereitete Tāmbūla-Gabe auf einen eigenen kleinen Teller.

sacandrapūgacūrṇāḍhyaṃ khādyakhādirasaṃyutam |
elālavaṅgasaṃmiśraṃ tāmbūlaṃ kesarānvitam |

Übersetzung: „[Dieses] Tāmbūla, reich an Kampfer und Arekanusspulver, mit essbarer Khadira-Zubereitung verbunden, mit Kardamom und Gewürznelken vermischt und mit Safran versehen [sei dargebracht].“

Hinweis: Der Vers ist eine nominale Gabenbeschreibung; die in eckigen Klammern erläuterte Darbringung ergänzt die deutsche Satzform, nicht den Sanskrittext.

Schritt 30: Dakṣiṇā

Lege eine Münze oder andere vorbereitete Gabe vor die Gottheit. Bestimme sie anschließend für einen religiösen oder wohltätigen Zweck.

nyūnātiriktāpūjāyāḥ sampūrṇaphalahetave |
dakṣiṇāṃ kāñcanīṃ deva sthāpayāmi tavāgrataḥ ||

Übersetzung: „Damit die Verehrung trotz dessen, was zu wenig oder zu viel getan wurde, ihre volle Frucht trägt, stelle ich, o Gott, eine goldene Dakṣiṇā vor dich.“

Hinweis: Der spätere Verwendungszweck ist eine praktische Empfehlung dieser Anleitung; die Quelle nennt hier das Niederlegen.

Schritt 31: Girlande

Lege die Blumengirlande an oder vor die Figur.

sitapītais tathā raktair jalajaiḥ kusumaiḥ śubhaiḥ |
grathitāṃ sundarāṃ mālāṃ gṛhāṇa parameśvara ||

Übersetzung: „Höchster Herr, nimm diese schöne Girlande an, geflochten aus weißen, gelben und roten, segensreichen Wasserblüten.“

Schritt 32: Einundzwanzig Dūrvā-Sprosse

Lege die vorbereiteten 21 Dūrvā-Sprosse als gemeinsame Gabe vor Gaṇeśa.

haritāḥ śvetavarṇā vā pañcatripatrasaṃyutāḥ |
dūrvāṅkurā mayā dattā ekaviṃśatisammitāḥ ||

Übersetzung: „Diese grünen oder weißlichen Dūrvā-Sprosse, mit fünf beziehungsweise drei Blättchen, habe ich dir dargebracht: einundzwanzig an der Zahl.“

Hinweis: Es wird die Gesamtgabe beschrieben; der Vers verlangt hier nicht, denselben Vers für jeden einzelnen Spross zu wiederholen.

Schritt 33: Einundzwanzig Umrundungen

Sprich den Vers und umschreite die Gottheit anschließend 21-mal im Uhrzeigersinn, sodass sie rechts von dir bleibt. Ist der Aufbau nicht umgehbar, vollziehe die Umrundungen innerlich; diese Ersatzform ist eine praktische Anpassung.

ekaviṃśatisaṅkhyākāḥ kuryāṃ deva pradakṣiṇāḥ |
pade pade te deveśa naśyantu pātakāni me ||

Übersetzung: „O Gott, ich möchte einundzwanzig Umrundungen vollziehen. Herr der Götter, mit jedem Schritt mögen meine Verfehlungen schwinden.“

Schritt 34: Abschließendes Ārati

Zeige die vorbereitete Lampe, möglichst mit fünf Dochten, vor der Mūrti. Führe sie in ruhigen Kreisen im Uhrzeigersinn vor der Gottheit und stelle sie anschließend sicher ab. Eine bestimmte Anzahl von Kreisen schreibt diese Stelle nicht vor. Rezitiere die beiden hier sicher lesbaren Anfangszeilen des Abschlussgebets.

audumbare rājate vā kāṃsye kāñcanasambhave |
pātre prakalpitān dīpān gṛhāṇa cakṣurarpakān ||

Übersetzung: „Nimm diese dem Auge dargebotenen Lichter an, angeordnet auf einem Gefäß aus Udumbara-Holz, Silber, Bronze oder Gold.“

Hinweis: Die anschließenden Zeilen der elektronischen Fassung enthalten sprachlich beschädigte Lesungen, darunter „pañcadīparddīpitām“. Sie werden hier nicht als sicher rezitierbarer Text ergänzt. Die Lichthandlung ist ausführbar; das Abschlussgebet ist gegenüber dem überlieferten Block gekürzt.

Die Pūjā beenden

Verneige dich nach dem Lichtopfer. In dem ausgewählten Gabenabschnitt endet die Quelle hier mit iti pūjāvidhiḥ. Deshalb wird kein frei hinzuerfundenes Sanskrit-Entlassungsgebet angehängt. Als Abschluss dieser selbständigen Gabenandacht verweile still und teile danach die essbaren Gaben als Prasāda. Wer die Folge innerhalb einer umfassenderen, vermittelten Pūjā verwendet, führt deren weiteren Abschluss aus.

Abdeckung: Alle Gabenstationen von Dhyāna bis Ārati im ausgewählten Abschnitt sind erfasst. Die ungesicherten letzten Ārati-Zeilen sind ausdrücklich ausgenommen; die vorausgehenden tantrischen Nyāsas gehören nicht zum gewählten Umfang. Einige materielle Ausführungen sind als symbolische Vereinfachung gekennzeichnet.

6. Śiva-Abhiṣeka: fünf Bäder und Wasserreinigung

Zweck, Voraussetzungen und Materialien

Wozu? Das rituelle Bad ehrt Śiva als lebendige göttliche Gegenwart. Die fünf Stoffe werden nacheinander mit ihren eigenen Gebeten angeboten. Die Schlusswaschung mit Wasser führt zur erneuten Klarheit und Einfachheit.

Wer? Menschen, die eine einfache Śiva-Mūrti- oder Liṅga-Pūjā kennen. Die folgende Fassung ist ein selbständig eingerichteter Auszug aus der größeren Śiva-Pūjā. Sie beinhaltet weder den vollständigen Śatarudrīya-Abhiṣeka noch den ganzen Gabenzyklus.

Bereitlegen: wassergeeignetes Liṅga oder geeignete Mūrti in einer Auffangschale; sauberes Wasser; kleine Portionen Milch, Joghurt, flüssiges Ghee, Honig und Zuckerwasser; Löffel oder kleine Gießgefäße; Tuch; Blume; Lampe. Bei empfindlichem Material wird symbolisch in die vorgestellte Schale gegossen. Stoffe können zur praktischen Handhabung verdünnt werden. Diese Mengen- und Materialhinweise sind redaktionelle Hilfen.

Die Quelle verlangt am Ende der Mantras die Erweiterung sāṅgāya sāyudhāya savāhanāya saparivārāya sāvaraṇāya namaḥ. Sie wird unten bei jedem Schritt ausgeschrieben. Sie bedeutet: „Verehrung dem, der mit seinen Gliedkräften, Waffen, Reittier, Begleitern und Umkreisgottheiten gegenwärtig ist.“

Schritt 1: Aufstellen und Śiva einladen

Reinige Hände und Platz, entzünde die Lampe und stelle das Kultbild in die Auffangschale. Die praktische Rahmung ist ergänzt. Verneige dich, richte deine Aufmerksamkeit auf Śiva und rezitiere die Einladungsformel aus dem Śiva-Pūjāprayoga:

āyāhi bhagavañ chambho śarva tvaṃ girijāpate |
prasanno bhava deveśa namas tubhyaṃ hi śaṅkara ||
sāṅgāya sāyudhāya savāhanāya saparivārāya sāvaraṇāya namaḥ ||

Übersetzung: „Komm, erhabener Śambhu, Śarva, Herr der Girijā! Sei uns wohlgesinnt, Herr der Götter. Verehrung sei dir, Śaṅkara – mit deinen Gliedkräften, Waffen, deinem Reittier, deinen Begleitern und Umkreisgottheiten.“

Die eigenständige Verbindung dieser Einladung unmittelbar mit den fünf Bädern ist eine Kürzung. In der vollständigen Quellfolge stehen dazwischen Sitz und Empfangsgaben.

Schritt 2: Milch

Gieße die Milch langsam über das Liṅga oder die Figur.

madhuraṃ gopayaḥ puṇyaṃ paṭapūtaṃ puraskṛtam |
snānārthaṃ devadeveśa gṛhāṇa parameśvara ||
sāṅgāya sāyudhāya savāhanāya saparivārāya sāvaraṇāya namaḥ ||

Übersetzung des Badgebets: „Herr der Götter, höchster Herr! Nimm diese süße, reine Kuhmilch zum Bad an, die durch ein Tuch gefiltert und ehrerbietig bereitet wurde.“

Anschlussformel: „Verehrung Śiva mit seinen Gliedkräften, Waffen, Reittier, Begleitern und Umkreisgottheiten.“

Schritt 3: Joghurt

Gib die vorbereitete kleine Portion Joghurt über das Kultbild.

durlabhaṃ divi susvādu dadhi sarvapriyaṃ param |
puṣṭidaṃ pārvatīnātha snānāya pratigṛhyatām ||
sāṅgāya sāyudhāya savāhanāya saparivārāya sāvaraṇāya namaḥ ||

Übersetzung des Badgebets: „Herr der Pārvatī, nimm diesen selbst im Himmel seltenen, wohlschmeckenden, allen überaus lieben und nährenden Joghurt zum Bad an.“

Anschlussformel: „Verehrung Śiva mit seinen Gliedkräften, Waffen, Reittier, Begleitern und Umkreisgottheiten.“

Schritt 4: Ghee

Gib etwas flüssiges, nicht heißes Ghee über das Kultbild.

ghṛtaṃ gavyaṃ śuci snigdhaṃ susevyaṃ puṣṭim icchatām |
gṛhāṇa girijānātha snānāya candraśekhara ||
sāṅgāya sāyudhāya savāhanāya saparivārāya sāvaraṇāya namaḥ ||

Übersetzung des Badgebets: „Herr der Girijā, Mondbekrönter! Nimm dieses reine, geschmeidige Ghee aus Kuhmilch zum Bad an, das für diejenigen, die Nahrung und Stärkung suchen, wohltuend ist.“

Anschlussformel: „Verehrung Śiva mit seinen Gliedkräften, Waffen, Reittier, Begleitern und Umkreisgottheiten.“

Schritt 5: Honig

Lass etwas Honig oder verdünnten Honig über das Kultbild fließen.

madhuraṃ mṛdu mohaghnaṃ svarabhaṅgavināśanam ||
mahādevedam utsṛṣṭaṃ tava snānāya śaṅkara ||
sāṅgāya sāyudhāya savāhanāya saparivārāya sāvaraṇāya namaḥ ||

Übersetzung des Badgebets: „Mahādeva, Śaṅkara! Dieses Süße und Milde, das Verblendung und Störungen der Stimme beseitigt, ist zu deinem Bad dargebracht.“

Anschlussformel: „Verehrung Śiva mit seinen Gliedkräften, Waffen, Reittier, Begleitern und Umkreisgottheiten.“

Schritt 6: Zucker

Gieße das vorbereitete Zuckerwasser über das Kultbild.

tāpaśāntikarī śītā madhurāsvādasaṃyutā |
snānārthaṃ devadeveśa śarkareyaṃ pradīyate ||
sāṅgāya sāyudhāya savāhanāya saparivārāya sāvaraṇāya namaḥ ||

Übersetzung des Badgebets: „Herr der Götter! Dieser kühlende Zucker, der Hitze beruhigt und süß schmeckt, wird dir zum Bad gegeben.“

Anschlussformel: „Verehrung Śiva mit seinen Gliedkräften, Waffen, Reittier, Begleitern und Umkreisgottheiten.“

Schritt 7: Reines Wasser

Spüle das Kultbild gründlich mit sauberem Wasser. Die heiligen Flüsse werden im Wasser gegenwärtig gedacht.

gaṅgā godāvarī revā payoṣṇī yamunā tathā |
sarasvatyādi tīrthāni snānārthaṃ pratigṛhyatām ||
sāṅgāya sāyudhāya savāhanāya saparivārāya sāvaraṇāya namaḥ ||

Übersetzung des Badgebets: „Nimm Gaṅgā, Godāvarī, Revā, Payoṣṇī und Yamunā sowie die heiligen Gewässer, angefangen mit Sarasvatī, zum Bad an.“

Anschlussformel: „Verehrung Śiva mit seinen Gliedkräften, Waffen, Reittier, Begleitern und Umkreisgottheiten.“

Die Aussagen über Reinigung, Hitze und Stimme gehören zur traditionellen Gebetssprache dieser Bäder. In diesem Ritus werden die Substanzen der Gottheit dargebracht; es wird damit keine Behandlung des eigenen Körpers vorgeschrieben.

Schritt 8: Abtrocknen und Blütengabe

Trockne das Kultbild vorsichtig ab. Das Abtrocknen ist eine praktische Ergänzung. Nimm eine Blume in die zusammengelegten Hände und rezitiere den Puṣpāñjali-Vers vom Ende der Śiva-Gabenfolge:

hara viśvākhilādhāra nirādhāra nirāśraya |
puṣpāñjaliṃ gṛhāṇeśa someśvara namo'stu te ||
sāṅgāya sāyudhāya savāhanāya saparivārāya sāvaraṇāya namaḥ ||

Übersetzung: „Hara, Grundlage des ganzen Alls, selbst ohne tragende Grundlage und ohne Abhängigkeit! Herr, Someśvara, nimm diese Blütengabe an. Verehrung sei dir – mit deinen Gliedkräften, Waffen, deinem Reittier, deinen Begleitern und Umkreisgottheiten.“

Lege die Blume vor das Kultbild.

Schritt 9: Verneigung und Ende

Verneige dich mit dem im Text folgenden Praṇāma-Mantra:

hetave jagatām eva saṃsārārṇavasetave |
prabhave sarvavidyānāṃ śambhave gurave namaḥ ||
sāṅgāya sāyudhāya savāhanāya saparivārāya sāvaraṇāya namaḥ ||

Übersetzung: „Verehrung Śambhu, dem Guru, der Ursache der Welten, der Brücke über den Ozean des Saṃsāra und dem Ursprung aller Erkenntniswege – mit seinen Gliedkräften, Waffen, seinem Reittier, seinen Begleitern und Umkreisgottheiten.“

Bleibe kurz still. Damit ist die hier zusammengestellte Abhiṣeka-Andacht beendet. Die Schlussgebete sind aus der späteren Śiva-Gabenfolge an das Ende dieses Auszugs gestellt; das ist eine ausdrücklich ausgewiesene redaktionelle Zusammenstellung.

Nicht enthalten: Die Quelle fügt nach dem klaren Wasserbad ein langes Bad mit dem Śatarudrīya an. Dieses ist in der vorliegenden Fassung ausgelassen. Das oben beschriebene Ritual darf deshalb nicht als vollständiger Rudrābhiṣeka oder vollständige Śiva-Pūjā dieses Werkes bezeichnet werden.

7. Durgā: acht Blütengaben an die Kräfte ihres Umkreises

Zweck und Vorbereitung

Wozu? In Durgās Āvaraṇa-Pūjā werden auf den acht Lotusblättern acht Kräfte verehrt: Sieg, Erfolg, guter Ruf, Zuneigung, Licht, Reinheit, Einsicht und die heilige Überlieferung. Die folgende Anleitung macht genau diese Folge ausführbar.

Wer? Wer bereits eine Durgā-Pūjā ausführt, kann sie an der entsprechenden Stelle einsetzen. Für eine selbständige Blütenandacht werden hier ein einfacher Beginn und Schluss ergänzt. Diese Andacht ersetzt weder die vorgängigen Nyāsas noch die vollständige Āvaraṇa-Pūjā des Werkes.

Materialien: Durgā-Bild, ein gezeichneter achtblättriger Lotus, acht Blüten beziehungsweise Blütenblätter, ein weiteres Blatt für den Schluss sowie eine Lampe. Für diese Teilverehrung genügt die Zeichnung des Lotus; sie wird nicht als vollständiges geweihtes Durgā-Yantra bezeichnet.

Ausrichtung: Markiere auf der Unterlage Osten. Lege den Lotus mit dem ersten Blatt in diese Richtung. Die Quelle schreibt ausdrücklich pūrvādi, „mit Osten beginnend“. Die folgende Fortsetzung im Uhrzeigersinn entspricht der hier gewählten üblichen Umkreisordnung. Halte diese Orientierung bei allen acht Gaben bei, auch wenn du seitlich am Tisch sitzt.

Schritt 1: Durgā vergegenwärtigen

Entzünde die Lampe, verneige dich vor dem Bild und sprich das Dhyāna aus dem Durgā-Pūjāabschnitt:

siṃhasthā śaśiśekharā marakataprakhyaiś caturbhir bhujaiḥ |
śaṅkhaṃ cakradhanuḥśarāṃś ca dadhatī netrais tribhiḥ śobhitā ||
āmuktāṅgadahārakaṅkaṇaraṇatkāñcīkvaṇannūpurā |
durgā durgatihāriṇī bhavatu no ratnollasatkuṇḍalā ||

Übersetzung: „Möge Durgā unsere Not hinwegnehmen: auf einem Löwen sitzend, den Mond als Kopfschmuck tragend, in ihren vier smaragdglänzenden Armen Muschelhorn, Diskus, Bogen und Pfeile haltend; mit drei leuchtenden Augen, geschmückt mit Armreifen, Halsketten, Handreifen, klingendem Gürtel und tönenden Fußringen, mit edelsteinfunkelnden Ohrringen.“

Schritt 2: Acht Blüten in festgelegter Reihenfolge darbringen

Nimm für jede Zeile eine Blüte. Sprich die Formel einmal und lege die Blüte auf das betreffende Blatt. Der Grundtext schreibt die Namen mit ihren Bījas und verwendet teilweise das Kürzel „0“ für die wiederkehrende Schlussformel. Hier ist namaḥ ausgeschrieben. Es wird kein zusätzliches oṃ vorangestellt.

Richtung Rezitation beim Niederlegen Deutsche Bedeutung
Osten jaṃ jayāyai namaḥ „Jaṃ – Verehrung der Jayā, der Siegreichen.“
Südosten viṃ vijayāyai namaḥ „Viṃ – Verehrung der Vijayā, der Triumphierenden.“
Süden kiṃ kīrtyai namaḥ „Kiṃ – Verehrung der Kīrti, des guten Rufes und Ruhmes.“
Südwesten paṃ prītyai namaḥ „Paṃ – Verehrung der Prīti, der Zuneigung und Freude.“
Westen paṃ prabhāyai namaḥ „Paṃ – Verehrung der Prabhā, des Lichtglanzes.“
Nordwesten śuṃ śuddhāyai namaḥ „Śuṃ – Verehrung der Śuddhā, der Reinen.“
Norden maṃ medhāyai namaḥ „Maṃ – Verehrung der Medhā, der Einsichts- und Auffassungskraft.“
Nordosten śaṃ śrutyai namaḥ „Śaṃ – Verehrung der Śruti, der gehörten heiligen Offenbarung.“

Die Anfangssilben sind Bījas; sie erhalten keine erfundene wörtliche Übersetzung. Dass zwei verschiedene Namen hier dasselbe paṃ erhalten, wird so aus der Quelle übernommen.

Schritt 3: Zur Göttin in der Mitte zurückkehren

Schaue wieder auf Durgā. Halte die letzte Blume in den zusammengelegten Händen. Sprich noch einmal die eigentliche Bitte aus dem bereits verwendeten Dhyāna:

durgā durgatihāriṇī bhavatu no ratnollasatkuṇḍalā ||

Übersetzung: „Möge Durgā mit den edelsteinfunkelnden Ohrringen unsere Not hinwegnehmen.“

Lege die Blume in die Mitte, verneige dich und verweile still. Dieses erneute Sprechen der Bitte mit einer mittleren Blütengabe ist die redaktionell ergänzte Abschlussform der selbständigen Andacht.

Innerhalb einer vollständigen Pūjā wird hingegen mit den anschließend vorgesehenen Waffen- und Richtungsverehrungen weitergegangen. Das hier ausgearbeitete Acht-Blüten-Modul ist dann noch kein Abschluss des Gesamtritus.

Was mit diesen drei Anleitungen vorliegt

Die Gaṇeśa-Gabenfolge ist mit allen Stationen, den übersetzten Gebeten und den benannten textkritischen Ausnahmen ausgearbeitet. Das Śiva-Abhiṣeka und Durgās Acht-Blüten-Verehrung sind klar abgegrenzte, selbständig gerahmte Auszüge. Die vollständigen Kumārī-, Bali-, Homa-, Sūrya- und Viṣṇu-Rituale sind damit noch nicht als praktische Handbücher erschlossen. Diese drei Anleitungen bilden eine Auswahl aus dem größeren Ritualbestand.

Die innere Ausrichtung bewahren

Eine sorgfältig dargebrachte Schale Wasser, eine Blüte und ein Licht können die Aufmerksamkeit ebenso sammeln wie eine reich ausgestattete Feier. Lass die Gabenfolge in Ruhe geschehen. Die anschließende Stille gibt Raum, Dankbarkeit und Hingabe über die Zeremonie hinaus gegenwärtig zu halten.

Siehe auch