Shakti Pramoda Deutsche Übersetzung Teil 1

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Shakti Pramoda Deutsche Übersetzung Teil 1: Hier der erste Teil der vollständigen ÜBersetzung des Shakti Pramoda, einer der großen Werke des Tantra

Hauptartikel: Shakti Pramoda · Deutsche Übersetzung, Teil 2

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Titelblatt

Glück und Segen!
Śāktapramoda – Freude der Śākta-Verehrer.

Bestehend aus den Tantras der zehn Mahāvidyās, beginnend mit Kālī, und außerdem ausgestattet mit den Tantras der Kumārī und der Gottheiten der Pañcāyatana-Verehrung.

Von dem erhabenen König Rāja Devanandanasiṃha Bahādur, dem Herrscher mit der Residenz Śivahara, zusammengestellt und verfasst.

Eingangsverehrung und Vorwort

Verehrung dem erhabenen Gaṇeśa!

Hier beginnt der Śāktapramoda.

Nachdem ich mich vor Kālī verneigt habe, die von Mitgefühl erfüllt ist, die Befleckung des Kali-Zeitalters beseitigt und einen zarten, anmutigen Leib besitzt, verfasse ich für die guten Menschen den schönen Śāktapramoda, der heilsames Handeln und rechte Einsicht verleiht.

Hier werden die rechte Verehrung der zehn Śaktis und die dazugehörigen Handlungen mitsamt ihren Mantras dargelegt, ebenso das vollständige entsprechende Verfahren für die fünf Gottheiten; es widerlegt die Menschen mit verkehrtem Verständnis.

1. Kali-Tantra

Meditation über Kali

Nun die Meditation über die erhabene Kālī.

1. Man stelle sich die segensreiche Göttin vor, wie sie auf einem Leichnam steht: überaus furchterregend, mit schrecklichen Fangzähnen und doch mit lächelndem Gesicht. Sie hat vier Arme; ihre Hände tragen Schwert und abgeschlagenen Kopf und zeigen die Gesten des Gewährens von Gaben und der Furchtlosigkeit.

2. Die Göttin trägt eine Girlande aus abgeschlagenen Köpfen; ihre Zunge hängt heraus, und die Himmelsrichtungen sind ihr Gewand. So meditiere man über Kālī, die auf der Leichenverbrennungsstätte wohnt.

Zeichnung des Yantra

Nun die Darlegung des Yantra.

1. Zuerst zeichne man ein Dreieck und außerhalb davon ein weiteres Dreieck. Dann zeichne der Mantra-Praktizierende drei weitere treffliche Dreiecke.

2. Danach zeichne er drei Kreise und anschließend einen achtblättrigen Lotus. Nachdem er einen weiteren Kreis gezeichnet hat, zeichne er vorschriftsgemäß eine äußere viereckige Einfassung, den Bhūpura.

Herleitung und Wortlaut des Grundmantra

Nun die Herleitung des Mantra.

1. Nachdem man das Kālī-Bīja dreimal ausgesprochen hat, lasse man zweimal das Lajjā-Bīja folgen, darauf zweimal hūṃ und danach die Worte „dakṣiṇe kālike“.

2. Darauf rezitiere man das Kālī-Bīja dreimal und das Lajjā-Bīja zweimal; es folgen zweimal hūṃ und abschließend svāhā. Damit ist der Kālī-Mantra angegeben.

Nun der Mantra selbst.

Bedeutung: „O Dakṣiṇa-Kālī … svāhā!“ Die Anrede richtet sich an die Göttin; krīṃ, hrīṃ und hūṃ sind Bīja-Silben und besitzen hier keine wörtliche Satzübersetzung. Svāhā ist der rituelle Darbringungsruf.

Textanmerkung: Die Ziffern 3 und 2 in der Vorlage geben Wiederholungszahlen an. Das Zeichen / steht an mehreren Stellen der elektronischen Vorlage an einer Position, an der ein Nasalzeichen zu erwarten ist; die vorausgehenden Verse stützen an dieser Stelle die Lesung hūṃ.

Ordnung der Dakshina-Kali-Verehrung

Nun die Ordnung der Verehrung der erhabenen Dakṣiṇa-Kālī.

Zuerst begebe man sich an einen reinen Ort, der mit verschiedenfarbigem Pulver in fünf Farben geschmückt ist. Man bleibe zunächst außerhalb der Verehrungsplattform stehen, verneige sich vor dem Guru, vor der erwählten Gottheit und vor den Hütern der Himmelsrichtungen und vollziehe das rituelle Wasserschlürfen, Ācamana. Dann halte man Kuśa-Gras in der Hand, bewahre Schweigen und rezitiere zur Besänftigung der Verfehlungen die folgenden beiden Verse:

1. „O Göttin, mein Geist, der aus dir hervorgegangen ist, wurde von Verfehlungen überwältigt. Möge die Verfehlung aus meinem Geist weichen! Hūṃ phaṭ; dir sei Verehrung!“

Textanmerkung: Die Konstruktion tvatprakṛtam und die Verbindung tannissarantu … pāpam sind sprachlich auffällig. Die Übersetzung gibt den erkennbaren Sinn wieder; sie ist an dieser Stelle nicht als gesicherte Rekonstruktion des Wortlauts zu verstehen.

„Die Sonne, der Mond, Yama, die Zeit und die fünf großen Elemente: Diese neun sind hier die Zeugen guter und schlechter Taten.“

Nachdem man diese Verse rezitiert und gebetet hat, betrete man das Haus. Unter Wahrung des Schweigens vollziehe man Ācamana mit dem Grundmantra.

Mit „o vajrodake hūṃ phaṭ svāhā“ – „O Vajra-Wasser, hūṃ phaṭ svāhā!“ – nehme man Wasser. Mit „hūṃ svāhā“ nehme man es in die Hand. Mit „oṃ hrīṃ viśuddhasarvapāpāniśamayāśeṣavikalpamapanaya hūṃ phaṭ svāhā“ wasche man die Füße: „Oṃ hrīṃ, [du ganz Reine,] besänftige alle Verfehlungen und beseitige sämtliche unterscheidenden Vorstellungen; hūṃ phaṭ svāhā.“ Die Worttrennung dieser Formel ist unsicher.

Mit „oṃ hrīṃ svāhā“ vollziehe man erneut Ācamana. Dann vollziehe man es dreimal mit:

  • aiṃ kālikāyai namaḥ – „Aiṃ, Verehrung der Kālikā.“
  • aiṃ kapālinyai namaḥ – „Aiṃ, Verehrung der Kapālinī, der Schädelträgerin.“
  • aiṃ kullāyai namaḥ – „Aiṃ, Verehrung der Kullā.“

Danach wasche man die Hände mit dem Grundmantra. Mit den zehn Fingern beider Hände streiche man zweimal über die Lippen und spreche dabei „oṃ kālikāyai namaḥ“ und „oṃ kapālinyai namaḥ“: „Oṃ, Verehrung der Kālikā“ und „Oṃ, Verehrung der Kapālinī“. Mit „oṃ kullāyai namaḥ“ – „Oṃ, Verehrung der Kullā“ – wasche man die Hand.

Mit dem Grundmantra berühre man den Mund mit zusammengezogenen Fingern; mit Zeigefinger und Daumen die Nase; mit Ringfinger und Daumen das Ohr; mit Daumen und kleinem Finger den Nabel; mit der Handfläche das Herz; mit sämtlichen Fingern den Kopf und die beiden Arme. Die im Sanskrit angeführte Wiederholung des Grundmantra begleitet die betreffenden Berührungen.

Dann bringe man mit Kula-Sandelpaste und ähnlichen Stoffen ein Tilaka an zwölf Körperstellen an: Stirn, Bauch, Herz, Kehle, rechte Seite, Schulter, Nacken beziehungsweise hinterer Halsbereich, oberer Rücken, beide Arme und Scheitel. Textanmerkung: Die zusammengeschriebene Aufzählung lalāṭodarahṛtkaṇṭhadakṣapārśvāṃsakaṇṭhapṛṣṭhakakudi ist beschädigt oder zumindest mehrdeutig; die ausdrücklich geforderte Zwölfzahl lässt sich daraus nicht zweifelsfrei zuordnen. Eine fehlende Körperstelle wird hier nicht ergänzt. Darauf gilt:

„Auf die Stirn zeichne der Verständige die Waffe der Göttin, darauf in die Herzgegend das Kālī-Bīja. Nachdem er die Śakti in die Mitte gesetzt hat, bringe er das Kūrca-Bīja an.“

Danach richte man das gewöhnliche Arghya-Wasser her.

Anmerkung: Astra, Śakti und Kūrca sind hier rituelle beziehungsweise mantraartige Bezeichnungen. Der Vers selbst schreibt die entsprechenden Silben nicht vollständig aus.

Das Verfahren ist folgendes: Links von sich zeichne man ein Maṇḍala aus Dreieck, Kreis und äußerer viereckiger Einfassung. Dann verehre man es mit Blumen, ungebrochenen Reiskörnern und weiteren Gaben, indem man spricht: „oṃ ādhāraśaktibhyo namaḥ“ – „Oṃ, Verehrung den tragenden Kräften.“

Man spreche: „oṃ haḥ dvārārghyaṃ sādhayāmi“ – „Oṃ haḥ, ich bereite das Arghya für den Eingang.“ Ein Muschelhorn oder ein anderes Gefäß, das man mit „phaṭ“ ausgespült hat, stelle man auf einen dreifüßigen Untersatz; mit „namaḥ“ – „Verehrung“ – fülle man es mit Wasser.

„O Gaṅgā und Yamunā, Godāvarī und Sarasvatī, Narmadā, Sindhu und Kāverī: Seid in diesem Wasser gegenwärtig!“

Mit diesem Mantra und der Aṅkuśa-Mudrā rufe man die heilige Wasserstätte aus der Sonnenscheibe in dieses Wasser herab. Unter Rezitation des Praṇava, oṃ, gebe man Duftstoff und die weiteren entsprechenden Gaben hinein. Dann zeige man die Dhenu- und die Matsya-Mudrā, die Kuh- und die Fischgeste; man weihe das Wasser mit dem Praṇava, gegebenenfalls achtzehnmal, und besprenge mit dem Mantra phaṭ den Eingang.

Mit „oṃ maṇidhariṇi vajriṇi śikhariṇi sarvalokavaśaṅkari hūṃ phaṭ svāhā“ binde man die Haarlocke am Scheitel: „Oṃ, Juwelenträgerin, Vajra-Trägerin, Gipfelreiche, die du alle Welten unter deine Macht bringst: hūṃ phaṭ svāhā!“

Dann verehre man die Gottheiten des Eingangs:

  • gaṃ gaṇeśāya namaḥ – „Gaṃ, Verehrung dem Gaṇeśa.“
  • baṃ baṭukāya namaḥ – „Baṃ, Verehrung dem Baṭuka.“
  • kṣaṃ kṣetreśāya namaḥ – „Kṣaṃ, Verehrung dem Herrn des heiligen Bezirks.“
  • yaṃ yoginībhyo namaḥ – „Yaṃ, Verehrung den Yoginīs.“

Die Orte dieser vier Verehrungen sind oben, links, rechts und unten.

Textanmerkung: Die Wendung praṇavenāṣṭādaśakṛtvo vā lässt die Alternative ohne klar genannten ersten Zahlenwert stehen. „Achtzehnmal“ ist der ausdrücklich erhaltene Wert.

So verehre man sie in den vier Richtungen. An den beiden seitlichen Türpfosten verehre man mit „gaṃ gaṅgāyai namaḥ“ – „Gaṃ, Verehrung der Gaṅgā“ – und „yaṃ yamunāyai namaḥ“ – „Yaṃ, Verehrung der Yamunā“. Oben und unten verehre man mit „laṃ lakṣmyai namaḥ“ – „Laṃ, Verehrung der Lakṣmī“ – und „saṃ sarasvatyai namaḥ“ – „Saṃ, Verehrung der Sarasvatī“.

Auf der Schwelle verehre man mit Duftstoffen, Blumen und weiteren Gaben: „oṃ brahmāṇyādyaṣṭamātṛbhyo namaḥ“ – „Oṃ, Verehrung den acht Müttern, beginnend mit Brahmāṇī.“ Dann ziehe man die rechte Körperseite etwas zusammen, setze den rechten Fuß zuerst vor und trete in das Maṇḍala ein, ohne den linken Türpfosten zu berühren.

Mit „oṃ rakṣa rakṣa hūṃ phaṭ svāhā“ – „Oṃ, beschütze, beschütze! Hūṃ phaṭ svāhā!“ – besprenge man [den betreffenden Bereich] mit Wasser. Mit „oṃ pavitravajrabhūme hūṃ phaṭ svāhā“ – „Oṃ, reiner Vajra-Boden, hūṃ phaṭ svāhā!“ – weihe man ihn.

Mit „hīṃ ādhāraśaktikamalāsanāya namaḥ“ – „Hīṃ, Verehrung dem Lotussitz der tragenden Kraft“ – verehre man den Sitz. Man zeichne ein Dreieck und mit „āsurekhe vajrarekhe hūṃ phaṭ svāhā“ ein Maṇḍala: „[O Āsu-Linie,] Vajra-Linie, hūṃ phaṭ svāhā!“ Die erste Anrede ist im vorliegenden Wortlaut unsicher. Dort zeichne man das Preta-Bīja hasauṃ ein; anschließend verehre man den Sitz mit „hrīṃ ādhāraśaktikamalāsanāya namaḥ“ – „Hrīṃ, Verehrung dem Lotussitz der tragenden Kraft“.

Mit „oṃ anantāya namaḥ; vimalāsanāya namaḥ; padmāsanāya namaḥ“ – „Oṃ, Verehrung dem Ananta; Verehrung dem makellosen Sitz; Verehrung dem Lotussitz“ – breite man Kuśa-Gras aus und richte darüber ein Tigerfell, das Fell einer schwarzen Antilope oder einen Wollteppich als Sitz her. Fehlen diese, bereite man eine Unterlage aus fünfundzwanzig Kuśa-Halmen oder eine leichnamförmige Unterlage.

Man verehre sie mit „hsauṃ mahāpretapadmāsanāya namaḥ“ – „Hsauṃ, Verehrung dem Lotussitz auf dem großen Leichnam“. Dann setze man sich mit dem eigenen Mantra darauf. Für den gebundenen Heldensitz lege man den rechten Fuß auf den linken Oberschenkel; ferner wird der rechte Oberschenkel über dem linken Fuß genannt, oder die umgekehrte Anordnung. Man sitze nach Osten oder Norden gewandt und rezitiere den Sitz-Mantra. Textanmerkung: Die aufeinanderfolgenden Beschreibungen der Beinstellung sind nicht eindeutig voneinander abgegrenzt; sie werden hier nicht zu einer vermeintlich eindeutigen Haltung umgeschrieben.

„Der Seher des Sitz-Mantra ist Merupṛṣṭha; das Versmaß ist Sutala; die Gottheit ist Kūrma. Seine Anwendung erfolgt beim Einnehmen des Sitzes.“

„oṃ pṛthvi tvayā dhṛtā lokā devi tvaṃ viṣṇunā dhṛtā; tvaṃ ca dhāraya māṃ nityaṃ pavitraṃ kuru cāsanam“ – „Oṃ, Erde, von dir werden die Welten getragen; Göttin, du selbst wirst von Viṣṇu getragen. Trage auch mich beständig und mache meinen Sitz rein.“

Im Südwesten verehre man mit „oṃ vāstupuruṣāya namaḥ“ – „Oṃ, Verehrung dem Vāstupuruṣa, dem Wesen des Ortes“ – und „oṃ brahmaṇe namaḥ“ – „Oṃ, Verehrung dem Brahmā“.

In den Hauptrichtungen verehre man mit „oṃ dharmāya namaḥ“, „oṃ jñānāya namaḥ“, „oṃ vairāgyāya namaḥ“, „oṃ aiśvaryāya namaḥ“: „Oṃ, Verehrung der Rechtschaffenheit, der Erkenntnis, der Leidenschaftslosigkeit, der Herrschaftsmacht“ – jede Formel einzeln.

In den Zwischenrichtungen verehre man mit „oṃ adharmāya namaḥ“, „oṃ avairāgyāya namaḥ“, „oṃ anaiśvaryāya namaḥ“: „Oṃ, Verehrung der Unrechtschaffenheit, der fehlenden Leidenschaftslosigkeit, der Machtlosigkeit.“ Textanmerkung: Die Vorlage nennt hier nur drei Formeln für die Zwischenrichtungen; eine vierte wird nicht stillschweigend ergänzt.

Mit „oṃ hūṃ phaṭ svāhā“ oder mit „oṃ hrīṃ svāhā“ reinige man Körper, Rede und Geist. Mit „rakṣa rakṣa hūṃ phaṭ svāhā“ – „Beschütze, beschütze! Hūṃ phaṭ svāhā!“ – schütze man sich selbst.

Dann weihe man die Blumen mit „oṃ śatābhiṣeke śatābhiṣekapade hūṃ phaṭ svāhā“ – „Oṃ, du hundertfach Besprengte, du im Zustand hundertfacher Weihe: hūṃ phaṭ svāhā!“ – sowie der folgenden Formel:

„oṃ puṣpaketurājārhat puṣpe puṣpe mahāpuṣpe supuṣpe puṣpasambhave …“ – „Oṃ, [die Anfangsverbindung puṣpaketurājārhat ist unklar], Blume, Blume, große Blume, schöne Blume, aus Blumen Entstandene …“

„… puṣpacayāvakīrṇe hūṃ phaṭ svāhā“ – „… mit einer Fülle von Blumen Bestreute: hūṃ phaṭ svāhā!“ Mit diesen Worten weihe man die Blumen.

Alle anderen Gegenstände der Verehrung besprenge man mit dem gewöhnlichen Arghya-Wasser. Man zeige die Dhenu- und Matsya-Mudrā und stelle sich die Blumen als gereinigt vor. Mit vaṃ versprenge man einen Wasserstrom. Mit dem Feuer-Bīja stelle man sich eine Feuermauer vor. Mit dem Mantra hūṃ phaṭ blicke man zornvoll in die vier Himmelsrichtungen und vertreibe alle Hindernisse.

Das Verfahren ist folgendes: Mit „sarvavighnān utsāraya hūṃ phaṭ svāhā“ – „Vertreibe sämtliche Hindernisse, hūṃ phaṭ svāhā!“ – blicke man nach oben und vertreibe die himmlischen Hindernisse; durch Versprengen von Wasser in die vier Richtungen vertreibe man die Hindernisse im Luftraum; durch dreimaliges Aufstampfen mit der linken Ferse die Hindernisse auf der Erde.

Man nehme eines der folgenden Mittel: Puffreis, Sandel, weiße Senfkörner, Sesam, Dickmilch, Dūrvā-Gras oder ungebrochene Reiskörner. Während man es in die vier Richtungen streut, rezitiere man: „oṃ apasarpantu te bhūtā ye bhūtā bhūmisaṃsthitāḥ; ye cātra vighnakartāras te naśyantu śivājñayā“ – „Oṃ, jene Wesen, die sich auf der Erde aufhalten, sollen weichen; und die hier Hindernisse verursachen, sollen auf Śivas Geheiß verschwinden.“

Dann verneige man sich nach links mit:

  • oṃ gurubhyo namaḥ – „Oṃ, Verehrung den Gurus.“
  • oṃ paramagurubhyo namaḥ – „Oṃ, Verehrung den Gurus der Gurus.“
  • oṃ parātparagurubhyo namaḥ – „Oṃ, Verehrung den noch höheren Gurus.“
  • oṃ parameṣṭhigurubhyo namaḥ – „Oṃ, Verehrung den höchsten Gurus.“

Nach rechts verneige man sich mit „oṃ gaṇeśāya namaḥ“ – „Oṃ, Verehrung dem Gaṇeśa“; nach vorn mit „oṃ dakṣiṇakālikāyai namaḥ“ – „Oṃ, Verehrung der Dakṣiṇa-Kālikā“.

Darauf reinige man die Hände. Mit dem Mantra hūṃ nehme man mit den Fingerspitzen Blumen auf, die mit Sandelpaste bestrichen sind. Mit hauṃ zerreibe man sie zwischen beiden Händen; mit dem Bīja klīṃ streiche man mit der rechten Hand darüber. Mit „oṃ tat sat“ – „Oṃ, Das ist das Wirkliche“ – führe man sie in der linken Hand zum Riechen an die Nase. Mit hauṃ werfe man die Blume nach Nordosten fort.

Oder man werfe sie mit folgendem Mantra fort: „oṃ te sarve vilayaṃ yāntu ye māṃ hiṃsanti hiṃsakāḥ; mṛtyurogabhayakrodhāḥ patantu ripumastake“ – „Oṃ, mögen alle Schädiger, die mir Schaden zufügen, zugrunde gehen. Mögen Tod, Krankheit, Furcht und Zorn auf das Haupt des Feindes fallen.“

Das Fortwerfen geschehe mit der Nārāca-Mudrā.

Anmerkung: Die abschließende feindbezogene Formel wird als historische Textaussage übersetzt.

Einleitender Nyasa zur Reinigung der Elemente

Nun die Reinigung der Elemente, Bhūtaśuddhi.

Am Kopf: „bhairavāya ṛṣaye namaḥ“ – „Verehrung dem Seher Bhairava.“ Am Mund: „uṣṇikchandase namaḥ“ – „Verehrung dem Versmaß Uṣṇih.“ Am Herzen: „oṃ dakṣiṇakālikāyai namaḥ“ – „Oṃ, Verehrung der Dakṣiṇa-Kālikā.“ Am verborgenen Bereich [den Genitalien]: „krīṃ bījāya namaḥ“ – „Krīṃ, Verehrung dem Keimlaut.“ An den Füßen: „hūṃ śaktaye namaḥ“ – „Hūṃ, Verehrung der Kraft.“ Am ganzen Körper: „krīṃ kīlakāya namaḥ“ – „Krīṃ, Verehrung dem Verschluss.“

Anmerkung: Kīlaka, wörtlich „Keil“ oder „Stift“, ist die traditionelle Bezeichnung einer Mantra-Komponente; die Übersetzung „Verschluss“ erklärt diese Funktion nur näherungsweise.

Sechsglieder-Nyasa, Atemführung und Samvid

Nun das Einsetzen an den sechs Körpergliedern, Ṣaḍaṅganyāsa.

Mit „krāṃ hṛdayāya namaḥ“ – „Krāṃ, Verehrung dem Herzen“ – berühre man das Herz mit ausgestrecktem Zeige-, Mittel- und Ringfinger. Mit „krīṃ śirase svāhā“ – „Krīṃ, dem Kopf svāhā“ – berühre man den Kopf mit Zeige- und Mittelfinger. Mit „krūṃ śikhāyai vaṣaṭ“ – „Krūṃ, der Scheitellocke vaṣaṭ“ – berühre man die Scheitellocke mit dem Daumen der zur Faust geschlossenen Hand. Mit „kraiṃ kavacāya hum“ – „Kraiṃ, der Schutzrüstung hum“ – [berühre beziehungsweise umschließe man] den ganzen Körper mit gekreuzten Händen. Mit „krauṃ netratrayāya vauṣaṭ“ – „Krauṃ, den drei Augen vauṣaṭ“ – berühre man die beiden Augen mit Zeige- und Ringfinger und die Stelle zwischen den Brauen mit dem Mittelfinger: so die drei Augen. Mit „kraḥ astrāya phaṭ“ – „Kraḥ, der Waffe phaṭ“ – versiegle man die Himmelsrichtungen durch Fingerschnippen.

Der Hand-Nyāsa lautet entsprechend:

  • krāṃ aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ – „Krāṃ, Verehrung den beiden Daumen.“
  • krīṃ tarjanībhyāṃ svāhā – „Krīṃ, den beiden Zeigefingern svāhā.“
  • krūṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ – „Krūṃ, den beiden Mittelfingern vaṣaṭ.“
  • kraiṃ anāmikābhyāṃ hūm – „Kraiṃ, den beiden Ringfingern hūm.“
  • krauṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ – „Krauṃ, den beiden kleinen Fingern vauṣaṭ.“
  • kraḥ karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ – „Kraḥ, den Handflächen und Handrücken phaṭ.“

Nach diesem Hand-Nyāsa führe man mit dem Grundmantra zehnmal, siebenmal oder fünfmal den Nyāsa am ganzen Körper aus. Dann vollziehe man drei Prāṇāyāmas in der zuvor genannten Reihenfolge. Das Verfahren lautet:

Mit dem Daumen der rechten Hand verschließe man das rechte Nasenloch. Durch das linke Nasenloch ziehe man langsam die Prāṇa genannte Lebenskraft ein, während man den Grundmantra sechzehnmal wiederholt, und halte sie im Sahasrāra am Kopf: Dies ist die Einatmung, Pūraka. Mit Ringfinger, Zeigefinger und Daumen der rechten Hand verschließe man beide Nasenlöcher und halte den Atem an, während man den Grundmantra vierundsechzigmal wiederholt. Dann löse man den Verschluss des rechten Nasenlochs durch den Daumen und lasse den Atem langsam entweichen, während man den Grundmantra zweiunddreißigmal wiederholt. So [vollziehe man] die drei Prāṇāyāmas.

Wenn man die Reinigung der Saṃvid vollziehen möchte, soll sie an dieser Stelle erfolgen. Das Verfahren ist folgendes:

„Man meditiere über die höchste, die Welt bezaubernde Suvijayā: Sie ist reich an Vollendungen, die Gemahlin Śivas, Bhairavī; in ihren Händen glänzen Schlinge und Stachel. Sie gewährt den Verehrern die ersehnten Gaben, ist überaus geschickt und durchschneidet die Bindung an das weltliche Dasein. Ihr Saft entstand beim Quirlen des Nektarozeans; sie ist das Spiel des Bewusstseins, und ihre Füße werden von den Vīras verehrt.“

Nachdem man so meditiert hat, [rezitiere man]: „oṃ saṃvide brahmasambhūte brahmaputri sadānaghe; bhairavānandatṛptyarthaṃ pavitrā bhava sarvadā“ – „Oṃ, Saṃvid, aus Brahmā Entstandene, Tochter Brahmās, allzeit Makellose: Sei stets rein, um Bhairavas Wonne zu sättigen.“ Darauf: „oṃ brāhmaṇyai namaḥ svāhā“ – „Oṃ, Verehrung der Brāhmaṇī, svāhā.“

„oṃ siddhamūlakriye devi hīnabodhaprabodhini; rājaprajāvaśaṅkari śatrukaṇṭhaniṣūdini“ – „Oṃ, Göttin, deren grundlegendes Wirken vollendet ist, die du geringes Verständnis erweckst, Könige und Untertanen unter deine Macht bringst und die Kehlen der Feinde zerschmetterst …“

Anmerkungen: Die oben wiedergegebenen Atemzahlen sind die Vorgaben des historischen Ritualtextes. Der Ausdruck „zuvor genannt“ verweist im erhaltenen Textanfang nicht auf eine bereits ausführlich beschriebene Atemanweisung. Saṃvid bezeichnet in diesem Abschnitt zugleich eine Göttin beziehungsweise Bewusstseinsmacht und eine einzunehmende Ritualzubereitung; der Text beschreibt deren stoffliche Herstellung hier nicht. Die Lesung bharavānanda der Vorlage wird in der Übersetzung vorläufig als bhairavānanda verstanden. Die Opferrufe svāhā, vaṣaṭ, vauṣaṭ, hum/hūm und phaṭ bleiben als rituelle Lautformeln erhalten.

„aiṃ kṣatriyāyai namaḥ svāhā“ – „Aiṃ, Verehrung der Kṣatriyā, svāhā.“

„oṃ ajñānendhanadīptāgnijvālāgnijñānarūpiṇi; ānandasyāgamaprītiṃ samyagjñānaṃ prayaccha me“ – „Oṃ, du, deren Gestalt Erkenntnis ist, Feuerflamme eines durch das Brennholz der Unwissenheit entfachten Feuers: Gewähre mir die Freude des Eintretens der Wonne und die rechte Erkenntnis.“ Darauf: „hrīṃ vaiśyāyai namaḥ svāhā“ – „Hrīṃ, Verehrung der Vaiśyā, svāhā.“ Textanmerkung: Die Zusammensetzung mit den wiederholten Feuerbezeichnungen und die Wendung ānandasyāgamaprītim sind nicht ganz eindeutig.

„oṃ namasyāmi namasyāmi yogamārgapradarśini; trailokyavijaye mātaḥ samādhiphaladā bhava“ – „Oṃ, ich verneige mich, ich verneige mich, du Wegweiserin auf dem Yogaweg! Mutter, Siegerin über die drei Welten, gewähre die Frucht des Samādhi.“ Darauf: „klīṃ śūdrāyai namaḥ svāhā“ – „Klīṃ, Verehrung der Śūdrā, svāhā.“

Nachdem man [die Zubereitung] mit diesen Mantras gereinigt hat, weihe man sie mit: „oṃ amṛte amṛtodbhave amṛtavarṣiṇi amṛtam ākarṣaya ākarṣaya siddhiṃ dehi sarvaṃ me vaśam ānaya svāhā“ – „Oṃ, Unsterbliche, aus dem Nektar Entstandene, Nektar Regnende, ziehe den Nektar herbei, ziehe ihn herbei! Verleihe Vollendung; bringe alles in meine Gewalt. Svāhā.“

Dann weihe man sie mit dem Aghora-Mantra „oṃ hrīṃ hlīṃ lūṃ aḥ aṃḍaṃ eṃ mahāghoreśāya namaḥ“ – „Oṃ [Bīja-Folge], Verehrung dem Herrn des überaus Furchtbaren“. Man wiederhole den Grundmantra siebenmal, rufe die erhabene erwählte Göttin herbei und zeige die Dhenu- und die Yoni-Mudrā. Durch Fingerschnippen versiegle man die Himmelsrichtungen und klatsche dreimal in die Hände.

Man verehre dort die erwählte Göttin mit innerlich vorgestellten Gaben. Mit „aiṃ gurupādukābhyo namaḥ“ – „Aiṃ, Verehrung den Sandalen des Guru“ – bringe man dem Guru am Brahmarandhra dreimal eine Tṛpti-Gabe dar; mit dem Grundmantra bringe man der erwählten Gottheit im Herzlotus fünfmal eine solche Gabe dar.

Dann erfolgt die Einnahme:

  • aiṃ ātmatattvena ātmatattvaṃ śodhayāmi svāhā – „Aiṃ, durch das Selbst-Prinzip reinige ich das Selbst-Prinzip; svāhā.“
  • aiṃ vidyātattvena vidyātattvaṃ śodhayāmi svāhā – „Aiṃ, durch das Erkenntnis-Prinzip reinige ich das Erkenntnis-Prinzip; svāhā.“
  • aiṃ śivatattvena śivatattvaṃ śodhayāmi svāhā – „Aiṃ, durch das Śiva-Prinzip reinige ich das Śiva-Prinzip; svāhā.“

Nachdem man den Grundmantra ausgesprochen hat: „sarvatattvena sarvatattvaṃ śodhayāmi svāhā“ – „Durch das Prinzip des Ganzen reinige ich sämtliche Prinzipien; svāhā.“

Mit „aiṃ vada vada vāgvādini mama jihvāgre sthirā bhava sarvasattvavaśaṅkari svāhā“ – „Aiṃ, sprich, sprich, Göttin der Rede! Verweile fest auf meiner Zungenspitze, die du alle Wesen unter deine Macht bringst; svāhā“ – bringe man [die Zubereitung] durch den Mund dem Verdauungsfeuer als Opfer dar. Mit dem Grundmantra trinke man alles aus. Dann preise man:

1. „Die Göttin Saṃvid ist die erhabenste, aus den Guṇas bestehend und die Mängel vernichtend; sie stillt die Finsternis von Täuschung, Verblendung und Rausch und entwurzelt die drei Leiden. Als Göttin der Rede erfreut sie sich einzig am Lotus des Mundes; sie ist die erweckende Leuchte, siegreich durch Brahman-Erkenntnis, Unterscheidung und Vollendung. Verehrung ihr, deren Gestalt die Erkenntnis ist!“

2. „Von Saṃvid und dem gegorenen Trank ist Saṃvid allein die vorzüglichere. Sie beseitigt Furcht, ist geruchlos und als Freudenspenderin bekannt.“

Nachdem man so gepriesen hat, verneige man sich vor dem Guru und der erwählten Gottheit. Dann vollziehe man den Nyāsa des Sehers und der übrigen Mantra-Bestandteile, den Sechsglieder-Nyāsa und den Hand-Nyāsa:

Am Kopf: „bhairavāya ṛṣaye namaḥ“ – „Verehrung dem Seher Bhairava.“ Am Mund: „uṣṇikchandase namaḥ“ – „Verehrung dem Versmaß Uṣṇih.“ Am Herzen: „oṃ dakṣiṇākālikāyai namaḥ“ – „Oṃ, Verehrung der Dakṣiṇā-Kālikā.“ An den Genitalien: „krīṃ bījāya namaḥ“ – „Krīṃ, Verehrung dem Keimlaut.“ An den Füßen: „hūṃ śaktaye namaḥ“ – „Hūṃ, Verehrung der Kraft.“ Am ganzen Körper: „krīṃ kīlakāya namaḥ“ – „Krīṃ, Verehrung dem Verschluss.“

Nun der Sechsglieder-Nyāsa: „krāṃ hṛdayāya namaḥ“ – „Krāṃ, Verehrung dem Herzen …“

Anmerkung: Die Bīja-Folge des Aghora-Mantra ist im E-Text auffällig; sie wird nicht zu einer anderen bekannten Formel umgebildet. Brāhmaṇī, Kṣatriyā, Vaiśyā und Śūdrā sind hier die weiblichen Bezeichnungen der vier Varṇa-Gruppen, die im Ritual als Anreden auftreten.

Reinigung und Wiederherstellung des inneren Körpers

„krīṃ śirase svāhā“ – „Krīṃ, dem Kopf svāhā“; „krūṃ śikhāyai vaṣaṭ“ – „Krūṃ, der Scheitellocke vaṣaṭ“; „kraiṃ kavacāya hum“ – „Kraiṃ, der Schutzrüstung hum“; „krauṃ netratrayāya vauṣaṭ“ – „Krauṃ, den drei Augen vauṣaṭ“; „kraḥ astrāya phaṭ“ – „Kraḥ, der Waffe phaṭ“.

Entsprechend der Hand-Nyāsa:

  • krāṃ aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ – „Krāṃ, Verehrung den beiden Daumen.“
  • krīṃ tarjanībhyāṃ svāhā – „Krīṃ, den beiden Zeigefingern svāhā.“
  • krūṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ – „Krūṃ, den beiden Mittelfingern vaṣaṭ.“
  • kraiṃ anāmikābhyāṃ hum – „Kraiṃ, den beiden Ringfingern hum.“
  • krauṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ – „Krauṃ, den beiden kleinen Fingern vauṣaṭ.“
  • kraḥ karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ – „Kraḥ, den Handflächen und Handrücken phaṭ.“

Nach diesem Hand-Nyāsa vollziehe man die Reinigung der Elemente. Man lege die Hände mit den Flächen nach oben in den Schoß und halte den Geist unbewegt. Die durch den Mantra „soham“ – „Ich bin Das“ – erweckte Kuṇḍalinī führe man vom Mūlādhāra auf dem Weg der Suṣumṇā der Reihe nach durch Svādhiṣṭhāna und Maṇipūra zum Anāhata. Dort stelle man sich das individuelle Lebewesen, den Jīva, wie die kleine Flamme einer Lampe vor und lege es in ihren Mund.

Dann führe man sie zum Viśuddha- und zum Ājñā-Cakra und schließlich zu dem im Kopf befindlichen, abwärts gerichteten Sahasrāra-Cakra. [Man stelle sich dort] einen schneehellen, mit allen Lauten geschmückten, tausendblättrigen Lotus vor, dessen drei Linien mit a, ka und kha beginnen und der mit den drei [Zeichen] a, la und kṣa geschmückt ist. Dort [vergegenwärtige man] den Guru. Nachdem man [Kuṇḍalinī und Jīva] dorthin geführt hat, vereinige man sie mit dem Paraśiva im Innern seines Blütenbodens durch den Mantra „haṃsaḥ“.

Textanmerkung: Die Syntax um tatra guruṃ tasmin samānīya und die Buchstabenangaben ist beschädigt beziehungsweise mehrdeutig. Die in eckigen Klammern stehenden Bezüge sind Verständnishilfen, keine ergänzten Sanskritlesungen. Haṃsaḥ heißt wörtlich „Schwan“ und ist hier eine eigenständige Mantraformel.

Nun stelle man sich vom Fuß bis zum Knie das Erd-Maṇḍala vor: viereckig, goldglänzend, mit dem Bīja lam versehen und mit einem Vajra bezeichnet. In ihm vergegenwärtige man das Handlungsorgan Fuß zusammen mit dem Gehen, das Geruchsorgan zusammen mit dem Geruch, Brahmā zusammen mit der Nivṛtti-Kalā und den Samāna-Atem.

Vom Knie bis zum Nabel stelle man sich das Wasser-Maṇḍala vor: halbmondförmig, weißglänzend, mit dem Bīja vam versehen und durch zwei Lotusblüten gekennzeichnet. In ihm vergegenwärtige man das Handlungsorgan Hand mit dem Ergreifen, das Geschmacksorgan Zunge mit dem Geschmack, den erhabenen Viṣṇu mit der Pratiṣṭhā-Kalā und den Udāna-Atem.

Vom Nabel bis zum Herzen stelle man sich das Feuer-Maṇḍala vor: dreieckig, rot, mit dem Bīja ram versehen und mit einem Svastika bezeichnet. In ihm vergegenwärtige man das Ausscheidungsorgan mit dem Ausscheiden, das Sehorgan mit der sichtbaren Form, Śiva mit der Vidyā-Kalā und den Vyāna-Atem. [Hier steht in der Vorlage die Ziffer 3.]

Vom Herzen bis zur Mitte zwischen den Brauen stelle man sich das Luft-Maṇḍala vor: rund, rauchfarben, mit dem Bīja yam versehen und durch sechs Punkte gekennzeichnet. In ihm vergegenwärtige man das Geschlechtsorgan mit der Lustempfindung, den Tastsinn mit dem Berührbaren, Īśāna mit der Śānti-Kalā und den Apāna-Atem.

Von der Brauenmitte bis zum Brahmarandhra stelle man sich das Raum-Maṇḍala vor: rund, durchsichtig, mit dem Bīja ham versehen. In ihm meditiere man über das Sprechorgan zusammen mit der Tätigkeit des Sprechens, das Hörorgan zusammen mit dem Klang, Sadāśiva mit der Śāntyatīta genannten Kalā und den Prāṇa-Atem.

Dann meditiere man im leeren Raum des Sahasrāra, der ganz Bewusstsein ist, über das höchste Brahman. Man stelle sich vor, wie das Erd-Maṇḍala mitsamt seinem Gefolge im Wasser-Maṇḍala aufgeht, dieses im Feuer-Maṇḍala, dieses im Luft-Maṇḍala, dieses im Raum-Maṇḍala, dieses im Ich-Prinzip, Ahaṃkāra; wie dieses im großen Prinzip, Mahat, aufgeht, dieses in der Urnatur, Prakṛti, und diese in Brahman. Darauf stelle man sich alles als Leere vor.

Dann stelle man sich in der rechten Bauchseite den Pāpapuruṣa, die Verkörperung der Verfehlung, vor: schwarz und daumengroß. Sein Kopf ist die Tötung eines Brahmanen, seine Arme sind Golddiebstahl, sein Herz ist das Trinken von Alkohol, seine Hüfte ist der Beischlaf mit der Frau des Guru; seine beiden Füße bestehen im Umgang mit denen, die solches tun. Seine Körperhaare sind die geringeren Verfehlungen. Er trägt [einen Gegenstand, dessen Bezeichnung cañcam im Text unklar ist] und hält das Gesicht nach unten.

Man trockne den Körper mitsamt diesem Pāpapuruṣa aus, indem man bei der Einatmung zehnmal das Bīja yam wiederholt und es im Raum meditiert. Bei der Atemhaltung rezitiere man vierundsechzigmal das Bīja ram und meditiere es im Feuer-Maṇḍala oder an der Wurzel des Geschlechtsorgans. Man vergegenwärtige die rote Māyā [das Māyā-Bīja] am Nabel und verbrenne [den Körper samt Pāpapuruṣa] durch das daraus entstehende Feuer.

Bei der Ausatmung wiederhole man zweiunddreißigmal yam; man meditiere das gelbglänzende Kālī-Bīja im Herzen und blase mit dem daraus hervorgehenden Wind die Asche des Pāpapuruṣa fort.

Danach wiederhole man bei der Einatmung sechzehnmal das Varuṇa-Bīja vam, das man im Herzen oder am Zäpfchen im Gaumen meditiert. Man stelle sich auf der Stirn das schneehelle Kūrca-Bīja vor und überflute jene Asche mit dem daraus entstehenden Nektar.

Bei der Atemhaltung wiederhole man vierundsechzigmal das Bīja lam, meditiere es im Erd-Maṇḍala und verdichte damit die Asche. Bei der Ausatmung wiederhole man zweiunddreißigmal das im Raum-Maṇḍala befindliche Bīja ham und forme [so ist das hier auffällige recayitvā wohl gemeint] die Glieder aus. Man meditiere den Körper als zu Śambhu gehörig, von Verfehlung und Verdienst frei, und lasse die Elemente aus dem reinen Bewusstsein entstehen.

Das Verfahren ist folgendes: Mit dem Mantra „sohaṃ“ oder „haṃsaḥ“ lasse man die Urnatur aus dem reinen Bewusstsein hervorgehen; aus der Urnatur das große Prinzip, aus diesem das Ich-Prinzip, aus dem Ich-Prinzip den Raum, aus dem Raum den Wind, aus dem Wind das Feuer, aus dem Feuer die Wasser und daraus die Erde.

Mit demselben Mantra lasse man die aus Bewusstsein bestehende Kuṇḍalinī den Nektar in der Mondscheibe trinken. Man führe sie der Reihe nach durch die sechs Cakras zurück, während sie diese mit dem Nektarregen aus ihren beiden Füßen benetzt. Man trenne das individuelle Lebewesen wieder von ihr und setze es ins Herz ein; die Kuṇḍalinī selbst setze man im Mūlādhāra am selbstentstandenen Liṅga ein. So meditiere man sich selbst als ganz von der Gottheit erfüllt. Damit endet die Reinigung der Elemente.

Textanmerkung: Die Vorlage nennt beim ersten Austrocknen ausdrücklich zehn Wiederholungen, nicht sechzehn. Auch die Abfolge „Asche fortblasen – Asche mit Nektar überfluten“ und die nebeneinanderstehenden Bīja-Anweisungen werden unverändert in ihrem Sinn wiedergegeben; eine rituell geglättete Neufassung wäre keine Übersetzung des vorliegenden Wortlauts.

Einsetzung der Lebenskräfte

Nun vollziehe man mit dem Lebenshauch-Mantra das Einsetzen des Jīva. Die Reihenfolge lautet:

„Oṃ. Die Seher dieses Mantra zur Einsetzung der Lebenskräfte sind Brahmā, Viṣṇu und Maheśvara. Seine Versmaße sind Ṛg, Yajus und Sāman. Seine Gottheit ist die Lebensenergie, deren Gestalt Bewusstsein ist. Seine Anwendung erfolgt bei der Einsetzung der Lebenskräfte.“

Am Kopf: „brahmaviṣṇumaheśvarebhyaḥ ṛṣibhyo namaḥ“ – „Verehrung den Sehern Brahmā, Viṣṇu und Maheśvara.“ Am Mund: „ṛgyajussāmabhyaś chandobhyo namaḥ“ – „Verehrung den Versmaßen Ṛg, Yajus und Sāman.“ Am Herzen: „prāṇaśaktyai devatāyai namaḥ“ – „Verehrung der Gottheit Lebensenergie.“ An den Genitalien: „āṃ bījāya namaḥ“ – „Āṃ, Verehrung dem Keimlaut.“ An den Füßen: „hrīṃ śaktaye namaḥ“ – „Hrīṃ, Verehrung der Kraft.“ Am ganzen Körper: „krauṃ kīlakāya namaḥ“ – „Krauṃ, Verehrung dem Verschluss.“

Nachdem man dies eingesetzt hat, setze man die sechs Glieder ein:

  • ṅaṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ākāśavāyuvahnijalapṛthivyātmane hṛdayāya namaḥ – „Ṅaṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ, Verehrung dem Herzen, dessen Wesen Raum, Wind, Feuer, Wasser und Erde ist.“
  • ñaṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ śabdasparśarūparasagandhātmane śirase svāhā – „Ñaṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ, dem Kopf, dessen Wesen Klang, Berührung, sichtbare Form, Geschmack und Geruch ist, svāhā.“
  • ṇaṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ śrotratvakcakṣurjihvāghrāṇātmane śikhāyai vaṣaṭ – „Ṇaṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ, der Scheitellocke, deren Wesen Gehör, Haut, Auge, Zunge und Nase ist, vaṣaṭ.“
  • naṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ vākpāṇipādapāyūpasthātmane kavacāya huṃ – „Naṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ, der Schutzrüstung, deren Wesen Rede, Hand, Fuß, Ausscheidungsorgan und Geschlechtsorgan ist, huṃ.“
  • maṃ paṃ phaṃ baṃ bhaṃ vaktavyādānagamanavisargānandātmane netratrayāya vauṣaṭ – „Maṃ paṃ phaṃ baṃ bhaṃ, den drei Augen, deren Wesen Sprechen, Ergreifen, Gehen, Ausscheiden und Lust ist, vauṣaṭ.“
  • śaṃ yaṃ raṃ vaṃ laṃ haṃ ṣaṃ kṣaṃ saṃ laṃ manobuddhyahaṅkāracittātmane astrāya phaṭ – „Śaṃ yaṃ raṃ vaṃ laṃ haṃ ṣaṃ kṣaṃ saṃ laṃ, der Waffe, deren Wesen Denkvermögen, Erkenntnisvermögen, Ichbewusstsein und inneres Bewusstsein ist, phaṭ.“

Entsprechend erfolgt der Hand-Nyāsa. Auch er lautet wie folgt. Vom Nabel bis zu den Füßen setze man āṃ ein.

  • ṅaṃ kaṃ khaṃ ghaṃ gaṃ ākāśavāyuvahnijalapṛthivyātmane aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ – „Ṅaṃ kaṃ khaṃ ghaṃ gaṃ, Verehrung den beiden Daumen, deren Wesen Raum, Wind, Feuer, Wasser und Erde ist.“
  • ñaṃ caṃ chaṃ jhaṃ jaṃ śabdasparśarūparasagandhātmane tarjanībhyāṃ svāhā – „Ñaṃ caṃ chaṃ jhaṃ jaṃ, den beiden Zeigefingern, deren Wesen Klang, Berührung, sichtbare Form, Geschmack und Geruch ist, svāhā.“
  • ṇaṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍhaṃ ḍaṃ śrotratvakcakṣurjihvāghrāṇātmane madhyamābhyāṃ vauṣaṭ – „Ṇaṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍhaṃ ḍaṃ, den beiden Mittelfingern, deren Wesen Gehör, Haut, Auge, Zunge und Nase ist, vauṣaṭ.“
  • naṃ taṃ thaṃ dhaṃ daṃ vākpāṇipādapāyūpasthātmane anāmikābhyāṃ hūm – „Naṃ taṃ thaṃ dhaṃ daṃ, den beiden Ringfingern, deren Wesen Rede, Hand, Fuß, Ausscheidungsorgan und Geschlechtsorgan ist, hūm.“
  • maṃ paṃ phaṃ bhaṃ baṃ vaktavyādānagamanavisargānandātmane kaniṣṭhikābhyāṃ vauṣaṭ – „Maṃ paṃ phaṃ bhaṃ baṃ, den beiden kleinen Fingern, deren Wesen Sprechen, Ergreifen, Gehen, Ausscheiden und Lust ist, vauṣaṭ.“
  • śaṃ yaṃ raṃ vaṃ laṃ haṃ ṣaṃ kṣaṃ saṃ laṃ manobuddhyahaṅkāracittātmane karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ – „Śaṃ yaṃ raṃ vaṃ laṃ haṃ ṣaṃ kṣaṃ saṃ laṃ, den Handflächen und Handrücken, deren Wesen Denkvermögen, Erkenntnisvermögen, Ichbewusstsein und inneres Bewusstsein ist, phaṭ.“

Dann setze man hrīṃ vom Nabel bis zum Herzen ein und krauṃ vom Herzen bis zum Scheitel. Es folgen:

  • Am Herzen: yaṃ tvagātmane namaḥ – „Yaṃ, Verehrung dem, dessen Wesen die Haut ist.“
  • An der rechten Schulter: raṃ asṛgātmane namaḥ – „Raṃ, Verehrung dem, dessen Wesen das Blut ist.“
  • Am oberen Rücken: laṃ māṃsātmane namaḥ – „Laṃ, Verehrung dem, dessen Wesen das Fleisch ist.“
  • An der linken Schulter: vaṃ meda-ātmane namaḥ – „Vaṃ, Verehrung dem, dessen Wesen das Fett ist.“
  • Vom Herzen bis zu den Fingerspitzen des rechten Arms: śaṃ asthyātmane namaḥ – „Śaṃ, Verehrung dem, dessen Wesen die Knochen sind.“
  • Vom Herzen bis zu den Fingerspitzen des linken Arms: ṣaṃ majjātmane namaḥ – „Ṣaṃ, Verehrung dem, dessen Wesen das Mark ist.“
  • Vom Herzen bis zu den Zehenspitzen des rechten Fußes: saṃ śukrātmane namaḥ – „Saṃ, Verehrung dem, dessen Wesen der Samen ist.“
  • Vom Herzen bis zu den Zehenspitzen des linken Fußes: hauṃ oja-ātmane namaḥ – „Hauṃ, Verehrung dem, dessen Wesen die Lebenskraft Ojas ist.“
  • Vom Herzen bis zum Nabel: haṃ ghrāṇātmane namaḥ – „Haṃ, Verehrung dem, dessen Wesen der Geruchssinn ist.“
  • Vom Herzen bis zum Scheitel: saṃ jīvātmane namaḥ – „Saṃ, Verehrung dem individuellen Selbst.“

Textanmerkung: Die Vertauschungen von ga/gha, ja/jha und weiteren Lautpaaren zwischen Glieder- und Hand-Nyāsa stehen bereits in der Vorlage. Sie bleiben erhalten. Ebenso werden das ungewöhnliche ghrāṇātmane und die mehrfach auftretende Silbe laṃ nicht stillschweigend korrigiert.

Danach vollziehe man mit dem Lebenshauch-Mantra siebenmal oder fünfmal den Nyāsa am ganzen Körper. Dann meditiere man wie folgt:

„Ich verneige mich vor der roten, dreiäugigen Göttin, die auf einem roten Lotus in einem Boot auf einem Meer von Blut sitzt. In ihren Lotushänden trägt sie Schlinge, Stachel, Bogen, Pfeil, Schwert, [nochmals] Pfeil, Dreizack und Schädelschale.“

Textanmerkung: Die Waffenfolge enthält sowohl śara als auch bāṇa, beides Bezeichnungen für Pfeile. Die doppelte Nennung wird nicht durch eine andere Waffe ersetzt.

Dann berühre man das Herz mit der später zu beschreibenden Lelihāna-Mudrā und rezitiere elfmal den Lebenshauch-Mantra. Er lautet:

„āṃ hrīṃ kroṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ hoṃ oṃ kṣaṃ saṃ haṃsaḥ hrīṃ oṃ haṃsaḥ“ – „Die Lebenskräfte der erhabenen Dakṣiṇa-Kālikā – [alternativ:] meine Lebenskräfte – seien hier als Lebenskräfte gegenwärtig.“

„āṃ hrīṃ kroṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ hoṃ oṃ kṣaṃ śaṃ saṃ haṃsaḥ hrīṃ oṃ haṃsaḥ“ – „Der Jīva der erhabenen Dakṣiṇa-Kālikā sei hier eingesetzt.“

„āṃ hrīṃ kroṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ hoṃ oṃ kṣaṃ saṃ haṃsaḥ“ – „Alle Sinnes- und Handlungsvermögen der erhabenen Dakṣiṇa-Kālikā seien hier eingesetzt.“

„āṃ hrīṃ kroṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ hoṃ oṃ kṣaṃ saṃ haṃsaḥ hrīṃ oṃ haṃsaḥ“ – „Rede, Geist, Haut, Auge, Ohr, Nase und Lebenskräfte der erhabenen Dakṣiṇa-Kālikā sollen hierherkommen und lange wohlig verweilen; svāhā.“

„oṃ kṣaṃ saṃ haṃsaḥ hrīṃ oṃ āṃ hrīṃ kroṃ“ – „Die Lebenskräfte der erhabenen Dakṣiṇa-Kālikā seien hier als Lebenskräfte gegenwärtig.“

„āṃ hrīṃ kroṃ“ – „Der Jīva der erhabenen Dakṣiṇa-Kālikā sei hier eingesetzt.“

„āṃ hrīṃ kroṃ“ – „Alle Sinnes- und Handlungsvermögen der erhabenen Dakṣiṇa-Kālikā [seien hier gegenwärtig].“

„āṃ hrīṃ kroṃ“ – „Rede, Geist, Haut, Auge, Ohr, Nase und Lebenskräfte der erhabenen Dakṣiṇa-Kālikā sollen hierherkommen und lange wohlig verweilen; svāhā.“

Anmerkung: Die Bīja-Folgen haben keine wörtliche deutsche Satzbedeutung. Die längere und die kürzere Folge stehen beide in der Vorlage; eine ausdrückliche Kennzeichnung als Alternativen fehlt. Die Schreibfehler dakṣiṇakāikāyā und tvavacakṣuḥ werden im Sinn der unmittelbar parallelen Formeln verstanden. Die Unterschiede śaṃ/saṃ bleiben in den vorangestellten Lautfolgen sichtbar.

Dann meditiere man sich selbst in der Gestalt der Gottheit. Man vollziehe Prāṇāyāma, den Nyāsa des Sehers und der übrigen Bestandteile, den Sechsglieder-Nyāsa und den Hand-Nyāsa und führe darauf den Mātṛkā-Nyāsa aus, das Einsetzen der Buchstabenmütter.

„Oṃ. Der Seher dieses Mātṛkā-Mantra ist Brahmā, sein Versmaß Gāyatrī, seine Gottheit Mātṛkā-Sarasvatī. Seine Keimsilben sind die Konsonanten; seine Kräfte sind die Vokale; beide zusammen bilden seinen Verschluss. Seine Anwendung erfolgt im Nyāsa zur Erlangung des Ersehnten.“

Der Prāṇāyāma lautet: Durch Iḍā atme man mit den Vokalen a, i, u, ṛ, ḷ, e, ai, o, au ein. Mit den fünf Lautgruppen, bezeichnet durch ku, cu, ṭu, tu, pu, halte man den Atem an. Mit den acht Lauten ya, ra, la, va, śa, ṣa, sa, ha atme man aus.

Der Nyāsa des Sehers und der übrigen Bestandteile lautet:

  • Am Kopf: brahmaṇe ṛṣaye namaḥ – „Verehrung dem Seher Brahmā.“
  • Am Mund: gāyatrīchandase namaḥ – „Verehrung dem Versmaß Gāyatrī.“
  • Am Herzen: mātṛkāsarasvatyai namaḥ – „Verehrung der Mātṛkā-Sarasvatī.“
  • Am Liṅga [dem Geschlechtsorgan]: halbhyo bījebhyo namaḥ – „Verehrung den Konsonanten als Keimlauten.“
  • An den Füßen: svarebhyaḥ śaktibhyo namaḥ – „Verehrung den Vokalen als Kräften.“
  • Am ganzen Körper: tadubhayakīlakāya namaḥ – „Verehrung dem aus beiden bestehenden Verschluss.“

Nun der Sechsglieder-Nyāsa:

  • aṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ āṃ hṛdayāya namaḥ – „Aṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ āṃ, Verehrung dem Herzen.“
  • iṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ īṃ śirase svāhā – „Iṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ īṃ, dem Kopf svāhā.“
  • uṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ ūṃ śikhāyai vaṣaṭ – „Uṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ ūṃ, der Scheitellocke vaṣaṭ.“
  • eṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ aiṃ kavacāya hum – „Eṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ aiṃ, der Schutzrüstung hum.“
  • oṃ paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ auṃ netratrayāya vauṣaṭ – „Oṃ paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ auṃ, den drei Augen vauṣaṭ.“
  • aṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ laṃ kṣaṃ aḥ astrāya phaṭ – „Aṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ laṃ kṣaṃ aḥ, der Waffe phaṭ.“

Entsprechend der Hand-Nyāsa:

  • aṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ āṃ aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ – „Aṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ āṃ, Verehrung den beiden Daumen.“
  • iṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ īṃ tarjanībhyāṃ svāhā – „Iṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ īṃ, den beiden Zeigefingern svāhā.“
  • uṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ ūṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ – „Uṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ ūṃ, den beiden Mittelfingern vaṣaṭ.“
  • eṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ aiṃ anāmikābhyāṃ hum – „Eṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ aiṃ, den beiden Ringfingern hum.“
  • oṃ paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ auṃ kaniṣṭhikābhyāṃ vauṣaṭ – „Oṃ paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ auṃ, den beiden kleinen Fingern vauṣaṭ.“
  • aṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ laṃ kṣaṃ aḥ karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ – „Aṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ laṃ kṣaṃ aḥ, den Handflächen und Handrücken phaṭ.“

Nun die Meditation:

Meditation über die Göttin der Buchstaben

„Ich nehme Zuflucht zur Göttin der Rede. Ihr Gesicht, ihre Arme, ihre Füße, ihre Mitte und ihre Brust sind durch die fünfzig Schriftzeichen gegliedert. Die Mondsichel ist an ihrer leuchtenden Krone befestigt; ihre Brüste sind voll und hoch. In ihren Lotushänden trägt beziehungsweise zeigt sie eine Mudrā, eine Gebetskette, einen mit Nektar gefüllten Krug und die Geste der Erklärung. Sie leuchtet rein und hat drei Augen.“

Textanmerkung: Die Lesung vibhaktasukhadoḥpanmadhya ist beschädigt; die Übersetzung „Gesicht, Arme, Füße, Mitte“ folgt einer naheliegenden, aber hier nicht durch eine zweite Textfassung bestätigten Auflösung. Mudrā und vyākhyā werden im Vers getrennt genannt; welche erste Handgeste gemeint ist, bleibt offen.

Innerer und äußerer Matrika-Nyasa

Nun der innere Mātṛkā-Nyāsa:

  • Im rauchfarbenen sechzehnblättrigen Lotus an der Kehle setze man mit namaḥ die Reihe aṃ, iṃ, uṃ, ṛṃ, ḷṃ, eṃ, aiṃ, oṃ, auṃ ein.
  • Im korallenfarbenen zwölfblättrigen Lotus am Herzen setze man mit namaḥ die Reihe kaṃ, khaṃ, gaṃ, ghaṃ, ṅaṃ, caṃ, chaṃ, jaṃ, jhaṃ, ñaṃ, ṭaṃ, ṭhaṃ ein.
  • Im zehnblättrigen Maṇipūra über dem Nabel, der einer dunkelblauen Regenwolke gleicht, setze man mit namaḥ die Reihe ḍaṃ, ḍhaṃ, ṇaṃ, taṃ, thaṃ, daṃ, dhaṃ, naṃ, paṃ, phaṃ ein.
  • Im blitzhellen sechsblättrigen Svādhiṣṭhāna unter dem Nabel setze man mit namaḥ die Reihe baṃ, bhaṃ, maṃ, yaṃ, raṃ, laṃ ein.
  • Im goldglänzenden vierblättrigen Mūlādhāra setze man mit namaḥ die Reihe vaṃ, śaṃ, ṣaṃ, saṃ ein.
  • Im mondhellen zweiblättrigen Ājñā-Cakra zwischen den Brauen setze man mit namaḥ haṃ und kṣaṃ ein.

Namaḥ bedeutet jeweils „Verehrung“. Textanmerkung: Für den sechzehnblättrigen Kehllotus nennt dieser Abschnitt nur neun Vokalformen. Die Langvokale und weiteren Zeichen werden hier nicht ergänzt; die spätere äußere Zuordnung enthält eine ausführlichere Reihe.

„Im schneehellen Sahasrāra, geschmückt mit sämtlichen Lauten, an den drei mit a, ka und kha beginnenden Linien, versehen mit den drei [Zeichen] a, la und kṣa“, setze man mit „parabindubhyo namaḥ“ – „Verehrung den höchsten Punkten“ – [die entsprechenden Kräfte] ein.

Man meditiere vom Wurzelzentrum bis zum Brahmarandhra den Bindu als reines Bewusstsein und sättige mit den daraus fließenden Nektarströmen die Buchstabenmütter.

Dann setze man die einzelnen Laute an den äußeren Körperstellen ein:

  • Stirn: Aṃ, Verehrung.
  • Umkreis des Mundes: Āṃ, Verehrung.
  • Rechtes Auge: Iṃ, Verehrung.
  • Linkes Auge: Īṃ, Verehrung.
  • Rechtes Ohr: Uṃ, Verehrung.
  • Linkes Ohr: Ūṃ, Verehrung.
  • Rechte Nasenseite: Ṛṃ, Verehrung.
  • Linke Nasenseite: Ṝṃ, Verehrung.
  • Rechte Wange: Ḷṃ, Verehrung.
  • Linke Wange: Ḹṃ, Verehrung.
  • Oberlippe: Eṃ, Verehrung.
  • Unterlippe: Aiṃ, Verehrung.
  • Obere Zahnreihe: Oṃ, Verehrung.
  • Untere Zahnreihe: Auṃ, Verehrung.
  • Kopf: Aṃ, Verehrung.
  • Mund: Aḥ, Verehrung.

Im Vīracūḍāmaṇi dagegen [werden für die letzten beiden genannt]: an der Zungenspitze „aṃ namaḥ“ – „Aṃ, Verehrung“; an der Kehle „aḥ namaḥ“ – „Aḥ, Verehrung“.

Am Ansatz des rechten Arms: „kaṃ namaḥ“ – „Kaṃ, Verehrung“; am rechten Ellbogen: „khaṃ namaḥ“ – „Khaṃ, Verehrung“; am rechten Handgelenk: „gaṃ namaḥ“ – „Gaṃ, Verehrung“; an den rechten Fingeransätzen: „ghaṃ namaḥ“ – „Ghaṃ, Verehrung“; an den rechten Fingerspitzen: „ṅaṃ namaḥ“ – „Ṅaṃ, Verehrung“; am Ansatz des linken Arms: „caṃ namaḥ“ – „Caṃ, Verehrung“; am linken Ellbogen: „chaṃ namaḥ“ – „Chaṃ, Verehrung“; am linken Handgelenk: „jaṃ namaḥ“ – „Jaṃ, Verehrung“; an den linken Fingeransätzen: „jhaṃ namaḥ“ – „Jhaṃ, Verehrung“; an den linken Fingerspitzen: „ñaṃ namaḥ“ – „Ñaṃ, Verehrung“.

Am Ansatz des rechten Oberschenkels: „ṭaṃ namaḥ“ – „Ṭaṃ, Verehrung“; am rechten Knie: „ṭhaṃ namaḥ“ – „Ṭhaṃ, Verehrung“; am rechten Knöchel: „ḍaṃ namaḥ“ – „Ḍaṃ, Verehrung“; an den rechten Zehenansätzen: „ḍhaṃ namaḥ“ – „Ḍhaṃ, Verehrung“; an den rechten Zehenspitzen: „ṇaṃ namaḥ“ – „Ṇaṃ, Verehrung“.

Am Ansatz des linken Oberschenkels: „taṃ namaḥ“ – „Taṃ, Verehrung“; am linken Knie: „thaṃ namaḥ“ – „Thaṃ, Verehrung“; am linken Knöchel: „daṃ namaḥ“ – „Daṃ, Verehrung“; an den linken Zehenansätzen: „dhaṃ namaḥ“ – „Dhaṃ, Verehrung“; an den linken Zehenspitzen: „naṃ namaḥ“ – „Naṃ, Verehrung“.

An der rechten Seite: „paṃ namaḥ“ – „Paṃ, Verehrung“; an der linken Seite: „phaṃ namaḥ“ – „Phaṃ, Verehrung“; am Rücken: „baṃ namaḥ“ – „Baṃ, Verehrung“; am Nabel: „bhaṃ namaḥ“ – „Bhaṃ, Verehrung“; am Bauch: „maṃ namaḥ“ – „Maṃ, Verehrung“.

Am Herzen: „yaṃ tvagātmane namaḥ“ – „Yaṃ, Verehrung dem, dessen Wesen die Haut ist.“ An der rechten Schulter: „raṃ asṛgātmane namaḥ“ – „Raṃ, Verehrung dem, dessen Wesen das Blut ist.“ Am oberen Rücken: „laṃ māṃsātmane namaḥ“ – „Laṃ, Verehrung dem, dessen Wesen das Fleisch ist.“ An der linken Schulter: „vaṃ meda-ātmane namaḥ“ – „Vaṃ, Verehrung dem, dessen Wesen das Fett ist.“

Vom Herzen bis zu den Fingerspitzen des rechten Arms: „śaṃ asthyātmane namaḥ“ – „Śaṃ, Verehrung dem, dessen Wesen die Knochen sind.“ Vom Herzen bis zu den Fingerspitzen des linken Arms: „ṣaṃ majjātmane namaḥ“ – „Ṣaṃ, Verehrung dem, dessen Wesen das Mark ist.“ Vom Herzen bis zu den Zehenspitzen des rechten Fußes: „śukrātmane namaḥ“ – „Verehrung dem, dessen Wesen der Samen ist.“ Vom Herzen bis zu den Zehenspitzen des linken Fußes: „haṃ ātmane namaḥ“ – „Haṃ, Verehrung dem Selbst.“ Vom Herzen bis zum Scheitel: „laṃ paramātmane namaḥ“ – „Laṃ, Verehrung dem höchsten Selbst.“

Damit endet der äußere Mātṛkā-Nyāsa.

Textanmerkung: Vor śukrātmane fehlt hier in der Vorlage eine Bīja-Silbe; nach haṃ steht nur ātmane. Beides wird nicht anhand der vorangegangenen ähnlichen Reihe ergänzt.

Nyasa in der Reihenfolge der Schöpfung

Nun die Reihenfolge der Schöpfung, Sṛṣṭikrama. Dabei sind [die Laute] mit Visarga einzusetzen, vom Praṇava umschlossen oder mit vorangestelltem Māyā- beziehungsweise Lakṣmī-Bīja oder mit dem Vāgbhava-Bīja am Anfang.

Das Verfahren mit vorangestelltem Vāgbhava-Bīja lautet:

  • Zungenspitze: Aiṃ aṃ, Verehrung.
  • Kehle: Aiṃ aḥ, Verehrung.
  • Ansatz des rechten Arms: Aiṃ kaṃ, Verehrung.
  • Rechter Ellbogen: Aiṃ khaṃ, Verehrung.
  • Rechtes Handgelenk: Aiṃ gaṃ, Verehrung.
  • Rechte Fingeransätze: Aiṃ ghaṃ, Verehrung.
  • Rechte Fingerspitzen: Aiṃ ṅaṃ, Verehrung.
  • Ansatz des linken Arms: Aiṃ caṃ, Verehrung.
  • Linker Ellbogen: Aiṃ chaṃ, Verehrung.
  • Linkes Handgelenk: Aiṃ jaṃ, Verehrung.
  • Linke Fingeransätze: Aiṃ jhaṃ, Verehrung.
  • Linke Fingerspitzen: Aiṃ ñaṃ, Verehrung.
  • Ansatz des rechten Oberschenkels: Aiṃ ṭaṃ, Verehrung.
  • Rechtes Knie: Aiṃ ṭhaṃ, Verehrung.
  • Rechter Knöchel: Aiṃ ḍaṃ, Verehrung.
  • Rechte Zehenansätze: Aiṃ ḍhaṃ, Verehrung.
  • Rechte Zehenspitzen: Aiṃ ṇaṃ, Verehrung.
  • Ansatz des linken Oberschenkels: Aiṃ taṃ, Verehrung.
  • Linkes Knie: Aiṃ thaṃ, Verehrung.
  • Linker Knöchel: Aiṃ daṃ, Verehrung.
  • Linke Zehenansätze: Aiṃ dhaṃ, Verehrung.
  • Linke Zehenspitzen: Aiṃ naṃ, Verehrung.
  • Rechte Körperseite: Aiṃ paṃ, Verehrung.
  • Linke Körperseite: Aiṃ phaṃ, Verehrung.
  • Rücken: Aiṃ baṃ, Verehrung.
  • Nabel: Aiṃ bhaṃ, Verehrung.
  • Bauch: Aiṃ maṃ, Verehrung.
  • Herz: Aiṃ paṃ, Verehrung dem, dessen Wesen die Haut ist.
  • Rechte Schulter: Aiṃ raṃ, Verehrung dem, dessen Wesen das Blut ist.
  • Oberer Rücken: Aiṃ laṃ, Verehrung dem, dessen Wesen das Fleisch ist.
  • Linke Schulter: Aiṃ vaṃ, Verehrung dem, dessen Wesen das Fett ist.
  • Vom Herzen bis zu den Fingerspitzen rechts: Aiṃ śaṃ, Verehrung dem, dessen Wesen die Knochen sind.
  • Vom Herzen bis zu den Fingerspitzen links: Aiṃ ṣaṃ, Verehrung dem, dessen Wesen das Mark ist.
  • Vom Herzen bis zu den Zehenspitzen rechts: Aiṃ saṃ, Verehrung dem, dessen Wesen der Samen ist.
  • Vom Herzen bis zu den Zehenspitzen links: Aiṃ haṃ, Verehrung dem Selbst.
  • Vom Herzen bis zum Scheitel: Aiṃ laṃ, Verehrung dem höchsten Selbst.

Textanmerkungen: Obwohl die einleitende Regel Visarga nennt, stehen in der folgenden Reihe überwiegend Formen mit Anusvāra. Am Herzen bietet die Vorlage ausdrücklich paṃ, während die früheren Reihen dort yaṃ haben. Beide Auffälligkeiten bleiben erhalten. Die verschiedenen Möglichkeiten der einleitenden Bīja-Angabe sind im zusammengeschriebenen Sanskrit nicht vollkommen eindeutig voneinander abgegrenzt.

Erhaltungs-Nyasa

Nun die Reihenfolge der Erhaltung.

Zuerst die Meditation: Man meditiere über die dreiäugige [Göttin], die zinnoberfarben glänzt und dunkle Schmuckstücke trägt. Sie trägt die Vidyā [hier vermutlich das Buch als Verkörperung des Wissens], eine Gebetskette und eine junge Antilope und zeigt die Gnadengeste. Man meditiere auch über die an ihrer Seite befindliche goldleibige Göttin, die in ihren Lotushänden ein Buch und eine Buchstabenkette hält.

Nachdem man so meditiert hat, setze man [die Lautkräfte] wie folgt ein. An jeder der folgenden Körperstellen lautet die Formel „ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ namaḥ“; die drei Keimsilben bleiben als Lautfolge erhalten, namaḥ bedeutet „Verehrung“.

  • Stirn: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Umkreis des Mundes: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Rechtes Auge: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Linkes Auge: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Rechtes Ohr: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Linkes Ohr: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Rechte Nasenseite: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Linke Nasenseite: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Rechte Wange: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Linke Wange: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Oberlippe: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Unterlippe: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Obere Zahnreihe: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Untere Zahnreihe: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Kopf: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Mund: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Zungenspitze: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Halsbereich: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Ansatz des rechten Arms: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Ellbogen: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Handgelenk: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Ansatz des linken Arms: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Ellbogen: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Handgelenk: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Ansatz des rechten Oberschenkels: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Knie: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Knöchel: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Ansatz des linken Oberschenkels: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Knie: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Knöchel: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Rechte Körperseite: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Linke Körperseite: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Rücken: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Bauch: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Herz: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Rechte Schulter: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Oberer Rücken: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Linke Schulter: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zu den Fingerspitzen rechts: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zu den Fingerspitzen links: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zu den Zehenspitzen rechts: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zu den Zehenspitzen links: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zum Scheitel: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ – Verehrung.

Damit endet die Reihenfolge der Erhaltung.

Textanmerkungen: Die Beziehung der beiden beschriebenen Göttinnengestalten zueinander und die Lesung vidyā sind nicht eindeutig. Die Nyāsa-Reihe nennt die Zungenspitze und die Kehle zusätzlich; die linken Fingerspitzen und der Nabel fehlen dagegen. Alle fünfzig tatsächlich vorhandenen Nennungen sind oben in der Reihenfolge der Vorlage wiedergegeben. Bei Ellbogen, Handgelenk, Fingeransatz, Knie und Knöchel ergibt sich die Körperseite aus der jeweiligen Arm- beziehungsweise Beinreihe.

Auflösungs-Nyasa

Nun die Reihenfolge der Auflösung.

Die Meditation lautet: „Verneigt euch vor der Herrin der Laute, der Dreiäugigen, deren Hände beständig Gebetskette, junge Antilope, erhobene Axt und Vidyā [vermutlich ein Buch] tragen. Die Mondsichel schmückt ihren Scheitel; sie wohnt im Lotus und ist vom Gewicht ihrer Brüste ermüdet.“

Die Reihenfolge ist folgende:

  • Stirn: kṣaṃ – Verehrung.
  • Umkreis des Mundes: haṃ – Verehrung.
  • Rechtes Auge: saṃ – Verehrung.
  • Linkes Auge: ṣaṃ – Verehrung.
  • Rechtes Ohr: śaṃ – Verehrung.
  • Linkes Ohr: vaṃ – Verehrung.
  • Rechte Nasenseite: laṃ – Verehrung.
  • Linke Nasenseite: raṃ – Verehrung.
  • Rechte Wange: yaṃ – Verehrung.
  • Linke Wange: maṃ – Verehrung.
  • Oberlippe: bhaṃ – Verehrung.
  • Unterlippe: baṃ – Verehrung.
  • Obere Zahnreihe: phaṃ – Verehrung.
  • Untere Zahnreihe: paṃ – Verehrung.
  • Kopf: naṃ – Verehrung.
  • Mund: dhaṃ – Verehrung.
  • Ansatz des rechten Arms: daṃ – Verehrung.
  • Ellbogen: thaṃ – Verehrung.
  • Handgelenk: taṃ – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: ṇaṃ – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: ḍhaṃ – Verehrung.
  • Ansatz des linken Arms: ḍaṃ – Verehrung.
  • Ellbogen: ṭhaṃ – Verehrung.
  • Handgelenk: ṭaṃ – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: ñaṃ – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: jhaṃ – Verehrung.
  • Ansatz des rechten Oberschenkels: jaṃ – Verehrung.
  • Knie: chaṃ – Verehrung.
  • Knöchel: caṃ – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: ṅaṃ – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: ghaṃ – Verehrung.
  • Ansatz des linken Oberschenkels: gaṃ – Verehrung.
  • Knie: khaṃ – Verehrung.
  • Knöchel: kaṃ – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: aḥ – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: aṃ – Verehrung.
  • Rechte Körperseite: auṃ – Verehrung.
  • Linke Körperseite: oṃ – Verehrung.
  • Rücken: aiṃ – Verehrung.
  • Nabel: eṃ – Verehrung.
  • Bauch: ḹṃ – Verehrung.
  • Herz: ḷṃ – Verehrung.
  • Rechte Schulter: ṝṃ – Verehrung.
  • Oberer Rücken: ṛṃ – Verehrung.
  • Linke Schulter: ūṃ – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zu den Fingerspitzen rechts: uṃ – Verehrung dem, dessen Wesen die Knochen sind.
  • Vom Herzen bis zu den Fingerspitzen links: īṃ – Verehrung dem, dessen Wesen das Mark ist.
  • Vom Herzen bis zu den Zehenspitzen rechts: iṃ – Verehrung dem, dessen Wesen der Samen ist.
  • Vom Herzen bis zu den Zehenspitzen links: āṃ – Verehrung dem Selbst.
  • Vom Herzen bis zum Scheitel: aṃ – Verehrung dem höchsten Selbst.

Damit endet die Reihenfolge der Auflösung.

Textanmerkung: Die Verbindung hariṇapotamudragraṭaṃkaṃ ist auffällig; die Übersetzung „junge Antilope, erhobene Axt“ ist eine vorläufige Auflösung. Auch vidyā ist hier nicht zweifelsfrei als Buchbezeichnung gesichert.

Shrikantha- und Rudra-Nyasa

Nun der Nyāsa der mit Śrīkaṇṭha beginnenden [Rudra-Gestalten].

Die Meditation lautet: „Ich verehre Ardhanārīśvara, den zur Hälfte weiblichen Herrn: dreiäugig, rotgolden glänzend; [seine weibliche Gestalt] ist sehr dunkel, dreiäugig, auf einem Leichensitz erhöht, mit verschiedenartigem Schmuck ausgestattet und in den vier Richtungen von Śivās umgeben. In ihren Händen trägt sie Schlinge, Stachel und Gebetskette und zeigt die Gnadengeste; die Mondsichel schmückt ihren Scheitel.“

Textanmerkung: Die Vorlage wechselt hier zwischen weiblichen und männlichen Adjektiven. Die Zuordnung zur weiblichen beziehungsweise männlichen Hälfte ist eine erklärende Lesart. Śivā kann in diesem Kontext eine Göttinnengestalt oder ein Schakalweibchen bezeichnen; die Bezeichnung wird deshalb nicht eindeutig aufgelöst.

Die Meditation über die Kräfte lautet: „Diese ruhen auf den Sitzen an Rudras Körpergliedern. Ihre Leiber sind zinnoberrot; ihre Lotushände sind mit roten Lotusblüten und Schädelschalen geschmückt.“ So soll beim Rudra-Nyāsa meditiert werden. Die Konstruktion raktotpalāḥ kapālābhyām ist grammatisch auffällig; die Übersetzung der Attribute bleibt vorläufig.

„Der Seher dieses Śrīkaṇṭha-Nyāsa ist Dakṣiṇāmūrti, das Versmaß ist Gāyatrī, die Gottheit Ardhanārīśvara. Seine Anwendung erfolgt im Nyāsa der mit Śrīkaṇṭha beginnenden Gestalten.“

Es folgen die Einsetzungen auf den Seiten 17–19. Die Namen werden als Eigennamen wiedergegeben; namaḥ bedeutet jeweils „Verehrung“. Unsichere Namensgrenzen sind in der Übersetzung gekennzeichnet.

  • Stirn: aṃ – Verehrung dem Śrīkaṇṭha und der Pūrṇodarī.
  • Umkreis des Mundes: āṃ – Verehrung dem Ananna [Lesung unsicher] und der Vīryā.
  • Rechtes Auge: iṃ – Verehrung dem Sūkṣmeśa und der Śālmalī.
  • Linkes Auge: īṃ – Verehrung dem Trimūrti und der Lolākṣī.
  • Rechtes Ohr: uṃ – Verehrung dem Amareśa und der Vartulākṣī.
  • Linkes Ohr: ūṃ – Verehrung dem Ardhāṃśa und der Dīrghaghoṇā.
  • Rechte Nasenseite: ṛṃ – Verehrung dem Mārabhūti [Lesung unsicher] und der Dīrghamukhī.
  • Linke Nasenseite: ṛṃ – Verehrung dem Tithīśa und der Gomukhī.
  • Rechte Wange: ḷṃ – Verehrung dem Sthārādhīśa [Lesung unsicher] und der Dīrghajihvā.
  • Linke Wange: ḹṃ – Verehrung dem Hara und der Kuṇḍodarī.
  • Oberlippe: eṃ – Verehrung dem Jhiṇīśa [Lesung unsicher] und der Ūrdhvakeśī.
  • Unterlippe: aiṃ – Verehrung dem Bhauktika [Lesung unsicher] und der Vikṛtamukhī.
  • Obere Zahnreihe: oṃ – Verehrung dem Sadyojāta und der Jvālāmukhī.
  • Untere Zahnreihe: auṃ – Verehrung dem Anugraheśa und der Ulkāmukhī.
  • Kopf: aṃ – Verehrung dem Akrūra und der Śrīmukhī.
  • Mund: aḥ – Verehrung dem Mahāsena und der Vidyāmukhī.
  • Ansatz des rechten Arms: kaṃ – Verehrung dem Krodhīśa und der Mahākālī.
  • Ellbogen: khaṃ – Verehrung dem Caṇḍīśa und der Sarasvatī.
  • Handgelenk: gaṃ – Verehrung dem Pañcāntaka und der Gaurī.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: ghaṃ – Verehrung dem Śivonnama [Lesung unsicher] und der Trailokyavidyā.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: ṅaṃ – Verehrung dem Ekarudra und der Mantraśakti.
  • Ansatz des linken Arms: caṃ – Verehrung dem Kūrmeśa und der Ātmaśakti.
  • Ellbogen: chaṃ – Verehrung dem Ekanetra und der Bhūtimātṛ.
  • Handgelenk: jaṃ – Verehrung dem Caturānana und der Lambodarī.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: jhaṃ – Verehrung dem Ajeśa und der Drāviṇī.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: ñaṃ – Verehrung dem Sarveśa und der Nāgarī.
  • Ansatz des rechten Oberschenkels: ṭaṃ – Verehrung dem Someśa und der Khecarī.
  • Knie: ṭhaṃ – Verehrung dem Lāṅgalīśa und der Mañjarī.
  • Knöchel: ḍaṃ – Verehrung dem Ḍārakeśa [Lesung unsicher] und der Rūpiṇī.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: ḍhaṃ – Verehrung dem Ardhanārīśa und der Vīriṇī.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: ṇaṃ – Verehrung dem Umākānta und der Kākodarī.
  • Ansatz des linken Oberschenkels: taṃ – Verehrung dem Āṣāḍhin und der Pūtanā.
  • Knie: thaṃ – Verehrung dem Daṇḍin und der Bhadrakālī.
  • Knöchel: daṃ – Verehrung dem Atrīśa [Lesung unsicher] und der Yoginī.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: dhaṃ – Verehrung dem Mīneśa und der Śaṅkhinī.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: naṃ – Verehrung dem Meṣeśa und der Garjinī.
  • Rechte Körperseite: paṃ – Verehrung dem Lohita und der Kālarātrī.
  • Linke Körperseite: phaṃ – Verehrung dem Śikhīśa und der Vakūrdinī [Lesung unsicher].
  • Rücken: baṃ – Verehrung dem Chagalaṇḍa [Lesung unsicher] und der Kapardinī.
  • Nabel: bhaṃ – Verehrung dem Dviraṃḍeśa [Lesung unsicher] und der Vajrā.
  • Bauch: maṃ – Verehrung dem Mahākāla und der Jayā.
  • Herz: yaṃ – Verehrung dem Vāṇīśa und der Sumukhaiśvarī [Lesung unsicher].
  • Rechte Schulter: raṃ – Verehrung dem Bhujaṅga und der Revatī.
  • Oberer Rücken: laṃ – Verehrung dem Pinākin und der Mādhavī.
  • Linke Schulter: vaṃ – Verehrung dem Ṣaṅgīśa [Lesung unsicher] und der Vāruṇī.
  • Vom Herzen bis zu den Fingerspitzen rechts: śaṃ – Verehrung dem Bakeśa [Lesung unsicher] und der Vāyavyā.
  • Vom Herzen bis zu den Fingerspitzen links: ṣaṃ – Verehrung dem Śveta und der Rakṣovidāriṇī.
  • Vom Herzen bis zu den Zehenspitzen rechts: saṃ – Verehrung dem Bhṛgu und der Sahajā.
  • Vom Herzen bis zu den Zehenspitzen links: haṃ – Verehrung dem Nakulīśa und der Lakṣmī.
  • Vom Herzen bis zum Scheitel: kṣaṃ – Verehrung dem Saṃvartaka [Vorlage: sa/vvarttaka] und der Mahāmāyā.

Damit endet der Rudra-Nyāsa.

Textanmerkung: An der linken Nasenseite steht wie rechts ṛṃ, nicht ṝṃ. Mehrere Eigennamen sind in der Vorlage auffällig; die markierten Lesungen sind nicht gegen eine zweite Edition abgesichert und werden nicht stillschweigend durch geläufigere Namen ersetzt.

Der sechsfache Nyasa: erste Stufe

Nun ist der sechsfache Nyāsa nach der im Kālī-Tantra beschriebenen Weise auszuführen.

Der erste ist der Mātṛkā-Nyāsa. Man setze die folgenden Lautreihen ein:

  • Am Herzen: aṃ āṃ iṃ īṃ uṃ ūṃ ṛṃ ṝṃ ḷṃ ḹṃ; dazu namaḥ – „Verehrung“.
  • Am rechten Arm: eṃ aiṃ oṃ auṃ aṃ aḥ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ.
  • Am linken Arm: ṅaṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ.
  • Am rechten Fuß beziehungsweise Bein: ṇaṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ paṃ phaṃ baṃ bhaṃ.
  • Am linken Fuß beziehungsweise Bein: maṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ laṃ kṣaṃ.

Damit endet der erste Mātṛkā-Nyāsa.

Anmerkung: Die Vorlage setzt namo ausdrücklich bei der ersten Reihe. Die letzte Reihe enthält elf Silben und laṃ zweimal; dies bleibt erhalten.

Zweite Stufe

Nun der zweite [Nyāsa]. An den folgenden Körperstellen setze man die jeweils angegebene Formel ein. Jeder Mātṛkā-Laut wird dreimal mit vorangestelltem śrīṃ ausgesprochen. Die Bījas bleiben als Lautfolgen erhalten; die Benennungen der Körperbestandteile werden mitübersetzt.

  • Stirn: śrīṃ aṃ śrīṃ aṃ śrīṃ aṃ – Verehrung.
  • Umkreis des Mundes: śrīṃ āṃ śrīṃ āṃ śrīṃ āṃ – Verehrung.
  • Rechtes Auge: śrīṃ iṃ śrīṃ iṃ śrīṃ iṃ – Verehrung.
  • Linkes Auge: śrīṃ īṃ śrīṃ īṃ śrīṃ īṃ – Verehrung.
  • Rechtes Ohr: śrīṃ uṃ śrīṃ uṃ śrīṃ uṃ – Verehrung.
  • Linkes Ohr: śrīṃ ūṃ śrīṃ ūṃ śrīṃ ūṃ – Verehrung.
  • Rechte Nasenseite: śrīṃ ṛṃ śrīṃ ṛṃ śrīṃ ṛṃ – Verehrung.
  • Linke Nasenseite: śrīṃ ṝṃ śrīṃ ṝṃ śrīṃ ṝṃ – Verehrung.
  • Rechte Wange: śrīṃ ḷṃ śrīṃ ḷṃ śrīṃ ḷṃ – Verehrung.
  • Linke Wange: śrīṃ ḹṃ śrīṃ ḹṃ śrīṃ ḹṃ – Verehrung.
  • Oberlippe: śrīṃ eṃ śrīṃ eṃ śrīṃ eṃ – Verehrung.
  • Unterlippe: śrīṃ aiṃ śrīṃ aiṃ śrīṃ aiṃ – Verehrung.
  • Obere Zahnreihe: śrīṃ oṃ śrīṃ oṃ śrīṃ oṃ – Verehrung.
  • Untere Zahnreihe: śrīṃ auṃ śrīṃ auṃ śrīṃ auṃ – Verehrung.
  • Kopf: śrīṃ aṃ śrīṃ aṃ śrīṃ aṃ – Verehrung.
  • Mund: śrīṃ aḥ śrīṃ aḥ śrīṃ aḥ – Verehrung.
  • Ansatz des rechten Arms: śrīṃ kaṃ śrīṃ kaṃ śrīṃ kaṃ – Verehrung.
  • Ellbogen: śrīṃ khaṃ śrīṃ khaṃ śrīṃ khaṃ – Verehrung.
  • Handgelenk: śrīṃ gaṃ śrīṃ gaṃ śrīṃ gaṃ – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: śrīṃ ghaṃ śrīṃ ghaṃ śrīṃ ghaṃ – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: śrīṃ ṅaṃ śrīṃ ṅaṃ śrīṃ ṅaṃ – Verehrung.
  • Ansatz des linken Arms: śrīṃ caṃ śrīṃ caṃ śrīṃ caṃ – Verehrung.
  • Ellbogen: śrīṃ chaṃ śrīṃ chaṃ śrīṃ chaṃ – Verehrung.
  • Handgelenk: śrīṃ jaṃ śrīṃ jaṃ śrīṃ jaṃ – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: śrīṃ jhaṃ śrīṃ jhaṃ śrīṃ jhaṃ – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: śrīṃ ñaṃ śrīṃ ñaṃ śrīṃ ñaṃ – Verehrung.
  • Ansatz des rechten Oberschenkels: śrīṃ ṭaṃ śrīṃ ṭaṃ śrīṃ ṭaṃ – Verehrung.
  • Knie: śrīṃ ṭhaṃ śrīṃ ṭhaṃ śrīṃ ṭhaṃ – Verehrung.
  • Knöchel: śrīṃ ḍaṃ śrīṃ ḍaṃ śrīṃ ḍaṃ – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: śrīṃ ḍhaṃ śrīṃ ḍhaṃ śrīṃ ḍhaṃ – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: śrīṃ ṇaṃ śrīṃ ṇaṃ śrīṃ ṇaṃ – Verehrung.
  • Ansatz des linken Oberschenkels: śrīṃ taṃ śrīṃ taṃ śrīṃ taṃ – Verehrung.
  • Knie: śrīṃ thaṃ śrīṃ thaṃ śrīṃ thaṃ – Verehrung.
  • Knöchel: śrīṃ daṃ śrīṃ daṃ śrīṃ daṃ – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: śrīṃ dhaṃ śrīṃ dhaṃ śrīṃ dhaṃ – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: śrīṃ naṃ śrīṃ naṃ śrīṃ naṃ – Verehrung.
  • Rechte Körperseite: śrīṃ paṃ śrīṃ paṃ śrīṃ paṃ – Verehrung.
  • Linke Körperseite: śrīṃ phaṃ śrīṃ phaṃ śrīṃ phaṃ – Verehrung.
  • Rücken: śrīṃ baṃ śrīṃ baṃ śrīṃ baṃ – Verehrung.
  • Nabel: śrīṃ bhaṃ śrīṃ bhaṃ śrīṃ bhaṃ – Verehrung.
  • Bauch: śrīṃ maṃ śrīṃ maṃ śrīṃ maṃ – Verehrung.
  • Herz: śrīṃ yaṃ śrīṃ yaṃ śrīṃ yaṃ – Verehrung dem, dessen Wesen die Haut ist.
  • Rechte Schulter: śrīṃ raṃ śrīṃ raṃ śrīṃ raṃ – Verehrung dem, dessen Wesen das Blut ist.
  • Oberer Rücken: śrīṃ laṃ śrīṃ laṃ śrīṃ laṃ – Verehrung dem, dessen Wesen das Fleisch ist.
  • Linke Schulter: śrīṃ vaṃ śrīṃ vaṃ śrīṃ vaṃ – Verehrung dem, dessen Wesen das Fett ist.
  • Vom Herzen bis zu den Fingerspitzen rechts: śrīṃ śaṃ śrīṃ śaṃ śrīṃ śaṃ – Verehrung dem, dessen Wesen die Knochen sind.
  • Vom Herzen bis zu den Fingerspitzen links: śrīṃ ṣaṃ śrīṃ ṣaṃ śrīṃ ṣaṃ – Verehrung dem, dessen Wesen das Mark ist.
  • Vom Herzen bis zu den Zehenspitzen rechts: śrīṃ saṃ śrīṃ saṃ śrīṃ saṃ – Verehrung dem, dessen Wesen der Samen ist.
  • Vom Herzen bis zu den Zehenspitzen links: śrīṃ haṃ śrīṃ haṃ śrīṃ haṃ – Verehrung dem Selbst.
  • Vom Herzen bis zum Scheitel: śrīṃ kṣaṃ śrīṃ kṣaṃ śrīṃ kṣaṃ – Verehrung dem höchsten Selbst.

Damit endet der zweite Nyāsa.

Dritte Stufe

Nun der dritte [Nyāsa]. An jeder der folgenden Stellen setze man die Formel klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ namaḥ ein:

  • Stirn: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Umkreis des Mundes: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Rechtes Auge: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Linkes Auge: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Rechtes Ohr: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Linkes Ohr: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Rechte Nasenseite: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Linke Nasenseite: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Rechte Wange: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Linke Wange: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Oberlippe: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Unterlippe: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Obere Zahnreihe: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Untere Zahnreihe: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Kopf: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Mund: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Ansatz des rechten Arms: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Ellbogen: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Handgelenk: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Ansatz der Finger [Vorlage: aṅgulīnūle]: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Ansatz des linken Arms: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Ellbogen: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Handgelenk: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Ansatz des rechten Oberschenkels: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Knie: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Knöchel: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Ansatz des linken Oberschenkels: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Knie: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Knöchel: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Rechte Körperseite: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Linke Körperseite: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Rücken: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Nabel: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Bauch: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Herz: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Rechte Schulter: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Oberer Rücken: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Linke Schulter: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zu den Fingerspitzen rechts: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zu den Fingerspitzen links: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zu den Zehenspitzen rechts: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zu den Zehenspitzen links: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zum Scheitel: klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ klīṃ śrīṃ – Verehrung.

Damit endet der dritte Nyāsa.

Textanmerkung: aṅgulīnūle wird als Schreibversehen für aṅgulīmūle, „am Fingeransatz“, verstanden.

Vierte Stufe

Nun der vierte [Nyāsa]. An jeder der folgenden Stellen setze man die Formel hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ namaḥ ein:

  • Stirn: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Umkreis des Mundes: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Rechtes Auge: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Linkes Auge: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Rechtes Ohr: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Linkes Ohr: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Rechte Nasenseite: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Linke Nasenseite: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Rechte Wange: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Linke Wange: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Oberlippe: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Unterlippe: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Obere Zahnreihe: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Untere Zahnreihe: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Kopf: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Mund: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Ansatz des rechten Arms: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Ellbogen: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Handgelenk: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Ansatz des linken Arms: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Ellbogen: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Handgelenk: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Ansatz des rechten Oberschenkels: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Knie: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Knöchel: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Ansatz des linken Oberschenkels: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Knie: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Knöchel: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Rechte Körperseite: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Linke Körperseite: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Rücken: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Nabel: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Bauch: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Herz: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Rechte Schulter: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Oberer Rücken: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Linke Schulter: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zu den Fingerspitzen rechts: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zu den Fingerspitzen links: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zu den Zehenspitzen links: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zum Scheitel: hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ hrīṃ śrīṃ – Verehrung.

Damit endet der vierte Nyāsa.

Textanmerkung: Diese Reihe enthält nur 49 Zuordnungen. Die Strecke vom Herzen zu den rechten Zehenspitzen fehlt in der Vorlage; sie wurde nicht ergänzt.

Fünfte Stufe

Nun der fünfte [Nyāsa]. An jeder der folgenden Stellen rezitiere man den Grundmantra und danach hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ namaḥ. Mūlam ist hier eine Anweisung, den Grundmantra einzusetzen; es wird nicht als Bestandteil des rezitierten Mantra übersetzt.

  • Stirn: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Umkreis des Mundes: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Rechtes Auge: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Linkes Auge: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Rechtes Ohr: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Linkes Ohr: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Rechte Nasenseite: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Linke Nasenseite: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Rechte Wange: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Linke Wange: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Oberlippe: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Unterlippe: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Obere Zahnreihe: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Untere Zahnreihe: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Kopf: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Mund: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Ansatz des rechten Arms: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Ellbogen: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Handgelenk: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Ansatz des linken Arms: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Ellbogen: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Handgelenk: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Ansatz des rechten Oberschenkels: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Knie: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Knöchel: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Ansatz des linken Oberschenkels: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Knie: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Knöchel: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Rechte Körperseite: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Linke Körperseite: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Rücken: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Nabel: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Bauch: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Herz: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Rechte Schulter: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Oberer Rücken: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Linke Schulter: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zu den Zehenspitzen rechts: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zu den Fingerspitzen links: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zu den Zehenspitzen rechts: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zu den Zehenspitzen links: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zum Scheitel: [Grundmantra] hrāṃ hrāṃ ṛṃ ṝṃ klūṃ – Verehrung.

Damit endet der fünfte Nyāsa.

Textanmerkung: Die Strecke vom Herzen zu den rechten Zehenspitzen wird zweimal genannt, diejenige zu den rechten Fingerspitzen fehlt. Diese Abweichung bleibt erhalten.

Sechste Stufe: vorwärts und rückwärts

Nun der sechste [Nyāsa]. An den folgenden Stellen rezitiere man jeweils den Grundmantra mit anschließendem namaḥ, „Verehrung“:

  • Stirn: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Umkreis des Mundes: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Rechtes Auge: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Linkes Auge: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Rechtes Ohr: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Linkes Ohr: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Rechte Nasenseite: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Linke Nasenseite: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Rechte Wange: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Linke Wange: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Oberlippe: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Unterlippe: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Obere Zahnreihe: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Untere Zahnreihe: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Kopf: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Mund: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Ansatz des rechten Arms: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Ellbogen: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Handgelenk: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Ansatz des linken Arms: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Ellbogen: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Handgelenk: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Ansatz des rechten Oberschenkels: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Knie: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Knöchel: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Ansatz des linken Oberschenkels: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Knie: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Knöchel: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Rechte Körperseite: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Linke Körperseite: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Rücken: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Nabel: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Bauch: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Herz: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Rechte Schulter: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Oberer Rücken: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Linke Schulter: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zu den Fingerspitzen rechts: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zu den Fingerspitzen links: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zu den Zehenspitzen rechts: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zu den Zehenspitzen links: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zum Scheitel: [Grundmantra] – Verehrung.

So lautet die vorwärts gerichtete Reihenfolge.

Nun die umgekehrte Reihenfolge:

  • Vom Herzen bis zum Scheitel: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zu den Zehenspitzen links: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zu den Zehenspitzen rechts: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zu den Fingerspitzen links: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Vom Herzen bis zu den Fingerspitzen rechts: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Linke Schulter: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Oberer Rücken: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Rechte Schulter: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Herz: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Bauch: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Nabel: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Rücken: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Linke Körperseite: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Rechte Körperseite: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Knöchel: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Knie: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Ansatz des linken Oberschenkels: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Knöchel: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Knie: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Ansatz des rechten Oberschenkels: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Handgelenk: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Ellbogen: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Ansatz des linken Arms: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Spitzen der Finger beziehungsweise Zehen: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Ansatz der Finger beziehungsweise Zehen: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Handgelenk: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Ellbogen: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Ansatz des rechten Arms: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Mund: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Kopf: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Untere Zahnreihe: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Obere Zahnreihe: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Unterlippe: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Oberlippe: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Linke Wange: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Rechte Wange: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Linke Nasenseite: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Rechte Nasenseite: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Linkes Ohr: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Rechtes Ohr: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Linkes Auge: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Rechtes Auge: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Umkreis des Mundes: [Grundmantra] – Verehrung.
  • Stirn: [Grundmantra] – Verehrung.

Damit endet die umgekehrte Reihenfolge. Mit dem hundertachtmal wiederholten Grundmantra vollziehe man den Nyāsa am ganzen Körper. Damit endet der sechste [Nyāsa].

Anmerkung: In der Rückwärtsfolge gehören die zuerst genannten Zehen, Knöchel und Knie zum linken Bein, die danach genannten zum rechten; entsprechend werden zuerst der linke, dann der rechte Arm durchlaufen. Das zweimal auftretende mūalaṃ wird als Schreibversehen für mūlaṃ verstanden.

Einsetzen der Wirklichkeitsprinzipien

Nun der Nyāsa der Wirklichkeitsprinzipien, Tattvanyāsa. Er lautet:

  • Von den Füßen bis zum Nabel: „krīṃ krīṃ krīṃ hrīṃ hrīṃ hūṃ hūṃ oṃ ātmatattvāya namaḥ“ – „Krīṃ krīṃ krīṃ hrīṃ hrīṃ hūṃ hūṃ oṃ, Verehrung dem Selbst-Prinzip.“
  • Vom Nabel bis zum Herzen: „dakṣiṇe kālike oṃ vidyātattvāya namaḥ“ – „O Dakṣiṇa-Kālī, oṃ, Verehrung dem Erkenntnis-Prinzip.“
  • Vom Herzen bis zum Kopf: „krīṃ krīṃ krīṃ hrīṃ hrīṃ hūṃ hūṃ svāhā oṃ śivatattvāya namaḥ“ – „Krīṃ krīṃ krīṃ hrīṃ hrīṃ hūṃ hūṃ svāhā oṃ, Verehrung dem Śiva-Prinzip.“

Keimsilben, Kali-Meditation und innerer Sitz

Nun das Einsetzen der Keimsilben, Bījanyāsa. Es lautet:

  • Am Brahmarandhra, der Öffnung am Scheitel: krīṃ namaḥ – „Krīṃ, Verehrung.“
  • Zwischen den Brauen: krīṃ namaḥ – „Krīṃ, Verehrung.“
  • An der Stirn: krīṃ namaḥ – „Krīṃ, Verehrung.“
  • Am Nabel: hrīṃ namaḥ – „Hrīṃ, Verehrung.“
  • An den Genitalien: hrīṃ namaḥ – „Hrīṃ, Verehrung.“
  • Am Mund: hūṃ namaḥ – „Hūṃ, Verehrung.“
  • Am gurvaṅga: hūṃ namaḥ – „Hūṃ, Verehrung.“

So lauten diese beiden Nyāsas. Mit der Mantraformel „krīṃ krīṃ krīṃ hrīṃ hrīṃ hūṃ hūṃ dakṣiṇe kālike krīṃ krīṃ krīṃ hrīṃ hrīṃ hūṃ hūṃ svāhā“ [wird die Göttin angerufen: „O Dakṣiṇa-Kālī … svāhā!“]. Danach vollziehe man mit dem Grundmantra neunmal, siebenmal oder fünfmal den Nyāsa am ganzen Körper.

Textanmerkung: Die Körperstelle gurvaṅga ist in dieser Passage nicht erklärt. Sie wird hier nicht durch eine vermutete Zuordnung ersetzt. Im anschließenden Satz ist die Verbindung iti vidyābījena elliptisch; die Übersetzung behauptet keine zusätzliche, im Text nicht genannte Handlung.

Dann meditiere man wie folgt:

„[Man meditiere über] die göttliche Dakṣiṇā-Kālikā, mit schrecklichem Antlitz, furchtbar, mit offenen Haaren und vier Armen, geschmückt mit einer Girlande aus abgeschlagenen Köpfen.

Ihre obere und untere linke Lotushand tragen einen frisch abgeschlagenen Kopf und ein Schwert; ihre untere und obere rechte Hand zeigen Furchtlosigkeit und das Gewähren von Gaben.

Sie ist dunkel und glänzt wie eine große Regenwolke; die Himmelsrichtungen sind ihr Gewand. Sie ist mit dem Blut bestrichen, das von der um ihren Hals hängenden Kopfgirlande herabfließt.

Furchterregend ist sie durch die beiden Leichname, die sie als Ohrschmuck trägt; sie hat schreckliche Fangzähne, einen grauenhaften Mund und volle, hochragende Brüste.

Ihr Gürtel ist aus den Händen von Leichnamen zusammengesetzt; ihr Gesicht lächelt und leuchtet von den Blutströmen, die aus beiden Mundwinkeln fließen.

Sie stößt furchtbare Rufe aus, ist überaus wild und wohnt auf der Leichenverbrennungsstätte. Ihre Zähne stehen hervor; ihre herabhängende Haarfülle breitet sich nach rechts aus.

Sie steht über dem Herzen Mahādevas, der die Gestalt eines Leichnams angenommen hat, und ist in allen vier Richtungen von furchterregenden Schakalweibchen umgeben.

Mit Mahākāla zusammen ist sie von Leidenschaft zur umgekehrten geschlechtlichen Vereinigung erfüllt. So stelle man sich die Göttin vor, um sämtliche Wünsche und Ziele zu verwirklichen.“

Anmerkung: Die umgekehrte Vereinigung, viparītarata, bezeichnet hier eine sexuelle Vereinigung mit der Göttin oben. Die Anordnung von Schwert und Kopf wird in der Reihenfolge dieser Passage wiedergegeben; die spätere Meditation auf Seite 28 nennt ausdrücklich den Kopf links unten und das Schwert links oben.

Danach stelle man sich den eigenen Leib frei von jeder Verfehlung und vollkommen rein vor und vergegenwärtige sich selbst in der Gestalt der Göttin. Dann stelle man sich im Körper der Gottheit des heiligen Sitzes den ganzen Pīṭha vor. Das Verfahren lautet:

  • Im Wurzelzentrum: maṇḍūkāya namaḥ – „Verehrung dem Frosch [Maṇḍūka].“
  • Im Svādhiṣṭhāna: kālāgnirudrāya namaḥ – „Verehrung dem Kālāgnirudra, dem Rudra des Zeitfeuers.“
  • Am Nabel: kacchapāya namaḥ – „Verehrung der Schildkröte [Kacchapa].“

Am Herzen setze man ein:

  • oṃ ādhāraśaktaye namaḥ – „Oṃ, Verehrung der tragenden Kraft.“
  • kūrmāya namaḥ – „Verehrung der Schildkröte [Kūrma].“
  • dharāyai namaḥ – „Verehrung der Erde.“
  • sudhāsamudrāya namaḥ – „Verehrung dem Nektarozean.“
  • kalpavṛkṣāya namaḥ – „Verehrung dem wunscherfüllenden Baum.“
  • maṇiharmyāya namaḥ – „Verehrung dem Juwelenpalast.“
  • hemapīṭhāya namaḥ – „Verehrung dem goldenen Sitz.“

All dies setze man im Herzen ein.

Kräfte des Sitzes und Aufstieg der Kundalini

Am rechten Arm: dharmāya namaḥ – „Verehrung der Rechtschaffenheit.“ Am linken: jñānāya namaḥ – „Verehrung der Erkenntnis.“ Am linken Oberschenkel: vairāgyāya namaḥ – „Verehrung der Leidenschaftslosigkeit.“ Am rechten Oberschenkel: aiśvaryāya namaḥ – „Verehrung der Herrschaftsmacht.“

Am Gesicht: adharmāya namaḥ – „Verehrung der Unrechtschaffenheit.“ An der linken Körperseite: ajñānāya namaḥ – „Verehrung der Unwissenheit.“ Am Nabel: avairāgyāya namaḥ – „Verehrung der fehlenden Leidenschaftslosigkeit.“ An der rechten Körperseite: anaiśvaryāya namaḥ – „Verehrung der Machtlosigkeit.“

Im Herzen [setze man die folgenden Formeln ein]:

  • saṃ sattvāya namaḥ – „Saṃ, Verehrung dem Sattva.“
  • raṃ rajase namaḥ – „Raṃ, Verehrung dem Rajas.“
  • taṃ tamase namaḥ – „Taṃ, Verehrung dem Tamas.“
  • tapinyādikalābhyo namaḥ – „Verehrung den mit Tapinī beginnenden Teilkräften.“
  • amṛtādikalābhyo namaḥ – „Verehrung den mit Amṛtā beginnenden Teilkräften.“
  • dhūmrārccikalābhyo namaḥ – „Verehrung den Teilkräften der rauchigen Flamme [Dhūmrārci].“
  • āṃ ātmane namaḥ – „Āṃ, Verehrung dem Selbst.“
  • aṃ antarātmane namaḥ – „Aṃ, Verehrung dem inneren Selbst.“
  • paṃ paramātmane namaḥ – „Paṃ, Verehrung dem höchsten Selbst.“
  • hrīṃ jñānātmane namaḥ – „Hrīṃ, Verehrung dem Erkenntnis-Selbst.“
  • maṃ māyātattvāya namaḥ – „Maṃ, Verehrung dem Māyā-Prinzip.“
  • kaṃ kalātattvāya namaḥ – „Kaṃ, Verehrung dem Kalā-Prinzip.“
  • viṃ vidyātattvāya namaḥ – „Viṃ, Verehrung dem Erkenntnis-Prinzip.“
  • paṃ paratattvāya namaḥ – „Paṃ, Verehrung dem höchsten Prinzip.“
  • śmaśānāya namaḥ – „Verehrung der Leichenverbrennungsstätte.“
  • munibhyo devebhyo namaḥ – „Verehrung den Weisen und den Göttern.“
  • bahumāṃsāsthimodamānābhyaḥ śivābhyo namaḥ – „Verehrung den Schakalweibchen, die sich an der Fülle von Fleisch und Knochen erfreuen.“
  • śavamuṇḍacitāṅgārebhyo namaḥ – „Verehrung den Leichnamen, Schädeln und glühenden Kohlen der Scheiterhaufen.“
  • oṃ jayāyai namaḥ – „Oṃ, Verehrung der Jayā, der Siegreichen.“
  • oṃ vijayāyai namaḥ – „Oṃ, Verehrung der Vijayā, der Triumphierenden.“
  • oṃ jitāyai namaḥ – „Oṃ, Verehrung der Jitā.“
  • oṃ aparājitāyai namaḥ – „Oṃ, Verehrung der Aparājitā, der Unbesiegten.“
  • oṃ nityāyai namaḥ – „Oṃ, Verehrung der Nityā, der Ewigen.“
  • oṃ vilāsinyai namaḥ – „Oṃ, Verehrung der Vilāsinī, der spielerisch Wirkenden.“
  • oṃ dogdhyai namaḥ – „Oṃ, Verehrung der Dogdhī [Namensform unsicher].“
  • oṃ aghorāyai namaḥ – „Oṃ, Verehrung der Aghorā, der Nichtschrecklichen.“
  • oṃ maṅgalāyai namaḥ – „Oṃ, Verehrung der Maṅgalā, der Segensreichen.“

Danach: hsauṃ mahāpretapadmāsanāya namaḥ – „Hsauṃ, Verehrung dem Lotussitz auf dem großen Leichnam.“

Nachdem man sich so den Körper als heiligen Sitz vergegenwärtigt hat, vollziehe man das Aufrichten der Kuṇḍalinī und die übrigen Handlungen nach der bei den Morgenpflichten angegebenen Weise. Man meditiere über die Göttin, zeige die jeweiligen Mudrās und verehre sie mit innerlich vorgestellten Gaben.

Das Verfahren lautet: Im Mūlādhāra unter dem Geschlechtsorgan und oberhalb des Afters, dem vierblättrigen roten Lotus mit den Lauten vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ, meditiere man über sie in Gestalt einer schlafenden Schlange, die den selbstentstandenen Liṅga umwindet.

„Man meditiere über die feine Kuṇḍalinī, die im Mūlādhāra wohnt, wie eine schlafende Schlange gestaltet und einer Fülle von Blitzen gleich.

Sie hat die Gestalt der erwählten Gottheit, bildet dreieinhalb Windungen, strahlt wie zehn Millionen Blitze und umwindet den selbstentstandenen Liṅga.

Der Praktizierende richte diese große Göttin mit dem Haṃsa-Mantra auf; sie leuchtet wie die aufgehende Sonne. In festem Sitz [die anschließende Zeit- oder Atemangabe yāvacchāsan ist unklar],

mit gesammeltem Geist, vergegenwärtige er sich lange zur Besänftigung sämtlichen Unheils auch seinen Körper als von der Fülle ihres Glanzes durchdrungen.

Auf dem Weg der Suṣumṇā vereinige er sie mit dem höchsten Brahman.“

Nachdem man sie dort mit dem höchsten Brahman vereinigt hat, [lasse man sie] den Nektarstrom im Innern der Mondscheibe trinken. Man führe sie, von diesem Nektar bewegt und ganz aus Bewusstsein bestehend, zum Mūlādhāra zurück, während sie die entfaltete Welt mit den Nektarmengen benetzt, die zwischen ihren beiden Füßen hervorfließen. Man vergegenwärtige sich selbst als aus reinem Bewusstsein und Wonne bestehend und als Gestalt der Gottheit.

Textanmerkung: Die Wendung lolībhūtām und die syntaktische Verbindung mit nipīya lassen den genauen Bezug nicht zweifelsfrei erkennen. Die Übersetzung gibt die naheliegende rituelle Abfolge wieder, ohne eine neue Sanskritlesung zu behaupten.

Innere Verehrung der Göttin

Dann erwecke man die Kuṇḍalinī aus dem Mūlādhāra mit dem Haṃsa-Mantra. Sie gehe in den zwölfblättrigen Herzlotus, der mit sechs Punkten bezeichnet und mit der von ka bis ca reichenden [Lautreihe] versehen ist. Dort ziehe sie eine zweite kleine Lampenflamme, die die Gestalt des individuellen Lebewesens besitzt, an sich und lege sie in ihren Mund. Man vereinige sie mit dem höchsten Brahman und führe sie wieder zur Herzgegend zurück. Nachdem man die kleine Lampenflamme aus ihrem Mund herausgezogen hat, setze man [sie] im Mūlādhāra ein.

Textanmerkung: Welche der beiden Größen mit dem letzten Einsetzen im Mūlādhāra gemeint ist, bleibt aufgrund des Satzbaus offen. Die frühere Anweisung auf den Seiten 11–12 unterscheidet ausdrücklich Jīva im Herzen und Kuṇḍalinī im Mūlādhāra. Auch die Angabe „von ka bis ca“ ergibt für sich keine vollständige Zwölfzahl und wird hier nicht ergänzt.

Man meditiere über jene kleine Lampenflamme in Gestalt der Gottheit. Die Meditation lautet:

„Immer verehre ich Kālikā: Ihr Leib ist wolkendunkel, sie ist unbekleidet, die höchste Dreiäugige, [umgeben von] Leichnamen und dem Geheul der Schakale. Die beiden an ihren Ohren herabhängenden Kinder machen sie furchterregend; sie trägt eine Girlande aus Köpfen. In der unteren und oberen linken Lotushand hält sie Menschenkopf und Schwert; mit den anderen [rechten] Händen gewährt sie Gaben und Furchtlosigkeit. Ihre Haarfülle ist gelöst.“

Textanmerkung: Die Verbindung śavaśivārāvām ist sprachlich gedrängt und nicht sicher aufzulösen. Die Lesung vālayugma wird vorläufig als bālayugma, „Kinderpaar“, verstanden; die Lesart der Vorlage ist nicht gesichert.

Nachdem man so meditiert hat, zeige man die jeweiligen Mudrās und verehre die Göttin mit innerlich vorgestellten Gaben. Dabei bete man mit diesem Mantra:

„oṃ svāgataṃ devadeveśi sannidhau bhava kālike; gṛhāṇa mānasīṃ pūjāṃ yathārthaparibhāṣitām“ – „Oṃ, willkommen, Herrin des Gottes der Götter! Sei gegenwärtig, o Kālikā. Nimm die innere Verehrung an, die ihrem eigentlichen Sinn entsprechend dargelegt ist.“

Dann rezitiere man hundertachtmal mit einer aus den Sanskritlauten bestehenden Gebetskette. Damit endet die Vorschrift der inneren Verehrung.

Beginn der äußeren Verehrung

Nun die äußere Verehrung.

Dabei vollziehe man Prāṇāyāma, Sechsglieder-Nyāsa und die übrigen entsprechenden Handlungen. Die Formeln lauten:

  • krāṃ hṛdayāya namaḥ – „Krāṃ, Verehrung dem Herzen.“
  • krīṃ śirase svāhā – „Krīṃ, dem Kopf svāhā.“
  • krūṃ śikhāyai vaṣaṭ – „Krūṃ, der Scheitellocke vaṣaṭ.“
  • kraiṃ kavacāya hum – „Kraiṃ, der Schutzrüstung hum.“
  • krauṃ netratrayāya vauṣaṭ – „Krauṃ, den drei Augen vauṣaṭ.“
  • kraḥ astrāya phaṭ – „Kraḥ, der Waffe phaṭ.“

Mit [der letzten Formel und] Fingerschnippen versiegle man die Himmelsrichtungen. Entsprechend der Hand-Nyāsa:

  • krāṃ aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ – „Krāṃ, Verehrung den beiden Daumen.“
  • krīṃ tarjanībhyāṃ svāhā – „Krīṃ, den beiden Zeigefingern svāhā.“
  • krūṃ madhyamābhyāṃ vauṣaṭ – „Krūṃ, den beiden Mittelfingern vauṣaṭ.“
  • kraiṃ anāmikābhyāṃ hum – „Kraiṃ, den beiden Ringfingern hum.“
  • krauṃ kaniṣṭhikābhyāṃ vauṣaṭ – „Krauṃ, den beiden kleinen Fingern vauṣaṭ.“
  • kraḥ karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ – „Kraḥ, den Handflächen und Handrücken phaṭ.“

Nachdem man den Nyāsa und die übrigen Handlungen so ausgeführt hat, zeichne man mit Kuṅkuma, Zinnober und ähnlichen Stoffen ein Yantra aus Sechseck, Dreieck, achtblättrigem Lotus und äußerer viereckiger Einfassung. Als Unterlage diene ein Gefäß beziehungsweise eine Platte aus Gold, Silber, Kupfer, Bergkristall, Koralle oder einem der anderen entsprechenden Materialien. Dabei spreche man den Mantra „āḥ surekhe vajrarekhe huṃ phaṭ svāhā“ – „Āḥ, schöne Linie, Vajra-Linie, huṃ phaṭ svāhā.“

Im Rudrayāmala heißt es: „Dann ist für die Yogins mit Kuṅkuma und Zinnober ein Yantra anzufertigen, auf Gold, Silber, Kupfer, Bergkristall oder Koralle. Auf diesem Cakra sollen die Besten unter den Menschen die Göttin nach der angegebenen Vorschrift verehren.“

Auch im Sārasaṅgraha heißt es: „Auf Kupfer [gilt es] zwölf Jahre, auf Bergkristall und dergleichen aber immer. Unter diesen soll insbesondere der Bergkristall sämtliche Vollendungen verleihen“, und so weiter.

In einem anderen Tantra heißt es ebenfalls: „Auf Gold soll es lebenslang [gelten], auf Silber zweiundzwanzig [Jahre], o Geliebte; auf Kupfer bis zum Ende von zwölf Jahren, auf Birkenrinde halb so lange. Ein Tola, zwei Tola, drei Tola oder vier Tola [sei das Gewicht]. Wer nach eigenem Belieben ein Gewicht festlegt, zieht sich eine nachteilige Folge zu.“

Damit endet [dieser Abschnitt über] die äußere Verehrung.

Anmerkung: Die Materialien und Geltungsdauern werden als Aussagen der zitierten Texte übersetzt. Veda in vedatolakam wird als Zahlwort „vier“ verstanden. Tola ist die in der Vorlage verwendete Gewichtseinheit; eine Umrechnung wird hier nicht ergänzt.

Shripatra: Feuer- und Sonnenkräfte

Nun die Vorschrift für die Aufstellung des Arghya.

Zwischen sich selbst und dem Yantra zeichne man ein Maṇḍala aus Dreieck, Kreis, Sechseck und Viereck und schreibe īṃ hinein. Mit den drei Abschnitten des Grundmantra verehre man das Dreieck; an den sechs Ecken verehre man die sechs Glieder. Am Viereck verehre man:

  • Im Osten: pūrṇagiripīṭhāya namaḥ – „Verehrung dem heiligen Sitz Pūrṇagiri.“
  • Im Süden: uḍḍīyānapīṭhāya namaḥ – „Verehrung dem heiligen Sitz Uḍḍīyāna.“
  • Im Westen: kāmarūpapīṭhāya namaḥ – „Verehrung dem heiligen Sitz Kāmarūpa.“
  • Im Norden: jālandharapīṭhāya namaḥ – „Verehrung dem heiligen Sitz Jālandhara.“

In der Mitte verehre man mit „oṃ ādhāraśaktaye namaḥ“ – „Oṃ, Verehrung der tragenden Kraft“. Mit dem Grundmantra stelle man einen kleinen rituellen Träger [yantrikā] auf, der mit einem Dreieck in einem Dreieck und einem Sechseck geschmückt ist. Mit namaḥ besprenge man ihn mit Wasser aus dem gewöhnlichen Arghya.

Man verehre ihn mit „vāṃ vīṃ vuṃ hasakṣamalavarayūṃ dharmadavahnimaṇḍalātmane kālikārghyapātrādhārāya namaḥ“ – „Vāṃ vīṃ vuṃ hasakṣamalavarayūṃ, Verehrung der Unterlage des Arghya-Gefäßes der Kālikā, deren Wesen das Dharma verleihende Feuer-Maṇḍala ist.“

Dann verehre man die zehn Teilkräfte des Feuers:

  • yaṃ dhūmrārciṣe namaḥ – „Yaṃ, Verehrung der rauchigen Flamme, Dhūmrārcis.“
  • raṃ ūṣmāyai namaḥ – „Raṃ, Verehrung der Hitze, Ūṣmā.“
  • laṃ jvalinyai namaḥ – „Laṃ, Verehrung der Entflammenden, Jvalinī.“
  • vaṃ jvālinyai namaḥ – „Vaṃ, Verehrung der Flammenden, Jvālinī.“
  • śaṃ visphuliṅginyai namaḥ – „Śaṃ, Verehrung der Funken Sprühenden, Visphuliṅginī.“
  • ṣaṃ suśriyai namaḥ – „Ṣaṃ, Verehrung der schönen Pracht, Suśrī.“
  • saṃ surūpāyai namaḥ – „Saṃ, Verehrung der Schöngeformten, Surūpā.“
  • haṃ kapilāyai namaḥ – „Haṃ, Verehrung der Gelbbraunen, Kapilā.“
  • laṃ havyavāhāyai namaḥ – „Laṃ, Verehrung der Trägerin der Götteropfer, Havyavāhā.“
  • kṣaṃ kavyavāhāyai namaḥ – „Kṣaṃ, Verehrung der Trägerin der Ahnenopfer, Kavyavāhā.“

An den sechs Ecken verehre man auch die sechs Glieder, in der Mitte mit dem Grundmantra die Göttin. Dann spreche man „śrīkālikāśrīpātraṃ sthāpayāmi namaḥ“ – „Ich stelle das heilige Gefäß der erhabenen Kālikā auf; Verehrung.“ Darauf stelle man ein mit phaṭ ausgespültes Gefäß aus Gold, Silber, Kupfer oder einer Kokosnussschale.

Man verehre es mit „hrīṃ hrīṃ hūṃ hasakṣamalavarayūṃ vasupradatapinyādidvādaśakalātmane arkkamaṇḍalāya śrīdakṣiṇākālikārghyapātrāya namaḥ“ – „Hrīṃ hrīṃ hūṃ hasakṣamalavarayūṃ, Verehrung dem Sonnen-Maṇḍala, dessen Wesen die zwölf mit Tapinī beginnenden, Reichtum verleihenden Teilkräfte sind, dem Arghya-Gefäß der erhabenen Dakṣiṇā-Kālikā.“

Vom Osten ausgehend verehre man die Teilkräfte im Uhrzeigersinn:

  • kaṃ bhaṃ tapinyai namaḥ – „Kaṃ bhaṃ, Verehrung der Tapinī, der Wärmenden.“
  • khaṃ baṃ tāpinyai namaḥ – „Khaṃ baṃ, Verehrung der Tāpinī, der Erhitzenden …“

Anmerkung: Die Lautfolge hasakṣamalavarayūṃ wird nicht in vermutete Einzelbījas aufgelöst. Jvalinī/Jvālinī sowie Tapinī/Tāpinī sind in der Vorlage jeweils unterschiedlich geschrieben und bleiben unterschieden.

Mondkräfte und heilige Wasserstätten

  • gaṃ phaṃ dhūmrāyai namaḥ – „Gaṃ phaṃ, Verehrung der Rauchfarbenen, Dhūmrā.“
  • ghaṃ paṃ marīcyai namaḥ – „Ghaṃ paṃ, Verehrung dem Lichtstrahl, Marīci.“
  • ṅaṃ naṃ jvālinyai namaḥ – „Ṅaṃ naṃ, Verehrung der Flammenden, Jvālinī.“
  • caṃ dhaṃ rucyai namaḥ – „Caṃ dhaṃ, Verehrung dem Glanz, Ruci.“
  • chaṃ daṃ suṣumnāyai namaḥ – „Chaṃ daṃ, Verehrung der Suṣumṇā.“
  • jaṃ thaṃ bhogadāyai namaḥ – „Jaṃ thaṃ, Verehrung der Genuss Verleihenden, Bhogadā.“
  • jhaṃ taṃ viśvāyai namaḥ – „Jhaṃ taṃ, Verehrung der Allumfassenden, Viśvā.“
  • ñaṃ ṇaṃ bodhinyai namaḥ – „Ñaṃ ṇaṃ, Verehrung der Erweckenden, Bodhinī.“
  • ṭaṃ ḍhaṃ dhāriṇyai namaḥ – „Ṭaṃ ḍhaṃ, Verehrung der Tragenden, Dhāriṇī.“
  • ṭhaṃ ḍaṃ kṣamāyai namaḥ – „Ṭhaṃ ḍaṃ, Verehrung der Geduld beziehungsweise Erde, Kṣamā.“

Nachdem man so verehrt hat, zeichne man mit dem Grundmantra im Innern des Gefäßes Dreieck, Sechseck und Kreis. Man verehre die sechs Glieder und mit dem Grundmantra das Dreieck. Mit der rückwärts angeordneten Buchstabenreihe oder mit zehnmaliger Rezitation [deren Bezug nicht ausdrücklich genannt wird] gebe man Milch oder Wasser oder Honig, Saṃvid und dergleichen hinein und fülle damit das Dreieck.

Mit yaṃ, raṃ und vaṃ trockne man die Mängel aus, verbrenne sie und überflute sie. Dann verehre man mit „sāṃ sīṃ sūṃ sahakṣamalavarayūṃ kāmapradāmṛtādiṣoḍaśakalātmane somamaṇḍalāya śrīdakṣiṇākālikārghyāmṛtāya namaḥ“ – „Sāṃ sīṃ sūṃ sahakṣamalavarayūṃ, Verehrung dem Mond-Maṇḍala, dessen Wesen die sechzehn mit Amṛtā beginnenden, Wünsche erfüllenden Teilkräfte sind, dem Arghya-Nektar der erhabenen Dakṣiṇā-Kālikā.“

Man verehre die Teilkräfte:

  • aṃ amṛtāyai namaḥ – „Aṃ, Verehrung der Unsterblichen, Amṛtā.“
  • āṃ mānadāyai namaḥ – „Āṃ, Verehrung der Ehre Verleihenden, Mānadā.“
  • iṃ pūṣāyai namaḥ – „Iṃ, Verehrung der Nährenden, Pūṣā.“
  • īṃ tuṣṭyai namaḥ – „Īṃ, Verehrung der Zufriedenheit, Tuṣṭi.“
  • uṃ puṣṭyai namaḥ – „Uṃ, Verehrung dem Gedeihen, Puṣṭi.“
  • ūṃ vṛttyai namaḥ – „Ūṃ, Verehrung der Vṛtti, des Lebensunterhalts beziehungsweise Wirkens.“
  • ṛṃ dhṛtyai namaḥ – „Ṛṃ, Verehrung der Festigkeit, Dhṛti.“
  • ṝṃ śaśinyai namaḥ – „Ṝṃ, Verehrung der Mondhaften, Śaśinī.“
  • ḷṃ candrikāyai namaḥ – „Ḷṃ, Verehrung dem Mondschein, Candrikā.“
  • ḹṃ kāntyai namaḥ – „Ḹṃ, Verehrung der Schönheit, Kānti.“
  • eṃ jyotsnāyai namaḥ – „Eṃ, Verehrung dem Mondlicht, Jyotsnā.“
  • aiṃ śriyai namaḥ – „Aiṃ, Verehrung der Herrlichkeit, Śrī.“
  • oṃ prītyai namaḥ – „Oṃ, Verehrung der liebevollen Freude, Prīti.“
  • auṃ aṅgadāyai namaḥ – „Auṃ, Verehrung der Aṅgadā.“
  • aṃ pūrṇāyai namaḥ – „Aṃ, Verehrung der Vollen, Pūrṇā.“
  • aḥ pūrṇāmṛtāyai namaḥ – „Aḥ, Verehrung der Nektarfülle, Pūrṇāmṛtā.“

Nachdem man die Teilkräfte verehrt hat, gebe man Kardamom, Gewürznelken, Kampfer und andere Duftstoffe hinein. Man zeichne wie zuvor das Yantra in die Flüssigkeit; an die Dreieckslinien schreibe man „aṃ 16, kaṃ 16, khaṃ 16“, in die Mitte „haṃ laṃ kṣaṃ“. Mit den drei Abschnitten des Grundmantra verehre man [es].

Textanmerkung: Die Zahlenangaben 16 werden genau wie in der Quelle wiedergegeben. Ob hier jeweils sechzehn Laute einer Reihe oder Wiederholungen bezeichnet werden, ist aus dieser Passage allein nicht eindeutig zu entscheiden; die Folge wird nicht stillschweigend ausgeschrieben.

Mit den folgenden und weiteren entsprechenden Formeln rufe man die heiligen Wasserstätten herbei:

„gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati; narmade sindhu kāveri jale 'smin sannidhiṃ kuru“ – „O Gaṅgā und Yamunā, Godāvarī und Sarasvatī, Narmadā, Sindhu und Kāverī: Seid in diesem Wasser gegenwärtig!“

„oṃ brahmāṇḍodaratīrthāni karaiḥ spṛṣṭāni te rave; tena satyena me deva tīrthaṃ dehi divākara“ – „Oṃ, die heiligen Wasserstätten im Innern des Welteies werden von deinen Strahlen berührt, o Sonne. Kraft dieser Wahrheit gewähre mir das heilige Wasser, o Gott, o Tagesmacher!“

Mit der Aṅkuśa-Mudrā [rufe man es herbei], mit vauṣaṭ [gebe man] eine Blume [hinein], und mit vaṣaṭ zeige man die Gālinī-Mudrā. Diese wird so beschrieben: „Die kleinen Finger und die Daumen beider Hände werden wechselseitig miteinander verbunden; Zeige-, Mittel- und Ringfinger liegen zusammen und sind nicht gekrümmt.“

Mit vaṃ und der Dhenu-Mudrā verwandle man [die Flüssigkeit] in Nektar. Man meditiere über die erwählte Gottheit, verehre sie und vollziehe saṅkalīkaraṇa [das rituelle Zusammenfügen; die genaue Lesung ist unsicher]. Dann zeige man die Śaṅkha-Mudrā und verehre an den sechs Ecken die sechs Glieder.

Im Osten: glūṃ gaganaratnebhyo namaḥ – „Glūṃ, Verehrung den Juwelen des Luftraums.“ Im Süden: slūṃ svargaratnebhyo namaḥ – „Slūṃ, Verehrung den Juwelen des Himmels.“ Im Westen: plūṃ pātālaratnebhyo namaḥ – „Plūṃ, Verehrung den Juwelen der Unterwelt.“ Im Norden: mlūṃ manuṣyaratnebhyo namaḥ – „Mlūṃ, Verehrung den Juwelen unter den Menschen.“ In der Mitte: nūṃ nāgaratnebhyo namaḥ – „Nūṃ, Verehrung den Juwelen der Nāgas.“

Nektarweihe und Abschluss der Shripatra-Aufstellung

Nachdem man so verehrt hat, rezitiere man die Amṛteśvarī-Formel dreimal:

„aiṃ [Grundmantra] amṛte amṛtodbhave amṛteśvari amṛtavarṣiṇi amṛtaṃ srāvaya sāṃ jūṃ jūṃ amṛteśvaryai svāhā“ – „Aiṃ [Grundmantra], Unsterbliche, aus dem Nektar Entstandene, Herrin des Nektars, Nektar Regnende, lasse Nektar strömen! Sāṃ jūṃ jūṃ, der Amṛteśvarī svāhā.“

Mit dem Tryambaka-Mantra oder der Gāyatrī und [der Formel] „śāṃ śīṃ śūṃ śaiṃ śauṃ śaḥ śukraśāpavimocitāyai svāhā“ – „Śāṃ śīṃ śūṃ śaiṃ śauṃ śaḥ, der vom Fluch Śukras Befreiten svāhā“ – vergegenwärtige man Amṛteśī.

Textanmerkung: Tryambaka-Mantra und Gāyatrī werden an dieser Stelle nur bezeichnet, nicht ausgeschrieben. Die genaue syntaktische Zuordnung der beiden Alternativen zur folgenden Formel bleibt knapp und nicht völlig eindeutig.

„O du, die ungeteilte, einzigartige, höchste Wonne hervorbringt, deren Wesen der höchste Nektar ist: Setze hier das freie Aufleuchten ein, du Nektargestaltige!“

„Der ausgezeichnete Praktizierende vergegenwärtige sich den roten Herrn des Gottes der Götter: strahlend wie zehn Millionen Sonnen und wohltuend kühl wie zehn Millionen Monde, mit achtzehn Armen, fünf Gesichtern und drei Augen. Er befindet sich auf dem Brahma-Lotus inmitten des Nektarozeans. Er reitet auf einem Stier, hat eine blaue Kehle und trägt sämtlichen Schmuck.

Er hält Schädelschale und Khaṭvāṅga-Stab und lässt Glocke und kleine Sanduhrtrommel erklingen. Der Gott trägt Schlinge und Stachel, Keule und Mörserstößel, Schwert, Schild, Paṭṭīśa-Hiebwaffe, Hammer, [einen in der Verbindung mudgarocchūla nicht klar bezeichneten] Dreizack und Speer; ferner einen buntgeschmückten Schild und einen Kopf. Er zeigt die Gnaden- und Furchtlosigkeitsgeste und trägt eine Girlande.“

Textanmerkung: Die Reihe nennt kheṭaka, „Schild“, zweimal. Die Zahl der einzeln aufgezählten Gegenstände und Gesten lässt sich deshalb nicht ohne weitere Deutung eindeutig auf die achtzehn Arme verteilen. Die überlieferte Aufzählung wird erhalten.

„Man vergegenwärtige sich auch die Göttin Surā [den vergöttlichten berauschenden Trank], deren Glanz dem von zehntausend mal zehn Millionen Monden gleicht. Sie ist weiß wie Schnee, Jasmin und Mond, hat fünf Gesichter und drei Augen. Ihre achtzehn Arme sind tätig, allen Wonne zu bereiten. Sie lächelt, hat große Augen und ist dem Gott der Götter zugewandt.“

Mit dieser Formel nehme man mit dem linken Daumen und Mittelfinger etwas von der Ritualflüssigkeit auf. Man verehre dort das Paar des Ānandabhairava und bringe ihm die Sättigungsgabe dar. Dann vergegenwärtige man Amṛteśī und spreche:

„klīṃ kulasthāmṛtākāre siddhijñānakare pare; amṛtatvaṃ nidhehy atra vastuni klinnarūpiṇi; haṃsaḥ tarpayāmi namaḥ“ – „Klīṃ, Höchste, deren Gestalt der im Kula befindliche Nektar ist, die du Vollendung und Erkenntnis hervorbringst: Lege Unsterblichkeit in diesen Stoff, du von Feuchtigkeit erfüllte Gestalt! Haṃsaḥ, ich sättige [dich]; Verehrung.“

Nachdem man so wie zuvor die Sättigungsgabe dargebracht hat, vergegenwärtige man Amṛteśī und spreche:

„sauṃ tadrūpaikarasākhyaṃ ca datvā hy etatsvarūpiṇī; bhūtvā kulāmṛtākāraṃ mayi visphuraṇaṃ kuru“ – „Sauṃ, nachdem du [das] verliehen hast, was als einheitlicher Wesensgeschmack jener Gestalt bezeichnet wird, werde selbst zu dieser Gestalt und lasse in mir das Aufleuchten in Gestalt des Kula-Nektars entstehen.“

Textanmerkung: Die erste Hälfte dieser Formel ist elliptisch. Das Bezugswort zu datvā, „nachdem du gegeben hast“, ist nicht ausdrücklich genannt; die Übersetzung bleibt deshalb vorläufig.

Mit haṃsaḥ bringe man wie zuvor die Sättigungsgabe dar. Man rezitiere den Grundmantra siebenmal, umhülle [das Gefäß] mit dem Schutzpanzer-Mantra, schütze es mit dem Waffen-Mantra, bedecke es mit der Matsya-Mudrā und zeige die Yoni- und Dhenu-Mudrā.

Damit endet die Vorschrift zur Aufstellung des Śrīpātra, des heiligen Gefäßes.

Arghya, Fußwasser, Mundspülwasser, Madhuparka und Badewasser

Rechts richte man das Arghya ein. Das Verfahren lautet: Man zeichne Dreieck, Kreis, Sechseck und äußere viereckige Einfassung. Man verehre mit „ādhāraśaktaye naḥ“ [wohl namaḥ] – „Verehrung der tragenden Kraft“. Man richte das Feuer[-Dreieck] mit der Spitze nach oben aus und zeige die Śaṅkha-Mudrā.

Die Muschelgeste wird beschrieben: „Man lege den [rechten] Daumen in die linke Faust und berühre die ausgestreckten Finger der rechten Hand mit dem linken Daumen. Dies wird von den Mantrakundigen die unübertreffliche Śaṅkha-Mudrā genannt.“

Mit Blumen und ungebrochenen Reiskörnern verehre man die sechs Glieder im Südosten, Nordosten, Südwesten, Nordwesten, in der Mitte und in den Richtungen. Man stelle den mit phaṭ abgespülten Untersatz auf und verehre darauf das Feuer-Maṇḍala. Mit dem zuvor genannten Bīja spüle man das Muschelhorn aus und stelle es darauf. Mit dem zuvor genannten Mantra verehre man darin das Sonnen-Maṇḍala, gebe mit dem Grundmantra Wasser hinein und verehre mit dem zuvor genannten Mantra das Mond-Maṇḍala.

Mit „gaṅge ca“ und den folgenden Worten rufe man das heilige Wasser herbei, verbinde es mit vauṣaṭ [mit dem Gefäßinhalt] und verehre es. Man verehre auch die Kraft der heiligen Wasserstätte, lege mit vaṣaṭ eine Blume hinein und zeige die Gālinī-Mudrā. Mit dem hier Svadhā-Bīja genannten ram und der Dhenu-Mudrā verwandle man [den Inhalt] in Nektar.

Man meditiere über die erwählte Gottheit, vollziehe die Vervollständigung ihrer Glieder, setze die sechs Glieder ein, schütze mit dem Waffen-Mantra und verehre. Man weihe [das Wasser] achtmal mit dem Grundmantra und bedecke es mit der Matsya-Mudrā. Man gebe Kuśa-Spitzen, ungebrochene Reiskörner, Sesam, Reis, Gerste, geklärte Butter, weiße Senfkörner und Blumen hinzu. Man zeige die Yoni-Mudrā und gebe etwas Wasser aus dem Śrīpātra hinein. Damit endet die Vorschrift zur Einrichtung des Arghya.

Links davon richte man das Gefäß für das Fußwasser her: Auf einem [Maṇḍala aus] Dreieck, Kreis und Viereck verehre man die tragende Kraft und stelle das Gefäß mitsamt Unterlage auf. Mit namaḥ oder dem Grundmantra fülle man es mit Wasser. Mit vaṣaṭ gebe man eine Blume, mit namaḥ Duftstoff hinein, außerdem Uśīra und Rocanā, oder Śyāmāka, Viṣṇukrāntā, Akṣa und Dūrvā. Man weihe es achtmal mit dem Waffen-Mantra und mit dem Grundmantra und zeige die Dhenu- und die Yoni-Mudrā.

Daneben richte man auf einer dreifach umschlossenen viereckigen Zeichnung entsprechend das Gefäß für das Mundspülwasser ein. Man verehre die tragende Kraft, stelle das Gefäß samt Unterlage auf und fülle es mit namaḥ oder dem Grundmantra mit Wasser. Mit vaṣaṭ gebe man eine Blume, mit namaḥ Duftstoff hinein. Man füge Pulver von Jāti, Kampfer, Kaṅkola, Gewürznelken, Tamālaka und dergleichen hinzu, weihe achtmal mit dem Waffen-Mantra und mit dem Grundmantra und zeige die Dhenu- und Yoni-Mudrā.

Rechts davon richte man auf einem [Maṇḍala aus] Dreieck, Kreis und Viereck das Madhuparka-Gefäß her. Man verehre die tragende Kraft und stelle das Gefäß samt Unterlage auf; es enthält Honig, geklärte Butter, Zucker, Dickmilch und Milch. Man weihe es achtmal mit dem Waffen-Mantra und mit dem Grundmantra und zeige die Dhenu- und Yoni-Mudrā.

Rechts davon richte man das Badegefäß auf einem [Maṇḍala aus] Dreieck, Kreis und Viereck her. Nach der Verehrung der tragenden Kraft stelle man es mitsamt Unterlage auf und fülle es mit namaḥ oder dem Grundmantra mit Wasser. Mit vaṣaṭ gebe man eine Blume, mit namaḥ Duftstoff hinein, außerdem Uśīra und Rocanā. Man weihe achtmal mit dem Waffen-Mantra und mit dem Grundmantra und zeige die Dhenu- und Yoni-Mudrā.

Textanmerkungen: Die sechs räumlichen Zuordnungen beim Glieder-Nyāsa sind im Wortlaut nicht einzeln auseinandergelegt. Für die Nektarisierung steht hier ausdrücklich ram, während die vorhergehende Anweisung vaṃ nennt. Die Stoffliste śyāmākaviṣṇukrāntākṣadūrvā ist auffällig; die spätere Darbringungsstelle nennt an entsprechender Stelle abja, Lotus, statt akṣa. Jāti kann je nach Stoffkontext Unterschiedliches bezeichnen; eine sichere botanische Identifizierung wird nicht ergänzt.

Reinigung der Gegenstände und Wirklichkeitsprinzipien

Eben dort stelle man Sandel und andere entsprechende Stoffe sowie Blumen bereit, rechts die Gewänder, Schmuckstücke und weiteren Gegenstände. Man besprenge sie mit Wasser aus dem gewöhnlichen oder dem besonderen Arghya, weihe sie achtmal mit dem Grundmantra und zeige die Dhenu- und Yoni-Mudrā. So werden sämtliche Gegenstände gereinigt.

Mit dem besonderen Wasser bringe man den beiden Bhairavas über dem eigenen Scheitel die Sättigungsgabe dar. Mit dem Nektar aus dem Śrīpātra oder [dem Wasser] aus dem besonderen Arghya-Gefäß sättige man die Göttin im Herzen dreimal. Die Sättigungsgabe erfolgt mit der Tattva-Mudrā; diese ist als Verbindung von Ringfinger und Daumen zu verstehen.

An dieser Stelle sollen die Kaulikas auch die Reinigung der Wirklichkeitsprinzipien und die weiteren entsprechenden Handlungen vollziehen. Hierzu die Schriftformeln:

„prāṇāpānavyānodānasamānā me śudhyantāṃ jyotir ahaṃ virajā vipāpmā bhūyāsaṃ svāhā“ – „Mögen meine Lebenshauche Prāṇa, Apāna, Vyāna, Udāna und Samāna rein werden. Ich bin Licht; möge ich frei von Befleckung und Verfehlung sein. Svāhā.“

„oṃ pṛthivyaptejovāyvākāśāni me śuddhyantām“ – „Oṃ, mögen Erde, Wasser, Feuer, Wind und Raum in mir rein werden“, und so weiter. [Die Vorlage kürzt diese Formel ausdrücklich ab.]

„oṃ prakṛtyahaṅkārabuddhimanaḥśrotrāṇi me śuddhyantāṃ jyotir ahaṃ virajā vipāpmā bhūyāsaṃ svāhā“ – „Oṃ, mögen Urnatur, Ich-Prinzip, Erkenntnisvermögen, Denkvermögen und Gehör in mir rein werden. Ich bin Licht; möge ich frei von Befleckung und Verfehlung sein. Svāhā.“

„oṃ sparśarūparasagandhākāśāni me śuddhyantāṃ jyotir ahaṃ virajā vipāpmā bhūyāsaṃ svāhā“ – „Oṃ, mögen Berührung, sichtbare Form, Geschmack, Geruch und Raum in mir rein werden. Ich bin Licht; möge ich frei von Befleckung und Verfehlung sein. Svāhā.“

„oṃ vāyutejaḥsalilabhūmyātmāno me śuddhyantāṃ jyotir ahaṃ virajā vipāpmā bhūyāsaṃ svāhā“ – „Oṃ, mögen Wind, Feuer, Wasser, Erde und Selbst in mir rein werden. Ich bin Licht; möge ich frei von Befleckung und Verfehlung sein. Svāhā.“

Während man dies vergegenwärtigt beziehungsweise berührend vollzieht, [gehe man] siebenfach über den ganzen Körper:

„oṃ tvakcakṣurjihvāghrāṇavacāṃsi me śuddhyantāṃ jyotir ahaṃ virajā vipāpmā bhūyāsaṃ svāhā“ – „Oṃ, mögen Haut, Auge, Zunge, Geruchssinn und Rede in mir rein werden. Ich bin Licht; möge ich frei von Befleckung und Verfehlung sein. Svāhā.“

„oṃ pāṇipādapāyūpasthaśabdā me śuddhyantāṃ jyotir ahaṃ virajā vipāpmā bhūyāsaṃ svāhā“ – „Oṃ, mögen Hände, Füße, Ausscheidungsorgan, Geschlechtsorgan und Klang in mir rein werden. Ich bin Licht; möge ich frei von Befleckung und Verfehlung sein. Svāhā.“

Damit endet die Reinigung der Wirklichkeitsprinzipien.

Textanmerkung: Die ungewöhnlichen Zusammenstellungen der Fünfergruppen stehen so in der Vorlage. Der Satz zur siebenfachen Berührung ist zwischen die fünfte und sechste Formel gesetzt; sein genauer Bezug wird nicht durch eine neue Anweisung ersetzt.

Bali-Gaben für die Begleitgottheiten

Man zeichne Maṇḍalas in der Nordost-, Südost-, Südwest- und Nordwestecke, verehre Baṭuka, die Yoginīs, Gaṇeśa, den Hüter des Bezirks und die Wesen und bringe Bali-Gaben aus Vaṭaka [Küchlein] und anderen entsprechenden Speisen dar. Man verehre das Maṇḍala und stelle die Opferstoffe darauf.

„oṃ ehy ehi devīputra kapiśajaṭābhāra bhāsvarajvālāmukha sarvavighnān nāśaya nāśaya sarvopacārasahitaṃ baliṃ gṛhṇa gṛhṇa svāhā“ – „Oṃ, komm, komm, Sohn der Göttin, mit brauner verfilzter Haarfülle, mit leuchtendem Flammenantlitz! Vernichte alle Hindernisse, vernichte sie! Nimm die Bali-Gabe mitsamt sämtlichen Verehrungsgaben an, nimm sie an! Svāhā.“

Mit dieser Formel und verbundenem Daumen und Ringfinger bringe man Baṭuka im Nordosten die Bali-Gabe dar.

„Ob oberhalb des Welteies, im Himmel, in Sutala, auf der Erde, im Ungeteilten, in der Unterwelt, im Feuer, im Wasser oder im Wind, wo auch immer sie wohnen; ob sie in heiligen Bezirken, Pīṭhas, Neben-Pīṭhas und anderen Stätten ihren guten Sitz eingerichtet haben: Mögen jene Göttinnen, den Herren der Götter gleich, stets durch Blumen, Räucherwerk und andere Gaben erfreut, durch diese segensreiche Bali-Darbringung herbeikommen.“

Mit „yāṃ yīṃ yūṃ yaiṃ yauṃ yaḥ yoginībhyaḥ hūṃ phaṭ svāhā“ – „Yāṃ yīṃ yūṃ yaiṃ yauṃ yaḥ, den Yoginīs hūṃ phaṭ svāhā“ – bringe man im Südosten die Bali-Gabe dar, indem man kleinen Finger und Daumen verbindet.

Mit „kṣāṃ kṣīṃ kṣūṃ kṣaiṃ kṣauṃ kṣaḥ kṣetrapāla dhūpadīpādisahitaṃ baliṃ gṛhṇa gṛhṇa svāhā“ – „Kṣāṃ kṣīṃ kṣūṃ kṣaiṃ kṣauṃ kṣaḥ, Hüter des heiligen Bezirks, nimm die Bali-Gabe mit Räucherwerk, Licht und den übrigen Gaben an, nimm sie an! Svāhā“ – bringe man im Nordwesten die Bali-Gabe dar, mit Daumen und Zeigefinger.

Mit „gāṃ gīṃ gūṃ varavarada sarvajanaṃ me vaśam ānaya baliṃ gṛhṇa gṛhṇa svāhā“ – „Gāṃ gīṃ gūṃ, trefflicher Gewährer von Gaben, bringe alle Menschen unter meine Macht! Nimm die Bali-Gabe an, nimm sie an! Svāhā“ – bringe man im Südwesten die Bali-Gabe dar. Dabei strecke man den mittleren Finger der Faust wie einen Stab aus.

Links zeichne man ein Maṇḍala, stelle ein Gefäß samt Unterlage darauf, lege die Bali-Gabe hinein und vollziehe Besprengung und die übrigen entsprechenden Handlungen. Mit „oṃ hrīṃ sarvavighnakṛdbhyaḥ sarvabhūtebhyo hūṃ phaṭ svāhā“ – „Oṃ hrīṃ, sämtlichen Hindernisverursachern und allen Wesen hūṃ phaṭ svāhā“ – bringe man den Wesen mit der Tattva-Mudrā die Bali-Gabe dar.

Textanmerkung: Die Ortsfolge zu Beginn enthält die ungewöhnliche Bezeichnung niṣkala, „ungeteilt/ohne Teile“, als Aufenthaltsbereich. Die Lesung wird nicht durch einen geläufigeren Weltennamen ersetzt.

Belebung und Verehrung des Yantra

Diese Bali-Darbringung ist eigentlich nur im Rahmen eines Puraścaraṇa auszuführen.

Auf Gold, Bergkristall oder einer entsprechenden Unterlage zeichne man mit Kaschmir-Safran, Moschus, Sandel aus dem Malaya-Gebirge, rotem Sandel und ähnlichen Stoffen ein Yantra aus drei Dreiecken mit einem Sechseck im Innern, einem achtblättrigen Lotus und einer äußeren viereckigen Einfassung. Dabei spreche man „āsurekhe vajrarekhe hūm phaṭ svāhā“ – „[O Āsu-Linie,] Vajra-Linie, hūm phaṭ svāhā.“ Die erste Anrede ist unsicher.

Man wasche [das Yantra] mit Pañcagavya, den fünf Kuhprodukten, und Pañcāmṛta, den fünf Nektarstoffen. Mit hundertacht Wiederholungen des Prāṇapratiṣṭhā-Mantra setze man die Lebenskräfte ein. Der Mantra lautet:

„āṃ hrī kroṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ hoṃ oṃ kṣaṃ saṃ haṃsaḥ hrīṃ oṃ haṃsaḥ śrīmaddakṣiṇakālikāyāḥ ṣaṭkoṇagarbhatrikoṇatrayāṣṭadalabhūpurātmakayantrasya sajīvavāṅmanaścakṣuḥśrotraghrāṇaprāṇā ihāgatya sukhaṃ ciraṃ tiṣṭhantu svāhā“ – „Āṃ hrī kroṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ hoṃ oṃ kṣaṃ saṃ haṃsaḥ hrīṃ oṃ haṃsaḥ: Mögen Rede, Geist, Auge, Ohr, Nase und Lebenskräfte mitsamt dem Jīva des Yantra der erhabenen Dakṣiṇa-Kālikā, das aus drei Dreiecken mit einem Sechseck im Innern, einem achtblättrigen Lotus und einer äußeren Einfassung besteht, hierherkommen und lange wohlig verweilen. Svāhā.“

Dann rezitiere man zehnmal: „oṃ yantrarājāya vidmahe mahāyantrāya dhīmahi tan no yantraḥ pracodayāt“ – „Oṃ, den König der Yantras wollen wir erkennen; über das große Yantra meditieren wir. Möge jenes Yantra uns anregen.“

Man bringe zehnmal eine Handvoll Blumen dar, vollziehe ein Feueropfer und gebe bei jeder Opferung den nach der Feuerdarbringung verbleibenden Rest darauf. Dort verehre man die tragende Kraft und die weiteren zugehörigen Kräfte: „hrīṃ ādhāraśaktibhyo namaḥ“ – „Hrīṃ, Verehrung den tragenden Kräften.“

Dann lege man eine Anhäufung von rotem Sandel, Blumen und ungebrochenen Reiskörnern hin und verehre die Kräfte des Sitzes:

  • oṃ jayāyai namaḥ – „Oṃ, Verehrung der Jayā.“
  • oṃ vijayāyai namaḥ – „Oṃ, Verehrung der Vijayā.“
  • oṃ ajitāyai namaḥ – „Oṃ, Verehrung der Ajitā, der Unbesiegten.“
  • oṃ aparājitāyai namaḥ – „Oṃ, Verehrung der Aparājitā.“
  • oṃ nityāyai namaḥ – „Oṃ, Verehrung der Nityā.“
  • oṃ vilāsinyai namaḥ – „Oṃ, Verehrung der Vilāsinī.“
  • oṃ dogghryai namaḥ – „Oṃ, Verehrung der Dogghrī [Lesung unsicher].“
  • oṃ aghorāyai namaḥ – „Oṃ, Verehrung der Aghorā.“
  • oṃ maṅgalāyai namaḥ – „Oṃ, Verehrung der Maṅgalā.“

Man verehre mit „hrīṃ kālikāyogapīṭhātmane namaḥ“ – „Hrīṃ, Verehrung dem, dessen Wesen der Yoga-Sitz der Kālikā ist“ – und „hsauṃ sadāśivamahāpretapadmāsanāya namaḥ“ – „Hsauṃ, Verehrung dem Lotussitz auf Sadāśiva als großem Leichnam“.

Textanmerkungen: Diese Yantra-Beschreibung wird nicht mit den früheren geometrischen Anweisungen vereinheitlicht. Die erste Silbe hrī der langen Lebenshauchformel steht in der Vorlage ohne Nasalzeichen. Ajitā und dogghryai unterscheiden sich von jitā und dogdhyai auf Seite 27; diese Unterschiede bleiben sichtbar.

Übertragung und Meditation der Göttin

Darauf verehre man die Göttin. Man lege eine Anhäufung von Blumen und ungebrochenen Reiskörnern in die Hand und forme die Kūrma-Mudrā. Man führe die Kula-Kuṇḍalinī in die Herzgegend, lege [den Jīva] in ihren Mund und vereinige sie mit dem höchsten Brahman. Nachdem sie vom Nektar innerhalb der Mondscheibe bewegt worden ist, setze man sie im zweiblättrigen [Lotus] ein und führe sie mit yam durch das linke Nasenloch heraus. Zuvor meditiere man über Kāmakalā:

„Das Gesicht hat die Gestalt eines Punktes; darunter befindet sich das Brustpaar; darunter auch das weitere Glied, ein vollständig ausgestaltetes Maṇḍala.“

Textanmerkung: Die Wendung saparāṅgaṃ ist unsicher; der knappe Vers wird nicht durch eine ausführlichere bekannte Kāmakalā-Beschreibung ersetzt. Das in den Mund zu Legende ist im Prosasatz nicht ausdrücklich genannt; [Jīva] ist aus der vorangegangenen Beschreibung erschlossen.

Dann lege man Blumen und die übrigen Gaben in das Cakra. Man meditiere über die Göttin und rufe sie herbei. Die Meditation lautet:

1. „[Man meditiere über] die göttliche Dakṣiṇā-Kālikā, mit schrecklichem Antlitz, furchtbar, mit offenen Haaren und vier Armen, geschmückt mit einer Kopfgirlande.

2. Ihre obere und untere linke Lotushand tragen einen frisch abgeschlagenen Kopf und ein Schwert; ihre untere und obere rechte Hand zeigen Furchtlosigkeit und das Gewähren von Gaben.

3. Sie ist dunkel und glänzt wie eine große Regenwolke; die Himmelsrichtungen sind ihr Gewand. Sie ist mit dem Blut bestrichen, das von der um ihren Hals hängenden Kopfgirlande herabfließt.

4. Furchterregend ist sie durch die beiden Leichname, die sie als Ohrschmuck trägt; sie hat schreckliche Fangzähne, einen grauenhaften Mund und volle, hochragende Brüste.

5. Ihr Gürtel ist aus den Händen von Leichnamen zusammengesetzt; ihr Gesicht lächelt und leuchtet von den Blutströmen, die aus beiden Mundwinkeln fließen.

6. Ihre Gestalt ist furchtbar; sie ist überaus wild und wohnt auf der Leichenverbrennungsstätte. Ihre Zähne stehen hervor, und ihre offene, herabhängende Haarfülle breitet sich nach rechts aus.

7. Sie steht über dem Herzen Mahādevas, der die Gestalt eines Leichnams angenommen hat, und ist in allen vier Richtungen von furchterregenden Schakalweibchen umgeben.

8. Zusammen mit Mahākāla ist sie, oben sitzend, von Leidenschaft zur Vereinigung erfüllt. Ihr Gesicht ist freudig und heiter; ihr Antlitzlotus lächelt.

So stelle man sich die Göttin vor, die auf der Leichenverbrennungsstätte wohnt.“

Textanmerkung: Die Verbindung sārddhorddhvamupaviṣṭaratāturām in Vers 8 ist auffällig. Die Übersetzung gibt die erkennbare obere Position bei der Vereinigung wieder und erhebt keinen Anspruch auf eine gesicherte Auflösung sämtlicher Wortgrenzen.

Oder man vollziehe die im Haṃsatantra angegebene Meditation:

1. „Ich verneige mich vor Kālikā in ihrer Dakṣiṇā-Gestalt, der höchsten Bhairavī, die zerriebenem schwarzem Augenschminkpulver gleicht und auf dem Leichnam eines großen Helden steht.

2. Mit herabfließenden Blutströmen und lächelndem Antlitzlotus, mit vollen, hochragenden Brüsten, kräftiger Brust und Hüften;

3. vor Dakṣiṇā mit gelöster Haarfülle, die sich unbekleidet vergnügt, mit dem Leichnam Mahākālas verbunden und oben in lächelnder Wonne befindlich;

4. die sich an der Freude ihres von dichtem Lächeln erfüllten Gesichtes erfreut, von Rausch überwältigt, und mit gerötetem Gesicht und [der im Text unklaren Verbindung sāndrābhir netrālībhiḥ bezeichnetem] Augenglanz strahlt;

5. deren Ohrschmuck aus zwei Leichnamen besteht, deren Zinnober-Tilaka leuchtet, und die vom Blut einer aus fünfzig Köpfen gefertigten Girlande rot ist;

6. die im Glanz vieler Juwelen und verschiedenartiger Schmuckstücke erstrahlt und mit aus Leichenknochen gefertigten Oberarmreifen, Muschelreifen und Armreifen geschmückt ist;

7. die auf die Brust eines Leichnams gestiegen ist, gelegentlich an einem Leichnam leckt, Fleisch eines Leichnams als Bissen nimmt und immer wieder laut auflacht;

8. die links Schwert und Kopf hält und rechts Furchtlosigkeit und Gaben gewährt, mit hervorstehenden Zähnen, überaus wild und durch ihr heftiges Gebrüll äußerst furchterregend;

9. die von schrecklich gestalteten Schakalweibchen umgeben ist und Furcht vernichtet; mit furchtbarem Laut spricht sie zu ihren Verehrern: ‚Fürchtet euch nicht, fürchtet euch nicht!‘

Sie spricht: ‚Sagt, was ihr wünscht; ich gebe es euch.‘“

Textanmerkung: In Vers 8 steht nach vāme, „links“, savye, das ebenfalls „links“ bedeuten kann. Die Übersetzung „rechts“ folgt hier der Gegenüberstellung der beiden Handpaare; die auffällige Lesung wird ausdrücklich kenntlich gemacht.

Anrufung, Einsetzung und Begrüßung

So meditiere man. Die Anrufung lautet:

„Die du im Selbst ruhst, ungeboren und rein bist, dich, die höchste Herrin, rufe ich in die Gestalt herbei, wie [das Opferfeuer aus dem Reibholz].“

Textanmerkung: Das Bild vom Reibholz und Opferfeuer ist eine vorläufige Deutung der auffälligen Worte āraṇyam iva havyāṃśam; diese Lesung wird nicht als gesichert ausgegeben.

Während man dies und den Grundmantra rezitiert, spreche man: „bhagavati dakṣiṇakālike ihāgaccha“ – „Erhabene Dakṣiṇa-Kālī, komm hierher!“ Man halte die Finger ausgestreckt und aneinandergelegt, setze die beiden Daumen an die Grundgelenke [der Finger] und rufe sie herbei.

Dann: „Oṃ, Herrin der Götter, durch Hingabe leicht zu erreichen, mit deinem Gefolge vereint: Solange ich dich verehre, bleibe du hier ganz fest. Dies ist die Gestalt deiner Herrlichkeit. In ihr setze ich dich, die Allesdurchdringende, o Herrin, durch die Liebe der Hingabe angezogen, wie eine Leuchte ein.“ Während man den Grundmantra rezitiert, setze man sie mit der zuvor beschriebenen, nun nach unten gerichteten Mudrā ein.

„Oṃ, Göttin, innere Lenkerin aller, aus sämtlichen Keimlauten bestehende Segensreiche: Dir, die du im eigenen Selbst ruhst, bereite ich einen höchsten, reinen Sitz.“ Während man den Grundmantra rezitiert, biete man mit der Padma-Mudrā einen Sitz aus Blumen und entsprechenden Gaben dar.

Dann: „Oṃ, Göttin, die du auf diesem vortrefflichen Sitz bequem sitzt, du, deren Wesen die unvergänglichen Laute sind: Sei fest eingesetzt; sei gnädig, höchste Herrin.“ Während man den Grundmantra rezitiert, spreche man „iha pratiṣṭhitā bhava“ – „Sei hier fest eingesetzt!“ – und vollziehe das Einsetzen mit der zuvor genannten Mudrā.

„Herrin der Götter, diese Kraft deiner Gestalt ist dort von dir nicht verschieden, o Herrin. Sei in ihr gegenwärtig, du, die du ganz der Begnadung deiner Verehrer zugewandt bist.“ Mit dem Grundmantra spreche man „iha sannidhehi“ – „Sei hier gegenwärtig!“ Man verbinde die beiden Fäuste mit aufgerichteten Daumen und bewirke durch diese Sannidhāpana-Mudrā die Gegenwart.

„Oṃ, auf dein Geheiß, Herrin der Götter, Meer des Mitgefühls, Meer der Vorzüge, halte ich dich, die im Selbst allein erfüllte, fest, o große Herrin.“ Mit dem Grundmantra spreche man „iha sannirudhyasva“ – „Lass dich hier festhalten!“ – und vollziehe das Festhalten mit Fäusten, deren Daumen nach innen gelegt sind.

Textanmerkung: Die Verbindung ātmanā caikadṛptām ist mehrdeutig; „im Selbst allein erfüllt“ ist eine vorläufige sinngemäße Wiedergabe. Auch die Verbform saṃruṇaddhi passt nicht glatt zur hier erkennbaren Ich-Aussage.

„Wenn meine Handlung aus Unwissenheit, schlechter Gemütsverfassung oder Unzulänglichkeit des Praktizierenden mangelhaft sein sollte, dann wende dich mir dennoch zu.“ Mit dem Grundmantra spreche man „iha sammukhī bhava“ – „Wende hier dein Gesicht zu mir!“ – und vollziehe das Zuwenden mit den beiden nach oben gerichteten Fäusten.

Dann umhülle man [die Gottheit] mit der Formel hūma [so die Vorlage] und der Umhüllungsgeste: Die linke Hand ist zur Faust geschlossen, der lange ausgestreckte Zeigefinger weist nach unten; die Hand wird ringsum bewegt.

„Oṃ, durch die zehn Nektarströme Regnende [Lesung und Konstruktion unsicher] möge man den Opferplatz füllen. In der Gestalt beziehungsweise bei der Vollendung des Opfers bleibe fest, o große Herrin.“

Man vollziehe an den Gliedern der Gottheit die Vervollständigung, die aus dem Sechsglieder-Nyāsa besteht:

  • krāṃ hṛdayāya namaḥ – „Krāṃ, Verehrung dem Herzen.“
  • krīṃ śirase svāhā – „Krīṃ, dem Kopf svāhā.“
  • krūṃ śikhāyai vaṣaṭ – „Krūṃ, der Scheitellocke vaṣaṭ.“
  • kraiṃ kavacāya hūm – „Kraiṃ, der Schutzrüstung hūm.“
  • krauṃ netratrayāya vauṣaṭ – „Krauṃ, den drei Augen vauṣaṭ.“
  • kraḥ astrāya phaṭ – „Kraḥ, der Waffe phaṭ.“

Darauf: „Die du jenseits der Reichweite von Rede, Geist, Auge und Ohr deiner Verehrer stehst: Sei rasch ringsum vom Gehäuse deines eigenen Glanzes umgeben.“ Mit dem Svadhā-Bīja und der Dhenu-Mudrā vollziehe man die Nektarisierung. Textanmerkung: Die Verbindung śrotradūrārpitasthite ist auffällig; die Übersetzung „jenseits der Reichweite“ gibt eine mögliche Lesart wieder.

Mit der Mahāmudrā vollziehe man dann das Paramīkaraṇa, das Versetzen in den höchsten Zustand. Die Geste wird beschrieben: „Die Daumen sind miteinander verschränkt, die übrigen Finger ausgestreckt. Diese wird, o Geliebte, die Mahāmudrā für das Paramīkaraṇa genannt.“

Weiter: „Oṃ, die Götter wünschen deinen Anblick, um ihre eigenen ersehnten Ziele zu erreichen. Dir, dieser höchsten Herrin, gilt mein Gruß bei deinem Kommen und mein Willkommen.“ Mit dem Grundmantra spreche man: „sāṅge sāyudhe savāhane sāvaraṇe śrīmaddakṣiṇakālike tava svāgatam“ – „Erhabene Dakṣiṇa-Kālī, mit deinen Gliedern, Waffen, deinem Reittier und deinen Umkreisgottheiten: Sei willkommen!“ Mit beiden nach unten gerichteten Händen und ausgestreckten Fingern vollziehe man den Willkommensgruß.

„Oṃ, mein Ziel ist erreicht, mir ist Gnade widerfahren, und mein Leben hat Frucht getragen. Du bist gekommen, Herrin des Gottes der Götter; nochmals dieses herzliche Willkommen!“ Mit dem Grundmantra vollziehe man den erneuten Willkommensgruß mit derselben, nun nach oben gerichteten Geste.

Mit der Lelihāna-Mudrā setze man die Lebenskräfte auf die zuvor angegebene Weise ein. Die Geste wird beschrieben: „Man halte Zeige-, Mittel- und Ringfinger gleichmäßig nach unten gerichtet. Am Ringfinger lege man die gebundene [Fingerstellung] an und strecke den kleinen Finger gerade aus. Diese Lelihāna-Mudrā wird für das Einsetzen des Jīva gelehrt.“

Textanmerkung: In der Zeile anāmāyāṃ kṣiped baddhām ist das anzulegende Fingerglied nicht eindeutig benannt. Eine vollständige Fingeranweisung lässt sich aus diesem Wortlaut allein nicht sicher gewinnen; sie wird hier nicht erfunden.

Lebenseinsetzung und Blumengaben

Die zuvor genannte Weise der Lebenseinsetzung lautet:

„āṃ hrīṃ kroṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ hoṃ oṃ kṣaṃ saṃ haṃsaḥ hrīṃ oṃ haṃsaḥ“ – „Die Lebenskräfte der erhabenen Dakṣiṇa-Kālikā seien hier als Lebenskräfte gegenwärtig.“

„āṃ hrī kroṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ hoṃ oṃ kṣaṃ saṃ haṃsaḥ hrīṃ oṃ saḥ“ – „Der Jīva der erhabenen Dakṣiṇa-Kālikā sei hier eingesetzt.“

„āṃ hrīṃ kroṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ hoṃ oṃ kṣaṃ saṃ haṃsaḥ hrīṃ oṃ haṃsaḥ“ – „Alle Sinnes- und Handlungsvermögen der erhabenen Dakṣiṇa-Kālikā seien hier eingesetzt.“

„āṃ hrīṃ kroṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ hoṃ saḥ oṃ kṣaṃ saṃ haṃsaḥ“ – „Rede, Geist, Haut, Auge, Ohr, Zunge, Nase und Lebenskräfte der erhabenen Dakṣiṇa-Kālikā sollen hierherkommen und lange wohlig verweilen. Svāhā.“

Anmerkung: Die Unterschiede zwischen den vier Bīja-Folgen stehen bereits in der Vorlage. Sie werden nicht zu einer einheitlichen Folge umgeschrieben.

Dann besprenge man [die Gottheit] dreimal mit Arghya-Wasser unter Rezitation des Grundmantra. Bei einem Śālagrāma, einem Edelstein und einem Yantra gibt es keine Anrufung und Entlassung; auch eine Prāṇapratiṣṭhā soll man nicht ausführen.

Textanmerkung: Die letztgenannte Aussage steht in Spannung zur soeben ausführlich vorgeschriebenen Lebenseinsetzung im Yantra. Ob unterschiedliche Situationen oder Überlieferungen vorausgesetzt sind, wird hier nicht erklärt. Die Aussage bleibt daher unverändert als Textaussage stehen.

Man forme die Yoni- und Mahāyoni-Mudrā und zeige die Gesten von Schwert, Kopf, Furchtlosigkeit und Gnadengewährung. Die Mahāyoni-Mudrā wird beschrieben:

„Man verbinde der Reihe nach die Zeige- und Ringfinger, die Mittelfinger und die kleinen Finger beider Hände; bei der Öffnung zwischen den Wurzeln der kleinen Finger lege man die Daumenspitze hinein. Dies heißt Mahāyoni. Nach unten gerichtet zeige man diese Geste unter Voranstellung des Bīja.“ Das Bīja ist aiṃ.

Bei der Yoni-Mudrā dagegen soll man die Daumenspitze nicht hineinlegen. Die Gesten des Schwertes und der übrigen Attribute seien von selbst deutlich.

Textanmerkung: Der Quelltext erläutert die genaue Fingerverflechtung der Mahāyoni nur knapp. „Von selbst deutlich“ ist seine eigene Aussage über die Attributgesten und keine ergänzte Handlungsbeschreibung.

Dann bringe man Blumen in zusammengelegten Händen dar: die erste Gabe an den Füßen, die zweite an den Knien, die dritte am Nabel, die vierte am Herzen und die fünfte am Kopf.

Darbringung von Wasser, Ölung, Bad, Gewändern und Schmuck

Dann bringe man Fußwasser und die folgenden Gaben dar. Das Verfahren lautet:

„Schon aus der Berührung mit einem kleinen Teil der Hingabe [an dich] entsteht höchste Wonne. Diesem deinem reinen Lotusfuß bereite ich das Fußwasser.“ Mit dem Grundmantra spreche man: „idaṃ pādyaṃ dakṣiṇakālikāyai nivedayāmi namaḥ“ – „Dieses Fußwasser bringe ich der Dakṣiṇa-Kālikā dar; Verehrung.“

Das Wasser enthalte die zuvor genannten Blumen, Duftstoffe, Uśīra, Rocanā, Śyāmāka, Viṣṇukrāntā, Lotus und Dūrvā. Mit verbundenem Ringfinger und Daumen bringe man es an den Füßen dar.

„Oṃ, dem Wissen selbst der Veden, dem göttlichen Wesen der Götter, dem Grund der Reinheit selbst der Reinen bereite ich das Mundspülwasser, o Herrin.“ Mit dem Grundmantra spreche man „idam ācamanīyaṃ dakṣiṇakālikāyai nivedayāmi“ – „Dieses Mundspülwasser bringe ich der Dakṣiṇa-Kālikā dar.“

Mit der Ācamana-Mudrā, bei der die vier Finger außer dem kleinen Finger erhoben und verbunden sind, bringe man am Mund Wasser dar, das mit Sandel, Blumen und Pulver von Jāti, Kampfer, Kaṅkola, Gewürznelken, Tamālaka und entsprechenden Stoffen versetzt ist.

„Oṃ, dir, die du frei von jeder Befleckung bist und deren Wesen vollkommenes Glück ist, bereite ich diesen Madhuparka, o Göttin. Sei mir gnädig.“ Während man den Grundmantra rezitiert, bringe man die Mischung aus Honig, geklärter Butter, Zucker, Dickmilch und Milch am Mund dar. Die Geste besteht darin, dass der Daumen den verbundenen, nach unten gerichteten Ringfinger berührt.

„Oṃ, durch bloßes Gedenken an dich erlangt selbst jemand, der mit Speiseresten behaftet oder unrein ist, Reinheit. Dir bringe ich dieses erneute Mundspülwasser dar.“ Mit dem Grundmantra biete man wie zuvor das Mundspülwasser am Mund dar.

„Oṃ, ich bereite dir das göttliche Arghya, das die drei Leiden beseitigt, dessen Kennzeichen höchste Wonne ist und das von den drei Leiden frei ist.“ Mit dem Grundmantra spreche man „idam arghyaṃ dakṣiṇakālikāyai nivedayāmi; eṣo 'rghaḥ śrīmaddakṣiṇakālikāyai svāhā“ – „Dieses Arghya bringe ich der Dakṣiṇa-Kālikā dar; dies ist das Arghya für die erhabene Dakṣiṇa-Kālikā, svāhā.“

Mit sämtlichen verbundenen Fingern bringe man am Kopf das Wasser dar, das mit Kuśa-Spitzen, ungebrochenen Reiskörnern, Sesam, Reis, Gerste, geklärter Butter, weißen Senfkörnern und Blumen gemischt ist.

Dann bringe man Einreibemittel aus Gelbwurz und anderen entsprechenden Stoffen sowie Öl dar. „Oṃ, nimm die Ölung in Liebe an, Mutter der Welt, Großherzige! Du in allen Welten reine Seele, ich gebe dir die vorzügliche Ölung.“ Mit dem Grundmantra spreche man „idaṃ haridrādidravyaṃ tailaṃ ca dakṣiṇakālikāyai nivedayāmi namaḥ“ – „Diese Stoffe, beginnend mit Gelbwurz, und dieses Öl bringe ich der Dakṣiṇa-Kālikā dar; Verehrung.“ Dann reibe man [die Gestalt] damit ein.

Anmerkung: Sneha bedeutet sowohl Öl beziehungsweise Fett als auch Zuneigung; das Wortspiel wird durch „Ölung in Liebe“ angedeutet. Die überlieferte Form haridrādidravyam ist zu verstehen als „Stoffe wie Gelbwurz“.

„Oṃ, dir, deren eigene Gestalt in den Ozean der Erkenntnis höchster Wonne eingetaucht ist, bereite ich dieses Bad für sämtliche großen und kleinen Glieder, o Herrin.“ Mit dem Grundmantra spreche man „idaṃ snānīyaṃ dakṣiṇakālikāyai nivedayāmi; idaṃ snānīyaṃ dakṣiṇakālikāyai namaḥ“ – „Dieses Badewasser bringe ich der Dakṣiṇa-Kālikā dar; dieses Badewasser der Dakṣiṇa-Kālikā, Verehrung.“

Mit einer Mudrā, die aus der rechten Faust unter Ausschluss des kleinen Fingers besteht, bringe man das Badewasser dar. Man bade [die Gestalt], während man den Grundmantra hundertmal, tausendmal oder nach eigenem Vermögen rezitiert.

„Oṃ, dir, deren verborgenes, großes eigenes Leuchten vom bunten Tuch der Māyā verhüllt ist, bereite ich zur Verhüllung ein Gewand der Erkenntnis.“ Mit dem Grundmantra spreche man „idaṃ vāso dakṣiṇakālikāyai“ – „Dieses Gewand der Dakṣiṇa-Kālikā“ – und die zugehörigen Darbringungsworte. Man gebe ein rotes Gewand mit nach oben gerichteter rechter Hand, deren Daumen den Mittelfinger berührt.

Textanmerkung: nivāraṇāya kann auch „zur Beseitigung/Abwehr“ bedeuten; die Gegenüberstellung von Māyā-Gewand und Erkenntnis-Gewand lässt den genauen Bezug offen.

„Oṃ, auf dich gestützt ist Mahādeva stets der Auflöser der Welt. Dir, dieser höchsten Herrin, bereite ich das Obergewand.“ Mit „idam uttarīyaṃ dakṣiṇakālikāyai“ – „Dieses Obergewand der Dakṣiṇa-Kālikā“ – und den weiteren entsprechenden Worten bringe man mit der zuvor genannten Mudrā das Obergewand dar.

Danach besprenge man die Göttin mit Duftwasser unter Rezitation des Grundmantra in einer der angegebenen Wiederholungszahlen: aṣṭottarasahasraśatadaśa. Textanmerkung: Die zusammengeschriebene Zahlenfolge ist nicht eindeutig gegliedert; sie lässt insbesondere offen, auf welche folgenden Zahlen sich aṣṭottara, „um acht vermehrt“, erstreckt. Eine eindeutige Zahlenliste wird hier nicht erfunden.

„Oṃ, dir, deren Glieder von Natur aus schön sind, die von vielfältigen Kräften umgeben ist, der Segensreichen und von den Unsterblichen Verehrten, bereite ich mannigfaltige Schmuckstücke.“ Man spreche „etāni bhūṣaṇāni dakṣiṇakālikāyai nivedayāmi namaḥ“ – „Diese Schmuckstücke bringe ich der Dakṣiṇa-Kālikā dar; Verehrung.“ Man gebe die Schmuckstücke mit der Mudrā, bei der der Daumen der rechten Hand den Ringfinger berührt.

Während man jeden einzelnen Mātṛkā-Laut, vom Grundmantra umschlossen, rezitiert, setze man ihn an den Körpergliedern der Gottheit ein.

Duft, Reiskörner, Blumen, Räucherwerk und Licht

„Oṃ, höchste Herrin, durch höchste Wonne und Glückseligkeit erfüllst du die Himmelsrichtungen. Nimm in deiner Gnade den vorzüglichen Duft an.“ Mit dem Grundmantra spreche man „idaṃ candanaṃ śrīdakṣiṇakālikāyai namaḥ“ – „Diese Sandelpaste der erhabenen Dakṣiṇa-Kālikā, Verehrung.“ Mit verbundenem kleinem Finger und Daumen bringe man am Körper der Göttin mit Kampfer vermischten Śrīkhaṇḍa-Sandel und reichlich Sandel dar.

„Oṃ, Göttin, nimm die weißen, ungebrochenen Reiskörner an, die zu Gold und Silber gemacht sind. Sei gnädig, Herrin der Welt, höchste Herrin.“ Mit dem Grundmantra spreche man „sāṅgāyai sāyudhāyai sabalavāhanāyai saparivārāyai śrīdakṣiṇakālikāyai nivedayāmi namaḥ“ – „Der erhabenen Dakṣiṇa-Kālikā mit ihren Gliedern, Waffen, Streitkräften, Reittieren und ihrem Gefolge bringe ich [sie] dar; Verehrung.“ Mit allen Fingern gebe man die Gabe.

Textanmerkung: Die ungewöhnliche Formulierung „zu Gold und Silber gemacht“ folgt svarṇaraupyamayīkṛtān; ob eine stoffliche Gestaltung oder rituelle Vergegenwärtigung gemeint ist, erläutert die Stelle nicht.

Dann: „Oṃ, diese vorzügliche Blume, aus dem Wald des Vierten hervorgegangen, durch vielfältige Eigenschaften bezaubernd und von kräftigem Wohlgeruch, werde angenommen.“ Mit „etāni puṣpāṇi dakṣiṇakālikāyai vauṣaṭ“ – „Diese Blumen der Dakṣiṇa-Kālikā, vauṣaṭ“ – und dem Grundmantra bringe man sie mit verbundenem Zeigefinger und Daumen dar.

Man gebe Blumen, wie sie gewachsen sind: nicht abgestanden, unversehrt, frisch und schön. Bei der Darbringung in zusammengelegten Händen ist eine nach unten gerichtete Lage kein Fehler.

Man bringe eine der folgenden Blumen beziehungsweise Pflanzengaben dar: weiße und rote Japā-Blüten, Karavīra, Tagara, Jāti, Sevantī, Yūyikā, Dhattūra, Aśoka, Bakula, weiße und schwarze Aparājitā, Baka-Blüten, Bilva-Blätter, Campaka, Nāgakeśara, Mallikā, Jhiṇikā, Kāñcī, Barbarāka, rote Lotusblüten, Āmalaka, Kokanada, Bandhūka, Ketakī und andere entsprechende Gaben. Arka und Mandāra werden besonders gerühmt. Tulasī und Mālatī meide man. Mit Dūrvā soll man nicht verehren.

Textanmerkungen: Turīyavana heißt wörtlich „Wald des Vierten“; welche Vorstellung damit verbunden ist, wird hier nicht erläutert. Einige Pflanzennamen sind in der elektronischen Vorlage unsicher gegliedert, insbesondere yūyikā und jhiṇikākāñcībarbarāka. Sie werden nicht durch vermeintlich sichere botanische Namen ersetzt. Die vorhergehende Zulassung von Dūrvā im Fußwasser und sein Ausschluss als Verehrungsgabe betreffen im Wortlaut verschiedene Anwendungen.

Das Räuchergefäß besprenge man mit phaṭ und verehre es mit namaḥ. Mit zwölf Wiederholungen des Wind-Bīja trockne man es aus. Man lege den rechten Handrücken auf die linke Handfläche; mit sechzehn Wiederholungen des Bīja ram verbrenne man [seine Unreinheiten]. Man lege die rechte Handfläche auf den linken Handrücken; mit sechzehn Wiederholungen von vam und der Dhenu-Mudrā verwandle man [es] in Nektar. Man weihe es achtmal mit dem Grundmantra.

Mit „jayadhvani mantramātaḥ svāhā“ – „Siegesklang, Mutter des Mantra, svāhā“ – verehre man die Glocke. Man berühre [sie beziehungsweise das Räuchergefäß; der Bezug ist nicht ganz eindeutig] mit dem linken Zeigefinger und rezitiere den Grundmantra.

„Oṃ, dieses Räucherwerk, mit dem Saft der Bäume versehen, reich an Duft und sehr lieblich, von allen Göttern zu riechen, werde angenommen.“ Man spreche „eṣa dhūpaḥ śrīdakṣiṇakālikāyai namaḥ“ – „Dieses Räucherwerk der erhabenen Dakṣiṇa-Kālikā, Verehrung“ – und sprenge Wasser aus dem Muschelhorn auf den Boden. Dann läute man mit der linken Hand die Glocke, zeige mit verbundenem rechtem Zeigefinger und Daumen die Räucher-Mudrā, preise die Eigenschaften der Gottheit und räuchere von der Nabelgegend aus . Man bringe dreimal Blumen in zusammengelegten Händen dar.

So erfolgt die Darbringung des Lichtes:

„Oṃ, dieses hell leuchtende große Licht, das überall die Finsternis vertreibt, dieses Licht mit äußerem und innerem Glanz werde angenommen.“ Mit dem Grundmantra zeige man die Licht-Mudrā durch Verbindung von Mittelfinger und Daumen und führe das Licht auf Höhe der Augen vor. Eine Lampe mit geklärter Butter ist rechts, eine Öllampe links aufzustellen.

Speisegabe und Betelgabe

Man richte in einem Gefäß aus Gold oder einem entsprechenden Material Milchreis und andere Speisen mit geklärter Butter und Zucker an und stelle es auf ein Viereck. Mit dem Mantra phaṭ und der Cakra-Mudrā schütze man die Gabe. Mit zwölf Wiederholungen des Wind-Bīja yam trockne man [ihre Mängel] aus. Man lege den rechten Handrücken auf die linke Handfläche und verbrenne [die Mängel] mit zwölf Wiederholungen des Feuer-Bīja ram. Mit den Spitzen der rechten Hand berühre man [die Gabe] und verwandle sie mit dem Nektar-Bīja vam und der Dhenu-Mudrā in Nektar.

Mit dem Grundmantra berühre man sie mit beiden Händen und weihe sie achtmal. Man zeige die Dhenu-Mudrā und verehre mit Duftstoff und Blumen. „Mit der Tattva genannten Mudrā bringe man der Göttin die Speisegabe dar.“

„Oṃ, in einem geeigneten Gefäß zubereitet, mit Opferbutter und vielerlei unterschiedlichen Speisen versehen, bringe ich dir [dies] dar, Herrin der Götter. Nimm es in deiner Gnade an.“ Während man dies rezitiert, zeige man die Grāsa-Mudrā, die Geste des Speisebissens, und vollziehe die Darbringung mit Wasser aus dem Muschelhorn.

Dann: „Oṃ, Herrin des Gottes aller Götter, die du von ungeteilter Wonne erfüllt bist, nimm das vorzügliche Wasser an, das in höchstem Maße alle Erfüllung bewirkt.“ Man gebe Trinkwasser und Mundspülwasser und reiche vorschriftsgemäß eine hohle Hand voll [Wasser]. Man zeige die fünf Gesten namens Prāṇa, Apāna, Samāna, Udāna und Vyāna:

  • Mit kleinem Finger und Ringfinger: die Prāṇa-Mudrā.
  • Mit Mittelfinger und Zeigefinger: die Apāna-Mudrā.
  • Mit Ringfinger und Mittelfinger: die Samāna-Mudrā.
  • Mit Ringfinger und Zeigefinger: die Udāna-Mudrā.
  • Mit sämtlichen Fingern: die Vyāna-Mudrā.

Textanmerkung: Die Vorlage nennt hier die jeweils beteiligten Finger, beschreibt aber nicht ausdrücklich eine zusätzliche Berührung mit dem Daumen. Eine solche Einzelheit wird in dieser Übersetzung nicht ergänzt.

Dann [bereite] der Praktizierende mit dem Grundmantra und der Tattva-Mudrā die Betelgabe: mit Kardamom, Gewürznelken, Kampfer, Muskat und entsprechenden Zutaten, mit Tamāla-Blättern, Kampfer und Betelnuss versehen. Dabei vergegenwärtige man [die Göttin] als freudig erfüllt. Man besprenge [die Gabe] mit phaṭ, verehre sie mit namaḥ und trockne [ihre Mängel] mit zwölf Wiederholungen des Wind-Bīja aus.

Man lege die linke Handfläche auf den rechten Handrücken und verbrenne [die Mängel] mit zwölf Wiederholungen von ram. Man lege die rechte Handfläche auf den linken Handrücken und verwandle [die Gabe] mit dem Nektar-Bīja vam und der Dhenu-Mudrā in Nektar. Man weihe sie achtmal mit dem Grundmantra.

„Oṃ, diese Betelgabe, versehen mit Kardamom, Gewürznelken, Kampfer und Betelblättern und mit einem Anteil Betelnuss zubereitet, werde angenommen, o Göttin. Verehrung …“

Textanmerkung: Die erste Zutatenbeschreibung nennt tamāladala, die abschließende Formel nāgavallīdala. Die beiden Blattbezeichnungen werden nicht stillschweigend vereinheitlicht. Die Verbindungen pūgeritam und pūgabhāgeritam sind sprachlich auffällig; „versehen/zubereitet“ gibt ihren erkennbaren Zusammenhang vorläufig wieder.

Erlaubnis zur Umkreisverehrung und sechs Gliederkräfte

Während man den Grundmantra rezitiert, spreche man „idaṃ tāmbūlaṃ śrīdakṣiṇakālikāyai nivedayāmi namaḥ“ – „Diese Betelgabe bringe ich der erhabenen Dakṣiṇa-Kālikā dar; Verehrung.“ Mit der Tattva-Mudrā biete man sie am Mund dar.

Dann nehme man Blumen in die zusammengelegten Hände und spreche: „Oṃ, höchste Herrin, die du ganz Bewusstsein und höchster Nektar bist, die du die gekochte Opfergabe liebst: Dakṣiṇā, gewähre mir die Erlaubnis zur Verehrung deines Gefolges.“

Zuerst erfolgt die Verehrung der sechs Glieder. Im Südosten, Nordosten, Südwesten und Nordwesten, in der Mitte und in den Richtungen verehre man die sechs Gliederkräfte. Ihre Meditation lautet: „Sie sind schneeweiß, kristallfarben, dunkel, blau, schwarz und rot; sie zeigen die Gesten der Gnadengewährung und der Furchtlosigkeit, weibliche Gestalten von vorzüglicher Erscheinung.“

Nachdem man so meditiert hat, verehre man:

  • „hṛdayadevate ihāgaccha iha tiṣṭha krāṃ hṛdayāya namaḥ śrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Gottheit des Herzens, komm hierher, bleibe hier! Krāṃ, Verehrung dem Herzen. Ich verehre die heiligen Sandalen.“
  • „śirodevate ihāgaccha iha tiṣṭha krīṃ śirase svāhā śrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Gottheit des Kopfes, komm hierher, bleibe hier! Krīṃ, dem Kopf svāhā. Ich verehre die heiligen Sandalen.“
  • „śikhādevate ihāgaccha iha tiṣṭha krūṃ śikhāyai vaṣaṭ śrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Gottheit der Scheitellocke, komm hierher, bleibe hier! Krūṃ, der Scheitellocke vaṣaṭ. Ich verehre die heiligen Sandalen.“
  • „kavacadevate ihāgaccha iha tiṣṭha kraiṃ kavacāya hum śrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Gottheit des Schutzpanzers, komm hierher, bleibe hier! Kraiṃ, dem Schutzpanzer hum. Ich verehre die heiligen Sandalen.“
  • „netratrayadevate ihāgaccha iha tiṣṭha krauṃ netratrayāya vauṣaṭ śrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Gottheit der drei Augen, komm hierher, bleibe hier! Krauṃ, den drei Augen vauṣaṭ. Ich verehre die heiligen Sandalen.“
  • „astradevate ihāgaccha iha tiṣṭha kraḥ astrāya phaṭ śrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Gottheit der Waffe, komm hierher, bleibe hier! Kraḥ, der Waffe phaṭ. Ich verehre die heiligen Sandalen.“

Danach …

Anmerkung: Śrīpādukā, wörtlich „heilige Sandalen“, bezeichnet hier den verehrten Fußsitz der jeweiligen Gottheit. Die räumliche Zuordnung der sechs Kräfte bleibt ebenso knapp wie in der Vorlage; die einzelnen Zwischen- und Hauptrichtungen werden nicht redaktionell ergänzt.

Die drei Guru-Ströme

… verehre man die Reihe der Gurus vom Nordwesten bis zum Nordosten. Die Reihenfolge der Gurus lautet:

„Mahādevī, Mahādeva, Tripura und Bhairava werden die Gurus des göttlichen Stromes genannt. Ich nenne dir nun diejenigen des Stromes der Vollendeten:

Brahmānanda, Pūrṇadeva, Calaccitta und Calācala, Kumāra, Krodhana, Varada, Smaradīpana, Māyā und Māyāvatī. Höre nun, o Geliebte, die Gurus des menschlichen Stromes:

Vimala, Kuśala, Śrīmatsena, Sudhākara, Prahlāda, Sanaka, Vasiṣṭha, Bodha, Mīna, Gorakṣaka, Bhojadeva, Prajāpati, Mūladeva, Rantideva, Vighneśvara, Hutāśana, Samayānanda und Santoṣa: Dies sind die Gurus der Kālikā.

Die Gurus, die alle Vollendungen verleihen, tragen am Ende [ihres Namens] das Wort Ānandanātha. Sind auch Frauen in der Rolle des Guru, so werden ihre Namen mit Ambā am Ende genannt.“

Verehrungsformeln für sämtliche Gurus

Nun die Verehrung:

  • „Mahādevyambā, komm hierher, bleibe hier! Ich verehre die heiligen Sandalen der Mahādevyambā.“
  • „Mahādevānandanātha, komm hierher, bleibe hier! Ich verehre die heiligen Sandalen des Mahādevānandanātha.“
  • „Tripurānandanātha, komm hierher, bleibe hier! Ich verehre die heiligen Sandalen des Tripurānandanātha.“
  • „Bhairavānandanātha, komm hierher, bleibe hier! Ich verehre die heiligen Sandalen des Bhairavānandanātha.“

Nun die Gurus des Stromes der Vollendeten: „Kommt hierher, bleibt hier!“

  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Brahmānandānandanātha.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Pūrṇadevānandanātha.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Calaccittānandanātha.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Calācalānandanātha.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Kumārānandanātha.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Krodhānandanātha.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Varadānandanātha.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Smaradīpanānandanātha.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen der Māyāmbā.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen der Māyāvatyambā.“

Nun die Gurus des menschlichen Stromes: „Kommt hierher, bleibt hier!“

  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Vimalānandanātha.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Kuśalānandanātha.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Śrīmatsenānandanātha.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Sudhākarānandanātha.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Prahlādānandanātha.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Sanakānandanātha.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Vasiṣṭhānandanātha.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Bodhānandanātha.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Mīnānandanātha.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Gorakṣakānandanātha.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Bhojadevānandanātha.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Prajāpatyānandanātha.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Mūladevānandanātha.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Rantidevānandanātha.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Vighneśvarānandanātha.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Hutāśanānandanātha.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Samayānandanātha.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen des Santoṣānandanātha.“

Textanmerkungen: Die Namensliste nennt Krodhana, die Darbringungsformel dagegen Krodhānandanātha; diese Abweichung bleibt erhalten. Bei Samayānanda steht in der Formel Samayānandanātha, ohne eine zusätzliche Wiederholung von ānanda. Das Schreibversehen pūajayāmi wird als pūjayāmi, „ich verehre“, verstanden.

Eigener Guru und Strahlengöttinnen

Dann meditiere man vor sich über den eigenen Guru und verehre ihn mit fünf Gaben. Mit dem Grundmantra und den Worten „oṃ abhīṣṭasiddhiṃ me dehi śaraṇāgatapālike; bhaktyā samarpaye tubhyam idam āvaraṇārcanam“ – „Oṃ, gewähre mir die Erfüllung des Ersehnten, Beschützerin derer, die bei dir Zuflucht suchen! Mit Hingabe bringe ich dir diese Verehrung des Umkreises dar“ – übergebe man die Umkreisverehrung mit Muschelhornwasser, das Blumen und Sandel enthält, in die linke Hand der Göttin.

Dann verehre man die Gottheiten der Strahlenschar. Ihre Meditation lautet: „Alle sind dunkel, tragen ein Schwert und sind mit Kopfgirlanden geschmückt. Mit der linken Hand halten sie den Zeigefinger [in drohender Geste] und lächeln.“

Fünf Dreiecke und Mahakala

An der vorderen Ecke des äußeren Dreiecks verehre man Kālī dreimal mit Fußwasser und den weiteren Gaben: „oṃ kālīśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ – „Oṃ, ich verehre die heiligen Sandalen Kālīs; Verehrung.“ Entsprechend an der linken Seite der Göttin: „oṃ kapālinīśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ – „Oṃ, ich verehre die heiligen Sandalen der Kapālinī; Verehrung.“ Rechts: „oṃ kullāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Oṃ, ich verehre die heiligen Sandalen der Kullā“, und die weiteren entsprechenden Worte.

Im nächstinneren Dreieck:

  • Vorn: „oṃ kurukullāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Oṃ, ich verehre die heiligen Sandalen der Kurukullā.“
  • Links: „oṃ virodhinīśrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Oṃ, ich verehre die heiligen Sandalen der Virodhinī.“
  • Rechts: „oṃ vipracittāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Oṃ, ich verehre die heiligen Sandalen der Vipracittā.“

Im nächstinneren Dreieck:

  • Vorn: „oṃ ugrāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Oṃ, ich verehre die heiligen Sandalen der Ugrā.“
  • Links: „oṃ ugraprabhāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Oṃ, ich verehre die heiligen Sandalen der Ugraprabhā.“
  • Rechts: „oṃ dīptāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Oṃ, ich verehre die heiligen Sandalen der Dīptā.“

Im nächstinneren Dreieck:

  • Vorn: „oṃ nīlāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Oṃ, ich verehre die heiligen Sandalen der Nīlā.“
  • Links: „ghanāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Ich verehre die heiligen Sandalen der Ghanā.“
  • Rechts: „oṃ balākāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Oṃ, ich verehre die heiligen Sandalen der Balākā.“

Im nächstinneren Dreieck:

  • Vorn: „oṃ mātrāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Oṃ, ich verehre die heiligen Sandalen der Mātrā.“
  • Links: „oṃ mudrāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Oṃ, ich verehre die heiligen Sandalen der Mudrā.“
  • Rechts: „oṃ mitrāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Oṃ, ich verehre die heiligen Sandalen der Mitrā.“

Bei diesen Formeln sind jeweils die weiteren entsprechenden Worte mitgemeint. Mit den zuvor genannten Darbringungsformeln verehre man sie mit Fußwasser und den weiteren Gaben.

Rechts von der Göttin verehre man Mahākāla mit „hsauṃ mahākālāya hūṃ phaṭ“ – „Hsauṃ, dem Mahākāla hūṃ phaṭ.“ Im Kulārṇava lautet der Mahākāla-Mantra dagegen: „oṃ hrīṃ kṣmīṃ hūṃ mahākālāya hauṃ mahādevāya krīṃ kālikāyai hau“ – „Oṃ hrīṃ kṣmīṃ hūṃ, dem Mahākāla; hauṃ, dem Mahādeva; krīṃ, der Kālikā; hau.“

Seine Meditation lautet: „Ich verneige mich vor dem Gott, der einem Berg schwarzer Augenschminke gleicht, mit gelbbraunem Haar und zwei Armen. Die Himmelsrichtungen sind sein Gewand; Schlangen dienen ihm als Schmuck.“

Nachdem man so meditiert hat, verehre man Mahākāla mit einem der beiden genannten Mantras. Dann spreche man: „Oṃ, gewähre mir die Erfüllung des Ersehnten, Beschützerin derer, die bei dir Zuflucht suchen! Mit Hingabe bringe ich dir diese Verehrung des Umkreises dar.“ Mit Muschelhornwasser und den entsprechenden Gaben übergebe man die Umkreisverehrung in die linke Hand der Göttin.

Textanmerkungen: Die Folge beschreibt fünf ineinanderliegende Dreiecke; sie wird nicht an die anders lautenden Yantra-Beschreibungen der vorigen Abschnitte angepasst. Bei Ghanā fehlt oṃ. Der im Kulārṇava verortete Mantra endet in dieser Vorlage mit hau, ohne sichtbares Nasalzeichen; dies bleibt erhalten.

Die acht Kräfte und ihre Meditationen

Dann verehre man auf dem achtblättrigen Lotus die acht Kräfte, beginnend im Osten:

  • Osten: „oṃ āṃ brahmāṇīśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ – „Oṃ āṃ, ich verehre die heiligen Sandalen der Brahmāṇī; Verehrung.“ Mit dieser und den weiteren entsprechenden Formeln verehre man sie dreimal mit Fußwasser und den übrigen Gaben.
  • Südosten: „oṃ īṃ śrīnārāyaṇīśrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Oṃ īṃ, ich verehre die heiligen Sandalen der erhabenen Nārāyaṇī.“
  • Süden: „oṃ ūṃ māheśvarīśrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Oṃ ūṃ, ich verehre die heiligen Sandalen der Māheśvarī.“
  • Südwesten: „oṃ ṛṃ śrīcāmuṇḍāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Oṃ ṛṃ, ich verehre die heiligen Sandalen der erhabenen Cāmuṇḍā.“
  • Westen: „oṃ ḹṃ kaumārīśrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Oṃ ḹṃ, ich verehre die heiligen Sandalen der Kaumārī.“
  • Nordwesten: „oṃ aiṃ aparājitāśrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Oṃ aiṃ, ich verehre die heiligen Sandalen der Aparājitā.“
  • Norden: „oṃ auṃ vārāhīśrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Oṃ auṃ, ich verehre die heiligen Sandalen der Vārāhī.“
  • Nordosten: „oṃ aḥ nārasiṃhīśrīpādukāṃ pūjayāmi“ – „Oṃ aḥ, ich verehre die heiligen Sandalen der Nārasiṃhī.“

Die Meditation über diese Göttinnen ist bereits vor der Verehrung auszuführen. Sie lautet:

1. „Brāhmī hat goldenen Glanz und strahlt im schwarzen Antilopenfell. Sie trägt Stab, Wasserkrug, Gebetskette und [laut Text] große Furcht.“

Textanmerkung: mahābhayam bedeutet wörtlich „große Furcht“ und ist in dieser Attributliste auffällig. Eine möglicherweise gemeinte Furchtlosigkeitsgeste wird nicht stillschweigend eingesetzt; auch paścāt, „danach/hinten“, ist syntaktisch nicht ganz eindeutig.

2. „Über die segensreiche Māheśvarī meditiere man schneehell; sie trägt Dreizack, Axt, eine kleine Trommel und einen menschlichen Schädel.

3. Kumārī, die Wünsche erfüllt, gleicht einer Bandhūka-Blüte. In ihren Händen trägt sie Stachel, Stab, Khaṭvāṅga und Schlinge.

4. Über Vaiṣṇavī meditiere man, dunkel wie der Tamāla-Baum und von Anmut strahlend; ihre Hände tragen Diskus, Glocke, Schädelschale und Muschelhorn.

5. Über Vārāhī meditiere man in der Farbe einer dunklen Regenwolke; in ihren vier Händen trägt sie Mörserstößel, Schwert, Schild und Pflug.

6. Über Indrāṇī meditiere man saphirgleich, sämtliches Gedeihen verleihend; ihre Hände tragen Stachel, Wurfspeer, Blitz und Donnerkeil.

7. Über Cāmuṇḍā meditiere man mit rotem Leib und einer Kopfgirlande geschmückt; in ihren Händen trägt sie Dreizack, Schwert, Menschenkopf und Schädelschale.

8. Mohalakṣmī wird beschrieben als goldglänzend; ihre Hände tragen Gebetskette, Zitronatzitrone und Schädelschale.“

Dann spreche man mit dem Grundmantra: „Gewähre mir die Erfüllung des Ersehnten, Beschützerin derer, die bei dir Zuflucht suchen! Mit Hingabe bringe ich dir diese Verehrung des Umkreises dar.“ Mit Muschelhornwasser, das Blumen und Sandel enthält, übergebe man sie in die linke Hand der Göttin.

Textanmerkungen: Die Namen der acht angerufenen Kräfte stimmen nicht durchgehend mit denen der acht Meditationsverse überein: Die Verse nennen unter anderem Indrāṇī und Mohalakṣmī, die Anrufungen dagegen Aparājitā und Nārasiṃhī. Diese Abweichung bleibt sichtbar. Mohalakṣmī ist die Lesung der Vorlage und wird nicht unbemerkt zu Mahālakṣmī geändert.

Die acht Bhairavas

Dann verehre man vor dem Yantra die Bhairavas. Zuerst vollziehe man die Meditation:

„Ich verehre [Bhairava] mit furchterregendem Antlitz, drei Augen und Mondsichel als Schmuck. Er glänzt wie Bergkristall und ist mit Hunderten von Schmuckstücken wie Armreifen ausgestattet. Er ist acht Jahre alt und strahlt mit seinen Locken. Er trägt Stab und Dreizack und ist mit Bhairavī und den übrigen [Begleiterinnen] vereint.“

Nachdem man so meditiert hat, verehre man. Die Reihenfolge lautet:

  • aiṃ hrīṃ aṃ asitāṅgabhairavaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Aiṃ hrīṃ aṃ, ich verehre die heiligen Sandalen des Asitāṅga-Bhairava; Verehrung.“
  • aiṃ hrīm iṃ rurubhairavaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Aiṃ hrīm iṃ, ich verehre die heiligen Sandalen des Ruru-Bhairava; Verehrung.“
  • aiṃ hrīṃ uṃ caṇḍabhairavaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Aiṃ hrīṃ uṃ, ich verehre die heiligen Sandalen des Caṇḍa-Bhairava; Verehrung.“
  • aiṃ hrīṃ ṛṃ krodhabhairavaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Aiṃ hrīṃ ṛṃ, ich verehre die heiligen Sandalen des Krodha-Bhairava; Verehrung.“
  • aiṃ hrīṃ ḷṃ unmattabhairavaśrīpādukān pūjayāmi namaḥ – „Aiṃ hrīṃ ḷṃ, ich verehre die heiligen Sandalen des Unmatta-Bhairava; Verehrung.“
  • aiṃ hrīṃ eṃ kapālibhairavaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Aiṃ hrīṃ eṃ, ich verehre die heiligen Sandalen des Kapāli-Bhairava; Verehrung.“
  • aiṃ hrīṃ oṃ bhīṣaṇabhairavaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Aiṃ hrīṃ oṃ, ich verehre die heiligen Sandalen des Bhīṣaṇa-Bhairava; Verehrung.“
  • aiṃ hrīṃ aṃ saṃhārabhairavaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Aiṃ hrīṃ aṃ, ich verehre die heiligen Sandalen des Saṃhāra-Bhairava; Verehrung.“

So verehre man sie gegen den Uhrzeigersinn.

Textanmerkung: Bei Ruru steht hrīm, bei Unmatta pādukān. Diese auffälligen Endungen werden in den Formeln sichtbar belassen.

Die acht Bhairavis

Eben dort verehre man vom Osten ausgehend gegen den Uhrzeigersinn die acht Bhairavīs, jede mit den Lauten ihres jeweiligen Namens. Ihre Meditation lautet:

„Man vergegenwärtige sich die große Göttin, deren Glanz dem von zehn Millionen Monden gleicht. Sie ist weiß wie Schnee, Jasmin und Mond, hat fünf Gesichter und drei Augen. Sie besitzt achtzehn Arme, ist tätig, allen Wonne zu bereiten, lächelt, hat große Augen und ist dem Gott der Götter zugewandt.“

Nachdem man so meditiert hat, verehre man:

  • „Ich verehre die heiligen Sandalen der Śrībhairavī; Verehrung.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen der Mahābhairavī; Verehrung.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen der Siṃhabhairavī; Verehrung.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen der Dhūmrabhairavī; Verehrung.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen der Bhīmabhairavī; Verehrung.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen der Unmattabhairavī; Verehrung.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen der Vaśīkaraṇabhairavī; Verehrung.“
  • „Ich verehre die heiligen Sandalen der Mohanabhairavī; Verehrung.“

Dann spreche man: „Oṃ, gewähre mir die Erfüllung des Ersehnten, Beschützerin derer, die bei dir Zuflucht suchen! Mit Hingabe bringe ich dir diese Verehrung des Umkreises dar.“ Mit diesem Mantra übergebe man die Umkreisverehrung in die linke Hand der Göttin.

Textanmerkung: amīṣṭasiddhim in der Vorlage wird entsprechend der mehrfach vollständig erhaltenen Formel als abhīṣṭasiddhim verstanden.

Meditationen über die Hüter der Richtungen

Dann verehre man außerhalb des Yantra Indra und die übrigen [Hüter der Richtungen]. Ihre Meditationen lauten:

„Man meditiere über Indra: blau, auf Airāvata reitend, den Donnerkeil in der Hand, mit einer Krone geschmückt und tausendäugig.

Man meditiere über Vahni: rot, mit der Śakti-Waffe in der Hand, dreiäugig und auf einem Widder reitend.

Man meditiere über Yama: dunkel, auf einem Büffel reitend, Stab und Schlinge tragend.

Man meditiere über Nirṛti: dunkel, mit dem Schwert in der Hand, einen toten Menschen als Reittier habend.

Man meditiere über Varuṇa: von reiner [heller] Farbe, mit der Schlinge in der Hand und auf einem Makara reitend.

Man meditiere über Vāyu: blau, mit dem Stachel in der Hand, auf einer Antilope reitend.

Man meditiere über Kubera: dunkel, mit der Keule in der Hand, einen Menschen als Reittier habend.

Man meditiere über Īśāna: hell, dreiäugig, mit dem Dreizack in der Hand, auf einem Stier reitend.

Man meditiere über Brahmā: goldfarben, auf einem Schwan reitend, mit vier Gesichtern, drei Stäbe, Gebetskette und Wasserkrug tragend, mit einer Krone aus verfilztem Haar.

Man meditiere über Viṣṇu: dunkel, auf Garuḍa reitend, vierhändig, Muschelhorn, Diskus, Keule und Lotus tragend, mit mannigfaltigem Schmuck versehen.“

Textanmerkung: daṇḍatraya wird wörtlich als „drei Stäbe“ übersetzt. Ob damit ein dreifacher Stab gemeint ist, wird hier nicht ausgeführt.

Verehrung der Hüter der Richtungen

Nachdem man so meditiert hat, rufe man sie mit „indrādaya ihāgacchata iha tiṣṭhata“ – „Indra und ihr übrigen, kommt hierher, bleibt hier!“ – herbei. Vom Osten ausgehend verehre man sie gegen den Uhrzeigersinn:

  • laṃ indraśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Laṃ, ich verehre die heiligen Sandalen Indras; Verehrung.“
  • raṃ vahniśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Raṃ, ich verehre die heiligen Sandalen Vahnis; Verehrung.“
  • yaṃ yamaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Yaṃ, ich verehre die heiligen Sandalen Yamas; Verehrung.“
  • kṣaṃ nirṛtiśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Kṣaṃ, ich verehre die heiligen Sandalen Nirṛtis; Verehrung.“
  • vaṃ varuṇaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Vaṃ, ich verehre die heiligen Sandalen Varuṇas; Verehrung.“
  • yaṃ vāyuśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Yaṃ, ich verehre die heiligen Sandalen Vāyus; Verehrung.“
  • iṃ kuberaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Iṃ, ich verehre die heiligen Sandalen Kuberas; Verehrung.“
  • hoṃ īśānaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Hoṃ, ich verehre die heiligen Sandalen Īśānas; Verehrung.“
  • hrīṃ brahmaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Hrīṃ, ich verehre die heiligen Sandalen Brahmās; Verehrung.“
  • Dann: oṃ viṣṇuśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Oṃ, ich verehre die heiligen Sandalen Viṣṇus; Verehrung.“

„Gewähre mir die Erfüllung des Ersehnten, Beschützerin derer, die bei dir Zuflucht suchen! Mit Hingabe bringe ich dir diese Verehrung des Umkreises dar.“ Mit diesem Mantra übergebe man die Umkreisverehrung in die linke Hand der Göttin.

Textanmerkung: Die Bewegungsrichtung vāmāvarta, „gegen den Uhrzeigersinn“, steht ausdrücklich in der Vorlage. Sie wird nicht anhand einer üblichen Zuordnung der Himmelsrichtungen korrigiert.

Verehrung ihrer Waffen und Attribute

Dann verehre man gegen den Uhrzeigersinn an den jeweiligen Stellen die Waffen und Attribute:

  • vaṃ vajraśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Vaṃ, ich verehre die heiligen Sandalen des Donnerkeils; Verehrung.“
  • śaṃ śaktiśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Śaṃ, ich verehre die heiligen Sandalen der Śakti-Waffe; Verehrung.“
  • daṃ daṇḍaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Daṃ, ich verehre die heiligen Sandalen des Stabes; Verehrung.“
  • khaṃ khaḍgaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Khaṃ, ich verehre die heiligen Sandalen des Schwertes; Verehrung.“
  • paṃ pāśaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Paṃ, ich verehre die heiligen Sandalen der Schlinge; Verehrung.“
  • aṃ aṅkuśaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Aṃ, ich verehre die heiligen Sandalen des Stachels; Verehrung.“
  • ga gadāśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Ga, ich verehre die heiligen Sandalen der Keule; Verehrung.“
  • śaṃ śūlaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Śaṃ, ich verehre die heiligen Sandalen des Dreizacks; Verehrung.“
  • paṃ padmaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Paṃ, ich verehre die heiligen Sandalen des Lotus; Verehrung.“
  • caṃ cakraśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ – „Caṃ, ich verehre die heiligen Sandalen des Diskus; Verehrung.“

Dann: „Gewähre mir die Erfüllung des Ersehnten, Beschützerin derer, die bei dir Zuflucht suchen! Mit Hingabe bringe ich dir diese Verehrung des Umkreises dar.“ Mit diesem Mantra übergebe man die Umkreisverehrung in die linke Hand der Göttin.

Textanmerkung: Vor gadā steht im E-Text ga ohne Nasalzeichen. Pādukā wird auch bei den vergöttlichten Waffen und Attributen verwendet; die ungewöhnliche wörtliche Bezeichnung „Sandalen“ bleibt deshalb erhalten.

Die Attribute in den Händen Kalis

Dann [verehre man] in der oberen linken Hand der Göttin:

„khaṃ khaḍgaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ – „Khaṃ, ich verehre die heiligen Sandalen des Schwertes; Verehrung.“

Darunter: „muṃ muṇḍaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ – „Muṃ, ich verehre die heiligen Sandalen des abgeschlagenen Kopfes; Verehrung.“

Rechts oben: „aṃ abhayaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ – „Aṃ, ich verehre die heiligen Sandalen der Furchtlosigkeit; Verehrung.“

Darunter: „vaṃ varaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ – „Vaṃ, ich verehre die heiligen Sandalen der Gnadengewährung; Verehrung.“

„Oṃ, gewähre mir die Erfüllung des Ersehnten, Beschützerin derer, die bei dir Zuflucht suchen! Mit Hingabe bringe ich dir diese Verehrung des Umkreises dar.“ Mit diesem Mantra übergebe man die Umkreisverehrung in die linke Hand der Göttin. Man bringe dreimal Blumen in zusammengelegten Händen an den Füßen der Göttin dar.

Textanmerkung: Die hier ausdrücklich genannten Handpositionen unterscheiden sich von einzelnen früheren Meditationsbeschreibungen. Die Anordnung dieses Abschnitts wird unverändert wiedergegeben.

Sättigungsgabe, Japa und Übergabe des Japa

Danach vollziehe man den zuvor genannten Sechsglieder-Nyāsa:

  • krāṃ hṛdayāya namaḥ – „Krāṃ, Verehrung dem Herzen.“
  • krīṃ śirase svāhā – „Krīṃ, dem Kopf svāhā.“
  • krūṃ śikhāyai vaṣaṭ – „Krūṃ, der Scheitellocke vaṣaṭ.“
  • kraiṃ kavacāya hum – „Kraiṃ, dem Schutzpanzer hum.“
  • krauṃ netratrayāya vauṣaṭ – „Krauṃ, den drei Augen vauṣaṭ.“
  • kraḥ astrāya phaṭ – „Kraḥ, der Waffe phaṭ.“

Nach diesem Nyāsa verehre man die Göttin mit Duftstoff, Blumen und ungebrochenen Reiskörnern. Unter Rezitation des Grundmantra und der Formel „śrīmaddakṣiṇakālīṃ devīṃ tarpayāmi namaḥ“ – „Ich sättige die erhabene Göttin Dakṣiṇa-Kālī; Verehrung“ – bringe man zwölfmal mit Honig und Kampfer vermischtes Wasser als Sättigungsgabe dar.

Dann läute man die Glocke und beginne den Japa. Zuvor vollziehe man Prāṇāyāma und Sechsglieder-Nyāsa in der genannten Reihenfolge: Mit dem Bīja krīṃ sechzehn Wiederholungen während der Einatmung, vierundsechzig während der Atemhaltung und zweiunddreißig während der Ausatmung; so führe man den Atem dreimal. Danach der Nyāsa:

  • krāṃ hṛdayāya namaḥ – „Krāṃ, Verehrung dem Herzen.“
  • krī śirase svāhā – „Krī, dem Kopf svāhā.“
  • krūṃ śikhāyai vaṣaṭ – „Krūṃ, der Scheitellocke vaṣaṭ.“
  • kraiṃ kavacāya hum – „Kraiṃ, dem Schutzpanzer hum.“
  • krauṃ netratrayāya vauṣaṭ – „Krauṃ, den drei Augen vauṣaṭ.“
  • kraḥ astrāya phaṭ – „Kraḥ, der Waffe phaṭ.“

Dann: „Oṃ, Gebetskette, Gebetskette, große Gebetskette, deren Gestalt sämtliche Wirklichkeitsprinzipien sind! In dir sind die vier Lebensziele eingesetzt; deshalb gewähre mir Vollendung.“ Mit „oṃ hrīṃ mālāyai namaḥ“ – „Oṃ hrīṃ, Verehrung der Gebetskette“ – lege man die Kette in die rechte Hand und führe sie auf Herzhöhe.

Man berühre jede Perle mit dem mittleren Bereich [der Hand beziehungsweise dem Mittelfinger; der Wortlaut madhyabhāgena ist nicht genauer bestimmt] und überschreite die Meru-Perle nicht. Im eigenen Körper vergegenwärtige man Kāmakalā, auf dem Kopf meditiere man über den Guru, im Herzen über die Göttin. Auf der Zunge stelle man sich den Mantra als Leuchte vor; in der Fülle seines Glanzes stelle man sich auch die Zunge als Leuchte vor.

Man rezitiere geistig oder leise murmelnd, zählend an der Hand, mit der aus Lauten bestehenden Kette oder mit einer geweihten Kette aus Mahāśaṅkha, Rudrākṣa, Bergkristall oder einem anderen entsprechenden Material. Man rezitiere tausendachtmal oder hundertachtmal, weder hastig noch schleppend.

Dann lege man die Gebetskette auf den Kopf und spreche: „Oṃ, du, Gebetskette, giltst als allen Wesen und allen Welten lieb. Bewirke für mich Heil, o Gütige, und immer Ruhm und Kraft.“ Man verehre sie mit „hrīṃ siddhyai namaḥ“ – „Hrīṃ, Verehrung der Vollendung“.

Erneut vollziehe man Prāṇāyāma, Nyāsa und die übrigen entsprechenden Handlungen: Mit krīṃ sechzehn Wiederholungen bei der Einatmung, vierundsechzig bei der Atemhaltung, zweiunddreißig bei der Ausatmung; dreimal führe man so den Atem. Dann der Nyāsa:

  • krāṃ hṛdayāya namaḥ – „Krāṃ, Verehrung dem Herzen.“
  • krīṃ śirase svāhā – „Krīṃ, dem Kopf svāhā.“
  • krūṃ śikhāyai vaṣaṭ – „Krūṃ, der Scheitellocke vaṣaṭ.“
  • kraiṃ kavacāya hūṃ – „Kraiṃ, dem Schutzpanzer hūṃ.“
  • krauṃ netratrayāya vauṣaṭ – „Krauṃ, den drei Augen vauṣaṭ.“
  • kraḥ astrāya phaṭ – „Kraḥ, der Waffe phaṭ.“

Nachdem man Nyāsa und die entsprechenden Handlungen ausgeführt hat, verehre man die Gottheit mit Blumen, ungebrochenen Reiskörnern und den übrigen Gaben. Mit Muschelhornwasser, das Blumen, Sandel und ungebrochene Reiskörner enthält, spreche man:

„oṃ guhyātiguhyagoptrī tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam; siddhir bhavatu me devi tvatprasādān maheśvari“ – „Oṃ, du Hüterin des Geheimsten unter den Geheimnissen, nimm den von uns vollzogenen Japa an. Möge mir durch deine Gnade Vollendung zuteilwerden, Göttin, große Herrin.“

Man stelle sich das Wasser als aus Licht bestehend vor und übergebe damit den Japa in die linke Hand der Göttin.

Textanmerkungen: In der zweiten Nyāsa-Folge fehlt beim Kopf-Bīja das Nasalzeichen; die Vorlage schreibt krī. Die Zeichenfolge krū/ wird im deutschen Formelsatz als krūṃ wiedergegeben. Die genaue materielle Bedeutung von mahāśaṅkha als Kettenmaterial wird hier nicht erläutert und deshalb nicht ergänzt.

Bewahrung der Gebetskette und weitere Rezitation

Dann nehme man die Gebetskette vom Kopf und spreche: „Oṃ, du, Gebetskette, giltst als diejenige, die sämtlichen Göttern alle Vollendungen verleiht. Kraft dieser Wahrheit gewähre mir Vollendung, Mutter; dir sei Verehrung!“ Mit dieser Formel verehre man sie und bewahre sie sorgsam verborgen auf.

Dann bringe man der Göttin achtmal Blumen in zusammengelegten Händen dar und rezitiere Hymnen, Schutztexte und die entsprechenden weiteren Texte. Sollte [die Kette] aus der Hand fallen, rezitiere man zur Besänftigung dieser Störung hundertachtmal den Grundmantra.

Tägliche und wunschbezogene Bali-Gabe

Dann zeichne man links ein viereckiges Maṇḍala, stelle ein kleines Gefäß darauf und richte darin eine Bali-Gabe aus einem der folgenden Stoffe an: Fleisch, Speise aus Māṣa-Bohnen, Gemüse, geklärte Butter, Milchreis, Kuchen und dergleichen. Man besprenge sie mit phaṭ, verehre sie mit namaḥ und reinige sie mit zwölf Wiederholungen des Wind-Bīja yam.

Man lege den rechten Handrücken auf die linke Handfläche und entzünde [das reinigende Feuer] mit sechzehn Wiederholungen des Feuer-Bīja ram. Mit zwanzig Wiederholungen des Nektar-Bīja vam und der Dhenu-Mudrā verwandle man die Gabe in Nektar; mit hūm umhülle man sie. Man zeige die Yoni-, Dhenu- und Tattva-Mudrā und bringe sie mit „oṃ krīṃ śrīṃ dakṣiṇakālikāyai svāhā eṣa baliḥ namaḥ“ dar: „Oṃ krīṃ śrīṃ, der Dakṣiṇa-Kālikā svāhā; dies ist die Bali-Gabe, Verehrung.“ Man stelle sie im Südwesten ab. Dies ist der Mantra der täglichen Bali-Darbringung.

Eine auf einen bestimmten Wunsch gerichtete Bali-Gabe ist nachts darzubringen. Ihr Mantra lautet:

„oṃ padme padme mahāpadme padmāvati mahāyakṣādhipataye mayopanītam imaṃ baliṃ gṛhṇa gṛhṇa gṛhṇāpaya gṛhṇāpaya mama sarvaśāntiṃ kuru kuru paravidyāṃ cākṛṣyākṛṣya chindhi hrīṃ hūṃ svāhā“ – „Oṃ, Padmā, Padmā, große Padmā, Padmāvatī, [dem] großen Herrn der Yakṣas: Nimm diese von mir herbeigebrachte Bali-Gabe an, nimm sie an; lasse sie annehmen, lasse sie annehmen! Bewirke für mich umfassenden Frieden, bewirke ihn! Ziehe die fremde [gegen mich gerichtete] Mantrakraft herbei, ziehe sie herbei und zerschneide sie! Hrīṃ hūṃ svāhā.“

Mit diesem Mantra vollziehe man an einer Wegkreuzung oder einer entsprechenden Stelle die zuvor genannte Reinigung, zeige die Tattva-Mudrā und bringe eine Bali-Gabe aus Fleisch oder einem anderen der genannten Stoffe dar.

Textanmerkungen: In der Darbringungsformel steht eṣa balin namaḥ; die Lesung eṣa baliḥ ist eine grammatische Verständnishilfe. Die Anrufung verbindet weibliche Vokative mit dem Dativ mahāyakṣādhipataye; der syntaktische Wechsel bleibt in der Übersetzung kenntlich. Paravidyā kann „fremde/höhere Erkenntniskraft“ bedeuten; die Deutung als entgegenwirkende Mantrakraft ergibt sich hier aus den Verben des Heranziehens und Zerschneidens.

Einleitung zur Namensverehrung

Wenn stärkere Hingabe, größere Kraft, Zeit und die übrigen entsprechenden Voraussetzungen zur Verfügung stehen, verehre man Kālī mit Blumen und weiteren Gaben durch jeden einzelnen der im Tausendnamen-Hymnus enthaltenen Namen in der Dativform. Das Verfahren lautet:

Namensanrufungen 1–17

Die folgenden Namensanrufungen tragen in der Vorlage die Nummern 1–17. Namaḥ bedeutet jeweils „Verehrung“.

Kalā kann Teil, Teilkraft, Mondphase oder Kunst bezeichnen. Wo der Text keine eindeutige Eingrenzung erlaubt, bleibt „Kalā“ als Sanskritbegriff erhalten. Die ersten beiden Formeln enthalten ausdrücklich die Bījas krīṃ beziehungsweise krūṃ; sie werden nicht auf alle weiteren Namen übertragen.

Oṃ krīṃ, Verehrung Kālī, der Dunklen; Krūṃ, Verehrung Karālī, der Furchterregenden; Verehrung der Segensreichen; Verehrung Kamalā, der Lotusgöttin; Verehrung der Kalā, der Teilkraft beziehungsweise Kunst; Verehrung der mit Kalās Ausgestatteten; Verehrung der an Kalās Reichen; Verehrung der durch Kalās zu Verehrenden.

Verehrung derjenigen, deren Wesen die Kalās sind; Verehrung der durch Kalās Erfreuten; Verehrung der durch Kalās Genährten; Verehrung Kalāmastā [Lesung und Bedeutung unsicher]; Verehrung der Hervorbringerin der Kalās; Verehrung der wie zehn Millionen Kalās Erstrahlenden; Verehrung der von zehn Millionen Kalās Verehrten; Verehrung der Trägerin der Kalā des Kalā-Wirkens [Zusammensetzung mehrdeutig].

Verehrung der den Kalās ganz Zugewandten.

Namensanrufungen 18–78

Die folgenden Namensanrufungen tragen in der Vorlage die Nummern 18–78. Namaḥ bedeutet jeweils „Verehrung“.

Kamalākara kann „Lotussee“ heißen oder als Name gebraucht sein; die Reihe lässt den Bezug offen. Auch die wiederkehrenden Bezeichnungen Kathaṅkāra, Kara, Karaka und Karakācala sind hier nicht erklärt. Kara kann unter anderem Hand, Strahl oder Gabe bedeuten; Karakācala könnte eine Bergbezeichnung sein. Deshalb wird bei ungesichertem Bezug das entsprechende Namenselement erhalten und nur die sicher erkennbare Zusammensetzung übersetzt. Dies ist keine behauptete Identifizierung eines Ortes oder einer Gottheit.

Verehrung Kalāgamā [Verbindung von kalā und āgama beziehungsweise gama unklar]; Verehrung der Trägerin des Kala [Vorlage: kaladhārā, mit kurzem a]; Verehrung der Lotusreichen; Verehrung dem Laut Ka; Verehrung der Barmherzigkeit; Verehrung Kavī [Namensform kavyai nicht sicher gedeutet]; Verehrung derjenigen, deren sämtliche Glieder aus dem Laut Ka bestehen; Verehrung der mit zehn Millionen Kalās Geschmückten.

Verehrung der durch zehn Millionen Ka-Laute Vervielfachten; Verehrung der mit zehn Millionen Ka-Lauten Geschmückten; Verehrung derjenigen, deren Herz der Laut Ka ist; Verehrung der mit dem Ka-Mantra Geschmückten; Verehrung der im Laut Ka Wohnenden; Verehrung der dem Kāka-Laut ganz Hingegebenen; Verehrung derjenigen, deren Krone der Laut Ka ist; Verehrung derjenigen, deren Schmuck der Laut Ka ist.

Verehrung derjenigen, deren Gestalt der Laut Ka ist; Verehrung der dem Kāka-Laut ganz Hingegebenen; Verehrung der am Erdröhnen des Kakavīra Erfreuten [Lesung kakavīrāsphāla unklar]; Verehrung der von Kamalākara Verehrten; Verehrung der Herrin des Kamalākara; Verehrung der die Gestalt des Kamalākara Tragenden [Endung rūpadhṛṣe auffällig]; Verehrung der in der Vollendung des Kamalākara Ruhenden; Verehrung der das jenseitige Ufer des Kamalākara Gewährenden.

Verehrung der inmitten des Kamalākara Befindlichen; Verehrung der durch Kamalākara Erfreuten; Verehrung der ganz dem Gespräch über Kathaṅkāra Zugewandten; Verehrung der dem Kathaṅkāra ganz Hingegebenen; Verehrung der am Ende des Wortes beziehungsweise Zustandes Kathaṅkāra Befindlichen; Verehrung der Quelle der Bedeutung von Kathaṅkāra; Verehrung der Lotusäugigen; Verehrung der aus dem Lotus Geborenen.

Verehrung der vom Lotusäugigen Verehrten; Verehrung derjenigen, die bereit ist, dem Lotusäugigen eine Gabe zu gewähren; Verehrung Kakarā [Bedeutung unsicher]; Verehrung derjenigen, deren Laute vielfarbig sind; Verehrung Karatārā [Wortverbindung unklar]; Verehrung der am Kara Abgetrennten [Bezug unklar]; Verehrung derjenigen, deren Hände dunkel sind; Verehrung dem Ozean des Kara.

Verehrung der mit Kara zu Verehrenden; Verehrung der an Kara Erfreuten; Verehrung der Kara Verleihenden; Verehrung der durch Kara Gewonnenen; Verehrung Karatoyā [Name; wörtliche Verbindung mit kara und Wasser nicht eindeutig]; Verehrung der Berührung durch die Hand [karāmarṣā, vorläufige Deutung]; Verehrung der das Karma Vernichtenden; Verehrung der Kara Liebenden.

Verehrung derjenigen, deren Leben Kara ist; Verehrung der aus Karaka Entstandenen; Verehrung der Karakā [mehrdeutige Bezeichnung]; Verehrung der im Innern des Karaka Befindlichen; Verehrung derjenigen, deren Gestalt Karakācala ist; Verehrung der Karakācala Verschönernden; Verehrung der Tochter des Karakācala; Verehrung der durch Karakācala Erfreuten.

Verehrung der im Haus des Karakācala Wohnenden; Verehrung der Beschützerin des Karakācala; Verehrung der in Karakācala zu Ehrenden; Verehrung der das Karakācala-Wirken Vollziehenden; Verehrung der am Regen des Karakācala Reichen.

Namensanrufungen 79–133

Die folgenden Namensanrufungen tragen in der Vorlage die Nummern 79–133. Namaḥ bedeutet jeweils „Verehrung“.

Die Verbindung karāmalaka bezeichnet hier die Āmalaka-Frucht in der Hand. Nummer 92 vergleicht ausdrücklich die Meditation mit ihr. Kañja bedeutet Lotus; Karañja bleibt als Pflanzenname stehen. Die Bedeutung weiterer auffälliger Einzelnamen ist örtlich gekennzeichnet.

Verehrung der durch Karakācala Erfreuten beziehungsweise Gefärbten; Verehrung der Wildnis des Karakācala; Verehrung der mit Karakācala Bekränzten; Verehrung der in Karakācala als Speise Darzubringenden [bhojyā, Bezug unsicher]; Verehrung derjenigen, deren Gestalt Karakācala ist; Verehrung der in der Āmalaka-Frucht in der Hand Befindlichen; Verehrung der durch die Āmalaka-Frucht in der Hand Vollendung Verleihenden; Verehrung der mit der Āmalaka-Frucht in der Hand zu Verehrenden.

Verehrung der durch die Āmalaka-Frucht in der Hand Hinüberführenden; Verehrung der Kālī der Āmalaka-Frucht in der Hand; Verehrung der an der Āmalaka-Frucht in der Hand Gefallen Findenden [rocinyai mehrdeutig]; Verehrung der Mutter der Āmalaka-Frucht in der Hand; Verehrung der sich der Āmalaka-Frucht in der Hand Zuwendenden; Verehrung der wie eine Āmalaka-Frucht in der Hand zu Meditierenden; Verehrung der die Āmalaka-Frucht in der Hand Gewährenden; Verehrung der Lotusäugigen.

Verehrung derjenigen, deren Denken lotusgleich ist; Verehrung der im Lotus Ruhenden; Verehrung der Lotusträgerin; Verehrung der an einer Lotusgirlande Freude Bereitenden; Verehrung der Lotusgestaltigen; Verehrung der aus dem Lotus Geborenen; Verehrung derjenigen, deren Ursprung der Lotus ist; Verehrung derjenigen, deren Weg beziehungsweise Ziel der Lotus ist.

Verehrung der ganz dem Feueropfer mit Lotusblüten Hingegebenen; Verehrung der in der Mitte des Lotus-Maṇḍala Befindlichen; Verehrung der mit Lotusschmuck Geschmückten; Verehrung der eifrig auf die Ehrung mit Lotusblüten Bedachten; Verehrung der ganz auf das Hervorbringen von Lotusblüten Ausgerichteten; Verehrung der einer Fülle von Lotusblüten Gleichgestaltigen; Verehrung der im Lotuswald Wohnenden; Verehrung der inmitten der Karañja-Bäume Befindlichen.

Verehrung der im Karañja-Baum Wohnenden; Verehrung der reich mit Karañja-Früchten Geschmückten; Verehrung der im Karañja-Wald Wohnenden; Verehrung der mit einer Karañja-Girlande Geschmückten; Verehrung der dem Schwert ganz Hingegebenen; Verehrung derjenigen, deren Wesen durch das Schwert hocherfreut ist; Verehrung derjenigen, deren geliebter Weg das Schwert ist; Verehrung derjenigen, deren geliebtes Gewand das Schwert ist [kanthā; Verbindung unsicher].

Verehrung der mit dem Schwert Spielenden; Verehrung Karavālamarī [Lesung karavālamaryyai und Bedeutung unsicher]; Verehrung Karmā [Namensform unsicher; Bezug zum Handeln möglich]; Verehrung der durch das Schwert Freude Bereitenden; Verehrung der mit einer Girlande aus kopflosen Rümpfen Geschmückten; Verehrung der inmitten einer Fülle kopfloser Rümpfe Wandelnden; Verehrung der auf einem Haufen kopfloser Rümpfe Ruhenden; Verehrung der mit zahllosen kopflosen Rümpfen Geschmückten.

Verehrung der durch den Laut der kopflosen Rümpfe Erfreuten; Verehrung der einen Sitz aus kopflosen Rümpfen Einnehmenden; Verehrung der im Innern des Hauses der kopflosen Rümpfe Befindlichen; Verehrung der im Wald der kopflosen Rümpfe Wohnenden; Verehrung derjenigen, deren Hüftgürtel aus kopflosen Rümpfen besteht; Verehrung der Wirkenden [karaṇī, mehrdeutig]; Verehrung der mit einer Fülle kopfloser Rümpfe Geschmückten.

Namensanrufungen 134–184

Die folgenden Namensanrufungen tragen in der Vorlage die Nummern 134–184. Namaḥ bedeutet jeweils „Verehrung“.

Kabandha wird im Zusammenhang dieser Reihe als kopfloser Rumpf verstanden; kapāla bedeutet Schädel beziehungsweise Schädelschale. Kañjala in den Nummern 143 und 164–171 ist nicht sicher gedeutet. Es wird von kajjala, „Augenschminke“, in Nummer 172 unterschieden und nicht stillschweigend gleichgesetzt.

Verehrung der durch die Girlande aus kopflosen Rümpfen Sieg Verleihenden; Verehrung der im Körper eines kopflosen Rumpfes Wohnenden; Verehrung der auf dem Sitz aus kopflosen Rümpfen zu Ehrenden; Verehrung der eine Schädelgirlande Tragenden; Verehrung der inmitten einer Schädelgirlande Befindlichen; Verehrung der durch das Schädelgelübde Erfreuten; Verehrung der durch eine Schädellampe Erfreuten; Verehrung derjenigen, deren Gestalt die Schädellampe ist.

Verehrung der durch die Schädellampe Gaben Gewährenden; Verehrung der im Kapāla-Kañjala Befindlichen [kañjala ungeklärt]; Verehrung der durch die Schädelgirlande Sieg Verleihenden; Verehrung der durch Wasser in einer Schädelschale Erfreuten; Verehrung der über die Schädel-Vollendung Hocherfreuten; Verehrung derjenigen, die bereit ist, aus der Schädelschale zu essen; Verehrung der im Schädelgelübde Gegründeten; Verehrung der im Schädel-Lotus Wohnenden.

Verehrung der Essenz des Nektars der Dichtkunst; Verehrung dem Nektarozean der Dichtkunst; Verehrung der über die Vollendung in der Dichtkunst Hocherfreuten; Verehrung der das Geschenk der Dichtkunst Gewährenden; Verehrung der von Dichtern zu Verehrenden; Verehrung der Zuflucht beziehungsweise dem Ziel der Dichter; Verehrung derjenigen, deren Gestalt der Dichter ist; Verehrung der den Dichtern Lieben.

Verehrung derjenigen, deren Gestalt die Brahman-Wonne des Dichters ist; Verehrung der durch das Gelübde der Dichtkunst Erfreuten; Verehrung der im Gelübde der Dichtkunst Gegründeten; Verehrung der die Wünsche der Dichter vollkommen Erfüllenden; Verehrung der in der Kehle des Dichters Wohnenden; Verehrung der dem Dichter Erfüllung Gewährenden [vorangestellte Lautfolge kaṃ hṛīṃ ka kaṃ kaṃ unsicher]; Verehrung der Kañjalā [ungeklärte Bezeichnung]; Verehrung der im Geist auf das Geben von Kañjala Ausgerichteten.

Verehrung der Kañjala Liebenden; Verehrung der dem Kapāla-Kañjala Gleichen; Verehrung der von Kañjaleśa Verehrten [Kañjaleśa: Herr des Kañjala; Bezug ungeklärt]; Verehrung der inmitten des Kañjala-Ozeans Befindlichen; Verehrung derjenigen, deren Gestalt von Kañjala nicht verschieden ist; Verehrung der durch die Liebe zu Kañjala Erfreuten; Verehrung der durch die Liebe zu Augenschminke Erfreuten; Verehrung der mit einer Schädelgirlande Geschmückten.

Verehrung der mit einem Schädel in der Hand Geschmückten; Verehrung der reich mit Schädeln an der Hand Geschmückten; Verehrung der mit einem Kreis von Schädeln Geschmückten; Verehrung der in zehn Millionen Schädeln Wohnenden; Verehrung der eine Festung aus Schädeln Errichtenden; Verehrung der auf dem Schädelberg Ruhenden; Verehrung der im Schädelkreis Wohnenden; Verehrung der durch das Schädelgefäß Erfreuten.

Verehrung der ganz dem Arghya in der Schädelschale Hingegebenen; Verehrung derjenigen, der das Arghya in der Schädelschale so lieb wie das Leben ist; Verehrung der durch das Arghya in der Schädelschale Gaben Gewährenden.

Namensanrufungen 185–238

Die Namensanrufung wird mit den Nummern 185–238 fortgesetzt.

Kadalī, Kadamba und weitere botanische Bezeichnungen bleiben als Pflanzennamen erkennbar. Bei schwer deutbaren Bildungen werden die lesbaren Bestandteile übersetzt und der unsichere Bezug ausdrücklich benannt. Die folgende Moschusreihe verbindet den Stoffnamen kastūrī mit zahlreichen rituellen und dichterischen Attributen.

Verehrung derjenigen, deren Gestalt der Schädelkreis ist; Verehrung der sich allein in der Schädelgestalt Bewegenden; Verehrung der Bananenpflanze; Verehrung der Bananenpflanzengestaltigen; Verehrung der im Bananenhain Wohnenden; Verehrung der durch Bananenblüten Hocherfreuten; Verehrung der im Geist auf die Bananenfrucht Gerichteten; Verehrung der durch das Feueropfer mit Bananen Erfreuten.

Verehrung derjenigen, die bereit ist, die Bananenpflanze zu schauen; Verehrung der im Innern der Bananenpflanze Befindlichen; Verehrung der Schönen des Bananenhains; Verehrung der in der Kadamba-Blüte Wohnenden; Verehrung der inmitten des Kadamba-Waldes Wandelnden; Verehrung der Freude beziehungsweise dem Duft der Kadamba-Blüten; Verehrung der durch den Kadamba-Wald Erfreuten; Verehrung der mit Kadamba-Blüten zu Verehrenden.

Verehrung der ein Feueropfer mit Kadamba-Blüten Darbringenden beziehungsweise Gewährenden; Verehrung der inmitten der Kadamba-Blüten Befindlichen; Verehrung der Kadamba-Früchte Essenden; Verehrung der im Innern des Kadamba-Hains Befindlichen; Verehrung der auf dem Kadamba-Berg Wohnenden; Verehrung Kakṣapā [Lesung und Bedeutung unsicher]; Verehrung der durch Kakṣapa zu Verehrenden [Bezug unklar]; Verehrung der auf einem Schildkrötensitz Ruhenden.

Verehrung der Ohren Zierenden beziehungsweise Füllenden; Verehrung der Vernichtung des Ohres [karṇanāsā, auffällige Lesung]; Verehrung der an Ohren beziehungsweise Ohrschmuck Reichen; Verehrung der Kālabhairavī; Verehrung der am Streit Erfreuten; Verehrung der Streit Verursachenden; Verehrung dem Streit; Verehrung der von Streit Ergriffenen.

Verehrung der Ohr-Yakṣī; Verehrung der Erzählenden [kathinī; genaue Namensbedeutung unsicher]; Verehrung derjenigen, deren Ohren schön sind; Verehrung der Ohr-Piśācinī; Verehrung der Blütenrispe des Ohres beziehungsweise dem blütenförmigen Ohrschmuck; Verehrung der den Kapi-Kakṣa Gewährenden [Zusammensetzung unklar]; Verehrung der reich an ungestalten Formen des Kavi-Kakṣa ist [Lesung und Bezug unsicher]; Verehrung derjenigen, deren Wesen der Kavi-Kakṣa ist [Bezug unklar].

Verehrung der im Moschustier Ruhenden; Verehrung derjenigen, deren Gestalt das Moschustier ist; Verehrung der Freude des Moschustiers; Verehrung der im Innern des Moschustiers Wandelnden; Verehrung derjenigen, deren Glieder durch Moschussaft dunkel sind; Verehrung der durch Moschusduft Erfreuten; Verehrung der Lebenskraft der mit Moschus Verehrenden; Verehrung der den mit Moschus Verehrenden Lieben.

Verehrung der durch die Liebe zu Moschus Erfreuten; Verehrung der die Moschus-Lebenskraft Tragenden; Verehrung der Freude der mit Moschus Verehrenden; Verehrung derjenigen, deren Gestalt der Moschusduft ist; Verehrung derjenigen, deren Gestalt eine Moschusgirlande ist; Verehrung der den Genuss von Moschus Liebenden.

Namensanrufungen 239–287

Die Namensanrufung wird mit den Nummern 239–287 fortgesetzt.

Die Moschusbilder werden ihrem Wortlaut nach übertragen; sie sind keine zusätzlich formulierten Empfehlungen zur Stoffverwendung. Kaha in der anschließenden Reihe ist eine ungeklärte wiederkehrende Bezeichnung. Sie wird als Namens- oder Lautbestandteil erhalten, ohne eine unbelegte esoterische Bedeutung zu behaupten.

Verehrung der Freude am Moschus-Tilaka; Verehrung der das Moschus-Tilaka Liebenden; Verehrung der durch das Feueropfer mit Moschus Erfreuten; Verehrung der zur Sättigungsgabe mit Moschus Bereiten; Verehrung der zur Reinigung mit Moschus Entschlossenen; Verehrung der im Moschus-Cakra Verehrten; Verehrung der mit Moschusblüten zu Verehrenden [Zusammensetzung nicht weiter erläutert]; Verehrung der zum Kauen von Moschus Bereiten.

Verehrung der im Innern des Moschus Befindlichen; Verehrung der mit Moschus versehene Gewänder Tragenden; Verehrung der am Duft des Moschus Erfreuten; Verehrung der im Moschuswald Wohnenden; Verehrung der Bewahrerin des Moschuswaldes; Verehrung der die Liebe zu Moschus Tragenden; Verehrung der Wohnstätte der Moschuskraft; Verehrung der zum Gefäß beziehungsweise Becken der Moschuskraft Gehenden.

Verehrung der im Moschusbecken Gebadeten; Verehrung der im Moschusbecken Eintauchenden; Verehrung der durch das Moschusleben Erfreuten [jīva-Bezug unklar]; Verehrung der das Moschusleben Tragenden; Verehrung der höchsten Freude beziehungsweise dem höchsten Duft des Moschus; Verehrung der fähig ist, durch Moschus zu beleben; Verehrung der im Wesen der Moschusart Ruhenden; Verehrung der den Moschusduft Küssenden.

Verehrung derjenigen, deren Stirn durch den Glanz des Moschusduftes erstrahlt; Verehrung der im Moschusrausch Befindlichen; Verehrung der durch Moschusrausch Freude Verleihenden; Verehrung dem Moschus; Verehrung der an Dichtung Reichen [Lesung kavitānāḍhyā auffällig]; Verehrung der im Innern des Moschushauses Befindlichen; Verehrung der Lebenskraft dessen, der Moschus berührt; Verehrung der Vernichterin der Schmähung des Moschus [Zusammensetzung unsicher].

Verehrung der am Moschusduft Gefallen Findenden; Verehrung der zum Spiel mit Moschus Bereiten; Verehrung der beständig Moschus Darbringenden; Verehrung der durch Moschus Gaben Gewährenden; Verehrung der auf das Aufstellen von Moschus Gerichteten [āśaktā; Lesung mehrdeutig]; Verehrung der die Moschusstätte Erfreuenden; Verehrung der Lebenskraft der im Umgang mit Moschus Kundigen; Verehrung der durch ein Moschus-Loblied Gepriesenen.

Verehrung der durch die Moschus-Preisenden zu Verehrenden; Verehrung der an der Moschusstätte Wohnenden; Verehrung der Kaha-Gestaltigen; Verehrung der an Kaha Reichen; Verehrung der Kaha-Wonne; Verehrung der aus dem Kaha-Selbst Entstandenen; Verehrung der durch Kaha zu Verehrenden; Verehrung der mit dem Namen „Kaha“ Bezeichneten.

Verehrung der Kaha-Lautäußerung [heṣā kann Wiehern oder einen entsprechenden Laut bezeichnen].

Namensanrufungen 288–345

Die Namensanrufung wird mit den Nummern 288–345 fortgesetzt.

Kaha bleibt als ungeklärter Namensbestandteil stehen. Karma kann Handlung, Ritualhandlung und deren wirksame Folge bezeichnen; die folgende Reihe spielt mit diesen Bedeutungen. Wiederholungen wie kahagatyai und karmavidyāyai werden mit ihrer jeweiligen Nummer erhalten.

Verehrung derjenigen, deren Wesen Kaha ist; Verehrung der Kaha-Girlande; Verehrung dem Schmuck des Halses; Verehrung der zum Japa des Kaha-Mantra Bereiten; Verehrung der ganz auf die Erinnerung an den Namen Kaha Gerichteten; Verehrung der dem Namen Kaha ganz Hingegebenen; Verehrung der an der Hingabe zu Kaha Erfreuten; Verehrung der Kaha-Göttin.

Verehrung der Herrin des Kaha; Verehrung der Ursache des Kaha; Verehrung Kahāndā [Lesung unsicher]; Verehrung der dem Kaha-Klang ganz Hingegebenen; Verehrung der Mutter des Kaha; Verehrung der im Kaha Befindlichen; Verehrung dem Kaha-Mantra; Verehrung der Kaha-Herrscherin.

Verehrung der mit Kaha zu Besingenden; Verehrung der durch Kaha zu Verehrenden; Verehrung der ganz der Kaha-Meditation Hingegebenen; Verehrung dem Kaha-Tantra; Verehrung der Kaha-Kahā [verdoppelte Bezeichnung ungeklärt]; Verehrung der ganz der Kaha-Praxis Hingegebenen; Verehrung der Kaha-Verhaltensweise; Verehrung dem Weg beziehungsweise Ziel des Kaha.

Verehrung der den Kaha-Tāṇḍava-Tanz Ausführenden; Verehrung dem Kaha-Wald; Verehrung dem Weg beziehungsweise Ziel des Kaha; Verehrung der ganz der Kaha-Kraft Hingegebenen; Verehrung der an der Herrschaft des Kaha Erfreuten; Verehrung der Zeugin des Handelns; Verehrung der Schönen des Handelns; Verehrung der Erkenntnis des Handelns.

Verehrung dem Weg beziehungsweise Ergebnis des Handelns; Verehrung der ganz dem Tantra des Handelns Hingegebenen; Verehrung dem Maß des Handelns; Verehrung derjenigen, deren Leib das Handeln ist; Verehrung der ganz der Ordnung des Handelns Hingegebenen; Verehrung der Vernichterin der karmischen Linie; Verehrung der mit der karmischen Linie Spielenden; Verehrung der durch die karmische Linie Verblendung Bewirkenden.

Verehrung der ganz auf den Ruhm des Handelns Gerichteten; Verehrung der Erkenntnis des Handelns; Verehrung der Essenz des Handelns; Verehrung der Grundlage des Handelns; Verehrung der Quelle des Handelns; Verehrung der das Handeln Vollziehenden; Verehrung der das Handeln beziehungsweise Karma Wegnehmenden; Verehrung der durch das Spiel des Handelns Schönen.

Verehrung der Kālī des Handelns; Verehrung der Tārā des Handelns; Verehrung der durch Handeln Abgetrennten [Chinnā des Handelns als Name ebenfalls möglich]; Verehrung der Handeln beziehungsweise Karma Gewährenden; Verehrung der Cāṇḍālinī des Handelns; Verehrung der Mutter des Veda des Handelns; Verehrung der Quelle des Handelns; Verehrung der Unendlichen, die am Ritualteil [Karmakāṇḍa] erfreut ist.

Verehrung der durch den Ritualteil Erschlossenen; Verehrung der Fülle beziehungsweise Ausdehnung des Ritualteils.

Namensanrufungen 346–408

Verehrung der Schildkrötengestaltigen [Kamaṭhī]; Verehrung derjenigen, deren Gestalt eine Schildkröte ist; Verehrung derjenigen, deren Herz von Kamaṭha verehrt wird; Verehrung der Schildkröte [Kamaṭhā]; Verehrung der Schönen des Halses; Verehrung der auf einem Schildkrötensitz zu Verehrenden; Verehrung der Schildkrötengestaltigen; Verehrung der ganz dem Handeln Zugewandten.

Verehrung der Geliebten des Barmherzigen; Verehrung der vom Barmherzigen Gepriesenen; Verehrung der Harten beziehungsweise Strengen; Verehrung der Gebetskette der Hand; Verehrung der feste Brüste Tragenden; Verehrung der mit verfilztem Haar Geschmückten; Verehrung der Listigen beziehungsweise Verbergenden; Verehrung der Harten.

Verehrung der mit Kaṅka Geschmückten [Kaṅka kann einen Reiher bezeichnen; Bezug offen]; Verehrung derjenigen, deren Schenkel dem Karabha gleichen [traditionelles Körperbild; karabha mehrdeutig]; Verehrung der Härte Verleihenden; Verehrung der Karabhā [mehrdeutige Bezeichnung]; Verehrung der Wohnstätte des Karabha; Verehrung der aus lieblicher Sprache Bestehenden; Verehrung der Kalpā [Weltperiode, rituelle Ordnung oder Fähigkeit; Bezug offen]; Verehrung der Vorstellung beziehungsweise gestaltenden Einbildungskraft.

Verehrung der Kalpa Verleihenden; Verehrung der im Lotus Ruhenden; Verehrung der Girlande der Kalās; Verehrung der Lotusgesichtigen; Verehrung derjenigen, deren Glanz erklingt; Verehrung der Kukudminī [Lesung auffällig; möglicherweise auf einen Höcker oder eine Erhebung bezogen]; Verehrung der mit Mühsal Verbundenen; Verehrung der durch Erzählungen über das zu Vollbringende Verehrten.

Verehrung der mit Haaren Verehrten [kaca; Bezug offen]; Verehrung derjenigen, deren Leib aus Haaren besteht beziehungsweise haarfein ist; Verehrung der schönes Haar Tragenden; Verehrung der mit festen Brüsten Verbundenen [Zeichenfolge sa/ wird als saṃ verstanden]; Verehrung der durch einen Hüftgürtel Erstrahlenden; Verehrung der das Essen von Ohren Liebenden [wörtliche Lesung karṇabhakṣa; möglicherweise beschädigt]; Verehrung der Wurzelknolle beziehungsweise dem Ursprungsknoten; Verehrung der Erzählung.

Verehrung der zum Ursprungsknoten Gehenden beziehungsweise in ihm Ruhenden; Verehrung der Kali [hier mit kurzem a; Bedeutung nicht sicher eingegrenzt]; Verehrung der Kali Vernichtenden; Verehrung der Botin des Kali; Verehrung der vom führenden Dichter Verehrten; Verehrung der Lenkerin des Kaṇa-Kakṣa [Zusammensetzung ungeklärt]; Verehrung der von einem vortrefflichen Dichter Verehrten; Verehrung der Schöpferin beziehungsweise Handelnden.

Verehrung der mit einem Schneidemesser [Kartṛkā] Geschmückten; Verehrung der Elefantin beziehungsweise Wirkenden [kariṇī mehrdeutig]; Verehrung der Karṇaśatrupā [Lesung und Wortgrenzen ungeklärt]; Verehrung der Herrin der Werkzeuge beziehungsweise Wirkkräfte; Verehrung der Hüterin des Ohres; Verehrung der lieblich Redenden; Verehrung der Schatzkammer der Kalās; Verehrung der Erfassung beziehungsweise Zählung [Kalanā].

Verehrung der Grundlage des Erfassens beziehungsweise Zählens; Verehrung der Wirkenden beziehungsweise Kārikā [mehrdeutige Bezeichnung]; Verehrung der Karakā [wie in der vorhergehenden Reihe mehrdeutig]; Verehrung der Kara [Hand, Strahl oder Gabe; Bezug offen]; Verehrung der lieblich zu Besingenden; Verehrung dem Tierkreiszeichen Krebs; Verehrung der vom Tierkreiszeichen Krebs Verehrten.

Namensanrufungen 409–466

Verehrung dem Tierkreiszeichen Jungfrau; Verehrung der jungen Frau beziehungsweise Jungfrau; Verehrung der freundlich zu jungen Frauen Sprechenden; Verehrung der durch die Gabe einer Tochter [bei der Verheiratung] Erfreuten; Verehrung der durch die Gabe einer Tochter Zufriedengestellten; Verehrung der Freude dessen, der eine Tochter zur Ehe gibt; Verehrung der bei der Annahme der Tochtergabe Ersehntes Gewährenden [Wortverbindung mehrdeutig]; Verehrung der Heranziehenden beziehungsweise Pflügenden.

Verehrung der das Gestrüpp Verbrennenden; Verehrung der Begehrten; Verehrung der auf dem Lotus Sitzenden; Verehrung der durch die Gebetskette der Hand Freude Bereitenden; Verehrung der durch die Gebetskette der Hand Hocherfreuten; Verehrung der Freude im Innern der Gebetskette der Hand; Verehrung der mit der Gebetskette der Hand Zusammenkommenden; Verehrung der durch die Gebetskette der Hand Vollendung Gewährenden.

Verehrung der Gebetskette der Hand; Verehrung der Kara Liebenden [mehrdeutig]; Verehrung der an dem Kara der Karapriyā Erfreuten [Wortverbindung ungeklärt]; Verehrung der ganz dem Darbringen von Kara Hingegebenen [Gabe, Abgabe oder anderer Bezug]; Verehrung der Wonne der Kalās; Verehrung dem Weg beziehungsweise Ziel des Kali; Verehrung der im Kali beziehungsweise von Kali zu Verehrenden; Verehrung der Kali Hervorbringenden [kaliprasū; knappe Namensform].

Verehrung der im Widerhall eines lieblichen Klanges Befindlichen; Verehrung der durch lieblichen Klang Gaben Gewährenden; Verehrung der in der Gemeinschaft des lieblichen Klanges Befindlichen; Verehrung der Kaholā; Verehrung der Kahola Verleihenden; Verehrung der im Innern des Hauses Kaholas Befindlichen; Verehrung der Kahola Gaben Gewährenden; Verehrung der Grundlage der Dichtung Kaholas.

Verehrung der vom Seher Kahola Geehrten; Verehrung der im Geist Kaholas zu Verehrenden; Verehrung der Kaholas Wort Verwirklichenden; Verehrung derjenigen, deren Gestalt der Handelnde ist; Verehrung der ganz aus dem Handelnden Bestehenden; Verehrung der Mutter des Handelnden; Verehrung der Schneidenden beziehungsweise Schere [Kartarī]; Verehrung der Kanīyā, der Kleineren beziehungsweise Jüngeren.

Verehrung der mit Gold zu Verehrenden; Verehrung der aus Kanīnaka Bestehenden [Pupille oder Knabe; Bezug offen]; Verehrung der Wohnstätte der Wonne der Kanīyā; Verehrung der durch die Freude am Gold Erfreuten; Verehrung der Kanīnaka Hervorbringenden [Bezug offen]; Verehrung der äußersten Grenze beziehungsweise Richtung [Kāṣṭhā]; Verehrung der einen Ozean von Erzählungen Hervorbringenden; Verehrung der Wirkenden [karyai; Namensform mehrdeutig].

Verehrung der für den Elefanten Erreichbaren; Verehrung der mit dem Gang eines Elefanten; Verehrung der ganz dem Elefantenbanner Hingegebenen; Verehrung der dem Herrn der Elefanten Lieben; Verehrung der Kaṇṭhā [zum Hals gehörige Bezeichnung; genaue Bedeutung offen]; Verehrung der durch Erzählungen Hocherfreuten; Verehrung der Liebenswerten; Verehrung der Kamanakā [mit Begehren verbunden; genaue Bildung unsicher].

Verehrung der mit lieblichem Schmuck Geschmückten; Verehrung der in einer lieblichen Versammlung Befindlichen.

Namensanrufungen 467–521

Verehrung der das liebliche Gelübde Liebenden; Verehrung der durch liebliche Eigenschaften zu Verehrenden; Verehrung der Gelbbraunen, Kapilā; Verehrung der Herrin der Kapilā beziehungsweise Kapila; Verehrung derjenigen, deren Herz von Kapila verehrt wird; Verehrung der freundlich zur Kapilā beziehungsweise zu Kapila Sprechenden; Verehrung derjenigen, deren Laute den Mantra des Kaha-Cakra bilden; Verehrung der Blüte des Kaha-Cakra.

Verehrung derjenigen, deren Wesen ka-e-īlhrīṃ ist [Lautfolge der Vorlage unverändert]; Verehrung der durch ka-e-īlhrīṃ Gaben Gewährenden; Verehrung der durch ka-e-īlhrīṃ Vollendung Gewährenden; Verehrung der ka-e-īlhrīṃ-Gestaltigen; Verehrung derjenigen, deren Laute den Mantra ka-e-īlhrīṃ bilden; Verehrung der hervorbringenden Kalā des ka-e-īlhrīṃ [Wortverbindung prasūkalā unsicher]; Verehrung der Ka-Lautgruppe; Verehrung der an der Tür Befindlichen.

Verehrung der zum Öffnen der Tür Fähigen; Verehrung der Skelettgestaltigen, Kaṅkālī; Verehrung der Schädelträgerin, Kapālī; Verehrung der Kaṅkālapriyamāṣiṇī [Lesung māṣiṇī ungeklärt]; Verehrung der von Kaṅkāla-Bhairava zu Verehrenden; Verehrung der im Geist Kaṅkālas Wohnenden; Verehrung der ganz auf die Bezauberung Kaṅkālas Gerichteten; Verehrung der Kaṅkāla Bezauberung Verleihenden.

Verehrung der Befleckung Vernichtenden; Verehrung der Befleckung Wegnehmenden; Verehrung der das Leid der Befleckung Vernichtenden; Verehrung der Blüte des Kali; Verehrung der Gabe der Kalās; Verehrung der Kaśiṣū [Dativ kaśiṣvai; Lesung und Bedeutung unklar]; Verehrung der von Kaśyapa Verehrten; Verehrung der Kaśyapā.

Verehrung der von Kaśyapa zu Verehrenden; Verehrung derjenigen, deren Leib vom Kali erfüllt ist; Verehrung der den Leib Hervorbringenden; Verehrung der Kāñcī [Name oder Gürtel; hier nicht eindeutig]; Verehrung der Ka-Lautgruppe; Verehrung der Schrecklichen, Karālakā; Verehrung der von Karāla-Bhairava zu Verehrenden; Verehrung der Herrin des Karāla-Bhairava.

Verehrung der Schrecklichen, Karālā; Verehrung der Grundlage des Erfassens beziehungsweise Zählens; Verehrung der Kapardīśa Gaben Gewährenden; Verehrung der Liebesranke des Kapardīśa; Verehrung der Girlande des Kapardin; Verehrung der reich mit der Japa-Kette des Kapardin Ausgestatteten; Verehrung der Karavīra-Blüten Darbringenden beziehungsweise Gewährenden; Verehrung derjenigen, der Karavīra so lieb wie das Leben ist.

Verehrung der mit Karavīra Verehrten; Verehrung der einer Karṇikāra-Blüte Gleichgestaltigen; Verehrung der mit Karṇikāra Verehrten; Verehrung der im Feuer aus getrocknetem Dung Befindlichen; Verehrung der Karṣā [Ziehen beziehungsweise Gewichtseinheit; Bezug offen]; Verehrung der eine Karṣa-Menge Gold Gewährenden; Verehrung dem Gefäß, Kalaśa.

Namensanrufungen 522–576

Verehrung der im Gefäß beziehungsweise durch das Gefäß zu Verehrenden; Verehrung der Kaṣāyā [rötlichbraune Farbe, herber Geschmack oder anderer Bezug]; Verehrung der den Gesang der Elefanten Gewährenden; Verehrung der Gelbbraunen, Kapilā; Verehrung der mit lieblicher Stimme; Verehrung der wunscherfüllenden Ranke im Kali; Verehrung der wunscherfüllenden Ranke; Verehrung der Mutter der Weltperiode beziehungsweise rituellen Ordnung [Kalpa].

Verehrung der eine Weltperiode beziehungsweise rituelle Ordnung Hervorbringenden; Verehrung der Quelle des Kalpa; Verehrung der durch Kampferduft Anmutigen; Verehrung der Kampferduft Tragenden; Verehrung der mit einer Kampfergirlande Geschmückten; Verehrung der Fülle des Kampferduftes Verleihenden; Verehrung der durch die Kampfergirlande Sieg Gewährenden; Verehrung der inmitten des Kampferozeans Wandelnden.

Verehrung der an Sättigungsgaben mit Kampfer Erfreuten; Verehrung der Kaṭaka-Gewänder Tragenden [Wortverbindung unklar]; Verehrung der von Kapaṭeśvara zu Verehrenden; Verehrung derjenigen, deren Gestalt Kapaṭeśvara ist; Verehrung der Scharfen beziehungsweise Bitteren [Kaṭu]; Verehrung der vom Träger des Affenbanners zu Verehrenden; Verehrung der Kalāpa-Blütengestaltigen [kalāpa: Bündel oder Schmuck; Bezug offen]; Verehrung der durch Kalāpa-Blüten Anmutigen.

Verehrung der mit Kalāpa-Blüten Verehrten; Verehrung der Säge [Krakacā]; Verehrung der durch Krakaca zu Verehrenden [Säge oder Name; Bezug offen]; Verehrung der Kathaṃbrūmā [etwa „Wie sollen wir sprechen?“; Namensbildung unsicher]; Verehrung derjenigen, deren Arm beziehungsweise Hand einer Ranke gleicht; Verehrung der von Kathaṅkāra Befreiten [ungeklärte Bezeichnung]; Verehrung der Kālī; Verehrung der Handlung beziehungsweise dem Wirken der Zeit.

Verehrung dem Opfer beziehungsweise der Tatkraft [Kratu]; Verehrung der Liebenden beziehungsweise Begehrenswerten, Kāminī; Verehrung der von einer Kāminī zu Verehrenden; Verehrung der die Blüte der Kāminī Tragenden; Verehrung der Wohnstätte der Kāminī-Blüte; Verehrung der Fülle beziehungsweise Vollmondgestalt der Kāminī-Blüte; Verehrung der zur Verehrung mit der Kāminī-Blüte Würdigen; Verehrung der mit der Kāminī-Blüte Geschmückten.

Verehrung derjenigen, deren Tilaka die Kāminī-Blüte ist; Verehrung der das Becken der Kāminī Küssenden [kuṇḍa; ritueller Bezug offen]; Verehrung der durch die Vereinigung mit der Kāminī Erfreuten; Verehrung der den Genuss der Vereinigung mit der Kāminī Gewährenden; Verehrung der ganz in das Becken der Kāminī Eingetauchten; Verehrung der inmitten des Beckens der Kāminī Wandelnden; Verehrung der im Geist der Kāminī zu Verehrenden; Verehrung der durch die Ehrerbietung der Kāminī Erfreuten.

Verehrung der sich in der Ehrerbietung beziehungsweise im Stolz der Kāminī Bewegenden [māna mehrdeutig]; Verehrung der Kālikā; Verehrung der Kālikā der Zeit beziehungsweise des Kāla; Verehrung dem Begehren, Kāma; Verehrung der Göttin des Begehrens; Verehrung der Herrin des Begehrens; Verehrung der aus Begehren Entstandenen.

Namensanrufungen 577–636

Verehrung dem Zustand beziehungsweise Wesen des Begehrens; Verehrung der am Begehren Erfreuten; Verehrung der vom Begehren Ergriffenen; Verehrung der Blütenrispe des Begehrens; Verehrung der vom Klang der Fußglöckchen des Begehrens Erfüllten; Verehrung derjenigen, deren Inneres dem Liebesgott lieb ist; Verehrung der Kāmakālī; Verehrung der Kāmakalā, der schöpferischen Kraft des Begehrens.

Verehrung der Kālikā; Verehrung der von Kamalā beziehungsweise mit Lotusblüten Verehrten; Verehrung der Kādikā [mit Ka beginnende Gestalt beziehungsweise Formel]; Verehrung der Kamalā; Verehrung der Kālī; Verehrung der so hell wie das Feuer der Zeit Erstrahlenden; Verehrung der am Ende einer Weltperiode Verbrennenden; Verehrung der Geliebten beziehungsweise Schönen.

Verehrung der gern in der Wildnis Wohnenden; Verehrung der von Kāla beziehungsweise durch die Zeit zu Verehrenden; Verehrung der an Kāla beziehungsweise der Zeit Erfreuten; Verehrung der Mutter der Zeit; Verehrung der Kālinī [mit Kāla verbundener Name]; Verehrung der Heldin der Zeit; Verehrung der Schrecklichen der Zeit; Verehrung der in der Zeit beziehungsweise durch Kāla Vollendeten.

Verehrung der die Zeit beziehungsweise den Tod Gewährenden; Verehrung der wie schwarze Augenschminke Gestalteten; Verehrung der in Kālañjara Wohnenden; Verehrung der Fülle beziehungsweise dem Gedeihen der Zeit; Verehrung dem Wachstum der Zeit; Verehrung der aus dem Gefängnis Befreienden; Verehrung der mit Ka beginnenden Vidyā; Verehrung der Mutter der mit Ka beginnenden [Vidyā].

Verehrung der in der mit Ka beginnenden [Vidyā] Befindlichen; Verehrung der Schönen der mit Ka beginnenden [Vidyā]; Verehrung der Kāśī; Verehrung der Kāñcī; Verehrung der Herrin von Kāñcī; Verehrung der dem Herrn von Kāśī Gaben Gewährenden; Verehrung der Keimsilbe krīṃ; Verehrung derjenigen, deren Herz die Keimsilbe krīṃ ist. Verehrung der Erinnerten. [Zwei namaḥ-Anrufungen unter einer Nummer.].

Verehrung der Begehrenswerten; Verehrung dem Weg beziehungsweise Ziel des Ersehnten; Verehrung der die Vollendung des Ersehnten Gewährenden; Verehrung der Quelle des Begehrens; Verehrung der Kāmākhyā; Verehrung der Zeitgestaltigen; Verehrung der den Bogen Kāmas Lösenden [Bezug von vimocinī mehrdeutig]; Verehrung der sich an den Künsten des Liebesgottes Erfreuenden.

Verehrung der Wohnstätte der Künste des Liebesgottes; Verehrung der Nacht des Begehrens; Verehrung der Wünsche Gewährenden; Verehrung der auf dem Wildnisberg Wohnenden; Verehrung der Zeitgestaltigen. [Namaḥ fehlt in dieser Anrufung der Vorlage.]; Verehrung dem Gang beziehungsweise Ziel der Zeit; Verehrung der ganz der Vereinigung im Begehren Hingegebenen; Verehrung der an der Umarmung beziehungsweise dem Aneinanderreiben in Liebe Erfreuten.

Verehrung der das Haus der Liebe Entfaltenden; Verehrung der Gattin Kālabhairavas; Verehrung der Geliebten Kālabhairavas; Verehrung der in der Vereinigung mit Kālabhairava Ruhenden.

Namensanrufungen 637–694

Verehrung der Kālabhairava Genuss Gewährenden; Verehrung der wunscherfüllenden Kuh, Kāmadhenu; Verehrung der die Wünsche Melkenden [Lesung dogghrī auffällig]; Verehrung der Mutter des Begehrens; Verehrung der Schönheit beziehungsweise Glanz Verleihenden; Verehrung der Liebesbegierigen; Verehrung der vom Liebenden zu Verehrenden; Verehrung der die Wonne des Liebenden Mehrenden.

Verehrung der Kārttavīryā; Verehrung der Kārttikeyā [feminine Namensform der Vorlage]; Verehrung der von Kārttikeya Verehrten; Verehrung der Wirkung beziehungsweise dem zu Vollbringenden; Verehrung der Ursachen Gewährenden; Verehrung der die Wirkung Hervorbringenden; Verehrung der anderen beziehungsweise inneren Ursache; Verehrung der durch Schönheit beziehungsweise Glanz Erreichbaren.

Verehrung der ganz aus Schönheit beziehungsweise Glanz Bestehenden; Verehrung der Kātyā; Verehrung der Kātyāyanī; Verehrung der Kā [nicht näher bestimmte Namens- oder Lautform]; Verehrung der Essenz des Begehrens; Verehrung der Kāśmīrā; Verehrung der ganz der Praxis Kaschmirs Zugewandten; Verehrung der an der Praxis Kāmarūpas Erfreuten.

Verehrung der freundlich von Kāmarūpa Sprechenden [priyaṃvadā]; Verehrung der Vollendung der Praxis Kāmarūpas; Verehrung der ganz aus dem Geist Kāmarūpas Bestehenden; Verehrung der Kārttikī; Verehrung der von Kārttika zu Verehrenden; Verehrung der Quelle der Kāñcanāra-Blüte; Verehrung der wie eine Kāñcanāra-Blüte Erstrahlenden; Verehrung der mit Kāñcanāra Verehrten.

Verehrung der Kāñca-Gestaltigen [Lesung und Stoffbezug unsicher]; Verehrung der Kāñca-Stätte [Lesung unsicher]; Verehrung der aus einem Bronzegefäß Essenden; Verehrung der ganz aus dem Klang der Bronze Bestehenden; Verehrung der Schönen des Begehrens; Verehrung dem Kuss der Liebe; Verehrung der wie Kāśa-Blüten Erstrahlenden; Verehrung der mit dem wunscherfüllenden Baum Zusammenkommenden.

Verehrung der Blüte des Begehrens; Verehrung der Stätte des Begehrens; Verehrung der durch Begehren beziehungsweise von Kāma zu Verehrenden; Verehrung der Wünsche Gewährenden; Verehrung derjenigen, deren Leib das Begehren ist; Verehrung derjenigen, deren Haus das Begehren ist; Verehrung der ganz der Kāma-Keimsilbe Hingegebenen; Verehrung der auf das Banner Kāmas Gestiegenen.

Verehrung der auf dem Banner Kāmas Ruhenden; Verehrung der Kāśyapī; Verehrung der von Kāśyapa zu Verehrenden; Verehrung der Kāśyapa Wonne Gewährenden; Verehrung der dem Wasser der Kālindī Gleichenden; Verehrung der mit Wasser der Kālindī Verehrten; Verehrung der ganz der Verehrung Kādevas Hingegebenen [Kādeva: Lesung unsicher]; Verehrung der die höchste Wahrheit Kādevas Gewährenden [Lesung unsicher].

Verehrung der rituellen Zauberwirkung [Kārmaṇa]; Verehrung derjenigen, deren Gestalt rituelle Zauberwirkung ist.

Namensanrufungen 695–751

Verehrung der einen auf Begehren gerichteten Zauber Vollziehenden; Verehrung der Zauberwirkung Zerbrechenden; Verehrung der Kākinī; Verehrung der mit dem Namen „Ursache“ Bezeichneten; Verehrung dem Nektar der Dichtung; Verehrung der Kāliṅgā; Verehrung derjenigen, die bereit ist, Kāliṅga zu zermalmen; Verehrung der reich mit schwarzem Aloeholz Geschmückten.

Verehrung der durch schwarzes Aloeholz Macht beziehungsweise Herrlichkeit Gewährenden; Verehrung der nach schwarzem Aloeholz Wohlriechenden; Verehrung der Sättigungsgabe mit schwarzem Aloeholz; Verehrung der durch das Wasser der Kāverī Hocherfreuten; Verehrung der am Ufer der Kāverī Wohnenden; Verehrung derjenigen, deren Gestalt das Kreisen des Zeitrades ist; Verehrung der im Zeitrad Wohnenden; Verehrung dem Wald.

Verehrung der Grundlage des Waldes; Verehrung der Kārvī [Name, möglicherweise Pflanze; hier nicht sicher bestimmt]; Verehrung der von Mitgefühl Erfüllten; Verehrung der in Kāmpilya Wohnenden; Verehrung der äußersten Grenze beziehungsweise Richtung; Verehrung der Gattin Kāmas; Verehrung der Quelle des Kāna [Lesung und Bedeutung ungeklärt]; Verehrung der am Trinken von Kādambarī-Trank Erfreuten.

Verehrung der Kādambarī; Verehrung der Kalā; Verehrung der von Kāma zu Preisenden; Verehrung der Herrin des Begehrens; Verehrung der von Kāmarāja Verehrten; Verehrung der Vidyā der Kāmarājeśvarī; Verehrung der im Spiel der Liebe Schönen; Verehrung der in Kāmboja Geborenen.

Verehrung der Kāñcinadā [Lesung und Zusammensetzung ungeklärt]; Verehrung der Bronze und Gold Hervorbringenden; Verehrung der einem goldenen Berg Gleichgestaltigen; Verehrung der einen goldenen Berg Gewährenden; Verehrung der Herrlichkeit des Begehrens; Verehrung der Kāmakeśī [mit Begehren und Haar verbundener Name; Deutung offen]; Verehrung der Kārikā, der Wirkenden beziehungsweise Lehrstrophe; Verehrung der in der Wildnis Zuflucht Habenden.

Verehrung der durch Begehren zu Durchdringenden; Verehrung der das Leid des Begehrens Vernichtenden; Verehrung der Stätte beziehungsweise Ebene des Begehrens; Verehrung der die Zeit beziehungsweise den Tod Vernichtenden; Verehrung der Frau der Dichtung; Verehrung der nach Wunsch Gestalt Annehmenden beziehungsweise Begehrensgestaltigen; Verehrung der Entflammung des im Körper befindlichen Begehrens [Wortgrenzen unsicher]; Verehrung der Dichtung Gewährenden.

Verehrung der Schönen der Zeit; Verehrung der Herrin des Begehrens; Verehrung der vortrefflichen Ursache; Verehrung der zur Verehrung Kāmeśīs Bereiten; Verehrung der reich mit Hüftgürtel und Fußringen Geschmückten [Schreibform bhūṣāḍhyāayai auffällig]; Verehrung der mit Kuṅkuma-Schmuck Versehenen; Verehrung dem Zeitrad; Verehrung dem Gang beziehungsweise Ziel der Zeit.

Verehrung der aus dem Geist des Zeitrades Entstandenen [manobhavā mehrdeutig].

Namensanrufungen 752–809

Verehrung der inmitten des Kunda-Jasmins Befindlichen; Verehrung der Kunda-Blüte; Verehrung der Kunda-Blüten Liebenden; Verehrung der aus der Erde Geborenen, Kujā; Verehrung der Mutter Kujas; Verehrung der von Kuja zu Verehrenden; Verehrung der eine vortreffliche Axt Tragenden beziehungsweise Axt und Gnadengeste Haltenden; Verehrung der auf einem Elefanten Befindlichen.

Verehrung der am Kuśa-Gras Erfreuten; Verehrung der Lotusäugigen; Verehrung der Kunaṭhī [Lesung und Bedeutung ungeklärt]; Verehrung der Kurarī [Vogelname; hier als Göttinnenname]; Verehrung der Zornigen; Verehrung der Antilopengestaltigen; Verehrung der im Kuṭaja Zuflucht Habenden; Verehrung der mit Kumbhīnasa Geschmückten [Name beziehungsweise Tierbezeichnung; Bezug offen].

Verehrung der zur Tötung Kumbhīnasas Bereiten; Verehrung der Freude im Geist Kumbhakaṇas [Vorlage: kumbhakaṇa, möglicherweise Kumbhakarṇa]; Verehrung dem Kronjuwel des Kula; Verehrung dem Kula; Verehrung der Tochter aus einem Töpferhaus; Verehrung der das Kronjuwel des Kula Liebenden; Verehrung der durch das Kula zu Verehrenden; Verehrung der durch das Kula zu Verehrenden.

Verehrung der ganz der Kula-Verehrung Hingegebenen; Verehrung dem Schmuck des Kula; Verehrung dem Leib beziehungsweise Bauch; Verehrung der von Scharen der Kurarī-Vögel Bedienten; Verehrung der Blüte des Kula; Verehrung der am Kula Erfreuten; Verehrung der ganz der Kula-Blüte Hingegebenen; Verehrung dem Gewand des Kula.

Verehrung der durch das Kula zu Verehrenden; Verehrung der so hell wie das Kula-Kuṇḍa Erstrahlenden; Verehrung der Freude des Kula-Kuṇḍa; Verehrung der ganz der Kuṇḍa-Blüte Hingegebenen; Verehrung derjenigen, deren Gesicht durch die Kuṇḍa-Blüte heiter ist; Verehrung derjenigen, deren Wesen das aus Kuṇḍa und Gola Entstehende ist; Verehrung der Grundlage dessen, was aus Kuṇḍa und Gola entsteht; Verehrung der ganz aus Kuṇḍa und Gola Bestehenden.

Verehrung der Kuhū [Neumondgestalt beziehungsweise Name]; Verehrung derjenigen, der Kuṇḍa und Gola so lieb wie das Leben sind; Verehrung der mit Kuṇḍa und Gola Verehrten; Verehrung der Freude im Geist des Kuṇḍa und Gola; Verehrung der durch Kuṇḍa und Gola Kraft Gewährenden; Verehrung der am Gott des Kuṇḍa Erfreuten; Verehrung der Zornigen; Verehrung der Höchsten, die Kula-Vollendung bewirkt.

Verehrung der dem Kula-Kuṇḍa Gleichgestaltigen; Verehrung der gleichen Ursprungs beziehungsweise gleicher Stätte wie das Kula-Kuṇḍa ist [samānabhū mehrdeutig]; Verehrung der Vollendung des Kuṇḍa; Verehrung der Fülle beziehungsweise dem Gedeihen des Kuṇḍa; Verehrung der zur Kumārī-Verehrung Bereiten; Verehrung der Lebenskraft der Kumārī-Verehrer; Verehrung der Wohnstätte der Kumārī-Verehrer; Verehrung der Kumārī, der jungfräulichen Göttin.

Verehrung der durch Begehren beziehungsweise Kāma Erfreuten; Verehrung der nach Kumārī-Verehrung Verlangenden.

Namensanrufungen 810–871

Verehrung der durch das Kumārī-Gelübde Erfreuten; Verehrung der die Gestalt der Kumārī Annehmenden; Verehrung der durch die Speisung der Kumārī Erfreuten; Verehrung der Kumārī; Verehrung der einen Sohn beziehungsweise Kumāra Gewährenden; Verehrung der Mutter Kumāras; Verehrung der Kula Gewährenden; Verehrung dem Ursprungsschoß des Kula.

Verehrung der Herrin des Kula; Verehrung dem Liṅga beziehungsweise Kennzeichen des Kula; Verehrung der Wonne des Kula; Verehrung der Anmutigen des Kula; Verehrung der Fehlschlüsse Tragenden [kutarkadhṛṣ; Lesung und Endung auffällig]; Verehrung der Kuntī; Verehrung der Geliebten des Kula; Verehrung der ganz dem Kula-Weg Hingegebenen.

Verehrung der Kullā; Verehrung der Kurukullā; Verehrung der Kullukā; Verehrung der die Wünsche des Kula Erfüllenden; Verehrung derjenigen, deren Glieder wie Donnerkeile sind; Verehrung der Kubjirikā, der gekrümmten Gestalt; Verehrung der die Wonne der Kubjikā Mehrenden [Vorlage: vardvinī]; Verehrung der dem Kula Zugehörigen beziehungsweise Edlen.

Verehrung der mit dem Gang eines Elefanten; Verehrung der zum Herrn der Elefanten Gehenden; Verehrung der Hüterin des Kula; Verehrung der mit Kula Ausgestatteten; Verehrung der Leuchte des Kula; Verehrung der Herrin des Kula-Yoga; Verehrung der Kuṇḍā [Gefäß beziehungsweise Becken; auch Name]; Verehrung derjenigen, deren Leib kuṅkumarot ist.

Verehrung der Freude an der Wonne des Kuṅkuma; Verehrung der im Kuṅkuma-Ozean Wohnenden; Verehrung der Blume; Verehrung der durch Blumen Erfreuten; Verehrung der Quelle des Kula; Verehrung der Schönen des Kula [Vorlage: kulasundayyai, wohl kulasundaryai]; Verehrung der an weißen Wasserlilien Reichen; Verehrung der Wasserlilie beziehungsweise dem Wasserlilienteich.

Verehrung der Geschickten beziehungsweise Heilvollen; Verehrung der Wohnstätte der Kulaṭā [einer außerhalb der ehelichen Ordnung lebenden Frau]; Verehrung der inmitten der Wohnstätte der Kulaṭā Befindlichen; Verehrung der durch die Gesellschaft der Kulaṭā Erfreuten; Verehrung der auf die Welt der Kulaṭā Ausgerichteten; Verehrung der Kuśāvartā; Verehrung der Kulāvarṇavā [auffällige Lesung; nicht stillschweigend zu Kulārṇavā geändert]; Verehrung der an der Praxis des Kulārṇava Erfreuten.

Verehrung der Geringelten beziehungsweise mit Ohrringen Geschmückten, Kuṇḍalī; Verehrung der ringförmig Gestalteten; Verehrung der Kumati [schlechtes Denken beziehungsweise Name; Bezug offen]; Verehrung der Besten des Kula; Verehrung der ganz dem Kula-Cakra Hingegebenen; Verehrung der unveränderlich Ruhenden, Kūṭasthā; Verehrung derjenigen, deren Blick verborgen beziehungsweise täuschend ist [kūṭa mehrdeutig]; Verehrung der Locke beziehungsweise Kuntalā.

Verehrung der lockenförmig Gestalteten; Verehrung derjenigen, deren Gestalt eine heilvolle Form ist; Verehrung der das Kūrca-Bīja Tragenden; Verehrung der Ku [Dativ kvai; Namensform nicht weiter erklärt]; Verehrung der an der Lautfolge kuṃ kuṃ kuṃ kuṃ Erfreuten; Verehrung der ganz der Lautfolge kruṃ kruṃ kruṃ kruṃ Hingegebenen.

Namensanrufungen 872–931

Verehrung der Wohnstätte der Lautfolge kuṃ kuṃ kuṃ; Verehrung der in der Wohnstätte der Hunde Wohnenden; Verehrung der mit Hundegesellschaft Verbundenen; Verehrung der unzählige Hundegestalten Besitzenden; Verehrung dem Anfang beziehungsweise Ursprung des Kūrca; Verehrung der Kūrca-Keimsilbe; Verehrung der ganz dem Japa des Kūrca Hingegebenen; Verehrung der Kulinī [mit Kula verbundene Namensform].

Verehrung der im Kula Gegründeten; Verehrung der höchsten Zuflucht des Kūrca-Halses [Wortverbindung unklar]; Verehrung derjenigen, deren Stirngegend die Kūrca-Vīṇā ist [Zusammensetzung ungeklärt]; Verehrung der am Kopf mit Kūrca Geschmückten; Verehrung der zum Kula-Baum Gegangenen beziehungsweise in ihm Befindlichen; Verehrung der Schildkröte, Kūrmā; Verehrung der auf dem Schildkrötenberg Wohnenden; Verehrung dem Bindu des Kula.

Verehrung der Śivā des Kula; Verehrung der ganz der Kraft des Kula Hingegebenen; Verehrung der wie das Juwel des Kula-Bindu Erstrahlenden; Verehrung der im Kuṅkuma-Baum Wohnenden; Verehrung der durch das Streicheln beziehungsweise Drücken der Brüste Erfreuten; Verehrung der ganz dem Japa an den Brüsten Hingegebenen [Bezug des Kompositums nicht näher ausgeführt]; Verehrung der durch die Berührung der Brüste Erfreuten; Verehrung der durch die Umarmung der Brüste Freude Gewährenden.

Verehrung der einen schlechten Daseinsweg Vernichtenden; Verehrung der Verehrung Kuberas beziehungsweise der von Kubera Verehrten [kuberārcā als zusammengesetzte Form mehrdeutig]; Verehrung der Quelle der Brüste; Verehrung der Führerin des Kula; Verehrung der schlecht Singenden beziehungsweise dem schlechten Gesang [kugāyanā; auffälliges Epitheton]; Verehrung der Brüste Tragenden; Verehrung der Kumātṛ [wörtlich „schlechte Mutter“; Bezug offen]; Verehrung derjenigen, deren Zähne Kunda-Blüten gleichen.

Verehrung der schlecht beziehungsweise schwer zu Besingenden [kugeyā mehrdeutig]; Verehrung der einem Hohlraum beziehungsweise einer Höhle Gleichenden; Verehrung der Kugeyākughnadārikā [Wortgrenzen und Bedeutung nicht sicher zu erschließen]; Verehrung dem Ruhm; Verehrung der Kirātinī, der Frau des Kirāta-Volkes; Verehrung der Feuchten beziehungsweise Benetzten; Verehrung der Kinnarā; Verehrung der Kinnarī.

Verehrung der Handlung beziehungsweise Ritualhandlung; Verehrung dem Laut krīṃ; Verehrung der dem Japa von krīṃ Hingegebenen; Verehrung derjenigen, deren Gestalt der Mantra krīṃ hūṃ strīṃ ist; Verehrung derjenigen, deren seitlicher Blick vielfarbig schimmert; Verehrung der jugendlichen Göttin; Verehrung der Kronenträgerin; Verehrung der Sprache der Insekten.

Verehrung dem Ursprungsschoß der Insekten; Verehrung der Mutter der Insekten; Verehrung der Insekten Gewährenden; Verehrung der Kiṃśuka-Pflanze; Verehrung der Kīramāṣā [Lesung und Zusammensetzung ungeklärt]; Verehrung der Essenz der Handlung; Verehrung der mit Handlungskraft Ausgestatteten; Verehrung der ganz der Lautfolge kīṃ kīṃ Hingegebenen.

Verehrung derjenigen, deren Gestalt der Mantra klīṃ klīṃ klū/ klaiṃ kloṃ ist [Zeichenfolge der Vorlage erhalten]; Verehrung derjenigen, deren Wesen kāṃ kīṃ kūṃ kaiṃ ist; Verehrung derjenigen, deren Wesen der Mantra kaḥ phaṭ ist; Verehrung der Freude am Schmuck aus Ketakī.

Namensanrufungen 932–992

Verehrung der mit Ketakī-Schmuck Versehenen; Verehrung der Kaikadā [Lesung und Bedeutung ungeklärt]; Verehrung der Haarreichen; Verehrung der ganz auf die Vernichtung Keśīs Gerichteten; Verehrung derjenigen, deren Gestalt das Haar ist; Verehrung der mit gelöstem Haar beziehungsweise vom Haar Befreiten [keśamuktā mehrdeutig]; Verehrung der Kaikeyī; Verehrung der Kauśikī.

Verehrung der weißen Wasserlilie; Verehrung der Freude der weißen Wasserlilie; Verehrung der Keśarā [Staubfaden, Mähne oder Pflanzenbezeichnung; Bezug offen]; Verehrung der Banner- beziehungsweise Ketu-Gestaltigen; Verehrung derjenigen, deren Herz von Keśava verehrt wird; Verehrung derjenigen, deren Geist Keśava zugewandt ist; Verehrung der Schwäche beziehungsweise Unvermögen Vernichtenden; Verehrung der durch den Japa der Keimsilben klaiṃ und klaiṃ Erfreuten.

Verehrung der Kausalyā; Verehrung der Kośalākṣī [Lesung und Namensbildung nicht sicher aufzulösen]; Verehrung der Hülle beziehungsweise Schatzkammer; Verehrung der Zarten; Verehrung der in Kolāpura Wohnenden; Verehrung der Vernichterin des Kolāsura; Verehrung der zehn Millionen Gestalten Besitzenden beziehungsweise Koṭi-Gestaltigen; Verehrung der an Koṭi Erfreuten [zehn Millionen beziehungsweise Spitze; Bezug offen].

Verehrung der Zornigen; Verehrung der Zorngestaltigen; Verehrung dem Ruf des Pfaus; Verehrung der Kokilā, dem Kuckuck; Verehrung der Koṭi [Spitze, Grenze oder zehn Millionen]; Verehrung der ganz zehn Millionen Mantras Hingegebenen; Verehrung der mit unendlich vielen Millionen Mantras Verbundenen; Verehrung der Kai-Gestaltigen [Namens- beziehungsweise Lautbestandteil ungeklärt].

Verehrung der in Kerala Zuflucht Habenden; Verehrung der in der Praxis Keralas Kundigen; Verehrung der im Haus des Herrschers von Kerala Wohnenden; Verehrung der im Āśrama von Kedāra Ruhenden; Verehrung der von Kedāreśvara Verehrten; Verehrung der Zorngestaltigen; Verehrung der Stätte beziehungsweise dem Zustand des Zorns; Verehrung der Mutter des Zorns.

Verehrung der Kauśikī; Verehrung der einen Bogen Tragenden; Verehrung der Krauñcā [Vogel- oder Bergname; Bezug offen]; Verehrung der Kauśalyā; Verehrung der auf dem Kaula-Weg Gehenden; Verehrung der Kaulinī; Verehrung der von Kaulikas zu Verehrenden; Verehrung der im Haus der Kaulikas Wohnenden.

Verehrung der Neugierigen beziehungsweise am Festspiel Erfreuten; Verehrung dem Mondlicht, Kaumudī; Verehrung der Kaulā; Verehrung der Kaumārī; Verehrung der von den Kauravas Verehrten; Verehrung der Kauṇḍinyā; Verehrung der Kauśikī; Verehrung derjenigen, deren Gestalt in der Flamme des Zorns erstrahlt.

Verehrung der Flamme von zehn Millionen Feuern der Zeit; Verehrung derjenigen, deren Leib zehn Millionen Sonnen gleicht; Verehrung der Kṛttikā; Verehrung der Schwarzfarbigen; Verehrung der Dunklen, Kṛṣṇā.

Namensanrufungen 993–1000

Verehrung der Kṛtyā [Tat beziehungsweise rituell hervorgebrachte Macht]; Verehrung der nach Handlung Verlangenden; Verehrung derjenigen, deren Glieder Kuśa-Gras gleichen [Vorlage: kuśāṅgī]; Verehrung derjenigen, die das zu Vollbringende vollbracht hat; Verehrung derjenigen, deren Gestalt kraḥ phaṭ svāhā ist; Verehrung derjenigen, deren Laute den Mantra krauṃ krauṃ hū/ phaṭ bilden [Zeichenfolge der Vorlage erhalten]; Verehrung der mit krīṃ hrīṃ hū/ phaṭ namaḥ verbundenen Svadhā [Formel als Name; Wortverbindung der Vorlage mehrdeutig]; Verehrung derjenigen, deren Gestalt der Mantra krīṃ krīṃ hrīṃ hrīṃ sowie hrū/ hrū/ phaṭ svāhā ist [tathā bedeutet „sowie“; Schrägstriche wie in der Vorlage].

Schlussformel:

„Damit ist die erhabene Tausendnamenfolge in Dativformen zur allumfassenden Herrschaft und Erkenntniskraft vollständig.“

Textanmerkung: Der Sanskrittitel lautet śrīsarvasāmrājyamedhācaturthyantanāmasahasrakam. Die Verbindung sarvasāmrājyamedhā wird vorläufig als Verbindung von umfassender Herrschaft und geistiger Erkenntniskraft verstanden. Die Schlussformel erklärt die Namensfolge, nicht das gesamte Kālī-Tantra oder den gesamten Śāktapramoda, für beendet.

Vorbereitung und Nyasa

Nun verehre und speise man eine Kumārī und eine Suvāsinī. Die Reihenfolge ist folgende:

Man bringe die Kumārī in den Raum der Verehrung, umschreite sie rechtsherum und bade sie, wobei man mit dem Einreiben beziehungsweise Abreiben des Körpers und den weiteren Reinigungen beginnt. Man pflege ihren Körper mit wohlriechendem Öl. Nachdem man ihr Haar geordnet hat, trage man Sindūra auf die Stirn, Augenschwärze an die Augen und Sandelpaste auf den ganzen Körper auf. Man schmücke sie mit Gewändern und Schmuck, wasche ihre Füße, lasse sie auf dem Sitz Platz nehmen und erfrische ihren Mund mit Tāmbūla. Nachdem der Verehrende auch an sich selbst den Nyāsa ausgeführt hat, vollziehe er die Einsetzung an den sechs Gliedern:

Oṃ klāṃ. O Kumārī des Kula, Verehrung dem Herzen; Oṃ klīṃ. O Kumārī des Kula, dem Haupt: svāhā; Oṃ klūṃ. O Kumārī des Kula, der Scheitelhaarlocke: vaṣaṭ; Oṃ klaiṃ. O Kumārī des Kula, dem Schutzpanzer: hum; Oṃ klauṃ. O Kumārī des Kula, den drei Augen: vauṣaṭ. Die Anrede ist in der Vorlage hier als kulamumārike verschrieben; Oṃ klaḥ. O Kumārī des Kula, der Waffe: phaṭ.

Dann folgen die Mātṛkā-Einsetzungen an den Körpergliedern, und zwar so:

  • Aṃ, Verehrung.: An der Stirn.
  • Āṃ, Verehrung.: Am Umriss des Gesichtes.
  • Iṃ, Verehrung.: Am rechten Auge.
  • Īṃ, Verehrung.: Am linken Auge.
  • Uṃ, Verehrung.: Am rechten Ohr.
  • Ūṃ, Verehrung.: Am linken Ohr.
  • Ṛṃ, Verehrung.: An der rechten Nasenseite.
  • Ṝṃ, Verehrung.: An der linken Nasenseite.
  • Ḷṃ, Verehrung.: An der rechten Wange.
  • Ḹṃ, Verehrung.: An der linken Wange.
  • Eṃ, Verehrung.: An der Oberlippe.
  • Aiṃ, Verehrung.: An der Unterlippe.
  • Oṃ, Verehrung.: An der oberen Zahnreihe.
  • Auṃ, Verehrung.: An der unteren Zahnreihe.
  • Aṃ, Verehrung.: Am Kopf.
  • Aḥ, Verehrung.: Am Mund.

Danach meditiere man:

Erläuterung zur Übersetzung: Kumārī bezeichnet hier das als Göttin verehrte Mädchen; Suvāsinī eine verheiratete Frau, deren Ehemann lebt. Der Eingangssatz nennt beide und fordert auch ihre Speisung. Die folgenden Einzelanweisungen sprechen ausdrücklich von der Kumārī; eine eigenständige Suvāsinī-Abfolge wird an dieser Stelle nicht ausgeschrieben. Kula bleibt als Begriff der tantrischen Überlieferung stehen. Nyāsa bedeutet die rituelle Einsetzung der Mantras; „sechs Glieder“ bezeichnet hier Herz, Haupt, Scheitelhaarlocke, Schutzpanzer, drei Augen und Waffe. Nicht alle diese Bezeichnungen sind gewöhnliche anatomische Körperteile. Die Vorlage nennt keine einzelnen Handgesten.

Textanmerkung: Bei der Einsetzung am Kopf steht in der Datei erneut aṃ, ebenso wie am Beginn der Reihe bei der Stirn. Diese Wiederholung wird unverändert wiedergegeben. Bei der ersten Sechsgliederfolge sind die Abschlüsse namaḥ, svāhā, vaṣaṭ, hum, vauṣaṭ und phaṭ verschieden. Diese Unterschiede werden nicht angeglichen. Die Lautsilben werden bewahrt, nicht mit einer erfundenen Wortbedeutung übersetzt.

Meditationsbild

[Man meditiere über sie:] Weiß wie Muschelschale, Kunda-Jasmin und Mond, mit zwei Armen, die Gewährung von Gaben und Furchtlosigkeit [anzeigend]; im großen Lotus inmitten des Mondes durch ihren Ausdruck und ihre anmutigen Gebärden strahlend.

Textanmerkung: Die Wendung candramadhyamahāmbhojabhāvahāvavirājitām ist gedrängt. Die Übersetzung versteht candra-madhya-mahāmbhoja als den großen Lotus innerhalb des Mondes und bhāva-hāva als Ausdruck und anmutige Gebärde. Die genaue Verbindung der Glieder bleibt ohne weitere Textzeugen vorläufig. „Anzeigend“ ergänzt den im knappen varadābhayām mitgemeinten Bezug auf die beiden Handhaltungen.

Innere und äußere Opfergaben

Nachdem man so meditiert hat, verehre man sie vollständig mit innerlich dargebrachten Opfergaben. Man meditiere erneut und vollziehe die Verehrung [mit den äußeren Gaben], und zwar:

„Dies ist Wasser zum Waschen der Füße. Hrīṃ, Verehrung der Kumārī des Kula.“

Ebenso verehre man sie mit der folgenden Mantraformel:

„Dies ist das ehrende Empfangswasser; dies ist Wasser zum Mundspülen; dies ist Salbe; dies sind ungebrochene Reiskörner; dies sind Blüten; dies ist Räucherwerk; dies ist Licht; dies ist die Speisegabe; dies ist Tāmbūla. Hrīṃ, Verehrung der Kumārī des Kula.“

Danach verehre man mit dem Sechsgliedermantra die sechs Glieder, und zwar wie folgt.

Zu den Darbringungen: Die Vorlage nennt zuerst pādya, Wasser für die Füße, und reiht anschließend neun weitere Gaben aneinander. Sie schreibt die zweite Reihe als zusammenhängenden Text mit einem gemeinsamen Schluss hrīṃ kulakumārikāyai namaḥ. Die folgende Aufgliederung macht die Zuordnung der einzelnen Gaben sichtbar; sie ist eine redaktionelle Lesehilfe, keine zusätzlich überlieferte Mantrareihe:

Dies ist Wasser zum Waschen der Füße; Dies ist das ehrende Empfangswasser; Dies ist Wasser zum Mundspülen; Dies ist Salbe beziehungsweise duftende Paste; Dies sind ungebrochene Reiskörner; Dies sind Blüten; Dies ist Räucherwerk; Dies ist Licht.

Dies ist die Speisegabe; Dies ist Tāmbūla, die Betelgabe.

Verehrung der sechs Glieder und der Paduka

Oṃ klāṃ. O Kumārī des Kula, Verehrung dem Herzen; Oṃ klīṃ. O Kumārī des Kula, Verehrung dem Haupt; Oṃ klūṃ. O Kumārī des Kula, Verehrung der Scheitelhaarlocke; Oṃ klaiṃ. O Kumārī des Kula, Verehrung dem Schutzpanzer; Oṃ klauṃ. O Kumārī des Kula, Verehrung den drei Augen; Oṃ klaḥ. O Kumārī des Kula, Verehrung der Waffe.

Nachdem man die Glieder so verehrt hat, bringe man dreimal eine Gabe aus Blüten in den zusammengelegten Händen dar, mit den Worten:

oṃ hrīṃ haṃsaḥ kulakumārikāśrīpādukāṃ pūjayāmi
„Oṃ hrīṃ haṃsaḥ. Ich verehre die heilige Pādukā der Kumārī des Kula.“

Dann verehre man Kālī, und zwar wie folgt.

Erläuterung: Pādukā bedeutet Fußbekleidung beziehungsweise Sandale und steht in dieser Verehrungsformel für die heilige Fußrepräsentation. Haṃsaḥ bleibt hier als Bestandteil der Mantraformel erhalten; seine lexikalische Bedeutung ist „Schwan“ beziehungsweise „Gans“. Der Text erläutert seine mantrische Funktion an dieser Stelle nicht. Bei dieser zweiten Sechsgliederfolge endet tatsächlich jede Formel mit namaḥ.

Die sechzehn Namensanrufungen

Oṃ aiṃ. Verehrung der Sandhyā, der Dämmerung; Oṃ aiṃ. Verehrung der Sarasvatī; Oṃ aiṃ. Verehrung der Dreigestaltigen; Oṃ aiṃ. Verehrung der Kālikā; Oṃ aiṃ. Verehrung der Glückbegabten; Oṃ aiṃ. Verehrung der Umā; Oṃ aiṃ. Verehrung der Girlandenträgerin; Oṃ aiṃ. Verehrung der Kubjikā, der Gekrümmten.

Oṃ aiṃ. Verehrung jener, die die Zeit in sich einzieht; Oṃ aiṃ. Verehrung der Unbesiegten; Oṃ aiṃ. Verehrung der Rudrāṇī, der Gefährtin Rudras; Oṃ aiṃ. Verehrung der Bhairavī, der Furchtgebietenden; Oṃ aiṃ. Verehrung der Mahālakṣmī, der großen Lakṣmī; Oṃ aiṃ. Verehrung der Herrin des heiligen Sitzes; Oṃ aiṃ. Verehrung der Kennerin des Feldes; Oṃ aiṃ. Verehrung der Carccikā.

Danach bringe man unter Rezitation des Grundmantras dreimal eine Blütengabe in den zusammengelegten Händen dar, umschreite [die Verehrte] rechtsherum und verneige sich. Die dabei zu sprechende Mantraformel lautet wie folgt.

Erläuterung: Die Zahl 16 der Vorlage bezeichnet hier den Umfang der Anrufungsreihe. Kṣetra, das „Feld“, kann auch den Körper oder einen heiligen Bereich bezeichnen; der Name selbst legt hier keine dieser Deutungen allein fest. Carccikā bleibt als Göttinnenname erhalten. Mit mūlena verweist die Anweisung auf das Grundmantra, ohne es an dieser Stelle auszuschreiben. Dieser Verweis wird nicht durch eine aus einer anderen Überlieferung ergänzte Formel ersetzt.

Gebet der Verehrung

1. Oṃ. Du von der Welt Verehrte, du von der Welt Gepriesene, du Verkörperung aller Kräfte! Nimm diese Verehrung an, o Kaumārī, Mutter der Welt. Dir sei Verehrung.

2. Ich verehre Tripurā, die aus den drei Guṇas besteht, die Erhalterin, deren Wesen der Weg der Erkenntnis ist: die in den drei Welten verehrte Göttin, die Dreigestaltige.

Erläuterung: Tripurā bleibt als Göttinnenname stehen; die wörtliche Namensbildung verweist auf „drei Städte“. Die drei Guṇas sind die drei Eigenschaften der Natur. Dhātrī kann auch „Trägerin“ oder „Schöpferin“ bedeuten.

3. Ich verehre Kalyāṇī, die Heilvolle: deren Wesen die Zeit ist, die sich vor der Zeit fürchtet, deren Herz Mitgefühl ist, die Segensreiche, die Mutter des Mitgefühls, die Ewige.

Textanmerkung: Die Vorlage liest tatsächlich kālabhītām, wörtlich „die sich vor der Zeit [oder dem Tod] fürchtet“. Dies steht in einer auffälligen Spannung zum unmittelbar vorausgehenden kālātmikām, „deren Wesen die Zeit ist“. Die Lesung wird nicht stillschweigend in „die von der Furcht vor der Zeit befreit“ oder „die von der Zeit gefürchtet wird“ umgedeutet. Ob ein Überlieferungsfehler vorliegt, bleibt offen.

4. Ich verehre Rohiṇī, die mit den Fähigkeiten des Winzigwerdens und den weiteren [außergewöhnlichen Fähigkeiten] ausgestattet ist, deren Wesen die mit dem Laut a beginnenden Vokale sind, die in den unterschiedlichen Formen der Śakti besteht, die Lakṣmī.

Textanmerkung: Aṇimā bezeichnet das Winzigwerden; die weiteren Fähigkeiten werden nur durch ādi, „und so weiter“, mitgenannt. Die beschädigte Schreibung śaktibhedātmikā/llakṣmīṃ wird in der Übersetzung als Verbindung von śakti-bhedātmikām und lakṣmīm verstanden; der Schrägstrich bleibt im Quelltext sichtbar. Rohiṇī ist ein Eigenname, der sprachlich Wachstum beziehungsweise das Rötliche anklingen lassen kann; eine bestimmte dieser Bedeutungen wird hier nicht festgelegt.

5. Ich verehre Kāminī, die Begehrende: die Trägerin der Kalās, die selbst die Gestalt der Kalās hat, deren Wesen der grimmige Kāla ist, die Wünsche gewährt und Mitgefühl trägt.

Textanmerkung: Kalā kann hier Teilkraft, Kunst oder Mondphase bedeuten; der Vers grenzt die Bedeutung nicht eindeutig ein. Kālacaṇḍasvarūpiṇīm wird vorläufig als „deren Wesen der grimmige Kāla ist“ aufgefasst. Kāla kann Zeit, Tod oder die entsprechende göttliche Gestalt bezeichnen. Karuṇādhārām wird als „Trägerin des Mitgefühls“ verstanden; die alternative Trennung mit dhārā, „Strom“, bleibt sprachlich möglich.

6. Ich verneige mich vor der Herrin der Götter und verehre Caṇḍikā: die einen wilden Strom bildet, deren Māyā gewaltig ist, die Vernichterin von Caṇḍa und Muṇḍa.

Textanmerkung: Caṇḍadhārām wird vorläufig wörtlich als „die einen wilden Strom bildet“ verstanden; dhārā kann auch eine Schneide bezeichnen. Caṇḍamāyām bezeichnet die gewaltige beziehungsweise furchtbare Māyā, die Macht der Erscheinung. Der Wortlaut wird nicht zu einem im Text ungenannten Waffenattribut erweitert.

7. Ich verehre Śaṅkarī, die Segen Bringende: die Glück und Wonne schafft, die Friedvolle, vor der sich alle Götter verneigen, die Göttin, deren Wesen alle Lebewesen sind.

8. Im schwer zugänglichen und schwer zu überwindenden [Bereich] verehre ich stets mit Hingabe Durgā, die die drei Arten des Leidens vernichtet. O Durgā, ich verneige mich vor dir.

Textanmerkung: Durgame dustare enthält zwei Ortsbestimmungen ohne ausdrücklich genanntes Bezugswort; „Bereich“ ergänzt dieses im Deutschen. Der Vers nennt die Dreiheit des Leidens, zählt ihre einzelnen Arten hier aber nicht auf. Das abschließende durge wird als Anrede an die Göttin gelesen.

9. Ich verneige mich vor Subhadrā, der schönen Göttin, die im Glanz der Goldfarbe leuchtet, die Glück und günstiges Geschick schenkt, die das Gute und Segensreiche hervorbringt.

Erläuterung: Subhadrajananīm wird hier als „die das Gute und Segensreiche hervorbringt“ verstanden. Auch der Name Subhadrā trägt die Bedeutung des Guten und Glückverheißenden.

Lichtverehrung, Gabe und Entlassung

Danach bringe man eine Ārati dar, die mit Dochten aus Kampfer und ähnlichen Stoffen bereitet ist. Man gebe auch die Dakṣiṇā, verneige sich und entlasse [die Verehrte].

Kaumārī, Tripurā, Kalyāṇī, Rohiṇī, Kāminī, Caṇḍikā, Śaṅkarī, Durgā und Subhadrā: Dies sind die Namen der Kumārī.

Erläuterung: Die neun abschließend genannten Namen entsprechen den neun Gebetsversen. Sie sind von der vorhergehenden Reihe mit sechzehn Namen zu unterscheiden. Die Vorlage ordnet hier weder dieser neunteiligen noch der sechzehnteiligen Reihe bestimmte Lebensalter zu. Dakṣiṇā bezeichnet die rituelle Gabe. Die anfangs verlangte Speisung erhält in diesem Abschnitt keine eigene, weiter ausgeführte Reihenfolge.

Ritualabschluss und verkürzte Puja

Danach bringe man eine Bali-Gabe von einem Ziegenbock und dergleichen dar. Das Verfahren: Man schmücke den Ziegenbock mit Sindūra und weiteren Stoffen, besprenge ihn dreimal mit Arghya-Wasser unter der Formel „durge durge rakṣiṇī svāhā“ – „Durgā, Durgā, Beschützerin, svāhā“ – und bade ihn mit der folgenden Anrufung.

Einordnung: Hier beginnt die historische Beschreibung eines Tieropfers. Die Übersetzung gibt die Aussagen und Handlungen der Quelle wieder.

Oṃ. Vārāhī, Yamunā, Gaṅgā, Karatoyā, Sarasvatī, Kāverī, Candrabhāgā sowie Sindhu, Bhairava und die Meere … [Die Anrufung wird im folgenden Absatz fortgesetzt; die Trennung von sindhubhairavasāgarāḥ bleibt vorläufig.]

… o große Herrin, stelle bei diesem Bad des Ziegenbocks hier ihre Gegenwart her. [Verehrung] dem Vernichter der Fessel des Opfertieres, dem auf dem Hemakūṭa Weilenden, dem Höchsten, dem an höchster Stätte Stehenden und der Gestalt des Hūṃ-Lautes.

Textanmerkung: Der Text wechselt von der weiblichen Anrede zu männlichen Dativformen. Ein Verb wie „Verehrung sei“ ist in der zweiten Satzhälfte mitverstanden, aber nicht ausgeschrieben.

Dann besprenge man [das Tier] dreimal mit duftendem Wasser und spreche mit zusammengelegten Händen:

Oṃ. Ziegenbock, durch großes Glück bist du in der Gestalt einer Opfergabe hierhergekommen. Stets verneige ich mich hingebungsvoll vor dir, dem Gestalthaften, der die Gestalt einer Bali-Gabe trägt.

Dir, der die Not des Gebers vernichtet, der Caṇḍikā erfreuen möchte; dir, der die Gestalt einer Bali-Gabe für Caṇḍikā hat, o Opfergabe, sei wieder und wieder Verehrung.

Die Opfertiere sind vom Selbstentstandenen selbst für das Opfer geschaffen worden. Deshalb werde ich dich töten; aus diesem Grund gilt das Töten im Opfer als Nichttöten.

Einordnung: Dies ist die im Quelltext vorgetragene rituelle Rechtfertigung der Tötung.

Danach folgt die Verehrung an den Seiten. [Die Vorlage schreibt pāśvapūjā; als pārśva-pūjā verstanden.]

Jeweils dreimal: „Oṃ, Verehrung der Jayantī, der Siegreichen“; „Oṃ, Verehrung der Maṅgalā, der Heilvollen“; „Oṃ, Verehrung der Kālī“; „Oṃ, Verehrung der Bhadrakālī“; „Oṃ, Verehrung der Mānastokā“ [Name unsicher]; „Oṃ, Verehrung der Vijayā, der Sieghaften“; „Oṃ, Verehrung der Aparājitā, der Unbesiegten“. In der Mitte: „Oṃ, Verehrung der Anantā, der Unendlichen“.

Dann verehre man jedes Körperglied: am Kopf „Verehrung der Blutgesichtigen“; an der Wange „Verehrung der Caṇḍikā“; an den Augen „Verehrung Mond und Sonne“; an den Ohren „Verehrung Bṛhaspati“; an der Nase „Verehrung Sarasvatī“; an der Zunge „Verehrung der Ugradantikā, der Furchtbarzähnigen“; am Hals „Verehrung der Mahādantikā, der Großzähnigen“; am Bauch „Verehrung der Erde“; an den vier Beinen „Verehrung Dharma“.

Dann nehme man Wasser in die Hand und besprenge das Tier mit: „Oṃ hrīṃ śrīṃ. Für Caṇḍikā in Tiergestalt, deren Leib vom Varuṇa-Kreis bewohnt ist, besprenge ich dieses Tier. Svāhā.“ Dies ist die Besprengung des Opfertieres.

Danach nehme man Sesam, Kuśa-Gras und Wasser und spreche: „Oṃ. Heute, in dem und dem Monat, in der und der Monatshälfte, am soundsovielten Mondtag, aus dem und dem Gotra ich, der ehrwürdige N. N. Śarmā, wünsche die Freude der erhabenen Dakṣiṇakālikā für jeweils zehn Jahre entsprechend der Zahl der Ziegenböcke und werde dir, der erhabenen Göttin Dakṣiṇakālikā, diese dem Feuer zugeordneten Ziegenböcke töten.“

Textanmerkung: Die lange Zeitangabe wird als zehn Jahre je Ziegenbock verstanden; die Zusammensetzung ist sperrig. Amuka bezeichnet die im Vollzug einzusetzenden Angaben, keinen wirklichen Personennamen.

Danach verehre man das Schwert mit Duftstoff und den weiteren Gaben:

Oṃ. Den Schwarzen, der Pināka in der Hand hält, dessen Gestalt die Nacht des Todes ist; den Furchtbaren, dessen Mund und Augen rot sind, der rote Girlanden und rote Salbung trägt der rote Gewänder trägt, eine Schlinge in der Hand hält und zu seiner Hausgemeinschaft gehört; der Blut trinkt und die Gesamtheit der Ahnenopfergaben verzehrt.

Textanmerkung: Kuṭumbin bedeutet Hausherr beziehungsweise Angehöriger einer Familie; seine konkrete Bedeutung in diesem Meditationsbild bleibt offen. Die Vorlage liest kavya, die Ahnenopfergabe.

Man verehre [das Schwert] dreimal mit „oṃ kāli kāli vajreśvarī lauhadaṇḍāya namaḥ“ – „Oṃ, Kālī, Kālī, Vajreśvarī; Verehrung dem Eisenstab“. [Der Wechsel der grammatischen Anrede bleibt erhalten.] Man zeichne mit Sindūra und dergleichen den Laut hrīṃ darauf und verehre es mit „khaṅgāya namaḥ“ – „Verehrung dem Schwert“.

Dann lasse man die Bali-Gāyatrī am Ohr des Opfertieres erklingen: „hrīṃ balirūpāya vidmahe devīpriyāya dhīmahi tan naḥ paśuḥ pracodayāt“ – „Hrīṃ. Wir erkennen den in Opfergestalt; wir meditieren über den der Göttin Lieben. Möge das Opfertier uns antreiben.“ Danach richte man das folgende Gebet an das Schwert.

Oṃ. Asi, Viśasana, Khaḍga, Tīkṣṇadhāra, Durāsada, Śrīgarbha, Vijaya und Dharmapāla – dir sei Verehrung. Dies sind deine acht Namen, vom Schöpfer selbst ausgesprochen: Schwert, Zerschneider, Klinge, Scharfschneidiger, Unnahbarer, Schoß des Glanzes, Sieg und Beschützer des Dharma.

Dein Mondhaus ist Kṛttikā, dein Lehrer ist der Gott Maheśvara. Die Rohiṇīs sind dein Leib; der Gott Janārdana ist der Einsetzer. Dein Vater ist der göttliche Großvater. Beschütze du mich jederzeit.

Du gleichst einer dunklen Regenwolke, hast scharfe Hauer und einen schmalen Bauch; du bist im Wesen rein, unnachgiebig und überaus strahlend. Dir, jenem reinen, scharfschneidigen Schwert, durch das diese Erde getragen und Mahiṣāsura getötet wurde, sei Verehrung.

Man betrachte [das Schwert] als Zunge Caṇḍikās und töte [das Opfertier] mit einem einzigen Schlag.

„Wir erkennen die Fessel des Opfertieres; wir meditieren über Viprakarṇa. Möge der Ziegenbock uns antreiben.“

Textanmerkung: In der letzten Gāyatrī lautet die Vorlage paśupāśāya, „der Fessel des Tieres“. Viprakarṇa ist nicht sicher erschlossen und bleibt als Bezeichnung erhalten. Die Handlungsanweisung steht innerhalb des zusammenhängend zitierten Abschnitts. Rohiṇyaḥ ist eine auffällige Mehrzahlform.

Man lege das gesamte Blut und den Kopf vor die Göttin und entzünde [die Leuchte; der folgende Wortlaut über gleichmäßiges Füllen und die Opfergabe ist beschädigt]. Die Leuchte [steht] nahe beim Fleisch. Mit „krauṃ kraṃ namo namaḥ“ – „Krauṃ kraṃ, Verehrung, Verehrung“ – bringe man auf jedem Kopf eine Leuchte dar.

Dann vollziehe man die Sättigungsgaben mit diesen Formeln: im Osten „Ich sättige Cāmuṇḍā; Verehrung“; im Süden „Ich sättige die Yoginī; Verehrung“; im Westen „Ich sättige die Ḍākinī; Verehrung“; im Norden „Ich sättige Bhairavī; Verehrung“; im Südosten „Ich sättige Vidārikā, die Zerreißerin; Verehrung“; im Südwesten „Ich sättige Pāparākṣasī; Verehrung“; im Nordwesten „Ich sättige Pūtanā; Verehrung“; im Nordosten „Ich sättige Kālikā; Verehrung“.

Textanmerkung: Die Zeichenfolge samabhāgena saṃpūrṇamparamaṅkavirdīpayet lässt sich nicht sicher syntaktisch herstellen. Samabhāgena bedeutet „zu gleichen Teilen“, saṃpūrṇam „vollständig gefüllt“, paramam „höchstes/vorzügliches“; kavir beziehungsweise die anschließende Worttrennung bleibt ungeklärt. Die Übersetzung erfindet dafür keine konkrete zusätzliche Handlung.

„Oṃ. Heute, im Wunsch, die erhabene Dakṣiṇakālikā zehn Jahre ununterbrochen zu erfreuen, übergebe ich dir, der erhabenen Göttin Dakṣiṇakālī, dieses Ziegenblut samt Kopf, das Viṣṇu als Gottheit zugeordnet ist.“ Damit endet die Vorschrift zur Darbringung des Ziegenbocks.

Danach folgt die Ārati. In einem Gefäß aus Gold oder einem anderen entsprechenden Material zünde man elf weiße, mit Kampfer versehene Dochte auf einer Grundlage aus Weizenmehlteig an. Man vollziehe Besprengung und die weiteren Handlungen in der bei der Räucherwerkdarbringung angegebenen Weise und bringe die Ārati dar.

Das Ārati-Gefäß besprenge man mit phaṭ, verehre es mit namaḥ und trockne es mit zwölf Wiederholungen des Wind-Bīja yam. Man lege den rechten Handrücken auf die linke Handfläche und verbrenne [Unreinheit] mit dem Bīja ram. Dann lege man die rechte Handfläche auf den linken Handrücken und verwandle mit sechzehn Wiederholungen von vam und der Dhenu-Mudrā [die Gabe] in Nektar. Man bespreche sie achtmal mit dem Grundmantra.

Man verehre die Glocke mit „jayadhvani mantramātaḥ svāhā“ – „O Klang des Sieges, Mutter der Mantras, svāhā“ [Worttrennung vorläufig]. Man berühre [das Gefäß] mit dem linken Zeigefinger und spreche den Grundmantra sowie: „Oṃ. Diese göttliche Ārati, versehen mit Kampferdochten und mit Feuer verbunden, nimm an, Herrin der Welt.“

Unter erneuter Rezitation des Grundmantras spreche man: „Dies ist die Ārati für sie samt ihren Gliedern, Waffen, ihrer Streitmacht und ihrem Reittier, ihrem Gefolge und ihren Umkreisen. Ich verehre die erhabene Dakṣiṇakālikā; Verehrung.“ Man gebe Wasser dar und schwenke [das Licht] zehnmal auf Augenhöhe.

Dann verehre man sie dreimal mit je einer Blütengabe in zusammengelegten Händen: „Ich verehre die erhabene Dakṣiṇakālikā zusammen mit Mahākāla, mit Waffen, Reittier und Gefolge; Verehrung.“ Man sättige sie dreimal. Anschließend zeige man wie zuvor Yoni-Mudrā und die weiteren Mudrās. Man zeige Sonnenschirm und Wedel, nehme eine Blütengabe in die zusammengelegten Hände und spreche die folgenden vier Verse.

1. Die Erkenntniskraft ist als Bogen vorgestellt, [ebenso] Spiegel und glückverheißende Gegenstände. Die vielfältige Bewegung des Geistes ist dir als Tanz vorgestellt.

Textanmerkung: Śarāsana bedeutet Bogen; die anschließenden Akkusative Spiegel und Glückszeichen sind syntaktisch locker angeschlossen.

2. Die Klänge sind als Gesang vorgestellt, entsprechend den verschiedenen Lauten und Instrumenten. Deine Lotusse sind von mir als Sonnenschirme vorgestellt, o Herr.

3. Suṣumnā ist als Banner vorgestellt, Prāṇa und die weiteren [Lebenskräfte] als … [Lesung vāśarātmanā unklar]. Das Ichbewusstsein ist als Elefant vorgestellt, die Geschwindigkeit als Wagen.

Textanmerkung: Die unklare Zeichenfolge wird nicht stillschweigend in cāmarātmanā, „als Wedel“, geändert.

4. Die Sinne haben die Gestalt von Pferden, die Sinnesgegenstände wie der Klang [bilden] den Weg; der Geist ist als Zügel, die unterscheidende Erkenntnis als Wagenlenker [vorgestellt] … [Die Vorlage liest śabdādīnthavartmanā; die Verbindung zu „Weg“ wird vorläufig hergestellt.]

… alles Übrige ist dir als dein Zubehör vorgestellt. [Abschluss von Vers 4.]

So bringe man die Blütengabe dar und bete. Damit ist die Ordnung der Verehrung der erhabenen Dakṣiṇakālī vollständig.

Danach vollziehe man das tägliche Feueropfer. Man betrachte den Opferplatz oder die Feuergrube mit dem Grundmantra, führe mit dem Waffenmantra Besprengung und rituelles Anschlagen aus, bedecke [den Platz] mit Kuśa-Gras, spreche die drei Vyāhṛtis, bringe Feuer herbei und zeichne drei Linien. Mit dem Waffenmantra sondere man im Südwesten den Anteil für den Fleischverzehrer ab. Man bespreche [das Feuer] mit dem Grundmantra, verwandle es mit vam und der Dhenu-Mudrā in Nektar, schütze es mit dem Waffenmantra und umhülle es mit hūm.

Während man es ringsherum bewegt und dreimal den Praṇava spricht, meditiere man in der Feuergrube über Vāgīśvarī: Sie liegt auf dem Lager, hat nach ihrer Monatszeit gebadet, trägt einen blauen Lotus und wird vom Gott im Liebesakt genossen. In ihrem Yoni-Kreis setze man das Feuer ein, das man als Samen des Herrn betrachtet, und spreche „hūṃ vahnicaitanyāya namaḥ“ – „Hūṃ, Verehrung dem Bewusstsein des Feuers“ – sowie den Grundmantra.

Dann verehre man das Feuer mit Blüten, ungebrochenen Reiskörnern und weiteren Gaben. Darin rufe man die erwählte Gottheit an und verehre sie. Mit geklärter Butter und den weiteren Stoffen bringe man vier Opfergaben unter den Mahāvyāhṛtis dar, zunächst einzeln und dann zusammen. Man opfere fünfundzwanzigmal Karavīra-Blüten, wie sie im eigenen Kalpa vorgeschrieben sind, oder geklärte Butter und dergleichen. Dabei spreche man den Grundmantra mit svāhā am Ende, danach den Namen der Gottheit im Dativ, wiederum mit svāhā am Ende.

Man opfere nochmals mit den Vyāhṛtis, führe die Göttin in ihr Bild zurück, entlasse das Feuer mit der Saṃhāra-Mudrā und biete der Göttin Wasser zum Mundspülen und die weiteren Gaben an. Man zeige Wedel und entsprechendes Zubehör, preise sie und umschreite sie dreimal unter dem mit „yāni kāni ca“ beginnenden Text. [Diese Formel wird hier nur durch ihren Anfang angeführt.]

Man werfe sich lang ausgestreckt nieder, bringe Wasser zum Mundspülen und die weiteren Gaben sowie eine Blütengabe dar. Danach übergebe man sich selbst mit dem Brahmārpaṇa genannten Mantra:

„Oṃ. Alles, was zuvor … [unklarer Eingang: pūrvapāpabuddhin devadharmādhikārataḥ] … in den Zuständen des Wachens, Träumens und Tiefschlafs mit Geist, Rede, Händen, Füßen, Bauch und Geschlechtsorgan erinnert, gesprochen oder getan wurde: All dies werde zur Darbringung an Brahman. Svāhā. Mich und alles, was zu mir gehört, übergebe ich dir, der Göttin. Oṃ tat sat.“

Dann vollziehe man Prāṇāyāma und die weiteren Handlungen, verehre sie mit Blüten, ungebrochenen Reiskörnern und anderen Gaben und bitte um Vergebung. Der Vergebungsmantra lautet wie folgt.

Textanmerkung: Der Eingang der Selbsthingabeformel ist in dieser Vorlage beschädigt. Er enthält „früher/Sünde/Erkenntnis“ und „aufgrund der Berechtigung zum göttlichen Dharma“ in nicht sicher zusammenfügbarer Form. Eine geläufige Parallelfassung wird nicht als Original ausgegeben. Die übrige Formel ist übersetzt.

1. Was aus Unwissenheit, Vergessen oder Furcht zu wenig, zu viel oder verkehrt getan wurde: All dies vergib, höchste Herrin.

2. Ohne [vollständige] Mantras, ohne [vollständige] Handlungen und ohne [vollständige] Vorschrift habe ich dich verehrt, Göttin, Herrin der Götter. Sei mir deshalb eine Gewährerin von Gaben.

3. Anrufung, Verehrung, deine Größe, Japa und Entlassung kenne ich nicht [recht]. Kālī, vergib mir.

4. Was an Silben und Wörtern entstellt ist, was an Vokalen und Konsonanten fehlt: All dies möge vergeben werden, Göttin. Sei gnädig, höchste Herrin.

5. Durch die Erinnerung an dich und durch das Aussprechen deines Namens wird das Unvollständige bei Askese, Opfer und weiteren Handlungen vollständig. Sei gnädig, höchste Herrin.

6. Kāmeśvarī, Mutter der Welt, Verkörperung von Sein, Bewusstsein und Wonne, nimm diese gesamte Verehrung an. Sei gnädig, höchste Herrin.

Mit diesen [Versen] und einer Blütengabe bitte man um Vergebung. Dann forme man die Yoni-Mudrā, verneige sich und spreche:

Oṃ. Gehe, gehe zur höchsten Stätte, zu deiner eigenen Stätte, höchste Herrin, um zur Zeit der Pūjā und Verehrung wiederzukehren.

Unter Rezitation des Grundmantras entlasse man die Göttin mit der Saṃhāra-Mudrā und setze sie im eigenen Herzen ein. Dann verehre man im Nordosten Caṇḍeśvarī mit „hrīṃ caṇḍeśvaryai namaḥ“ – „Hrīṃ, Verehrung Caṇḍeśvarī“ – und übergebe ihr die bereits dargebrachten Gaben mit:

„Caṇḍeśvarī, große Göttin, mit den verbliebenen Sandelgaben und dergleichen, mit den Resten von Leck- und Saugspeisen, Essen und Trinken, mit den dargebrachten Girlanden und Salben gebe ich dir auf Śivas Geheiß diese Speisung aus den verbliebenen Opfergaben.“

Dann verehre man am selben Ort Ucchiṣṭacāṇḍālinī und gebe Ucchiṣṭacāṇḍālī die verbliebene Speisegabe und das verbliebene alkoholische Getränk. Danach speise man Brahmanen und Kumārīs und esse selbst Prasāda.

Beim Puraścaraṇa gilt folgende Besonderheit: Man vollziehe hunderttausend Japa-Wiederholungen. Mit einem Zehntel dieser Zahl vollziehe man das Feueropfer mit den zuvor genannten Stoffen, nach der beschriebenen Vorschrift und der in der Puraścaraṇa-Paddhati angegebenen Reihenfolge. Mit einem Zehntel davon vollziehe man Tarpaṇa, mit kampfervermischtem Wasser, Wasser heiliger Stätten oder Honig. Man spreche den Grundmantra und danach „dakṣiṇakālīṃ tarpayāmi svāhā“ – „Ich sättige Dakṣiṇakālī, svāhā“ –, verehre die Gottheit in einem Gefäß und sättige sie. Erneut vollziehe man Prāṇāyāma und die weiteren Handlungen und entlasse sie.

Mit einem Zehntel davon besprenge man sich: Man meditiere über sich selbst in der Vorstellung, die Gottheit zu sein, und verehre sich. Man spreche die Grund-Vidyā, dann den Namen der Gottheit im Akkusativ und danach „abhiṣiñcāmi namaḥ“ – „Ich übergieße [sie]; Verehrung“. So übergieße man sich selbst. Mit einem weiteren Zehntel vollziehe man die Brahmanenspeisung. Danach veranstalte man eine große Pūjā.

Zahlenhilfe: Die fortlaufenden Zehntel ergeben 100.000 Japa, 10.000 Feueropfergaben, 1.000 Tarpaṇa-Gaben, 100 Besprengungen und die Speisung von 10 Brahmanen.

Nun die Vorschrift der verkürzten Pūjā.

Man zeichne links von sich ein Viereck. Mit „oṃ hraḥ sāmānyārghyaṃ sthāpayāmi“ – „Oṃ hraḥ, ich stelle das allgemeine Arghya auf“ – lege man dort Blüten und ungebrochene Reiskörner hin. Man verehre mit „oṃ ādhāraśaktibhyo namaḥ“ – „Oṃ, Verehrung den tragenden Kräften“ –, stelle darauf das Arghya-Gefäß und fülle es mit Wasser unter namaḥ. In diesem Wasser rufe man mit der Aṅkuśa-Mudrā die heiligen Wasser aus dem Sonnenkreis an. Dazu dient der Mantra:

Oṃ. Gaṅgā und Yamunā, Godāvarī, Sarasvatī, Narmadā, Sindhu und Kāverī: Werdet in diesem Wasser gegenwärtig.

Oṃ. Die heiligen Wasser im Innern des Welteneies sind von deinen Strahlen berührt, o Sonne. Kraft dieser Wahrheit, Gott, gewähre mir heiliges Wasser, o Tagesschöpfer.

Nachdem man so die heiligen Wasser angerufen hat, verehre man sie mit Blüten, ungebrochenen Reiskörnern und den weiteren Gaben: „Oṃ, Verehrung allen heiligen Wassern, Gaṅgā und den übrigen.“ Dann verehre man die drei Kreise von Sonne, Feuer und Mond: „Oṃ, Verehrung dem Sonnenkreis, dessen Wesen zwölf Kalās sind“; „Oṃ, Verehrung dem Feuerkreis, dessen Wesen zehn Kalās sind“; „Oṃ, Verehrung dem Mondkreis, dessen Wesen sechzehn Kalās sind“.

Mit „oṃ ṣaḍaṅgebhyo namaḥ“ – „Oṃ, Verehrung den sechs Gliedern“ – verehre man die sechs Glieder. Man schütze mit dem Waffenmantra, umhülle mit dem Schutzpanzermantra, verwandle mit vam und der Dhenu-Mudrā in Nektar, bedecke mit der Matsya-Mudrā und wiederhole den Praṇava zehnmal. Man zeige die Śaṅkha-Mudrā, dann Dhenu- und Yoni-Mudrā. Damit endet die Vorschrift zum Aufstellen des allgemeinen Arghya.

Nun die Pūjā: Man zeichne mit Kuṅkuma, Safran, Sandel und dergleichen das Yantra, bestehend aus drei Dreiecken mit einem Sechseck im Innern, „acht“ und der äußeren Einfassung. [Die Vorlage lässt nach aṣṭa, „acht“, das bezeichnete Glied offen; ein achtblättriger Lotus wäre eine Ergänzung, kein ausdrücklich überliefertes Wort.]

Dann führe man den Ṛṣi-Nyāsa und die weiteren Einsetzungen aus: am Kopf „Verehrung dem Seher Bhairava“; am Mund „Verehrung dem Versmaß Uṣṇih“; am Herzen „Oṃ, Verehrung Dakṣiṇakālikā“; am verborgenen Körperbereich „Verehrung dem Bīja krīṃ“; an den Füßen „Verehrung der Śakti hūṃ“; am ganzen Körper „Verehrung dem Kīlaka krīṃ“.

Nun der Sechsglieder-Nyāsa: Mit „krāṃ hṛdayāya namaḥ“ – „Krāṃ, Verehrung dem Herzen“ – berühre man das Herz mit ausgestrecktem Zeige-, Mittel- und Ringfinger. Mit „krīṃ śirase svāhā“ – „Krīṃ, dem Haupt svāhā“ – berühre man das Haupt mit Zeige- und Mittelfinger. Mit „krūṃ śikhāyai vaṣaṭ“ – „Krūṃ, der Scheitellocke vaṣaṭ“ – berühre man die Scheitellocke mit dem Daumen der geschlossenen Faust. Mit „kraiṃ kavacāya hūm“ – „Kraiṃ, dem Schutzpanzer hūm“ – [berühre man] den ganzen Körper mit gekreuzten Händen. Mit „kroṃ netratrayāya vauṣaṭ“ – „Kroṃ, den drei Augen vauṣaṭ“ – berühre man die beiden Augen mit Zeige- und Ringfinger und die Stelle zwischen den Brauen mit dem Mittelfinger: so die drei Augen.

Textanmerkung: Hier steht kroṃ, während die folgende Hand-Einsetzung krauṃ verwendet. Der Unterschied bleibt bestehen.

Mit „kraḥ astrāya phaṭ“ – „Kraḥ, der Waffe phaṭ“ – verschließe man durch Fingerschnippen die Himmelsrichtungen. Entsprechend der Hand-Nyāsa: „krāṃ aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ – „Krāṃ, Verehrung den Daumen“; „krīṃ tarjanībhyāṃ svāhā“ – „Krīṃ, den Zeigefingern svāhā“; „krūṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ“ – „Krūṃ, den Mittelfingern vaṣaṭ“; „kraiṃ anāmikābhyāṃ hūm“ – „Kraiṃ, den Ringfingern hūm“; „krauṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ“ – „Krauṃ, den kleinen Fingern vauṣaṭ“; „kraḥ karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ“ – „Kraḥ, den Handflächen und Handrücken phaṭ“.

Nach diesem Nyāsa vollziehe man den Nyāsa am ganzen Körper zehn-, sieben- oder fünfmal. Danach führe man die drei als Einatmung, Atemhaltung und Ausatmung bezeichneten Prāṇāyāma-Phasen mit vier, sechzehn und acht Wiederholungen des Grundmantras aus. Dann meditiere man über Dakṣiṇakālī und rufe sie an.

Man forme mit einer Blüte die Kara-Kacchapikā-Mudrā, meditiere über die Göttin in der beschriebenen Gestalt und führe sie vom Herzen über die Nase herauf. Nach dem Grundmantra spreche man „ehy ehi mahādevi pādukābhyāṃ dayānidhe“ – „Komm, komm, große Göttin, auf deinen beiden Pādukās, Schatz des Mitgefühls“ [pādukābhyām wörtlich „mit den beiden Sandalen“]. Man führe sie auf die in den zusammengelegten Händen liegende Blüte und spreche: „Oṃ, Herrin der Götter, durch Hingabe leicht erreichbar, mit deinem Gefolge vereint: Solange ich dich verehre, bleibe fest gegenwärtig.“ Man lege die Blüte auf das Yantra.

Dann spreche man den Grundmantra und rufe sie mit der Āvāhana-Mudrā an: „Dakṣiṇakālī, mit deinen Gliedern, Waffen, Reittieren, Umkreisen und deinem Gefolge, komme hierher.“ Mit „Bleibe hier“ und der Sthāpana-Mudrā stelle man sie auf. Mit „Sei hier gegenwärtig“ und der Sannidhīkaraṇa-Mudrā stelle man ihre Gegenwart her. Mit „Lasse dich hier festhalten“ und der Sannirodhana-Mudrā halte man sie fest. Mit „Wende dich hier mir zu“ und der Sanmukhīkaraṇa-Mudrā richte man sie zu sich.

Man schütze mit dem Waffenmantra, umhülle mit hūm und verwandle mit vam und der Dhenu-Mudrā in Nektar. Man setze die sechs Glieder am Körper der Gottheit ein und verbinde sie mit dem Grundmantra zu einer Ganzheit. Mit zwölf Wiederholungen von „āṃ hrīṃ kroṃ svāhā“ und der Lelihāna-Mudrā vollziehe man die Einsetzung der Lebenskraft. Man lege die Hand auf und spreche: „Āṃ hrīṃ kroṃ śrīṃ. Sprache, Geist, Haut, Augen, Gehör, Geruch und Lebenskräfte der Dakṣiṇakālikā mögen hierherkommen und lange in Glück verweilen. Svāhā.“ Dabei zeige man die Dhenu-Mudrā.

Unter dem Grundmantra bringe man fünf Blütengaben dar: „Dies ist die Blütengabe. Verehrung der Gottheit Dakṣiṇakālikā mit Gliedern, Waffen, Reittier, Umkreisen und Gefolge.“ So sind überall der Grundmantra und die Ergänzung „mit ihren Gliedern“ und so weiter mitzudenken. „Dies ist Wasser für die Füße; dies ist Wasser zum Mundspülen …“

Textanmerkung: Die Vorlage schreibt ā/ anstelle des hier zur Lesbarkeit als āṃ wiedergegebenen Lautes. In sāvaraṇasa rivāra fehlt offenbar pa; die Übersetzung versteht saparivāra, „mit Gefolge“.

„… Dies ist Arghya; dies ist Madhuparka; dies ist erneutes Wasser zum Mundspülen; dies ist Badewasser: Verehrung der Gottheit Dakṣiṇakālikā. Dies ist Salbung aus rotem Sandel; dies sind ungebrochene Reiskörner; dies sind Blüten: der jeweiligen Gottheit vauṣaṭ. Dies ist Räucherwerk; dies ist Licht; dies sind Speisegaben: Verehrung der Gottheit Kālikā.“

Nachdem man so die verkürzte Pūjā ausgeführt hat, hole man die Japa-Kette, lege sie in ein Gefäß oder in die linke Hand und besprenge sie unter dem Grundmantra mit Arghya-Wasser. [Dann spreche man:]

Oṃ. Gebetskette, Gebetskette, große Māyā, Verkörperung aller Kräfte! Die vier Lebensziele sind in dir eingesetzt; deshalb gewähre mir Vollendung.

Mit „oṃ hrīṃ siddhyai namaḥ“ – „Oṃ hrīṃ, Verehrung der Vollendung“ – lege man die Kette in die rechte Hand und führe sie zur Herzgegend. Man berühre jede Perle mit dem mittleren Bereich des Mittelfingers und überschreite die Meru-Perle nicht. Im Körper vergegenwärtige man Kāmakalā; auf dem Haupt meditiere man über den Guru, im Herzen über die Göttin und auf der Zunge über den Mantra als Leuchte. Im Kreis seines Glanzes stelle man sich auch die Zunge als Leuchte vor.

Man rezitiere geistig oder leise murmelnd, mit einer Hand-Zählung, einer Lautkette oder mit einer geweihten Kette aus Mahāśaṅkha, Rudrākṣa, Bergkristall oder einem entsprechenden anderen Material. Man rezitiere den Grundmantra hundertachtmal, weder hastig noch schleppend. Danach lege man die Kette auf den Kopf [mit der folgenden Formel].

„Oṃ. Gebetskette, du giltst als allen Wesen und allen Welten lieb. Bewirke mir Heil, Gütige, und stets Ruhm und Kraft.“ Mit diesen Worten lege man sie auf den Kopf und verehre sie mit „hrīṃ siddhyai namaḥ“ – „Hrīṃ, Verehrung der Vollendung“. Erneut vollziehe man wie zuvor Prāṇāyāma, Nyāsa und die weiteren Handlungen. Man verehre die Gottheit mit Blüten, ungebrochenen Reiskörnern und weiteren Gaben; mit Muschelhornwasser, das Blüten, Sandel und Reiskörner enthält, [spreche man]:

Oṃ. Du Hüterin des Geheimsten unter den Geheimnissen, nimm den von uns ausgeführten Japa an. Durch deine Gnade möge mir Vollendung zuteilwerden, Göttin, große Herrin.

Mit dieser Formel übergebe man [den Japa] in die linke Hand der Göttin, wobei man das Wasser als aus Licht bestehend betrachtet. Dann nehme man die Kette vom Kopf und [spreche]:

Oṃ. Gebetskette, du giltst als diejenige, die allen Göttern sämtliche Vollendungen verleiht. Kraft dieser Wahrheit gewähre mir Vollendung, Göttin. Dir sei Verehrung.

Man verehre sie unter dieser Formel und bewahre sie sorgsam verborgen auf. Fällt sie aus der Hand, rezitiere man zur Besänftigung der Störung hundertachtmal den Grundmantra. Dann bringe man der Göttin acht Blütengaben dar und rezitiere Hymnen, Schutztexte und die weiteren entsprechenden Texte.

Karpurastotra

Nun das Karpūrastotra. 1. Mutter, Gemahlin des Zerstörers der drei Städte: Wer dein Bīja dreifach wiederholt, das aus „karpūra“, von den mittleren und letzten Vokalen und dem folgenden [Bestandteil] befreit, mit Mondzeichen und linkem Auge verbunden [gewonnen wird], dem strömen aus der Mundhöhle Worte in Prosa und Versen hervor. Er hat alle Vollendungen erlangt, o du, deren Schönheit dem frei sich ausbreitenden Dunkel einer Regenwolke gleicht.

Textanmerkung: Die Lautgewinnung ist verschlüsselt und in madhyamāntyasvarapararahitam nicht eindeutig formuliert. Die übliche Deutung auf krīṃ wird hier nicht als unverschlüsselt vorliegender Wortlaut ausgegeben. „Linkes Auge“ und „Mondzeichen“ sind Lautbezeichnungen.

2. Große Herrin, dein anderes Bīja [besteht aus] Īśāna, verbunden mit dem Mondzeichen und dem linken Ohr. Wenn selbst ein träger Mensch es irgendwann auch nur einmal verdoppelt rezitiert, übertrifft er den Herrn der Rede und den Reichtumspender, bezaubert lange die Schar der Lotusäugigen und wird mächtig, o Halbmondbekrönte, deren Ohrschmuck schrecklich aufschreit.

Textanmerkung: Īśāna und „linkes Ohr“ sind hier verschlüsselte Lautangaben, keine ausformulierte Gottheitenanrufung. Die Vorlage liest dhanadamaṣi, verstanden als dhanadam api.

3. Īśa steht im Feuer und ist mit dem vom Mondzeichen erhellten linken Auge verbunden. Die dieses weitere Bīja von dir doppelt rezitieren, Kālī mit gelöstem Haar, vernichten ihre Hasser und bringen die drei Welten unter ihre Herrschaft, o Dunkle, Dakṣiṇā Kālī, deren Mund zwei Blutströme aus den beiden Mundwinkeln trägt.

Textanmerkung: Die Lautangaben bleiben als verschlüsselte Anweisung erhalten. Sṛkkadvandvāstradhārā wird auf Blutströme aus den Mundwinkeln bezogen; die Worttrennung ist auffällig.

4. Oben links [trägst du] in deiner lotushaften Hand das Schwert, darunter den abgeschnittenen Kopf; rechts Furchtlosigkeit und Gabe. O Dakṣiṇā Kālī, du tilgst das Übel der drei Welten. Wer diese Laute deines Namens rezitiert und dabei die Macht deines Mantras und dessen Bedeutung vergegenwärtigt, dem liegen die acht Vollendungen des Dreiäugigen offen in der Hand, o Göttin mit geöffnetem Mund.

5. Den ersten Laut der Lautgruppe auf das Feuer gesetzt, durch das Mondzeichen überaus verschönert, dreimal; dann zweimal Kūrca und zweimal Lajjā, darunter das Paar Ṭha: Wer dies verbindet und rezitiert, Mutter mit lächelndem Mund, Gemahlin des Vernichters des Liebesgottes, und sich deine Gestalt vergegenwärtigt, wird lotusäugig durch das spielerische Tanzen der Lakṣmī und kann nach Wunsch Gestalt annehmen.

Textanmerkung: Kūrca, Lajjā und Ṭha-Paar sind Mantracodes. Die Vorlage nennt sie so und schreibt die hier daraus zu erschließende Gesamtformel nicht in gewöhnlicher Lautfolge aus.

6. Wer mit innerer Sammlung die einzelnen, die doppelten oder alle drei höchsten, tiefgeheimen Bījas mit deinem Namen verbindet und stets das Ganze rezitiert: In dessen Lotusaugen spielt Kamalā, in dessen mondheller Gesichtsscheibe wohnt die Göttin der Rede, o du mit dem von einer göttlichen Schädelgirlande prachtvoll umgebenen Hals und vollen Brüsten.

7. Mutter, wer über dich meditiert – deine Hüften leuchten mit einem Gürtel aus den Armen der Toten, die Himmelsrichtungen sind dein Gewand, du bist die Schöpferin der drei Welten, dreiäugig und auf einem Lager am Verbrennungsplatz, auf dem Herzen eines Leichnams, dem Liebesspiel mit Mahākāla hingegeben –, wird selbst bei stumpfem Geist zum Dichter.

8. Auf der offen sichtbaren Feuerstätte, über und über angefüllt mit furchtbaren Schakalinnen, Leichenmassen, Schädeln und Knochen, bist du, Haras Gemahlin, eingetreten, befriedigt, beim Liebesakt oben, nicht allzu jung. Wer stets so über dich meditiert, erfährt niemals Erniedrigung.

Textanmerkung: Nātiyuvatīm heißt in der vorliegenden Lesung „nicht sehr jung“; die Stelle wird nicht stillschweigend geglättet.

9. Was könnten wir törichten Geistes laut über dich sagen, Mutter? Nicht der Schöpfer, nicht Īśa und nicht einmal Hari kennt dein Höchstes. Dennoch macht unsere Hingabe an dich uns redselig, o Dunkle. Deshalb ist uns dies zu verzeihen: Zorn über ein gebundenes Wesen ziemt sich gewiss nicht.

10. Wenn ein Verehrer nachts deinen Mantra rezitiert, dem Liebesspiel mit einer jugendlichen Frau mit vollen Brüsten und Hüften hingegeben, unbekleidet und mit gelöstem Haar, während er über dich meditiert, werden ihm alle Scharen der Vollendungen untertan. Als Dichter lebt er sehr lange auf Erden.

Textanmerkung: Die Vorlage schreibt bivāsās; verstanden als vivāsās, „unbekleidet“. Dies ist die Aussage der historischen Ritualdichtung.

11. Wer gesammelt und in sich ruhend rezitiert, in umgekehrter [Vereinigungsstellung] stets an dich denkt und über dich meditiert, wie du dich dem außerordentlichen Liebesspiel mit Mahākāla hingibst: Diesem Wissenden, der auf Erden wandelt, liegen, o Gemahlin des Liebesgottvernichters, die Scharen der Vollendungen gehorsam in der Lotushand.

Textanmerkung: Die erste Vershälfte ist metrisch und syntaktisch auffällig; die Deutung von viparīta bleibt an den ausdrücklich genannten Liebesakt gebunden.

12. Du gebierst den Saṃsāra, Mutter, du erhältst die Welt und ziehst zur Zeit der Auflösung alles, Erde und die übrigen [Elemente], wieder ein. Deshalb bist du der Schöpfer, der Herr der drei Welten, der Gemahl der Śrī und Maheśa – ja, alles. Wie sollte ich dich preisen?

Textanmerkung: Die Quelle schreibt śrīṣatir, als śrīpatir verstanden. Die grammatischen Übergänge sind verkürzt.

13. Viele dienen Scharen von Göttern, [die sie] über dich [stellen]. Diese sind verblendet, Mutter, und kennen das Höchste keineswegs. Ich habe aus freiem Entschluss bei der Ursprünglichen Zuflucht genommen, die Hari, Hara, Virañci und die übrigen Götter verehren und die in der großen Wonne des Liebesgenusses verweilt.

14. Erde, Wasser, Feuer, Wind und Himmel – du allein bist alles, Heilvolle, Geliebte des Bergesherrn, Kālī. Welcher Lobpreis könnte dir gelten, Mutter? Sei durch dein eigenes Mitgefühl mir gnädig, der ich keine Zuflucht habe; nach diesem Dasein möge mir keine weitere Geburt werden.

15. Wer auf dem Verbrennungsplatz in sich ruht, mit gelöstem Haar und nur von den Himmelsrichtungen bekleidet, tausend Arka-Blüten mit seinem eigenen vergossenen Samen [darbringt], dabei über dich meditiert und bei jeder einzelnen deinen Mantra rezitiert, wird ungehindert zum Herrscher der Erde, Mahākālī.

16. Wer am Dienstag zur Mittagszeit auf der Feuerstätte die „Blüte“ samt Wurzel, die mit dem vergossenen Samen verbunden ist, mittels einer Kehrvorrichtung im Haus darbringt und dabei auch nur einmal liebevoll den Mantra spricht, Kālī, zieht als Herrscher der Erde auf einem Elefanten einher und wird ein hervorragender Dichter.

Textanmerkung: Die Verbindung gṛhe sammārjjanyā … kusumaṃ samūlam ist nicht sicher erschlossen; „Blüte“ und „Kehrvorrichtung“ könnten technische Bezeichnungen sein. Die Übersetzung gibt die erkennbaren Wörter wieder, ohne daraus eine ungesicherte konkrete Praxisanweisung abzuleiten.

17. Wenn ein Verehrer vor sich die mit eigenen „Blüten“ bestreute Stätte des Bogenträgers aus Blüten immer wieder betrachtet und deinen Mantra rezitiert, wird er zum Herrn der Gandharva-Schar; er wird zum Herrn des Stromes des Dichtungsnektars und geht am Ende in der höchsten Stätte auf.

Textanmerkung: Kusumadhanuṣ ist Kāma, der Liebesgott; seine „Stätte“ und die „eigenen Blüten“ bleiben hier verhüllte Ausdrücke. Nadīnadīnaḥ ist eine beschädigte Lesung, im Sinn von „Herr des Stromes“ verstanden.

18. Wer nachts, selbst in der Wonne der Vereinigung und eng verbunden [mit seiner Partnerin], über dich meditiert, Mutter – auf dem fünfzehnwinkligen Sitz, auf dem Herzen des leichenhaften Śiva, mit lächelndem Gesicht, mit Mahākāla in der Schönheit intensiven Liebesgenusses –, wird selbst zum Vernichter des Liebesgottes.

19. Wer dir bei der Verehrung freiwillig Fleisch samt Haaren und Knochen von Katze, Kamel, Schaf, Mensch, Büffel oder Ziege als Bali darbringt, o Dunkle: Diesen auf Erden lebenden [Verehrern] erwächst auf Schritt und Tritt jede unerhörte Vollendung.

Einordnung: Die Aufzählung einschließlich Menschenfleisch ist Bestandteil des historischen Textes und wird als solche übersetzt.

20. Ein Selbstbeherrschter, der tagsüber nur Opferspeise zu sich nimmt und hunderttausendmal den Mantra rezitiert, während er über dein Fußpaar meditiert, Mutter, und der danach nachts nackt beim Liebesspiel den Mantra weitere hunderttausendmal vollständig rezitiert, wird auf Erden dem Vernichter des Liebesgottes gleich.

21. Mutter, dieser Hymnus beschreibt die Gewinnung deines Mantras und die Form seines Japa und enthält die Vorschrift zur Verehrung deiner beiden Lotusfüße. Wer ihn um Mitternacht oder zur Zeit der Pūjā liest, aus dessen selbst beiläufiger Rede strömt der Nektargeschmack der Dichtung hervor.

22. Scharen rehäugiger Frauen folgen ihm, bewegt von Liebe; selbst ein Herrscher der Erde, der Kubera gleicht, ist ihm untertan. Durch sein bloßes Spiel findet sich der Feind im Gefängnis. Dieser gute Verehrer lebt lange und ist in jeder Geburt schon zu Lebzeiten befreit.

Damit ist das vom erhabenen Mahākāla verfasste Karpūrastotra vollständig.

Gebet um Vergebung

Nun ein Hymnus. 1. Weil ich in einem früheren Leib nicht bei deinen beiden Füßen Zuflucht gesucht und dich nicht verehrt habe, werde ich nun von mächtigen Scharen üblen Rufes und den Feuern des Leibes bedrängt. Von Geburt zu Geburt geworfen: Wo wird hier wieder Zuflucht, wo Dienst [an dir] sein? Vergib mein Vergehen, du mit geöffnetem Mund, frei nach Wunsch Gestalt Annehmende, Furchtbare.

Textanmerkung: Der Mittelteil kṣiptvā janmāntarānnaḥ ist gestört; die Übersetzung gibt den erkennbaren Zusammenhang wechselnder Geburten und fehlender Zuflucht wieder.

2. In der Kindheit durch kindliches Geplauder verdummt, mit stumpfem Geist dem Kinderspiel hingegeben, kannte ich dich nicht, Mutter, die du die Befleckung des Kali-Zeitalters beseitigst und Genuss und Befreiung gewährst. Kein rechter Wandel, keine Pūjā, kein Gespräch vom Opfer, keine Erinnerung, kein Dienst [an dir]. Vergib mein Vergehen, du mit geöffnetem Mund, frei nach Wunsch Gestalt Annehmende, Furchtbare.

3. Als ich die Jugend erreichte, war mein Leib von den Sinnen wie von Giftschlangen gebissen; meine Einsicht war verloren. Stets verlangte es mich nach fremden Frauen und nach dem Raub fremden Besitzes. Niemals erinnerte ich mich auch nur einen Augenblick im Geist an deine beiden Lotusfüße. Vergib mein Vergehen, du mit geöffnetem Mund, frei nach Wunsch Gestalt Annehmende, Furchtbare.

4. Im Erwachsenenalter nach Almosen verlangend, für Söhne, Töchter und Ehefrau nach Nahrung und dergleichen tätig, versank ich Tag für Tag und unaufhörlich in der Sorge: „Wo werde ich es erhalten, wohin soll ich gehen?“ Keine Meditation über dich, kein Vertrauen, keine geordnete Verehrung und kein Singen deines Namens. Vergib mein Vergehen, du mit geöffnetem Mund, frei nach Wunsch Gestalt Annehmende, Furchtbare.

5. Im Alter ohne Einsicht, mit abgemagertem und kraftlosem Körper, durch Atemnot, Husten und Durchfall zum Handeln unfähig, ohne Sehkraft, mit ausgefallenen Zähnen, von Hunger und Durst überwältigt und von Reue verbrannt, denke ich täglich nur noch an den Tod und an nichts anderes. Vergib mein Vergehen, du mit geöffnetem Mund, frei nach Wunsch Gestalt Annehmende, Furchtbare.

6. Nach dem Bad zu Tagesbeginn habe ich dir niemals Wasser oder Blüten gereicht, niemals Speisegaben und die weiteren Gaben dargebracht. Kein inneres Erleben, keine Hingabe, kein Nyāsa, keine Pūjā, kein Erzählen deiner Eigenschaften und keine Verehrung habe ich für dich vollzogen. Vergib mein Vergehen, du mit geöffnetem Mund, frei nach Wunsch Gestalt Annehmende, Furchtbare.

7. Ich kenne dich nicht: die du die Furcht des Daseins fortnimmst, alle Vollendungen gewährst, vom Aufgang ewiger Wonne erfüllt bist, aus den drei Guṇas bestehst und vom Aufgang ewiger Reinheit erfüllt bist. Von verfehlten Handlungswünschen und Scharen von Leiden werde ich täglich allseits bedrängt. Vergib mein Vergehen, du mit geöffnetem Mund, frei nach Wunsch Gestalt Annehmende, Furchtbare.

8. [Über dich,] einer dunklen Wolke gleich, mit dunklem Leib und gelöstem Haar, herrlich mit Schwert und Kopf, Schutz vor Schrecken und erwünschte Gaben schenkend, eine Girlande aus Köpfen von Leichen tragend, mit langen Augen, die einzige Essenz des Saṃsāra und Tilgerin der Geburt im Dasein, [habe ich nicht recht meditiert]. Vergib mein Vergehen, du mit geöffnetem Mund, frei nach Wunsch Gestalt Annehmende, Furchtbare.

Textanmerkung: Bhāvito bhāvanābhiḥ am Ende der Beschreibung ist syntaktisch gestört; die ergänzte Verneinung ergibt sich aus dem Klagezusammenhang, steht aber nicht ausdrücklich an dieser Stelle.

9. Brahmā, Viṣṇu und Īśa verneigen sich stets vor deinen beiden Lotusfüßen. Aus Mangel an glücklicher Fügung verehre ich dagegen dein Fußpaar nicht, Mutter des Daseins. Stets durch Verlockungen der Gier im Denken beherrscht und begehrlich, flehe ich dich an: Vergib mein Vergehen, du mit geöffnetem Mund, frei nach Wunsch Gestalt Annehmende, Furchtbare.

Textanmerkung: Pariṇamati wird hier als fehlerhafte Schreibung für eine Verneigungsform verstanden; wörtlich hieße es „verwandelt sich“.

10. Von Zuneigung und Abneigung berauscht, mit beflecktem Körper, gierig nach Wünschen und Genuss, ohne Unterscheidung von zu Tuendem und zu Unterlassendem, ohne Einsicht in das Kula und ohne Gemeinschaft mit Kaulas: Wo wäre meine Meditation über dich, wo meine Verehrung, wo mein Mantra-Japa? Nichts habe ich getan. Vergib mein Vergehen, du mit geöffnetem Mund, frei nach Wunsch Gestalt Annehmende, Furchtbare.

11. Krank, leidend, arm, abhängig, elend, unrein und sündigen Sinnes, Schlaf und Trägheit hingegeben, nur um die Füllung des Bauches bemüht und mit eingebildetem Selbst: Wo wäre meine Ordnung deiner Pūjā, wo mein Verstehen, meine Liebe und mein Vertrauen zu dir? Vergib mein Vergehen, du mit geöffnetem Mund, frei nach Wunsch Gestalt Annehmende, Furchtbare.

Textanmerkung: Die Vorlage numatiḥ wird vorläufig auf ein Verstehen oder eine zustimmende innere Haltung bezogen.

12. Mein Geist ist von Irrtum, Verblendung und Anhaften umgeben, mit Scharen von Leiden, Hunger und Schlaf belastet, ohne Erinnerung, zu sündigem Handeln geneigt. Wo ist bei einem solchen Armen der Dharma, wo die Freude an dir, Mutter, wo das Verweilen bei Gemeinschaften guter Menschen? Vergib mein Vergehen, du mit geöffnetem Mund, frei nach Wunsch Gestalt Annehmende, Furchtbare.

13. Mutter, aus dem Leib des Vaters hervorgegangen, im Mutterleib verweilend, stand ich unter deiner Macht. Du bist die Nehmende und die Handelnlassende, bestehst aus den Eigenschaften der Werkzeuge und bist die Ursache des Handelns. Du bist die Erkenntniskraft, im Bewusstsein gegenwärtig, und du bist auch das Ichdenken. Vergib all dies. Vergib mein Vergehen, du mit geöffnetem Mund, frei nach Wunsch Gestalt Annehmende, Furchtbare.

Textanmerkung: Hartrāṃ ist eine auffällige Form; „die Nehmende“ folgt der erkennbaren Wurzel hṛ.

14. Du bist Erde, du bist Wasser, du bist das Opferfeuer, du bist der Wind der Welt. Du bist Raum und Geist; du bist Prakṛti, der Mahat vorausgeht beziehungsweise die Mahat als erstes hervorbringt, die immer Frühere. Du bist auch das Selbst, Mutter; du bist das Höchste, und es gibt nichts Höheres als dich. Vergib mein Vergehen, du mit geöffnetem Mund, frei nach Wunsch Gestalt Annehmende, Furchtbare.

Textanmerkung: Mahatpūrvikā ist mehrdeutig; die Richtung des Verhältnisses von Prakṛti und Mahat ist im bloßen Kompositum nicht eindeutig.

15. Du bist Kālī und Tārā; du bist die Tochter des Berges, Sundarī und Bhairavī. Du bist Durgā, Chinnamastā, Bhuvanā, Lakṣmī und Śivā. Du bist Dhūmā und Mātaṅginī, du bist Bagalā; Maṅgalā und die übrigen sind deine Namen. Vergib mein Vergehen, du mit geöffnetem Mund, frei nach Wunsch Gestalt Annehmende, Furchtbare.

16. Wer sich stets voller Hingabe mit diesem Hymnus vor der Göttin verneigt, überquert die Scharen schwerer Verfehlungen; Hunderte Hindernisse gehen zugrunde. Seelische Bedrängnis und Krankheit entstehen ihm niemals. Sollte er dennoch fortwährend Vergehen begehen, so vergib ihm alles, du frei nach Wunsch Gestalt Annehmende, Mutter der drei Welten, indem du ihn als deinen Sohn betrachtest.

17. Er wird ein Wissender, ein Redner, ein Meister der Dichtung, ein Vermögender, freigebig und mitfühlend, frei von Sünde und Makel, geschickt als Herr des Kula, wahrhaftig und dem Dharma zugewandt. Stets voller Wonne und reich an Mitgefühl, den Scharen der gebundenen Wesen abgewandt und an den Wandel auf dem rechten Weg gewöhnt, überquert er durch die Zuflucht beim Fußpaar Girijās leicht den Ozean des Saṃsāra.

Damit endet der Hymnus.

Jaganmangala-Kavaca

Nun der Schutztext. Bhairavī sprach: 1. Die Verehrung Kālīs habe ich gehört, Herr, ebenso die verschiedenen inneren Haltungen, Gebieter. Nun möchte ich den zuvor angekündigten Schutztext hören.

2. Du allein bist Schöpfer und Erhalter, du allein bist auch der Auflöser. Du allein bist die Zuflucht, Herr. Rette mich aus Leid und Bedrängnis.

Bhairava sprach: 3. Höre das Geheimnis, Bhairavī, Geliebte meines Lebens. Ich werde den Schutztext namens Śrījaganmaṅgala verkünden, dessen Gestalt der Mantra ist.

4. Wer ihn liest und trägt, bezaubert im Augenblick die drei Welten. Selbst Nārāyaṇa trug ihn, wurde zur Frau und brachte Maheśvara …

5. … den Yogin, in Erregung. Auch der Beste des Raghu-Geschlechts trug ihn und tötete, durch die gewährte Gabe erfüllt, Rāvaṇa und die anderen Nachtwanderer.

6. Durch dessen Gnade bin ich der mächtige Herr, Sieger über die drei Welten; Kubera wurde Herr des Reichtums und Śacīs Gemahl Herr der Götter.

7. Ebenso wurden alle Götter Herren sämtlicher Vollendungen, Geliebte. Der Seher dieses Śrījaganmaṅgala-Schutztextes ist Śiva.

8. Das Versmaß ist Anuṣṭubh, als Gottheit wird Dakṣiṇa-Kālikā genannt. Seine Anwendung gilt der Bezauberung der Welten, dem Sieg über Böswillige, Genuss und Befreiung …

9. … und der Anziehung von Frauen. Die höchste Kālikā, deren einsilbige Gestalt krīṃ ist, schütze meinen Kopf.

10. Krīṃ krīṃ krīṃ: Kālikā, die Schwertträgerin, [schütze] meine Stirn. Hūṃ hūṃ schütze mein Augenpaar, hrīṃ hrīṃ meine Ohren.

11. „Dakṣiṇe kālikā“: Die große Herrin schütze meine beiden Nasenöffnungen. Krīṃ krīṃ krīṃ schütze meine Zunge; hūṃ hūṃ schütze meine Wange.

12. Hrīṃ hrīṃ, die die Gestalt von svāhā besitzt, schütze mein ganzes Gesicht. Die zweiundzwanzigsilbige Mahāvidyā, die Glück verleiht, [schütze] die Schultern.

13. Kālī, die Schwert und Kopf trägt, behüte ringsum meinen ganzen Körper. Die dreisilbige Cāmuṇḍā, krī-hūṃ-hrīṃ, schütze mein Herz.

Textanmerkung: Die Vorlage hat krīhū/hrī/; das erste Glied lautet hier krī ohne Nasalzeichen. Die überlieferte Form wird nicht zu einer vermeintlich gesicherten Gesamtformel ergänzt.

14. Aiṃ hūṃ oṃ aiṃ [schütze] mein Brustpaar; hrīṃ phaṭ svāhā [schütze] die obere Rückenpartie. Die achtsilbige Mahāvidyā mit dem Schneidemesser schütze meine Arme.

Textanmerkung: Kakutsthalā bezeichnet die obere beziehungsweise hervortretende Rücken- oder Schulterpartie; der Satz ist elliptisch. Die genannte Silbenzahl und die sichtbare Folge werden nicht durch zusätzliche Laute angeglichen.

15. Die Sechssilbige, deren Laute krīṃ krīṃ hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ sind, schütze mich. Krīṃ: Dakṣiṇā Kālikā behüte Nabel und Körpermitte.

16. Krīṃ svāhā: Jene zehnsilbige Kālikā schütze meinen Rücken. Krīṃ schütze stets meinen verborgenen Körperbereich; darauf folgt „kālikāyai namaḥ“ – „Verehrung Kālikā“.

17. Diese siebensilbige Mahāvidyā ist in allen Tantras verborgen. Hrīṃ hrīṃ dakṣiṇe kālike hūṃ hūṃ schütze meine beiden Hüftseiten.

18. Kālī, die zehnsilbige Vidyā, svāhā, [schütze] mein Oberschenkelpaar. Oṃ krīṃ krīṃ, svāhā: Kālikā schütze stets meine beiden Knie.

19. Diese Vidyā namens Kālī-Hṛd gewährt die Früchte der vier Lebensziele. Krīṃ hrīṃ hrīṃ: Sie schütze den Knöchel; Dakṣiṇā Kālikā behüte [mich].

20. Krīṃ hrūṃ hrīṃ svāhā: Die Vierzehnsilbige schütze meinen Fuß. Kālī, die Schwert und Kopf trägt und die Gabe und Furchtlosigkeit anzeigt …

21. … behüte mit sämtlichen Vidyās ringsum meinen ganzen Körper. Kālī, Kapālinī, Kullā, Kurukullā, Virodhinī …

22. … und Vipracittā, Ugrā, Ugraprabhā, Dīptā mit dichtem Glanz, Nīlā, Ghanā, Valākā, Mātrā, Mudrā und Mitā [mögen] mich …

Textanmerkung: Die Reihe wird entsprechend ihrer Namen gegliedert; ghanatviṣā wird als Attribut „mit dichtem Glanz“ verstanden. Die Vorlage liest Valākā und Mitā.

23. … sie alle, Schwertträgerinnen, mit Schädelgirlanden geschmückt, in den Haupt- und Zwischenrichtungen beschützen. Ebenso Brāhmī und Nārāyaṇī …

24. … Māheśvarī, Cāmuṇḍā, Kaumārī, Aparājitā, Vārāhī und Nārasiṃhī, alle mit unermesslichem Schmuck …

25. … mögen mich mit ihren eigenen Waffen in allen Haupt- und Zwischenrichtungen beschützen. Damit ist dir der göttliche, höchst wunderbare Schutztext verkündet …

26. … namens Śrījaganmaṅgala, dessen Gestalt die Fülle der Mahāvidyās ist, der die drei Welten anzieht, o Brahman, der aus meinem Mund hervorgegangene Schutztext.

Textanmerkung: Die Anrede brahman steht so in der Vorlage, obwohl das Gespräch mit Bhairavī geführt wird.

27. Nachdem man den Guru verehrt hat, lese man anschließend vorschriftsgemäß den Schutztext dreimal oder auch einmal oder immer wieder das ganze Leben hindurch.

28. Wenn man ihn fünfzigmal wiederholt, wird man Sieger über die drei Welten. Durch die Gnade des Schutztextes versetzt man die drei Welten in Bewegung.

29. Innerhalb eines Monats wird man ein großer Dichter, ein Herr sämtlicher Vollendungen. Man bringe Kālikā einmal mit dem Grundmantra eine Blütengabe dar …

30. … und erlangt die Frucht einer Verehrung über hunderttausend Jahre. Wenn man diesen [Schutztext] auf Birkenrinde schreibt, in Gold einschließt und trägt …

31. … wenn man ihn unter Viśākhā am rechten Arm oder am Hals trägt, bezaubert man die drei Welten und kann im Zorn die drei Welten augenblicklich zermalmen.

Textanmerkung: Viśākhā wird hier vorläufig als Mondhaus verstanden; die syntaktische Zuordnung bleibt knapp.

32. Man wird mit Söhnen, Reichtum und Glück gesegnet und zu einer Schatzkammer verschiedener Wissensgebiete. Waffen wie die Brahmāstra gehen bei Berührung mit seinem Körper …

33. … zugrunde. Eine Frau, die unfruchtbar ist oder deren Kinder gestorben sind, bekommt zahlreiche Kinder, und ihre Kinder bleiben am Leben: daran besteht [laut Hymnus] kein Zweifel.

34. Man gebe [diesen Text] nicht den Schülern anderer und insbesondere nicht Hingabelosen; [man gebe ihn] hingebungsvollen Schülern. Andernfalls erleidet man den Tod.

35. Kamalā und die Göttin der Rede legen ihre Rivalität ab und wohnen gewiss glücklich im Haus, in bleibender Beständigkeit bis zu den Enkeln.

36. Wer die furchtbare Dakṣiṇā verehrt, ohne diesen Schutztext zu kennen, dessen Vidyā gelangt selbst durch zehn Millionen Wiederholungen nicht zur Vollendung. Er erleidet tausend Schläge und findet bald den Tod.

Damit endet der Schutztext.

Kali-Hridaya

Nun das Hṛdaya, der Herztext. Der erhabene Mahākāla sprach: 1. Höre, Geliebte, den höchst vortrefflichen, großes Staunen erregenden Hymnus namens Hṛdaya der Dakṣiṇā, der streng verborgen und sorgsam geheim gehalten ist.

2. Obwohl er nicht auszusprechen ist, werde ich ihn dir aus Liebe offenbaren. Halte ihn vor anderen verborgen, wahrlich, wahrlich, Tochter des Berges.

Die erhabene Göttin sprach: 3. In welchem Weltalter ist er entstanden, von wem wurde dieser Hymnus einst geschaffen? Erzähle all dies, Śambhu, großer Herr, Schatz des Mitgefühls.

Der erhabene Mahākāla sprach: 4. Einst schlug ich Prajāpati den Kopf ab. Durch die mit der Brahmanentötung verbundenen Sünden nahm ich den Zustand Bhairavas an.

5. Um die Schuld der Brahmanentötung zu tilgen, schuf ich diesen Hymnus, Geliebte: Er vernichtet Kṛtyā-Zauber und beseitigt die Schuld der Brahmanentötung.

Oṃ. Zum Mantra des Hṛdaya-Hymnus der erhabenen Dakṣiṇakālī: Der Seher ist Śrīmahākāla, das Versmaß Uṣṇih, die Gottheit Śrīdakṣiṇakālikā. Krīṃ ist das Bīja, hrīṃ die Śakti, namaḥ das Kīlaka. Seine Anwendung ist Japa überall und jederzeit.

Oṃ krāṃ, Verehrung dem Herzen. Oṃ krīṃ, dem Haupt svāhā. Oṃ krūṃ, der Scheitellocke vaṣaṭ. Oṃ kraiṃ, dem Schutzpanzer hūm. Oṃ krauṃ, den drei Augen vauṣaṭ. Oṃ kraḥ, der Waffe phaṭ.

Nun das Meditationsbild. 1. Man meditiere über Kālī, die große Māyā, dreiäugig, vielgestaltig, vierarmig, mit bewegter beziehungsweise heraushängender Zunge und einem Gesicht wie der Vollmond …

2. … deren Glanz den Blättern des blauen Lotus gleicht, die Scharen von Feinden zerreißt und einen Menschenkopf, ein Schwert, einen Lotus sowie die Gabengewährung trägt …

3. … mit rotem Mund, einer Reihe von Hauern, furchtbarer Gestalt, in schallendem Gelächter begriffen und stets mit den Himmelsrichtungen bekleidet …

4. … die Göttin, die auf einem Leichensitz ruht und mit einer Schädelgirlande geschmückt ist. Nachdem man so über die große Göttin meditiert hat, lese man das Hṛdaya.

5. Oṃ. Kālikā, die Ursprüngliche mit furchtbarer Gestalt, die alle gewünschten Früchte gewährt, die von allen Göttern gepriesene Göttin, möge meine Feinde vernichten.

6. Sie, deren Gestalt hrīṃ hrīṃ ist, ist die Höchste und in den drei Welten schwer zu erlangen. Aus Liebe zu dir habe ich dies verkündet; man darf es nicht beliebig irgendwem geben.

7. Nun werde ich das Meditationsbild verkünden; höre zu, du deren Wesen das Höchste ist. Schon durch seine Erkenntnis wird man zu Lebzeiten befreit.

8. Man vergegenwärtige sich sie mit einer Schlange als heiliger Schnur, mit einem Halbmond als Kopfschmuck, mit einem aufgetürmten Haargeflecht, nahe bei Mahākāla.

9. Die Menschen, die auf diese Weise alle Nyāsas und weiteren Handlungen ausführen, erlangen Befreiung, wahrlich, wahrlich, Schönangesichtige.

10. Höre vom höchsten Yantra der Göttin, das alle Ziele zur Vollendung bringt, das geheimer als geheim, verborgen, höchst verborgen und groß ist.

11. Fünf Dreiecke, ein achtblättriger Lotus samt äußerer Einfassung, eine Reihe von Schädeln und Flammen: Dies ist das Kālī-Yantra, das sichere Vollendung gewährt.

12. Bewahre stets den zuvor genannten Mantra, Geliebte. Höre nun die Namensgirlande der Göttin Dakṣiṇakālī.

13. Kālī, Dakṣiṇakālī, die Schwarzgestaltige, deren Wesen das Höchste ist, die Schädelgirlandenträgerin, die Weitäugige, die Schöpfung und Auflösung bewirkt …

14. … deren Gestalt die Erhaltung ist, die große Māyā, der Yogaschlaf, deren Wesen die Yoni ist, die am Trinken des „Yoni-Ghṛta“ Gefallen findet, die die Yoni erleuchtet, die aus dem Yoni-Glied Geborene …

Textanmerkung: Bhaga wird aufgrund der aufeinanderfolgenden körperlich-rituellen Bezeichnungen als Yoni verstanden. Bhagasarpis, wörtlich „Ghṛta der Yoni“, ist hier nicht genauer erklärt; die Übersetzung erfindet keine Stoffrezeptur.

15. … die Ursprüngliche, stets Neue, Furchtbare, von gewaltigem Glanz, Karālikā, die auf einem Totengeist Reitende, Siddhilakṣmī, die Ungehinderte und Sarasvatī.

16. Die diese Namensgirlanden Tag für Tag lesen: Ich bin der Diener ihres Dieners, wahrlich, wahrlich, große Herrin.

17. Ich verehre Kālī, die Göttin, die die Zeit fortnimmt, deren Gestalt das Kaṅkāla-Bīja ist, die Rabengestaltige, die über die Kalās hinausgeht: Dakṣiṇā Kālikā.

Textanmerkung: Kaṅkāla bedeutet Skelett; die genaue Lautgestalt des so bezeichneten Bīja wird hier nicht erläutert.

18. Ich verneige mich vor Kālikā, der Göttin, die Kuṇḍa und Gola liebt, die an der selbstentstandenen „Blüte“ Gefallen findet, die die Liebe liebt, die höchst Furchtbare.

Textanmerkung: Kuṇḍa, Gola und svayambhūkusuma sind hier technische Stoffbezeichnungen ohne lokale Erklärung; sie werden nicht als gewöhnliche Gartenblumen verharmlost und nicht durch ungesicherte Rezepte ersetzt.

19. Ich verneige mich vor der die Dūtī Liebenden, der großen Dūtī, der höchsten Herrin des Dūtī-Yoga, die am aus dem Dūtī-Yoga Entstehenden Gefallen findet und die Gestalt der Dūtī hat.

Erläuterung: Dūtī heißt Botin und kann im tantrischen Ritual die weibliche Ritualpartnerin bezeichnen.

20. Bespricht man Wasser mit dem Mantra krīṃ und besprengt [sich] siebenmal damit, vergehen alle Krankheiten; darüber soll kein Zweifel bestehen.

Einordnung: Die Heilwirkung ist eine Aussage des Textes, keine in dieser Ausgabe geprüfte medizinische Wirkung.

21. Man bereite Sandelpaste mit den großen Mantras, die aus krīṃ bestehen und mit svāhā enden. Die Kundigen tragen damit ein Stirnzeichen auf; dann wird ihnen die Welt stets gefügig.

22. Durch ungebrochene Reiskörner, die siebenmal mit krīṃ hrūṃ hrīṃ besprochen wurden, Geliebte, werden große Gefahren vernichtet; daran besteht [nach dem Text] kein Zweifel.

23. Man bespreche Feuer vom Verbrennungsplatz mit krīṃ hrīṃ hrūṃ svāhā. Wirft man es in das Haus eines Feindes, wird der Feind sterben.

Einordnung: Dies ist die historische Schadenszauberanweisung der Quelle; sie wird im Rahmen der Vollübersetzung dokumentiert.

24. Für die Vertreibung reinige man eine Blüte siebenmal mit hrūṃ hrīṃ krīṃ. Sie bewirkt gewiss die Vertreibung der Feinde.

25. Zur Anziehung rezitiere man krīṃ krīṃ krīṃ und werfe ungebrochene Reiskörner. Auch eine tausend Yojanas entfernte [Frau] kommt dann rasch herbei, Geliebte.

26. Ebenso wird Augenschwärze durch krīṃ krīṃ krīṃ hrūṃ hrūṃ hrīṃ hrīṃ gereinigt. Mit dem Stirnzeichen [bewirkt man] die Bezauberung der Welt; man vollziehe den Mantra siebenmal.

27. Höchste Herrin, dieses erhabene Hṛdaya nimmt alle Sünden fort und übertrifft die [Früchte von] Pferdeopfern und entsprechenden Gaben um Millionen und Abermillionen.

28. Seine Frucht übertrifft die von Gaben wie der Übergabe einer Tochter um Millionen und Abermillionen; sie gilt als millionen- und abermillionenfach gegenüber Opfern wie dem Dūtī-Opfer.

29. Die Frucht aller heiligen Stätten, Gaṅgā und der übrigen, gilt als millionenfach [in ihm enthalten], allein durch einmaliges Lesen. Wahrlich, wahrlich, so habe ich gesprochen.

30. Nachdem man Kaumārī in der eigenen erwählten Gestalt vorschriftsgemäß verehrt hat, lese man den Hymnus, große Herrin. [Wer dies tut,] wird ein zu Lebzeiten Befreiter genannt.

Textanmerkung: Kaumārī sveṣṭarūpeṇa ist grammatisch auffällig. Die Stelle sagt nicht ausdrücklich, dass der folgende Vers auf eine minderjährige Person bezogen wäre.

31. Wer die Yoni einer menstruierenden Frau betrachtet und mit ganz gesammeltem Geist rezitiert, erlangt die höchste Stätte in der Welt der Göttin, Schönangesichtige.

32. Bei großem Leid, schwerer Krankheit, an einem Tag großer Bedrängnis, bei großer Gefahr und großem Schrecken lese man diesen höchsten Hymnus. Wahrlich, wahrlich und wiederum wahrlich: Man halte ihn geheim wie den Liebhaber der eigenen Mutter.

Damit ist das Hṛdaya beendet.

Kalika-Upanishad

Nun die Upaniṣad.

Dann erlangt man sie in der Brahmaöffnung, als Verkörperung Brahmans. Zu Beginn [steht] die glückbegabte, aus Kāma, Repha und Indirā bestehende [Silbengestalt], die die Gesamtheit verkörpert. Danach das Bīja-Paar des Schöpfers und das Kūrca-Bīja; dessen Form besteht aus der Verbindung von [der Lesung] homa, dem sechsten Vokal und Bindu. Danach Bhuvanā zweimal. Bhuvanā besteht aus der Verbindung von Raum, Feuer, Indirā und Leere. Mit „dakṣiṇe kālike“ wird sie unmittelbar angeredet. Danach spreche man die sieben Bījas und die Gemahlin des großen Feuers aus.

Textanmerkung zur Lautgewinnung: Dieser Eingang enthält verschlüsselte Lautbezeichnungen. Die Folge karturbījadvayakūrccabījan taddhoma… ist nicht sicher in ihre Glieder zu zerlegen. „Gemahlin des Feuers“ bezeichnet die Svāhā-Formel; die übrigen Codes werden nicht ohne gesicherte Entschlüsselung in einen erfundenen rezitierbaren Gesamtmantra umgeschrieben.

Dieser ist der allerhöchste unter allen Mantras. Wer ihn einmal rezitiert, ist der Herr des Alls, der Herr der Frauen, der Herr der Veden; er ist Lehrer aller, von allen zu verehren, in allen Veden gegründet. Er hat in allen heiligen Wassern gebadet, ist in alle Opfer eingeweiht; er selbst ist Sadāśiva.

Man zeichne ein Dreieck, ein Dreieck, ein Dreieck und nochmals ein Dreieck und ein Dreieck; danach acht Blütenblätter mit Halbmond-Staubfäden, paarweise gezeichnet, zusammengefasst und mit einer äußeren Einfassung versehen. Nachdem [das Yantra] durch den Allwissenden verehrt ist, setze man die Göttin auf Blatt und Linie ein und meditiere über sie: Kālikā mit einem Gesicht wie eine frische Regenwolke, vollen Brüsten, gekrümmten Hauern, auf einem Leichensitz; ihre Hände sind mit Gabengewährung, Furchtlosigkeit, Schwert und Kopf ausgezeichnet.

Kālī, Kapālinī, Kullā, Kurukullā, Virodhinī und Vipracittā befinden sich in den sechs Ecken. Ugrā, Ugraprabhā, Dīptā, Nīlā, Ghanā, Balākā, Mātrā, Mudrā und Mitā befinden sich in neun Ecken; so befinden sich [die fünfzehn Göttinnen] in fünfzehn Ecken. Brāhmī, Nārāyaṇī, Māheśvarī, Cāmuṇḍā, Kaumārī, Aparājitā, Vārāhī und Nārasiṃhī befinden sich in den acht Blättern. In den vier Ecken stehen die vier Götter Mādhava, Rudra, Vināyaka und Saurā [Sonnengestalt; Namensform der Quelle]. In den vier Richtungen stehen Indra, Yama, Varuṇa und Kubera.

Zu Beginn verehre man die Göttin mit sämtlichen Gliedern; Tarpaṇa geschieht mit Yoni-Wasser, die Verehrung mit dem fünften Makāra. Was könnte diese Verehrung noch übertreffen? Die Stätte Brahmās und der übrigen [Götter], die als aufzugeben gilt, erlangt man mühelos. Durch ihre ein-, zwei- oder dreifache Reihenfolge entstehen Mantras; die Merkmale von Feind, Freund und dergleichen gelten hier nicht. Für den Rezitierenden dieses Mantras gibt es den Weg, für keinen anderen gibt es hier den Weg.

[Daraus folgt] die Vollendung ihres, des Tārā-Mantras oder des Durgā-Mantras. Jetzt aber sind alle [anderen] wie im Traum; nur die Dunkle ist wach. Wer diese Upaniṣad der Weisung der Dunklen studiert, wird, wenn kinderlos, mit einem Sohn versehen; wenn mittellos, erlangt er Reichtum. Er wird zum Gefäß für Dharma, Wohlstand, Begehren und Befreiung und zum Spender von Gaben für andere. Durch seinen Blick bezaubert er die Welt; der Zorn verlässt ihn. Er wird Teilhaber an den Früchten der heiligen Wasser und Orte wie Gaṅgā und der Opfer wie Agniṣṭoma.

Damit endet die Kālikopaniṣad im Saubhāgya-Kāṇḍa des Atharvaveda.

Textanmerkung: Die grammatisch gedrängten Sätze über sarvajña, die „ein-, zwei-, dreifache Reihenfolge“ und die Vollendung der drei Mantras bleiben vorläufig. Die Zuordnung zum Atharvaveda ist die Selbstbezeichnung des Kolophons; sie wird hier nicht als extern überprüfte Datierung oder Zugehörigkeit ausgegeben.

Die 108 Namen

Nun die hundert Namen. Bhairava sprach: 1. Ich werde die hundert Namen Kālikās verkünden, Schönangesichtige. Durch deren Lesen wird man beredt und überall siegreich.

2. Kālī, die Dunkle; Kapālinī, die Schädelträgerin; Kāntā, die Geliebte; Kāmadā, die Wunscherfüllerin; Kāmasundarī, die in der Liebe Schöne; Kālarātri, die Nacht der Zeit und des Todes; Kālikā; die von Kālabhairava Verehrte.

3. Kurukullā; Kāminī, die Begehrende; die von liebenswertem Wesen; die dem Kula Zugehörige; die das Kula Schaffende; die den Weg des Kula Offenbarende.

4. Die durch Moschussaft Dunkelblaue; die Begehrenswerte; die Verkörperung des Begehrens; die im Laut Ka Wohnende; die Wunschkuh; die Furchtbare.

5. Die Geliebte des Kula; die mit schrecklichem Gesicht; die von Liebessehnsucht Ergriffene; die mit Kalās Ausgestattete; die Schmalbäuchige; Kāmākhyā; Kaumārī; die Beschützerin des Kula.

6. Die im Kula Geborene; die Tochter des Kula; der Streit; die vom Kula Verehrte; die Herrin des Begehrens; die Geliebte Kāmas; die auf dem Herrn der Elefanten Reitende.

7. Die Wünsche Schenkende; die Begehren Vernichtende; die Dunkle; die Flechtenhaarige; Kumudā, die Wasserlilie; die mit dunklem Körper; Kālindī; die vom Kula Verehrte.

8. Kāśyapī, die zu Kaśyapa Gehörige; die Mutter Kṛṣṇas; die mit Gliedern wie der Donnerkeil; die Kalā; die Verkörperung von krīṃ; die durch das Kula Erreichbare; Kamalā; die von Kṛṣṇa Verehrte.

9. Die Schlankgliedrige; die Kinnarī; die Handelnde; die mit lieblicher Stimme; Kārtikī; die mit einem Hals wie eine Muschel; die Kaulinī; Kumudā; die vom Begehren Lebende.

10. Die Frau des Kula; Kīrtikā, die Rühmende; Kṛtyā, die magische Wirkmacht; der Ruhm; die Beschützerin des Kula; die Teilkraft des Liebesgottes; die Wunschranke; die den Körper Kāmas Wachsenlassende.

11. Kuntā [Name mit Bezug zum Speer; Deutung offen]; die an Wasserlilien Erfreute; die nach Kadamba-Blüten Verlangende; die Wolkenreiche; die Lotusreiche; die Kṛṣṇa Wonne Schenkende.

12. Die an der Kumārī-Verehrung Erfreute; die von Kumārī-Scharen Verschönerte; die am Erfreuen der Kumārīs Freude hat; die das Kumārī-Gelübde trägt.

13. Die Skelettgestaltige; die Liebliche; die im Lehrwerk der Liebe Kundige; die Schädel und Khaṭvāṅga trägt; die die Gestalt Kālabhairavas hat.

14. Koṭarī, die Höhlenhafte; die mit hohlen Augen; Kāśī; die auf dem Kailāsa Wohnende; Kātyāyinī; die das zu Tuende Vollbringende; die sich an Dichtung und Lehrwerken Erfreuende.

15. Die Verkörperung der Anziehung des Begehrens; die im Kāma-Pīṭha Wohnende; Kaṅkinī; Kākinī; das Spiel; die Geschmähte; die den Streit Liebende.

16. Deren Lebenskraft aus Kuṇḍa und Gola entsteht; Kauśikī; die den Ruhm Mehrende; die mit krugförmigen Brüsten; der Seitenblick; die Dichterische; die rote Lotusse Liebende.

Textanmerkung: Die technischen Bezeichnungen Kuṇḍa und Gola werden hier nicht erklärt.

17. Die in der Wildnis Wohnende; der Glanz; die Harte; die Geliebte Kṛṣṇas. Damit ist dir, Göttin, das höchste, noch geheimere Geheimnis verkündet.

18. Wer diese hundertacht Namen Kālīs täglich liest, für den gibt es in den drei Welten nichts Unerreichbares, Herrin der Götter.

19. Wer morgens, mittags, abends und stets nachts mit höchster Hingabe die hundertacht Namen Kālīs liest …

20. … in dessen Haus nimmt Kālikā stets ihren Wohnsitz. In einem verlassenen Haus, auf dem Verbrennungsplatz, in der Einöde, mitten im Wasser …

21. … mitten im Feuer, im Kampf und bei Lebensgefahr erlangt der Mantrakundige durch Rezitation der hundertacht [Namen] höchste Sicherheit.

22. Nachdem der Übende Kālī vorschriftsgemäß eingesetzt und mit den hundertacht Namen gepriesen hat, erlangt er durch Kālikās Gnade Vollendung.

Damit enden die hundertacht Namen.

Einleitung zum Tausendnamenhymnus

Nun die tausend Namen. 1. Auf dem lieblichen Gipfel des Kailāsa, von Scharen verschiedener Götter umgeben, mit mancherlei Bäumen und Ranken erfüllt und mit vielerlei Blüten geschmückt …

2. … versehen mit vier Kreisen, in der Laube der Liebe, [saß er,] friedvoll im Samādhi ruhend, spielend, der Geliebte der Yoginīs.

3. Als die Göttin dort den schweigenden Śaṅkara sah, fragte sie ihn. Die Göttin sprach: Was rezitierst du, Gott, woran erinnerst du dich stets?

4. Worin ist die Schöpfung aufgelöst, und woraus entsteht sie wieder? Was ist jene große ursprüngliche Ursache, die die Ursache des Welteneies ist?

5. Die Erfüllung bloßer Gedankenwünsche, ebenso die Erfüllung des Verlangens, Śiva; als dritte die Vollendung durch Vorstellung, die Herrschaft über Millionen Vollendungen …

6. … die achtzehn Arten des Herabkommens der Kraft, das Wandeln durch die Welt des Beweglichen und Unbeweglichen, große Zauberkunst und die Herstellung der Zauberwerke Indras und der übrigen …

7. … die acht [Fähigkeiten] wie das Winzigwerden, Gott, der Eintritt in fremde Körper, das Erschaffen einer neuen Schöpfung und das Austrocknen des Meeres …

8. … das Sichtbarmachen des Mondes bei Neumond, das Leuchten des Mondes am Tag, acht Monde in den acht Richtungen und ebenso acht Sonnen, Śiva …

9. … im Wasser zu Wasser, im Feuer zu Feuer werden, Brahmā, Viṣṇu und die übrigen erschaffen und die Hervorbringung von Indras in der Hand haben …

10. … die Unterwelt-Pille, die Fünfergruppe von Yakṣas und Vetālas, die Verjüngungsalchemie, das Verborgensein und die umfassende Augensalbe …

Textanmerkung: Die genannten Siddhi-Bezeichnungen werden hier nicht durch Rezepturen erklärt. Die Zuordnung der „Fünfergruppe“ ist grammatisch knapp.

11. … die große Madhumatī-Vollendung, ebenso Padmāvatī, Śiva, und die Bhogavatī-Vollendung – wie viele Vollendungen es auch gibt …

12. … durch welchen Mantra und welche Askese werden sie im von Sünde erfüllten Kali-Zeitalter erlangt, in dem Lebensdauer und Verdienst fehlen? Sage mir, wie dies geschieht.

Śiva sprach: 13. Ohne Mantra, ohne Hymnus, ohne Askese, Geliebte; ohne Bali, ohne Nyāsa, ohne Reinigung der Elemente, Geliebte …

14. … ohne Meditation, ohne Yantra, ohne Pūjā und dergleichen, Geliebte; ohne Mühen und ohne körperliche Qualen, Göttin …

15. … wodurch Vollendung rasch entsteht, das werde ich so verkünden. Im leeren Weltenei, inmitten von fünfzig Leeren …

16. … steht Tārā in den fünf Leeren; am Ende von allem gilt Kālikā [als gegenwärtig], o Śivā, an der Spitze des Rājadanta unendlich vieler Millionen Welteneier …

Textanmerkung: Rājadanta bedeutet wörtlich „Königszahn“ beziehungsweise „vorzüglicher Zahn“. Seine kosmologische Bedeutung ist hier nicht sicher erschlossen.

17. … nachdem [sie etwas] eingesetzt, eine Wohnstätte der Leere geschaffen und schwarze Farbe angenommen hat: die höchste Kalā, von gänzlich eigenschaftsloser Gestalt, jenseits der Sprache.

Textanmerkung: Das Objekt von sthāpya fehlt; der Vers ist deshalb nur vorläufig syntaktisch wiederzugeben.

18. Man stelle sich die Göttin, die im Spiel verweilt, als Leere vor. Als sie beim Beginnen der Schöpfung einen Schatten erblickte …

19. … wurde dieser zur Willenskraft. Durch sie wurde die Zeit geschaffen. Darin wurde ein Spiegelbild gesehen; dieses wurde die „Erkenntnis“ genannte [Kraft].

20. „Was ist dies, was zeichnet es aus?“ – freudig entstand unterscheidendes Erkennen. Da entstand die „Handlung“ genannte [Kraft], große Herrin, aus ihrem Blick.

21. Was im Weltenei, Herrin der Götter, am Rājadanta stand, das setzte jene Handlungskraft der Reihenfolge nach an seine jeweilige Stätte.

22. Dort selbst war sie aus freiem Willen ganz der Einheit des Geschmacks hingegeben. Ihr Wollen wird nun erklärt, Göttin; nimm es genau auf.

23. Am Anfang des Weltalters, Göttin, [wollte] ihr Wille Śiva, den Höchsten über den Eigenschaften, den Eigenschaftslosen, Friedvollen, die Verkörperung von Sein, Bewusstsein und Wonne …

24. … den Ewigen, Schönen, Weißen, mit allen Göttern Vereinten, Vortrefflichen, den Urherrn jenseits der Guṇas, den mit Kālī vereinten Herrn …

25. … den Gott in umgekehrter Liebesvereinigung, ganz auf Einheit ausgerichtet. Eine Schar von Göttern, Gandharvas und Apsarās kam zur Verehrung …

26. … Yakṣiṇī, Kinnarī und andere, Urvaśī und Tilottamā. Als [er sie] sah, sprach [er] durch deren Māyā: „Schöne, Geliebte meines Lebens …“

Textanmerkung: Die Sprecherzuordnung dieses gedrängten Verses ist unsicher; der Anschluss in Vers 28 nennt Śambhu.

27. „… Schönste der drei Welten, Herrin meines Lebens, Erfreuerin meines Lebens: Weshalb seid ihr heute gekommen? Groß ist der Ozean meines Glücks.“

28. Nachdem er dies gesagt hatte, verehrten die Apsarās den schweigenden Śambhu. Die Apsarās sprachen: Du hast die Welt aus dem Saṃsāra hinübergeführt, Gott, Liebling der Menschen.

29. Du bist bereit, das Werk des Schöpfungsbeginns auszuführen, großer Herr. Dies ist der Dienst der Kurtisanen, Gott: zum glücklichen Gelingen zu singen.

30. Beim Aufbruch, bei Festen und beim Beginn singt man. Nun ist die Zeit des Beginns der Guṇas und der übrigen [Schöpfungsprinzipien], Śiva Śaṅkara.

31. Aus ihrem hervorbringenden Tropfen entstehen Millionen Indrāṇīs, Millionen und Abermillionen Brāhmīs, Vaiṣṇavīs und Māheśīs.

32. Um die Wonne deiner Einheit zu schauen, sind wir entstanden und vor dir erschienen, Gott, Ozean unseres Glücks.

33. Außer der Liebe gibt es für begehrende Frauen kein anderes Glück, Maheśvara. Jene Liebesvereinigung, die großes Glück bewirkt, wird von uns gesehen.

34. Ebenso ist dies auch von uns gemeinsam mit dem Gatten zu tun. Als Mahādeva dies hörte, dessen Geist in Meditation ruhte …

35. … verließ er die Meditation und sprach durch Māyā zu Kālikā: „Kālī, Kālī, mit der Schädelgirlande, Geliebte, Furchtbares Sprechende …

36. … du, die Schakalinnengestalt trägt, Grausame, mit schrecklichen Hauern, Furchtbare, die die Schönheit der drei Welten hervorbringt: Schöne Frauen stehen vor mir.

37. Schaue die Schönen an, Kālī, geliebte Śivā. Lasse die Meditation los, große Göttin; sie gehen nach Hause.

38. Deine Gestalt, Mahākālī, erfreut Mahākāla; die schöne Gestalt dieser Frauen erfreut die drei Welten.“

39. So sprach Mahākāla, von der Macht der Māyā ergriffen. Als Kālikā die Worte Kālas hörte, sprach sie zu Kāla …

40. … während sie sich mit Māyā verhüllte und die Gestalt ihrer eigenen Frauengestalt annahm: „Von nun an wird in jedem Weltalter nur das Weibliche sein …“

Textanmerkung: Nijastrīrūpadhāriṇī und strīmātram sind mehrdeutig; der genaue Sinn des folgenden Fluches bleibt ohne Kommentar unsicher.

41. „Ranken und die anderen Pflanzen, Göttin, werden tagsüber die Gestalt von Ranken haben, nachts Frauengestalt annehmen und miteinander Liebesspiele treiben.

42. Bei allen wird in jedem Weltalter Unwissenheit herrschen.“ Nachdem sie so den Fluch ausgesprochen hatte, sprach Kālikā nochmals:

43. „Die in umgekehrter Liebesvereinigung über mich nachdenken und mich verehren, denen werde ich Gaben gewähren; bei ihnen wohne ich immer.“

44. Nachdem sie so gesprochen hatte, verschwand die Vidyā Kālikā dort. [Für die Dauer von] dreißig, drei Kharvas, sechs Vṛndas, neunzig Arbudas und Koṭis …

Textanmerkung: Die äußerst große Zahl triṃśattrikharvaṣaḍvṛndanavatyarbudakoṭayaḥ ist nicht eindeutig gegliedert. Die überlieferten Zahlwörter werden erhalten, ohne eine ungesicherte Dezimalzahl zu errechnen.

45. … übte [Śiva] Askese, um sie zu sehen. „Wohin ist meine Geliebte gegangen, die Göttin, die mir so lieb wie mein Leben ist? Ach, ach, Lebensgeliebte, Śivā!“

46. „Was soll ich tun, wohin soll ich gehen?“ So war er voller Verwirrung. Kālikā empfand Mitgefühl: „Śiva ist ganz in Gedanken an mich versunken.“

47. Kālī verlieh ihm sehr rasch die Einsicht in die Entfaltung des Yantra. Von da an [begann] das Yantra-Opfer, zuvor im Bereich des Bindu [verborgen].

Textanmerkung: Pūrva bindutvagocaram ist gedrängt und nicht sicher konstruiert; die Übersetzung ist vorläufig.

48. Ganz dem Einüben der Zeichnung und Entfaltung des Śrīcakra hingegeben, wanderte er hierhin und dorthin; die drei Welten waren im Innern des Cakra.

49. Um das jenseitige Ufer des Cakra zu schauen, vergingen Koṭis und Arbudas von Weltaltern. Die Göttin, lebensgeliebt von ihren Verehrern, die Herrin des großen Śrīcakra …

50. … nahm dort im Bindu eine höchste, schöne, sehr bezaubernde Gestalt an: die wache Tripurasundarī, große Herrin.

51. Als Mahādeva diese Gestalt sah, wurde er zum Herrn der Könige. Durch ihren bloßen Seitenblick nahm Śiva ihre Gestalt an.

52. Damals entstand die große Herrin ohne die Verbindung mit Liebesreiz. Ohne einen Anteil Kālīs [ist] die Welt des Unbeweglichen und Beweglichen, Göttin …

Textanmerkung: Vinā śṛṅgārasaṃyuktā ist syntaktisch auffällig: vinā widerspricht dem folgenden „mit Liebesreiz verbunden“. Die Übersetzung folgt dem anschließenden Zusammenhang des fehlenden Anteils Kālīs.

53. … ohne Liebesreiz und ohne Kraft; nirgends ist [diese] vorhanden, große Herrin. Sundarī bat Kālī; Kālikā war erfreut und sprach:

54. „In den Augen und Haaren aller [Frauen] wird hier mein Anteil sein. In den früheren Lebenszuständen bleibt mein Anteil, Herrin der Götter, Geliebte.

55. Dieser Zustand heißt Jugend; nach seinem Ende bleibt er nicht. Bei meinen Verehrern aber bleibt er gewiss immer, große Herrin.“

56. Doch die Kraft war gehemmt, und auch die Gestalt war nicht schön. Von Sorge ergriffen wurde Sundarī dort trübe.

Textanmerkung: Mālinā wird als gestörte Form von malinā, „trübe/befleckt“, verstanden.

57. Sie blieb einen Augenblick in Meditation, ganz auf Kālī gerichtet. Da wurde Kālī, die große Herrin, in einem halben Augenblick gnädig.

58. Ehrerbietig [sprach sie]: „Nenne eine Gabe, nenne eine Gabe, nenne eine Gabe!“ Sundarī sprach: Gewähre mir die Gabe meiner Vollendung, die Gabe, um die ich dich bitte.

59. Sage mir ein solches Mittel, durch das Kraft entstehen wird. Die erhabene Kālī sprach: Meine tausend Namen wurden früher von mir geschaffen …

Textanmerkung: Tāgudṛpāyam wird sinngemäß als „ein solches Mittel“ verstanden; die Zeichenfolge ist beschädigt.

60. … meine eigene Gestalt, mit dem Laut Ka beginnend, „Große allumfassende Herrschaft“ genannt, mit dem Namen „Gabenverleihung“ versehen, in einem halben Augenblick Gaben schenkend.

61. Lies sie, große Māyā; dir wird Kraft zuteilwerden. Von da an war Śrīvidyā ganz dem Lesen dieser Namen hingegeben.

62. Eben diese tausend Namen, die Sundarī Kraft verleihen, werden nun verkündet. Höre die tausend Namen mit aufmerksamem Geist.

63. Für die tausend Namen mit der Bezeichnung Sarvasāmrājyamedhā wird Mahākāla als Seher genannt; das Versmaß wird als Uṣṇih bezeichnet.

64. Die Gottheit ist Dakṣiṇā Kālī; Māyā wird als Bīja genannt. Hūṃ ist die Śakti, und das Kālī-Bīja wird als Kīlaka bezeichnet.

65. Nachdem du wie zuvor meditiert hast, vollende das gewünschte Vorhaben. Die Anwendung gilt der Erfüllung des eigenen Wunsches, der Gabe Kālikās und dergleichen.

Man vollziehe die sechs Glieder mit dem Kīlaka und den sechs langen [Vokalen; die Verbindung ṣaḍdīrghābjena ist auffällig].

Oṃ. Für den Mantra dieses Tausendnamenhymnus, dessen Wesen der Laut Ka ist, der die Gestalt Kālīs besitzt und Sarvasāmrājyamedhā heißt: Der Seher ist Mahākāla, das Versmaß Anuṣṭubh, die Gottheit Śrīdakṣiṇamahākālī. Hrīṃ ist das Bīja, hūṃ die Śakti, krīṃ das Kīlaka. Die Anwendung im Japa gilt allen erwünschten Zielen, insbesondere der Gabengewährung Kālīs.

Textanmerkung: Diese Prosafassung nennt Anuṣṭubh, während Vers 63 Uṣṇih nennt. Beide Angaben bleiben unverändert. Die Mantra-Verschlüsselung „Māyā“ wird hier durch die ausdrücklich geschriebene Form hrīṃ ergänzt, nicht durch eine außerhalb der Quelle erschlossene Formel.

Kali: Tausendnamenhymnus

Die folgende Reihe spricht die Göttin mit ihren Namen im Nominativ an beziehungsweise beschreibt sie durch diese Namen. Jedes Namensglied gibt ein Namensglied oder eine ausdrücklich bezeichnete verbundene Namensgruppe wieder; sie bildet keine neu erfundene namaḥ-Rezitationsformel. „Und“ sowie die Partikeln des Sanskrit verbinden die Namen. Die drei ersten Bīja-Laute bleiben beim Anfang der Reihe kenntlich; die auffällige Schreibung oṃkrīṃṅkālī wird im Sanskrit nicht repariert.

Kalā kann Teilkraft, Kunst oder Mondphase bedeuten. Kula bleibt als Begriff für Familie, rituelle Gemeinschaft oder Überlieferung dort stehen, wo die einzelne Stelle die Bedeutung nicht eingrenzt. Kara kann unter anderem Hand, Strahl oder Gabe heißen; in den unklaren Namensreihen bleibt es als Namenselement erhalten. Kamalākara kann Lotussee oder Eigenname sein. Kathaṅkāra, Karakācala, Kaha und einzelne weitere Reihen sind in diesem Abschnitt nicht erklärt. Die „Blüten“, Kuṇḍa- und Gola-Bezeichnungen werden bei erkennbarem Ritualbezug nicht ohne Beleg botanisch gedeutet. Die Lautfolge ka-e-īlhrīṃ wird unverändert erhalten und nicht zu einer anderen Formel vervollständigt.

Namensvers 1

Oṃ krīṃ: Kālī, die Dunkle; Krūṃ: Karālī, die Furchtbare; die Heilvolle; Kamalā, die Lotusgöttin; die Kalā; die mit Kalās Ausgestattete; die an Kalās Reiche; die durch Kalās zu Verehrende.

deren Wesen die Kalās sind.

Namensvers 2

Die durch die Kalā Gesehene [kalādṛṣṭā, abweichend von der früheren Namenslitanei]; die durch Kalās Genährte; Kalāmastā [Lesung unsicher]; die Trägerin der Kalā; die wie Millionen Kalās Erstrahlende; die von Millionen Kalās Verehrte.

Namensvers 3

Die Trägerin der Kalā des Kalā-Wirkens; die jenseits der Kalā Befindliche; Kalāgamā [„Kalā-Überlieferung“ oder „Kommen der Kalā“, unklar]; die Trägerin der Kalā; die Lotusreiche; der Laut Ka; das Mitgefühl; der Dichter beziehungsweise Seher.

Namensvers 4

Deren sämtliche Glieder der Laut Ka sind; die mit Millionen Kalās Geschmückte; die durch Millionen Ka-Laute Vervielfachte; deren Schmuck Millionen Ka-Laute sind.

Namensvers 5

Deren Herz der Laut Ka ist; die mit dem Ka-Mantra Geschmückte; die im Laut Ka Wohnende; die ganz dem Kāka-Laut Hingegebene.

Namensvers 6

Deren Krone der Laut Ka ist; deren Schmuck der Laut Ka ist; deren Gestalt der Laut Ka ist; die dem Kaka-Laut Hingegebene [hier kurzes a].

Namensvers 7

Die am Erdröhnen des Kakavīra Erfreute [Zusammensetzung unklar]; die von Kamalākara Verehrte; die Herrin des Kamalākara; die die Gestalt des Kamalākara trägt.

Namensvers 8

Die in der Vollendung des Kamalākara Weilende; die das jenseitige Ufer des Kamalākara Gewährende; die inmitten des Kamalākara Befindliche; die durch Kamalākara Erfreute.

Namensvers 9

Die dem Gespräch über Kathaṅkāra Hingegebene; die ganz dem Kathaṅkāra Zugewandte; die am Ende des Wortes oder Zustands Kathaṅkāra Weilende; die Quelle der Bedeutung von Kathaṅkāra.

Namensvers 10

Die Lotusäugige; die Lotusgeborene; die vom Lotusäugigen Verehrte; die bereit ist, dem Lotusäugigen eine Gabe zu gewähren; der Laut Ka [kakārā]; die mit vielfarbigen Lauten [karburākṣarā, Worttrennung vorläufig].

Namensvers 11

Karatārā [Bezug von kara und tārā offen]; die am Kara Abgetrennte; die mit dunklen Händen; der Ozean des Kara; die durch Kara zu Verehrende; die an Kara Erfreute; die Kara Verleihende; die durch Kara Verehrte.

Namensvers 12

Karatoyā; die Berührung der Hand; die Vernichtung des Karma; die Kara Liebende; deren Lebenskraft Kara ist; die aus Karaka Geborene; Karakā; die im Innern des Karaka Befindliche.

Namensvers 13

Deren Gestalt Karakācala ist; die Karakācala Verschönernde; die Tochter des Karakācala; die durch Karakācala Erfreute.

Namensvers 14

Die im Haus des Karakācala Wohnende; die Beschützerin des Karakācala; die in Karakācala zu Ehrende; die das Wirken des Karakācala Vollziehende.

Namensvers 15

Die am Regen des Karakācala Reiche; die durch Karakācala Erfreute; die Wildnis des Karakācala; die Girlandenträgerin des Karakācala.

Namensvers 16

Die in Karakācala zu Speisende; die die Gestalt des Karakācala besitzt; die in der Āmalaka-Frucht auf der Hand Befindliche; die die Vollendung der Āmalaka-Frucht auf der Hand Verleihende.

Namensvers 17

Die durch Karāmalaka zu Verehrende; die durch Karāmalaka Hinüberführende; die Kālī des Karāmalaka; die das Karāmalaka Erhellende.

Namensvers 18

Die Mutter des Karāmalaka; die dem Karāmalaka Dienende; die wie eine Āmalaka-Frucht auf der Hand zu Betrachtende; die Karāmalaka Schenkende.

Namensvers 19

Die Lotusäugige; deren Gang oder Ziel der Lotus ist; die im Lotus Weilende; die einen Lotus trägt; die mit Lotusgirlanden Freude Bereitende; die Lotusgestaltige; Kañjanā [Name unsicher].

Namensvers 20

Die aus dem Lotus Stammende; deren Gang oder Ziel der Lotus ist; die ganz dem Lotus-Feueropfer Zugewandte; die inmitten des Lotuskreises Weilende; die mit Lotusschmuck Geschmückte.

Namensvers 21

Die der Ehrung des Lotus Hingegebene; die ganz auf das Hervorbringen von Lotussen Gerichtete; die einer Menge von Lotussen Gleichgestaltige; die im Lotuswald Wohnende.

Namensvers 22

Die inmitten des Karañja-Baumes Weilende; die im Karañja-Baum Wohnende; die reich mit Karañja-Früchten Geschmückte; die im Karañja-Wald Wohnende.

Namensvers 23

Die mit Karañja-Girlanden Geschmückte; die ganz dem Schwert Zugewandte; deren Wesen vom Schwert erfreut ist; deren liebster Gang zum Schwert führt.

Namensvers 24

Deren geliebte Flickendecke das Schwert ist [kanthā, ungewöhnliche Verbindung]; die mit dem Schwert Spielende; deren Handeln aus dem Schwert besteht; die dem Schwert Freude Bereitende.

Namensvers 25

Die mit Girlanden kopfloser Rümpfe Geschmückte; die inmitten einer Menge kopfloser Rümpfe Weilende; die auf einem Haufen kopfloser Rümpfe Sitzende; die mit unzähligen kopflosen Rümpfen Geschmückte.

Namensvers 26

Die vom Klang kopfloser Rümpfe Erfreute; die einen Sitz aus kopflosen Rümpfen trägt; die im Haus kopfloser Rümpfe Weilende; die im Wald kopfloser Rümpfe Wohnende.

Namensvers 27

Die aus kopflosen Rümpfen einen Gürtel Macht; deren Schmuck eine Menge kopfloser Rümpfe ist; die durch eine Girlande kopfloser Rümpfe Sieg Verleihende; die im Leib eines kopflosen Rumpfes Wohnende.

Namensvers 28

Die auf einem Sitz aus kopflosen Rümpfen zu Ehrende; die eine Schädelgirlande trägt; die inmitten einer Schädelgirlande Weilende; die vom Schädelgelübde Erfreute.

Namensvers 29

Die durch Schädelleuchten Erfreute; die die Gestalt einer Schädelleuchte hat; die mittels Schädelleuchten Gaben Verleihende; die in Schädel-Augenschwärze Befindliche.

Namensvers 30

Die durch eine Schädelgirlande Sieg Verleihende; die durch Schädel-Japa Erfreute; die durch Schädel-Vollendung Beglückte; die zum Essen aus dem Schädel Bereite.

Namensvers 31

Die im Schädelgelübde Gegründete; die im Schädellotus Wohnende; die Essenz des Dichtungsnektars; der Ozean des Dichtungsnektars.

Namensvers 32

Die über die Vollendung der Dichtung Erfreute; die Dichtkunst Verleihende; die von Dichtern zu Verehrende; das Ziel der Dichter; die Dichtergestaltige; die den Dichtern Liebe.

Namensvers 33

Die Verkörperung der Brahman-Wonne des Dichters; die durch das Gelübde der Dichtkunst Erfreute; die im Geist des Dichters Wohnende; die die Wünsche des Dichters Erfüllende.

Namensvers 34

Die in der Kehle des Dichters Weilende; die mit kaṃ hrīṃ kaṃ kaṃ kaṃ dem Dichter Erfüllung Verleihende; die Augenschwärze; deren Sinn auf die Gabe von Augenschwärze gerichtet ist; die Augenschwärze Liebende.

Namensvers 35

Die der Schädel-Augenschwärze Gleiche; die vom Herrn der Augenschwärze Verehrte; die inmitten des Ozeans der Augenschwärze Weilende; die Verkörperung der Wonne der Augenschwärze.

Namensvers 36

Die durch den Liebhaber der Augenschwärze Erfreute; die den Liebhaber der Augenschwärze Erfreuende; die mit einer Schädelgirlande Geschmückte; deren Hand mit einem Schädel geschmückt ist.

Namensvers 37

Die reich mit einem Schädel in der Hand Geschmückte; die mit dem Schädelkreis Geschmückte; die in Millionen Schädeln Wohnende; die eine Festung aus Schädeln Schaffende.

Namensvers 38

Die auf dem Schädelberg Weilende; die im Schädelkreis Wohnende; die durch das Schädelgefäß Erfreute; die ganz dem Arghya im Schädel Zugewandte.

Namensvers 39

Deren Leben das geliebte Schädel-Arghya ist; die durch Schädel-Arghya Gaben Verleihende; die die Gestalt des Schädelkreises besitzt; die allein in Schädelgestalt Wandelnde.

Namensvers 40

Die Bananenpflanze; die Bananengestaltige; die im Bananenwald Wohnende; die durch Bananenblüten Erfreute; deren Sinn auf Bananenfrüchte gerichtet ist.

Namensvers 41

Die durch ein Feueropfer mit Bananen Erfreute; die zum Schauen der Bananenpflanze Bereite; die im Innern der Bananenpflanze Weilende; die Schöne des Bananenwaldes.

Namensvers 42

Die in Kadamba-Blüten Wohnende; die inmitten des Kadamba-Waldes Weilende; die am Duft der Kadamba-Blüten Erfreute; die den Kadamba-Wald Erfreuende.

Namensvers 43

Die mit Kadamba-Blüten zu Verehrende; die das Feueropfer mit Kadamba-Blüten Gewährende; die inmitten der Kadamba-Blüten Weilende; die Kadamba-Früchte Essende.

Namensvers 44

Die im Innern des Kadamba-Waldes Befindliche; die auf dem Kadamba-Berg Wohnende; Kakṣapā [Name unklar]; die durch Kakṣapā zu Verehrende; die auf dem Kakṣapā-Sitz Weilende.

Namensvers 45

Der Ohrschmuck; die Nase des Ohres [karṇanāsā, Verbindung unklar]; die an Ohren oder Ohrschmuck Reiche; Kālabhairavī; die am leisen Klang Erfreute; die Streit Verleihende; der Streit; die vom Streit Ergriffene.

Namensvers 46

Die Ohren-Yakṣiṇī; die Nachricht am Ohr; die Erzählerin; die Ohrenschöne; die Ohren-Piśācinī; die Blütenrispe am Ohr; die Kapikakṣa Verleihende [Bezeichnung unklar].

Namensvers 47

Die mit der ungestalten Kavikakṣā Reichversehene [Kompositum unsicher]; die Verkörperung der Kavikakṣā; die im Moschustier Weilende; die die Gestalt des Moschustiers hat.

Namensvers 48

Die das Moschustier Erfreuende; die inmitten des Moschustiers Weilende; deren Glieder durch Moschussaft dunkelblau sind; die vom Moschusduft Erfreute.

Namensvers 49

Die Lebenskraft der mit Moschus Verehrenden; die den mit Moschus Verehrenden Liebe; die durch Moschusliebe Erfreute; die Moschus-Lebenskraft Tragende.

Namensvers 50

Die Wonne der mit Moschus Verehrenden; die Verkörperung des Moschusduftes; die Gestalt einer Moschusgirlande; die Moschusspeisung Liebende.

Namensvers 51

Die Wonne am Moschus-Stirnzeichen; die das Moschus-Stirnzeichen Liebende; die durch das Moschus-Feueropfer Erfreute; die zum Moschus-Tarpaṇa Bereite.

Namensvers 52

Die zur Reinigung mit Moschus Bereite; die im Moschuskreis Verehrte; die mit Moschusblüten zu Verehrende; die zum Kauen von Moschus Bereite.

Namensvers 53

Die im Innern des Moschus Weilende; die Moschusgewänder Tragende; die am Moschusduft Erfreute; die im Moschuswald Wohnende.

Namensvers 54

Die den Moschuswald Beschützende; die Moschusliebe Tragende; die Wohnstätte der Moschuskraft; die im Kuṇḍa der Moschuskraft Weilende.

Namensvers 55

Die im Moschusbecken Gebadete; die sich im Moschusbecken Versenkende; die durch das Moschusleben Erfreute; die das Moschusleben Tragende.

Namensvers 56

Die höchste Freude des Moschusduftes; die zum Leben durch Moschus Fähige; die im Wesen der Moschusart Stehende; die den Moschusduft Küssende.

Namensvers 57

Die Schönheit des Moschusduftes und die mit strahlender Stirnfläche [zwei mögliche Namensglieder der mit Bindestrich verbundenen Quellform]; die im Innern der Liebeserregung durch Moschus Weilende; die Freude am Moschusrausch Schenkende.

Namensvers 58

Die reich an Moschus-Kavitāna ist [Lesung kavitānā unklar]; die inmitten des Moschushauses Weilende; die Lebenskraft dessen, der Moschus berührt; die Vernichterin des Moschus-Vinda [vinda unklar].

Namensvers 59

Die den Moschusduft Genießende; die zum Spiel mit Moschus Bereite; die dem Geben von Moschus Hingegebene; die durch Moschus Gaben Verleihende.

Namensvers 60

Die am Aufstellen von Moschus Haftende; die die Moschusstätte Erfreuende; die nach dem Wohlergehen des Moschus Fragende; die durch Moschuspreisung Verehrte.

Namensvers 61

Die durch Moschusverehrer zu Verehrende; die an der Moschusstätte Wohnende; die Kaha-Gestaltige; die an Kaha Reiche; die Wonne des Kaha; die aus dem Wesen des Kaha Entstandene.

Namensvers 62

Die durch Kaha zu Verehrende; die Kaha-Ati Genannte [kahātyākhyā unklar]; die durch Kaha Aufzugebende; deren Wesen Kaha ist; die Kaha-Girlande; der Halsschmuck; die zur Rezitation des Kaha-Mantras Bereite.

Namensvers 63

Die ganz auf die Erinnerung an den Kaha-Namen Gerichtete; die ganz dem Kaha-Namen Hingegebene; die am Sich-Zuwenden zu Kaha Erfreute; die Kaha-Göttin; die Herrin des Kaha.

Namensvers 64

Die Ursache des Kaha und die Wonne des Kaha [kahahetu / kahānandā, alternative Gliederung der verbundenen Quellform]; die dem Kaha-Klang Hingegebene; die Mutter des Kaha; die im Innern des Kaha Weilende; der Kaha-Mantra; der Herr des Kaha.

Namensvers 65

Die durch Kaha zu Besingende; die durch Kaha zu Verehrende; die der Kaha-Meditation Hingegebene; das Kaha-Tantra; Kaha-Kaha; die ganz dem Kaha-Wandel Zugewandte.

Namensvers 66

Der Kaha-Lebenswandel; das Ziel des Kaha; die den Kaha-Tāṇḍava Tanzende; der Kaha-Wald; das Ziel des Kaha; die ganz der Kaha-Kraft Hingegebene.

Namensvers 67

Die im Kaha-Reich Verehrte; die Zeugin des Handelns; die Schöne des Handelns; das Wissen vom Handeln; der Weg des Handelns; die ganz dem Karmatantra Zugewandte.

Namensvers 68

Das Maß des Handelns; deren Glieder Handlungen sind; die dem Dharma des Handelns Hingegebene; die die Linien des Karma Vernichtende; die mit den Linien des Karma Spielende.

Namensvers 69

Die durch die Linien des Karma Bezaubernde; die dem Ruhm des Handelns Hingegebene; das Wissen vom Handeln; die Essenz des Handelns; die Grundlage des Handelns; die Quelle des Handelns.

Namensvers 70

Die Handeln Vollziehende; die Handeln Fortnehmende; die durch das Wunder des Handelns Schöne; die Kālī des Handelns; die Tārā des Handelns; die das Handeln Abschneidende; die Handeln Gewährende.

Namensvers 71

Die Cāṇḍālinī des Handelns; die Mutter des Veda des Handelns; die Quelle des Handelns; die Unendliche, die am Ritualteil Freude hat; die aus dem Ritualteil Erschlossene.

Namensvers 72

Die Fülle des Ritualteils; die Schildkrötin; die Schildkrötengestaltige; deren Herz von der Schildkröte zu verehren ist; die Schildkrötin und die Schönhalsige [kamaṭhā / kaṇṭhasundarī, zwei mögliche Namensglieder innerhalb der verbundenen Quellform].

Namensvers 73

Die auf dem Schildkrötensitz zu Verehrende; die ganz auf das Handeln der Schildkrötin Gerichtete; die Geliebte des Mitgefühlspenders; die vom Mitgefühlspender Verehrte.

Namensvers 74

Die Girlande harter Hände; die feste Brüste Tragende; die Flechtenhaarige; die Täuschende; die Harte; die mit Reihern Geschmückte.

Namensvers 75

Die mit Schenkeln wie ein Elefantenrüssel; die Härte Verleihende; Karabhā [Elefantenrüssel oder junges Kamel, unklar]; die Wohnstätte des Karabha; die aus lieblicher Rede Bestehende; die Kalpā; die Vorstellung; die Kalpa Verleihende.

Namensvers 76

Die im Lotus Weilende; die Girlande der Kalās; die Lotusgesichtige; die von klingendem Glanz; Kukudminī [Lesung unsicher]; die mit Mühsal Verbundene; die durch das Erzählen des zu Tuenden Verehrte.

Namensvers 77

Die durch das Haar Verehrte; deren Leib Haar ist; die Haarschönheit Tragende; die an festen Brüsten Ruhende [kaṭhokuca, Lesung gestört]; die mit der Hüftschnur Glänzende.

Namensvers 78

Die das Verzehren von Ohren Liebende; die Knolle beziehungsweise Wurzel [kandā]; die Erzählung und der Weg der Wurzel [kathā / kandagatiḥ, zwei Namensglieder in einem verbundenen Quelleintrag]; Kali; die Kali Vernichtende; die Botin Kalis; die vom Meister der Dichter Verehrte.

Namensvers 79

Die Lenkerin des Kaṇakakṣa [Name unklar]; die von einem hervorragenden Dichter Verehrte; die Handelnde; die mit Kartṛkā Geschmückte [kartṛkā unklar]; die Elefantin; die Karṇa-Śatrupā [Wortlaut unklar].

Namensvers 80

Die Herrin der Werkzeuge oder Sinne; die Beschützerin der Werkzeuge; die lieblich Redende; der Schatz der Kalās; das Berechnen oder Hervorbringen; die Grundlage des Berechnens oder Hervorbringens; die das berechnende beziehungsweise hervorbringende Wirken Vollziehende.

Namensvers 81

Die lieblich zu Besingende; das Tierkreiszeichen Krebs; die vom Krebszeichen Verehrte; das Tierkreiszeichen Jungfrau; das Mädchen; die dem Mädchen lieblich Zuredende.

Namensvers 82

Die durch das Verschenken eines Mädchens Erfreute; die durch das Verschenken eines Mädchens Befriedigte; die Freude dessen, der ein Mädchen übergibt; die bei der Entgegennahme der Mädchengabe Erwünschtes Schenkende.

Namensvers 83

Die das Feld der Anziehung Verbrennende [Zusammensetzung vorläufig]; die Begehrte; die auf dem Lotus Sitzende; die Freude der Hand-Gebetskette Schaffende; die durch die Hand-Gebetskette Genährte.

Namensvers 84

Die Freude an der inneren Absicht der Hand-Gebetskette; die Verbindung mit der Hand-Gebetskette; die durch die Hand-Gebetskette Vollendung Verleihende; die den mit der Hand-Gebetskette Handelnden Liebe.

Namensvers 85

Die die Hand Liebende; die an der Hand Erfreute; die ganz dem Geben mit der Hand Hingegebene; die Wonne der Kalās; der Weg Kalis; die von Kali zu Verehrende; die Mutter Kalis.

Namensvers 86

Die im Widerhall des lieblichen Klanges Weilende; die durch lieblichen Klang Gaben Verleihende; die in der Gemeinschaft des lieblichen Klanges Weilende; Kaholā; die Kahola Verleihende.

Namensvers 87

Die inmitten des Hauses Kaholas Weilende; die Kahola Gaben Verleihende; die Grundlage der Dichtung Kaholas; die vom Seher Kahola Geehrte.

Namensvers 88

Die im Geist Kaholas zu Verehrende; die das Wort Kaholas Verwirklichende; die Gestalt des Handelnden; die aus dem Handelnden Bestehende; die Mutter des Handelnden; das Schneidemesser.

Namensvers 89

Die Kleinere; die mit Gold zu Verehrende; die aus der Pupille Bestehende; die Stätte der Wonne des Kleineren; die durch Goldwonne Erfreute.

Namensvers 90

Die Hand des Kleineren und die äußerste Grenze [kanīyakakarā / kāṣṭhā, Worttrennung nach der früheren Namenslitanei, hier zusammengefasst]; die den Ozean der Erzählung Schaffende; die Elefantengestaltige; die durch den Elefanten Erreichbare; die mit Elefantengang; die ganz dem Elefantenbanner Hingegebene.

Namensvers 91

Die dem Herrn der Elefanten Liebe; der Hals; die durch Erzählungen Erfreute; die Liebliche; Kamanakā [Bezug zum Begehren, genaue Bildung offen]; die mit lieblichem Schmuck.

Namensvers 92

Die in einer lieblichen Gemeinschaft Weilende; die liebliche Gelübde Liebende; die durch liebliche Eigenschaften zu Verehrende; die Braungelbe; die Herrin Kapilas.

Namensvers 93

Deren Herz von Kapila zu verehren ist; die Kapilā lieblich Zuredende; die Laute des Mantras des Kaha-Kreises; die Blüte des Kaha-Kreises.

Namensvers 94

Die Verkörperung von ka-e-ī-lhrīṃ; die durch ka-e-īlhrīṃ Gaben Verleihende; die durch ka-e-īlhrīṃ Vollendung Verleihende; die Gestalt von ka-e-īlhrīṃ.

Namensvers 95

Die Mantralaute ka-e-īlhrīṃ; die hervorbringende Kalā von ka-e-īlhrīṃ; die Ka-Lautgruppe; die an der Tür Befindliche; die zum Öffnen der Tür Fähige.

Namensvers 96

Die Skelettgestaltige; die Schädeltragende; die dem Skelett lieblich Zuredende; die von Kaṅkālabhairava zu Verehrende; die im Geist des Skeletts Weilende.

Namensvers 97

Die am Bezaubern des Skeletts Erfreute; die die Bezauberung des Skeletts Gewährende; die Befleckung Vernichtende; die Befleckung Fortnehmende; die das Leid der Befleckung Vernichtende.

Namensvers 98

Die Blüte Kalis; die Kalā Schenkende; Kaśipu [Bezeichnung für Lager oder Nahrung, Bezug unklar]; die von Kaśyapa Verehrte; Kaśyapā; die von Kaśyapa zu Verehrende; deren Leib von Kali erfüllt ist.

Namensvers 99

Die den Leib Schaffende; Kāñcī; die Ka-Lautgruppe; Karālakā, die Furchtbare; die von Karālabhairava zu Verehrende; die Herrin Karālabhairavas.

Namensvers 100

Die Furchtbare; die Grundlage des Hervorbringens; die dem Flechtenhaarherrn Gaben Verleihende; die Liebesranke des Flechtenhaarherrn; die mit der Girlande des Flechtenhaarigen Vereinte.

Namensvers 101

Die reich mit der Japa-Kette des Flechtenhaarigen Versehene; die Karavīra-Blüten Schenkende; deren geliebte Lebenskraft Karavīra ist; die mit Karavīra Verehrte.

Namensvers 102

Die den Karṇikāra-Blüten Gleichgestaltige; die mit Karṇikāra Verehrte; die im Feuer aus getrocknetem Dung Weilende; das Karṣa-Gewicht; die Gold in der Menge eines Karṣa Verleihende.

Namensvers 103

Der Krug; die durch den Krug zu Verehrende; die Herb-Rötliche; die Elefantengesang Verleihende; die Braungelbe; die mit lieblicher Stimme; die als Wunschranke des Kali-Zeitalters Geltende.

Namensvers 104

Die Wunschranke; die Mutter des Kalpa; die den Kalpa Schaffende; die Quelle des Kalpa; die durch Kampferduft Liebliche; die Kampferduft Tragende.

Namensvers 105

Die mit einer Kampfergirlande Geschmückte; die Erfüllung durch Kampferduft Verleihende; die durch eine Kampfergirlande Sieg Gewährende; die inmitten des Kampferozeans Weilende.

Namensvers 106

Die am Tarpaṇa mit Kampfer Erfreute; die Kaṭaka-Gewänder Tragende [kaṭaka mehrdeutig]; die vom Herrn der Täuschung zu Verehrende; die Gestalt des Herrn der Täuschung.

Namensvers 107

Die Scharfe beziehungsweise Bittere; die von Kavidhvaja zu Verehrende; die Blütenbündel Tragende; die durch Blütenbündel Schöne; die mit Blütenbündeln Verehrte.

Namensvers 108

Die Säge; die durch die Säge zu Verehrende; die „Wie sollen wir sprechen?“ Genannte [kathaṃ brūmaḥ als Name gefasst]; die Furchtbarkeit; die von der Frage „Wie?“ Befreite; Kālī; das Wirken der Zeit; das Opfer.

Namensvers 109

Die Begehrende; die von der Begehrenden zu Verehrende; die die Blüte der Begehrenden Tragende; die Stätte der Blüte der Begehrenden; der Vollmond der Blüte der Begehrenden.

Namensvers 110

Die der Verehrung mit der Blüte der Begehrenden Würdige; die mit der Blüte der Begehrenden Geschmückte; die die Blüte der Begehrenden als Stirnzeichen Tragende; die das Kuṇḍa der Begehrenden Küssende.

Namensvers 111

Die durch die Vereinigung mit der Begehrenden Erfreute; die Genuss in der Vereinigung mit der Begehrenden Schenkende; die im Kuṇḍa der Begehrenden Versunkene; die im Innern des Kuṇḍa der Begehrenden Weilende.

Namensvers 112

Die im Geist der Begehrenden zu Verehrende; die durch die Ehre der Begehrenden Erfreute; die im Selbstgefühl der Begehrenden Wandelnde; Kālikā; die Kālī der Zeit.

Namensvers 113

Das Begehren; die Göttin des Begehrens; die Herrin des Begehrens; die aus dem Begehren Entstandene; deren Wesen das Begehren ist; die am Begehren Erfreute; die vom Begehren Bedrängte; die Blütenrispe des Begehrens.

Namensvers 114

Die mit klingenden Fußglöckchen der Liebe; die im geliebten Innern des Liebesgottes Weilende; die Kālī des Begehrens; die Kāmakalā; Kālikā; die von Kamalā Verehrte.

Namensvers 115

Die mit Ka Beginnende; Kamalā; Kālī; die wie das Feuer der Zeit Strahlende; die am Ende des Weltalters Verbrennende; die Geliebte; die gern in der Wildnis Wohnende.

Namensvers 116

Die von Kāla zu Verehrende; die an Kāla Erfreute; die Mutter Kālas; Kālinī; die Heldin der Zeit; die Schreckliche der Zeit; die in der Zeit Vollendete; die Zeit Gewährende.

Namensvers 117

Die wie schwarze Augenschwärze Gestaltete; die auf dem Kālañjara Wohnende; das Gedeihen der Zeit; das Anwachsen der Zeit; die aus dem Gefängnis Befreiende.

Namensvers 118

Die Kādi-Vidyā; die Mutter der Kādi; die in Kādi Weilende; die Schöne der Kādi; Kāśī; Kāñcī; die Herrin Kāñcīs; die dem Herrn Kāśīs Gaben Verleihende.

Namensvers 119

Die das Bīja krīṃ ist; die als „krāṃ-Bīja, dem Herzen Verehrung“ Bezeichnete [Wortverbindung der Vorlage]; die Begehrenswerte; das begehrte Ziel; die erwünschte Vollendung Verleihende; die Quelle des Begehrens.

Namensvers 120

Kāmākhyā; die Gestalt des Begehrens; die vom Bogen des Liebesgottes Befreiende; der Lustgarten der Kalā des Liebesgottes; die Wohnstätte der Kalā des Liebesgottes.

Namensvers 121

Die Nacht des Begehrens; die Begehren Verleihende; die auf dem Waldberg Wohnende; die Wunschgestaltige; der Gang der Zeit; die ganz dem Yoga des Begehrens Hingegebene.

Namensvers 122

Die am Aneinanderreiben in der Liebe Erfreute; die das Haus der Liebe Entfaltende; die Gattin Kālabhairavas; die Geliebte Kālabhairavas.

Namensvers 123

Die in der Vereinigung mit Kālabhairava Weilende; die den Genuss Kālabhairavas Schenkende; die Wunschkuh; die die Wünsche Melkende; die Mutter des Begehrens; die Glanz Verleihende.

Namensvers 124

Die Begehrliche; die von Begehrenden zu Verehrende; die die Wonne Begehrender Mehrende; Kārttavīryā; Kārttikeyā; die von Kārttikeya Verehrte.

Namensvers 125

Das zu Tuende; die Ursache Gewährende; die das zu Tuende Vollbringende; die im Innern der Ursache Weilende; die durch Glanz Erreichbare; die aus Glanz Bestehende; Kātyā; Kātyāyanī.

Kā.

Namensvers 126

Die Essenz des Begehrens; Kāśmīrā; die ganz dem Brauch Kaschmirs Zugewandte; die am Brauch Kāmarūpas Erfreute; die Kāmarūpa lieblich Zuredende.

Namensvers 127

Die Vollendung des Brauches von Kāmarūpa; die aus dem Geist Kāmarūpas Bestehende; Kārttikī; die von Kārttika zu Verehrende; die Quelle der Kāñcanāra-Blüten.

Namensvers 128

Die im Glanz von Kāñcanāra-Blüten Erscheinende; die mit Kāñcanāra Verehrte; die Kāñca-Gestaltige [kāñca, Lesung unsicher]; die Kāñca-Stätte; die aus einem Bronzegefäß Speisende.

Namensvers 129

Die aus Bronzeklang Bestehende; die Schöne des Begehrens; der Kuss des Begehrens; die Kāśa-Blüten Gleichende; die Verbindung mit dem Wunschbaum.

Namensvers 130

Die Blüte des Begehrens; die Stätte des Begehrens; die von Kāma zu Verehrende; die Wünsche Gewährende; der Körper des Begehrens; das Haus des Begehrens; die ganz dem Kāma-Bīja Hingegebene.

Namensvers 131

Die auf das Banner Kāmas Gestiegene; die auf dem Banner Kāmas Stehende; Kāśyapī; die von Kāśyapa zu Verehrende; die Kāśyapa Wonne Schenkende.

Namensvers 132

Die dem Wasser der Kālindī Gleiche; die mit Kālindī-Wasser Verehrte; die der Verehrung Kādevas Hingegebene; die die höchste Bedeutung Kādevas Gewährende [Kādeva ungesichert].

Namensvers 133

Die magische Handlung; die Gestalt magischer Handlung; die Liebeszauber Vollziehende; die magische Handlung Zerbrechende; Kākinī; die „Ursache“ Genannte.

Namensvers 134

Der Nektar der Dichtung; Kāliṅgā; die zum Niederwerfen Kāliṅgas Bereite; die reich mit schwarzem Aloeholz Geschmückte; die durch schwarzes Aloeholz Herrlichkeit Verleihende.

Namensvers 135

Die nach schwarzem Aloeholz Duftende; die durch schwarzes Aloeholz Sättigung Gewährende; die durch Kāverī-Wasser Erfreute; die am Ufer der Kāverī Wohnende.

Namensvers 136

Die Gestalt der Drehung des Zeitrades; die im Zeitrad Wohnende; der Wald; die Grundlage des Waldes; die Schaffende; die aus Mitgefühl Bestehende.

Namensvers 137

Die in Kāmpilya Wohnende; das Holz oder die äußerste Grenze; die Gattin Kāmas; die Quelle des Begehrens; die am Trinken von Kādambarī-Wein Erfreute; die Kalā des Kādambarī-Weines.

Namensvers 138

Die von Kāma zu Preisende; die Herrin des Begehrens; die von Kāmarāja Verehrte; die Vidyā der Herrin Kāmarājas; die durch das Liebesspiel Schöne.

Namensvers 139

Die in Kāmboja Geborene; Kāñcinadā [Name unklar]; die Bronze und Gold Schaffende; die dem Goldberg Gleichgestaltige; die die Gabe des Goldberges Gewährende.

Namensvers 140

Der Ruhm des Begehrens; die das Begehren Lehrende; die Wirkende; die im Innern Zuflucht Habende [kāntarāśrayā, Trennung vorläufig]; die das Begehren Spaltende; die die Pein des Begehrens Vernichtende; der Boden des Begehrens.

Namensvers 141

Die die Zeit Vernichtende; die Frau der Dichtung; die nach Wunsch Gestalt Annehmende; die im Körper Weilende; das Aufleuchten des Begehrens; die Dichtung Verleihende; die Schöne der Zeit.

Namensvers 142

Die Herrin des Begehrens; die vorzüglichste Ursache; die zur Verehrung Kāmeśīs Bereite; die reich mit Hüftgürtel und Fußringen Geschmückte; die mit Kuṅkuma-Schmuck Versehene.

Namensvers 143

Das Rad der Zeit; der Gang der Zeit; die aus dem Geist des Zeitrades Entstandene; die inmitten des Kunda-Jasmins Weilende; die Kunda-Blüte; die Kunda-Blüten Liebende; Kujā, die Erdgeborene.

Namensvers 144

Die Mutter Kujas [Mars]; die von Kuja zu Verehrende; die eine vortreffliche Axt Tragende; die auf dem Elefanten Sitzende; die am Kuśa-Gras Erfreute; die Lotusäugige.

Vers 145

Kunaṭhī [Lesung und Bedeutung unklar]; die Fischadlerin; Kudrā [Lesung unsicher]; die Gazellengestaltige; die beim Kuṭaja-Baum Zuflucht Habende; die mit Kumbhīnasa-Schlangen Geschmückte; die zum Töten des Kumbhīnasa Bereite.

Vers 146

Die Freude im Geist Kumbhakarṇas; das Kronjuwel des Kula; das Kula; die Tochter im Haus des Töpfers; die das Kronjuwel des Kula Liebende.

Vers 147

Die vom Kula zu Verehrende; die durch das Kula zu Verehrende; die ganz der Kula-Verehrung Hingegebene; der Schmuck des Kula; der Bauch; die von Scharen von Fischadlern Bediente.

Vers 148

Die Blüte des Kula; die am Kula Erfreute; die ganz der Kula-Blüte Zugewandte; das Gewand des Kula; die vom Kula zu Verehrende; die wie das Kula-Kuṇḍa Strahlende.

Vers 149

Das Aufleuchten des Kula-Kuṇḍa; die ganz der Kuṇḍa-Blüte Zugewandte; deren Gesicht durch die Kuṇḍa-Blüte erfreut ist; deren Wesen aus Kuṇḍa und Gola entsteht.

Vers 150

Die Grundlage des aus Kuṇḍa und Gola Entstehenden; die aus Kuṇḍa und Gola Bestehende; Kuhū, die Neumondnacht; deren geliebte Lebenskraft Kuṇḍa und Gola sind; die mit Kuṇḍa und Gola Verehrte.

Vers 151

Die Geistesfreude an Kuṇḍa und Gola; die durch Kuṇḍa und Gola Kraft Verleihende; die an Kuṇḍadeva Erfreute; die Zornige; die die Kula-Vollendung Bewirkende; die Höchste.

Vers 152

Die dem Kula-Kuṇḍa Gleichgestaltige; die dem Kula-Kuṇḍa Gleiche [samānabhūḥ, Verbindung offen]; die Vollendung des Kuṇḍa; das Gedeihen des Kuṇḍa; die zur Kumārī-Verehrung Bereite.

Vers 153

Die Lebenskraft der Kumārī-Verehrenden; die Wohnstätte der Kumārī-Verehrenden; die durch den Wunsch der Kumārī Erfreute; die nach Kumārī-Verehrung Verlangende.

Vers 154

Die durch das Kumārī-Gelübde Erfreute; die Kumārī-Gestalt Tragende; die durch die Speisung einer Kumārī Erfreute; Kumārī; die einen Sohn Verleihende.

Vers 155

Die Mutter Kumāras; die Kula Gewährende; die Yoni des Kula; die Herrin des Kula; das Liṅga des Kula; die Wonne des Kula; die Schöne des Kula; die verfehlte Argumentation Tragende.

Vers 156

Kuntī; die Geliebte des Kula; die ganz dem Kula-Weg Zugewandte; Kullā; Kurukullā; Kullukā; die die Wünsche des Kula Erfüllende.

Vers 157

Die mit Gliedern wie ein Donnerkeil; Kubjikā, die Gekrümmte; die die Wonne Kubjikās Mehrende; die zum Kula Gehörige; die mit Elefantengang; die auf dem Herrn der Elefanten Reitende.

Vers 158

Die Beschützerin des Kula; die mit Kula Versehene; die Leuchte des Kula; die Herrin des Kula-Yoga; Kuṇḍā; die einen durch Kuṅkuma geröteten Leib besitzt.

Vers 159

Die durch Kuṅkuma-Wonne Erfreute; die im Kuṅkuma-Ozean Wohnende; die Blüte; die Blüten Liebende; die Quelle des Kula; die Schöne des Kula.

Vers 160

Die Wasserlilienreiche; die Wasserlilie; die Geschickte; die Wohnstätte der Kulaṭā [der sexuell ungebundenen Frau]; die in deren Wohnstätte Weilende; die durch die Gesellschaft der Kulaṭā Erfreute.

Vers 161

Die auf das Haus der Kulaṭā Gerichtete; Kuśāvartā; der Kula-Ozean; die am Wandel des Kulārṇava Erfreute; die Sich-Ringelnde; die ringförmige Gestalt.

Vers 162

Das verfehlte Denken; die Beste des Kula; die ganz dem Kula-Kreis Zugewandte; die Unveränderliche; der verborgene beziehungsweise täuschende Blick; das Haupthaar; die Gestalt des Haupthaares.

Vers 163

Die Gestalt geschickten Schaffens; die das Kūrca-Bīja Tragende; die Erde; die an den Lauten kuṃ kuṃ kuṃ kuṃ Erfreute; die ganz krūṃ krūṃ krūṃ krūm Zugewandte.

Vers 164

Die Wohnstätte der Laute kuṃ kuṃ kuṃ; die im Hundehaus Wohnende; die mit der Gesellschaft von Hunden Verbundene; deren unendliche Gestalt Hunde sind.

Vers 165

Der Anfang des Kūrca; das Kūrca-Bīja; die dem Kūrca-Japa Hingegebene; die durch Berührung der Brüste Erfreute; die Freude an der Umarmung der Brüste Schenkende.

Vers 166

Die ein schlechtes Geschick Vernichtende; die von Kubera zu Verehrende; die Quelle der Brüste; die Herrin des Kula; die schlecht Singende; die Brüste Tragende; die schlechte Mutter; die mit Zähnen wie Kunda-Jasmin.

Vers 167

Die schlecht zu Besingende; die in der Höhlung Sprechende; die schlecht zu Besingende; Kughnadārikā [Lesung und Wortgliederung unsicher]; der Ruhm; die Kirātin; die Feuchte; der Kinnara.

die Kinnarī; das Handeln.

Vers 168

Der Laut krīṃ; die am krīṃ-Japa Haftende; die Gestalt des Mantras krīṃ hrūṃ strīṃ; die mit einem vielfarbig schimmernden Seitenblick; die Jugendliche; die Bekrönte.

Vers 169

Die Sprache der Insekten; der Ursprung der Insekten; die Mutter der Insekten; die Insekten Gewährende; der Kiṃśuka-Baum; die Papageiensprache; die Essenz des Handelns; die Handelnde.

Vers 170

Die ganz den Lauten kīṃ kīṃ Hingegebene; die Gestalt des Mantras klīṃ klīṃ klūṃ klaiṃ klauṃ; die Gestalt von kāṃ kīṃ kūṃ kaiṃ; die Gestalt des Mantras kaḥ phaṭ.

Vers 171

Die Freude an Ketakī-Schmuck; die mit Ketakī-Schmuck Versehene; Kaikadā [Name unklar]; die Haarreiche; Keśī; die ganz dem Vernichten Keśīs Hingegebene.

Vers 172

Die Haargestaltige; die mit gelöstem Haar; Kaikeyī; Kauśikī; die weiße Wasserlilie; die Freude der weißen Wasserlilie; der Blütenstaub beziehungsweise die Mähne; die Bannergestaltige.

Vers 173

Deren Herz von Keśava zu verehren ist; deren Geist an Keśava hängt; die Kraftlosigkeit Vernichtende; Klai [Lautbezeichnung der Vorlage]; die durch Japa des Bīja klaiṃ Erfreute.

Vers 174

Kauśalyā; Kośalākṣī [Namensbildung unklar]; die Hülle; die Zarte; die in Kolāpura Wohnende; die Vernichterin Kolāsuras.

Vers 175

Die millionenfache Gestalt; die an Millionen Erfreute; die Zornige; die Zorngestaltige; der Pfauenschrei; die Kuckuckin; die Million; die ganz Millionen Mantras Hingegebene.

Vers 176

Die mit Millionen unendlicher Mantras Verbundene; die Kai-Gestaltige [kairūpā, unklar]; die in Kerala Zuflucht Habende; die im Brauch Keralas Erfahrene; die im Haus des Herrschers Keralas Weilende.

Vers 177

Die im Āśrama von Kedāra Weilende; die von Kedāreśvara Verehrte; die Zorngestaltige; die Stätte des Zorns; die Mutter des Zorns; Kauśikī.

Vers 178

Die den Bogen Tragende; die Krauñca-Gestaltige; Kauśilyā; die auf dem Kaula-Weg Wandelnde; die Kaulinī; die von Kaulikas zu Verehrende; die im Haus der Kaulikas Wohnende.

Vers 179

Die Spielfreudige; der Mondschein; die Kaulā; Kumārī; die von den Kauravas Verehrte; Kauṇḍinyā; Kauśikī; deren Gestalt durch Zornesflammen erstrahlt.

Vers 180

Die Flamme von Millionen Weltbrandfeuern; die Verkörperung von Millionen Sonnen; Kṛttikā; die Schwarzfarbige; die dunkle Wirkmacht; die zum Handeln Drängende [Variante der Quelle: kṛpāturā, von Mitgefühl bewegt].

Vers 181

Die Schlankgliedrige; die ihr Werk Vollendet Habende; die Gestalt von kraḥ phaṭ svāhā; die Mantralaute krauṃ krauṃ hūṃ phaṭ; krīṃ hrīṃ hūṃ phaṭ namaḥ svadhā [Mantragestalt, ohne ausgeschriebenes Bezugswort].

Vers 182

Die Gestalt des Mantras krīṃ krīṃ hrīṃ hrīṃ hrūṃ hrūṃ phaṭ svāhā.

Damit endet die Tausendnamenfolge namens Śrīsarvasāmrājyamedhā.

Kali: Früchte und Anwendungen

1. [Diese Folge] Dakṣiṇakālīs, „Kraftverleihung an Sundarī“ genannt und zugleich ihre eigene Gestalt bezeichnend, wurde Sundarī aus liebevoller Verbundenheit verkündet.

2. Im Zusammenhang mit der Gabengewährung wurde auch das Geheimnis offenbart. Es ist stets zu bewahren und hingebungsvoll zu lesen, höher als das Höchste.

3. Morgens, mittags, um Mitternacht, besonders bei Opferhandlungen und am Ende des Japa soll es gelesen werden.

4. Ein standhafter Übender, der es liest, nimmt innerhalb eines Jahres Kālīs Gestalt an. Ob er selbst liest, vorlesen lässt, hört oder hören lässt …

5. … oder den Vorlesenden zufriedenstellt: Er wird zum Leib Kālikās. Ein Mensch, der es auch beiläufig oder spielerisch liest …

6. … wird von allem Leid befreit, Sieger über die drei Welten und Dichter. Eine Frau, deren Kinder sterben, eine mit nur einem Kind, eine mit nur Töchtern oder eine kinderlose Frau …

7. … eine ohne Monatsblutung oder eine durch Schmerzen unfruchtbare Frau soll diesen höchsten Hymnus hören. [Sie erhält einen Sohn,] der alle Vollendungen verleiht, ein guter Dichter ist und lange lebt …

Textanmerkung: Die Bezeichnungen der Unfruchtbarkeit werden hier nach ihrem wörtlichen Bild wiedergegeben; sie sind keine medizinischen Diagnosen. Das Bezugswort „Sohn“ ist im erhaltenen Satz nicht ausdrücklich genannt, wird durch die maskulinen Akkusative nahegelegt.

8. … [und erlangt] Gelehrsamkeit, verbunden mit Ruhm; daran besteht [laut Text] kein Zweifel. Welchen Wunsch man auch vorbereitet: Man meditiere über Kālī und rezitiere den Hymnus …

9. … und der Mantrakundige bekommt diesen Wunsch in seine Hand, nicht anders. Mit Yoni-Blüten, Liṅga-Blüten und den aus Kuṇḍa und Gola entstehenden [Stoffen] …

10. … mit Blüten des Vereinigungsnektars und den „Blüten der Gewandgöttin“, mit Kālī-Blüten, Pīṭha-Wasser und Wasser vom Waschen der Yoni …

Textanmerkung: Die verhüllten Stoffnamen werden als solche erhalten; vastradevīprasūna ist hier nicht erklärt.

11. … mit Moschus und Kuṅkuma, der Reihe nach mit Nakha und schwarzem Aloeholz, mit den acht Duftstoffen, Räucherwerk und Licht sowie yava-yāvaya [Wortfolge unklar] …

12. … mit rotem Sandel, Sindūra, Ausstattungen aus Fisch und Fleisch, Honig, Milchreis, Milch und auch gereinigtem Blut …

13. … mit großen und roten Opfergaben sowie wohlschmeckenden Speisegaben verehre man Mahākālī, die von Mahākāla liebkost wird.

14. Nachdem man die Königin der Vidyās und die Kullukā rezitiert hat, rezitiere man den Hymnus, Śivā. Der Kālī-Verehrer sei einsgerichtet, mit einem Sindūra-Stirnzeichen versehen …

15. … mit Tāmbūla im Mund, gelöstem Haar und unbekleidet. Als Vīra befinde er sich an der „Leichen-Yoni“ und sei mit Liebesvereinigung am Verbrennungsplatz verbunden …

Textanmerkung: Śavayoni bleibt als schwierige rituelle Orts- oder Körperbezeichnung markiert; die Übersetzung ergänzt keine konkrete Deutung.

16. … in einem verlassenen Haus, auf dem Bindu-Sitz, im blütenbestreuten Śiva-Wald: ob liegend, aufstehend oder essend, erlangt er die Schau Kālīs.

17. Jede dort ausgeführte Handlung trägt unendliche Frucht. Im Reichtum [gleicht er] Kamalā selbst, in der Vollendung der erhabenen Mutter Kālikā.

18. In der Dichtkunst gleicht er Tāriṇī, in der Schönheit Sundarī, im Wirken der Strömung eines Flusses beziehungsweise Meeres; Gehörtes behält er im Gedächtnis.

19. Wie die Donnerkeilwaffe unbezwingbar, trägt er die Waffe des Sieges über die drei Welten. Als Feindvernichter und Dichter wird er im Kali-Zeitalter Śiva gleich.

20. Er schafft Monde in den Haupt- und Zwischenrichtungen und vertauscht Tag und Nacht; als Yogin gleicht er Mahādeva und bringt die drei Welten im Augenblick zum Stillstand.

21. Im Gesang wird er Tumburu selbst, im Schenken gleicht er Karṇa; erfolgreich wird er Herr von Elefanten, Pferden, Wagen, Fußsoldaten und Waffen.

22. An Lebensdauer gleicht er Bhuśuṇḍi und vernichtet Alter und Ergrauen. Zu jeder Zeit bleibt er sechzehnjährig, große Herrin.

23. Im Weltenei, Herrin der Götter, ist ihm nirgends etwas schwer erreichbar. Alles gerät ihm in die Hand; darüber soll kein Zweifel bestehen.

24. Wenn man [die Stätte] mit Kula-Blüten versehen sieht, meditiere man dort über Kālī, verehre die Königin der Vidyās und lese die tausend Namen.

25. Die Vollendung durch bloßes Wünschen liegt ihm stets in der Hand. Nachdem man die Frau eines anderen umarmt und die höchste Herrin verehrt hat …

26. … vollziehe man die Verbindung Hand in Hand, rezitiere und lese den Hymnus. Wer beim Betrachten der Yoni den Hymnus rezitiert, wird reicher als Kubera.

27. Man nehme das aus Kuṇḍa und Gola Entstandene, versehe es mit Lauten und opfere es nachts auf dem Totenplatz, große Herrin: So tilgt man die Schrift des Schicksals.

28. Man bringe sorgsam eine junge erwachsene Frau herbei, schön, lieblich, beweglich und ihrer Liebeskraft bewusst, und reinige sie durch Nyāsa …

29. … richte ein Blütenlager her und vollziehe [die Handlung an] der Erde, kaśitām [Lesung unklar]. Man vergegenwärtige sich das Grund-Cakra, verbunden mit den Füßen der Göttin [cāraṇa, unsicher] …

30. … verehre die höchste Herrin und fasse den rituellen Entschluss, große Herrin. Nach Rezitation und Lobpreis der großen Göttin erinnere man sich an den Praṇava, Śivā.

31. Man bespreche die Yoni hundertachtmal, küsse sie sorgsam und rezitiere in der Vereinigung. So wird man Herr aller Vidyās.

32. In einem verlassenen Haus, im Śiva-Wald, in einem Śiva-Tempel, an einem einsamen Ort, an einem Teich, im Wasser der Gaṅgā, an einer Wegkreuzung …

33. … auf dem Verbrennungsplatz, am Bergrand, an einem einzelnen Liṅga, vor einer Schakalin, an der „Schädel-Yoni“, nach dem Bad zur Monatszeit, im Haus oder im Haus einer Kurtisane …

Textanmerkung: Muṇḍayoni ist nicht sicher erschlossen; ṛtau snātvā ist knapp und kann auch auf das Bad nach der Monatszeit verweisen.

34. … im Haus einer Kupplerin und in einer Bananenlaube lese man den Tausendnamenhymnus zur Vollendung aller Ziele.

135 [an der Stelle von 35]. Im Wald, in einer leeren Grube, im Kampf und beim Zusammentreffen mit Feinden rezitiere man die tausend Namen Kālīs.

136 [an der Stelle von 36]. Ganz der Wonne Bālās hingegeben, lese man Kālikās Hymnus; an Kālī denkend rezitiere man und lese die tausend Namen.

Textanmerkung: Bālānanda wird hier vorläufig als Wonne der Göttin Bālā verstanden. Die Vorlage erläutert den Ausdruck nicht.

37. Man wird Herr aller Vollendungen und der Wunscherfüllung. An muṇḍacūḍakayoḥ yoni oder auf weicher Haut, Śivā …

Textanmerkung: Die erste Ortsangabe ist beschädigt; muṇḍa bezeichnet Kopf oder Schädel, cūḍaka einen Haarschopf oder Kopfschmuck, yoni einen Ursprung oder Schoß. Eine sichere Handlung lässt sich daraus nicht herstellen.

38. … auf einem Sitz, auf dem Tuch eines Leichnams oder auf einem Sitz aus Blütentuch, mit gelöstem Haar, unbekleidet, in geschlechtlicher Vereinigung auf dem Lager …

39. … rezitiere man Kālīs [Mantra] und lese den Hymnus; so erlangt man die Khecarī-Vollendung. Nachdem man die Verbindung am Haar hergestellt und den Samen ausgestoßen hat …

Textanmerkung: Cikuraṃ yogam āsādya ist wörtlich auf Haar bezogen, aber als Ritualanweisung nicht eindeutig.

40. … rezitiere man die erhabene Dakṣiṇā Kālī; so entstehen hundert Herabkünfte der Kraft. Man berühre die „Ranke“, rezitiere, vereinige sich und verehre …

41. … unbekleidet die fremde Śakti besonders betrachtend. Nach dem Lobpreis der erhabenen Dakṣiṇā Kālī bringe man die Yoni in die eigene Hand.

42. Wer die tausend Namen liest, wird Śiva überlegen. Zwischen den „Ranken“ soll man, nach dem Lobpreis Kālīs, ungestört rezitieren.

Erläuterung: „Ranke“ steht im umgebenden Ritualkontext für die erwachsene Partnerin.

43. Schon innerhalb eines Monats wird der Übende zu zehnfach geteilter Aufmerksamkeit fähig. In der Kālarātri, Mahārātri und Vīrarātri, Geliebte …

44. … in der großen Nacht, am vierzehnten und achten Mondtag oder beim Sonnenübergang, bei Neumond, Vollmond und an Freitagen, bei einem auf Dienstag fallenden Neumond zu Nachtbeginn …

45. … am neunten Mondtag, am Dienstag und am Kula-Mondtag, Śivā, lese man an einer Kula-Stätte sorgfältig die tausend Namen.

46. Rasch wird man wohlgestaltig und erlangt die Kinnarī-Vollendung. Bei einem alten, nach Westen gerichteten Liṅga ohne Stier …

47. … verweile man und rezitiere den Hymnus zur Erfüllung aller Wünsche, Śivā: an einem Dienstag um Mitternacht oder an einem günstigen Neumondtag …

48. … nachdem man als Bali Māṣa-Bohnenspeise, einen Ziegenbock, Kṛsara-Speise, Milchreis, gerösteten Fisch, Blut, Dickmilch, Milch, Rohzucker und frischen Ingwer …

49. … dargebracht hat, rezitiere man dort tausendachtmal. Eine himmlische Schöne, von Göttern, Gandharvas und Siddha-Scharen bedient …

50. … erlangt man in einem Monat, Herrin der Götter. Seine Sitzstätte erhebt sich drei Handlängen; daran soll kein Zweifel bestehen.

51. Wer Kālī beiläufig, spielerisch oder hingebungsvoll preist, vermag Brahmā und die anderen zu lähmen und Māheśī im Augenblick zu bezaubern.

52. Er zieht die Mahāvidyā samt den vorausgehenden zehn [Gestalten] innerhalb dreier Nachtwachen an, erschafft Viṣṇu und bewirkt den Tod Yamas und der übrigen.

Textanmerkung: Daśapūrvām ist mehrdeutig; die Zahl und der unklare Bezug bleiben erkennbar.

53. Er vertreibt sogar Dhruva und bewirkt eine neue Schöpfung. Mit Schaf, Büffel, Katze, Esel, Ziege, Mensch und dergleichen …

54. … mit Nashorn, Schwein, Taube, Ṭiṭṭibha-Vogel, Hase und Fleischstücken, mit Blut, Fleisch samt Knochen, Kāraṇḍas, Milch und Milchreis …

Textanmerkung: Kāraṇḍa ist in dieser Aufzählung nicht sicher gedeutet.

55. … mit Kādambarī-, Sindu- und anderen alkoholischen Getränken, mit Surā, Ariṣṭa und Āsava, mit Yoni-Waschwasser und mit Yoni-Liṅga-Nektar …

56. … mit eigenen entstandenen „Blüten“ verehre und sättige man Śivā am Ende des Japa. Nach eigenem Vermögen preise man sie mit dem „Allumfassende Herrschaft“ genannten [Hymnus] und verneige sich.

57. Mit der Śakti verbunden lese man den Hymnus; nach drei Tagen nimmt man Kālīs Gestalt an. Dakṣiṇākālikā verweilt in seinem Haus, nicht anders.

58. Man gehe in das Haus einer Kurtisane, der „Ranke“, widme sich ihren Küssen, lege den Mund an ihre Yoni und rezitiere beim Lecken ihrer Flüssigkeit.

59. Anschließend lese man voller Hingabe die tausend Namen. Innerhalb dreier Nachtwachen wird ihm die Schau Kālikās zuteil.

60. Man gehe in das Haus einer Tänzerin, mit den fünf Makāras versehen, setze [sie] auf ein Blütenlager und widme sich dem Śakti-Nyāsa.

61. Man bereite die Ritualgefäße und vollziehe [die Verehrung] an der Unbekleideten. An ihrem Grund vergegenwärtige man sich das Cakra und rezitiere dort [die Göttin] samt den Umkreisen.

62. Hundert [Wiederholungen] an der Stirn, hundert am Haar, hundert am Sindūra-Kreis, dreihundert am Brustpaar und hundert am Nabel, große Herrin …

63. … hundert an der Yoni und dreihundert während der Vereinigung rezitiere man dort, große Herrin; danach lese man den Hymnus.

64. Der Übende wird innerhalb eines Monats zu hundertfach geteilter Aufmerksamkeit fähig. Man bringe eine Mātaṅginī oder eine Kāpālinī herbei, Śivā …

65. … zum Japa verwende man eine Zahnkette, am Hals trage man eine aus menschlichen Schädeln. Im Augenlotus bilde man das Yoni-Cakra, am eigenen Mund das Śakti-Cakra …

66. … und rezitiere, große Herrin. Man verehre das Schädel-Yantra. Der Vīra sitzt auf einem Schädelsitz und ist mit den fünf Makāras versehen.

67. Eine [Partnerin] umarmend rezitiere er, eine andere küssend lese er; eine andere verehre er dort, und eine andere reibend rezitiere er.

68. In die Yoni einer anderen setze er „Śiva“ ein und verfahre erneut wie zuvor. In tausendfach geteilter Aufmerksamkeit und hundert Śaśipātas …

Textanmerkung: „Śiva“ ist hier die rituelle Bezeichnung des männlichen Gliedes. Śaśipāta, wörtlich Mondfall, wird nicht sicher erklärt; es wird nicht stillschweigend in śaktipāta geändert.

69. … wird er innerhalb von fünf Monaten zum König, Herrin der Götter. Man bringe eine Yavanī-Śakti herbei, die ganz der Kraft des Gesanges hingegeben ist.

70. Nach der Lehre des Kulācāra öffne man ihre Yoni und rezitiere mit dort angelegter Zunge die tausend Namen.

71. Man entzünde dort sorgsam eine Leuchte in einem menschlichen Schädel und rezitiere. So wird man ein hervorragender großer Dichter; darüber soll kein Zweifel bestehen.

72. Von Begehren erfüllt bringe man eine Śakti herbei und zeichne auf die Yoni das Grund-Cakra. Dort schreibe man den Mantra, höchste Herrin, Śivā.

73. Während man es ableckt, rezitiere man, Göttin: So kennt man die Wahrheit der Bedeutung sämtlicher Lehrwerke. Selbst nie gehörte Lehrwerke, die Veden und die übrigen, kann man gewiss vortragen.

74. Ohne Nyāsas, ohne Lesungen, ohne Meditation und dergleichen, Geliebte, wird man in drei Jahren Herr der vier Veden und Kenner der drei Zeiten.

75. Die vierfache Gelehrsamkeit fällt ihm augenblicklich zu. Stets ist im leeren Maṇḍala eine Bali-Gabe für die Schakalin darzubringen.

76. Meditation über Kālī, Nachsinnen über den Mantra, Nīla-Sādhana, das Lesen der tausend Namen und das Verkünden des Kālī-Namens …

77. … dies ist die Aufgabe des Verehrers; anderes gilt als weltliches Gedeihen. Vīra-Sādhana, Śivā-Verehrung und Bali …

78. … ein Sindūra-Stirnzeichen, Göttin, fortwährendes Gespräch mit Kurtisanen, nächtlicher Wandel im Haus einer Kurtisane und nächtliches Umhergehen …

79. … Śakti-Verehrung, Blick auf die Yoni, das Schwert in der Hand, Unbekleidetheit, gelöstes Haar, Vīra-Kleidung, die Verkörperung des Kula …

80. … so sei ein Mensch ein Kālī-Verehrer, Göttin; andernfalls gerät er in Erschütterung. Milch genießend, die Yoni leckend, durch Saṃvid und Āsava berauscht …

Textanmerkung: Saṃvid ist hier eine nicht näher erklärte berauschende Ritualsubstanz; Āsava ein alkoholisches Getränk.

81. … wird er durch die Verbindung mit einer Kurtisanen-„Ranke“ in einem Monat selbst zur Wunschranke. Durch die Verbindung mit dem Kurtisanen-Cakra wird er selbst dem Kālī-Cakra gleich.

82. Durch die Verbindung mit dem Leib einer Kurtisane wird er dem Leib Kālīs gleich. „Wann sehe ich einen Vīra-Übenden inmitten von Kurtisanen?“ …

83. … so spricht Kālī; deshalb gilt die Kurtisane als vorzüglich. Die Tochter einer Kurtisane und ebenso [die Kumārī sind] nach Pīṭha, Abstammungsunterschieden und Kula-Reihenfolge …

84. … sowie nach den Unterschieden der Akula-Ordnung zu erkennen. Die Kumārī verehre man hingebungsvoll am Ende des Japa im Haus, Geliebte.

Einordnung: Hier wechselt die Quelle zur Kumārī-Verehrung; der Vers beschreibt keine sexuelle Handlung.

85. Wer die tausend Namen liest, wird der Schau Kālīs teilhaftig. Man verehre hingebungsvoll eine Kumārī aus einer Kurtisanenfamilie …

86. … erfreue sie mit Gewändern, Gold und dergleichen und lese sorgsam den Hymnus, Śivā. Man wird Sieger über die drei Welten und lässt den Mond am Tag erstrahlen.

87. Was immer einer Kumārī gegeben wird, trägt unendliche Frucht. Die Frucht der Kumārī-Verehrung kann ich nicht vollständig aussprechen.

88. Aus Unruhe ist einiges ausgesprochen worden; dies möge verziehen werden – so falte ich die Hände. Wenn eine Bālā verehrt ist, ist auch eine zweite verehrt.

Textanmerkung: Der Bezug der „zweiten“ bleibt im Text offen; er wird nicht durch eine erfundene Vorschrift ergänzt.

89. Kumārīs, Śaktis und all dieses Bewegliche und Unbewegliche [sind miteinander verbunden]. Man bringe eine Śakti herbei und setze das Netz der Nyāsas an ihrem Körper ein.

90. Man lasse sie an der linken Seite Platz nehmen und rezitiere die tausend Namen. Man wird Herr aller Vollendungen; darüber soll kein Zweifel bestehen.

91. Man verweile gesammelt auf dem Verbrennungsplatz, mit gelöstem Haar und unbekleidet, und beschaffe tausend Sūrya-Blüten.

92. Man vermische sie mit dem eigenen Samen und opfere jede einzeln unter Rezitation. Nach Verehrung und Meditation mit großer Hingabe lese der Mensch [den Hymnus und werde] Herrscher der Erde.

93. Nägel, Haare, eigenen Samen und alles, was im Kehricht enthalten ist, [nehme man]. Mit gelöstem Haar und unbekleidet, den Grundmantra voranschickend …

94. … vollziehe man am Dienstag um Mitternacht auf dem Verbrennungsplatz das Feueropfer und lese die tausend Namen. So wird die Anziehung von Herrschern bewirkt.

95. An der mit „Blüten“ versehenen Yoni, Göttin, ganz auf die Wonne der Vereinigung gerichtet, ergreife man erneut das Haar und rezitiere den Grundmantra, Śivā …

96. … vergieße sorgsam um Mitternacht Samen in das Scheiterhaufenfeuer, verehre dort Kālikā und lese die tausend Namen.

97. Man bewirkt die Anziehung von Herrschern; darüber soll kein Zweifel bestehen. Man suche einen Bananenwald auf und rezitiere hunderttausendmal …

98. … von der Göttin Madhumatī selbst bedient, dem Liebesgott gleich. Nachdem man „śrīmadhumati“ gesprochen hat, [füge man] „sthāvarajaṅgamān“ hinzu …

99. … dann „ākarṣiṇīm“, dann „ṭhaṃ ṭhaṃ svāhā“. Die die drei Welten anziehende Vidyā liegt ihm stets in der Hand.

Mantrabedeutung über die Versgrenze: „Erhabene Madhumatī, Anzieherin des Unbeweglichen und Beweglichen, ṭhaṃ ṭhaṃ svāhā.“ Die grammatischen Formen der Anleitung sind nicht zu einer abweichenden Formel vereinheitlicht.

100. Sie zieht Flüsse, Städte, Edelsteine, Gold, Frauen, Berge und Bäume, den Ozean und den Sumeru vom Rand der Welt herbei.

101. Auch unerreichbare Dinge aus weiter Ferne und vom Erdboden, Nachrichten aus der Götterwelt, Geheimnisse der Wissenden …

102. … und der Könige berichtet sie; rasch teilt sie die Wahrheit mit. Durch das Lesen im zweiten Jahr erscheint die segensreiche Padmāvatī.

103. Oṃ hrīṃ, dann das Wort „padmāvati“, danach „trailokya“, dann „vārtāṃ kathaya“ zweimal, mit svāhā am Ende: So wird der Mantra gelehrt.

Bedeutung: „Oṃ hrīṃ, Padmāvatī, berichte die Nachrichten der drei Welten, berichte sie. Svāhā.“

104. Was Brahmā, Viṣṇu und die übrigen in den drei Welten betrifft, alles berichtet die Herrin der Götter. [Der Übende wird] Kenner der drei Zeiten, ein guter Dichter.

105. Wer drei Jahre liest, erlangt die Teilkraft Bhogavatī, Göttin. Selbst von Mahākāla gebissen oder schon auf den Scheiterhaufen gelangt …

106. … wird ein Mensch durch ihren bloßen Anblick langlebig. Man spreche „mṛtasañjīvini“ und zweimal „mṛtam utthāpaya“ …

107. … mit svāhā am Schluss. So wird der Mantra zur Wiederbelebung der Toten gelehrt. Wer vier Jahre liest, erlangt danach Traumvollendung.

Bedeutung der vorangehenden Formel: „Wiederbeleberin der Toten, richte den Toten auf, richte ihn auf. Svāhā.“

108. Oṃ hrīṃ svapnavārāhi kali svapne kathaya, dann „amukasya amukaṃ dehi“, mit krīṃ svāhā am Ende: So gilt der Mantra.

Bedeutung: „Oṃ hrīṃ, Traum-Vārāhī, Kali [Anrede der Vorlage], berichte im Traum; gib dem und dem das und das. Krīṃ svāhā.“

109. Nach vier Jahren ist die Traumvollendung erreicht; sie verweilt stets in seinem Traum. Durch vierjähriges Lesen wird man Herr der vier Veden.

110. Durch Berührung mit Wasser aus seiner Hand dichtet ein Tor. Durch Bekanntschaft mit seinem Wort gelangt selbst ein Bild zur Dichtkunst.

Textanmerkung: Die Vorlage liest mūrtiḥ, „Gestalt/Bild“, nicht mūrkhaḥ, „Tor“.

111. Man lege die Hand auf den Kopf und spreche „Rede, o Sprache!“ Was der Übende nach seinem Wunsch bestimmt, genau so wird es geschehen.

112. Welche Vollendungen es auch im Weltenei und auf dem Erdboden gibt: Sie alle werden ihm so offenbar wie eine Āmalaka-Frucht auf der Hand, Göttin.

113. Durch die bloße Erinnerung des Übenden kommen sämtliche Vollendungen von selbst vor ihn; was wäre da erst von Japa und den weiteren Handlungen zu sagen?

114. Auch wenn sie in fernen Ländern weilen, handeln sie wie Diener. Das Sichtbarmachen des Mondes bei Neumond und die Mondfinsternis …

115. … den Vollmond am achten Mondtag und acht Monde und acht Sonnen in den acht Richtungen bewirkt er gewiss, große Herrin.

116. Winzigwerden, Wandeln im Luftraum, Durchwandern der Welt des Beweglichen und Unbeweglichen, [Vollendungen von] Sandalen, Schwert, Vetāla, Yakṣiṇī und Guhyaka …

117. … Stirnzeichen, Verborgenheit, Unsichtbarkeit, Berichte vom Beweglichen und Unbeweglichen, die Vollendung der Totenbelebung, die Pille und die Verjüngungsalchemie …

118. … die Flugvollendung und die Herrschaft über sechzig Vollendungen wohnen in seiner Hand, Göttin; darüber soll kein Zweifel bestehen.

Textanmerkung: Paṣṭi wird als beschädigtes ṣaṣṭi, „sechzig“, verstanden.

119. Auf einem Banner, einer Trommel, einem Tuch, einem Baldachin, einer Hülle, im Haus, auf einer Wand oder einer Tafel schreibe man [den Text] und verehre ihn sorgsam, Göttin.

120. In der Mitte [zeichne man] das als zehngliedrig beschriebene Cakra, ringsum schreibe man die Namen. Durch sein Tragen wird man Sieger über die drei Welten, große Herrin.

121. Allein besiegt man auf dem Schlachtfeld hunderttausend [Gegner] und kehrt glücklich in das eigene Haus zurück, Pārvatī.

122. Ein Einzelner wird den Menschen gewiss wie hundert erscheinen. Man stelle sorgfältig einen Krug auf und lese die tausend Namen.

Textanmerkung: Kaśalaṃ wird als kalaśam, „Krug“, verstanden; śatasandarśī bleibt eine auffällige Form.

123. Zur Abwehr aller Bedrängnisse vollziehe man die Besprengung, große Herrin: [Die Einwirkungen] von Bhūtas, Pretas, Grahas, Rākṣasas und Brahmarākṣasas …

124. … Vetālas, Bhairavas und Skanda-Vaināyaka-Gestalten werden im Augenblick vernichtet; darüber soll kein Zweifel bestehen.

125. Man bespreche Asche und bestreiche damit einen von einem Graha Ergriffenen. Schon das Ausstreuen der Asche vernichtet alle Grahas.

126. Man bespreche frische Butter und gebe sie Frauen, große Herrin. Eine Unfruchtbare wird einen Sohn gebären, Göttin; darüber soll kein Zweifel bestehen.

Einordnung: Die Aussagen zu Heilung und Fruchtbarkeit sind Wirkungsbehauptungen des historischen Textes.

127. Durch das Tragen am Hals, am linken Arm oder an der Yoni wird eine Frau gewiss kinderreich und glücklich, Śivā.

128. Ein Mann trage [den Text] zur Erlangung aller Vollendungen auf der rechten Körperseite. Der Übende wird stark, berühmt, begütert, tugendhaft und erfolgreich …

129. … mit vielen Söhnen, Herr über Wagen und Elefanten, von guter Einsicht. Auf die Anziehung einer Frau gerichtet [rezitiere er] „krīṃ dakṣiṇakālike“ …

130. … und „krīṃ svāhā“. Der Leser der Namen wiederhole diesen Mantra zehntausendmal. Er zieht Wesen im Wasser, im Luftraum und auf der Erde an, Göttin.

Mantrabedeutung: „Krīṃ, Dakṣiṇakālikā, krīṃ svāhā.“

131. Wer Beeinflussung wünscht, [rezitiere] „hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ dakṣiṇe kālike“, danach die vorangehenden Bījas; so rezitierend lese er wie zuvor [den Hymnus].

Bedeutung: „Hūṃ hūṃ hrīṃ hrīṃ, o Dakṣiṇā Kālī“, gefolgt von den hier nur rückverweisend bezeichneten Bījas.

132. Er macht selbst Urvaśī gefügig; darüber soll kein Zweifel bestehen. Ein Mensch rezitiere „krīṃ dakṣiṇakālike“, verbunden mit svāhā …

133. … und lese die tausend Namen; so vermag er die drei Welten zu vernichten. Die Königin der Vidyās soll an einem günstigen Tag einem guten Verehrer gegeben werden …

134. … einem wohlgeschulten, friedlichen, beherrschten und überaus tugendhaften Menschen, einem hingebungsvollen ältesten Sohn und einem ganz dem Guru Ergebenen …

135. … einem reinen Vaiṣṇava, einem an Śivā-Bali Erfreuten, einem mit der Kurtisanenverehrung Vertrauten und einem Kumārī-Verehrer …

136. … einem Durgā-Verehrer, einem Raudra, einem Mahākāla-Rezitierenden, einem vom Empfinden der Nichtzweiheit Erfüllten und ganz Kālī Ergebenen …

137. … soll die von Kālī selbst offenbarte Tausendnamenfolge gegeben werden. Guru, Gottheit, Mantras und auch Maheśa, Pārvatī …

138. … vergegenwärtige man als ungetrennt beim Erinnern des Mantras. Ein solcher ist Śiva, ist Herr der Scharen. Der Mantrakundige, der den Mantra innerlich verwirklicht, ist Śiva; daran besteht kein Zweifel.

139. Er ist Śākta, Vaiṣṇava und Saura; er allein ist vollständig eingeweiht. Einem Ungeeigneten darf [der Text] nicht gegeben werden, sonst entsteht Hemmung der Vollendung.

140. Bei einem, der Kurtisanen oder Frauen schmäht, oder Surā und Saṃvid verachtet, erinnere man sich an den Surāmukhī-Mantra: Dann entsteht der Surā-Vollzug.

Textanmerkung: Die Folge leitet einen gegen Schmähende gerichteten Mantra ein. Surācāra kann Umgang mit Alkohol oder einen entsprechenden Ritualvollzug meinen; der Satz bleibt gedrängt.

141. [Man spreche] „āsāṃ vāgdevatā ghore paraghore“, dann hūṃ, dann „ghorarūpe mahāghore“, dann mukhī und das Wort bhīma …

142. … dann bhīṣaṇī mit der betreffenden Endung; [es folgen] hetu, das linke Paar, Śiva, das Feuerpaar und die Waffe, hūṃ hūṃ: So entsteht der Schutzpanzermantra.

Textanmerkung zu 141–142: Die Anleitung ist stark beschädigt und verschlüsselt. Erkennbar sind Anreden wie „Furchtbare, überaus Furchtbare, Furchtgestaltige“. Upaṣaṣṭhayantam und heturvāmayuge erlauben keine gesicherte vollständige Lautfolge; die Fragmente werden deshalb nicht zu einem erfundenen rezitierbaren Mantra ergänzt.

143. Durch die bloße Erinnerung daran steigt die Göttin Surā in den Mund der Böswilligen herab und vernichtet deren Wohlergehen.

144. Einem Niederträchtigen, einem Fremdbestimmten, einem dem Schmähen anderer Hingegebenen, einem Abgefallenen, einem von schlechtem Wesen und einem Verleumdung Liebenden …

145. … einem Śiva gegenüber Hingabelosen, einem Böswilligen und einem Liebhaber fremder Frauen zeige man den Hymnus nicht, Göttin; sonst wird man zum Täter einer Śivā-Tötung.

Textanmerkung: Die Einschränkung bezüglich fremder Frauen steht in Spannung zu früheren Ritualanweisungen und wird nicht angeglichen. Śivāhatyā kann hier die Tötung einer Schakalin bezeichnen; der Bezug bleibt offen.

146. Wessen Herz Kālikā-Wonne ist, wessen Geist Hingabe an Kālikā ist: Dieser ist ein Kālī-Verehrer und wahrhaft gesegnet.

147. Im Kali-Zeitalter Kālī, im Kali-Zeitalter Kālī, im Kali-Zeitalter Kālī, die Gaben verleiht! Im Kali-Zeitalter Kālī, im Kali-Zeitalter Kālī, im Kali-Zeitalter einzig Kālī!

148. Mit tausend Bilva-Blättern und ebenso Karavīra-Blüten verehre man sie, jeweils unter einem Namen. Dadurch wird Kālī zur Gabenspenderin.

149. Man bringe tausend Lotusse dar, zu jedem Namen einen. Nach Verehrung des Cakra, Herrin der Götter, erlangt man Kālikās Gabe.

150. Man wird nicht von Mantra-Erschütterung ergriffen. Mit Wasser aus dem Krug besprenge man unter den Namen, Göttin; dies vernichtet jede Erschütterung.

151. Ebenso beschaffe der Gelübdetreue tausend Madanaka [Stoffbezeichnung hier nicht erläutert], Göttin. Nach Verehrung mit den tausend Namen erlangt er Kālīs Gabe.

152. Man zeichne das Cakra und trage es am Körper; so wird man zum Leib Kālikās. Von allem, was Kālī dargebracht wurde, esse man einen Anteil, Śivā.

153. Mit göttlichem Körper versehen wird man im Leib Kālīs fest. Beim Anblick der Böswilligen, die die Speisegabe schmähen, tanzen die Bhairavas …

154. … die Yoginīs und großen Vīras, zum Bluttrinken bereit, Geliebte. Nach Fleisch, Knochen und Haut verlangend, verzehren sie [die Schmähenden], ohne Zweifel.

155. Deshalb schmähe man [die Gabe] weder in Gedanken noch mit Tat oder Rede, Göttin. Wer anders handelt, wird zugrunde gehen.

156. Nur die mit stufenweiser Einweihung Versehenen erlangen Vollendung, nicht anders. Andernfalls entstehen Mantra-Erschütterung oder eine verkürzte Lebensdauer.

157. [Die falsche Ausübung] nimmt gewiss Söhne, Frauen und Herrschaft fort. Wer die stufenweise Einweihung erhalten hat, Göttin, erlangt stufenweise Herrschaft.

158. Einmaliges Lesen vernichtet alle Sünden, Göttin. Wer zweimal liest, erlangt stets das Gewünschte.

159. Wer dreimal liest, wird dem Herrn der Rede gleich. Wer viermal liest, wird Herr der vier Varṇas, Göttin.

160. Wer fünfmal liest, wird Herr der fünf Wünsche; wer sechsmal liest, Herr der sechs Arten von Herrlichkeit, Göttin.

161. Wer siebenmal liest, erlangt das hinsichtlich der sieben Wünsche Gedachte. Wer achtmal liest, wird gewiss Herr der Himmelsrichtungen, Göttin.

Textanmerkung: Vāsu wird als Vasu-Zahlwort für acht verstanden.

162. Wer neunmal liest, wird den neun Nāthas gleich. Wer zehnmal verkündet, wird der Zehn würdig und Herr der im Luftraum Wandelnden.

163. Wer zwanzigmal verkündet, wird von aller Herrlichkeit erfüllt; fünfundzwanzig Wiederholungen vernichten sämtliche Sorgen.

164. Wer fünfzigmal wiederholt, wird Herr der fünf Elemente. Wer hundertmal verkündet, dessen Einsicht gleicht der des Hundertgesichtigen.

165. Wer fünfhundertmal wiederholt, wird Herr der Könige. Bei tausend Wiederholungen erwählt Lakṣmī ihn selbst, Göttin.

166. Wer dreitausendmal wiederholt, wird dem Dreiäugigen gleich; wer fünftausendmal wiederholt, bezaubert Millionen Liebesgötter.

167. Zehntausend Wiederholungen machen ihn zum zehngesichtigen Herrn; fünfundzwanzigtausend machen ihn zum Träger der vierundzwanzig Vollendungen.

168. Schon hunderttausend Wiederholungen machen ihn dem Gemahl Lakṣmīs gleich; durch dreihunderttausend Wiederholungen besiegt er Mahādeva.

169. Nach fünfhunderttausend Wiederholungen ist er mit den fünf Kalās verbunden; nach einer Million erlangt er die zehn Vidyās auf höchste Weise.

170. Nach zweieinhalb Millionen wird er Herr der zehn Vidyās; nach fünf Millionen Wiederholungen wird er Mahākāla gleich.

171. Wer zehn Millionen Wiederholungen vollzieht, sieht Kālī mit eigenen Augen, ihre Hand zur Gabengewährung erhoben, mit Mahākāla vereint.

172. Er sieht sie unmittelbar, Śivā, und wird gewiss ihr Leib. Er wird Sieger über die drei Kräfte Śrīvidyā, Kālikā und Tārā.

173. Er löscht die Schrift des Schicksals, legt die Dienerschaft ab und erlangt große Herrschaft; darüber soll kein Zweifel bestehen.

174. Hinsichtlich der drei Kräfte wird die stufenweise Einweihung gelehrt, Göttin. Wer sie besitzt, wird gewiss König.

175. Die Folge für den, dem die stufenweise Einweihung fehlt, ist zuvor genannt. Wer sie besitzt, ist Śiva selbst und kein anderer, Göttin.

176. Mit der stufenweisen Einweihung wird man der von Kālī genannten Vollendungen teilhaftig. Ohne sie geht Vollendung auf Schritt und Tritt verloren.

177. Wie gesegnet ist unter den Geborenen derjenige, der im Kali-Zeitalter diese Reihenfolge besitzt! Noch gesegneter ist unter ihnen der Leser der tausend Namen, Herrin der Götter.

178. Bei der Vorschrift der zehn Kālīs lese man stets diesen Hymnus, Göttin. Man erlangt Vollendung; darüber soll kein Zweifel bestehen.

179. Kālī, Kālī ist die Mahāvidyā; im Kali-Zeitalter verleiht Kālī Vollendung. Im Kali-Zeitalter ist Kālī vollendet; im Kali-Zeitalter gewährt Kālī Gaben.

180. Im Kali-Zeitalter ist Kālī bereit, dem Übenden zu erscheinen. Im Kali-Zeitalter ist Kālī die einzige; darüber soll kein Zweifel bestehen.

Textanmerkung: Daśanārtham wird hier als beschädigtes darśanārtham, „zur Schau“, verstanden.

181. Keine andere Vidyā, keine andere Vidyā, keine andere Vidyā gilt im Kali-Zeitalter! Wer Kālī im Kali-Zeitalter verlässt und Vollendung begehrt …

182. … der wünscht, Göttin, Liebesvereinigung ohne Śakti. Wer im Kali-Zeitalter ohne Kālī Vollendung wünscht …

183. … gibt das Nīla-Sādhana auf und irrt überall umher. Wer Kālī im Kali-Zeitalter verlässt und Befreiung wünscht …

184. … gleicht einem Übenden, der die Guru-Meditation aufgibt und Vollendung wünscht. Wer Kālī im Kali-Zeitalter verlässt und Herrschaft wünscht …

185. … gleicht einem, der Essen aufgibt und dennoch seinen Lebensunterhalt als Essender begehrt. [Der rechte Verehrer dagegen] ist gesegnet, wissend und von den Göttern verehrt.

Textanmerkung: Bhukṣuvṛttim ist auffällig; die Übersetzung bewahrt den erkennbaren Vergleich mit dem Aufgeben des Essens. Der Subjektwechsel wird ergänzt.

186. Er ist eingeweiht, glücklich, gut, wahrhaftig und Herr seiner Sinne. Er ist Sprecher des Veda und dem Selbststudium hingegeben; darüber soll kein Zweifel bestehen.

187. Man meditiere über den Guru als Śiva und erinnere sich an den Guru in Śiva-Gestalt. So wird man Sadāśiva selbst; darüber soll kein Zweifel bestehen.

188. Man vergegenwärtige sich Kālī in sich selbst und verehre die Weltmutter. Man wird Sieger über die drei Welten; darüber soll kein Zweifel bestehen.

189. Geheim zu halten, geheim zu halten, sorgsam geheim zu halten! Geheimer als geheim, geheimer als das Geheimnis!

190. Wer einen halben Vers, einen Viertelvers, die Hälfte davon oder nochmals dessen Hälfte, auch nur einen halben Namen liest, Göttin, lasse keinen Tag unfruchtbar verstreichen.

191. Man verehre das Buch hingebungsvoll, um rasch die Frucht zu erlangen. Dort besteht keine Furcht vor Seuche und keine vor Feuer oder Wind.

192. Dort besteht keine Furcht vor Geistern und dergleichen; überall wächst Glück. Mit Kuṅkuma und rotem Lack, mit Rocanā und Aloeholz …

193. … schreibe man das Buch auf Birkenrinde, um alle gewünschten Ziele zu vollenden.

194. So ist die Lautgestalt Kālikās vollständig verkündet. Wer sie hingebungsvoll liest, wird Herr aller Vollendungen. Nach immer neuer Freude verlangend, an allen Vidyās erfreut, wird er mit sämtlichen Vollendungen und dem Gedeihen aller Vīras versehen.

195. So wurde es in Kürze erklärt. Was möchtest du noch hören?

Damit ist der Kālī-Tausendnamenhymnus vollständig. Damit endet im erhabenen Śāktapramoda das Kālī-Tantra.

2. Tara-Tantra

Tara: Titel und Ritualordnung

Śrī. Gesammelt und verfasst vom erhabenen König Devanandanasiṃha Bahādur, dem Herrscher mit Residenz in Śivahara:

im Śāktapramoda enthalten,

das zweite

Tārā-Tantra.

Überprüft durch den gelehrten Śrī Raghurāja Dubejī aus der Familie der Lehrer des genannten Königs.

Dieses Werk wurde

von Khemarāja, dem Sohn Śrīkṛṣṇadāsas,

in seiner eigenen Druckerei „Śrīveṃkaṭeśvara“

gedruckt und veröffentlicht.

Bombay.

Verehrung dem erhabenen Gaṇeśa.

Nun der Śāktapramoda.

Das Tārā-Tantra.

Nun die Meditation über Tārā.

Ugratārā selbst vernichtet die Stumpfheit der Welten: Ihre Füße sind in Pratyālīḍha-Stellung auf das Herz eines Leichnams gesetzt; sie ist ganz furchtbarem schallendem Gelächter hingegeben. Ihre Arme tragen Schwert, blauen Lotus, Schneidemesser und Schädelschale; sie ist aus dem Bīja hūṃ entstanden. Sie ist klein, blau, mit einem großen rötlichbraunen Haargeflecht und einzelnen Schlangen versehen.

Textanmerkung: Die Schlussverbindung jāḍyaṃ nyasya kapālakartṛjagatāṃ ist beschädigt. Kapāla und kartṛ bezeichnen Schädel und Schneidemesser beziehungsweise Handelnden; ihre genaue syntaktische Funktion im Schlussviertel bleibt offen. Die Übersetzung fasst die klar erkennbare Hauptaussage „Ugratārā vernichtet selbst die Stumpfheit“ zusammen mit den lesbaren Attributen, ohne die beschädigten Wörter zu ersetzen.

Nun die Darstellung des Yantra.

Man zeichne mit Sandel einen achtblättrigen Lotus samt Yoni. Nachdem man einen weichen Sitz eingenommen hat, schreibe man Māyā auf das östliche Blatt. Das zweite Bīja [schreibe man] im Süden, phaṭ im Norden und ṭham im Westen. In die Mitte schreibe man das Bīja Tāra; danach vollziehe man die Reinigung der Elemente.

Textanmerkung: Māyā und Tāra werden hier als verschlüsselte Bīja-Bezeichnungen genannt. Das „zweite Bīja“ ist im Vers nicht eigens ausgeschrieben.

Nun die Gewinnung des Mantras.

Zuerst spreche man das Bīja der Rede, danach oṃ, dann das Lajjā-Bīja, anschließend das Tārā-Bīja, dann hūṃ phaṭ.

Nun der Mantra.

Aiṃ oṃ hrīṃ krīṃ hūṃ phaṭ.

Diese Lautfolge ist die ausdrücklich ausgeschriebene Mantraform der Quelle; die Bījas haben keine gewöhnliche Satzübersetzung. Die Vorlage schreibt hū/.

Nun die Ordnung der Verehrung Tārās.

Mit Kuśa-Gras in der Hand und schweigend vollziehe man Ācamana mit dem Grundmantra. Mit „oṃ vajrodake hūṃ phaṭ“ – „Oṃ, Vajra-Wasser, hūṃ phaṭ“ – nehme man Wasser; mit „oṃ hrīṃ svāhā“ wasche man die Füße. Mit „oṃ hrīṃ svaviśuddhadharma sarvapāpāni śamaya aśeṣavikalpān apanaya svāhā“ vollziehe man Ācamana: „Oṃ hrīṃ, du deinem Wesen nach reine Wirklichkeit, stille alle Sünden, entferne sämtliche unterscheidenden Vorstellungen. Svāhā.“ [Die Worttrennung des Eingangs ist vorläufig.]

Mit „oṃ maṇidhari vajriṇi śikhariṇi sarvavaśaṅkari hūṃ phaṭ“ binde man die Scheitellocke: „Oṃ, Juwelenträgerin, Vajraträgerin, Gipfeltragende, alles gefügig Machende, hūṃ phaṭ.“ Mit „oṃ rakṣa rakṣa hūṃ phaṭ svāhā“ – „Oṃ, beschütze, beschütze“ – reinige man den Boden. Man bespreche ihn mit „oṃ pavitravajram me hūṃ svāhā“ – „Oṃ, mir [sei] der reine Vajra, hūṃ svāhā“ [Satz elliptisch]. Mit „oṃ āsureśvari vajrarekhe hūṃ svāhā“ – „Oṃ, Herrin der Asuras, Vajra-Linie, hūṃ svāhā“ – berühre man den Boden.

Mit „ādhāraśaktikamalāsanāya namaḥ“ – „Verehrung dem Lotussitz der tragenden Kraft“ – verehre man [den Sitz]. Dann berühre man den Sitz und spreche den mit „pṛthvī“ beginnenden Mantra. [Er ist hier nicht vollständig ausgeschrieben.]

Nachdem man alle Hindernisse vertrieben hat, [spreche man]:

Oṃ. Mögen die Wesen weichen, die auf der Erde verweilen. Die Wesen, die Hindernisse schaffen, mögen auf Śivas Geheiß vergehen.

Mit diesem [Mantra] und dem Ausstreuen ungebrochener Reiskörner vertreibe man alle Hindernisse. Man reibe die Hände mit Duftstoff und Blüten und werfe die betreffende Blüte mit der Nārāca-Mudrā nach Nordosten. Dazu dient: „Oṃ. Mögen alle Gewalttätigen, die mir schaden, zugrunde gehen. Tod, Krankheit, Furcht und Zorn mögen auf den Kopf des Feindes fallen. Hūṃ phaṭ.“

Dann stelle man das allgemeine Arghya auf. Mit „oṃ ādhāraśaktaye namaḥ“ – „Oṃ, Verehrung der tragenden Kraft“ – bespreche man die Ādhāraśakti, zeichne dort ein Viereck und stelle darauf das Arghya mit „oṃ hraḥ sāmānyārghyaṃ sthāpayāmi namaḥ“ auf: „Oṃ hraḥ, ich stelle das allgemeine Arghya auf; Verehrung.“ Mit dem Praṇava fülle man Wasser ein. Mit der Aṅkuśa-Mudrā rufe man die heiligen Wasser aus dem Sonnenkreis herbei: „Gaṅgā und Yamunā, Godāvarī, Sarasvatī, Narmadā, Sindhu und Kāverī: Seid in diesem Wasser gegenwärtig.“

Man verehre mit Blüten und Reiskörnern: „Verehrung sämtlichen heiligen Wassern, Gaṅgā und den übrigen.“ Danach: „Verehrung den Gottheiten der sechs Glieder, Herz und den übrigen.“ Die Kreise von Sonne, Feuer und Mond verehre man mit: „Oṃ āṃ, Verehrung dem Sonnenkreis, dessen Wesen zwölf Kalās sind“; „Oṃ, Verehrung dem Feuerkreis, dessen Wesen zehn Kalās sind“; „Oṃ ḍaṃ, Verehrung dem Mondkreis, dessen Wesen sechzehn Kalās sind.“ Man verwandle mit vam und der Dhenu-Mudrā in Nektar, umhülle mit dem Schutzpanzer hūm, schütze mit der Waffe phaṭ und wiederhole den Praṇava zehnmal. Damit endet die Aufstellung des allgemeinen Arghya.

Mit dessen Wasser besprenge man sich und die Verehrungsgeräte. Nun das besondere Arghya: Mit „oṃ āsurekhe vajrarekhe hūṃ svāhā“ – „Oṃ, Āsu-Linie, Vajra-Linie, hūṃ svāhā“ [āsurekhe nicht sicher gedeutet] – bilde man ein Maṇḍala. Man wische den Boden unter „nava“ [so die Vorlage; Lesung ungesichert]. Man bilde ein Maṇḍala aus Dreieck, Kreis und äußerem Quadrat und verehre darin die tragende Kraft, die Schildkröte und Śeṣa. Man stelle mit hrīṃ phaṭ den Untersatz auf und verehre mit dem genannten Feuerkreis-Mantra dessen Kreis.

Darauf stelle man das mit hūṃ phaṭ gewaschene Muschelhorn und verehre es mit vier Mantras: „Hrāṃ hrīṃ hrūṃ, Verehrung dem Schädel Kālīs …“

„… Strāṃ strīṃ strūṃ, Verehrung dem Schädel Tāriṇīs. Hāṃ hīṃ hūṃ, Verehrung dem blauen Schädel. Hrāṃ strīṃ hūṃ, Verehrung dem Himmelsschädel, der Grundlage aller, dem Ursprung aller, der aus aller Reinheit besteht, durch das Blut sämtlicher Asuras gerötet und hell ist, dem Trinkgefäß für Surā, dem Schädel der Göttin.“ Dies sind die vier Mantras.

Dann verehre man mit dem genannten Sonnenkreis-Mantra den betreffenden Kreis. Mit dem Grundmantra fülle man Wasser in das Muschelhorn, im Bewusstsein von Svadhā, und lege Duftstoff, Blüten und Reiskörner hinein. Man zeige die Trikhaṇḍā-Mudrā und verehre den Mondkreis mit dessen genanntem Mantra. Mit „aiṃ hrīṃ śrīṃ hroṃ oṃ hrīṃ trīṃ hūṃ phaṭ hsauṃ hūṃ“ bespreche man das Wasser achtmal. Mit hrīṃ zeige man Śaṅkha-, Dhenu- und Yoni-Mudrā, bedecke mit der Matsya-Mudrā und wiederhole den Grundmantra zehnmal.

Darin meditiere man über Kreis, acht Blätter und Sechseck, vergegenwärtige sich die Göttin, verehre sie und sättige sie viermal mit dem Grundmantra. Dann: „Aiṃ hrauṃ hsauṃ, Verehrung; ich sättige Ānandabhairava.“ Mit diesem Arghya-Wasser besprenge man die Ritualmittel. Damit endet die Vorschrift des besonderen Arghya.

Mit „oṃ yathāgatābhiṣekam amāgni me hūṃ phaṭ“ reinige man eine Blüte. [Die Formel ist beschädigt: „wie gekommene Weihe“ und „Feuer“ sind erkennbare Bestandteile, eine sichere Satzübersetzung fehlt.] Mit „oṃ āṃ hrīṃ svāhā“ reinige man das Bewusstsein. Nun folgt der Ṛṣi-Nyāsa und die weiteren Einsetzungen.

Am Kopf: „Verehrung dem Seher Vasiṣṭha.“ Am Mund: „Verehrung dem Versmaß Anuṣṭubh.“ Am Herzen: „Verehrung der Gottheit Tryambaka.“ Danach der Nyāsa von Herz und den übrigen Gliedern:

Hrāṃ, Verehrung dem Herzen. Hrīṃ, dem Haupt svāhā. Hrūṃ, der Scheitellocke vaṣaṭ. Hraiṃ, dem Schutzpanzer hum. Hrauṃ, den drei Augen vauṣaṭ. Hraḥ, der Waffe phaṭ. Danach der Hand-Nyāsa:

Textanmerkung: Die Angabe Tryambaka steht tatsächlich in der Tārā-Ritualordnung und wird nicht durch Tārā ersetzt.

Hrāṃ, Verehrung den Daumen. Hrīṃ, den Zeigefingern svāhā. Hrūṃ, den Mittelfingern vaṣaṭ. Hraiṃ, den Ringfingern hūm. Hrauṃ, den kleinen Fingern vauṣaṭ. Hraḥ, den Handflächen und Handrücken phaṭ.

Dann vollziehe man mit dem Grundmantra dreimal den Nyāsa am ganzen Körper. Mit dem Grundmantra oder dem eigenen Bīja vollziehe man dreimal Prāṇāyāma: Einatmung mit vier Wiederholungen, Atemhaltung mit sechzehn, Ausatmung mit acht. Der zweite [Atemgang] verläuft umgekehrt zum ersten, der dritte umgekehrt zum zweiten. Dann zeichne man das Yantra aus Sechseck, acht Blättern und äußerer Einfassung in dessen Mitte man das Bīja hsauṃ schreibt, und vollziehe die Weihe des Yantra. In der Mitte verehre man Medhā, Prajñā, Vidyā, Dhī, Dhṛti, Smṛti, Buddhi und Vidyaiśvarī [die Schlussgliederung vidyā/aiśvarya ist unsicher]: Auffassungskraft, Einsicht, Wissen, Verstehen, Festigkeit, Erinnerung, Erkenntnis und Herrschaft des Wissens. Man nehme eine Blüte und lege sie in die Mitte des Yantra: „Hsauṃ, Verehrung dem Yoga-Sitz Sarasvatīs.“ Dann meditiere man über die Göttin:

„Man erinnere sich an Tārā, die Mutter der drei Welten: Sie sitzt auf einem weißen Lotus, der inmitten des das All erfüllenden Wassers erstrahlt. Sie ist die Schaffende; ihre Hände glänzen mit Schwert, Schädelschale und blauem Lotus, und sie leuchtet wie der Mond. Ihr Leib ist mit Gürtel, Ohrringen, Halskette, Armringen, Oberarmreifen, Fußringen und vortrefflichen Schlangen geschmückt; ihre drei Augen sind gerötet. Sie besitzt eine gewaltige einzelne rötlichbraune Haarflechte, eine hervorleuchtende Zunge und ein von Hauern furchtbares Gesicht. Um die Hüften trägt sie ein vortreffliches Tigerfell, dazu einen Streifen weißer Knochen. Ihr Haupt erstrahlt durch Akṣobhya; ihr Lotusgesicht lächelt. Sie sitzt auf dem Herzen eines Leichnams und hat feste Brüste.“

Nach dieser Meditation forme man die Kara-Kakṣapikā-Mudrā und nehme Blüten und Reiskörner hinein. Dann lasse man Kuṇḍalinī aus dem Mūlādhāra aufsteigen, bringe eine zweite Gestalt hervor und setze in deren Mund mit „soham“ – „Ich bin Das“ – die Gestalt der individuellen Lebenskraft als kleine Lampenflamme ein. Man verbinde sie mit Brahman im tausendblättrigen Lotus, sättige sie mit dem Nektar des Mondkreises und trenne die Lebensgestalt von Kuṇḍalinī. Man stelle sich vor, dass sie durch das rechte Nasenloch in Blüte und Reiskörner austritt. Diese lege man auf das Yantra aus Sechseck, acht Blättern und äußerem Quadrat und rufe darin die Göttin an.

Textanmerkung: Karttrīṃ kann „die Schaffende“ bedeuten; als Instrument wäre „Schneidemesser“ gemeint, doch die überlieferte Form fügt sich nicht eindeutig in die Instrumentalliste. Auch die beschädigte Schmuckverbindung und nāgavaraiḥ werden nur vorläufig gegliedert.

Du im Innern des großen Lotuswaldes, Verkörperung der ursächlichen Wonne, Mutter … [sarvabhūta hate, beschädigte Anrede] … komm, komm, höchste Herrin!

Textanmerkung: Sarvabhūta kann „alle Wesen“ bedeuten; hate lässt sich hier nicht sicher zuordnen. Eine Ergänzung zu „im Herzen aller Wesen“ wäre eine Konjektur und wird nicht als Quellwortlaut ausgegeben.

Nach diesen Worten und dem Grundmantra spreche man: „O jeweilige Göttin, komme hierher, bleibe hier, nimm meine Verehrung an; sei hier gegenwärtig, lasse dich hier festhalten, wende dich hier mir zu.“ Man zeige jeweils die entsprechende Mudrā. „Dies ist die Blütengabe“: Nach dem Grundmantra spreche man „amukadevi vajrapuṣpaṃ pratīkṣya hūṃ phaṭ svāhā amukadevyai namaḥ“ – „Jeweilige Göttin, erwarte die Vajra-Blüte; hūṃ phaṭ svāhā, Verehrung der jeweiligen Göttin“ – und bringe fünf Blütengaben dar. [Pratīkṣya ist in dieser Befehlsfunktion auffällig.]

„Dies ist Wasser für die Füße“: Man spreche den Grundmantra und „Verehrung der jeweiligen Göttin“. Ebenso gebe man „Dies ist Wasser zum Mundspülen“, den Grundmantra und „Verehrung der jeweiligen Göttin“. „Dies ist Madhuparka“, Grundmantra, „Verehrung der jeweiligen Göttin“ so sprechend bringe man Madhuparka dar. „Dies ist Badewasser“, Grundmantra, „Verehrung der jeweiligen Göttin“: So bade man die Göttin. Ebenso gebe man Gewänder und Schmuck. „Dies sind Blüten“, Grundmantra, „vajrapuṣpaṃ pratīkṣya hūṃ phaṭ svāhā amukadevyai vauṣaṭ“ – „Erwarte die Vajra-Blüte; hūṃ phaṭ svāhā, der jeweiligen Göttin vauṣaṭ“: So gebe man Blüten.

Dann die Umkreisverehrung. Im Osten verehre man Gaṇeśa mit „Gaṇeśa, komme hierher, bleibe hier“ und den weiteren [Formeln]. Bei der Blütengabe ist die besondere Formel: „gaṃ gaṇeśa vajrapuṣpaṃ pratīkṣya phaṭ svāhā“ – „Gaṃ, Gaṇeśa, erwarte die Vajra-Blüte; phaṭ svāhā.“ Ebenso verehre man Baṭuka im Süden, Kṣetrapāla im Westen und die Yoginī im Norden. Auf dem Haupt der Göttin verehre man Akṣobhya: „Akṣobhya, erwarte die Vajra-Blüte; svāhā.“

In den sechs Ecken verehre man die sechs Glieder: „Verehrung Ekajaṭā“ am Herzen, „Verehrung Tāriṇī“ am Haupt, „Verehrung Vajrodakā“ an der Scheitellocke, „Verehrung Ugratārā“ am Schutzpanzer, „Verehrung Mahāpariśarā“ an den Augen, „Verehrung Piṅgograikajaṭā“ in den Richtungen. [Mahāpariśarā ist die Namensform dieser Quelle.]

Auf den Blättern der Hauptrichtungen [verehre man] Vairocana, Asitābha, Padmanābha und Śaṅkhapāṇḍura. Die Formel zur Blütengabe lautet beispielsweise: „Vairocana, erwarte die Vajra-Blüte; svāhā.“ In den Zwischenrichtungen verehre man Nāmaka, Māmaka, Pāṇḍura und Tāraka; bei der Blütengabe wie zuvor.

An den vier Toren der Einfassung verehre man, im Osten beginnend, Padmāntaka, Janmāntaka, Vighnāntaka und Narakāntaka. Die Blütenformel wie zuvor. Außerhalb verehre man die Richtungshüter, Indra und die übrigen; außerhalb davon Donnerkeil, Speer, Stab, Schwert, Schlinge, Haken, Keule, Dreizack und Diskus.

Dann Räucherwerk: „[Dies ist] Räucherwerk für sie mit ihren Gliedern, Waffen, ihrem Gefolge und Reittier“, Grundmantra, „Verehrung der jeweiligen Gottheit“. Ebenso gebe man Licht. Dann Speise: In einem Gefäß aus Gold oder entsprechendem Material richte man die Speise an. Mit zwölf Wiederholungen des Wind-Bīja reinige man sie durch den daraus entstehenden Wind. Man lege die linke Handfläche auf die rechte und verbrenne mit dem daraus entstehenden Feuer unter zwölf Wiederholungen des Feuer-Bīja sämtliche Fehler der Speise. Dann lege man die rechte Hand auf den linken Handrücken und zeige dort [die Mudrā] unter zwölf Wiederholungen des Bīja vaṃ übergieße man die Speise mit dem daraus hervorgehenden Nektarstrom. Erneut besprenge man sie mit dem Grundmantra, berühre sie und rezitiere ihn achtmal. Man zeige die Dhenu-Mudrā und verehre die Gabe mit Duftstoff und Blüten.

Man berühre das Speisegefäß mit dem linken Daumen, halte Wasser in der rechten Hand und spreche den Grundmantra: „Dies ist die Speisegabe; Verehrung der jeweiligen Göttin mit Gliedern, Waffen, Gefolge, Reittier und Umkreisen.“ Man gebe die Speise frei, zeige mit Daumen und Ringfinger die Naivedya-Mudrā, hebe sie dreimal mit den blütenhaltenden Händen empor und zeige mit der linken Hand die Grāsa-Mudrā.

Dann die Lebenshauch-Mudrās: „Oṃ prāṇāya svāhā“ – „Oṃ, dem Prāṇa svāhā“ – mit kleinem Finger, Ringfinger und Daumen. „Oṃ apānāya svāhā“ mit Zeige-, Mittelfinger und Daumen. „Oṃ udānāya svāhā“ mit Ring-, Mittelfinger und Daumen. „Oṃ vyānāya svāhā“ mit Zeige-, Ring-, Mittelfinger und Daumen. „Oṃ samānāya svāhā“ mit sämtlichen Fingern. Die Formeln widmen die Gabe jeweils Apāna, Udāna, Vyāna und Samāna.

Man vergegenwärtige sich die Göttin als gesättigt und gebe Trinkwasser. Nach dem Grundmantra: „Dies ist Trinkwasser, Verehrung der jeweiligen Göttin. Dies ist Wasser zum Mundspülen, Verehrung der jeweiligen Göttin. Dies ist Tāmbūla. Dies ist die Blütengabe.“

Nun der Japa: Wie zuvor führe man Ṛṣi-Nyāsa, Hand-Nyāsa, Sechsglieder-Nyāsa und Meditation aus. „Hrīṃ, Gebetskette, große Gebetskette, Verkörperung aller Wirklichkeitsprinzipien! Die vier Lebensziele sind in dir eingesetzt; deshalb gewähre mir Vollendung.“ Mit diesen Worten und dem Grundmantra verehre man die Kette und rezitiere nach Vermögen.

Am Ende vollziehe man erneut Prāṇāyāma und die übrigen Handlungen, meditiere über die Göttin und spreche: „Oṃ, du Hüterin des Geheimsten unter den Geheimnissen, nimm den von uns ausgeführten Japa an. Durch deine Gnade möge mir Vollendung zuteilwerden, Göttin, große Herrin.“ Man stelle sich das Wasser als Licht vor und übergebe den Japa in die linke Hand der Göttin. Nach acht Blütengaben lese man Hymnus, Schutztext und die weiteren Texte.

Dann umschreite man sie rechtsherum, werfe sich lang ausgestreckt nieder und spreche: „Oṃ. Alles, was bisher aufgrund der Zuständigkeit für Lebenswachstum, Körper und Dharma [prāṇavṛddhidehadharmādhikārataḥ, Lesung und Verbindung unsicher], in Wachen, Traum und Tiefschlaf, mit Geist, Rede, Händen, Füßen, Bauch …“

„… und Geschlechtsorgan erinnert, gesprochen oder getan wurde: All dies werde zur Darbringung an Brahman. Svāhā. Und alles, was mein ist, übergebe [ich] dir, der Göttin.“ Dann nehme man eine Blütengabe in die zusammengelegten Hände.

Oṃ. Was ich ohne [vollständige] Mantras, Handlungen und Vorschrift verehrt habe, Göttin, Herrin der Götter, möge für mich vollständig werden. Anrufung, Verehrung, ihre Größe, Japa und Entlassung kenne ich nicht [recht]; erhabene Göttin, vergib mir. Was aus Unwissenheit, Vergessen oder Irrtum zu wenig, zu viel oder verkehrt getan wurde, all dies vergib, höchste Herrin.

Mit „Dies ist die Blütengabe, Verehrung der jeweiligen Göttin“ bitte man um Vergebung. Dann: „Oṃ, gehe, gehe zur höchsten Stätte, zu deiner eigenen Stätte, höchste Herrin, um zur Zeit der Pūjā und Verehrung wiederzukehren.“ Man nehme mit der Saṃhāra-Mudrā eine Blüte, entlasse die Göttin und lege die Blüte im Nordosten in ein anderes Gefäß.

Darin verehre man Caṇḍeśvarī und spreche: „Oṃ, Caṇḍeśvarī, große Göttin! Mit den verbliebenen Sandelgaben und dergleichen, mit den Resten von Leck- und Saugspeisen, Essen und Trinken, Girlanden und Salben gebe ich dir auf Śivas Geheiß diese Speisung aus den verbliebenen Gaben. Dies sind die verbliebenen Opfergaben: Verehrung der erhabenen Caṇḍeśvarī.“ So lege man sie hinein.

Dann gebe man etwas von der Speisegabe der Göttin an Ucchiṣṭacāṇḍālī mit „Verehrung Ucchiṣṭacāṇḍālī“. Danach esse man selbst die Speisegabe.

Tarastotra

Nun der Tārā-Hymnus. 1. Mutter Nīlasarasvatī, du schenkst den sich Verneigenden Glück und Wohlstand. In Pratyālīḍha-Stellung stehst du auf dem Herzen eines Leichnams; dein Lotusgesicht lächelt. Deine drei Augen gleichen erblühten blauen Lotussen; du hältst Schneidemesser, Schädelschale, Lotus und Schwert. Du allein bist Zuflucht; bei dir, der Herrin, nehme ich Zuflucht.

2. Herrin der Rede, Wunschranke der Verehrer, Herrin der Vollendung aller Ziele, du gewährst das Gelingen aller Absichten beim Verfassen von Prosa, Prākṛta-Dichtung und Versen. Mit drei Augen wie blaue Lotusse, Ozean des Mitgefühls: Besprenge aus Güte Menschen wie uns mit dem Wachstum des Glücksnektars.

3. Kleine, deren Leib von der Fülle des Stolzes erfüllt ist, strahlend im Schmuck von Schlangen und dergleichen, mit schönen, von Tigerhaut umhüllten Hüften und schwingenden Glöckchen, geschmückt mit einer Menschenkopf-Girlande aus frisch abgeschlagenen, noch blutenden Köpfen, an deren Haarbüscheln die Knoten sitzen: Furchtbare, vernichte die Angst!

Textanmerkung: Die lange Kopf- und Haarknotenverbindung ist textlich auffällig; muṇḍadvayī nennt wörtlich ein Kopfpaar innerhalb der Girlandenbeschreibung.

4. Mutter, schöne Gestalt von Māyā und der Wandlung Anaṅgas, mit Bindu und Halbmond, aus hūṃ und phaṭ bestehend: Du allein bist die Zuflucht eines Menschen wie mir, Mantragestaltige. Deine Gestalt, Mutter, ist aus drei Wirkbereichen gefügt, grob, überaus fein und höchste. Sie ist den Veden nicht zugänglich; bei dir, der von den Weisen Gepriesenen, nehme ich Zuflucht.

Textanmerkung: Die erste Hälfte enthält zugleich verschlüsselte Lautbezeichnungen; eine eindeutige Entschlüsselung wird nicht vorausgesetzt.

5. Durch den Dienst an deinen Lotusfüßen gelangen Verdienstvolle zur Vereinigung mit jener höchsten Wirklichkeit, deren Wesen der Gleichheit mit dem höchsten Herrn, dem Dreiäugigen, Brahmā und den übrigen entspricht. Warum dient ein Tor, dessen Leib dem Versinken im Saṃsāra-Ozean nicht gewachsen ist, Göttern wie Indra, die dem Dienst an deinen Füßen abgewandt sind, Mutter?

6. Mutter, die Götter, deren Kronen das Zeichen des Staubes deiner beiden Lotusfüße tragen, gehen in der Siegesschlacht siegreich und furchtlos in deinen Schoß ein. Die anderen aber, die wetteifernd behaupten: „Ich bin der Gott in der Welt, mir gleicht keiner“, gehen von selbst zugrunde, wie Feuer und Sonne [Lesung und Bezug des Vergleichs unsicher].

7. Schon durch Erinnerung an deinen Namen fliehen Bhūtas, Pretas, Piśācas, Rākṣasas, Yakṣas, Nāga-Herrscher, Daityas, hervorragende Dānavas, Luftwanderer, Tiere wie Tiger, Ḍākinīs, der erzürnte Tod und [feindliche] Menschen. Sie vermögen [den Verehrer] auf Erden nicht einmal einen Augenblick anzublicken, Mutter.

8. Glück, die Scharen von Vollendungen beginnend mit den Sandalen, Lähmung der Feinde und von Elefantenherden sowie Bezauberung: Diese Kräfte gelingen den Menschen durch den Dienst an deinen Füßen, Schönste. Auch ein geringer Mensch wird zum Herrn der Rede. [Die Verbindung klāntaḥ kāntamanobhavasya ist nicht sicher deutbar; erkennbar sind „ermüdet“, „geliebt“ und „Liebesgott“.]

9. Wer diesen heiligen Achtvershymnus Tārās hingebungsvoll morgens, mittags und abends, beherrscht und rein, liest …

10. … erlangt Dichtkunst und Wissen und versteht den Sinn sämtlicher Lehrwerke. Er erlangt unvergänglichen Wohlstand und genießt die gewünschten Freuden …

11. … gewinnt Ruhm, Schönheit und Freiheit von Krankheit und erlangt am Ende Befreiung.

Damit endet im Nīlatantra der Tārā-Hymnus.

Tara-Kavaca

Nun der Tārā-Schutztext. Īśvara sprach: 1. Die Vidyā, die von großer Furcht befreit, ist in Millionen Tantras geheim. Höre ihren göttlichen Schutztext, der alle Wünsche gewährt.

Der Seher des Tārā-Kavaca ist Akṣobhya, das Versmaß Triṣṭubh, die Gottheit die erhabene Tārā. Die Anwendung dient der Vollendung aller Mantras.

2. Oṃ, der Praṇava, die große Herrin in Brahmā-Gestalt, schütze meinen Kopf. Der Laut hrīṃ, die große Herrin in Bīja-Gestalt, schütze die Stirn.

3. Der Laut strīṃ, die große Herrin in Gestalt der Scham, schütze das Gesicht. Der Laut hū, Bhavānī in Śakti-Gestalt, schütze das Herz.

Textanmerkung: Die Vorlage schreibt hūkāra/ ohne ein sicher ausgeschriebenes Nasalzeichen nach hū; dies wird nicht unbemerkt vereinheitlicht.

4. Der Laut phaṭ, der alle Vollendungsfrüchte gewährt, schütze den ganzen Körper. Die kleine Herrin der Götter, die alle Vollendungen schenkt, schütze mich zwischen den Brauen.

5. Die blaue Herrin der Götter, die Furcht vertreibt, schütze meine beiden Wangen. Die Hängebäuchige, die Furcht vertreibt, schütze stets mein Ohrenpaar.

6. Die Göttin mit tigerhautumhüllten Hüften, Śivas Geliebte, schütze [mich]. Die große Herrin mit vollen, hohen Brüsten schütze meine beiden Körperseiten.

7. Die mit roten runden Augen behüte stets meine Hüftgegend. Die Herrin der Welt mit bewegter Zunge schütze mich stets am Nabel.

8. Die Göttin mit furchtbarem Gesicht, Haras Geliebte, schütze stets das Liṅga. Piṅgograikajaṭā, die Hindernisse vernichtet, schütze den Unterschenkel.

9. Die große Göttin mit dem Schwert in der Hand, die große Herrin, [schütze] den Kniekreis. Die Blaufarbige schütze meine Knie immerfort.

10. Die Schlangen als Ohrringe trägt, schütze danach beide Füße. Die Göttin mit Schlangenhalskette schütze stets den ganzen Körper.

11. Die Göttin mit Schlangen als Oberarmschmuck schütze im Pāṇḍava-Bereich. Die Vierarmige, Feindvernichterin, schütze stets beim Gehen.

Textanmerkung: Na gāṅgada wird als nāgāṅgada gegliedert; pāṇḍavadeśataḥ bleibt als unklare Ortsbezeichnung erhalten.

12. Die große Göttin mit dem Schwert in der Hand, die Sieg gewährt, schütze mich. Die blaugewandete Göttin, Vernichterin der Hindernisse, schütze mich.

13. Die mit dem Schneidemesser in der Hand schütze stets im Streit und inmitten von Feinden. Die Göttin in Brahman-Gestalt schütze stets im Kampf.

14. Die Schlangenarmreifen Tragende schütze stets beim Essen. Die große Göttin mit einem Leichnam als Ohrschmuck schütze stets beim Liegen.

15. Die Göttin, die den Heldensitz einnimmt, schütze stets im Schlaf.

16. Die Göttin mit Bogen und Pfeil schütze mich unter Hindernissen. Die Göttin mit schlangengeschmückten Hüften schütze mich bei allen Handlungen.

17. Die Göttin mit dem abgeschlagenen Kopf behüte stets im Wald. Die Göttin inmitten des Scheiterhaufens schütze stets bei Māraṇa.

Erläuterung: Māraṇa bezeichnet hier die todbringende Ritualhandlung, nicht eine allgemeine Meditation über Vergänglichkeit.

18. Die Göttin mit Tigerfell [schütze] hinsichtlich Kindern, Ehefrau, Besitz und dergleichen. Die geschmückte Göttin, Haras Geliebte, schütze mich.

19. Beschütze, beschütze in der Flusslaube, du mit hūṃ hūṃ hūṃ phaṭ Verbundene! Die große Göttin in Bīja-Gestalt schütze stets auf dem Berg.

20. Juwelenträgerin, Vajraträgerin, Göttin, Mahāpratisarā: Beschütze, beschütze stets! Hūṃ hūṃ oṃ hrīṃ svāhā, große Herrin.

21. Puṣpaketurājārhate [Anrede unklar], schütze stets im Wald. „Oṃ, Vajra-Blüte, hūṃ phaṭ“: [Sie] schütze stets im Pāṇḍava-[Bereich].

22. „Blüte, Blüte, große Blüte“: Die große Herrin schütze die Kinder. Mit der Śakti von oṃ svāhā verbunden, beschütze sie stets die Ehefrau.

23. „Oṃ, reine Vajra-Erde“, mit hūṃ phaṭ svāhā verbunden: Pūrikā, die Göttin, Vernichterin aller Hindernisse, schütze mich.

24. „Āsu-Linie, Vajra-Linie“, mit hūṃ phaṭ svāhā verbunden: Die Göttin schütze mich in der Unterwelt, die im Geist vergegenwärtigte Nāginī.

25. Die den Laut hrīṃ Verkörpernde, die große Herrin in Śakti-Gestalt, schütze mich im Osten. Die den Laut strīṃ Verkörpernde, die höchste Herrin in Frauengestalt, schütze im Süden.

26. Die große Māyā in Gestalt von hūṃ, die Zorngestaltige, schütze mich. Die große Māyā in Gestalt von ka schütze stets im Westen.

27. Im Norden schütze mich die Göttin in Gestalt von ḍha, Haras Geliebte. In der Mitte schütze mich die Herrin der Götter in Gestalt von hūṃ, die Tochter des Berges.

28. Die Blaufarbige schütze stets und überall, stets die aus der Rede Entstandene. Tāriṇī, die alle Herrlichkeit gewährt, schütze im Haus.

29. Die Göttin Sarasvatī, die am Verleihen von Wissen Freude hat, schütze am Mund; in Lehrdisputen, Streit, Kampf, im Wasser und auf schwierigem Berg …

30. … schütze stets die Furchtgestaltige, auf dem Verbrennungsplatz die Vernichterin der Furcht. In der schrecklichen Wohnstätte von Geistern und Toten, in schwer zugänglichem Gebiet behüte mich die Schreckliche.

31. Stets und überall schütze die große Herrin, Śivas Botin. Die Größe dieses Schutztextes kann ich selbst in hundert Jahren nicht …

32. … aussprechen, Göttin. Seine Frucht ist: Bei Kindern, Ehefrau, Verwandten, in jedem Land und zu jeder Zeit …

33. … gibt es für ihn keine Furcht; er wird von Königen geehrt. Ob rein oder unrein, wer diesen alle Wünsche gewährenden Schutztext …

34. … liest oder erinnert, wird von Leid und Trauer frei. In allen Lehrwerken wird er gewiss zum Dichterkönig, große Herrin.

35. Der Mensch wird Herr aller Rede, die Welt wird ihm gefügig, und er wird Herr des Reichtums. Im Kampf, beim Würfelspiel und im Streit erringt er gewiss Sieg.

36. Er wird mit Kindern und Enkeln gesegnet, Liebhaber aller Frauen; die Feinde werden zu Dienern, und er ist stets allen lieb.

37. Der Stolze wird klein, der Streitredner verbrennt bei seinem Anblick. Der Tod wird ihm gefügig, der König der Erde sein Diener.

38. So wurde bei dieser Gelegenheit der ganze Schutztext erklärt, der alle Wünsche gewährt. Wer ihn liest oder erinnert, ist fähig zu Fluch und Gnadengewährung.

39. Er wird Herr der Ozeane voller Wonne und König der Dichter, Herr aller Yogins, Freund der Welt und stets glücklich.

40. Hat man die Gnade des Gurus erlangt und die wohlverborgene Vidyā erhalten, ist selbst dann dieser Schutztext in den drei Welten schwer zu erlangen, Göttin.

41. Der Guru ist der Gott Hara selbst, seine Frau Haras Geliebte. Wer ohne Unterschied [zwischen ihnen und den Gottheiten] rezitiert beziehungsweise verehrt, dessen Vollendung ist nicht fern.

Textanmerkung: Die Vorlage jayedyas ist in diesem Zusammenhang auffällig; eine Form von japa oder yaj wird als Möglichkeit, nicht als gesicherte Lesung, verstanden.

42. Die Mantra-Vollzüge wurden zuvor erklärt, große Herrin, Geliebte. Man vergegenwärtige sich Licht am Nabel, am Mund und am Herzen.

43. Herrlichkeit, vortreffliche Dichtkunst und Rudra, der Vollendung gewährt: Beim Anblick dieses Übenden werden sie von Scham erfüllt, Göttin.

44. Alle hervorragenden Götter im Himmel, auf Erden und in der Unterwelt preisen stets diesen ausgezeichneten Übenden, wenn sie ihn sehen.

45. Auch die Götter, deren Wesen Hindernisse sind, im Himmel, auf Erden und in Rasātala, preisen stets diesen ausgezeichneten Übenden, wenn sie ihn sehen.

46. So habe ich es dir, Göttin, vollständig verkündet: Es bewirkt unmittelbar Genuss und Befreiung und hat die Gestalt eines Wunschbaumes.

47. Wer heute den Guru aufsucht, ihn erfreut und diesen Wunschbaum als Stütze gewinnt, wird weder durch Verblendung noch Rausch noch Stumpfheit verwirrt. Als Vollendeter auf Erden gelangt er über alle Leiden und Nöte hinaus; am Ende [steht er jenseits davon]. Der König ist sein Freund, Göttin, und seine Nöte vergehen rasch.

48. Waffen wie die Brahmāstra erreichen seinen Leib … [die Prädikatsfortsetzung fehlt]. In seinem Haus bleibt Lakṣmī beständig, und in seinem Mund wohnt gewiss Vāṇī.

Textanmerkung: Eine Ergänzung wie „werden unwirksam“ ist naheliegend, steht hier aber nicht ausdrücklich.

49. Wer Tārā verehrt, ohne diesen Schutztext zu kennen, wird kurzlebig, arm und töricht, ohne Zweifel.

50. Wer ihn aufschreibt und am Hals, Kopf oder Arm trägt, erlangt alle Ziele, was immer sich in seinem Geist befindet.

51. Mit Gorocanā und Kuṅkuma, mit rotem Sandel oder rotem Lack, große Herrin, schreibe man insbesondere den Mantra.

52. Am achten Mondtag, an einem Dienstag oder auch am vierzehnten Mondtag, zur Dämmerung, Herrin der Götter, schreibe man gesammelt den Mantra.

Textanmerkung: Catu-īśyām ist als beschädigtes caturdaśyām verstanden.

53. Unter Maghā, Śravaṇā oder besonders Revatī, wenn der Mond im Löwen und die Sonne im Krebs steht …

54. … Jupiter in den Fischen und Saturn im Skorpion: Wer dann als Übender hingebungsvoll schreibt und trägt, erlangt rasch Vollendung; darüber soll kein Zweifel bestehen.

55. Der Streitredner verstummt, der Schmähende preist, der König dient; der Stolze wird klein, der Allwissende stumpf, das Feuer kühl. Durch den rechten Vollzug wird man zum Vollendeten und erlangt die sonst schwer erreichbare Vollendung des Daseins. Ich verehre dich, die du die Daseinsfurcht zerbrichst, die Blaue, Geliebte des Bergesherrn.

Damit endet im Nīlatantra das höchst geheime Ugratārā-Kavaca.

Tara-Hridaya

Nun das erhabene Tārā-Hṛdaya.

Der erhabene Śiva sprach:

1. Höre, Pārvatī, Heil sei dir: Verkündet wird das höchste Tārā-Hṛdaya, das den Welten Gutes tut und stets geheim zu halten ist.

Die erhabene Pārvatī sprach:

2. Wie ist dieser Hymnus entstanden, von wem wurde er einst geschaffen, Herr? Erzähle die ganze gute Überlieferung und schenke mir dein Mitgefühl.

Der erhabene Śiva sprach:

3. Einst im Kampf der Götter und Asuras wurde er von Indra geschaffen, Vielgeliebte, zur Vernichtung böswilliger Feinde, zur Mehrung von Kraft und Ruhm.

Oṃ. Zum Mantra dieses erhabenen Ugratārā-Hṛdaya-Hymnus: Der Seher ist Śrībhairava, das Versmaß Anuṣṭubh, die Gottheit Śrīmadugratārā. Strīṃ ist das Bīja, hūṃ die Śakti, namaḥ das Kīlaka. Seine Anwendung beim Lesen dient der Vernichtung sämtlicher Feinde.

Oṃ strīṃ, Verehrung dem Herzen. Oṃ hrīṃ, dem Haupt svāhā. Oṃ hūṃ, der Scheitellocke vaṣaṭ. Oṃ trīṃ, dem Schutzpanzer hūm.

Oṃ aiṃ, den drei Augen vauṣaṭ. Oṃ haṃsaḥ, der Waffe phaṭ.

Nun das Meditationsbild.

Man meditiere über die erhabene Tārā, die die Welt hinüberführt: Ihr Glanz gleicht Millionen Sonnen, ihr Scheitel trägt den jungen Mond. Sie hat rote Glieder, eine [hervortretende] Zunge, tiefrote Gewänder und ein Gesicht wie die Vollmondscheibe. Mit vier Armen trägt sie Schlinge, Schneidemesser, großen Haken und weitere [Attribute]; sie ist mit vielfältigem Schmuck geschmückt.

Textanmerkung: Rasanām, „Zunge“, steht ohne klares Attribut in der Reihe; „hervortretend“ ist Ergänzung zum Verständnis.

Nachdem man so über die segensreiche Tārā meditiert hat, lese man das Hṛdaya. Für die in Tāriṇīs Wahrheit Feststehenden ist sie die Offenbarerin sämtlicher Wirklichkeitsprinzipien.

Die höchste Śakti, von Rāmā ungetrennt, möge meine Feinde vernichten. Stets, wenn Feinde zürnen, möge Tārā mir Sieg gewähren.

Die Göttin in Gestalt von strīṃ trīṃ ist in den drei Welten berühmt. Aus Liebe zu dir habe ich dies verkündet; es soll den gebundenen Wesen nicht offenbart werden.

Höre, Göttin: Aus Liebe zu dir werde ich Tārās Namen wahrheitsgemäß beschreiben, die verborgenen, in den drei Welten schwer erreichbaren.

Tāriṇī, die Hinüberführende; die Bewegliche; Tārā; die Dreigestaltige; die wie die Sonne Leuchtende; die Sattva-Gestaltige; die große Gute; die Beschützerin aller guten Menschen.

Die Liebliche; die Rajas-Gestaltige; die höchste Schöpferin der Welt; die Tamas-Gestaltige; die große Māyā; die schrecklich Tönende; die Furchtbare.

Die Zeitgestaltige; die Kālikā Genannte; die Vernichterin der Welt; die höchste Wonne der Wahrheitserkenntnis; die Wahrheitserkenntnis Schenkende; die Makellose.

Die Rotgliedrige; die Rotgewandete; die mit roter Girlande Glänzende; Siddhilakṣmī; Brahmāṇī; Mahākālī; die große Wohnstätte.

Die Menschen, die diese Namen stets mit gesammeltem Geist lesen, Geliebte: Ihnen diene ich als Diener.

Ich verehre Ugratārā, Tārā, die ganz auf das Hinüberführen gerichtete Göttin, die von Tārakeśvara verehrt wird und aus dem Ozean des Daseins hinüberführt.

Man bespreche Wasser mit dem Mantra strīṃ hīṃ hūṃ trīṃ phaṇ und übergieße [sich] damit. Alle Krankheiten vergehen: Wahrlich, wahrlich, so spreche ich.

Textanmerkung: Die Vorlage hat hīṃ und phaṇ, nicht die an anderen Stellen stehenden hrīṃ und phaṭ. Diese Abweichungen bleiben erhalten. Die Heilwirkung ist die Aussage der Quelle.

Man bereite Sandelpaste mit den großen Mantras, die aus trīṃ bestehen und mit svāhā enden. Der Kundige trägt damit ein Stirnzeichen auf; die Welt wird ihm gefügig, Geliebte.

Man bespreche Asche vom Verbrennungsplatz mit strīṃ hrīṃ trīṃ svāhā. Wirft man sie in das Haus eines Feindes, wird dieser sterben.

Einordnung: Die historische Schadenszauberanweisung wird hier als Quelltext dokumentiert.

Man reinige eine Blüte siebenmal mit den Mantras hrīṃ hūṃ strīṃ, die auf phaṭ enden. Dies bewirkt rasch die Vertreibung der Feinde, ohne Zweifel.

Ungebrochene Reiskörner werden mit dem vortrefflichen Mantra strīṃ trīṃ hrīṃ besprochen. Schon durch ihr Auswerfen kommt die stolze Frau rasch herbei. [In Klammern folgt in der Quelle:] haṃsaḥ – oṃ hrīṃ strīṃ hūṃ hūṃ saḥ.

Mit diesem rezitierten Mantra wird Augenschwärze gereinigt, Geliebte. Man trage damit ein Stirnzeichen auf und bewirke die Bezauberung der Welt.

Das Hṛdaya Tārās, Göttin, vernichtet alle Sünden und übertrifft Opfer wie Vājapeya um Millionen und Abermillionen.

Seine Frucht gilt als millionenfach gegenüber allen heiligen Stätten, Gaṅgā und den übrigen. Bei großem Leid, schwerer Krankheit, Bedrängnis und Lebensgefahr bei großer Angst und großem Schrecken lese man diesen höchsten Hymnus. Wahrlich, wahrlich, ich habe es dir gesagt, Pārvatī, Geliebte meines Lebens.

Er ist sorgfältig geheim zu halten und darf nirgends offenbart werden.

Damit ist im erhabenen Bhairavītantra, im Gespräch zwischen Śiva und Pārvatī, das erhabene Ugratārā-Hṛdaya vollständig.

Taropanishad

Nun die Tāropaniṣad.

Oṃ. Das ist das seiende Brahman, dessen Gestalt über Prakṛti hinausgeht, dem Himmel gleicht, das Höchste, Allerhöchste, Große und Wahre. Das bin ich. Der Laut hrīṃ, rotfarbig, ist mein Nabel [nānnābhi, beschädigte Form]. Der Laut strīṃ hat rötlichbraunen Glanz; der Laut hūṃ hat klaren Glanz und die Gestalt meines Herzens. Der Erdkreis [ist] der rauchfarbene Laut phaṭ, mein Schwert. Die flammende Gestalt des oṃ ist mein Haupt.

Die Veden sind meine Hände; Mond, Sonne und Feuer meine Augen. Tag und Nacht sind meine Füße; die Dämmerungen meine Ohren; das Jahr ist mein Bauch. „Meine Hauer, die beiden Reihen; meine Seiten, die Wochentage und Jahreszeiten“ [die Zuordnung dieser Wörter ist in der Quelle gestört]. Meine Finger [sind] die Wissensgebiete; [es folgen] meine Nägel und Feuer. Die Erde ist mein Gesicht beziehungsweise meine Zunge; der Himmel mein Gesicht, der Raum mein Herz. Hingabe ist meine Haut; Saft mein Blut. Nahrung [und] Gewänder [und] Früchte [stehen in einer nicht sicher zu gliedernden Folge]. Nicht-Ichhaftigkeit sind meine Knochen, Nektar mein Mark. Das Unbewegliche sind meine Körperhaare; die Welten, beginnend mit Pātāla, meine beiden Brüste. Der Brahman-Klang sind meine Adern; Erkenntnis ist mein Geist; Geduld die unterscheidende Einsicht. Die Leere ist mein Sitz; die Sterne sind mein Schmuck.

Dies ist mein kosmischer Leib. Erkenne mein Wasser, das Sattva, die Bindu-Gestalt und die Gestalt des großen Lautes als lichtbestehend; [es folgt] das Haupt. [Die Wortverbindung dieses Satzes ist unsicher.] Wer mich als Ugratārā, die überaus Furchtbare, Blaue, Dichte, Ekajaṭā, große Māyā und Prakṛti erkennt und rezitiert; wer meine Gestalten kennt, meinen Mantra rezitiert, die als meine Gestalt Vorgestellte rezitiert und die Yoni verehrt: Dieser von unterscheidenden Vorstellungen freie Übende wird stets zu meiner Gestalt.

Alle Handlungen werden ausführbar; er wird furchtlos. Nachdem man sich vor dem Guru verneigt, ihn gepriesen und ihm Gewänder und Schmuck gegeben hat, empfange man diese Upaniṣad-Vidyā. Wer dann mich rezitiert, wird zu Lebzeiten befreit.

Damit endet im Saubhāgya-Kāṇḍa des Atharvaveda die Tāropaniṣad.

Textanmerkung: Die kosmischen Körperentsprechungen sind im mittleren Teil der elektronischen Vorlage stark gestört. Alle erkennbaren Glieder wurden mit ihren lokalen Unklarheiten wiedergegeben; eine scheinbar glatte Rekonstruktion würde eine zweite Textgrundlage erfordern. Die Zuordnung zum Atharvaveda ist die Selbstbezeichnung des Kolophons.

Tara: hundert Namen

Nun der Hundertnamenhymnus Tārās. Der erhabene Śiva sprach: 1. Die Hinüberführende; die Bewegliche; die Schlanke; Tārā; die junge Ranke; die Gestalt des Ufers; das Boot; die Dunkle; die Schlanke mit schmalen Brüsten.

Textanmerkung: Tīrarūpātarī wird als tīrarūpā und tarī gegliedert.

2. Die Vierte; die Bewegliche; die rasch Schreitende; die blaue Trägerin beziehungsweise auf Blau Reitende; Ugratārā; die Siegreiche; Caṇḍī; die mit einer erhabenen einzelnen Haarflechte auf dem Haupt.

3. Die Junge; Śāmbhavī; die mit gespaltener Stirn; die heilvoll Hinüberführende; die Furchtbare; die von furchtbarem Glanz; die Blaue; die Dunkle; Nīlasarasvatī.

4. Die Zweite; die Schöne; die Ewige; die Neue; die immer Neue; Caṇḍikā; die von Vijayā zu Verehrende; die Göttin; die durch den Himmel Wandelnde.

5. Die schallend Lachende; die Furchtgesichtige; Carāsyā [Worttrennung unsicher]; die von Aditi Verehrte; die mit Eigenschaften Versehene; die durch Eigenschaften zu Verehrende; die von Hari, Indra und den Göttern Verehrte.

6. Die Blut Liebende; die Rotäugige; die mit Blut am Mund Geschmückte; die Bali Liebende; die an Bali Erfreute; Durddhā [Lesung unklar]; die Kraftvolle; die Kraft.

7. Die Kraft Liebende; die an Kraft Erfreute; die von Balarāma Verehrte; Ardhakeśeśvarī [Namensgliederung unklar]; das Haar; Keśavā; die Geschmückte.

8. Die Lotusgirlande; die Lotusäugige; Kāmākhyā; die Tochter des Berges; Dakṣiṇā; die Geschickte; die Tochter Dakṣas; die an Dakṣiṇa Erfreute.

9. Die Vajra-Blüten Liebende; die Blut beziehungsweise Rot Liebende; die mit Blüten Geschmückte; Māheśvarī; die Geliebte Mahādevas; die fünffach Geschmückte.

10. Iḍā; Piṅgalā; die Verkörperung der Lebenskraft Suṣumnās; Gāndhārī; die Fünfte; die von dem Fünfgesichtigen und den übrigen Verehrte.

11. Das wahre Wissen; die wahre Gestalt; die dem Weg der Wahrheit Folgende; die Verkörperung der Wirklichkeit; die Wirklichkeit Liebende; deren Wesen Erkenntnis der Wirklichkeit ist; die Makellose.

12. Die durch den Vollzug des Tāṇḍava Erfreute; die Freude am Tāṇḍava Bereitende; die am Geben des Taktes Erfreute; die grausam Erhitzende; die wie die Sonne Strahlende.

13. Die mit Scham Versehene; die von Scham Freie; die Gesättigte; die Zufriedenheit Bewirkende; die durch den Zustand der Jugend Erfreute; die den Śakti-Verehrern Zugeneigte.

14. Die an Śiva Haftende; die Liebe zu Śiva; die ganz der Hingabe an Śiva Zugewandte; die Kupferglänzende; die Kupferrote; die aus einem Kupfergefäß Speisende.

15. Die an der Liebe Balabhadras Erfreute; die Bali Verzehrende; die Bali Bereitende; die Rāma-Gestaltige; die Kraft Rāmas; die die Gestalt Rāmas Nachahmende.

16. So ist dir, Göttin, das höchst wunderbare Geheimnis verkündet. Wer es hört, erlangt durch die Gnade der Göttin Tārā Befreiung.

17. Wer diesen geheimen Tārā-Lobhymnus liest, wandelt mit allen Vollendungen versehen auf Erden.

18. Ihm werden die Mantra-Vollendung und meine höchste Vollendung zuteil, große Māyā: wahrlich, wahrlich, ohne Zweifel.

19. Wer ihn samstags und dienstags nachts beherrscht liest, erlangt die Mantra-Vollendung und die Herrschaft über die Scharen.

20. Ob mit oder ohne Vertrauen: Wer das Tārā-Geheimnis liest, wird in kurzer Zeit zu Lebzeiten befreit, zu Śiva.

21. Durch tausend Wiederholungen erlangt man die Frucht des Puraścaryā, Göttin. Wer so beständig gesammelt über dich meditiert und dich verehrt, hat hinsichtlich des Weges von Tod und Saṃsāra sein Ziel erreicht, große Herrin.

Damit endet im Svarṇamālā-Tantra der Hundertnamenhymnus Tāraṇīs.

Tara: Einleitung zum Tausendnamenhymnus

Nun die mit Ta beginnenden tausend Namen der erhabenen Tārā. Vasiṣṭha sprach: 1. Die tausend Namen Tārās sind aus ihrem Lotusmund hervorgegangen und als Mittel zur Mantra-Vollendung gelehrt. Sage sie mir, Großvater.

Brahmā sprach: 2. Höre, mein Kind, ich werde das Geheimnis verkünden, das alle Vollendungen gewährt. Schon durch seine Unterweisung wird dir Vollendung zuteilwerden.

3. Zu Beginn der großen Weltauflösung, als Bewegliches und Unbewegliches vergangen waren, hörte [sie] den großen Laut und nahm [alles] aus Mitgefühl in ihren Leib zurück.

Textanmerkung: Mahākāram ist nicht eindeutig; die Übersetzung als „großer Laut“ folgt samākarṇya, „gehört habend“, ohne eine bestimmte Silbe einzusetzen.

4. Unter diesem Namen ist sie als Mahātārā bekannt, die Brahman-Gestaltige. Nachdem sie drei große Dreizacke geschaffen hatte, stand sie dort allein.

5. Wieder erwuchs der Wunsch zu erschaffen. Da erinnerte ich mich ihrer mit Ta beginnenden tausend Namen, „Göttliche allumfassende Herrschaft“ genannt.

6. Durch ihre Macht wurde das große Weltenei fest errichtet. Wir erschienen damals darin durch ihre Yantras, Zweimalgeborener.

7. Während wir auf Erden umherirrten und nach unserer jeweiligen Aufgabe suchten, wurden wir aus Mitgefühl von ihr unterwiesen und wurden zu Schöpfungswirkenden.

8. Durch ihre Gnade sind wir drei die Herren des Welteneies, bester Brahmane. Alle anderen Götterscharen sind Diener ihrer Füße.

9. Durch Lesen und Tragen wurde ich zum Schöpfer, Hari zum Erhalter. Durch die Unterweisung in den Wirklichkeitslauten wurde Śaṅkara selbst zum Auflöser.

10. Seher, Versmaß und die weiteren Angaben sowie die Meditation werden wie beim Grundmantra gelehrt. Die Anwendung gilt der Mantra-Vollendung und den vier menschlichen Lebenszielen.

Textanmerkung: Die Vorlage hat niyogomātrasiddhau; die Deutung als Anwendung zur Mantra-Vollendung ist vorläufig, durch den Abschnittszusammenhang gestützt.

Tara: Tausendnamenhymnus

Vers 11

Tārā, die Hinüberführende; die fünf Silben, die mit Tāra beginnen; die aus der Kraft des Tārānyā-Veda Geborene [tārānyāvedavīryajā, Gliederung unsicher]; die mit dem Laut von Tāra und Atāra Verbundene [tārātārahitāvarṇā, Deutung unsicher]; die mit Tāra Beginnende; die Tāra-Gestaltige.

Vers 12

Die in der Tārā-Nacht Entstandene; die in der Tārā-Nacht zur Gabengewährung Bereite; die am Japa in der Tārā-Nacht Haftende; die Verkörperung der Tārā-Nacht.

Vers 13

Die als Tārā-Königin in sich Erfreute; die als Tārā-Königin Gaben Gewährende; die Gestalt der Tārā-Königin; die durch die Tārā-Königin volle Vollendung Verleihende.

Vers 14

Die im Herzlotus Tārās Wohnende; die höchste im Herzlotus Tārās [aparā/parā, Wortgrenze offen]; die Grundlage des Herzlotus Tārās; der Herzlotus Tārās.

Vers 15

Die Herrin Tārā; die wie ein Stern Strahlende; die Gestalt der Sternenschar; die von Sternenscharen Erfüllte; die von Sternenscharen Bediente.

Vers 16

Tārā; die mit Sternen Verbundene; Tārā; die mit Edelsteinschmuck Versehene; die der Schlacht der Sternenschar Nahe; die durch Tārās Wirken Verehrte.

Vers 17

Die von der Sternenschar Gespeiste; die bei der Sternenschar Zuflucht Habende; die bei der Sternenschar ihre Wohnung hat; die ganz dem Zählen der Sterne Hingegebene.

Vers 18

Die von der Fülle der Eigenschaften Tārās Erfüllte; die die Fülle der Eigenschaften Tārās Gewährende; die an der Fülle der Eigenschaften Tārās Haftende; die Wohnstätte der Fülle der Eigenschaften Tārās.

Vers 19

Die Herrin des Tāra; die durch Tāra zu Verehrende; die als Tārā zu Rezitierende; das Hinüberführen; die Vornehmste des Tāra; die Tāra Genannte; die im Hinüberführen Geschickte; die Hinüberführende.

Vers 20

Die durch Tāra Erreichbare; die in Tāra Weilende; der Wellenstrom des Tārā-Nektars; die durch Tāra Segensreiche; die Tāra-Silbe; die Opfergabe des Tāra; die Hinüberführende.

Vers 21

Der Stern; die im Innern des Sternes Weilende; die mit Sternenmengen Geschmückte; die durch eine Sternenhalskette Schöne; deren Hof von Sternen umgeben ist.

Vers 22

Die mit sternhaften Fußringen Geschmückte [haṃsaka kann Fußring bedeuten]; deren Schmuck aus Sternen besteht; deren Glieder durch Sternen-Oberarmreifen schön sind; die Sternenarmreifen trägt.

Vers 23

Die mit einem sternengeschmückten Gürtel; deren Speise mit Sternen verbunden ist; die sternenbunte Gewänder trägt; deren Sitzkreis aus Sternen besteht.

Vers 24

Die mit sternenbesetzter Krone; deren Ohrringe von Sternen getragen sind; deren Wangen durch zwei sternenbesetzte Ohrgehänge leuchten.

Vers 25

Deren Lotusfüße von Sternen getragen sind; die Sternengaben Gewährende; die ihr Herz den Sternen Hingebende; die sternengeschmückte Pfeile besitzt.

Vers 26

Die im Tārakā-Nyāsa Geschickte; die Verkörperung des Tārakā-Nyāsa; die durch Tārakā-Nyāsa Erfreute; die Vollendung des Tārakā-Nyāsa Verleihende.

Vers 27

Die Stätte des Tārakā-Nyāsa; die durch Tārakā-Nyāsa Verehrte; die durch Tārakā-Nyāsa Beglückte; die Vollendung des Tārakā-Nyāsa Verleihende.

Vers 28

Die im Tārakā-Nyāsa Versunkene; die im Tārakā-Nyāsa Wohnende; die durch Tārakā-Nyāsa vollständige Mantra-Vollendung Bewirkende.

Vers 29

Die Lebenskraft des Tāraka-Verehrers; die dem Tāraka-Verehrer Liebe; die durch den Tāraka-Verehrer Erreichbare [āsādhyā vorläufig]; die dem Tāraka-Verehrer Erwünschtes Verleihende.

Vers 30

Die dem Tāraka-Verehrer Zugewandte; die nach dem Tāraka-Verehrer Verlangende; die vom Tāraka-Verehrer zu Verehrende; die Zuflucht des Tāraka-Verehrers.

Vers 31

Die durch den Asura Tāraka Erfreute; die vom Asura Tāraka Verehrte; die den Asura Tāraka Hervorbringende; die von Tāraka Gepriesene.

Vers 32

Die vom Asura Tāraka zu Ehrende; die dem Asura Tāraka Ehre Verleihende; die mit dem Asura Tāraka zur Vollendung Gelangte; die Gottheit des Asura Tāraka.

Vers 33

Die im Leib des Asura Tāraka Weilende; die dem Asura Tāraka den Himmel Gewährende; die mit dem Asura Tāraka Verbundene; die dem Asura Tāraka Stolz Verleihende.

Vers 34

Die Vernichterin des Asura Tāraka; die Niederwerferin des Asura Tāraka; die im Kampf mit dem Asura Tāraka Tanzende; die Tāraka Fortnehmende.

Vers 35

Die den Kampf gegen den Asura Tāraka Führende; die den Feind Tārakas Tragende; die im Kampf gegen den Asura Tāraka von Scharen kopfloser Rümpfe Gepriesene.

Vers 36

Die Mutter des Feindes Tārakas und Mutter des Feindbekämpfers [verbundene Quellform, Gliederung unsicher]; die Wirkende; die Gebieterin über die bezaubernden Gewänder und Schmuckstücke des Feindes Tārakas.

Vers 37

Die Hervorbringerin des Feindes Tārakas; die vom Feind Tārakas Bediente; die durch die Worte des Feindes Tārakas Erfreute; die vom Feind Tārakas gut Unterwiesene.

Vers 38

Die durch den Feind Tārakas Wohlbefriedigte; die vom Feind Tārakas Geschmückte; die auf dem Schoß des Feindes Tārakas Weilende; die dem Feind Tārakas Freude Gewährende.

Vers 39

Deren sämtliche Glieder von Dunkelheit erfüllt sind; deren Leib mit Dunkelheit bestrichen ist; die den von Dunkelheit erfüllten Ort berührt; die einer Schicht von Dunkelheit Gleiche.

Vers 40

Die Dunkelheit Vernichtende; die Dunkelheit Schaffende; die Dunkelheit Umherführenlassende; deren Leib Dunkelheit ist; die Dunkelheit Verleihende; das Gefäß der Dunkelheit; die Dunkelheit Fortnehmende.

Vers 41

Die Fülle, die von Dunkelmassen erfüllt ist; die Dunkelmassen Vernichtende; die Dunkelmassen Zerstörende; die den Dunkelmassen Furcht Einflößende.

Vers 42

Deren Gesicht durch den Tamas-Guṇa erfreut ist; die durch den Tamas-Guṇa gute Vollendung Verleihende; die auf dem vom Tamas-Guṇa bezeichneten Weg Stehende; die durch den Tamas-Guṇa Erstrahlende.

Vers 43

Die ganz dem Lob des Tamas-Guṇa Zugewandte; die den Tamas-Guṇa Mehrende; die ganz auf den Tamas-Guṇa Gestützte; die den Tamas-Guṇa Vernichtende.

Vers 44

Die den Tamas-Guṇa unvergänglich Macht; deren Leib der Tamas-Guṇa ist; die über die Zerstörung des Tamas-Guṇa Erfreute; die jenseits der Dunkelheit Gegründete.

Vers 45

Die durch das Dasein des aus Dunkelheit Entstandenen Erfreute; die das Dasein des aus Dunkelheit Entstandenen Liebende; die ohne Vertrauen in das Dasein des aus Dunkelheit Entstandenen [aśraddhā, vorläufig]; die Zuflucht des Daseins des aus Dunkelheit Entstandenen.

Vers 46

Die Lebenskraft des Daseins des aus Dunkelheit Entstandenen; die vom aus Dunkelheit entstandenen Bhava Verehrte; die an den durch dessen Liebe umfassten Krugstellen Weilende [kumbhasthala, Bild und Gliederung unsicher].

Vers 47

Die durch Asketenscharen Erfreute; die Asketenscharen Nahrung und Gedeihen Verleihende; die von Asketenscharen zu Preisende; die von Asketenscharen Gepriesene.

Vers 48

Die mit Asketenscharen Versehene; die Asketenscharen Freude Schenkende; die von Asketenscharen zu Verehrende; die von Asketenscharen Geschmückte.

Vers 49

Die auf dem Lager im Geist des Asketen Ruhende; die mitten im Geist des Asketen Weilende; die der inneren Hinwendung des Asketen Würdige [cittacittārhā, Lesung auffällig]; die den Geist des Asketen Raubende.

Vers 50

Die wie die Wunschranke des Asketen Strahlende; der Wunschbaum des Asketen; die Wunschkuh des Asketen; die dem Asketen Wunscherfüllung Verleihende.

Vers 51

Die der Rettung des Asketen Hingegebene; die im Haus des Asketen Weilende; die königliche Herrlichkeit im Haus des Asketen; die dem Asketen Herrschaft Verleihende.

Vers 52

Die im Geist des Asketen zu Verehrende; die dem Asketen Ehre Verleihende; die die Qual des Asketen Vernichtende; die die Qual des Asketen Besänftigende.

Vers 53

Die Vidyā der Vollendung des Asketen; die die Mantra-Vollendung des Asketen Bewirkende; die Herrin von Mantra und Tantra des Asketen; die Gestalt des Mantras des Asketen.

Vers 54

Die in den Mantras des Asketen Kundige; die die Handlungen des Asketen Vollziehende; die aus den Handlungen des Asketen Entstandene; die Zeugin der Handlungen des Asketen.

Vers 55

Die durch Tapas zu Verehrende; die durch Tapas Segensreiche; die durch Tapas zu Vergegenwärtigende; die Asketin; die durch Tapas Gefügige; die durch Tapas Erreichbare; die im Haus des Tapas Wohnende.

Vers 56

Die durch Tapas Gesegnete; die durch Tapas zu Ehrende; die Tochter des Tapas; die von Tapas Umgebene; die Wahrheit des Tapas; die durch Tapas Verborgene; die durch Tapas zu Rezitierende; die Tanzende des Tapas [taponṛtā, vorläufig].

Vers 57

Die durch Tapas zu Vollendende; die durch Tapas zu Verehrende; die durch Tapas zu Preisende; die aus Tapas Bestehende; die Dämmerung des Tapas; die durch Tapas Unfruchtbare [tapovandhyā, abweichend von vandyā]; die die Nähe des Tapas Bewirkende.

Vers 58

Die durch Tapas zu Meditierende; die durch Tapas zu Besingende; die durch Tapas Erhitzte; deren Kraft Tapas ist; die durch Tapas Dahinschmelzende [tapoleyā, Deutung vorläufig]; die durch Tapas zu Gebende; die die Frucht der Wahrheit des Tapas Gewährende.

Vers 59

Die die stärksten Hindernisse des Tapas Vernichtende; die Hindernisse des Tapas Vernichtende; die die Menge der Tapas-Hindernisse Zerstörende; die den Hindernissen des Tapas Furcht Einflößende.

Vers 60

Die vortreffliche Lebenskraft der Tapas-Stätte; die vom Herrn der Tapas-Stätte Gepriesene; die vom Herrn der Tapas-Stätte zu Meditierende; die dem Herrn der Tapas-Stätte Erwünschtes Gewährende.

Vers 61

Die in der Gazelle des Asketenwaldes Weilende; die den Asketenwald Vernichtende; die am Gang durch den Asketenwald Erfreute; die im Asketenwald Spielende.

Vers 62

Die an den Früchten des Asketenwaldes Haftende; die die Früchte des Asketenwaldes Gewährende; die im Asketenwald gut zu Vollendende; die im Asketenwald gute Vollendung Verleihende.

Vers 63

Die im Asketenwald wohl zu Verehrende; die im Asketenwald Wohnende; die von den an Askese Reichen gut zu Verehrende; die von den an Askese Reichen gut Verwirklichte.

Vers 64

Die mit den an Askese Reichen völlig Vereinte; die aus dem Geist der an Askese Reichen Bestehende; die Verneigung der an Askese Reichen; die den an Askese Reichen Befreiung Verleihende.

Vers 65

Die durch den Reichtum der an Askese Reichen Erreichbare; deren Wesen der Reichtum der an Askese Reichen ist; die durch den Reichtum der an Askese Reichen zu Verehrende; die den an Askese Reichen Frucht Gewährende.

Vers 66

Die mit dem Reichtum der an Askese Reichen Reichversehene; die Herrin des Reichtums der an Askese Reichen; die am Reichtum der an Askese Reichen Erfreute; die Wohnstätte des Reichtums der an Askese Reichen.

Vers 67

Die von Menschen, deren Reichtum Askese ist, Erfüllte; die Zuflucht der Menschen, deren Reichtum Askese ist; die von Menschen, deren Reichtum Askese ist, zu Verehrende; die Mutter der Menschen, deren Reichtum Askese ist.

Vers 68

Die Lebenskraft der Menschen, deren Reichtum Askese ist; die diesen Menschen Erwünschtes Gewährende; die von diesen Menschen Erreichbare; die Herrin der Menschen, deren Reichtum Askese ist.

Vers 69

Die nach dem Trinken frischen Blutes Verlangende; die mit frischem Blut Gesättigte; die im Meer frischen Blutes Weilende; die Freude an frischem Blut Gewährende.

Vers 70

Die durch frisches Blut Wohlbefriedigte; die mit frischem Blut Bestrichene; die Lebenskraft des Flusses frischen Blutes; die mit frischem Blut Geschmückte.

Vers 71

Die durch die Bali-Gabe einer jungen Antilope Erfreute; die die Bali-Gabe einer jungen Antilope Liebende; deren Leben die Bali-Gabe einer jungen Antilope ist; die durch eine solche Gabe Erwünschtes Verleihende.

Vers 72

Die durch die Bali-Gabe einer jungen Ziege Erfreute; die die Bali-Gabe einer jungen Ziege Liebende; die eine solche Bali-Gabe Riechende; die eine solche Bali-Gabe Genießende.

Vers 73

Die der jungen Sonne Gleiche; die Verkörperung der jungen Sonne; die wie die junge Sonne Schöne; die wie die junge Sonne Reine.

Vers 74

Die Wohnstätte der jungen Sonne; die Scheibe der jungen Sonne; die wie die junge Sonne Liebliche; deren Ohrringe junge Sonnen sind.

Vers 75

Die im Licht der jungen Sonne Gleiche; die im Glanz der jungen Sonne Gleiche; die das Ebenbild der jungen Sonne ist; die von der jungen Sonne Genährte.

Vers 76

Die Junge; die mit jungen Augen [taruṇānetrā]; die Junge; die mit jugendlichem Blick; die Junge; die mit jungen Augen [taruṇanetrā]; die Junge; die jugendlichen Schmuck trägt.

Vers 77

Die von der jungen Frau ein Zeichen erhalten hat; die von der jungen Frau Schmuck erhalten hat; die durch die Schar junger Frauen Erfreute; die junge Frau und das Juwel der jungen Frauen [verbundene Quellform].

Vers 78

Die von dem Juwel unter den jungen Frauen zu Verehrende; die von dem Juwel unter den jungen Frauen Gepriesene; die dadurch Erfreute; die dadurch Verehrte.

Vers 79

Die mit der Schar junger Frauen im Gespräch Stehende; die von der Schar junger Frauen Gepriesene; die von dieser Schar zu Preisende; die dieser Schar Ehre Verleihende.

Vers 80

Die inmitten der Schar junger Frauen Weilende; die von dieser Schar Umgebene; die durch diese Schar Erfreute; die durch diese Schar Geschmückte.

Vers 81

Die durch den Japa der jungen Frau Vollendete; die durch den Japa der jungen Frau Befreiung Gewährende; die dem Verehrer der jungen Frau Zugewandte; die nach deren Verehrer Verlangende.

Vers 82

Die dem Verehrer der jungen Frau Glück Verleihende; die dessen Leid Fortnehmende; die dessen Lebenskraft ist; die dem Schmähenden der jungen Frau Leid Verleihende.

Vers 83

Die Wohnstätte von Millionen junger Frauen; deren Leib Millionen junger Frauen sind; die inmitten dieser Millionen Weilende; die von diesen Millionen Umgebene.

Vers 84

Die durch Millionen junger Frauen schwer zu Verwirklichende; deren Leib Millionen junger Frauen sind; die durch Millionen junger Frauen Schöne; die junge Frau und Herrin der jungen Frauen [verbundene Quellform].

Vers 85

Die reich an Juwelenketten der jungen Frau ist; die Juwelenohrringe der jungen Frau trägt; die durch das Juwel der jungen Frau Erfreute; die mit deren Juwel Geschmückte.

Vers 86

Die am Weg der jungen Frau Erfreute; die diesem Weg Hingegebene; die auf diesem Weg Weilende; die diesem Weg Hingegebene.

Vers 87

Die dem Sonnenkreis Glanz Verleihende; die Herrin des Sonnenkreises; das Vertrauen in den Sonnenkreis; die im Sonnenkreis Weilende.

Vers 88

Die reich mit Arghya für den Sonnenkreis Versehene; die im Sonnenkreis Verehrte; die im Sonnenkreis zu Meditierende; die Sonne und der Ozean des Daseins [taraṇībhavasāgarā, Gliederung unsicher].

Vers 89

Die an der Ursache der Sonne Haftende; die vom Taraṇī-Takṣaka Verehrte [Verbindung unklar]; die diesem Glanz Verleihende; die nach diesem Verlangende.

Vers 90

Die von der Art ist, durch das Boot hinüberzuführen; die mit dem Boot Hinüberführende; die durch das Übersetzen im Boot zu Erkennende; die das Übersetzen im Boot Bewirkende.

Vers 91

Die Baumgestaltige; die beim Baum Weilende; der Baum; die aus Bäumen und Ranken Bestehende; die Baumgestaltige; die im Baum Weilende; die im Innern des Baumes Wohnende.

Vers 92

Die im Haus aus glühendem Gold Weilende; deren Boden glühendes Gold ist; deren Umfassungsmauer glühendes Gold ist; deren Sandalen aus glühendem Gold sind.

Vers 93

Deren Glieder wie glühendes Gold leuchten; die glühendem Gold Gleiche; deren helle Glieder glühendem Gold gleichen; die auf einem Lager aus glühendem Gold Ruht.

Vers 94

Die reich in Gewänder aus glühendem Gold Gekleidete; die Gestalt glühenden Goldes; die inmitten glühenden Goldes Weilende; die glühendes Gold Schaffende.

Vers 95

Die mit glühendem Gold im Monat zu Verehrende [māsārcyā, Verbindung unsicher]; die aus einem Gefäß aus glühendem Gold Speisende; die auf einem Berg aus glühendem Gold Weilende; die Ohrringe aus glühendem Gold trägt.

Vers 96

Die reich an Kṣattra aus glühendem Gold ist [kṣattra, Lesung und Bezug unklar]; die einen Stab aus glühendem Gold trägt; die reich mit glühendem Gold Geschmückte; die eine Gabe glühenden Goldes Gewährende.

Vers 97

Die Herrin des Landes aus glühendem Gold; die einen Bogen aus glühendem Gold trägt; die mit einem Köcher aus glühendem Gold Versehene; die Pfeile aus glühendem Gold trägt.

Vers 98

Die Schöpferin Talātalas; die Talātala Hervorbringende; die Herrin der Gestalt Talātalas; die in Talātala Spielende.

Vers 99

Die durch die Bewohner Talātalas Erreichbare; die Herrin der Bewohner Talātalas; die von den Bewohnern Talātalas zu Verehrende; die den Bewohnern Talātalas Gewünschtes Gewährende.

Vers 100

Die den Glanz des Sieges Talātalas Verzehrende [jayābhākṣī, Lesung unsicher]; die aus Talātala stammende Bewegliche; die reich an in Talātala entstandenen Edelsteinen ist; die in Talātala entstandene Gottheit.

Vers 101

Die die Flussstätte Genießende; der Fluss; die am Ufer Wohnende; der Fluss; die am Flussufer Wandelnde; die Flüsse Liebende.

Vers 102

Die am Schwimmen im Fluss Erfreute; die zum Schwimmen im Fluss Bereite; die wegen des Schwimmens im Fluss zu Preisende; die durch Schwimmen im Fluss Gewünschtes Gewährende.

Vers 103

Die an Taṭalā Weilende [Lesung unklar]; die Stätte des Ufers; die Herrin des Ufers; die am Ufer Wohnende; die am Ufer zu Verehrende; die am Ufer anzubetende; die nach Haar und Gesicht des Ufers Verlangende [taṭaromamukhārthinī, Verbindung unklar].

Vers 104

Die am Ufer Geborene; die Ufergestaltige; die am Ufer Stehende; die am Ufer Bewegliche; die mit dem ufernahen Haus Verbundene; die am Ufer Liegende.

Vers 105

Die Wellenreiche; die wie eine Welle Glänzende; die mit wellenweit ausgedehnten Augen; die wie eine Welle Unbezwingbare; die wie eine Welle Bewegliche.

Vers 106

Deren Glieder lang wie Wellen sind; die wie eine Welle Angewachsene; deren Wachstum einer Welle gleicht; die wie eine Welle Reine.

Vers 107

Die mitten im Teich Wohnende; die inmitten des Teiches Entstandene; die wegen des Anlegens eines Teiches zu Preisende [Quelle gaḍāga, als taḍāga verstanden]; die zum Anlegen eines Teiches Bereite.

Vers 108

Die am Wasserlilienduft des Teiches Erfreute [kusuda, vermutlich kumuda]; die Herrin des Teiches; die Teichreiche; die im Teichwasser Gebadete; die durch Teichwasser Reine.

Vers 109

Die im Lotus des Teiches ihr Haus hat; die im Lotus des Teiches wohnt; die im Innern des Teichlotus steht; die im Teichlotus sich erhebt.

Vers 110

Die den Teichlotus zum Leib hat; die ein Teichlotusgesicht besitzt; deren Lebenskraft der Teichlotus ist; deren Augen Teichlotusse sind.

Vers 111

Die im roten Lotus des Teiches steht; die zum weißen Lotus des Teiches geht; die wie der blaue Teichlotus leuchtet; die einen blauen Teichlotus trägt.

Vers 112

Der Leib; die in den Leib Eingegangene; die Schlanke; die Zartgliedrige; die einen Leib trägt; die Körpergestaltige; die in den Leib Gegangene; die den Leib trägt.

die als Leib Erscheinende.

Vers 113

Die im Leib Stehende; die mit schlanker Körpermitte; die den Leib Erschaffende; das Heil des Leibes; die durch den Leib zu Verehrende; die Tochter; Tanujātanusambhavā [„aus dem Leib der Tochter entstanden“, Gliederung unsicher].

Vers 114

Die einen Leib trägt; die aus dem Leib Entstandene; die den Leib verleiht; die den Leib hervorbringt; die einen Leib trägt; die den Leib vernichtet; die den Leib in Bewegung setzt.

Vers 115

Deren Rede wahr ist; deren Worte wahr sind; die Wahrheit bewirkt; die wahr spricht; die Wahrheit trägt; deren Wandel wahrhaftig ist; die dem Gesetz der Wahrheit folgt.

Vers 116

Die Wahrheit genießt; deren Gang wahrhaftig ist; die den Segen wahrer Hingabe verleiht; die Herrin des wahrhaft Niedrigen [tathyanīceśvarī, unsicher]; die durch wahrhaftigen Geist und Wandel rasch Vollendung verleiht.

Vers 117

Die ihrem Wesen nach denkbar und undenkbar ist; die logisches Denken gibt [tarkadāyā, Form auffällig]; die logisches Denken hervorbringt; die mitten im Unterricht der Logik steht; die Logik lehrt.

Vers 118

Die durch das Lehren der Logik Zufriedene; die Verkörperung des Logikunterrichts; die das Lehren der Logik übt; die durch den Sinn logischen Denkens Erklärte.

Vers 119

Die durch das Lehren der Logik Gesättigte; die den Sinn logischen Denkens darlegt; deren Stätte im logischen Disput liegt; die den logischen Disput fördert.

Vers 120

Die im logischen Disput besonders Geschickte; die den logischen Disput verbreitet; deren Leib dunkel wie ein Tamāla-Blatt ist; die eine Girlande aus Tamāla-Blättern trägt.

Vers 121

Die ihren Treffpunkt im Tamāla-Wald hat; die mit Tamāla-Blüten Verehrte; Tagarī; die mit Tagara zu Verehrende; deren Sandalen mit Tagara verehrt werden.

Vers 122

Die durch Tagara-Girlanden höchst Zufriedene; die mit Tagara-Girlanden Erstrahlende; die durch Tagara-Feuergaben Zufriedene; die durch Tagara-Feuergaben Ruhm verleiht.

Vers 123

Die durch Tagara-Feuergaben Vollendete; die durch Tagara-Feuergaben Ehre verleiht; der Blitz; die wie eine Blitzranke Geformte; deren Augen unruhig wie Blitze sind.

Vers 124

Die Blitzranke; die einen Blitzleib besitzt; die blitzend Leuchtende; der Glanz des Blitzes; die Gestalt von „Das“; die Herrin des Wesens von „Das“; die ganz daraus Bestehende; die Gestalt der Wirklichkeit.

Vers 125

Die der Gabe jener Stätte Hingegebene; die die Frucht jener Handlung verleiht; die Wirklichkeit hervorbringt; die Wirklichkeit verleiht; die Wirklichkeit; die Wirklichkeit kennt; die durch Wirklichkeit Gesättigte.

Vers 126

Die als Wirklichkeit zu Verehrende; die Verehrung der Wirklichkeit; die Arghya-Gabe der Wirklichkeit; die Wirklichkeit Verkörpernde; die Herrin des Verleihens von Wirklichkeitserkenntnis; die durch Wirklichkeitserkenntnis gute Befreiung verleiht.

Vers 127

Die Schnelle; die an Schnelligkeit Erfreute; die Not rasch Vernichtende; die durch Tvaritās Āsava-Trank Zufriedene; die durch Tvaritās Āsava-Trank Gesättigte.

Vers 128

Die ein Hautgewand trägt; die in Haut Gekleidete; die Bewegliche; die mit beweglichen Augen; die ein Hyänenfell trägt; die mit Hyänenhaut Geschmückte.

Vers 129

Die Hyäne; die Lebenskraft der Hyäne; die auf dem Rücken einer Hyäne geht; die auf dem Rücken einer Hyäne steht; die auf dem Rücken einer Hyäne wohnt.

Vers 130

Tarpitodaiḥ [überlieferte Form, Zuordnung unklar]; die nach Trankspende Verlangende; deren Geist der Trankspende hingegeben ist; deren Herz sich an der Trankspende erfreut; die Herrin der Trankspende; die Ausdehnung.

Vers 131

Die aus dem dreifachen Veda Bestehende; die durch den dreifachen Veda zu Verehrende; die durch den dreifachen Veda zu verehren ist; die Erzählung des dreifachen Veda; die durch den dreifachen Veda Erhabene; die durch den dreifachen Veda zu Betrachtende; die durch den dreifachen Veda zu Betrachtende [Wiederholung der Quelle]; die mit dem dreifachen Veda Verbundene.

Vers 132

Die Dreisilbige; die Herrin der drei Silben; die als Dreisilbige rasch Vollendung verleiht; die Herrin der drei Silben; die in der Dreisilbigen steht; Tryakṣarīpuruṣāpadā [Wortverbindung unklar].

Vers 133

Die Erhitzende; die dem Sonnenleuchten Liebe; die Askese; die Tochter der Sonne; die wie Sonnenstrahlen Unerträgliche; die den Glanz von zehn Millionen Sonnen hervorbringt.

Vers 134

Die Goldene; Talpatalpagatā [„zum Lager, zum Lager gegangen“, Gliederung unsicher]; die ein Lager bereitet; die ein Lager herstellt; die zum Lager geht; die ein Lager verleiht; die auf der Fläche des Lagers Zuflucht findet.

Vers 135

Tapanīyatalārātrī [Verbindung aus „golden“, „Fläche“ und „Nacht“ unklar]; die goldene Strahlen Ersehnende; die Gold verleiht; die Erhitzte; die auf dem goldenen Berg steht.

Vers 136

Die Herrin des Lagers; die ein Lager gibt; die auf dem Lager steht; die Geliebte des Lagers; die das Lager liebt; die am Lager Erfreute; die das Lager errichtet.

Vers 137

Die rascher Verehrung Hingegebene; die rasch Gaben verleiht; die rasch Vollendung gewährt; die rasch Befreiung verleiht.

Vers 138

Die Asketin; die von Asketen zu Verehrende; die die Not der Asketen vernichtet; die um den Asketen Bekümmerte; die Herrlichkeit der Asketen; die zu den Asketen freundlich spricht.

Vers 139

Deren Herz die Freude der Asketen ist; die den Asketen Freude verleiht; bei deren Lotusfüßen die Asketen Zuflucht suchen; deren Geist der Glut hingegeben ist [tāpasaktamānasā, Lesung unsicher].

Vers 140

Die Dunkle; die als Dunkle Verehrte; die nach der Liebe der Dunklen Verlangende; die Dunkle [Wiederholung]; Tāmasīsītā [Wortverbindung unklar]; die als Dunkle rasch Vollendung verleiht.

Vers 141

Die Herrin der Palmyrapalme; die Palmyrafrüchte genießt; die Palmyrafrüchte verleiht; deren Brüste Palmyrafrüchten gleichen; die im Palmyrabaum steht; die aus dem Palmyrabaum Geborene; die Palmyragestaltige.

Vers 142

Tārkkṣā [wohl auf Tārkṣya/Garuḍa bezogen]; die auf Tārkkṣa Reitende; die Herrin des Tārkkṣa; die von Tārkkṣa Verehrte; die Gebieterin des Tārkkṣa; die Mutter des Tārkkṣa; die als Herrin des Tārkkṣa Gaben verleiht.

Vers 143

Die Erhitzende; die Glühende; die die Qual vernichtet; die die Qual zerstört; die Qual verleiht; die Qual hervorbringt; die die Qual zunichtemacht.

Vers 144

Die Schrecken hervorbringt; die Schrecken verleiht; die Schrecken fortnimmt; die Schrecken beseitigt; die Erschreckte; die von Schrecken Freie; die Schrecken entwurzelt.

Vers 145

Die Rettung bewirkt; die stets zu retten pflegt; die Herrin der Tonfolgen; die Tonfolgen verleiht; die am Singen von Tonfolgen Erfreute; die Tonfolgen hervorbringt; die Tonfolgen singt.

Vers 146

Die vom Nektar der Jugend Erfüllte; der Ozean des Jugendnektars; die durch den Nektar der Jugend Zufriedene; die mit dem Nektar der Jugend Gesättigte.

Vers 147

Deren Leib vom Nektar der Jugend erfüllt ist; die Verkörperung des Jugendnektars; die mit den Eigenschaften der Jugend Ausgestattete; die in jugendlicher Rede Erfahrene.

Vers 148

Die Betel Tragende; die Herrin des Betels; die zum Betelkauen Bereite; deren Mund mit Betel gefüllt ist; deren Lippen durch Betel gerötet sind.

Vers 149

Die durch Edelstein-Ohrringe Berühmte; die mit Edelstein-Ohrringen Geschmückte; die inmitten der Edelsteine der Ohrringe steht; die mit einem Paar Ohrringe Geschmückte.

Vers 150

Die Herrin der Mondtage; die an den Mondtagen Verehrte; die in den Mondtagen steht; die Verkörperung der Mondtage; die von der Bewohnerin dreier Mondtage zu Verehrende [tritithivāsinīsevyā, unsicher]; die als Herrin der Mondtage Gaben verleiht.

Vers 151

Die von Tilottamā und den anderen zu Verehrende; die den Glanz Tilottamās und der anderen besitzt; Tilottamā; Tilaprakṣā [Lesung unklar]; die mit Sesam zu Verehrende; die mit Sesam Verehrte.

Vers 152

Die Sesam genießt; die Sesam verleiht; die durch Sesam Zufriedene; die Wohnstätte des Sesams; die eine Fläche verleiht [taladā, so die Quelle]; die dem Sesam Gleiche; die Sesamöl hervorbringt.

Vers 153

Deren Leib mit Sesamöl gesalbt ist; die nach Sesamöl duftet; die durch das Feueropfer mit Sesam und Ghee Zufriedene; die durch das Feueropfer mit Sesam und Ghee Vollendung verleiht.

Vers 154

Die durch eine Handvoll Sesamblüten Erfreute; die eine Handvoll Sesamblüten liebt; die Vorzüglichste unter den Handvollgaben von Sesamblüten; Tilapuṣpābhanāśinī [Verbindung von „Sesamblüte“, „Glanz“ und „vernichtend“ unklar].

Vers 155

Die Sindūra als Stirnzeichen trägt; die mit Sandel als Stirnzeichen Gezeichnete; die Moschus für das Stirnzeichen angenommen hat; die durch den Duft des Stirnzeichens bezaubert.

Vers 156

Die drei Guṇas; Riguṇākārā [wohl beschädigt, keine sichere Übersetzung]; deren Leib mit den drei Guṇas verbunden ist; die als Gestalt der drei Guṇas Berühmte; die dreifache Gestalt; deren Wesen die drei Guṇas sind.

Vers 157

Die Dreiköpfige; die Herrin der drei Städte; Tripurā; die Gebieterin der drei Städte; die Herrin der drei Städte; die in den drei Welten steht; die Dreistädtige; die Mutter der drei Städte.

Vers 158

Die von Tripurāri, dem Feind der drei Städte, Verehrte; die Tripurāri Gaben verleiht; der Hauptschmuck Tripurāris; die Tripurāri Gaben verleiht [Wiederholung].

Vers 159

Die Tripurāri das Erwünschte schenkt; die erwählte Gottheit Tripurāris; die zu einer Körperhälfte Tripurāris Gewordene; die mit Tripurāri Spielende.

Vers 160

Die die Dämonen der drei Städte vernichtet; die die Dämonen der drei Städte zermalmt; die von den Dämonen der drei Städte zu Verehrende; Tripurāsuravaryayā [Kasusform und Zusammenhang unklar].

Vers 161

Die mit drei Gipfeln; die am Trikuṭa Verehrte; deren Leib am Trikūṭa verehrt wird; die inmitten des Trikūṭa-Berges steht [madhyathā, beschädigte Form]; die auf dem Trikūṭa-Berg wohnt.

Vers 162

Die auf dem Trikūṭa-Berg Geborene; die aus dem Trikūṭa-Berg Hervorgegangene; die mit drei Haarflechten; die Herrin der Dreiflechtigen; die der Dreiflechtigen Gaben verleiht.

Vers 163

Die Herrin des Dreiäugigen; die Dreiäugige; die dreiäugige Schönfarbige; die drei Bauchfalten; die mit drei Bauchfalten Versehene; die einen vortrefflichen Dreizack trägt.

Vers 164

Die Herrin des Dreizacks; die Herrin des Dreizackträgers; die Dreizackträgerin; die mit dem Dreizack; die drei Mantras; die durch drei Mantras zu Verehrende; die Herrin der Verehrer der drei Mantras.

Vers 165

Die durch die Wiederholung der drei Mantras Zufriedene; die als drei Mantras rasch Vollendung verleiht; die durch die Verehrung mit den drei Mantras Erfreute; die durch Meditation über die drei Mantras Befreiung verleiht.

Vers 166

Die Dreifache; die dreifache Hingabe; die drei Lehren; die Herrin der drei Lehren; die in den drei Seinsweisen steht; die Herrin der drei Seinsweisen; die von den drei Seinsweisen Erfüllte.

Vers 167

Deren Wesen die drei Tattvas sind; die Herrin der drei Tattvas; die die drei Tattvas kennt; die die drei Tattvas trägt; die durch das Ācamana der drei Tattvas Erfreute; die beim Ācamana der drei Tattvas das Erwünschte verleiht.

Vers 168

Die im Dreieck steht; die Herrin des Dreiecks; die im Dreieckskreis wohnt; die in der Mitte des Dreieckskreises steht; die Gestalt des Bindu im Dreieck.

Vers 169

Die im Dreiecks-Yantra steht; die das Dreiecks-Yantra verkörpert; die im Dreiecks-Yantra Verehrte; die durch das Dreiecks-Yantra Vollendung verleiht.

Vers 170

Die mit drei Lauten reich Ausgestattete; die Herrin der drei Laute; die die Verehrung der drei Laute verkörpert [trivarṇopāsi, Form unsicher]; die in den drei Lauten steht; die mit drei Lauten reich Ausgestattete [Wiederholung]; die durch drei Laute Gaben verleiht.

Vers 171

Die mit den drei Lauten Beginnende; die mit drei Lauten zu Verehrende; die die Frucht der drei Lebensziele verleiht; die mit den drei Lebenszielen reich Ausgestattete; die Herrin der drei Lebensziele; die die Früchte der drei Lebensziele und der übrigen Ziele verleiht.

Vers 172

Die zu den drei Tagesübergängen zu Verehrende; die Herrin der drei Tagesübergänge; die durch Verehrung zu den drei Tagesübergängen das Erwünschte verleiht; die durch Verehrung zu den drei Tagesübergängen Zufriedene; die durch Japa zu den drei Tagesübergängen Befreiung verleiht.

Vers 173

Deren Stätte durch die drei Schritte verehrt wird; die Dreischrittige; die Herrin der drei Schritte; die Herrin dessen, was durch die drei Schritte bezeichnet wird; die Dreischrittige; die Darlegende.

Vers 174

Die dreifache Kraft; die Herrin der drei Kräfte; die die erwünschte Frucht der drei Kräfte verleiht; die den drei Kräften Liebe; die den drei Kräften Liebe [nahezu gleichlautende Wiederholung]; die von den drei Kräften Umgebene.

Vers 175

Triveṇī, der Zusammenfluss dreier Ströme; die Frau des Triveṇī; die von Mādhava am Triveṇī Verehrte; die durch das Wasser des Triveṇī Zufriedene; die den Verdienst des Badens am Triveṇī verleiht.

Vers 176

Die im Wasser des Triveṇī Gebadete; die das Wasser des Triveṇī verkörpert; deren Leib durch das Wasser des Triveṇī gereinigt ist; die mit dem Wasser des Triveṇī Verehrte.

Vers 177

Die in den drei Nāḍīs steht; die Herrin der drei Nāḍīs; die mitten durch die drei Nāḍīs geht; Trināḍīsandhyasañchreyā [Verbindung mit dem Zusammentreffen der drei Nāḍīs, Lesung unklar]; die drei Nāḍīs; die Drei-Koṭis-Besitzende [koṭi: Spitze oder zehn Millionen, Kontext offen].

Vers 178

Die Dreiundfünfzig; die drei Linien; die auf dem Weg der drei Kräfte geht; die auf dem dreifachen Weg steht; die Herrin der drei Welten; die dreißig Millionen Kulas Befreiung verleiht.

Vers 179

Die Herrin der drei Rāmas; die von den drei Rāmas zu Verehrende; die den drei Rāmas Gaben verleiht; bei deren Lotusfüßen die Götter Zuflucht nehmen; die sich in der Wohnstatt der Götter bewegt.

Vers 180

Die Götterschar; die von den Göttern Erbetene; die den Göttern rasch Gaben verleiht; die mit der Herrschermacht der Götter Ausgestattete; die vom Herrn der Götter Verehrte.

Vers 181

Die in der Nacht zu Verehrende; die Herrin der Nacht; die in der Nacht grenzenlose Vollendung verleiht; deren Mondlicht heller als das des Mondes ist; deren Gesicht den Mond übertrifft.

Vers 182

Die sanft wie der Herr der Nacht ist; die den Mond als Schmuck trägt; deren Gesicht mit zehn Millionen Edelsteinen der Schönheit des Mondes versehen ist.

Vers 183

Die in den drei Zeiten steht; die die drei Zeiten kennt; die Erkenntnis der drei Zeiten hervorbringt; die Herrin der drei Zeiten; die in den drei Zeiten zu Verehrende; die Erkenntnis der drei Zeiten verleiht.

Vers 184

Die das Ufer genießt; die zum Ufer geht; die zum Ufer Strömende; die am Ufer wohnt; die im Land Tīrabhukti Geborene; die im Land Tīrabhukti Wohnende.

Vers 185

Die Scharfe; die der Sonne Gleiche; die im Schoß der Sonne steht; deren Leib wie zehn Millionen Sonnen leuchtet; deren Gestalt zehn Millionen Sonnen gleicht.

Vers 186

Die Scharfe; die noch Schärfere; die den grimmigen Mahiṣāsura zermalmt; deren Hand mit einem scharfen Schneidemesser glänzt; die ein vortreffliches scharfes Schwert trägt.

Vers 187

Die Heftige; deren Gang heftig ist; die Scharen heftiger Dämonen vernichtet; die acht furchtbare Schlangen als Schmuck trägt; die mit furchtbaren Schädeln Geschmückte.

Vers 188

Deren Wesen die heiligen Stätten sind; die aus heiligen Stätten Bestehende; die Herrin der heiligen Stätten; die an heiligen Stätten Verehrte; die Herrin des Königs der heiligen Stätten; die die Frucht heiliger Stätten verleiht; die heilige Stätten als Gabe schenkt.

Vers 189

Die Lärmende; die im Getümmel Weise; die lärmende Dämonen tötet; die sich an strömendem Blut erfreut [tumulakṣataja, wörtlich etwa „heftiges Wundblut“]; die auf dem lärmenden Kampfplatz Tätige.

Vers 190

Die Stute; die auf einem Pferd Reitende; die auf dem Pferderücken geht; die sich am Gang des Pferdes erfreut; die mit der Geschwindigkeit eines Pferdes geht.

Vers 191

Die Vierte; der Vergleich; die Gleiche; deren Verhalten gleichmäßig ist; die Gleichheit bewirkt; die Herrin des Vergleichens; das Zeichen Waage; die zum Zeichen Waage Gehörende.

die das Nicht-Feine kennt [asūkṣmavit, so die Vorlage].

Vers 192

Der Flaschenkürbis; die aus einer Kürbisschale isst; die einen Flaschenkürbis begehrt; Tulasī; die Vorzüglichste unter den Tulasī-Pflanzen; Tulajā; die Herrin von Tulajā.

Vers 193

Die durch das Gelübde des Spreufeuerbrandes Zufriedene; das Spreufeuer; die einen Haufen Spreu bildet; deren Leib kühl wie der Mond ist; die den Mond erfüllt.

Vers 194

Der Schneeberg; die Tochter des Schneebergs; der kühle Strahlenglanz; die Tochter des schneebedeckten Berges; die auf dem schneebedeckten Berg wohnt.

Vers 195

Die Herrin der vierten Gruppe; die die vierte Gruppe verleiht; die den vierten Veda verleiht; deren Wesen das Vorzüglichste des Vierten ist; Tūryatūryeśvarasvarūpiṇī [„die Gestalt des Vierten und des Herrn des Vierten“, Wiederholung und Bezug unsicher].

Vers 196

Die Zufriedenheit verleiht; die Zufriedenheit bewirkt; die Zufriedenheit; die zwei Köcher auf dem Rücken trägt; die durch Tumburas Wissen Zufriedene [tumburājñāna, Wortgrenze unsicher]; die dem Zufriedenen volle Vollendung verleiht.

Vers 197

Die rasch ein Königreich verleiht; die rasch stockend Sprechende; die rasch Dichtkunst verleiht; die rasch Gelehrsamkeit verleiht; die rasch volle Kraft verleiht [tūrṇāpūrṇabalapradā, Wortgrenze unsicher].

Vers 198

Die Dritte; die Herrin des dritten Mondtages; die am dritten Mondtag Verehrte; die Herrin mit dem Mond des dritten Tages auf dem Haupt; die mit dem Mond des dritten Tages Geschmückte.

Vers 199

Die Sättigung; die Sättigung bewirkt; die Gesättigte; der Durst; die den Durst vermehrt; die den Durst erfüllt; die den Durst vernichtet; die Durstige.

das Dürsten.

Vers 200

Die in der Tretā Vollendete; die Tretā; die die Frucht des Tretā-Zeitalters verleiht; die Verehrung der drei Welten; die die drei Welten verleiht; die die Vollendung der drei Welten verleiht.

Vers 201

Die die Herrschaft über die drei Welten verleiht; die höchste Herrin der drei Welten; die Herrin der Verzauberung der drei Welten; die das Königtum über die drei Welten verleiht.

Vers 202

Die Herrin der Taitri-Überlieferungszweige [taitriśākhā, unsicher]; der Traitri-Überlieferungszweig [traitrīśākhā, unsicher]; die Taitra-Unterscheidungswissen verleiht [taitra, unklar]; die im mit Torbögen versehenen Haus steht; deren Geist an Torbögen haftet.

Vers 203

Die Gold nach Tola-Gewicht verleiht; die goldene Armreifen nach Tola-Gewicht trägt; die Gestalt der Speerwaffe; die die Speerwaffe trägt.

Vers 204

Die Herrin der drei Künste Gesang, Instrumentalmusik und Tanz; die mit den drei Künsten Verbundene [tauryantrikī, auffällige Form]; die nach den drei Künsten Verlangende; die Tantra erschafft; die subtil wie Tantra ist; die Tantra und Mantra verkörpert.

Vers 205

Die Tantra erschafft; die durch Tantra Verehrte; die Herrin des Tantra; die im Tantra Anerkannte; die Tantra kennt; die Tantra versteht; die durch Tantra zu Verwirklichende; die Verkörperung des Tantra.

Vers 206

Die im Tantra steht; die aus Tantra Geborene; die das Tantra besitzt; die das Tantra trägt; die Tantra-Mantras verleiht; der Anfang des Tantra; die im Tantra geht; das Tantra.

die durch Tantra zu Verehrende; die dort Vollendung verleiht [tatrasiddhidā, so die Quelle].

Tara: Früchte und Anwendung

207. So habe ich dir die göttlichen, wohlgehüteten tausend Namen Tārās, die mit dem Buchstaben ta beginnen, verkündet. Sie verleihen die Frucht von zehn Millionen Opfern.

208. Geben, Opfer, Askese, Wallfahrt, Gelübde, Fasten und dergleichen: Das Verdienst, das aus jedem einzelnen Namen entsteht, habe ich dem Betrachtenden dargelegt. [sandhyātur ist grammatisch unsicher.]

209. Nur wer im Guru, in der Gottheit und im Mantra unerschütterlich feststeht, kann zur Rezitation dieses Hymnus berechtigt sein.

210. Der Mantrin, dessen Leib durch den sechsfachen Nyāsa gemäß dem Mahācīna-Krama geheiligt ist und der die Einweihung in den Krama empfangen hat, soll dies rezitieren; anders nicht.

211. Der Zweimalgeborene soll Tārā vorschriftsgemäß mit Duftstoffen, Blüten und anderen Gaben sowie den fünf Makāras verehren und dies mit ungeteilter Aufmerksamkeit rezitieren.

212. Am achten und vierzehnten Mondtag, beim Sonnenübergang in ein Tierkreiszeichen, am Sonntag, in der Nacht am Samstag und Dienstag sowie bei Mond- und Sonnenfinsternissen …

213. … besonders in der Tārā-Nacht, Kāla-Nacht und Moha-Nacht entsteht durch die Rezitation Mantra-Vollendung, und Allwissenheit kommt auf.

214. Auf dem Verbrennungsplatz, in einer schönen abgelegenen Gegend, besonders in einem leeren Haus, in einem Götterhaus oder auf einem Berg soll man den Hymnus vollständig rezitieren.

215. Brahmanentötung, Genuss berauschenden Getränks, Diebstahl, unerlaubter Geschlechtsverkehr und dergleichen sowie das Verletzen des Ehebettes des Gurus und andere Verfehlungen werden gewiss getilgt. [Dies ist die Heilszusage des Hymnus.]

216. Wenn der Mantrin inmitten der Latā mit Vertrauen verehrt, zieht er sogar Rambhā, Menā und Urvaśī an. [Latā bedeutet wörtlich „Ranke“ und kann hier eine weibliche Ritualpartnerin bezeichnen; die Stelle erklärt den Ausdruck nicht.]

217. Durch das Preisen des Tārā-Sāmrājya zur Zeit der Schlacht besiegt der Vīra das viergliedrige Heer und erlangt Anteil an der gesamten Herrschaft.

218. Um Mitternacht, am Ende der Verehrung, soll man mit jedem Namen eine einzelne Karavīra-Blüte und dergleichen sowie blaue Wasserlotusse darbringen. [mandaurnīla ist beschädigt; eine weitere Pflanzenbezeichnung bleibt ungesichert.]

219. Es entfaltet sich eine Rede in Prosa und Versen, die Königen Genuss bereitet, sowie Gelehrsamkeit in allen Lehrwerken; der Streitredner erschrickt schon beim Anblick [des Übenden]. [bhūbhojyā ist vorläufig so aufgefasst.]

220. Durch jeden dieser Namen, dem Tāra vorangestellt und die Gattin des Feuers, svāhā, angefügt wird, [entstehen] königlicher Vorrang unter allen Königen und das Eintreten in einen fremden Körper …

221. … Unsichtbarkeit, das Bewegen im Luftraum, das Erscheinen in vielen Körpern, die Guṭikā- und Pādukā-Vollendung sowie Padmāvatī und Madhumatī …

222. … Quecksilberkunst und sämtliche alchemistischen Verfahren: Alle Vollendungen stellen sich ein. Mit Wasser, das mit Kampfer, Aloeholz, Moschus und Sandel vermischt ist …

223. … soll man mit jedem Namen, umschlossen vom Grundmantra, verehren. Yakṣas, Rākṣasas, Gandharvas, Vidyādharas, große Schlangen …

224. … Bhūtas, Pretas, Piśācas und andere Wesen, Scharen von Ḍākinīs und Śākinīs, bösartige Bhairavas und Vetālas, Kūṣmāṇḍas und Kinnarī-Scharen …

225. … fliehen voller Furcht vor der Ausstrahlung des Übenden. Wenn die Mantra-Erkenntnis entstanden ist, soll man jeden Namen erwägen …

226. … jeweils vom Mantra umschlossen. Dadurch entsteht ihm gewiss Befriedung. Lalitā kommt unter seine Macht, und Könige treten in seinen Dienst.

227. Feuer werden auf das Wort des Rezitierenden hin kühl. Schon eine einzige Wiederholung beseitigt die Furcht vor dem König.

228. Schon durch die Wiederholung zur festgesetzten Zeit vermehrt sich der Viehbestand. Durch zehn Wiederholungen gewinnt man Reichtum, durch zwanzig ein Königreich. [velāvartana: „Wiederholung zur Zeit“, keine gesicherte zusätzliche Zahl.]

229. Durch hundert Wiederholungen wird die unstete Glücksgöttin in seinem Haus beständig. Selbst seine beiläufige Rede fließt wie der Strom der Gaṅgā.

130 [so die Vorlage, in der Folge 230]. Der Mantrin besitzt Söhne und Enkel und lebt lange wie ein Gott. Durch zweihundert Wiederholungen wird er von den Menschen wie ein Gott verehrt.

131 [so die Vorlage, in der Folge 231]. Nach fünfhundert Wiederholungen wird er Bhairava gleich. Durch tausend Wiederholungen verleiht ihm sein Mantra die ihm eigene Vollendung.

232. In ihm entfaltet sich jede Vollendung, die alle Ziele verwirklicht: die Vollendungen der magischen Sandalen, des Goldes, der Vetālas, der Unterwelt, des Himmels und dergleichen. [Die zusammengedrängte Aufzählung pādukāñcanavetālāpātālagagana bleibt in ihrer Gliederung unsicher.]

233. Verschiedene Yakṣiṇī-Vollendungen und die Vollendung der Rede entstehen ihm, ebenso das Austrocknen der Meere und das Umkehren des Wasserstroms. [dhārā kann hier „Strom“ heißen; eine Lesung „Erde“ wird nicht stillschweigend eingesetzt.]

234. Er wird fähig, eine neue Schöpfung zu schaffen und alles zu tun. Nach zehntausend Wiederholungen sieht er Tārā mit eigenen Augen.

235. Schon durch hunderttausend Wiederholungen wird er dem Herrn Tārās gleich. Nichts ist ihm schwer erreichbar; auf Erden ist er ein zu Lebzeiten Befreiter.

236. Nach dem Ende des Weltalters erlangt er sodann die Vereinigung mit Tārā. Denn keine Vidyā gleicht Tārā, die Jugendgestalt besitzt.

237. Im Weltenei gibt es keinen Hymnus wie diesen. Selbst mit tausend mal zehn Millionen Mündern und hundert mal zehn Millionen Zungen …

238. … kann ich seine Früchte auch in hundert Weltaltern nicht aussprechen. Vor einem Cumbaka, einem Verleumder, einem Bösartigen, einem Zuträger und einem Schädiger lebender Wesen … [cumbaka: wörtlich „Küssender“ beziehungsweise „Anziehender“, hier eine nicht sicher bestimmte Personenbezeichnung.]

239. … ist dieser Hymnus geheim zu halten; schon bei deren Anblick [soll man ihn verbergen]. Man mag ein Königreich geben, Reichtum geben, ja sogar sein Haupt …

240. … aber diesen vorzüglichen Hymnus, der selbst den Mantra überragt, darf man [solchen Personen] nicht geben. Diesen [Hymnus] soll man mit dem Grundmantra in vorwärts- und rückwärtsgerichteter Folge umschließen …

241. … auf Birkenrinde oder Ähnliches unter Verwendung der acht Duftstoffe schreiben und am rechten Oberarm, am Hals oder am linken Arm tragen.

242. Ihm werden alle Ziele erfüllt. Feuer verbrennt ihn nicht, und sein Körper wird niemals von einer Menge von Waffen durchbohrt. [Überlieferte Schutzverheißung.]

243. Mein Sohn, er wandelt auf dem Erdenkreis wie Bhairava. Selbst eine Unfruchtbare erhält einen Sohn, ein Mittelloser erlangt Reichtum; ohne Hindernisse erlangt man Wissen in Logik, Grammatik und den übrigen Fächern.

244. So wurden ihre tausend mit ta beginnenden Namen verkündet, die „Göttliche Weltherrschaft“ heißen und die Grundlage des gabenspendenden Mantra sind. Sie allein vermögen Brahmā, Hari, Giriśa und den anderen Kraft zu verleihen. Von denjenigen, die Kālī und Tārā als gleich erkennen, sollen sie nach dem entsprechenden Verfahren rezitiert werden.

Tara: Abschluss

Damit ist im ehrwürdigen Brahmayāmala der Hymnus der mit ta beginnenden tausend Namen Tārās vollständig. Damit endet im Śāktapramoda das Tārā-Tantra.

3. Shodashi-Tantra

Shodashi: Titel und Ritualordnung

Śrī. Gesammelt und verfasst vom erhabenen König Devanandanasiṃha Bahādur, dem Herrscher mit Residenz in Śivahara:

im Śāktapramoda enthalten,

das dritte

Tantra: Ṣoḍaśī-Tantra.

Durch Paṇḍit Śrī Raghurāja Dubejī aus der Familie des Gurus des genannten Königs

durchgesehen.

Dieses Werk wurde

von Khemarāja, dem Sohn Śrīkṛṣṇadāsas, in seiner eigenen Śrīveṃkaṭeśvara-Druckerei

gedruckt und veröffentlicht.

Bombay.

Verehrung dem ehrwürdigen Gaṇeśa.

Nun der Śāktapramoda.

Ṣoḍaśī-Tantra.

Nun die Meditation über Ṣoḍaśī.

Ich verehre die Heilvolle: Sie strahlt wie die Scheibe der aufgehenden Sonne, besitzt vier Arme und drei Augen und hält Schlinge, Stachelstock, Pfeile und Bogen.

Nun die Darlegung des Yantra.

Das königliche Śrīcakra der höchsten Gottheit wird so beschrieben: Bindu, Dreieck, Acht-Eck, zwei Zehn-Ecke, [ein weiterer] Acht-Eck-Bereich, verbunden mit acht Blättern und sechzehn Speichen, drei Kreise sowie die dreifache Umfassung der Erde.

Textanmerkung: Die Vorlage hat nach dem Paar der Zehn-Ecke nochmals vasvasra, „achtwinklig“. Diese auffällige Angabe wird nicht durch die aus anderen Śrīcakra-Beschreibungen bekannte Zahl vierzehn ersetzt; die syntaktische Zuordnung zu nāgadala und ṣoḍaśāra bleibt unsicher.

Nun die Gewinnung des Mantra.

1. Zuerst spreche man Lajjā aus, danach ka e ī la. Wiederum spreche man Lajjā, danach ha sa ka ha la.

2. Dann spreche man erneut Lajjā, danach sa ka la mit Lajjā am Ende. Dies wird als der sechzehnsilbige Mantra der Ṣoḍaśī verkündet. [Lajjā bezeichnet hier hrīṃ, wie die ausgeschriebene Formel zeigt.]

3. Diese Sundarī-Vidyā ist selbst für die Götter schwer zu erlangen. Sie soll sorgsam geheim gehalten werden und gilt als Verleiherin allen Gedeihens.

Nun der Mantra.

Hrīṃ ka e ī la hrīṃ, ha sa ka ha la hrīṃ, sa ka la hrīṃ.

Die Formel besteht aus Mantrasilben und besitzt keine gewöhnliche Satzübersetzung. Die Silbenfolge wird nach dieser Vorlage gegeben.

Nun die Ordnung der Verehrung.

Man erhebe sich im Brahma-Muhūrta und meditiere, noch auf dem Lager verweilend, über den ehrwürdigen Guru im großen tausendblättrigen Lotus auf dem Haupt.

Man stelle sich den Guru vor: zweiäugig, zweiarmig, friedvoll, im Lotussitz, in der ihm entsprechenden Farbe, bequem sitzend, befreit und von strahlender Gestalt. Seine Hände gewähren Gaben und Furchtlosigkeit. Er verkörpert Brahmā, Viṣṇu und Śaṅkara. Seine linke Seite ist mit der Śakti vereint, die links einen blauen Lotus trägt. So meditiere man.

Verehrung jenem ehrwürdigen Guru, durch den das Bewegliche und Unbewegliche als ungeteilter ganzer Kreis durchdrungen ist und durch den jene Stätte gezeigt wurde. Dem durch das Dunkel des Nichtwissens Erblindeten hat er mit dem Stift der Erkenntnissalbe die Augen geöffnet: Verehrung jenem ehrwürdigen Guru. Verehrung jenem Guru, der die Gestalt der erwählten Gottheit besitzt und dessen Wortnektar die vom Gift des Saṃsāra erfüllte Bedrängnis vernichtet. Nachdem man sich innerlich vor dem Guru verneigt hat, vollziehe man die innere Betrachtung und wiederhole den Grundmantra 108-mal.

O Göttin, deren Gürtel das Meer und deren Brüste die Berge sind Gemahlin Viṣṇus, Verehrung dir! Verzeihe mir die Berührung durch meine Füße. Während man dies spricht, berühre man den Boden zuerst mit dem linken Fuß. Der dabei zu erinnernde Mantra lautet nach der Vorlage: „lasahahrīṃ e/ka-iklīṃsa“. [Die Silbenfolge ist beschädigt und wird nicht rekonstruiert.] Dort breite man den Sitz aus, setze sich und betrachte die Grundvidyā vom Mūlādhāra bis zur Brahmanöffnung.

Man stelle sie sich gleich der aufgehenden Sonne vor, strahlend wie zehn Millionen Blitze. Den eigenen Leib betrachte man als von der Fülle ihres Glanzes durchdrungen.

Man durchdringe die sechs Cakras. Das Verfahren ist folgendes:

1. Zwischen After und Geschlechtsorgan liegt das gelbe, vierblättrige Mūlādhāra mit vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ. Dort sind die Gottheit Ḍākinī und Gaṇeśa mit vier Stoßzähnen. Das Dreieck ist blitzfarben. In seiner Mitte liegt die Kraft Kuṇḍalinī, fein wie eine Lotusfaser [tanīsī, beschädigte Form], gewunden wie Śeṣa, mit dreieinhalb Windungen, einer schlafenden Schlange gleich, von Mond-, Sonnen- und Feuernatur. Man wecke sie, indem man sie mit dem geistigen Stab des Lautes hūṃ berührt, und wiederhole haṃsa.

2. An der Wurzel des Geschlechtsorgans liegt das rote Svādhiṣṭhāna mit baṃ bhaṃ maṃ yaṃ raṃ laṃ. Dort sind die Göttin Ḍākinī und Brahmā. [Die Quelle nennt auch hier Ḍākinī.]

3. Am Nabel liegt das blaue Maṇipūra mit ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ paṃ phaṃ. Dort sind die Göttin Lākinī und Viṣṇu.

4. Im Herzen liegt das rauchfarbene zwölfblättrige Anāhata-Cakra mit kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ ṭaṃ ṭhaṃ. Dort sind die Göttin Kākinī und Rudra.

5. An der Kehle liegt das rötlichbraune sechzehnblättrige Viśuddha-Cakra mit aṃ āṃ iṃ īṃ uṃ ūṃ ṛṃ ṝṃ ḷṃ ḹṃ eṃ aiṃ oṃ auṃ aṃ aḥ. Dort sind die Göttin Śākinī und das Śiva-Selbst.

6. Zwischen den Augenbrauen liegt das zweiblättrige Ājñā-Cakra mit haṃ laṃ. Dort sind die Göttin Hākinī und das höchste Selbst. [haṃ laṃ entspricht dieser Vorlage; es wird nicht in haṃ kṣaṃ geändert.]

Nachdem man so die sechs Cakras durchdrungen hat, vereine man [Kuṇḍalinī] mit Paramaśiva in Bindu-Gestalt im Fruchtboden des tausendblättrigen Lotus. Man sättige Kuṇḍalinī mit Nektar [lakṣābhayaramāmṛta, nähere Bestimmung beschädigt] und führe sie zurück über Ājñā, Viśuddha, Anāhata, Tripura und Svādhiṣṭhāna zum Mūlādhāra. [tripura steht hier an der Stelle des zuvor genannten Maṇipūra.] So meditiere man über die Göttin, verehre sie mit geistigen Darbringungen, rezitiere, preise und verneige sich. Nach der erforderlichen Reinigung und den übrigen Verrichtungen nehme man das Zahnreinigungshölzchen.

Mit „klīṃ sarvajanapriyāyai ratikāmasvarūpāyai namaḥ“ – „Klīṃ, Verehrung der allen Menschen Lieben, die Rati und Kāma verkörpert“ – reinige man die Zähne. Dann spüle man unter dem Grundmantra den Mund. Zur geeigneten Zeit gehe man an ein Gewässer und tauche, der Sonne zugewandt und gerade wie ein Stößel, einmal unter. Vor sich stelle man sich ein vier Ellen messendes Quadrat vor, zeichne darin ein Dreieck und hole mit der Aṅkuśa-Mudrā die heiligen Wasser aus dem Sonnenkreis herbei.

Oṃ. Gaṅgā, Yamunā, Godāvarī, Sarasvatī, Narmadā, Sindhu und Kāverī: Seid in diesem Wasser gegenwärtig.

Man zeige mit vam die Dhenu-Mudrā und wiederhole den Grundmantra achtmal. Mit der Kalaśa-Mudrā besprenge man unter dem Grundmantra den Kopf siebenmal. Man verschließe die sieben Öffnungen und tauche dreimal unter. Nach dem Abspülen der Verfehlungen vollziehe man die Sandhyā.

Man vollziehe drei Atemregelungen und verwandle das Wasser mit vam und der Dhenu-Mudrā in Nektar. Unter dem Grundmantra besprenge man den Kopf dreimal und vollziehe neunmal Ācamana. Man nehme das Wasser in die rechte Hand, wiederhole den Fünfelemente-Mantra laṃ vaṃ raṃ yaṃ haṃ achtmal und den Grundmantra zehnmal. Mit Ringfinger und Daumen der linken Hand besprenge man mittels Schnippbewegung dreimal den Kopf. Das restliche Wasser in der linken Hand stelle man sich durch Iḍā eingetreten vor; es verbrenne allen Makel. Man betrachte es als durch Piṅgalā ausgetreten, nehme es in die rechte Hand und stelle sich darin den Sündenmenschen vor. Links auf dem Boden visualisiere man einen Vajra-Felsen, werfe das Wasser darauf und betrachte den Sündenmenschen als zerschmettert. Dies ist Aghamarṣaṇa. Danach sättige man die Götter und die übrigen Wesen vorschriftsgemäß mit folgenden Formeln.

„Oṃ gaṇeśaṃ tarpayāmi“: Oṃ, ich sättige Gaṇeśa.

„Baṭukaṃ tarpayāmi“: Ich sättige Baṭuka.

„Yoginīṃ tarpayāmi“: Ich sättige die Yoginī.

„Sarvān devagaṇāṃs tarpayāmi“: Ich sättige sämtliche Götterscharen.

„Sarvān pitṛgaṇāṃs tarpayāmi“: Ich sättige sämtliche Ahnenscharen.

„Sarvān mātṛgaṇāṃs tarpayāmi“: Ich sättige sämtliche Mütterscharen.

„Sarvān manuṣyagaṇāṃs tarpayāmi“: Ich sättige sämtliche Menschenscharen.

„Sarvāntaryyāmi“: der in allen innen Waltende. [Die Vorlage bietet hier keine vollständige Tarpaṇa-Formel; der syntaktische Anschluss bleibt offen.]

Nach Aussprache des Grundmantra dreimal: „śrīmahātripurasundarīṃ tarpayāmi namaḥ“ – Ich sättige die ehrwürdige Mahātripurasundarī; Verehrung.

„Aiṃ ātmatattvaṃ śodhayāmi“: Aiṃ, ich reinige das Selbst-Tattva.

„Klīṃ vidyātattvaṃ śodhayāmi“: Klīṃ, ich reinige das Erkenntnis-Tattva.

„Sauṃ śivatattvaṃ śodhayāmi“: Sauṃ, ich reinige das Śiva-Tattva.

„Aiṃ klīṃ sauṃ sarvatattvaṃ śodhayāmi“: Aiṃ klīṃ sauṃ, ich reinige sämtliche Tattvas.

Man steige aus dem Wasser, lege zwei gewaschene Gewänder an, zeichne unter dem Grundmantra ein Tilaka und bereite mit Duftstoff, Blüten und ungebrochenen Reiskörnern das Arghya. Der Sonne bringe man es dar mit: „oṃ aiṃ hrīṃ śrīṃ kulamārtaṇḍabhairavāya tithivāranakṣatrayogakaraṇaprakāśaśaktisahitāya eṣo ’rghyo namaḥ“ – Oṃ aiṃ hrīṃ śrīṃ, dem Kula-Mārtaṇḍa-Bhairava, verbunden mit der Kraft, die Mondtag, Wochentag, Mondhaus, Yoga und Karaṇa sichtbar macht: Dieses Arghya; Verehrung.

Man wiederhole nach Vermögen die Gāyatrī der Gottheit.

Klīṃ. Wir erkennen Kāmeśvarī; über Vāgīśvarī meditieren wir. Möge Klinnā uns anregen.

In der Nacht bringe man dem Mond Arghya dar:

Aus dem Milchozean Entstandener, aus dem Geschlecht Atris Hervorgegangener, o Gott und Herr: Nimm dieses Arghya gemeinsam mit Rohiṇī an.

So bringe man dem Mond Arghya dar; entsprechend verfahre man zu allen drei Sandhyā-Zeiten. Man verneige sich vor den Hütern der Himmelsrichtungen, gehe zur Tür des Verehrungsraumes, wasche Hände und Füße und vollziehe Ācamana. Mit „astrāya phaṭ namaḥ“ – „Der Waffe, phaṭ; Verehrung“ – besprenge man die Tür und verehre anschließend:

Am linken Türpfosten: „gaṃ gaṇeśāya namaḥ“ – Gaṃ, Verehrung Gaṇeśa.

Am rechten Türpfosten: „kṣaṃ kṣetrapālāya namaḥ“ – Kṣaṃ, Verehrung dem Hüter des Bereichs.

Oben: „dvāṃ dvāraśriyai namaḥ“ – Dvāṃ, Verehrung der Herrlichkeit der Tür.

In der Mitte der Schwelle: „dehalyai namaḥ“ – Verehrung der Schwelle.

An der linken Seite: „klīṃ kāmadevāya namaḥ“ – Klīṃ, Verehrung Kāma, dem Gott des Verlangens.

„Raṃ ratyai namaḥ“ – Raṃ, Verehrung Rati.

„Vāṃ vasantāya namaḥ“ – Vāṃ, Verehrung dem Frühling.

„Prīṃ prītyai namaḥ“ – Prīṃ, Verehrung der Liebe.

„Oṃ śaṅkhanidhaye namaḥ“ – Oṃ, Verehrung dem Muschelschatz.

An der rechten Seite: „padmanidhaye namaḥ“ – Verehrung dem Lotusschatz.

„Sarasvatyai namaḥ“ – Verehrung Sarasvatī.

„Śriyai namaḥ“ – Verehrung Śrī, der Fülle.

„Māyāyai namaḥ“ – Verehrung Māyā.

„Durgāyai namaḥ“ – Verehrung Durgā.

„Bhadrakālyai namaḥ“ – Verehrung Bhadrakālī.

„Svāhāyai namaḥ“ – Verehrung Svāhā.

„Śubhakaryai namaḥ“ – Verehrung der Heil Bewirkenden.

„Gauryai namaḥ“ – Verehrung Gaurī.

„Lokadhātryai namaḥ“ – Verehrung der Trägerin der Welt.

„Vāgīśvaryai namaḥ“ – Verehrung der Herrin der Rede.

Man trete mit dem rechten Fuß zuerst und eingezogenen Gliedmaßen ein. Dann sättige man das Hausinnere [gṛhāntarpayet, Wortverbindung unsicher]. Im Nordosten verehre man mit „oṃ vāstupuruṣāya namaḥ“ – Oṃ, Verehrung dem Geist des Baugrundes.

„Oṃ brahmaṇe namaḥ“ – Oṃ, Verehrung Brahmā.

Die Wesen, die auf der Erde weilen, sollen weichen. Die Wesen, die Hindernisse schaffen, sollen auf Śivas Geheiß zugrunde gehen.

Mit diesem Spruch streue man Reis in die vier Richtungen: Dies ist das Vertreiben der Wesen. Man klatsche dreimal nach oben und vertreibe die drei Arten von Hindernissen durch dreimaliges Stampfen mit dem linken Fuß. Dann breite man einen Sitz aus Tigerfell, roter Wolldecke oder Ähnlichem aus. Den Sitz berührend spreche man: „Für diesen Sitz-Mantra ist Merupṛṣṭha der Seher, Sutala das Versmaß und Kūrma die Gottheit; seine Anwendung gilt dem Niedersetzen auf den Sitz.“

Oṃ. Erde, von dir werden die Welten getragen, o Göttin; du wirst von Viṣṇu getragen. Trage auch mich beständig und mache meinen Sitz rein.

Danach verehre man: „kūṃ kūrmāsanāya namaḥ“ – Kūṃ, Verehrung dem Schildkrötensitz.

„Ādhāraśaktikamalāsanāya namaḥ“ – Verehrung dem Lotussitz der tragenden Kraft.

„Aiṃ hrīṃ śrīṃ sarvaśaktikamalāsanāya namaḥ“ – Aiṃ hrīṃ śrīṃ, Verehrung dem Lotussitz sämtlicher Kräfte.

„Oṃ pṛthivyai namaḥ“ – Oṃ, Verehrung der Erde.

Man setze sich in Svastika-Āsana oder einem entsprechenden Sitz nieder. An den Füßen: „aiṃ hrīṃ śrīṃ amṛtārṇavātmakāya namaḥ“ – Aiṃ hrīṃ śrīṃ, Verehrung dem, dessen Wesen der Nektarozean ist.

An den Knien: „aiṃ hrīṃ śrīṃ śvetāmbujāsanāya namaḥ“ – Aiṃ hrīṃ śrīṃ, Verehrung dem Sitz des weißen Lotus.

An den Seiten: „aiṃ hrīṃ śrīṃ devyāsanāya namaḥ“ – Aiṃ hrīṃ śrīṃ, Verehrung dem Sitz der Göttin.

Am Schambereich: „aiṃ hrīṃ śrīṃ cakrāsanāya namaḥ“ – Aiṃ hrīṃ śrīṃ, Verehrung dem Cakra-Sitz.

An den vier Sitzecken, vom Nordwesten bis zum Südwesten: „oṃ gaṇapataye namaḥ“ – Oṃ, Verehrung Gaṇapati.

„Durgāyai namaḥ“ – Verehrung Durgā.

„Baṭukabhairavāya namaḥ“ – Verehrung Baṭukabhairava.

„Kṣetrapālāya namaḥ“ – Verehrung dem Bereichshüter.

Dann: „hrīṃ ka e ī la hrīṃ ha sa ka ha la hrīṃ sa ka la hrīṃ gaṃ gaṇapataye namaḥ“ – [Grundmantra und gaṃ:] Verehrung Gaṇapati.

Hinten: „kṣetrapālāya namaḥ“ – Verehrung dem Bereichshüter.

Vorn: „śrīmahātripurasundaryai namaḥ“ – Verehrung der ehrwürdigen Mahātripurasundarī.

Nun die Reinigung der Elemente. Man lege die Hände mit den Handflächen nach oben auf den eigenen Leib. Unter „soham“ – „Ich bin Das“ – wecke man die zuvor beschriebene Kuṇḍalinī im Mūlādhāra durch Berührung mit dem geistigen Stab des hūṃ. Gemeinsam mit ihr führe man das individuelle Selbst, einer kleinen Lampenflamme gleich, durch Svādhiṣṭhāna, Maṇipūra und Anāhata [svādhī ist verkürzt beziehungsweise beschädigt], durchdringe das Viśuddha-Cakra und vereine es mit Paramaśiva in Bindu-Gestalt im tausendblättrigen Lotus. Man stelle sich den Leib als leer vor und meditiere im Bauch über den Sündenmenschen.

Man stelle sich den Sündenmenschen in der linken Bauchseite vor, rußschwarz: Brahmanentötung bildet seinen Kopf, Goldraub seine beiden Arme, das Trinken berauschenden Getränks sein Herz und das Verletzen des Guru-Ehebettes seine Hüftpartie. Die Gemeinschaft mit solchen Tätern bildet seine beiden Füße; die verschiedenen Verfehlungen bilden seine Glieder, geringere Vergehen seine Körperhaare. Bart und Augen sind rot. Bewusstlos und mit gesenktem Gesicht gleicht er einem verbrannten Baum. Schwert und Schild tragend, grausam: So betrachte man die Sünde im Bauch.

Nach dieser Betrachtung vollziehe man gemeinsam mit ihm das Austrocknen und die übrigen Schritte. Durch das linke Nasenloch ziehe man den Atem ein, während man das rauchfarbene Wind-Bīja yam sechzehnmal wiederholt, und setze ihn in den zehnblättrigen Lotus am Nabel ein. Man trockne den ganzen Leib samt Sündenmenschen aus. Beide Nasenlöcher geschlossen haltend, wiederhole man das rote Bīja ram vierundsechzigmal und verbrenne durch Atemverhaltung den Leib samt jenem zu Asche. Man hebe den Atem, setze ihn in den zwölfblättrigen Herzlotus ein, wiederhole das weiße Varuṇa-Bīja vam zweiunddreißigmal und lasse einen Nektarstrom niedergehen. Während man das Mond-Bīja cam vierundsechzigmal wiederholt, überflute man mittels Atemverhaltung alles mit dem Nektarregen. Man setze das gelbe Erd-Bīja lam im Erdkreis des Mūlādhāra ein und festige so den erneuerten ganzen Leib, damit er für die Verehrung der Gottheit geeignet sei. Mit „haṃsa“ führe man das individuelle Selbst ins Herz-Cakra und Kuṇḍalinī ins Wurzel-Cakra zurück. Damit endet die Reinigung der Elemente.

Danach lege man die Hand auf das Herz und vollziehe die Einsetzung der Lebenskraft.

Für diesen Mantra der Einsetzung der Lebenskraft sind Brahmā, Viṣṇu und Maheśvara die Seher; Ṛg-, Yajur- und Sāmaveda die Versmaße; die Bewusstseinskraft und das höchste Selbst die Gottheit. Seine Anwendung gilt der Einsetzung der Lebenskraft.

Āṃ hrīṃ krīṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ laṃ kṣaṃ haṃ saḥ. Meine Lebenskräfte seien hier als Lebenskräfte gegenwärtig; mein individuelles Leben sei hier fest gegründet. Sämtliche meiner Sinneskräfte seien hier. Meine Rede, mein Geist, Sehen, Hören, Riechen, Tasten, Schmecken und meine Lebenskräfte mögen hierher kommen und lange in Wohlsein verweilen. Svāhā.

Textanmerkung: Die Vorlage setzt zweimal „|| 15 ||“ innerhalb dieser Formel. Deren Funktion wird hier nicht als sichere Wiederholungsanweisung gedeutet; die Zeichen gehören zur Vorlage.

Nun die Atemregelung.

Man halte das linke Nasenloch geschlossen und fülle langsam mit Atem, während man ka e ī la hrīṃ sechzehnmal wiederholt: Dies ist Pūraka. Beide Nasenlöcher geschlossen haltend, wiederhole man ha sa ka ha la hrīṃ vierundsechzigmal und halte den Atem zurück: Dies ist Kumbhaka. Man wiederhole sa ka la hrīṃ zweiunddreißigmal und atme langsam durch das rechte Nasenloch aus: Dies ist Recaka. So vollziehe man drei Atemregelungen. [Die Angabe des beim Einatmen geschlossenen Nasenlochs wird unverändert nach der Quelle übersetzt.]

Nun der Mātṛkā-Nyāsa: Sein Seher ist Brahmā, das Versmaß Gāyatrī, die Gottheit Mātṛkā, die Gebärerin der Laute. Die Konsonanten sind die Bījas, die Vokale die Kräfte. Die Anwendung gilt der vollen Wirksamkeit der Handlung.

Am Kopf: „brahmarṣaye namaḥ“ – Verehrung dem Seher Brahmā.

Am Mund: „gāyatrīchandase namaḥ“ – Verehrung dem Versmaß Gāyatrī.

Am Herzen: „varṇajananīmātṛkādevatāyai namaḥ“ – Verehrung der Gottheit Mātṛkā, der Gebärerin der Laute.

Am Schambereich: „halbījebhyo namaḥ“ – Verehrung den Konsonanten als Bījas.

Am After: „svarebhyaḥ śaktibhyo namaḥ“ – Verehrung den Vokalen als Kräften.

An den Füßen: „karmasādguṇye viniyogaḥ“ – Anwendung zur vollen Wirksamkeit der Handlung.

Man meditiere über Mātṛkā.

Ich nehme Zuflucht zur Göttin der Rede: Die fünfzig Schriftlaute gliedern ihr Gesicht, ihre Arme, ihre Körpermitte und ihre Brust [sukhadoṣkām, beschädigte Wortverbindung]. Eine Mondsichel ist an ihrem strahlenden Hauptschmuck befestigt. Sie hat volle rötlichbraune Brüste. In ihren schönen Lotushänden trägt sie [adrām, unklare Lesung], eine Gebetsschnur, einen mit Nektar gefüllten Krug und die Vidyā [hier wohl das Buch des Wissens]. Sie ist von hellem Glanz und besitzt drei Augen.

„Aṃ namaḥ“ – Aṃ, Verehrung: an der Stirn.

„Āṃ namaḥ“ – Āṃ, Verehrung: am Gesichtskreis.

„Iṃ namaḥ“ – Iṃ, Verehrung: am rechten Auge.

„Īṃ namaḥ“ – Īṃ, Verehrung: am linken Auge.

„Uṃ namaḥ“ – Uṃ, Verehrung: am rechten Ohr.

„Ūṃ namaḥ“ – Ūṃ, Verehrung: am linken Ohr.

„Ṛṃ namaḥ“ – Ṛṃ, Verehrung: am rechten Nasenloch.

„Ṝṃ namaḥ“ – Ṝṃ, Verehrung: am linken Nasenloch.

„Ḷṃ namaḥ“ – Ḷṃ, Verehrung: an der rechten Wange.

„Ḹṃ namaḥ“ – Ḹṃ, Verehrung: an der linken Wange.

„Eṃ namaḥ“ – Eṃ, Verehrung: an der Oberlippe.

„Aiṃ namaḥ“ – Aiṃ, Verehrung: an der Unterlippe.

„Oṃ namaḥ“ – Oṃ, Verehrung: an der oberen Zahnreihe.

„Auṃ namaḥ“ – Auṃ, Verehrung: an der unteren Zahnreihe.

„Aṃ namaḥ“ – Aṃ, Verehrung: auf dem Kopf.

„Aḥ namaḥ“ – Aḥ, Verehrung: am Mund.

An den fünf Gelenkstellen bis zu den Fingerspitzen des rechten Armes:

„Kaṃ namaḥ“ – Kaṃ, Verehrung: erste der genannten Stellen des rechten Armes.

„Khaṃ namaḥ“ – Khaṃ, Verehrung: zweite Stelle.

„Gaṃ namaḥ“ – Gaṃ, Verehrung: dritte Stelle.

„Ghaṃ namaḥ“ – Ghaṃ, Verehrung: vierte Stelle.

„Ṅaṃ namaḥ“ – Ṅaṃ, Verehrung: fünfte Stelle. [Die Vorlage hat ṅ/.]

„caṃ namaḥ“ – caṃ, Verehrung: an der 1. der fünf Gelenkstellen bis zu den Spitzen des linken Armes, in der genannten Reihenfolge.

„chaṃ namaḥ“ – chaṃ, Verehrung: an der 2. der fünf Gelenkstellen bis zu den Spitzen des linken Armes, in der genannten Reihenfolge.

„jaṃ namaḥ“ – jaṃ, Verehrung: an der 3. der fünf Gelenkstellen bis zu den Spitzen des linken Armes, in der genannten Reihenfolge.

„jhaṃ namaḥ“ – jhaṃ, Verehrung: an der 4. der fünf Gelenkstellen bis zu den Spitzen des linken Armes, in der genannten Reihenfolge.

„ñaṃ namaḥ“ – ñaṃ, Verehrung: an der 5. der fünf Gelenkstellen bis zu den Spitzen des linken Armes, in der genannten Reihenfolge.

„ṭaṃ namaḥ“ – ṭaṃ, Verehrung: an der 1. der fünf Gelenkstellen bis zu den Spitzen des rechten Beines, in der genannten Reihenfolge.

„ṭhaṃ namaḥ“ – ṭhaṃ, Verehrung: an der 2. der fünf Gelenkstellen bis zu den Spitzen des rechten Beines, in der genannten Reihenfolge.

„ḍaṃ namaḥ“ – ḍaṃ, Verehrung: an der 3. der fünf Gelenkstellen bis zu den Spitzen des rechten Beines, in der genannten Reihenfolge.

„ḍhaṃ namaḥ“ – ḍhaṃ, Verehrung: an der 4. der fünf Gelenkstellen bis zu den Spitzen des rechten Beines, in der genannten Reihenfolge.

„ṇaṃ namaḥ“ – ṇaṃ, Verehrung: an der 5. der fünf Gelenkstellen bis zu den Spitzen des rechten Beines, in der genannten Reihenfolge.

„taṃ namaḥ“ – taṃ, Verehrung: an der 1. der fünf Gelenkstellen bis zu den Spitzen des linken Beines, in der genannten Reihenfolge.

„thaṃ namaḥ“ – thaṃ, Verehrung: an der 2. der fünf Gelenkstellen bis zu den Spitzen des linken Beines, in der genannten Reihenfolge.

„daṃ namaḥ“ – daṃ, Verehrung: an der 3. der fünf Gelenkstellen bis zu den Spitzen des linken Beines, in der genannten Reihenfolge.

„dhaṃ namaḥ“ – dhaṃ, Verehrung: an der 4. der fünf Gelenkstellen bis zu den Spitzen des linken Beines, in der genannten Reihenfolge.

„naṃ namaḥ“ – naṃ, Verehrung: an der 5. der fünf Gelenkstellen bis zu den Spitzen des linken Beines, in der genannten Reihenfolge.

„Paṃ namaḥ“ und „phaṃ namaḥ“ – Paṃ beziehungsweise phaṃ, Verehrung: an der rechten Seite. Die Vorlage stellt beide Formeln unter dakṣapārśve und lässt anschließend vāmapārśve, „an der linken Seite“, ohne sicher zugeordneten eigenen Laut stehen. Diese Störung wird nicht stillschweigend berichtigt.

„baṃ namaḥ“ – baṃ, Verehrung: am Rücken.

„bhaṃ namaḥ“ – bhaṃ, Verehrung: am Nabel.

„maṃ namaḥ“ – maṃ, Verehrung: am Bauch.

„yaṃ namaḥ“ – yaṃ, Verehrung: am Herzen.

„raṃ namaḥ“ – raṃ, Verehrung: an der rechten Schulter.

„laṃ namaḥ“ – laṃ, Verehrung: am Nacken.

„vaṃ namaḥ“ – vaṃ, Verehrung: an der linken Schulter.

„śaṃ namaḥ“ – śaṃ, Verehrung: vom Herzen zur rechten Hand.

„ṣaṃ namaḥ“ – ṣaṃ, Verehrung: vom Herzen zur linken Hand.

„saṃ namaḥ“ – saṃ, Verehrung: vom Herzen zum rechten Fuß.

„haṃ namaḥ“ – haṃ, Verehrung: vom Herzen zum linken Fuß.

„laṃ namaḥ“ – laṃ, Verehrung: vom Herzen zum Bauch.

„kṣaṃ namaḥ“ – kṣaṃ, Verehrung: vom Herzen zum Mund.

Damit endet der Mātṛkā-Nyāsa. Nun der innere Mātṛkā-Nyāsa: An der Kehle setze man die sechzehn Vokale rot ein; im Herzen die Laute ka bis ṭha sindūrafarben; am Nabel ḍa bis pha blau; am Geschlechtsorgan ba bis la blitzfarben; am After va bis sa rot; zwischen den Brauen haṃ und kṣaṃ von reinem Glanz. Im tausendblättrigen Sahasrāra setze man die fünfzig Laute von a bis kṣa lacksaftfarben ein: in dieser Reihenfolge zweimal, beim dritten Durchgang ebenso und weiter bis zu zwanzig Durchgängen, insgesamt tausend Einsetzungen. Vom Mūlādhāra bis zum tausendblättrigen Lotus setze man überall auf jedem Blatt den Grundmantra ein. Auf jedem Blatt, in jedem Lotus und jedem Cakra betrachte man das Hin- und Hergehen Kuṇḍalinīs als Ajapā, als Atemrezitation von einundzwanzighundert Wiederholungen. Der innere Mātṛkā-Nyāsa ist stets aufmerksam auszuführen. Damit endet er. [Die Vorlage schreibt ekaviṃśatiśataṃ, 2.100; eine andere überlieferungsübliche Atemzahl wird nicht eingesetzt.]

Nun der Kulukā-Nyāsa. Auf dem Haupt: „aiṃ klīṃ hrīṃ śrīṃ bhagavati mahātripurasundari svāhā“ – Aiṃ klīṃ hrīṃ śrīṃ, o erhabene Mahātripurasundarī, svāhā.

Im Herzen setze man oṃ als Setu, die Brücke, ein.

An der Kehle setze man hrīṃ als Mahāsetu, die große Brücke, ein.

Im Sahasrāra setze man ebenfalls hrīṃ als Mahāsetu ein.

Am Nabel setze man die in der Vorlage vollständig ausgeschriebene Nirvāṇa-Lautfolge ein: oṃ śrīṃ aṃ eṃ klīṃ sauṃ aiṃ, darauf die Vokale und Konsonanten von aṃ bis kṣaṃ. Sie besteht aus Keimsilben und Alphabetlauten und besitzt keine Satzübersetzung.

Am Geschlechtsorgan vergegenwärtige man das Kāma-Bīja und auf der Zunge die Grundvidyā; dann rezitiere man nach Vermögen. Damit endet der Kulukā-Nyāsa.

Nun der Pīṭha-Nyāsa. An der Stirn: „aṃ kāmarūpapīṭhāya namaḥ“ – Aṃ, Verehrung dem heiligen Sitz Kāmarūpa. Namaḥ ist bei jeder folgenden Formel zu ergänzen.

Am gesichtskreis: āṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Vārāṇasī.“

Am rechten auge: iṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Nepāla.“

Am linken auge: īṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Pauṇḍravarddhana.“

Am rechten ohr: uṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Purastira.“ [Die Ortsnamen werden in den Formen dieser Vorlage belassen.]

Am linken ohr: ūṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Kālikubji.“

Am rechten nasenloch: ṛṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Pūrṇaśaila.“

Am linken nasenloch: ṛṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Arbuda.“ [Auch links steht in dieser Vorlage ṛ/, nicht ṝ/.]

An der rechten wange: ḷṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Āmrātakeśvara.“

An der linken wange: ḹṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Ekāmra.“

An der oberlippe: eṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Trisrota.“

An der unterlippe: aiṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Kāmakoṭa.“

An der oberen zahnreihe: oṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Kedāra.“

An der unteren zahnreihe: auṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Guptanagara.“

Auf dem kopf: aṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Candrapura.“

Am mund: aḥ – „Verehrung dem heiligen Sitz Śrīpīṭha.“

An der ersten der fünf stellen des rechten armes: kaṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Oṃkāra.“

An der zweiten stelle des rechten armes: khaṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Jālandhara.“

An der dritten stelle des rechten armes: gaṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Māna.“

An der vierten stelle des rechten armes: ghaṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Bhadrakoṭa.“

An der fünften stelle des rechten armes: ṅaṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Devīkoṭa.“

An der ersten der fünf stellen des linken armes: caṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Gokarṇa.“

An der zweiten stelle des linken armes: chaṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Māruteśvara.“

An der dritten stelle des linken armes: jaṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Maṅgalakoṭa.“

An der vierten stelle des linken armes: jhaṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Aṭṭahāsa.“

An der fünften stelle des linken armes: ñaṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Viraja.“

An der ersten der fünf stellen des rechten beines: ṭaṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Rājagṛha.“

An der zweiten stelle des rechten beines: ṭhaṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Mahāpatha.“

An der dritten stelle des rechten beines: ḍaṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Koṇagiri.“

An der vierten stelle des rechten beines: ḍhaṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Ailāpura.“

An der fünften stelle des rechten beines: ṇaṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Rāmeśvara.“

An der ersten der fünf stellen des linken beines: taṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Japatī.“

An der zweiten stelle des linken beines: thaṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Ujjayinī.“

An der dritten stelle des linken beines: daṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Caritrī.“

An der vierten stelle des linken beines: dhaṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Kṣīrikā.“

An der fünften stelle des linken beines: naṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Hastināpura.“

An der rechten seite: paṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Uḍḍīśa.“

An der linken seite: phaṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Prayāga.“

Am rücken: baṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Ṣaṣṭhīśa.“

Am nabel: bhaṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Māyāpura.“

Am bauch: maṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Nirjana.“

Am herzen: yaṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Malaya.“

An der rechten schulter: raṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Śrīśaila.“

Am nacken: laṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Mahāmeru.“

An der linken schulter: vaṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Giri.“

Vom herzen bis zur rechten hand: śaṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Mahendra.“

Vom herzen bis zur linken hand: ṣaṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Rasena.“

Vom herzen bis zum rechten fuß: saṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Badarī.“

Vom herzen bis zum linken fuß: haṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Mahālakṣmīpura.“

Vom herzen bis zum bauch: laṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Uḍḍīyānapura.“

Vom herzen bis zum mund: kṣaṃ – „Verehrung dem heiligen Sitz Saumya.“

Danach im Mūlādhāra: „Verehrung dem Sitz Dhyāna, der Meditation.“

Danach im Svādhiṣṭhāna: „Verehrung dem Sitz Kāma, des Verlangens.“

Danach im Maṇipūra: „Verehrung dem Sitz Jñāna, der Erkenntnis.“

Danach im Anāhata: „Verehrung dem Sitz Videha, der Körperlosigkeit.“

Danach im Viśuddha: „Verehrung dem Sitz Nandinī.“

Danach im Ājñā: „Verehrung dem Sitz Nandā.“

Im tausendblättrigen Lotus: „Verehrung dem Sitz Kṣīranidhi, des Milchozeans.“

Im tausendblättrigen Lotus: „Verehrung dem Sitz Kalpavana, des Wunscherfüllungswaldes.“

Im tausendblättrigen Lotus: „Verehrung dem Sitz Cintāmaṇi, des wunscherfüllenden Edelsteins.“

„Verehrung dem Sitz des Ruhebettes.“ [Fortsetzung der Einsetzungen im tausendblättrigen Lotus.]

„Verehrung dem Sitz des Śiva-Thrones.“

„Verehrung dem gestalthaften Sitz.“

„Verehrung dem alldurchdringenden Sitz.“ Damit endet der Pīṭha-Nyāsa. Nun der geheime Nyāsa.

Für den Mantra des geheimen Nyāsa sind Brahmā, Viṣṇu und Maheśvara die Seher; Ṛg-, Yajur- und Sāmaveda die Versmaße; Mahātripurasundarī als Bewusstseinskraft die Gottheit. Die Anwendung gilt der Erlangung der Vollständigkeit aller vollzogenen und nicht vollzogenen Nyāsas.

Am Kopf: „brahmaviṣṇumaheśvaraṛṣibhyo namaḥ“ – Verehrung den Sehern Brahmā, Viṣṇu und Maheśvara.

Am Mund: „ṛgyajussāmabhyaś chandobhyo namaḥ“ – Verehrung Ṛg-, Yajur- und Sāmaveda als Versmaßen.

Am Herzen: „caitanyaśaktimahātripurasundaryai devatāyai namaḥ“ – Verehrung der Gottheit Mahātripurasundarī als Bewusstseinskraft.

An den Füßen: „kṛtākṛtanyāsapūrṇatāsiddhaye viniyogaḥ“ – Anwendung zur Erlangung der Vollständigkeit der vollzogenen und nicht vollzogenen Nyāsas.

1. Im Mūlādhāra setze man ein: „aiṃ klīṃ sauṃ klīṃ aiṃ śrīṃ hrīṃ haṃsaḥ sohaṃ sadāśivāsanāyai mahātripurasundaryai namaḥ“ – [Bījas;] Haṃsa, ich bin Das. Verehrung Mahātripurasundarī, deren Sitz Sadāśiva ist. [Die erste Formel hat ein sauṃ, die folgenden haben zwei.]

2. Im Svādhiṣṭhāna: „aiṃ klīṃ sauṃ sauṃ klīṃ aiṃ śrīṃ hrīṃ haṃsaḥ sohaṃ ratipriyāyai mahātripurasundaryai namaḥ“ – [Bījas;] Haṃsa, ich bin Das. Verehrung Mahātripurasundarī, der die Liebesfreude lieb ist.

3. Im Maṇipūra setze man die ausgeschriebene Formel ein: Aiṃ klīṃ sauṃ sauṃ klīṃ aiṃ śrīṃ hrīṃ haṃsaḥ sohaṃ – [Bījas;] Haṃsa, ich bin Das. „Verehrung Mahātripurasundarī, deren Wesen Erkenntnis ist.“

4. Im Anāhata setze man die ausgeschriebene Formel ein: Aiṃ klīṃ sauṃ sauṃ klīṃ aiṃ śrīṃ hrīṃ haṃsaḥ sohaṃ – [Bījas;] Haṃsa, ich bin Das. „Verehrung Mahātripurasundarī, deren Wesen Meditation ist.“

5. Im Viśuddha setze man die ausgeschriebene Formel ein: Aiṃ klīṃ sauṃ sauṃ klīṃ aiṃ śrīṃ hrīṃ haṃsaḥ sohaṃ – [Bījas;] Haṃsa, ich bin Das. „Verehrung Mahātripurasundarī, deren Wesen völlige Reinheit ist.“

6. Im Ājñā setze man die ausgeschriebene Formel ein: Aiṃ klīṃ sauṃ sauṃ klīṃ aiṃ śrīṃ hrīṃ haṃsaḥ sohaṃ – [Bījas;] Haṃsa, ich bin Das. „Verehrung Mahātripurasundarī, deren Wesen Freiheit ist.“

Im Sahasrāra setze man die ausgeschriebene Formel ein: Aiṃ klīṃ sauṃ sauṃ klīṃ aiṃ śrīṃ hrīṃ haṃsaḥ sohaṃ – [Bījas;] Haṃsa, ich bin Das. „Verehrung Mahāsundarī, deren Wesen Glückseligkeit ist.“

Damit endet der geheime Nyāsa. Nun der Kāma-Nyāsa: „hrīṃ kāmāya namaḥ“ – Hrīṃ, Verehrung Kāma, dem Verlangen.

„Klīṃ manmathāya namaḥ“ – Klīṃ, Verehrung Manmatha, dem Aufwühler des Geistes.

„Aiṃ kandarpāya namaḥ“ – Aiṃ, Verehrung Kandarpa, dem Liebesgott.

„Klūṃ makaradhvajāya namaḥ“ – Klūṃ, Verehrung dem, dessen Banner den Makara trägt.

„Strīṃ mīnaketave namaḥ“ – Strīṃ, Verehrung dem mit dem Fischbanner.

Danach: „aiṃ hṛdayāya namaḥ“ – Aiṃ, Verehrung dem Herzen.

„Klīṃ śirase svāhā“ – Klīṃ, dem Haupt, svāhā.

„Sauṃ śikhāyai vaṣaṭ“ – Sauṃ, dem Haarschopf, vaṣaṭ.

„Aiṃ kavacāya hum“ – Aiṃ, dem Schutzpanzer, hum.

„Klīṃ netratrayāya vauṣaṭ“ – Klīṃ, den drei Augen, vauṣaṭ.

„Sauṃ astrāya phaṭ“ – Sauṃ, der Waffe, phaṭ. Man wiederhole diese Folge zweimal und setze sie mit dem Mantra in den Händen ein. Damit endet der Kāma-Nyāsa.

Nun der Nyāsa von Rati und den übrigen: Am Geschlechtsorgan „aiṃ ratyai namaḥ“ – Aiṃ, Verehrung Rati, der Liebesfreude.

Im Herzen „klīṃ prītyai namaḥ“ – Klīṃ, Verehrung Prīti, der Liebe.

Zwischen den Brauen „sauṃ manobhavāyai namaḥ“ – Sauṃ, Verehrung der aus dem Geist Geborenen.

Zwischen den Brauen „sauṃ amṛtāśyai namaḥ“ – Sauṃ, Verehrung der Nektar Genießenden. [amṛtāśyai, Form unsicher.]

Im Herzen „klīṃ yoginyai namaḥ“ – Klīṃ, Verehrung der Yoginī.

Am Geschlechtsorgan „aiṃ viśvayonyai namaḥ“ – Aiṃ, Verehrung dem Mutterschoß des Alls. Damit endet der Rati-Nyāsa. Nun der Manobhava-Nyāsa.

Am Kopf: „hsauṃ īśānāya manobhavāya namaḥ“ – Hsauṃ, Verehrung Īśāna als dem aus dem Geist geborenen Liebesgott.

Am Mund: „hsauṃ tatpuruṣāya makaradhvajāya namaḥ“ – Hsauṃ, Verehrung Tatpuruṣa als dem mit dem Makara-Banner.

Am Herzen: „shrūṃ aghorakumārāya kandarpāya namaḥ“ – Shrūṃ, Verehrung Aghorakumāra als Kandarpa. [shrūṃ ist die Schreibweise der Vorlage.]

Am Schambereich: „hsrīṃ vāmadevāya manmathāya namaḥ“ – Hsrīṃ, Verehrung Vāmadeva als Manmatha.

An den Füßen: „hsrūṃ sadyojātāya kāmadevāya namaḥ“ – Hsrūṃ, Verehrung Sadyojāta als Kāma, dem Liebesgott.

Am aufwärts gerichteten Gesicht, auf dem Scheitel: „hsrauṃ īśānāya manobhavāya namaḥ“ – Hsrauṃ, Verehrung Īśāna als dem aus dem Geist Geborenen.

Am östlichen Gesicht, an der Stirn: „hsrauṃ tatpuruṣāya makaradhvajāya namaḥ“ – Hsrauṃ, Verehrung Tatpuruṣa als dem mit dem Makara-Banner.

Am südlichen Gesicht, am rechten Ohr: „hsrūṃ aghorakumārāya kandarpāya namaḥ“ – Hsrūṃ, Verehrung Aghorakumāra als Kandarpa.

Am nördlichen Gesicht, am linken Ohr: „hsrīṃ vāmadevāya manmathāya namaḥ“ – Hsrīṃ, Verehrung Vāmadeva als Manmatha.

Am westlichen Gesicht, unter dem Haarschopf: „hsrūṃ sadyojātāya kāmadevāya namaḥ“ – Hsrūṃ, Verehrung Sadyojāta als Kāma. Damit endet der Manobhava-Nyāsa.

Nun der Pfeil-Nyāsa: „hrāṃ kṣobhaṇabāṇāya namaḥ“ – Hrāṃ, Verehrung dem aufwühlenden Pfeil.

„Hrīṃ drāvaṇabāṇāya namaḥ“ – Hrīṃ, Verehrung dem zum Schmelzen bringenden Pfeil.

„Klīṃ ākarṣaṇabāṇāya namaḥ“ – Klīṃ, Verehrung dem anziehenden Pfeil.

„Klūṃ mohanabāṇāya namaḥ“ – Klūṃ, Verehrung dem bezaubernden Pfeil.

„Saḥ unmādanabāṇāya namaḥ“ – Saḥ, Verehrung dem berauschenden Pfeil. Man setze diese fünf Formeln an beiden Händen vom Daumen bis zum kleinen Finger ein. Damit endet der Pfeil-Nyāsa.

Nun der Svatantra-Nyāsa. Für diesen eigenständigen Nyāsa der Mahātripurasundarī ist Ānandabhairava der Seher, die göttliche Gāyatrī das Versmaß und die ehrwürdige Mahātripurasundarī die Gottheit. Aiṃ ist das Bīja, sauḥ die Kraft, klīṃ der Keil. Die Anwendung gilt Dharma, Wohlstand, Wunscherfüllung und Befreiung.

Am Kopf: „ānandabhairavaṛṣaye namaḥ“ – Verehrung dem Seher Ānandabhairava.

Am Mund: „daivīgāyatrīchandase namaḥ“ – Verehrung dem Versmaß der göttlichen Gāyatrī.

Am Herzen: „śrīmahātripurasundarīdevatāyai namaḥ“ – Verehrung der Gottheit Mahātripurasundarī.

Am Nabel: „aiṃ bījāya namaḥ“ – Verehrung dem Bīja aiṃ.

Im Svādhiṣṭhāna: „sauḥ śaktaye namaḥ“ – Verehrung der Kraft sauḥ.

Im Mūlādhāra: „klīṃ kīlakāya namaḥ“ – Verehrung dem Keil klīṃ.

An den Füßen: „dharmārthakāmamokṣārthe viniyogaḥ“ – Anwendung für Dharma, Wohlstand, Wunscherfüllung und Befreiung.

„Aiṃ hrīṃ klīṃ aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ – Aiṃ hrīṃ klīṃ, Verehrung den beiden Daumen.

„Klīṃ śrīṃ sauḥ aiṃ tarjjanībhyāṃ svāhā“ – Klīṃ śrīṃ sauḥ aiṃ, den beiden Zeigefingern, svāhā.

„Sauḥ auṃ hrīṃ śrīṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ“ – Sauḥ auṃ hrīṃ śrīṃ, den beiden Mittelfingern, vaṣaṭ.

„Aiṃ ka e la hrīṃ hasakahalhrīṃ anāmikābhyāṃ hūm“ – [Mantrasilben, nach der Vorlage ohne ī:] den beiden Ringfingern, hūm.

„Klīṃ sakalahrīṃ kaniṣṭhikābhyāṃ vauṣaṭ“ – [Mantrasilben:] den beiden kleinen Fingern, vauṣaṭ.

„Sau sauḥ aiṃ klīṃ hrīṃ śrīṃ karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ“ – [Mantrasilben:] den Handflächen und Handrücken, phaṭ.

„Aiṃ hrīṃ śrīṃ aiṃ ka e la hrīṃ sarvajñāyai mahātripurasundaryai hṛdayāya namaḥ“ – [Mantrasilben:] der allwissenden Mahātripurasundarī; Verehrung dem Herzen.

„Aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ sahakahalhrīṃ nityatṛptāyai mahātripurasundaryai śirase svāhā“ – [Mantrasilben:] der ewig erfüllten Mahātripurasundarī; dem Haupt, svāhā. [sahakahalhrīṃ steht so in dieser Formel.]

„Aiṃ hrīṃ śrīṃ sauḥ sakalahrīṃ anādibodhāyai mahātripurasundaryai śikhāyai vaṣaṭ“ – [Mantrasilben:] Mahātripurasundarī, deren Erkenntnis anfangslos ist; dem Haarschopf, vaṣaṭ.

„Aiṃ hrīṃ śrīṃ ka e la hrīṃ svatantrāyai mahātripurasundaryai kavacāya hum“ – [Mantrasilben:] der freien Mahātripurasundarī; dem Schutzpanzer, hum.

„Aiṃ hrīṃ śrīṃ klīṃ hasakahalhrīṃ nityamaluptaśaktaye mahātripurasundaryai netratrayāya vauṣaṭ“ – [Mantrasilben:] Mahātripurasundarī, deren Kraft niemals schwindet; den drei Augen, vauṣaṭ.

„Aiṃ hrīṃ śrīṃ sauḥ sakalahrīṃ anantāyai mahātripurasundaryai astrāya phaṭ“ – [Mantrasilben:] der grenzenlosen Mahātripurasundarī; der Waffe, phaṭ.

„Haḥ astrāya phaṭ“ – Haḥ, der Waffe, phaṭ. Dies ist die Bindung der Himmelsrichtungen. Damit endet der Svatantra-Nyāsa. Nun der Nyāsa des vierzehnwinkligen Cakra.

Man setze „aiṃ“ am Kopf ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „klīṃ sauḥ“ an den beiden Brauen ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „aiṃ“ an der Stirn ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „klīṃ sauḥ“ an den beiden Ohren ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „aiṃ“ zwischen den Brauen ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „klīṃ sauḥ“ an den beiden Augen ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „aiṃ“ am Kopf ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „klīṃ sauḥ“ an den beiden Nasenöffnungen ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „aiṃ“ am Kinn ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „klīṃ sauḥ“ an den beiden Lippen ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „aiṃ“ an der Nase ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „kliṃ sauḥ“ an den beiden Wangen ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „aiṃ“ am Hals ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „klīṃ sauḥ“ an den beiden Armwurzeln ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „aiṃ“ an der Kehle ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „klīṃ sauḥ“ an den beiden Armen ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „aiṃ“ am Kinn ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „klīṃ sauḥ“ an den beiden Brüsten ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „aiṃ“ am Herzen ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „klīṃ sauḥ“ an den beiden Seiten ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „aiṃ“ am Nabel ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „klīṃ sauḥ“ an den beiden Brüsten ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „aiṃ“ am Herzen ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „klīṃ sauḥ“ an den beiden Händen ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „aiṃ“ am Geschlechtsorgan ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „klīṃ sauḥ“ an den beiden Kreuzbeinbereichen [trikayoḥ, auffälliger Dual] ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „aiṃ“ am Rücken ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Man setze „klīṃ sauḥ“ an den beiden Gesäßseiten ein. [Keimsilben ohne Satzbedeutung.]

Im Mūlādhāra: aiṃ klīṃ sauḥ und der Grundmantra, dann „sarvādhārāya namaḥ“ – Verehrung der Grundlage von allem. Damit endet der Nyāsa des vierzehnwinkligen Cakra. Nun der Nyāsa der Gliedergottheiten.

Am kopf: aṃ āṃ iṃ īṃ uṃ ūṃ ṛṃ ṝṃ ḷṃ ḹṃ eṃ aiṃ oṃ auṃ aṃ aḥ klīṃ; „Verehrung der Redegöttin Rasinī der Saftreichen.“

An der stirn: kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ klīṃ; „Verehrung der Redegöttin Kāmeśvarī der Herrin des Verlangens.“

Am mund: caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ śrīṃ; „Verehrung der Redegöttin Odanī [Name unklar].“

An der kehle: ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ kuṃ; „Verehrung der Redegöttin Vimalānanā der Reingesichtigen.“

Am herzen: taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ śrīṃ; „Verehrung der Redegöttin Avyayā der Unvergänglichen.“

Am nabel: paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ śrīṃ; „Verehrung der Redegöttin Jayinī der Siegreichen.“

Im mūlādhāra: yaṃ raṃ laṃ vaṃ kṣmīṃ; „Verehrung der Redegöttin .“ [Hier nennt die Vorlage nur vāgdevatā, „Redegöttin“, ohne eigenen Namen.]

An den füßen: śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ laṃ saṃ kṣaṃ haṃ kṣmīṃ; „Verehrung der Redegöttin Kaulinī der zum Kula Gehörenden.“ Die Namen und Lautfolgen entsprechen dieser Vorlage; auffällige Formen werden nicht durch geläufigere ersetzt. Damit endet der Nyāsa der Gliedergottheiten.

Nun der Mantra-Nyāsa: Man setze das erste Bīja auf dem Kopf, das zweite am Mund und das dritte am Herzen ein, danach den ganzen Grundmantra vom Kopf bis zu den Füßen. Nach dem Mantra-Nyāsa vollziehe man den Pīṭha-Nyāsa.

Zuerst im Herzen: „aiṃ ādhāraśaktikamalāsanāya namaḥ“ – Aiṃ, Verehrung dem Lotussitz der tragenden Kraft.

Zuerst im Herzen: „aiṃ anantāya namaḥ“ – Aiṃ, Verehrung Ananta, dem Unendlichen.

Zuerst im Herzen: „aiṃ pṛthivyai namaḥ“ – Aiṃ, Verehrung der Erde.

Zuerst im Herzen: „aiṃ rasasamudrāya namaḥ“ – Aiṃ, Verehrung dem Ozean des Saftes.

Zuerst im Herzen: „aiṃ ratnadvīpāya namaḥ“ – Aiṃ, Verehrung der Edelsteininsel.

Zuerst im Herzen: „aiṃ kalpavṛkṣāya namaḥ“ – Aiṃ, Verehrung dem Wunschbaum.

Zuerst im Herzen: „aiṃ ratnamaṇḍapāya namaḥ“ – Aiṃ, Verehrung der Edelsteinhalle.

An der rechten schulter: „dharmāya namaḥ“ – Verehrung Dharma.

An der linken schulter: „jñānāya namaḥ“ – Verehrung der Erkenntnis.

Am rechten oberschenkel: „vairāsanāya namaḥ“ – Verehrung Vairāsana [Lesung unsicher].

Am linken oberschenkel: „aiśvaryāya namaḥ“ – Verehrung der Herrschermacht.

Am mund: „adharmāya namaḥ“ – Verehrung Adharma, der Unrechtmäßigkeit.

An der rechten seite: „jñānāya namaḥ“ – Verehrung der Erkenntnis [so die Quelle, nicht ajñāna].

An der linken seite: „anaiśvaryāya namaḥ“ – Verehrung der Machtlosigkeit.

Am nabel: „avairāgyāya namaḥ“ – Verehrung der fehlenden Leidenschaftslosigkeit.

Im Herzen: „anantāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Mantrasilben;] Verehrung Ananta.

Im Herzen: „padmāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Mantrasilben;] Verehrung dem Lotus.

Im Herzen: „oṃ arkamaṇḍalāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Mantrasilben;] Verehrung dem Sonnenkreis.

Im Herzen: „oṃ somamaṇḍalāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Mantrasilben;] Verehrung dem Mondkreis.

Im Herzen: „maṃ vahnimaṇḍalāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Mantrasilben;] Verehrung dem Feuerkreis.

Im Herzen: „saṃ sattvāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Mantrasilben;] Verehrung Sattva, der Klarheit.

Im Herzen: „raṃ rajase namaḥ“ – [gegebenenfalls Mantrasilben;] Verehrung Rajas, der Bewegung.

Im Herzen: „taṃ tamase namaḥ“ – [gegebenenfalls Mantrasilben;] Verehrung Tamas, der Dunkelheit.

Im Herzen: „haihechīṃhasauḥ cakrāsanāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Mantrasilben;] Verehrung dem Cakra-Sitz.

Im Herzen: „sattvamantrāsanāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Mantrasilben;] Verehrung dem Sitz des Sattva-Mantra.

Im Herzen: „sādhyasiddhāsanāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Mantrasilben;] Verehrung dem Sitz der Sādhyas und Siddhas.

Dann meditiere man über den Cakra-Lotus des Herzens und darüber über den Altar. Mit Duftstoff, Blüten und ungebrochenen Reiskörnern in den Händen forme man die Kara-Kacchapa-Mudrā und meditiere: „sakuṅkumam“ und so weiter [der Wortlaut wird hier nur angeführt, nicht ausgeschrieben]. „Ich nehme Zuflucht zur Heilvollen: Sie strahlt wie die Scheibe der aufgehenden Sonne, ist vierarmig und dreiäugig und hält Schlinge, Stachelstock, Pfeile und Bogen.“ Man lege eine Blüte auf den Kopf.

„Gurubhyo namaḥ“ – Verehrung den Gurus.

„Paramagurubhyo namaḥ“ – Verehrung den höchsten Gurus.

„Parātparagurubhyo namaḥ“ – Verehrung den über das Höchste hinausgehenden Gurus.

„Parameṣṭhigurubhyo namaḥ“ – Verehrung den höchsten Urgurus.

Man verehre die Göttin im Geist, zeige die Āvāhana- und Yoni-Mudrā und beginne dann die Aufstellung des Arghya. Mit „sauḥ astrāya phaṭ“ – „Sauḥ, der Waffe, phaṭ“ – wasche man das Muschelhorn, zeichne auf dem Boden ein Dreiecks-Maṇḍala und verehre dort:

„Oṃ ādhāraśaktyai namaḥ“ – Oṃ, Verehrung der tragenden Kraft.

„Kūrmāya namaḥ“ – Verehrung der Schildkröte.

„Anantāya namaḥ“ – Verehrung Ananta.

Darauf stelle man den mit „namaḥ“ – „Verehrung“ – gewaschenen Dreifuß, darauf das Muschelhorn, fülle es dreimal unter dem Grundmantra und gebe Dūrvā-Gras, ungebrochene Reiskörner und Weiteres hinein.

Den Dreifuß verehre man mit „maṃ daśakalātmane sūryamaṇḍalāya namaḥ“ – Maṃ, Verehrung dem Sonnenkreis, dessen Wesen zehn Kalās sind. [So die Vorlage; die übliche Zuordnung zum Feuerkreis wird hier nicht eingesetzt.]

Im Wasser verehre man mit „aṃ dvādaśakalātmane vahnimaṇḍalāya namaḥ“ – Aṃ, Verehrung dem Feuerkreis, dessen Wesen zwölf Kalās sind. [Auch diese vertauscht wirkende Zuordnung bleibt erhalten.]

„Uṃ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane namaḥ“ – Uṃ, Verehrung dem Mondkreis, dessen Wesen sechzehn Kalās sind.

„Oṃ. Gaṅgā, Yamunā, Godāvarī, Sarasvatī, Narmadā, Sindhu und Kāverī: Seid in diesem Wasser gegenwärtig.“ Mit der Aṅkuśa-Mudrā hole man die heiligen Wasser aus dem Sonnenkreis herbei, verhülle mit der Avaguṇṭhana-Mudrā, wiederhole den Grundmantra achtmal, zeige die Yoni-Mudrā und verwandle mit der Dhenu-Mudrā in Nektar. Nochmals wiederhole man den Grundmantra achtmal. Mit dem Wasser besprenge man [die Gegenstände beziehungsweise sich] und stelle es auf.

Danach die Aufstellung des besonderen Arghya: Etwas links vor sich besprenge man den Ort mit dem Wasser des allgemeinen Arghya und bilde das Maṇḍala aus Dreieck, Kreis, einem sie einschließenden Kreis, Sechseck, Kreis und Quadrat. [Die verschachtelte geometrische Formulierung der Quelle bleibt in ihrer genauen Anordnung mehrdeutig.] An den vier Ecken, beginnend im Südosten, verehre man:

„Oṃ uḍḍīyānaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ – Oṃ, ich verehre die ehrwürdigen Sandalen von Uḍḍīyāna; Verehrung.

„Jāṃ jālandharaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ – Jāṃ, ich verehre die ehrwürdigen Sandalen von Jālandhara; Verehrung.

„Pūṃ pūrṇaśailaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ – Pūṃ, ich verehre die ehrwürdigen Sandalen von Pūrṇaśaila; Verehrung.

„Kāṃ kāmarūpaśrīpādukāṃ pūjayāmi namaḥ“ – Kāṃ, ich verehre die ehrwürdigen Sandalen von Kāmarūpa; Verehrung. Mit dem Grundmantra und nach Aussprache des Namens verehre man die Unterlage mit „ādhāramaṇḍalāya namaḥ“ – Verehrung dem Maṇḍala der Unterlage.

Mit „sauḥ astrāya phaṭ namaḥ“ – Sauḥ, der Waffe, phaṭ; Verehrung – verehre man den Dreifuß und stelle ihn ins Maṇḍala.

„Maṃ vahnimaṇḍalāya daśakalātmane namaḥ“ – Maṃ, Verehrung dem Feuerkreis, dessen Wesen zehn Kalās sind.

Mit „sauḥ astrāya phaṭ namaḥ“ wasche man das Muschelhorn und stelle es auf. Im Muschelhorn verehre man mit: „aṃ sūryamaṇḍalāya dvādaśakalātmane namaḥ; śrīmahātripurasundaryarghyapātrāya namaḥ“ – Aṃ, Verehrung dem Sonnenkreis, dessen Wesen zwölf Kalās sind; Verehrung dem Arghya-Gefäß Mahātripurasundarīs.

Mit „uṃ somamaṇḍalāya ṣoḍaśakalātmane śrīmahātripurasundaryārghyāmṛtāya namaḥ“ – Uṃ, Verehrung dem sechzehnkalāhaften Mondkreis, dem Arghya-Nektar Mahātripurasundarīs – fülle man Wasser ein, gebe Dūrvā-Gras, ungebrochene Reiskörner und Weiteres hinein und rufe mit „oṃ gaṅge ca yamune caiva“ und so weiter [dem zuvor ausgeschriebenen Flussmantra] mittels Aṅkuśa-Mudrā die heiligen Wasser aus dem Sonnenkreis herbei. Man verwandle mit der Dhenu-Mudrā in Nektar, zeige die Yoni-Mudrā, wiederhole darüber den Grundmantra achtmal, berühre das Wasser mit dem rechten Daumen und erinnere den Grundmantra. Beginnend im Südosten setze man am Arghya-Wasser in den vier Richtungen ein:

„Hṛdayāya namaḥ“ – Verehrung dem Herzen.

„Śirase svāhā“ – Dem Haupt, svāhā.

„Śikhāyai vauṣaṭ“ – Dem Haarschopf, vauṣaṭ. [Hier steht vauṣaṭ, nicht vaṣaṭ.]

„Astrāya phaṭ“ – Der Waffe, phaṭ.

Man verehre mit hrīṃ und setze die fünf Edelsteine glūṃ ślūṃ plūṃ mlūṃ jlūṃ ein, die das Gehen in Himmel, Menschenwelt und Unterwelt ermöglichen. Mit der Matsya-Mudrā bedecke man, mit der Schutz-Mudrā schütze man, mit der Avaguṇṭhana-Mudrā verhülle man, mit der Amṛtīkaraṇa-Mudrā verwandle man in Nektar und mit der Prabodhana-Mudrā erwecke man. Den Grundmantra erinnernd, bespreche man das Wasser:

„O Quelle des Nektars, die im Akula weilt, die Vollendung und Erkenntnis bewirkt, o Höchste, Schatz der Unsterblichkeit, du von feuchter beziehungsweise geschmolzener Gestalt: [Sei] in diesem Gegenstand.“ [Der Anrufung fehlt ein ausdrücklich geschriebenes Prädikat.] Mit diesem Wasser besprenge man sich und die Verehrungsgeräte und beginne die Verehrung des heiligen Sitzes. Mit „aiṃ hrīṃ namaḥ“ reinige man den Boden mit Kuśa-Wasser, stelle den Dreifuß auf und verehre:

„Aiṃ ādhāraśaktikamalāsanāya namaḥ“ – Aiṃ, Verehrung dem Lotussitz der tragenden Kraft.

„Kūrmāya namaḥ“ – Verehrung der Schildkröte.

„Anantāya namaḥ“ – Verehrung Ananta.

„Pṛthivyai [namaḥ]“ – Verehrung der Erde. [Namaḥ ist hier nur sinngemäß ergänzt.]

„Rasāmbudhaye namaḥ“ – Verehrung dem Ozean des Saftes.

„Ratnadvīpāya namaḥ“ – Verehrung der Edelsteininsel.

„Nandanodyānāya namaḥ“ – Verehrung dem Nandana-Garten.

„Ratnamaṇḍapāya namaḥ“ – Verehrung der Edelsteinhalle.

„Ratnavedikāyai namaḥ“ – Verehrung dem Edelsteinaltar.

„Ratnasiṃhāsanāya namaḥ“ – Verehrung dem Edelsteinthron.

„Śrīcakrāya namaḥ“ – Verehrung dem Śrīcakra. Mit hram reinige man dann den kupfernen Sitz und stelle das Śrīyantra auf. Die vier Ecken des Sitzes, beginnend im Südosten, verehre man mit den folgenden Formeln.

„Dharmāya namaḥ“ – Verehrung Dharma.

„Jñānāya namaḥ“ – Verehrung der Erkenntnis.

„Vairāgyāya namaḥ“ – Verehrung der Leidenschaftslosigkeit.

„Aiśvaryāya namaḥ“ – Verehrung der Herrschermacht.

Dann in den vier Richtungen, beginnend im Osten: „adharmāya namaḥ“ – Verehrung Adharma, der Unrechtmäßigkeit.

„Ajñānāya namaḥ“ – Verehrung dem Nichtwissen.

„Avairāgyāya namaḥ“ – Verehrung der fehlenden Leidenschaftslosigkeit.

[Fortsetzung der vier Richtungen:] „anaiśvaryāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Keimsilbe;] Verehrung der Machtlosigkeit.

Auf dem heiligen Sitz: „ānandakandāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Keimsilbe;] Verehrung der Wurzel der Glückseligkeit.

„saṃvinnālāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Keimsilbe;] Verehrung dem Lotus-Stängel des Bewusstseins.

„sarvatattvānukampāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Keimsilbe;] Verehrung dem Mitgefühl für sämtliche Tattvas.

„pañcāśadvarṇakarṇikāyai namaḥ“ – [gegebenenfalls Keimsilbe;] Verehrung dem Lotus-Fruchtboden der fünfzig Laute.

„vikāramayakesarebhyo namaḥ“ – [gegebenenfalls Keimsilbe;] Verehrung den aus den Entfaltungen bestehenden Staubfäden.

„prakṛtimayapatrebhyo namaḥ“ – [gegebenenfalls Keimsilbe;] Verehrung den aus Prakṛti bestehenden Blättern.

„maṃ vahnimaṇḍalāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Keimsilbe;] Verehrung dem Feuerkreis.

„oṃ sūryamaṇḍalāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Keimsilbe;] Verehrung dem Sonnenkreis.

„aṃ somamaṇḍalāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Keimsilbe;] Verehrung dem Mondkreis.

„saṃ sattvāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Keimsilbe;] Verehrung Sattva.

„raṃ rajase namaḥ“ – [gegebenenfalls Keimsilbe;] Verehrung Rajas.

„taṃ tamase namaḥ“ – [gegebenenfalls Keimsilbe;] Verehrung Tamas.

„āṃ ātmane namaḥ“ – [gegebenenfalls Keimsilbe;] Verehrung dem Selbst.

„aṃ antarātmane namaḥ“ – [gegebenenfalls Keimsilbe;] Verehrung dem inneren Selbst.

„paṃ paramātmane namaḥ“ – [gegebenenfalls Keimsilbe;] Verehrung dem höchsten Selbst.

„hrīṃ jñānātmane namaḥ“ – [gegebenenfalls Keimsilbe;] Verehrung dem Erkenntnis-Selbst.

„aiṃ kāmarūpapīṭhāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Keimsilbe;] Verehrung dem heiligen Sitz Kāmarūpa.

„aiṃ pūrṇagiripīṭhāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Keimsilbe;] Verehrung dem heiligen Sitz Pūrṇagiri.

„aiṃ jālandharapīṭhāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Keimsilbe;] Verehrung dem heiligen Sitz Jālandhara.

„aiṃ uḍḍīyānapīṭhāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Keimsilbe;] Verehrung dem heiligen Sitz Uḍḍīyāna. So vollziehe man die Verehrung.

Shodashi: Hand-Nyasa, Anrufung und Darbringungen

„aiṃ tripureśvarī madhyamābhyāṃ namaḥ“ – aiṃ, o Herrin der drei Städte, Verehrung den beiden Mittelfingern. [Die Vorlage hat madhyamābhyānnanamaḥ mit verdoppeltem na.]

„klīṃ tripureśvarī anāmikābhyāṃ namaḥ“ – klīṃ, o Herrin der drei Städte, Verehrung den beiden Ringfingern.

„sauṃ tripureśvarī kaniṣṭhābhyāṃ namaḥ“ – sauṃ, o Herrin der drei Städte, Verehrung den beiden kleinen Fingern.

„aiṃ tripureśvarī aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ – aiṃ, o Herrin der drei Städte, Verehrung den beiden Daumen.

„klīṃ tripureśvarī tarjjanībhyāṃ namaḥ“ – klīṃ, o Herrin der drei Städte, Verehrung den beiden Zeigefingern.

„sauḥ tripureśvarī karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ namaḥ“ – sauḥ, o Herrin der drei Städte, Verehrung den Handflächen und Handrücken.

„hrīṃ klīṃ sauḥ devyāsanāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Bījas;] Verehrung dem Sitz der Göttin.

„cakrāsanāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Bījas;] Verehrung dem Cakra-Sitz.

„sarvamantrāsanāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Bījas;] Verehrung dem Sitz sämtlicher Mantras.

„sādhyasiddhāsanāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Bījas;] Verehrung dem Sitz der Sādhyas und Siddhas.

„aiṃ tripureśvarī hṛdayāya namaḥ“ – aiṃ, o Herrin der drei Städte, Verehrung dem Herzen.

„klīṃ tripureśvarī śirase svāhā“ – klīṃ, o Herrin der drei Städte, dem Haupt, svāhā.

„sauḥ tripureśvarī śikhāyai vaṣaṭ“ – sauḥ, o Herrin der drei Städte, dem Haarschopf, vaṣaṭ.

„aiṃ tripureśvarī kavacāya hūm“ – aiṃ, o Herrin der drei Städte, dem Schutzpanzer, hūm.

„klīṃ tripureśvarī netratrayāya vauṣaṭ“ – klīṃ, o Herrin der drei Städte, den drei Augen, vauṣaṭ.

„sauḥ tripureśvarī astrāya phaṭ“ – sauḥ, o Herrin der drei Städte, der Waffe, phaṭ.

Danach meditiere man, bringe mit einer Blütenhandgabe den Glanz der Göttin herbei, rufe sie mit der Āvāhana-Mudrā in die auf dem Yantra vorgestellte Gestalt und begründe sie dort mit der Sthāpana-Mudrā. Man forme die Trikhaṇḍa-Mudrā und spreche: „Die du im großen Lotuswald wohnst, deren Leib voller Mitgefühl ist, die du allen Wesen Gutes tust, o Mutter: Komm, komm, höchste Herrin!“

Man zeige die Amṛtīkaraṇa- und Paramīkaraṇa-Mudrā, spreche den Grundmantra und dann: „Die Lebenskräfte der ehrwürdigen Mahātripurasundarī mögen hier fest gegründet sein.“

Nach Aussprache des Grundmantra: „pādyaṃ namaḥ“ – Das fußwaschwasser; Verehrung.

Nach Aussprache des Grundmantra: „arghyo namaḥ“ – Die ehrengabe; Verehrung.

Nach Aussprache des Grundmantra: „gandho namaḥ“ – Der duftstoff; Verehrung.

Nach Aussprache des Grundmantra: „puṣpaṃ namaḥ“ – Die blüte; Verehrung.

Nach Aussprache des Grundmantra: „dhūpo namaḥ“ – Der räucherduft; Verehrung.

Nach Aussprache des Grundmantra: „dīpo namaḥ“ – Das licht; Verehrung.

Nach Aussprache des Grundmantra: „naivedyaṃ namaḥ“ – Die speisegabe; Verehrung.

lam: „Ich bringe den Duftstoff, dessen Wesen Erde ist dar; Verehrung.“

haṃ: „Ich bringe die Blüte, deren Wesen Raum ist dar; Verehrung.“

yaṃ: „Ich bringe den Räucherduft, dessen Wesen Wind ist dar; Verehrung.“

raṃ: „Ich bringe das Licht, dessen Wesen Feuer ist dar; Verehrung.“

vaṃ: „Ich bringe den Nektar, dessen Wesen Wasser ist dar; Verehrung.“ Nach Darbringung dieser fünf Gaben: „O ehrwürdige Mahātripurasundarī …“

Verehrung der Umkreise des Shricakra

„… nachdem ich deine Erlaubnis erhalten habe, verehre ich dein Gefolge.“ Nach erhaltener Erlaubnis vollziehe man die Verehrung.

In der Mitte: „Verehrung Kāmeśvarī, Herrin des Verlangens.“ Die Reihe beginnt mit hrīṃ śrīṃ.

In der Mitte: „Verehrung Bhagamālinī, Trägerin der Bhaga-Girlande.“

In der Mitte: „Verehrung Klinnā, die Feuchte.“

In der Mitte: „Verehrung Bheruṇḍā, die Furchtbare.“

In der Mitte: „Verehrung Vindhyavāsinī, Bewohnerin des Vindhya.“

In der Mitte: „Verehrung Mahāvidyeśvarī, Herrin der großen Vidyā.“

In der Mitte: „Verehrung Śivadūtī, Botin Śivas.“

In der Mitte: „Verehrung Tvaritā, die Schnelle.“

In der Mitte: „Verehrung Nityā, die Ewige.“

In der Mitte: „Verehrung Nīlapatākā, die mit dem blauen Banner.“

In der Mitte: „Verehrung Vijayā, die Siegreiche.“

In der Mitte: „Verehrung Śrī, die Herrlichkeit.“

In der Mitte: „Verehrung Sarvamaṅgalā, die ganz Heilvolle.“

In der Mitte: „Verehrung Jvālāṃśumālinī, die mit der Girlande flammender Strahlen.“

In der Mitte: „Verehrung Vicitrā, die Vielfältige.“ Auch die Schlussformel enthält hrīṃ śrīṃ; die verkürzten Zwischenformeln werden nach der Quelle aufgelöst.

Am Osttor: gaṃ, „Verehrung Gaṇapati.“

Am Westtor: baṃ, „Verehrung Baṭuka.“

Am Nordtor: hrīṃ, „Verehrung Durgā.“

Am Südtor: kṣaṃ, „Verehrung dem Bereichshüter.“

An den vier Toren der äußeren Linie des äußeren Quadrats, beginnend im Westen: „Ich verehre die Vollendung Aṇimā, des Kleinwerdens; Verehrung.“ Die erste Formel beginnt hrīṃ śrīṃ und nennt ausdrücklich die ehrwürdigen Sandalen der Vollendungen, beginnend mit Aṇimā.

An der nächsten Stelle: „Ich verehre die Vollendung Laghimā, der Leichtigkeit; Verehrung.“

An der nächsten Stelle: „Ich verehre die Vollendung Mahimā, des Großwerdens; Verehrung.“

An der nächsten Stelle: „Ich verehre die Vollendung Īśa, der Herrschaft; Verehrung.“

An den vier äußeren Ecken: „Ich verehre die Vollendung Vaśitva, der Beherrschung; Verehrung.“

An der nächsten Stelle: „Ich verehre die Vollendung Prākāśya, des Offenbarwerdens [so die Vorlage]; Verehrung.“

An der nächsten Stelle: „Ich verehre die Vollendung Bhakti, der Hingabe [so die Vorlage]; Verehrung.“

An der nächsten Stelle: „Ich verehre die Vollendung Icchā, des Willens; Verehrung.“

Unterhalb: „Ich verehre die Vollendung Prāpti, des Erlangens; Verehrung.“

Oberhalb: „Ich verehre die Vollendung Sarvakāma, sämtlicher Wünsche; Verehrung.“

An den vier Toren des mittleren Quadrats, beginnend im Westen: āṃ: „Verehrung Brāhmī“ beziehungsweise „Ich verehre ihre ehrwürdigen Sandalen; Verehrung“, entsprechend der abgekürzten Formelfolge. Die Gruppe beginnt hrīṃ śrīṃ.

īṃ: „Verehrung Māheśvarī“ beziehungsweise „Ich verehre ihre ehrwürdigen Sandalen; Verehrung“, entsprechend der abgekürzten Formelfolge.

uṃ: „Verehrung Kaumārī“ beziehungsweise „Ich verehre ihre ehrwürdigen Sandalen; Verehrung“, entsprechend der abgekürzten Formelfolge.

ṛṃ: „Verehrung Vaiṣṇavī“ beziehungsweise „Ich verehre ihre ehrwürdigen Sandalen; Verehrung“, entsprechend der abgekürzten Formelfolge.

An den äußeren Ecken des mittleren Quadrats: ḹṃ: „Verehrung Vārāhī“ beziehungsweise „Ich verehre ihre ehrwürdigen Sandalen; Verehrung“, entsprechend der abgekürzten Formelfolge. Die Gruppe beginnt hrīṃ śrīṃ.

aiṃ: „Verehrung Indrāṇī“ beziehungsweise „Ich verehre ihre ehrwürdigen Sandalen; Verehrung“, entsprechend der abgekürzten Formelfolge.

auṃ: „Verehrung Cāmuṇḍā“ beziehungsweise „Ich verehre ihre ehrwürdigen Sandalen; Verehrung“, entsprechend der abgekürzten Formelfolge.

aḥ: „Verehrung Mahālakṣmī“ beziehungsweise „Ich verehre ihre ehrwürdigen Sandalen; Verehrung“, entsprechend der abgekürzten Formelfolge.

An den vier Toren des inneren Quadrats, beginnend im Westen: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Mudrā Trikhaṇḍākṣa, des dreigeteilten Akṣa [Name unsicher]; Verehrung.“

hrīṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Mudrā Sarvasaṅkṣobhiṇī, die alles erschüttert; Verehrung.“

hrīṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Mudrā Sarvavidrāviṇī, die alles vertreibt; Verehrung.“

klīṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Mudrā Sarvākarṣiṇī, die alles anzieht; Verehrung.“

An den vier äußeren Ecken des inneren Quadrats: kluṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Mudrā Sarvāveśakarī, die alles in Ergriffenheit versetzt; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Mudrā Sarvonmādakarī, die alles berauscht; Verehrung.“

krauṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Mudrā Mahāṅkuśā, des großen Stachelstocks; Verehrung.“

kluṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Mudrā Khecarī, die im Luftraum wandelt; Verehrung.“

Dann im dreifachen Kreis: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Mudrā Bīja, des Keimes; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Mudrā Yoni, des Mutterschoßes; Verehrung.“

„Cārvākadarśanāya namaḥ“ – Verehrung der Cārvāka-Lehre.

Dann nehme man Arghya-Wasser in die Hand: „In diesem viereckigen Cakra, das die drei Welten bezaubert und in dem Mahātripurasundarī thront, mögen diese offenbaren Yoginīs, beginnend mit Īśitva, mit ihren Mudrās, Vollendungen, Waffen, Reittieren und ihrem Gefolge durch sämtliche Darbringungen vollständig verehrt sein.“ Mit dem Grundmantra bringe man dies dar.

Danach verehre man auf den sechzehn Blättern, beginnend mit dem westlichen Blatt, in der Richtung der Rechtsumwandlung um die Göttin. Die Reihe beginnt hrīṃ śrīṃ; die abgekürzten Formeln meinen die Verehrung der ehrwürdigen Sandalen der jeweiligen Nityā-Kalā.

aṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Nityā-Kalā Kāmākarṣiṇī, die das Verlangen anzieht; Verehrung.“

āṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Nityā-Kalā Buddhyākarṣiṇī, die den Verstand anzieht; Verehrung.“

iṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Nityā-Kalā Ahaṅkārākarṣiṇī, die das Ichbewusstsein anzieht; Verehrung.“

īṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Nityā-Kalā Śabdākarṣiṇī, die den Klang anzieht; Verehrung.“

uṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Nityā-Kalā Rūpākarṣiṇī, die die Gestalt anzieht; Verehrung.“

ūṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Nityā-Kalā Sparśākarṣiṇī, die die Berührung anzieht; Verehrung.“

ṛṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Nityā-Kalā Rasākarṣiṇī, die den Geschmack anzieht; Verehrung.“

ṛṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Nityā-Kalā Gandhākarṣiṇī, die den Geruch anzieht; Verehrung.“

ḷṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Nityā-Kalā Cintākarṣiṇī, die das Denken anzieht; Verehrung.“

ḹṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Nityā-Kalā Dhairyākarṣiṇī, die die Standhaftigkeit anzieht; Verehrung.“

eṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Nityā-Kalā Smṛtyākarṣiṇī, die die Erinnerung anzieht; Verehrung.“

aiṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Nityā-Kalā Nāsākarṣiṇī, die die Nase anzieht [so die Lesung]; Verehrung.“

oṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Nityā-Kalā Bījākarṣiṇī, die den Keim anzieht; Verehrung.“

aṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Nityā-Kalā Amṛtākarṣiṇī, die den Nektar anzieht; Verehrung.“

aḥ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Nityā-Kalā Śarīrākarṣiṇī, die den Leib anzieht; Verehrung.“ [Die Vorlage nennt in dieser sechzehnblättrigen Reihe nur fünfzehn Namen; ein fehlender Name wird nicht erfunden.]

Auf der Linie: „bauddhadarśanāya namaḥ“ – Verehrung der buddhistischen Lehre.

Man nehme Arghya-Wasser in die Hand: „In diesem sechzehnblättrigen Cakra, das alle Hoffnungen erfüllt und in dem Mahātripurasundarī thront, mögen diese verborgenen Yoginīs, beginnend mit Kāmākarṣiṇī, mit Mudrās, Vollendungen, Waffen, Reittieren und Gefolge durch sämtliche Darbringungen verehrt sein.“ Mit dem Grundmantra bringe man es der Göttin dar. Dann verehre man im achtblättrigen Cakra, beginnend auf den östlichen Blättern.

kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Anaṅgakusumā, Blüte des körperlosen Liebesgottes; Verehrung.“ Der ersten Lautgruppe geht hrīṃ śrīṃ voraus.

caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Anaṅgamekhalā, Gürtel des körperlosen Liebesgottes; Verehrung.“

ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Anaṅgamadanā, Berauschung des körperlosen Liebesgottes; Verehrung.“

taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Anaṅgamadanāturā, die von der Berauschung des körperlosen Liebesgottes Ergriffene; Verehrung.“

paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Anaṅgarekhā, Linie des körperlosen Liebesgottes; Verehrung.“

yaṃ raṃ laṃ vaṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Anaṅgaveginī, Ungestüm des körperlosen Liebesgottes; Verehrung.“

śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Anaṅgakuśā, Kuśa des körperlosen Liebesgottes [kuśā, so die Vorlage]; Verehrung.“

laṃ kṣaṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Anaṅgamālinī, Girlandenträgerin des körperlosen Liebesgottes; Verehrung.“

Mit Arghya-Wasser bringe man der Göttin dar: „In diesem aufwühlenden achtblättrigen Cakra, in dem Mahātripurasundarī thront, mögen diese noch verborgeneren Yoginīs, beginnend mit Anaṅgakusumā, mit Mudrās, Vollendungen, Waffen, Reittieren und Gefolge durch sämtliche Darbringungen verehrt sein.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Kraft Sarvasaṅkṣobhiṇī, die alles erschüttert; Verehrung.“ Die Reihe beginnt mit hrīṃ śrīṃ.

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Kraft Sarvadrāviṇī, die alles zum Schmelzen bringt; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Kraft Sarvākarṣiṇī, die alles anzieht; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Kraft Sarvāhlādinī, die alles erfreut; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Kraft Sarvamohinī, die alles bezaubert; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Kraft Sarvastambhinī, die alles zum Stillstand bringt; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Kraft Sarvajjṛmbhaṇī, die alles sich entfalten lässt; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Kraft Sarvavaśaṅkarī, die alles unter ihre Macht bringt; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Kraft Sarvarañjinī, die alles erfreut; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Kraft Sarvonmādinī, die alles berauscht; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Kraft Sarvārthasādhanī, die alle Ziele verwirklicht; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Kraft Sarvāśāparipūraṇī, die alle Hoffnungen erfüllt; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Kraft Sarvamantramayī, die aus sämtlichen Mantras besteht; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Kraft Sarvadvandvakṣayaṅkarī, die alle Gegensatzpaare aufhebt; Verehrung.“

Außen: „sāṅkhyanaiyyāyikadarśanebhyo namaḥ“ – Verehrung den Sāṅkhya- und Nyāya-Lehren.

„In diesem glückverleihenden vierzehnwinkligen Cakra, in dem Mahātripurasundarī thront, mögen diese Kräfte, die Yoginīs der Überlieferung, beginnend mit Saṅkṣobhiṇī, mit Mudrās, Vollendungen, Waffen, Reittieren und Gefolge durch sämtliche Darbringungen vollständig verehrt sein.“ Mit Arghya-Wasser und dem Grundmantra bringe man dies der Göttin dar. Danach verehre man im äußeren zehnwinkligen Cakra, beginnend im Westen, alle zehn Stellen.

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Sarvasiddhipradā, die alle Vollendungen verleiht; Verehrung.“ Die Reihe beginnt hrīṃ śrīṃ.

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Sarvasampadā, die sämtliches Gedeihen ist; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Sarvapriyaṅkarī Śaṅkarī, die allen Liebes und Heil bringt; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Sarvamaṅgalakāriṇī, die alles Heil bewirkt; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Sarvakāmapradā, die alle Wünsche gewährt; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Sarvaduḥkhavimocanī, die von allem Leid befreit; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Sarvāṅgasundarī, die an allen Gliedern Schöne; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Sarvamṛtyuvināśinī, die jeden Tod vernichtet; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Sarvaduḥkhavināśinī, die alles Leid vernichtet; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Sarvasaubhāgyadāyinī, die alles Glück verleiht; Verehrung.“

„In diesem alle Hoffnungen erfüllenden Cakra, in dem Mahātripurasundarī thront, mögen diese Göttinnen, die Kula-Kaulinī-Yoginīs, beginnend mit Sarvasiddhipradā, mit Mudrās, Vollendungen, Waffen, Reittieren und Gefolge durch sämtliche Darbringungen vollständig verehrt sein.“ Man bringe dies mit Arghya-Wasser und dem Grundmantra dar. [Auch dieses Cakra nennt die Vorlage sarvāśāparipūraka.] Danach verehre man im inneren zehnwinkligen Cakra von der vorderen Spitze bis zur rechten Seite.

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Sarvajñā, die Allwissende; Verehrung.“ Die Reihe beginnt hrīṃ śrīṃ.

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Sarvaśaktimayī, die aus sämtlichen Kräften besteht; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Sarvaiśvaryapradā, die alle Herrschermacht verleiht; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Sarvajñānamayī, die aus sämtlicher Erkenntnis besteht; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Sarvavyādhivināśinī, die sämtliche Krankheiten vernichtet; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Sarvāśāparipūraṇī, die alle Hoffnungen erfüllt; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Sarvapāpaharā, die alle Verfehlungen fortnimmt; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Sarvānandamayī, die aus sämtlicher Glückseligkeit besteht; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Sarvāntakāmarūpiṇī, die alle inneren Wünsche verkörpert [Wortgliederung unsicher]; Verehrung.“

„Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Göttin Sarvepsitaphalapradā, die alle erwünschten Früchte verleiht; Verehrung.“

„In diesem allbeschützenden inneren zehnwinkligen Cakra, in dem Tripuramālinī, die ehrwürdige Tripurasundarī, thront, mögen diese furchtlosen Yoginīs, beginnend mit Sarvajñā, mit Mudrās, Vollendungen, Waffen, Reittieren und Gefolge durch sämtliche Darbringungen vollständig verehrt sein.“ Man bringe dies mit Arghya-Wasser und dem Grundmantra dar. Danach verehre man im achtwinkligen Cakra vom Westen bis zur rechten Seite.

Innerer Kreis, Japa und Ritualabschluss

aṃ āṃ iṃ īṃ uṃ ūṃ ṛṃ ṝṃ ḷṃ ḹṃ eṃ aiṃ oṃ auṃ aṃ aḥ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Redegöttin Vaśinī, die Beherrschende; Verehrung.“ Der ersten Lautfolge geht hrīṃ śrīṃ voraus.

kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Redegöttin Kāmeśvarī, die Herrin des Verlangens; Verehrung.“

caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Redegöttin Modinī, die Erfreuende; Verehrung.“

ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Redegöttin Vimalā, die Makellose; Verehrung.“

taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Redegöttin Avyayā, die Unvergängliche; Verehrung.“

paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Redegöttin Jayinī, die Siegreiche; Verehrung.“

yaṃ raṃ laṃ vaṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Redegöttin Sarveśvarī, die Herrin von allem; Verehrung.“

śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ kṣaṃ: „Ich verehre die ehrwürdigen Sandalen der Redegöttin Kaulinī, die zum Kula Gehörende; Verehrung.“

„In diesem alle Krankheiten fortnehmenden achtwinkligen Cakra, in dem Mahātripurasundarī thront, mögen diese geheimen Yoginīs, beginnend mit Vaśinī, mit Mudrās, Vollendungen, Waffen, Reittieren und Gefolge durch sämtliche Darbringungen vollständig verehrt sein.“ Mit Arghya-Wasser und dem Grundmantra bringe man dies der Göttin dar. In den drei inneren Winkeln gebe man dreimal eine Blütenhandgabe.

Rechts in der Cakra-Mitte: „uttamabāṇāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Bīja;] Verehrung dem vortrefflichen Pfeil.

Links: „mohadhanuṣe namaḥ“ – [gegebenenfalls Bīja;] Verehrung dem bezaubernden Bogen.

Darunter: „karkkaśāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Bīja;] Verehrung dem Rauhen beziehungsweise Harten [Gegenstand nicht eindeutig benannt].

Rechts: „stambhāṅkuśāya namaḥ“ – [gegebenenfalls Bīja;] Verehrung dem lähmenden Stachelstock.

Vorn: „klīṃ kāmeśvaryai namaḥ“ – [gegebenenfalls Bīja;] Verehrung Kāmeśvarī.

Danach: „āṃ cakriṇyai namaḥ“ – [gegebenenfalls Bīja;] Verehrung der Cakra-Trägerin.

Danach: „aiṃ bhagaśālinyai namaḥ“ – [gegebenenfalls Bīja;] Verehrung der mit Bhaga Begabten.

Mit dem Grundmantra: „śrīmahātripurasundaryai namaḥ“ – [gegebenenfalls Bīja;] Verehrung der ehrwürdigen Mahātripurasundarī.

Dann meditiere man in der Mitte des Dreiecks über Kāmakalā in Gestalt des Lautes ī.

„Brahmaviṣṇurudreśānasadāśivebhyaḥ pañcapretebhyo namaḥ“ – Verehrung Brahmā, Viṣṇu, Rudra, Īśāna und Sadāśiva, den fünf reglosen Trägern [wörtlich: fünf Pretas].

„Navagrahebhyo namaḥ“ – Verehrung den neun Planetenmächten. Nach dieser Verehrung nehme man die Gebetskette und rezitiere nach Vermögen.

„Du Hüterin des Geheimsten der Geheimnisse, nimm unsere vollzogene Rezitation an. Möge mir durch deine Gnade Vollendung zuteilwerden, o Göttin, große Herrin.“ Mit Wasser bringe man den Japa in die linke Hand der Göttin dar und stelle sich vor, dass sie ihn als Licht angenommen hat.

„Was an Vorschrift, Ausführung und Hingabe unvollständig war, möge alles durch deine Gnade vollständig werden, o Dreiäugige.“ Man preise sie nach Vermögen, umwandle sie, verneige sich dreimal und betrachte sich als einen, dessen Ziel erfüllt ist. Man zeige die Yoni-Mudrā und verabschiede die Göttin mit der Saṃhāra-Mudrā.

Man nehme die übriggebliebenen Opfergaben, zeichne im Nordosten ein Dreiecks-Maṇḍala und verehre mit „aiṃ caṃ caṇḍeśvaryai namaḥ“ – Aiṃ caṃ, Verehrung Caṇḍeśvarī. Dann lege man die Opferreste auf den Kopf und bewege sich nach Wohlgefallen.

Allein durch die Kenntnis der Śrīvidyā entsteht sämtliche Vollendung. Darum darf die Vidyā niemals einem ohne Hingabe gegeben werden. Damit endet die Ordnung der Verehrung.

Shodashi-Kalyani-Stotra

Nun der Hymnus.

1. O Mutter, was wurde im Geist der hingegebenen Menschen nicht bewirkt durch die Dienste zu Füßen deiner Lotusfüße, die Nektar erfüllten Heilsschauern gleichen und glückverheißende Leuchten für Lakṣmīs freie Gattenwahl sind?

2. Mutter, deren Augen im Wasser gewachsenen Lotussen gleichen: Bei der Verehrung deiner ist allein dies begehrenswert – die Gegenwart deiner Gestalt, die einem sich öffnenden roten Lotus gleicht und von höchstem Nektar überflutet ist.

3. Wie viele gibt es, angefangen bei Brahmā, die von nur geringer Macht getrübt und Tag für Tag vom Untergang überwältigt werden! Nur derjenige, o Mutter, besitzt beständige Vollendung, der sich auch nur einmal zu deinen Füßen verneigt.

4. O Tripurasundarī, wer auch nur einmal deinen Seitenblick empfängt, erfüllt vom Glanz des aufkeimenden Mitgefühls, wird durch die Schönheit des Liebesgottes beglückt: Deine Verehrer bezaubern die jungen Frauen selbst in allen drei Welten.

5. Mutter, die du im Dreieck wohnst, o Tripurā, Dreiäugige: Wer hrīṃ allein als deinen Namen ausspricht, entgeht durch die Erinnerung an dich der Überwältigung durch Yamas Diener und erfreut sich mit den Weltenhütern im Nandana-Garten.

6. Wie könnte der heftige Ansturm des Giftes, der die Kehle des Vernichters der drei Städte erfüllt, nicht grausam wirken, Mutter, wenn nicht diese deine Körperhälfte, immerfort nektarüberflutet und kühl, ihm Erleichterung gewährte? [adhigalatparipūrṇamānaḥ ist syntaktisch auffällig; die Aussage wird nach dem Zusammenhang vorsichtig übertragen.]

7. Die Verneigung vor deinen Lotusfüßen, o Göttin, erzeugt Allwissenheit und Gewandtheit der Rede in der Versammlung. Dazu verleiht sie eine strahlende Krone, einen leuchtenden Sonnenschirm, zwei Wedel und ein großes Reich.

8. Mutter, deine Blicke sind Wunschbäume im Gewähren des Ersehnten und Meere des Mitgefühls. O Tripurasundarī, blicke auf mich Schutzlosen, dessen Hingabe allein dir gilt und dessen Blick auf dich gerichtet ist.

9. Ach, andere richten ihren Geist auf andere und tragen ihre Hingabe anderen Gottheiten entgegen. Ich aber erinnere im Geist allein dich, o Göttin; allein dich preise ich. Du allein bist meine Zuflucht, o Mutter.

10. Auch wenn Hunderttausende Ziele für deine Augenblicke vorhanden sind, o Tripurasundarī, blicke doch irgendwie auf mich. Gewiss wurde niemand geboren, wird niemand geboren werden und wird niemand geboren, der wie ich einzig des Mitgefühls bedarf.

11. Was wäre hier schwer erreichbar für diejenigen, die Tag für Tag hrīṃ, hrīṃ als deinen Namen wiederholen, o Tripurā? Lakṣmī selbst, die Honigsüße, dient ihnen, die mit Girlanden, Kronen und brünstigen Elefanten geehrt werden.

12. Deine Verehrungen verleihen Fülle, erfreuen sämtliche Sinne, sind im Gewähren von Herrschaft geschickt und bereit, Übel auszureißen, o Lotusäugige. Mögen sie mich, Mutter, unablässig erfüllen – keinen anderen. [Die persönliche Bitte des Verses bleibt in ihrer ausschließlichen Form erhalten.]

13. Es triumphiert jene eine Gestalt von dir mit Schlinge, Stachelstock, Zuckerrohrbogen und Blütenpfeilen: Sie ist Zeugin des Gottes mit der gebrochenen Axt, des höchsten Bhairava, wenn er den Tāṇḍava-Tanz zum Auflösen des Weltalters vollzieht.

14. Mutter, möge dieser dein höchster Glanz stets [in mir] haften: rot wie reichliche Safranpaste, mit leuchtender Krone und Mondsichel als Schmuck, im Dreieck erschienen und mit höchstem Nektar gesalbt.

15. Mutter, wer als Mantrakenner täglich vor dir diesen Hymnus rezitiert, erleuchtet durch den großen Mantra und von dreifachem hrīṃ umschlossen, dem dienen Könige unter seiner Macht; Lakṣmī bleibt lange bei ihm. Seine Rede ist erfüllt vom Sinn makelloser guter Worte, und sein Ruhm bleibt lange wach. Damit endet das von Brahmā verfasste Ṣoḍaśī-Kalyāṇī-Stotra.

Shodashi-Kavaca

Nun der Schutzpanzer.

Die Göttin sprach:

1. Gott der Götter, großer Gott, der du den Verehrern Freude schenkst: Überdenke es wohl und verkünde mir den Schutzpanzer der großen Göttin.

Der ehrwürdige Mahādeva sprach:

2. Höre, Göttin: Ich werde den selbst den Göttern schwer erreichbaren Schutzpanzer verkünden, der nicht öffentlich bekannt gemacht werden soll, höchst geheim ist und dem Übenden die ersehnte Vollendung verleiht.

3. Der Seher dieses Schutzpanzers, o Göttin, ist der unvergängliche Dakṣiṇāmūrti. Als Versmaß ist Paṅkti angegeben, und die Gottheit ist Tripurasundarī.

4. Die Anwendung gilt der Verwirklichung von Dharma, Wohlstand, Wunscherfüllung und Befreiung. [Seine Silben sind] das Vāgbhava-, das Kāma- und das Śakti-Bīja, o Herrin der Götter.

5. Vāgbhava beschütze mich am Kopf, das Kāma-Bīja am Herzen. Das Śakti-Bīja beschütze mich stets am Nabel, am Schambereich und an den Füßen.

6. Eṃ klīṃ sauṃ: Bālā beschütze mich am Mund zu sämtlicher Vollendung. Hasoḥ sakalahrīṃ: Bhairavī beschütze mich am Hals. [Die erste Formel lautet in der Quelle e/klī/ sauṃ; hasoḥ bleibt ebenfalls unverändert.]

7. Sundarī [beschütze mich] am Nabel, Kāmakalā stets am Kopf und Mahātripurasundarī im Bereich zwischen Brauen und Nase.

8. Subhagā beschütze mich an der Stirn, Bhagā am Hals, Bhagodayā am Herzen und Bhagasarpiṇī am Bauch.

9. Bhagamālā [beschütze mich] am Nabel, Manobhavā am Geschlechtsorgan. Am Schambereich beschütze mich die große Göttin, Rājarājeśvarī, die Heilvolle.

10. Die Bewusstsein verkörpernde Weltenmutter beschütze mich an den Füßen, Nārāyaṇī an sämtlichen Gliedern und Śubhaṅkarī, die Heil Bewirkende, am ganzen Körper.

11. Brahmāṇī beschütze mich im Osten, Vaiṣṇavī im Süden, Vārāhī im Westen und Maheśvarī im Norden.

12. Kaumārī beschütze mich im Südosten, Mahālakṣmī im Südwesten, Cāmuṇḍā im Nordwesten und Indrāṇī im Nordosten.

13. Im Wasser beschütze mich Mahāmāyā, auf der Erde Sarvamaṅgalā, im Raum Varadā, die Herrin aller drei Welten.

14. Dieser Schutzpanzer der Göttin ist selbst für die Götter schwer erreichbar. Wer ihn nach dem morgendlichen Aufstehen rein und mit gesammeltem Geist rezitiert …

15. … dem sollen weder seelische Leiden noch Krankheiten noch irgendwo Furcht entstehen; weder Furcht vor einer Seuche noch vor Verfehlungen soll ihn treffen.

16. Er soll weder unter die Macht der Armut geraten noch unter der Macht des Todes bleiben; er soll die beständige Stadt erreichen. Göttin, wahrlich, wahrlich sage ich dies.

17. Wer Śrīvidyā rezitiert, ohne diesen Schutzpanzer zu kennen, o Geliebte, erlangt deren Frucht nicht, sondern kann von Waffen getroffen werden. [Dies ist die Warnung der Quelle.]

Damit endet im Siddhayāmala der Schutzpanzer der ehrwürdigen Ṣoḍaśī-Vidyā.

Shodashi-Hridaya

Nun das Herzgebet.

1. Auf dem Kailāsa fragte sie, von Mitgefühl erfüllt und auf das Wohl anderer bedacht, den überaus gütigen Maheśvara, den Ozean des Mitgefühls.

Die ehrwürdige Pārvatī sprach:

2. O Brahman, im kommenden Kali-Zeitalter werden die Menschen ohne Dharma und entsprechende Handlungen sein. Wie wird ihnen Heil zuteilwerden?

Der ehrwürdige Śiva sprach:

3. Höre, Göttin, große Herrin: Aus Liebe zu dir werde ich den in den drei Welten schwer erreichbaren Sundarī-Hṛdaya-Hymnus verkünden.

4. Menschen, die vom Leid gequält und deren Herzen von Armut niedergeschlagen sind, wird schon durch die Rezitation dieses Hymnus Heil zuteilwerden.

Oṃ. Für den Mantra des ehrwürdigen Mahāṣoḍaśī-Hṛdaya-Stotra ist Ānandabhairava der Seher, die göttliche Gāyatrī das Versmaß, Śrī Mahātrisundarī die Gottheit und aiṃ das Bīja … [Mahātrisundarī ist hier die Form der Vorlage.]

… sauḥ ist die Kraft, klīṃ der Keil. Die Anwendung gilt Dharma, Wohlstand, Wunscherfüllung und Befreiung.

Am Kopf: „ānandabhairavaṛṣaye namaḥ“ – Verehrung dem Seher Ānandabhairava.

Am Mund: „devīgāyatrīchandase namaḥ“ – Verehrung dem Versmaß der göttlichen Gāyatrī.

Am Herzen: „śrīmahātripurasundarīdevatāyai namaḥ“ – Verehrung der Gottheit Mahātripurasundarī.

Am Nabel: „aiṃ bījāya namaḥ“ – Verehrung dem Bīja aiṃ.

Im Svādhiṣṭhāna: „sauḥ śaktaye namaḥ“ – Verehrung der Kraft sauḥ.

Im Mūlādhāra: „klīṃ kīlakāya namaḥ“ – Verehrung dem Keil klīṃ.

An den Füßen: Anwendung für Dharma, Wohlstand, Wunscherfüllung und Befreiung. Nun die Nyāsas der Hände und Glieder.

„aiṃ hrīṃ klīṃ aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ – [Mantrasilben;] Verehrung den beiden Daumen.

„klīṃ śrīṃ sauḥ aiṃ tarjjanībhyāṃ svāhā“ – [Mantrasilben;] den beiden Zeigefingern, svāhā.

„sauḥ oṃ hrīṃ śrīṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ“ – [Mantrasilben;] den beiden Mittelfingern, vaṣaṭ.

„aiṃ ka e ī la hrīṃ ha sa ka ha la hrīṃ anāmikābhyāṃ hūm“ – [Mantrasilben;] den beiden Ringfingern, hūm.

„klīṃ sakala kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ“ – [Mantrasilben;] den beiden kleinen Fingern, vauṣaṭ. [Nach sakala steht in dieser Vorlage kein hrīṃ.]

„sauḥ sauḥ aiṃ klīṃ hrīṃ śrīṃ karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ“ – [Mantrasilben;] den Handflächen und Handrücken, phaṭ.

Entsprechend vollziehe man den Glieder-Nyāsa. Nun die Meditation.

5. Mit Hingabe verehre ich Ṣoḍaśī, Bhāratī, die grenzenlos wie die eben erschienene junge Sonne leuchtet und Heil gewährt. Ihr leicht erblühtes Lotusgesicht vertreibt mit den Strahlen seines Lächelns die Finsternis, die aus dem Verlangen entsteht [āśābhavāndha, Wortgliederung vorläufig]. In ihren vier lotosgleichen Händen trägt sie Schlinge und Stachelstock und zeigt Furchtlosigkeit und Gabengewährung. Sie strahlt und verleiht Gedeihen.

6. Sundarī nimmt sämtlichen Makel fort. Ihr ersehnenswerter Glanz gleicht zehn Millionen Freunden des Lotus [Sonnen]. Der heilige Lotus ihrer Füße wird durch verdienstvolle Taten aus zehn Millionen Weltaltern verehrungswürdig [der Schlusskomplex ist syntaktisch gedrängt].

7. Ihr schönes Gesicht gleicht dem Mond; sie ruht auf dem heilsamen Zufluchtsgrund der Kraft des Herrn der Śrī [śrīśaśaktisukṛtāśrayaśritā, Gliederung vorläufig]. Gute Menschen sollen ihrer wahren Stätte folgen; in der Not wird sie von den Götterscharen gepriesen.

8. Ich verehre jene unbesiegte Weltenmutter, den Ursprung der Welten, die Siegreiche, die im Kampf zwischen Göttern und Dämonen rasch die schwer zu bezwingenden kampfbereiten Söhne Ditis erschlug.

9. Ich verehre im Herzen jene Heilvolle, die im Herzen der Yogins wohnt, deren Geist im Yoga gesammelt und deren Selbst beherrscht ist; sie wacht in der Welt, und die Zweimalgeborenen rezitieren sie mit Sorgfalt.

10. Ich verehre jene Kālikā, die die Makel des Kali-Zeitalters fortnimmt. Die Kundigen betrachten sie; ihre Kraft dient den Menschen des Kali-Zeitalters, und die Scharen der Kaulas verehren ihre Lotusfüße. [kalpakāḥ und kaulikālikalita sind mehrdeutig.]

11. Frohen Herzens erinnere ich im Herzen Ṣoḍaśī: Mit grenzenloser Strahlenfülle wie die junge Sonne erhellt sie durch die Strahlen ihres Leibes die Enden der Richtungen. Leuchtend gleicht sie einem mächtigen Waldbrand für den Wald der Dämonenheere. Sie bezwingt den heftigen Geist [dāntodantogracittām, beschädigte Verbindung], vernichtet die Söhne Ditis, ist sehenswert und unermesslich; ihr Herz ist von Mitgefühl für die Bedrängten bewegt.

12. Ich betrachte Sundarī: standhaft, gesegnet, die Erde tragend; der Staub ihrer Lotusfüße wird von dem auf dem Haupt [ihres] Gatten Getragenen abgeschüttelt [dhavavidhṛtaśirodhūtadhūlyabjapādām, Verbindung stark unsicher]. Sie ist kühn, und ihr schön leuchtender Glanz übertrifft den Blitz unter den Regenwolken. Sie ist Dharma; [dhūtopahārām, „mit abgeschüttelter Gabe“, unklar]. Sie erhebt die Herren der Brahmanen [dharaṇisuradhava, Bezug unsicher], ihre Gestalt ist Gegenstand der Meditation. Sie ist weise, glücklicher als die Glücklichen und vom Reichtum des Reichtumsspenders umgeben. Die beschädigten Wortverbindungen erlauben keine durchgehend sichere Übersetzung.

13. Sieg, Sieg der Rede, der Yoginī, die mit Yoga verbunden ist! Sieg, Sieg der Sanften, Sundarī mit dem schönen Gesicht! Sieg, Sieg Padmā, der Lotusfrau Keśavas! Sieg, Sieg Kālī, Kālinī, der Geliebten Kālas!

14. Sieg, Sieg der Kleinen, Ṣoḍaśī, die die Veden in den Händen hält! Sieg, Sieg der Trägerin, der Dharmahaften, dem Frieden des Schöpfers! Sieg, Sieg der Rede, der Brahmanischen, der von Brahmā Verehrten! Sieg, Sieg Durgā, die den Feind der Götter zerreißt!

15. Göttin, zur Schöpfungszeit bist du rajasgeprägt und rot, vom Lotusgeborenen getragen. Zur Zeit der Erhaltung bist du die Mutter, im Herzen Haris getragen, sattvageprägt und weiß. Am Ende des Daseins bist du von großem Zorn, in die Wohnstatt Bhavas eingegangen, tamasgeprägt und schwarz. Du allein bist diese und die übrigen [Gestalten], die von den Menschen auf Erden anerkannt werden: Sundarī, die eine Uranfängliche.

16. O Göttin, Kennerin der Eigenschaften: Dieser [sumalasumana, „gute Blüte/guter Geist“, Lesung gestört] Ṣoḍaśī-Hymnus namens Hṛdaya soll geheim gehalten werden, ist zum Aufnehmen und Erwägen geeignet und vernichtet das Bösartige. Er gleicht seinem Wesen nach dem göttlichen Wunschbaum, verleiht den Rezitierenden Gedeihen und ist höchst ehrwürdig.

17. Wer diesen höchst wunderbaren Hymnus der Ṣoḍaśī Tripurasundarī hört, genießt stets Glück.

18. Er soll nicht einem Śūdra, einem Betrüger oder einem von Makeln erfüllten Menschen gegeben werden. Man gebe ihn einem Selbstbeherrschten und Hingebungsvollen, besonders einem Brahmanen. [Wiedergabe der sozialen Zugangsbeschränkung der historischen Quelle.]

Damit endet im ehrwürdigen Tripurasundarī-Tantra das Ṣoḍaśī-Hṛdaya-Stotra.

Shodashi-Upanishad

Nun die Upaniṣad.

Oṃ. Die Kraft ist die höchste Ursache. [kena, „wodurch“, steht ohne sicheren Anschluss.] Der Leib besitzt die Gestalt von neun Cakras; das Śrīcakra besteht aus der Kraft der neun Cakras. Vārāhī hat Vatergestalt; Kurukullā ist die Muttergottheit [cīladevatā, beschädigte nähere Bezeichnung]. Die menschlichen Lebensziele sind die Meere. Der Leib ist die Insel der neun Edelsteine [navaratne, Form gestört]. Die neun Mudrā-Kräfte sind die Grundlage; sie sind mit den sieben Körperbestandteilen, Haut und den übrigen, auf vielfache Weise verbunden. Die Vorstellungen sind die Wunschbäume; der Glanz ist der Wunschbaumgarten. Die auf der Zunge erscheinenden Geschmäcker – süß, sauer, bitter, scharf, herb und salzig – sind die sechs Geschmäcker. [Die Verbindung zu den Meeren im vorausgehenden Abschnitt ist in dieser Fassung nicht ausdrücklich hergestellt.] Kuṇḍalinī ist der Sitz der Handlungskraft und die Erkenntniskraft. Das Ich ist die Willenskraft, Mahātripurasundarī. Der Erkennende ist der Opferpriester, Erkenntnis die Arghya-Gabe, das Erkennbare die Opfergabe. Das Betrachten der Nichtverschiedenheit von Erkennendem, Erkenntnis und Erkennbarem ist die Verehrung des Śrīcakra. [jñātṛjñānajñeyā namo bhedabhāvanam ist beschädigt; „Nichtverschiedenheit“ ist eine durch den Zusammenhang gestützte Deutung, keine gesicherte Lesung.]

Die neun ästhetischen Empfindungen, angefangen mit Liebesstimmung, zusammen mit Niyati, entsprechen Aṇimā und den übrigen [Vollendungen]. Verlangen, Zorn, Gier, Verblendung, Hochmut, Neid, Verdienst und Verfehlung bilden die acht Kräfte, beginnend mit Brāhmī. Die Grundlage sind die neun Mudrā-Kräfte. Erde, Wasser, Feuer, Wind, Raum, Gehör, Haut, Auge, Zunge, Nase, Rede, Hände, Füße, After, Geschlechtsorgan und die Veränderung [vikāra] sind die sechzehn Kräfte. Die Vermögen des Sprechens, Greifens, Gehens, Ausscheidens, Genießens, Annehmens, Aufnehmens und Gleichgültiglassens sind die acht Kräfte, beginnend mit Anaṅgakusumā. [Die Folge ādāna/upādāna ist nicht eindeutig geschieden.]

Alambuṣā, Kuhū, Viśvodarī, Varuṇā, Hastijihvā, Yaśasvinī, Gāndhārī, Pūṣā, Sarasvatī, Iḍā, Piṅgalā und Suṣumnā: Diese vierzehn Nāḍīs sind die Gottheiten des vierzehnwinkligen Cakra, beginnend mit Sarvasaṅkṣobhiṇī. [Die Vorlage nennt tatsächlich nur zwölf Nāḍī-Namen.] Prāṇa, Apāna, Vyāna, Udāna, Samāna, Nāga, Kūrma, Kṛkala, Devadatta und Dhanañjaya, die zehn Winde, sind die Gottheiten des äußeren zehnwinkligen Cakra, beginnend mit Sarvasiddhipradā. Diese zehn Winde bestehen aufgrund unterschiedlicher Verbindungen und Bedingungen als ausstoßend, einfüllend, nährend, brennend, überflutend und nektarhaft [recaka, pūraka, poṣaka, dāhaka, alpāvaka/amṛta; die Wortfolge ist gestört]. In Verbindung mit den Lebenskräften ist das Bauchfeuer der Menschen fünffach; [mohaka, „verwirrend“, steht auffällig]. Es verdaut die vier Arten von Nahrung: zu Kauendes, zu Essendes, zu Leckendes und zu Saugendes. Diese sämtlichen [Kräfte; tadākāśavān, Anschluss unklar] sind die Gottheiten des inneren zehnwinkligen Cakra, beginnend mit Allwissenheit.

Kälte, Hitze, Wohlsein, Leid, Wunsch, Sattva, Rajas und Tamas sind die acht Kräfte, beginnend mit Vaśinī. Klang, Berührung, Gestalt, Geschmack und Geruch, die fünf feinen Sinnesgegenstände, sind die fünf Blütenpfeile. Der Geist ist der Zuckerrohrbogen [manekṣudhanur, beschädigte Verbindung]; [valyo bāṇo, „… Pfeil“, unklar]. Anhaftung ist die Schlinge; Abneigung der Stachelstock. Das Unentfaltete, das große Prinzip und das Ichbewusstsein sind Kāmeśvarī, Vajreśvarī und Bhagamālinī, die Gottheiten an den Spitzen des inneren Dreiecks. Die Betrachtung des Wandels der Zeit in Gestalt der fünfzehn Mondtage ist die [Verehrung der] fünfzehn Nityās. [śuddhānurūpādhidevatā, „die dem Reinen entsprechende herrschende Gottheit“, syntaktisch offen.]

Die von Bedingungen freie Kāmeśvarī aller Götter, erfüllt von beständiger Glückseligkeit, ist Lalitā-Kāmeśvarī in Gestalt der Einheit mit dem eigenen Selbst. Die Göttin, erfüllt von dichter beständiger Glückseligkeit und eins mit dem eigenen Selbst, ist Lalitā: Dies zusammenzubringen ist Sattva [sāhityakaraṇaṃ sattvam, Sinn vorläufig]. Die von der Vorstellung „dies ist zu tun, jenes nicht“ freien Darbringungen sind die Upacāras. Die Auflösung des Geistes mit seinen Unterscheidungen „ich, du“, „es ist, es ist nicht“, „zu tun, nicht zu tun“, „zu verehren, nicht zu verehren“ ist das Feueropfer. Die Fähigkeit der äußeren und inneren Organe eine Gestalt zu erfassen, ist die Anrufung. Dass diese äußeren und inneren Organe einen einheitlichen Gegenstand erfassen, ist der Sitz. Die Vereinigung des roten und weißen Fußes beziehungsweise Zustandes ist das Fußwaschwasser. [ujjvaladāmodānandāsānandanam: eine beschädigte Verbindung aus „hell“, „Duft“ und „Freude“] ist die Arghya-Gabe. Die klare, aus sich selbst bestehende Kraft ist das Ācamana. Die Erinnerung an das aus dem Bewusstseinsmond Bestehende ist das Bad. Die Erinnerung an die Kraft höchster Glückseligkeit, die das Bewusstseinsfeuer verkörpert, ist das Gewand.

Die Brahman-Nāḍī mit ihren Fäden, aus dem Brahman-Knoten bestehend, von Willens- und Handlungsnatur und jeweils siebenundzwanzigfach geschieden, ist die heilige Brahman-Schnur. [Die genaue Gliederung dieser Fadenbeschreibung ist unsicher.] Die Erinnerung frei von Anhaftung an das zusätzliche Gewand [savyātiriktavastra, beschädigte Verbindung] ist der Schmuck. Die Erinnerung an freie, völlige Erfülltheit ist der Duftstoff. Die beständige Verbindung mit sämtlichen Gegenständen bei festem Geist ist die Blüte. Deren beständige Annahme ist der Räucherduft. Der vom Wind ununterbrochene, aufwärts flammende Raumleib des Glücks aus Sein und Bewusstsein ist die Leuchte. Das Aufgeben allen Kommens und Gehens ist die Speisegabe. Die Vereinigung der drei Bewusstseinszustände ist der Betel.

Das Hin- und Hergehen vom Mūlādhāra bis zur Brahmanöffnung und von der Brahmanöffnung bis zum Mūlādhāra ist die Rechtsumwandlung; [es folgt] das Verweilen im vierten Zustand. Das Eintauchen über den von Prägungen geformten Leib hinaus in die Leere [saṃskāradehaśūnyapramāditāvatimajjanam, Lesung beschädigt] ist das Darbringen der Bali-Gabe. Die Auflösung im Selbst von „es ist“, „zu tun“, „nicht zu tun“ und Gleichgültigkeit ist das Feueropfer. Die Betrachtung der Nichtverschiedenheit der Gegenstände der inneren Betrachtung ist die Trankspende. Das eigene Eintauchen in ihre Sandalen ist die vollkommen erfüllte Meditation.

Wer so mit der Betrachtung der drei Gestalten verbunden ist, wird befreit. Ihm gelingt die Einheit von Gottheit und Selbst. Die Tätigkeiten des Bewusstseins gelingen mühelos. Er allein wird Śiva-Yogin genannt. Damit endet die Ṣoḍaśī-Upaniṣad.

Textanmerkung: Diese Fassung enthält mehrere beschädigte Verbindungen und unvollständige Zahlenreihen. Die lesbaren Aussagen wurden vollständig übertragen; nicht sicher verständliche Verbindungen stehen mit lokaler Kennzeichnung. Es wurde kein Wortlaut einer anderen Bhāvanā-Upaniṣad-Fassung eingeschoben.

Shodashi: 108 Namen

Nun die hundert Namen.

Bhṛgu sprach:

1. Viergesichtiger, Herr der Welt, verkünde mir einen Hymnus, o Herr, durch dessen bloßen Vollzug ein Mensch Hingabe erlangt.

Brahmā sprach:

2. Aus den tausend Namen wurden die 108 Namen Sundarīs herausgenommen und verkündet: ein Geheimnis, geheimer als das Geheime.

Oṃ. Für diesen Hymnus der 108 Namen Ṣoḍaśīs ist Śambhu der Seher, Anuṣṭubh das Versmaß und Ṣoḍaśī die Gottheit. Seine Anwendung gilt der Verwirklichung von Dharma, Wohlstand, Wunscherfüllung und Befreiung.

3. Oṃ. Tripurā; Mutter Ṣoḍaśī; die Dreisilbige; die Dreifache; der dreifache Veda; die Schöne; die Schöngesichtige; die zu Verehrende; die dem Sāmaveda ganz Hingegebene.

4. Śāradā; die Wohnstätte des Klanges; das Meer; die in Flüsse Gekleidete [saritāmbarā, auch anders gliederbar]; die Reine; [aśuddhatamus, beschädigte Folge]; die Tugendhafte; die ganz der Meditation über Śiva Hingegebene.

5. Die Herrin; die Gemahlin Śambhus; Śāmbhavī; Sarasvatī; die den Ozean Quirlende; die rasch Gehende; die rasch Vollendung Verleihende.

6. Die von Guten zu Verehrende; die für Gute Erreichbare; deren Geist durch die Guten erfreut ist; die Khaṭvāṅga-Trägerin; die Kleine; die Schwert und Schädelschale trägt.

7. Die vom Wesen der sechs Feinde Freie; die die Sechsergruppe als Gefolge hat; die Sechsergruppe; die Sechsgliedrige; die Sechsfache; die Sechzehnjährige.

8. Die Opfergestaltige; die Opfermächtige; Ṛbhukṣā [auf Ṛbhukṣan/Indra bezogene Bezeichnung]; die mit Opfern Geschmückte; die von der ka-Gruppe bis zur pa-Gruppe reicht; die die unbegrenzte Gestalt der Halbvokale besitzt [antasthānantarūpiṇī, Wortgrenze unsicher].

9. Die von der Gestalt des Lautes a Freie [akārākārarahitā]; die Zeit, Tod und Alter fortnimmt; die Schlanke; die Herrin der Tattvas; Tārā; die Dreijährige; die Erkenntnisgestaltige.

10. Kālī; die Furchtbare; die Herrin des Verlangens; Chāyā; Sañjñā; Arundhatī; die von begrifflicher Unterscheidung Freie; die äußerst Schnelle; die mit großem Tatendrang; die Großbäuchige.

11. Die Wolke; Bālakā [Lesung unklar]; die Makellose; die makellose Erkenntnis verleiht; Gaurī; die Erde; die Beschützerin; die vom Herrn der Rinder Verehrte.

12. Die Bhaga zum Leib hat; die Bhaga-Gestaltige; die ganz der Haltung der Hingabe Zugewandte; Chinnamastā; die große Rauchgestalt; die mit Rauch Geschmückte.

13. Die von Dharma, Handlung und dergleichen Freie; die Dharma und Handlung ganz Hingegebene; Sītā; Mātaṅginī; die Einsicht; die den Dämon Madhu vernichtet.

14. Bhairavī; die Mutter der Welten; die Furchtlosigkeit verleiht; die Schöne Bhavas; die Gefühlvolle; Bagalā; Kṛtyā; Bālā; Tripurasundarī.

15. Rohiṇī; Revatī; die Liebliche; Rambhā; die von Rāvaṇa Verehrte; die aus hundert Opfern Bestehende; Sattvā; die dem Hundertopferer Indra Gaben verleiht.

16. Die Göttin, deren Gesicht hundert Monden gleicht; die tausend Sonnen Gleiche; die Mond, Sonne und Feuer zu Augen hat; die mit einem Tigerfellgewand Umhüllte.

17. Die eine Mondsichel trägt; die Berauschte; der Rauschtrank; die mit berauschenden Augen. So habe ich dir die geheim zu haltenden 108 Namen verkündet.

18. [Diese Namen] Sundarīs verleihen alles, sollen verehrt werden und vernichten große Verfehlungen. Im Kali-Zeitalter sind sie geheim zu halten, geheim zu halten, geheim zu halten.

19. Welche Frucht für das Rezitieren der tausend Namen verkündet wurde: Das Verdienst des Preisens dieses Hymnus ist zehn Millionen Mal größer.

20. Wer diesen Hymnus stets voller Hingabe um Mitternacht, bei Sonnenaufgang, zur Abenddämmerung oder am neunten Mondtag rezitiert, erlangt höchst wunderbare, geliebte Genüsse.

Damit endet im ersten Teil des Brahmayāmala der Hymnus der 108 Namen Ṣoḍaśīs.

Einleitung zum Tausendnamenhymnus

Nun die tausend Namen.

Auf dem schönen Gipfel des Kailāsa, geschmückt mit vielerlei Edelsteinen, inmitten von Wunschbäumen, von vielerlei Blüten verschönert mitten in einer Edelsteinhalle, von Weisen und Gandharvas verehrt, saß er behaglich, der Erhabene, der Guru der Welt … [taṅkaścit ist grammatisch auffällig.]

… Schädel und Khaṭvāṅga tragend, mit einer Mondsichel als Hauptschmuck, Dreizack und Sanduhrtrommel in den Händen, auf dem großen Stier reitend der Gott mit aufgetürmten Haarflechten, mit Vāsuki als Halsschmuck, mit heiliger Asche geschmückt, der Blaukehlige, Dreiäugige in ein Raubkatzenfell gekleidet, reinem Kristall gleich, wie tausend Sonnen strahlend, mit Girijā als Schmuck seiner einen Körperhälfte.

Der Pfauenreiter verneigte sich mit dem Haupt vor diesem Herrn, der Ursache in Allgestalt. Mit gefalteten Händen sprach er zu ihm:

Kārttikeya sprach:

Gott der Götter, Herr der Welt, dessen Wesen Schöpfung, Erhaltung und Auflösung ist: Du allein bist das höchste Selbst und die Zuflucht aller Verkörperten.

Du bist die Zuflucht sämtlicher Welten und ebenso der Bedrängten. Du allein bist die Grundlage der Welt; du bist die Ursache dieses Alls.

Du allein bist von allen zu verehren; außer dir gibt es für mich keine Zuflucht. Was ist das höchste Geheimnis in der Welt? Was ist das Eine, das alle Vollendungen verleiht?

Was ist das eine höchste Vorzüglichste? Welche Verbindung beziehungsweise welcher Yoga verleiht Himmel und Befreiung? Ohne Wallfahrt, Askese, Gaben und Opfer ohne Auflösung und Meditation: Wie kann ein Mensch Vollendung erlangen? Woraus entsteht die Schöpfung, und worin findet die Auflösung statt?

Wodurch, o Gott, wird man aus der Bedrängnis des Saṃsāra-Ozeans hinübergeführt? Das möchte ich hören; verkünde es, Maheśvara.

Īśvara sprach:

Gut, gut hast du gefragt, geliebter Sohn Pārvatīs! Es gibt ein höchstes Geheimnis, mein Sohn; ich werde es gewiss verkünden.

Sattva, Rajas und Tamas, die übrigen Prinzipien, angefangen mit Mahat, und die vielen weiteren Wesen entstehen sämtlich aus Prakṛti.

Sie allein ist die Göttin, die höchste Kraft, Mahātripurasundarī. Sie allein gebiert das All; sie allein wird das All durchziehen [prayāsyati, Lesung nach der Vorlage].

Sie allein zieht das All, diese bewegliche und unbewegliche Welt, wieder ein. Sie ist die Grundlage aller Wesen und nimmt Krankheit und Leid fort.

Als Willens-, Erkenntnis- und Handlungskraft, als Brahmā, Viṣṇu, Śiva und die übrigen, schafft, erhält und vernichtet sie in dreifacher Kraftgestalt.

In Brahmā-Gestalt wird diese Welt geschaffen, in Viṣṇu-Gestalt erhalten. In Rudra-Gestalt löst sie diese bewegliche und unbewegliche Welt auf.

In ihrem Mutterschoß wandelt sich die ganze Welt noch heute; in ihr löst sie sich am Ende auf, und aus ihr wird sie erneut geboren.

Durch ihre rechte Verehrung erlangten die drei Welten die höchste Stätte. Ihre tausend Namen werde ich nun verkünden; höre sie.

Oṃ. Für den Mantra des Tausendnamenhymnus der Mahātripurasundarī ist der ehrwürdige Bhagavān Dakṣiṇāmūrti der Seher, Jagatī das Versmaß. Die Gottheit ist diejenige, deren unbegreifliche Macht sämtliche offenbaren, verborgenen, Überlieferungs-, Kula-, Kaula-übersteigenden, Nirgarbha- und geheimen [Formen] umfasst [das lange Kompositum erlaubt keine völlig sichere Gliederung]. Oṃ ist das Bīja, Māyā die Kraft und das Kāmarāja-Bīja der Keil. [Weiter nennt die Vorlage:] Das individuelle Leben ist das Bīja, Suṣumnā die Nāḍī und Sarasvatī die Kraft. Die Anwendung des Japa gilt Dharma, Wohlstand, Wunscherfüllung und Befreiung.

O Heilvolle, diejenigen, die deine drei Stätten meditieren – das Vāgbhava-Bīja im Grundzentrum, schön wie die Scheibe der jungen Sonne und goldglänzend; das Manmatha-Bīja im Herzlotus, einem roten Indragopa-Insekt gleich; und das von Śakti erfüllte, mondglänzende [Bīja] an der Stätte Viṣṇus und Brahmās –, gelangen zur Stätte des Glücks. [viṣṇubrahmapadastha ist nach der vorliegenden Wortfolge übersetzt; eine andere Lesung wird nicht eingesetzt.]

Shodashi: Tausendnamenhymnus

Die Heilvolle; Kamalā, die Lotusgöttin; Kālī; die Furchtbare; die die Gestalt des Verlangens annimmt; Kāmākhyā; die Wünsche verleiht; die Begehrenswerte.

das Verlangen; die nach freiem Wunsch handelt.

Die Nacht der Zeit; die große Nacht; die Schädelträgerin; die Zeitgestaltige; Kaumārī; die Befreiung des Mitgefühls [karuṇāmuktiḥ, Verbindung auffällig]; die die Makel des Kali-Zeitalters vernichtet.

Kātyāyanī; die Grundlage der Hand [karādhārā, Deutung offen]; das Mondlicht; die den Lotus liebt; die Ruhm verleiht; die Einsicht verleiht; die Erkenntniskraft; die die rechte Führung kennt.

die rechte Führung liebt.

Māheśvarī; die große Māyā; die von gewaltigem Glanz; die große Herrin; die Großzüngige; die äußerst Furchtbare; die mit gewaltigen Hauern; die Großarmige.

Die die Dunkelheit großer Verblendung vernichtet; die große Befreiung verleiht; die große Armut vernichtet; die große Feinde zermalmt.

Die große Māyā; die von großer Kraft; die große Verfehlungen vernichtet; das große Opfer; die aus Mantras Bestehende; die im Maṇipūra wohnt.

Die Geistige; die Ehre verleiht; die Ehrwürdige; Geist und Auge [manaścakṣū, Gliederung offen]; die in der Schlacht wandelt; die Mutter der Scharen; Gāyatrī; die von Scharen und Gandharvas Verehrte.

Die Berggeborene; die Herrin des Berges; die Tugendhafte; die auf dem Berg steht; die Geliebte des Berges; Caṇḍeśvarī; die Grimmgestaltige; die überaus Grimmige.

die eine Girlande des Grimmes trägt.

Carvikā [Name unsicher]; die die Gestalt Carcikās besitzt; Caṇḍikā; die Schöngestaltige; die Herrin des Opfers; die Opfergestaltige; die ganz dem Rezitationsopfer Hingegebene.

Die Mutter des Opfers; die das Opfer genießt; die Herrin des Opfers; die aus dem Opfer Entstandene; die Vollendung des vollendeten Opfervollzugs; die das Opfer zum Leib hat; die Beschützerin des Opfers.

Die Opferhandlung; die Opfergestaltige; die das Opfer zum Leib hat; die Beschützerin des Opfers; die Opferhandlung [Wiederholung]; das Opfer; die Wohnstätte der Handlungen von Opfer und Nichtopfer [yajñāyajña, Wortgrenze offen].

Jālandharī; die Weltenmutter; Jātavedā, die alle Geburten kennt; die der Welt Liebe; die die Sinne besiegt hat; die den Zorn besiegt hat; die Gebärerin; die Geburt verleiht.

Gaṅgā; Godāvarī; Gomatī; Śatadrukā; Ghargharā; die die Veden im Schoß trägt; Recikā; die gleichmäßig Wohnende [samavāsinī, Bezug unklar].

Sindhu; Mandākinī; Kṣiprā; Yamunā; Sarasvatī; Bhadrā; Rāgavipāśā [möglicherweise zu trennende Namen, Lesung unsicher]; Gaṇḍakī.

die Bewohnerin des Vindhya.

Narmadā; Sindhu; Kāverī; Vetravatī [Quelle: vetravatyā]; Sukauśikī; die Tochter des Mahendra; Ahalyā; Carmakāvatī.

Ayodhyā; Mathurā; Māyā; Kāśī; Kāñcī; Avantikā; Purī; Dvārāvatī.

die heilige Stätte; die große Verfehlungen vernichtet.

Die Lotusreiche; die inmitten des Lotus steht; die in den Lotusstaubfäden wohnt; die Lotusgesichtige; die Augen wie ein Cakora-Vogel besitzt; die im Lotus steht; die aus dem Lotus Geborene.

Die den Laut hrīṃ bildet; die den Gewundenen trägt [kuṇḍalīdhārī, unsicher]; die im Herzlotus steht; die Schönäugige; die den Laut śrīṃ zum Schmuck hat [śrīṅkārībhūṣaṇā, Gliederung offen]; Lakṣmī; die den Laut klīṃ bildet; die die Bedrängnisse vernichtet.

Die aus Haris Mund Entstandene; die Friedvolle; die sich in Haris Mund eine Wohnung geschaffen hat; die aus Haris Mund Entstandene [Wiederholung]; die Friedvolle [Wiederholung]; die auf Haris Brust weilt.

Vaiṣṇavī; die Viṣṇu-Gestaltige; die die Mutter Viṣṇus verkörpert; die Māyā Viṣṇus; die Großäugige; die mit weiten Augen Erstrahlende.

Die Herrin des Alls; das Selbst des Alls; die Gebieterin des Alls; die Allgestaltige; die Herrin des Alls [Wiederholung]; die von Śiva zu Verehrende; die Śiva zum Herrn hat; die Śiva Liebe.

Die Mutter Śivas; die Śiva Genannte; die Heil verleiht; die Heilgestaltige; die Herrin Bhavas; die von Bhava zu Verehrende; die Gebieterin Bhavas; die Führerin des Daseins.

Die Mutter des Daseins; die durch Bhava Erreichbare; die die Dornen des Daseins vernichtet; die Bhava Liebe; die Freude Bhavas; Bhavānī; die Bhava bezaubert.

Gāyatrī; Sāvitrī; Brahmāṇī; die Brahman-Gestaltige; die Herrin Brahmās; die Brahman verleiht; Brahmā; Brahmāṇī [Wiederholung].

die vom Brahman spricht.

Die in der Festung steht; die Festungsgestaltige; Durgā; die die Not der Bedrängnis vernichtet; die leicht Erreichbare; die schwer Erreichbare; die Selbstbeherrschte; das Mitgefühl.

die Milch Gebende; die schwer Fortzunehmende.

Die das Übel vernichtet; die über das Schwerzugängliche wacht [durādhyakṣā, Deutung unsicher]; die Ferne [durā, Form auffällig]; die schlechte Taten vernichtet; die Fünfgesichtige; die Fünfte; die Volle; die im Pūrṇa-Pīṭha wohnt.

Die im Sattva steht; die Sattva-Gestaltige; die im Sattva steht [Wiederholung]; die aus Sattva Entstandene; die im Rajas steht; die Rajas-Gestaltige; die aus dem Rajas-Guṇa Entstandene.

Die im Tamas steht; die Tamas-Gestaltige; die Dunkle; die Tamas liebt; die aus dem Tamas-Guṇa Entstandene; die Sattvageprägte; die Rajasgeprägte; die Kalā, das Zeitmaß beziehungsweise der Teil.

Die Kāṣṭhā; der Muhūrta; der Augenblick; die nicht Blinzelnde; danach das Höhere [tataḥ param, kein sicherer Einzelname]; der Halbmonat; der Monat; die Verkörperung des Jahres.

Die im Yoga steht; die Yoga-Gestaltige; die im Weltalter steht; die Weltalter-Gestaltige; deren Leib mit vielen Edelsteinen bunt geschmückt ist; die mit vielerlei Schmuck Verzierte.

Deren Wesen das All ist; die Mutter des Alls; die die Fesseln des Alls vernichtet; die Vertrauen schafft; das All; die Erforschung der Kraft des Alls.

Die wie eine Yavā-Blüte aussieht [yavā, so die Vorlage]; die einer Granatapfelblüte gleicht; die Viergliedrige; die Vierarmige; die in vier Verhaltensweisen wohnt.

Die Herrin von allem; die alles verleiht; die Alles-Seiende; die alles verleiht [Wiederholung]; die Allschenkende; Māheśvarī; der Anfang von allem; Śarvāṇī.

die ganz Heilvolle.

Die Lotusreiche; die Erfreuende; die Freude; die Glückseligkeit; die Freude vermehrt; die sämtliche Wesen durchdringt; die die Last des Leichnams vernichtet [śavabhāra, so die Quelle].

Die mit aller Liebesschönheit reich Geschmückte; die Schlinge und Stachelstock in den erhobenen Händen hält; die wie tausend mal zehn Millionen Sonnen strahlt; deren Gesicht zehn Millionen Monden gleicht.

Die die Schönheit von zehn Millionen Gaṇeśas besitzt; die Feinde mit der Macht von zehn Millionen Viṣṇus zermalmt; die Lotusreiche von zehn Millionen Waldbränden [dāvāgnikoṭinalinī, Verbindung unklar]; die die grimmige Gestalt von zehn Millionen Rudras besitzt.

Die tief wie zehn Millionen Meere ist; die gewaltig stark wie zehn Millionen Winde ist; die weit wie zehn Millionen Räume ist; die furchterregend wie zehn Millionen Yamas ist.

Die hoch wie zehn Millionen Merus aufragt; die zehn Millionen Scharen Gedeihen verleiht; Niṣkastokā [Lesung und Bedeutung unklar]; die ohne Grundlage ist; die ohne Guṇas ist; die von Eigenschaften Freie.

Die ohne Trauer ist; die von Trauer Freie; die von den drei Leiden Freie; Vasiṣṭhā, die Vorzüglichste; die Gebärerin des Alls; die All Genannte; die das All vermehrt.

Die Bunte; deren vielfältiger Leib bunt ist; die die Ursache im Schoß trägt; die Herrin des Kula; die Willenskraft; die Erkenntniskraft; die Handlungskraft; die mit reinem Lächeln.

Die Reine; die aus Erinnerung Bestehende; die Wahre; die Śruti-Gestaltige; die die Śruti liebt; die aus großem Sattva Bestehende; Sattvā; die über den fünf Tattvas steht.

Pārvatī; die Tochter des Himavat; die jenseits steht; die das Jenseitige verkörpert; die Siegreiche; Bhadrakālī; Ahalyā; die Führerin des Kula.

Die Trägerin der Wesen; die Herrin der Wesen; die in den Wesen steht; die die Wesen hervorbringt; die große Kuṇḍalinī; die Kraft; die große Fülle vermehrt.

Die Haṃsa-Äugige; die Haṃsa-Gestaltige; die im Haṃsa steht; die Haṃsa verkörpert; die inmitten von Mond, Sonne und Feuer steht; die im Edelsteinkreis wohnt.

Die im zwölfblättrigen Lotus steht; die im Sonnenkreis wohnt; die Makellose; die wie der Mond strahlt; die im sechzehnspeichigen Kreis wohnt.

Ḍākinī; Rākinī; Lākinī; Kākinī; Śākinī; Hākinī; die in den sechs Cakras wohnt.

Für Schöpfung, Erhaltung und Auflösung [sṛṣṭisthitivināśāya, Dativ statt Name]; die Schöpfung, Erhaltung und Ende bewirkt; die Herz und Kehle Śrīkaṇṭhas lieb ist [śrīkaṇṭhapriyahṛtkaṇṭhā, Gliederung unsicher]; die Nandā Genannte; die eine Bindu-Girlande trägt.

Die Grundlage der vierundsechzig Künste; die sich auf den Körperstab stützt; Māyā; Kālī; die Standhaftigkeit; die Einsicht; der Hunger; die Zufriedenheit.

die von großem Glanz.

Hiṅgulā; die Heilvolle; Sītā; die durch die Mitte der Suṣumnā geht; die höchst Furchtbare; die Schreckäugige; die Siegreiche; die Sieg verleiht.

Die im Herzlotus wohnt; die den furchtbaren Laut des großen Bhairava erklingen lässt; die aus dem Raum-Liṅga Entstandene; die im Garten der Welten wohnt.

Die große Feine; die Skelettgestaltige; die Furchtgestaltige; die Gewaltig-Starke; die aus Menakās Schoß Geborene; die glühendem Gold Gleiche.

Die innen steht; die das geheime Bīja besitzt; die auf dem Trikūṭa-Berg wohnt; die Laut Genannte; die von Lauten Freie; die die fünfzig Laute unterscheidet.

Die Wissensträgerin; die Trägerin der Welt; die Apsaras; die den Apsaras Liebe; die Einweihung; die Tochter Dakṣas; die Geschickte; die Dakṣas Opfer vernichtet.

Die von Ruhm Erfüllte; Yaśodā; die aus Yaśodās Schoß Geborene; Devakī; die Göttermutter; Rādhikā; die Geliebte Kṛṣṇas.

Arundhatī; Śacī-Indrāṇī; Gāndhārī; die eine Duftgirlande trägt; die jenseits der Meditation ist; die durch Meditation Erreichbare; die Meditation kennt; die Meditation trägt.

Die Hängebäuchige; die mit hängenden Lippen; Jāmbavantī; die Wasser im Bauch hat; die Großbäuchige; die mit gelöstem Haar; die den Befreiten Wünsche und Ziele erfüllt [muktakāmārtha, Gliederung offen].

Die Asketin; die in Askese Feststehende; die Schöngeflügelte; die im Dharma wohnt; die Pfeil und Bogen trägt; die Standhafte; Pāñcālī; die das Fünfte liebt.

Die mit geheimen Gliedern; die höchst Furchtbare; deren Tattva geheim ist; die Makellose; die Körperlose; die im Körper steht; die über den Ozean des Saṃsāra hinüberführt.

Die Unsterbliche; die Teillose; die Heilvolle; die mit allen Teilen; die Schwarzbraune; die das Cakra liebt; die Cakra Genannte; die die fünf Cakras und weitere durchbricht.

Die einem Rubin Gleiche; die dem makellosen Raum Gleiche; die unten steht; die aufwärts Gerichtete; die im oberen Lotus wohnt.

Die in Wirkung, Ursache, Täterschaft und beständigen Gestalten gegründet ist [zusammenhängender Satz über die erste Vershälfte]; die den Geschmack kennt; die inmitten des Geschmacks steht; die im Duft steht; die Duftgestaltige.

Die Prabrahman verkörpert [prabrahma, wohl beschädigt]; die im höchsten Brahman wohnt; die das Klang-Brahman verkörpert; die im Klang steht; die von Klang Freie.

Die Vollendung; die Einsicht; die höchste Einsicht; das Aufleuchten; die in der Mitte steht; die ihr eigenes Geheimnis ist; die Kraft Śambhus; die im Tattva steht.

die Tattva-Gestaltige.

Die Ewige; die Mutter der Wesen; die Geliebte des Herrn der großen Elemente; Śucipretā [„reiner Preta“, Lesung unklar]; die Vollendung des Dharma; das Wachsen des Dharma; die Besiegte [parājitā, so die Quelle].

Die das Verlangen entfacht; das Verlangen; die stets die Neugier liebt; die aufgetürmte Haarflechten trägt; die Befreite; die Feine; die die Kraft als Schmuck trägt.

Die in ein Raubkatzenfell Gekleidete; die Lumpen und Bastgewand trägt; die Dreizack und Sanduhrtrommel trägt; die mit einer Menschengirlande Geschmückte.

Die überaus Furchtgestaltige; die Grimmige; die dem Feuer am Ende des Weltalters Gleiche; die die drei Welten verwirklicht; die zu Verwirklichende; die den nach Vollendung Strebenden Liebe.

Die aus sämtlichen Vidyās Bestehende; die Essenz; die Vernichterin der Dämonen; die Bezwingende; die Bändigende; die Selbstbeherrschte; das Mitgefühl; die Milch Gebende.

die schwer Fortzunehmende.

Die einer Feuerzunge Gleiche; die Furchtbare; deren Gesicht furchtbar und noch furchtbarer ist; Nārāyaṇī; Nārasiṃhī; die im Herzen Nṛsiṃhas steht.

Die Herrin des Yoga; die Yoga-Gestaltige; die Mutter des Yoga; die Yoginī; die im Luftraum Wandelnde; die im Raum Wandelnde; das Spiel; die bei der Stätte des Nirvāṇa Zuflucht findet.

Die Schlangenfrau; die Schlangentochter; die Schöngekleidete; die Führerin der Schlangen; die mit Giftflammen Versehene; die Leuchtende; die mit hundert Kalās Geschmückte.

Die mit heftigem Gesicht; die Großgesichtige; die zehn Millionen Schlangenhäute trägt [nāgakoṭitvadhāriṇī, Verkürzung unsicher]; die von großem Sattva; die Dharma kennt; die durch Dharma höchstes Glück verleiht.

Die Schwarzköpfige; die Großköpfige; die Furchtköpfige; die Schöngesichtige; die sämtliche Sinne und den Geist berauscht [Form manonmattā mehrdeutig]; die aus sämtlichen Sinnen und dem Geist besteht.

Die in allen Kämpfen Sieg verleiht; die zum Einsatz sämtlicher Waffen bereit ist; die alle Schmerzen beruhigt; die alles Unheil abwehrt.

Die aus sämtlicher Herrschermacht Entstandene; die sämtliche ergreifenden Mächte vernichtet; Mātaṅgī; die berauschte Mātaṅgī; die den Kreis Mātaṅgīs liebt.

Die inmitten des Nektarozeans steht; die mit Hüftschnüren Geschmückte; die inmitten des Nektarozeans steht [Wiederholung]; die Lotusgleiche mit korallenfarbenem Gewand [pravālavasanāmbujā, Gliederung unsicher].

Die inmitten des Edelsteinkreises steht; deren Gesicht leicht lächelt; die Wasserlilie; Lalitā, die Anmutige; die Bewegliche; der rote Lack; die Rotäugige.

Die in die Himmelsrichtungen Gekleidete; die Götterbotin; die höchste Gottheit des Gottes der Götter; die auf einem Löwen reitet; die im Schneegebirge wohnt.

Die laut und wiederholt Lachende; die Furchtbare; die furchtbare Dämonen vernichtet; die in äußerst wildem rotem Gewand strahlt; die mit Schlangen als Oberarmreifen Geschmückte.

Die mit Ranken von Perlenketten Versehene; die mit hohen vollen Brüsten; die die Form eines roten Lotusblattes hat; deren Augen sich im Rausch drehen.

Die Verkörperung sämtlicher Gottheiten; die die Feinde der Götter vernichtet; die Schwertträgerin; die den Dreizack in der Hand hält; die Cakra-Trägerin; die eine Cakra-Girlande trägt.

Die Muschelhornträgerin; die Bogenträgerin; die Rede; die Vajra-Trägerin; die den Vajra-Stab trägt; die inmitten des Ozeans der Glückseligkeit steht; die mit Hüftschnüren Geschmückte.

Deren Leib durch vielerlei Schmuck leuchtet; die mit vielerlei Edelsteinen Geschmückte; die aus der Freude der Welt Entstandene; die mit den Eigenschaften des Wunscherfüllungssteins Versehene.

Die von den drei Welten Verehrte; der vierte Zustand; die bewusste Glückseligkeit verkörpert; die die drei Welten erfreut; die Göttin; die Leid und gute Träume vernichtet [duḥkhasussvapnanāśinī, auffällige Quellform, wohl beschädigt].

Die den Brand des furchtbaren Feuers beruhigt; die die Ziele von Königreich und Göttern verwirklicht [rājyadevārtha, Wortgrenze offen]; die große Mengen von Verfehlungen vernichtet; die große Furcht vor Räubern fortnimmt.

Die von Anhaftung und den übrigen Fehlern Freie; die von Alter und Tod Freie; die inmitten des Mondkreises steht; die aus dem Nektarozean Entstandene.

Die von sämtlichen Göttern gepriesene Göttin; die von allen Siddhas Verehrte; die unbegreifliche Kraft verkörpert; die große Heilpflanze aus Edelstein und Mantra [Kompositum auch als Reihung lesbar].

Die aus Sein und Heil Bestehende; Bālā; die im Malaya-Gebirge wohnt; die Trägerin; die Ordnerin; die Auflösende; die Liebesfreude kennt; die Liebesfreude verleiht.

Rudrāṇī; die Rudra-Gestaltige; die Rudras furchtbare Qual vernichtet; die Allwissende; die Dharma kennt; die den Geschmack kennt; die den Bedrängten Liebe.

Die Unangeschlagene; die Dreiäugige; die Lastlose; die Stillung; die Höchste; die höchst Furchtbare; die Schreckäugige; die gute Einsicht.

die das Beste verleiht.

Die Mantrareihe; die durch Mantra Erreichbare; die Mantragirlande; die gute Mantrakennerin; die Freude des Vertrauens; die höchst Heilvolle; die von Gegensatzpaaren Freie; deren Wesen ohne Guṇas ist.

Die Tragende; die Erhaltende; die Erde; die Trägerin; die Nährende; die Reichtum Tragende; die zwischen Meru und Mandara steht; die Beständigkeit.

die Geliebte Śaṅkaras.

Die Herrliche; die aus Herrlichkeit Bestehende; die Vorzüglichste; die Heil schafft; die das Dasein hervorbringt; die Herrlichkeit verleiht; Śrīmā, die Herrlichkeitsvolle; die Wohnstätte der Śrī.

die Herrliche [Wiederholung]; die Zuflucht der Herrlichen.

Umā; die mit dem Sāraṅga Verbundene [Sāraṅga unter anderem Gazelle, Bedeutung hier offen]; die Dunkle; die Gewundene; die mit gelocktem Haar; die Dreiäugige; das Selbst der drei Welten; die unter den Heiligen Heilige.

die Gepriesene.

Die Unsterbliche; deren Entschluss wahr ist; Sāsatyā [Lesung unklar]; die die Knoten durchbricht; die höchste Herrin; die Höchste; die zu Verwirklichende; die höchste Vidyā.

die über das Höchste Hinausgehende.

Die Schöngliedrige; die goldglänzt; die von Göttern und Dämonen Verehrte; die Nachkommenschaft; die mit Nachkommen Gesegnete; die Glückliche; die Reichtum und Getreidefülle verleiht.

Īśānī; die Herrin der Welten; Bhavānī; die Gebieterin der Welten; die von unendlich vielen sich Verneigenden Gepriesene; die Essenz der Welt; die aus der Welt Entstandene.

Deren Wesen unbegreiflich ist; deren Kraft vorstellbar ist; die Vorstellbares und Unvorstellbares verkörpert; die durch Erkenntnis Erreichbare; die Verkörperung der Erkenntnis; die Wissende; die von Erkenntnis Erfüllte.

Die Dunkle; die Furchtgestaltige; der Nektarstrom; die Nektar bringt; die Lichtschaffende; die Leuchtende; die Furcht; die bei dem Leuchtäugigen ruht [bhāsvadakṣānuśāyinī, Bezug unklar].

Die Neidlose; die Geduld; die Scham; die schwer Erreichbare; deren Wesen das Tragen ist; die das All vernichtet; die Heldin des Alls; die das All vernichtet [Wiederholung].

die im All steht.

Die im rechten Verhalten steht; die rechtes Verhalten verkörpert; das rechte Verhalten; die rechtes Verhalten verleiht; die Erweckende; die im Erwecken Geschickte; die Hemmende; die Erweckende [Wiederholung].

Die Erleuchtende; deren Wesen vielfältig ist; die einer Fülle von Blitzen gleicht; der Mutterschoß des Alls; der große Mutterschoß; der Ursprung der Handlung; deren Wesen Liebe ist.

Rohiṇī; die Krankheiten beruhigt; die schwere Krankheit und Fieber fortnimmt; die Geschmack verleiht; die Gedeihen verleiht; das Gedeihen; die Ehre verleiht; die den Menschen Liebe.

Die den dunklen Leib trägt; die Dunkle; die Schwester des dunklen Kṛṣṇa [kṛṣṇākṛṣṇasahodarī, Wortgrenze unklar]; Śāmbhavī; die Śambhu-Gestaltige; die in Śambhu steht; die aus Śambhu Entstandene.

Die das All im Bauch trägt; die Mutter des Yoga; die Yoginī der Yoga-Mudrā [yogamudrādhnayoginī, beschädigte Verbindung]; die Herrin der Rede; der Yoga-Schlaf; die von zehn Millionen Yoginīs Verehrte.

Die zum Kula Gehörende; die Tochter Mandas [mandakanyā, Bezug offen]; die auf dem Sitz der Liebesschönheit wohnt; die Wohlergehen schafft; die Allgestaltige; die von göttlicher Gestalt; die in die Himmelsrichtungen Gekleidete.

Die Rauchgesichtige; die Rauchäugige; die Rauchhaarige; die Graue; die Pināka-Bogenträgerin; die Vetālī Rudras; die die Gestalt des großen Vetāla besitzt.

Die Erhitzende; die Glühende; die Einweihung; die durch das Selbst der Viṣṇu-Vidyā Gestützte [viṣṇuvidyātmanāśrītā, Gliederung unsicher]; die Langsame; der Bauch; die Heftige; die Feuerzüngige.

die Furcht fortnimmt.

Die das gebundene Wesen beziehungsweise Opfertier tötet; die Paśu-Gestaltige; die den Paśu vernichtet; die den Paśu trägt; die Gelbe; die Mutter; die Standhafte; die die Fesseln des gebundenen Wesens vernichtet.

Die mondglänzt; die Mondsichel; die mit Mondglanz Geschmückte; deren ganzer Leib mit Safran gezeichnet ist; die das Nektarauge des wahren Gurus ist [sudhāsadgurulocanā, Gliederung offen].

Die Göttin im weißen Gewand; die Vīṇā und Buch trägt; die Airāvata und Lotus trägt [airāvatapadmadhārā, Verbindung unsicher]; die auf dem weißen Lotussitz steht.

Die Göttin im roten Gewand; deren Augen rote Lotusse sind; die schwer zu Überquerende; die Hinüberführende; Tārā; die junge Frau; die Tāra-Gestaltige.

Der Nektarstrom; die Dharma kennt; die die Verbundenheit mit Dharma lehrt; die Herrin des Bhaga; die im Bhaga zu Verehrende; die Schwester; die Führerin des Bhaga.

Das Abbild des Bhaga; die im Bhaga Feuchte; der Ursprung des Bhaga; die Bhaga verleiht; die Herrin des Bhaga; die im Bhaga zu Verehrende; die Schwester; die Führerin des Bhaga.

Die Gebieterin des Bhaga; die Bhaga-Gestaltige; das Geheimnis des Bhaga; die Bhaga herbeiführt; die Bhaga im Bauch trägt; die Freude des Bhaga; die im Bhaga steht; die mit Bhaga Ausgestattete.

Die alles erschütternde Kraft; die alles vertreibt; die Girlandenträgerin; Mādhavī; die Honigsüße; die Honiggestaltige; die überaus Gewaltige.

Bharuṇḍacandrikā [„Mondlicht Bharuṇḍas“, Name und Gliederung unsicher]; das Mondlicht; das Auge des Alls; die die Dunkelheit fortnimmt; die überaus Gütige; die große Botin; die Botin Yamas; die Furchterregende.

Die Berauschende; die Großgestaltige; die Göttlichgestaltige; die von den Göttern Verehrte; die Bewusstseinsgestaltige; die Ewige; die Feuchte; die vom Rausch des Verlangens Aufgewühlte.

Deren Absolutheit die Freude des Rauschtranks ist; die mit berauschenden Augen; die im Rausch Lässige; die Herrin der Vollendeten; die vollendete Vidyā; der Anfang der Siddhas; die aus den Siddhas Entstandene.

Das Gedeihen der Vollendeten; die Mutter der Vollendeten; die Vollendung; die sämtliche Ziele verwirklicht; die aus Geist Bestehende; die jenseits der Guṇas ist; die das höchste Licht verkörpert.

Die höchste Herrin; die zum Jenseitigen geht; die Jenseitige; die höchste Vollendung; das höchste Ziel; die Makellose; die Bezaubernde; die Uranfängliche.

die ganz dem Trinken des Honigtranks Hingegebene.

Die Mutter der Veden und Vedāṅgas; die in sämtlichen Lehrwerken Erfahrene; die aus allen Göttern bestehende Vidyā; die aus sämtlichen Lehrwerken Bestehende.

Die aus aller Erkenntnis bestehende Göttin; die aus sämtlichem Dharma bestehende Herrin; die aus sämtlichen Opfern Bestehende; das Opfer; die über sämtliche Mantras verfügt.

Die sämtliche Fülle begründet; die alles vertreibt; die Höchste; die alles erschütternde Göttin; die alles Heil bewirkt.

Die die drei Welten anziehende Göttin; die alles erfreut; die alles bezaubernde Göttin; die alles zum Stillstand bringt.

Die die drei Welten entfaltende Göttin; die alles unter ihre Macht bringt.

Die die drei Welten erfreuende Göttin; die sämtliche Fülle verleiht; die aus allen Mantras bestehende Göttin; die alle Gegensatzpaare aufhebt.

Die alle Vollendungen verleihende Göttin; die sämtliche Fülle verleiht; die allen Liebes bewirkende Göttin; die alles Heil bewirkt.

Die alle Wünsche verleihende Göttin; die von sämtlichem Leid befreit; die jeden Tod beruhigt; die alle Hindernisse vernichtet.

Die an allen Gliedern schöne Mutter; die alles Glück verleiht; die Allwissende; die Allkraft; die die Frucht sämtlicher Herrschermacht verleiht.

Die aus aller Erkenntnis bestehende Göttin; die sämtliche Krankheiten vernichtet; die die Grundlage von allem verkörpert; die alle Verfehlungen fortnimmt.

Die aus aller Glückseligkeit bestehende Göttin; die alle Schau verkörpert [sarvekṣāyāḥ, Kasusverbindung auffällig]; die aus sämtlicher Fülle bestehende Vidyā; die alle erwünschten Früchte verleiht.

Die alles Unheil beruhigt; die höchste Glückseligkeit verleiht; die im Dreieck wohnt; die an drei Stätten steht; die drei Lautmaße; die in drei Leibern steht.

Triveṇī, der Zusammenfluss dreier Ströme; der dreifache Weg; die an drei Stätten steht; die dreifache Gestalt; die Herrin der drei Städte; die drei Wohnstätten besitzt; die über die Götter wacht; die das Dreifache kennt.

die in den drei Städten wohnt.

Die Vidyā des dreifachen Veda; die Dreiköpfige; die drei Welten; die drei Lotusse; die in drei Höhlungen steht; die Dreifache; Tripurā; deren Wesen Tripurā ist.

Die Herrlichkeit Tripurās; die Gebärerin des Dreifachen; Tripurā; Tripurasundarī.

Dies ist der Hymnus der tausend Namen Tripurasundarīs.

Shodashi: Früchte der Rezitation und Abschluss

Mein Sohn, dieses Geheimnis, geheimer als das Geheime, wurde aus Liebe zu dir verkündet. Es ist sorgsam geheim zu halten und mit Sorgfalt zu rezitieren.

Es gibt kein höheres Verdienst, keine höhere Askese, keinen höheren Hymnus und kein höheres Ziel als dieses.

Wer diesen Tausendnamenhymnus, der aus meinem Mund hervorgegangen ist, gesammelt und voller Hingabe rezitiert oder aufmerksam hört erlangt Befreiung, wenn er Befreiung sucht, und den Himmel, wenn er den Himmel begehrt. Der Begehrende erlangt seine Wünsche und der nach Reichtum Suchende Reichtum.

Wer Wissen sucht, erhält Wissen; wer Ruhm sucht, Ruhm; wer eine Braut sucht, eine Braut; wer einen Sohn sucht, einen Sohn.

Eine Schwangere gebiert einen Sohn, eine unverheiratete Frau findet einen guten Gatten. Selbst der Unverständige erlangt Kenntnis der Lehrwerke, selbst der Niedriggestellte ein gutes Ziel.

Beim Sonnenübergang in ein Tierkreiszeichen, [vārkāmāvasyā, beschädigte Zeitangabe, wohl mit Neumond verbunden], besonders am achten Mondtag, bei Vollmond, am vierzehnten und neunten Mondtag sowie am Dienstag soll man ihn rezitieren, rezitieren lassen oder gesammelt hören. Von sämtlichen Verfehlungen befreit wird man Kāmeśvara gleich.

Man wird reich, rechtschaffen und allen Frauen lieb. Die drei Welten samt Beweglichem und Unbeweglichem geraten rasch unter die eigene Macht. [Wirkungszusage der Quelle.]

Wie die Götter beim Anblick Rudras, die Dämonen beim Anblick Viṣṇus, die Schlange beim Anblick Garuḍas und Elefanten beim Anblick eines Löwen fliehen sie wie kleine Tiere beim Anblick seines Gesichtes. Furcht vor Feuer und Dieben soll ihm niemals entstehen.

Verschiedene Verfehlungen, dem Berg Meru gleich, kommen zur Ruhe; durch das Hören [des Hymnus vergehen] Hindernisse wie Gras, das ins Feuer geworfen wurde. [Der Satz ist in pātakā … śāntir und yasmāttacchṛṇuyādvighnān grammatisch gestört.]

Schon durch einmaliges Rezitieren sollen sämtliche Verfehlungen schwinden; durch zehnmaliges Rezitieren entsteht Vollendung der Rede.

Durch hundertmaliges Rezitieren wird der Mensch zum Himmelswanderer. Wer ihn mit hingegebenem Geist zehntausendmal rezitiert dem erscheint gewiss die Mutter, die Trägerin der Welt. Wenn der Weise, mein Sohn, hunderttausend Rezitationen dieses Königs der Hymnen vollendet hat wird er von den Fesseln des Daseins frei und mir gleich, ohne Zweifel. Durch eine einzige Rezitation erlangt ein Mensch das Verdienst sämtlicher heiliger Stätten.

Als seine Frucht wird verkündet, was in sämtlichen Veden gelehrt ist. Mein Sohn, nachdem er stark, reich und mit sämtlicher Fülle ausgestattet geworden ist wird er am Ende seines Leibes durch das Preisen dieses Königs der Hymnen gewiss die höchste Stätte erreichen, die selbst für die Götter schwer erreichbar ist.

Damit endet im ehrwürdigen Vāmakeśvara-Tantra, im Gespräch zwischen Hara und Kumāra, der Tausendnamenhymnus der Mahātripurasundarī Ṣoḍaśī.

Damit endet im Śāktapramoda das Tripurasundarī-Ṣoḍaśī-Tantra.

4. Bhuvaneshvari-Tantra

Bhuvaneshvari-Tantra: Titel und Einführung

Śrī.

Gesammelt und verfasst vom erhabenen König Devanandanasiṃha Bahādur, dem Herrscher mit Residenz in Śivahara:

im Śāktapramoda enthalten,

das vierte

Tantra: Bhuvaneśvarī-Tantra.

Durchgesehen von Paṇḍit Śrī Raghurāja Dubejī aus der Familie des Gurus des genannten Königs.

Dieses Werk wurde

von Khemarāja, dem Sohn Śrīkṛṣṇadāsas,

in seiner eigenen Śrīveṃkaṭeśvara-Druckerei

gedruckt und veröffentlicht.

Bombay.

Verehrung dem ehrwürdigen Gaṇeśa.

Nun der Śāktapramoda.

Bhuvaneśvarī-Tantra.

Meditation, Yantra und Mantra

Nun die Meditation über Bhuvaneśvarī.

Ich verehre die Herrin der Welten: Sie leuchtet wie der aufgehende Tag, trägt den Mond als Krone, hat hohe Brüste und drei Augen. Ihr Gesicht lächelt; ihre Hände gewähren Gaben und Furchtlosigkeit und halten Stachelstock und Schlinge.

Nun die Darlegung des Yantra.

Man zeichne einen achtblättrigen Lotus, außen einen Kreis mit sechzehn Blättern und in die Mitte des Fruchtbodens ein überaus schönes Sechseck. Mit einem Quadrat samt vier Toren zeichne man so das Maṇḍala.

Nun die Gewinnung des Mantra.

Nakuleśa, auf Feuer aufgestiegen, versehen mit dem linken Auge und dem Halbmond: So wird ihr Bīja beschrieben, das von den nach Vollendung Strebenden verehrt wird. [Verschlüsselte Lautbeschreibung; die folgende ausgeschriebene Formel lautet hrīṃ.]

Nun der Mantra: hrīṃ. [Keimsilbe ohne gewöhnliche Satzübersetzung; die Vorlage schreibt hrī/.]

Bhuvaneshvari: Ritualordnung

Nun der Vollzug der Verehrung.

Nach Durchführung der Morgenpflichten und aller Handlungen bis einschließlich des Pīṭha-Nyāsa setze man die Kräfte des heiligen Sitzes auf den Staubfäden und in der Mitte ein.

„Oṃ, Verehrung Jayā, die Siegreiche.“

„Oṃ, Verehrung Vijayā, die Triumphierende.“

„Oṃ, Verehrung Ajitā, die Unbesiegte.“

„Oṃ, Verehrung Aparājitā, die Unüberwundene.“

„Oṃ, Verehrung Nityā, die Ewige.“

„Oṃ, Verehrung Vilāsinī, die Spielerische.“

„Oṃ, Verehrung Dogdhrī, die Milch Gebende.“

„Oṃ, Verehrung Aghorā, die Nichtfurchtbare.“

„Oṃ, Verehrung Maṅgalā, die Heilvolle.“

Im Fruchtboden: „hrīṃ sarvaśaktikamalāsanāya namaḥ“ – Hrīṃ, Verehrung dem Lotussitz sämtlicher Kräfte.

Danach der Nyāsa von Seher und den übrigen Zuordnungen: Für diesen Bhuvaneśvarī-Mantra ist Śakti der Seher, Gāyatrī das Versmaß und Bhuvaneśvarī die Gottheit. Ha ist das Bīja, ī die Kraft und r der Keil. Die Anwendung gilt der Verwirklichung der vier menschlichen Lebensziele.

Am Kopf: „śaktaye ṛṣaye namaḥ“ – Verehrung dem Seher Śakti.

Am Mund: „gāyatrīchandase namaḥ“ – Verehrung dem Versmaß Gāyatrī.

Am Herzen: „bhuvaneśvaryai devatāyai namaḥ“ – Verehrung der Gottheit Bhuvaneśvarī.

Am Schambereich: „hakārāya bījāya namaḥ“ – Verehrung dem Laut ha als Bīja.

An den Füßen: „īkārāya śaktaye namaḥ“ – Verehrung dem Laut ī als Kraft.

Am ganzen Leib: „rakārāya kīlakāya namaḥ“ – Verehrung dem Laut ra als Keil.

Danach der Nyāsa: Am Kopf „oṃ hṛllekhāyai namaḥ“ – Oṃ, Verehrung Hṛllekhā, der Herzspur.

Am Gesicht: eṃ, „Verehrung Gaganā, der Raumhaften.“

Am Herzen: ūṃ, „Verehrung Raktā, der Roten.“

Am Schambereich: iṃ, „Verehrung Karālikā, der Furchtbaren.“

An den Füßen: aṃ, „Verehrung Mahocchuṣmā, der großen Gluthitze.“

Man setze sie ebenfalls in die nach oben, Osten, Süden, Norden und Westen gerichteten Gesichter ein. Hṛllekhā auf dem Haupt, Gaganā am Gesicht, Raktā im Herzlotus, Karālikā am Schambereich und Mahocchuṣmā an beiden Füßen: Mit den fünf kurzen [Lauten], beginnend mit Satya, sind sie einzusetzen, von elementgleichem Glanz. [satyādipañcahrasvāḍhyā … bhūtasaprabhāḥ ist nicht eindeutig überliefert.] Danach die Hand- und Glieder-Nyāsas:

„hrāṃ aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ – hrāṃ, Verehrung den beiden Daumen.

„hrīṃ tarjjanībhyāṃ svāhā“ – hrīṃ, den beiden Zeigefingern, svāhā.

„hrūṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ“ – hrūṃ, den beiden Mittelfingern, vaṣaṭ.

„hraiṃ anāmikābhyāṃ hūm“ – hraiṃ, den beiden Ringfingern, hūm.

„hrauṃ kaniṣṭhikābhyāṃ vauṣaṭ“ – hrauṃ, den beiden kleinen Fingern, vauṣaṭ.

„hraḥ karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ“ – hraḥ, den Handflächen und Handrücken, phaṭ.

Entsprechend verfahre man am Herzen und den übrigen Gliedern. Mit dem Bīja in seinen sechs langen Formen vollziehe man den Gliedervollzug des Mantra. Im Svacchanda-Saṅgraha heißt es: „Man lasse den Vokal weg und verbinde das Bīja mit den sechs langen [Vokalformen]; so sind die sechs Glieder auszuführen. Diese Regel gilt überall.“ Die Fingerregel wurde bereits zuvor genannt. So ist die Reihenfolge im Hand- und Glieder-Nyāsa.

An der Stirn: „Oṃ, Verehrung Brahmā zusammen mit Gāyatrī.“

An der rechten Wange: „Oṃ, Verehrung Viṣṇu zusammen mit Sāvitrī.“

An der linken Wange: „Oṃ, Verehrung Maheśvara zusammen mit Vāgīśvarī.“

Am linken Ohr: „Oṃ, Verehrung dem Herrn des Reichtums zusammen mit Śrī.“

Am Mund: „Oṃ, Verehrung Smara zusammen mit Rati.“

Über dem rechten Ohr: „Oṃ, Verehrung Gaṇapati zusammen mit Puṣṭi.“

So setze man [die Gottheiten] ein. Ebenso setze man Brāhmī und die übrigen an der Halswurzel, der rechten Brust, der linken Schulter, dem Herzen, der rechten Schulter, der rechten Seite, der linken Seite und dem Nabel ein. Zum Nyāsa ohne Lautunterscheidung heißt es im Viśvasāra: „Man setze [die Formeln] an ihrem jeweiligen Ort mit oṃ am Anfang und namaḥ am Ende ein. Alles soll man nach der Vorschrift und nach Śaṅkaras Lehre einsetzen.“ Dies gilt überall. Danach:

An der stirn: „Oṃ, Verehrung Brāhmī.“

An der linken schulter: „Oṃ, Verehrung Māheśvarī.“

An der linken seite: „Oṃ, Verehrung Kaumārī.“

Am bauch: „Oṃ, Verehrung Vaiṣṇavī.“

An der rechten seite: „Oṃ, Verehrung Vārāhī.“

An der rechten schulter: „Oṃ, Verehrung Indrāṇī.“

Am nacken: „Oṃ, Verehrung Cāmuṇḍā.“

Am herzen: „Oṃ, Verehrung Mahālakṣmī.“

Nach diesen Einsetzungen vollziehe man mit dem Grundmantra dreimal die umfassende Durchdringung des Körpers. Danach die Meditation.

1. Ich verehre die Herrin der Welten: Sie leuchtet wie der aufgehende Tag, trägt den Mond als Krone, hat hohe Brüste und drei Augen. Ihr Gesicht lächelt; ihre Hände gewähren Gaben und Furchtlosigkeit und halten Stachelstock und Schlinge.

Nachdem man so meditiert und mit geistigen Darbringungen verehrt hat, beginne man die äußere Verehrung.

Das Verehrungs-Yantra: Man zeichne einen achtblättrigen Lotus, außen einen Kreis mit sechzehn Blättern, im Fruchtboden ein überaus schönes Sechseck und ein Quadrat mit vier Toren. Dann vollziehe man die Sitzverehrung nach der Einweihungsordnung und verehre die Kräfte des Sitzes. Auf den Staubfäden, beginnend im Osten, verehre man die folgenden mit oṃ am Anfang und namaḥ am Ende:

„Oṃ, Verehrung Jayā.“

„Oṃ, Verehrung Vijayā.“

„Oṃ, Verehrung Ajitā.“

„Oṃ, Verehrung Aparājitā.“

„Oṃ, Verehrung Nityā.“

„Oṃ, Verehrung Vilāsinī.“

„Oṃ, Verehrung Dogdhrī.“

„Oṃ, Verehrung Aghorā.“

In der Mitte: „Oṃ, Verehrung Maṅgalā.“

Darüber: „hrīṃ sarvaśaktikamalāsanāya namaḥ“ – Hrīṃ, Verehrung dem Lotussitz sämtlicher Kräfte.

Im Nibandha heißt es: „Dann verehre man den mit vielerlei Kräften verbundenen Sitz: zuerst Jayā, dann Vijayā, Ajitā, Aparājitā, Nityā, Vilāsinī, Dogdhrī, Aghorā und Maṅgalā. Nachdem man mit dem Bīja am Anfang den Sitz gegeben hat, stelle man sich dort die Gestalt vor.“ Dann meditiere man wie zuvor und vollziehe Anrufung und die weiteren Schritte bis zur Darbringung der fünf Blütenhandgaben. Auf den Staubfäden, an den Ecken beginnend im Nordosten, in der Mitte und in den Richtungen verehre man mit den sechs Gliederformeln, beginnend „hrīṃ hṛdayāya namaḥ“ – „Hrīṃ, Verehrung dem Herzen“ –, und gebe fünf Blütenhandgaben. Danach folgt die Verehrung der Umkreise.

In der Mitte des Fruchtbodens: oṃ, „Verehrung Hṛllekhā.“

Im Osten: aiṃ, „Verehrung Gaganā.“

Im Süden: ūṃ, „Verehrung Raktā.“

Im Norden: īṃ, „Verehrung Karālikā.“

Im Westen: hūṃ, „Verehrung Mahocchuṣmā.“ [Die Bījas dieser äußeren Verehrung unterscheiden sich teilweise von den zuvor gegebenen Körper-Nyāsa-Formeln.]

Im Osten des Sechsecks: „Oṃ, Verehrung Gāyatrī.“

Ebendort: „Oṃ, Verehrung Brahmā.“

Im Südwesten: „Oṃ, Verehrung Sāvitrī.“

Ebendort: „Oṃ, Verehrung Viṣṇu.“

Im Nordwesten: „Oṃ, Verehrung Sarasvatī.“

Ebendort: „Oṃ, Verehrung Rudra.“

Im Südosten: „Oṃ, Verehrung Śrī.“

Ebendort: „Oṃ, Verehrung dem Herrn des Reichtums.“

Im Westen: „Oṃ, Verehrung Rati.“

Ebendort: „Oṃ, Verehrung Smara.“

Im Nordosten: „Oṃ, Verehrung Puṣṭi.“

Ebendort: „Oṃ, Verehrung Gaṇapati.“

An der einen Seite des Sechsecks: „Oṃ, Verehrung dem Muschelschatz.“

An der anderen Seite: „Oṃ, Verehrung dem Lotusschatz.“

Auf den Staubfäden verehre man an den Spitzen von Südost, Südwest, Nordwest und Nordost sowie in den vier Richtungen mit den sechs Gliederformeln, beginnend „hrāṃ hṛdayāya namaḥ“ – „Hrāṃ, Verehrung dem Herzen“. So heißt es im Nibandha: „Auf den Staubfäden verehre man, beginnend im Feuerwinkel, das Herz und die übrigen [Glieder]. Das Auge [vom] Feuerwinkel bis zum Ende der Richtungen; die Gliedergottheiten sind zu meditieren.“ [netramagnidiśādyantam ist syntaktisch unklar.] Dies gilt überall; bei Bhairavī und den weiteren [Gottheiten] wird eine Besonderheit zu erläutern sein. Auf den acht Blättern, beginnend im Osten:

„Oṃ anaṅgakusumāyai namaḥ“ – Oṃ, Verehrung Anaṅgakusumā, der Blüte des körperlosen Liebesgottes.

„Oṃ anaṅgakusumāturāyai namaḥ“ – Oṃ, Verehrung der von der Blüte des körperlosen Liebesgottes Ergriffenen.

„Manaṅgakusumāturāyai namaḥ“ – Verehrung Manaṅgakusumāturā. [Die Vorlage wiederholt die vorausgehende Namensgestalt mit einem zusätzlichen m; eine andere Gottheit wird nicht eingesetzt.]

„Oṃ, Verehrung Anaṅgamadanā, der Berauschung des körperlosen Liebesgottes.“

„Oṃ, Verehrung Anaṅgamadanāturā, der von dessen Berauschung Ergriffenen.“

„Oṃ, Verehrung Bhuvanapālā, der Hüterin der Welten.“

„Oṃ, Verehrung Gaganavegā, der mit der Geschwindigkeit des Raumes.“

„Oṃ, Verehrung Śaśirekhā, der Mondsichel.“

Auf den sechzehn Blättern, beginnend im Osten: „Oṃ, Verehrung Karālinī“ – die Furchtbare.

„Oṃ, Verehrung Vikarālinī“ – die überaus Furchtbare.

„Oṃ, Verehrung Umā“ – Umā.

„Oṃ, Verehrung Sarasvatī“ – Sarasvatī.

„Oṃ, Verehrung Śrī“ – die Herrlichkeit.

„Oṃ, Verehrung Durgā“ – Durgā.

„Oṃ, Verehrung Uṣā“ – die Morgenröte.

„Oṃ, Verehrung Lakṣmī“ – Lakṣmī.

„Oṃ, Verehrung Śruti“ – die heilige Offenbarung.

„Oṃ, Verehrung Smṛti“ – die Überlieferung.

„Oṃ, Verehrung Dhṛti“ – die Standhaftigkeit.

„Oṃ, Verehrung Śraddhā“ – das Vertrauen.

„Oṃ, Verehrung Medhā“ – die Einsicht.

„Oṃ, Verehrung Mati“ – das Denken.

„Oṃ, Verehrung Kānti“ – der Glanz.

„Oṃ, Verehrung Āryā“ – die Edle.

Außerhalb des Lotus, beginnend im Osten: „Oṃ, Verehrung Anaṅgarūpā“ – die Gestalt des körperlosen Liebesgottes.

„Oṃ, Verehrung Anaṅgamadanā“ – dessen Berauschung.

„Oṃ, Verehrung Madanāturā“ – die von Liebesrausch Ergriffene.

„Oṃ, Verehrung Bhuvanavegā“ – die Geschwindigkeit der Welten.

„Oṃ, Verehrung Bhuvanapālikā“ – die Hüterin der Welten.

„Oṃ, Verehrung Sarvaśiśirā“ – die ganz Kühle.

„Oṃ, Verehrung Anaṅgavedanā“ – die Empfindung des körperlosen Liebesgottes.

„Oṃ, Verehrung Anaṅgamekhalā“ – dessen Gürtel.

Man verehre alle mit oṃ am Anfang und namaḥ am Ende. Im äußeren Gehäuse, beginnend im Osten, folgen die Hüter der Richtungen. Die Quelle kürzt die Formeln nach „mit seinen Waffen“ ab; der weitere Wortlaut wird dadurch nicht vollständig ausgeschrieben.

Im Osten: Oṃ lāṃ, „Verehrung Indra, dem Herrn der Götter, mit seinen Waffen …“

Im Südosten: Oṃ raṃ, „Verehrung Agni, dem Herrn des Feuers, mit seinen Waffen …“

Im Süden: Oṃ yaṃ, „Verehrung Yama, dem Herrn der Verstorbenen, mit seinen Waffen …“

Im Südwesten: Oṃ kṣāṃ, „Verehrung Nirṛti, dem Herrn der Rākṣasas, mit seinen Waffen …“

Im Westen: Oṃ vaṃ, „Verehrung Varuṇa, dem Herrn des Wassers, mit seinen Waffen …“

Im Nordwesten: Oṃ vāṃ, „Verehrung Vāyu, dem Herrn der Lebenskräfte, mit seinen Waffen …“

Im Norden: Oṃ saṃ, „Verehrung Soma, dem Herrn der Sterne, mit seinen Waffen …“

Im Nordosten: Oṃ hāṃ, „Verehrung Īśāna, dem Herrn der Scharen, mit seinen Waffen …“

Zwischen Indra und Īśāna: Oṃ āṃ, „Verehrung Brahmā, dem Herrn der Geschöpfe, mit seinen Waffen …“

Zwischen Nirṛti und Varuṇa: Oṃ hrīṃ, „Verehrung Ananta, dem Herrn der Schlangen, mit seinen Waffen …“

Dazu heißt es: „Sämtliche Weltenhüter sind außen im Quadrat zu verehren. Zwischen Indra und Īśāna sowie zwischen dem Rākṣasa-Hüter und Varuṇa sind stets Brahmā und Viṣṇu zu verehren.“ Die Kundigen kennen dies als Verehrung der Richtungsherren. [Der Fließtext nennt an der zweiten Zwischenstelle Ananta, der zitierte Vers Viṣṇu.] „Die Mantras der Weltenhüter, beginnend mit Indra, beginnen mit Dhruva [oṃ], enthalten jeweils ihr eigenes Bīja, stehen im Dativ und enden mit namaḥ.“ Daher überall oṃ am Anfang. Im Kriyāsāra werden ihre Bījas durch Erde, Feuer, Wind, Anfang und Ende, Varuṇa, Wind und Īśvara, verbunden mit Ananta und Bindu, sowie Pāśa und Māyā beschrieben. [Die verschlüsselte Lautreihe ist nicht eindeutig gegliedert.] Im Yāmala heißt es: „Am Ende des Opfers verehre man die Weltenhüter in den Richtungen, beginnend im Osten, versehen mit Grund[mantra] und Umfassung [mūlapāridadhānvitān, unklare Lesung], ihren Waffen, ihrer Klasse und ihrem Herrschaftsbereich.“ Die Dīpikā ergänzt „mit seinem Reittier“. Außerhalb davon verehre man, beginnend im Osten, die folgenden Waffen mit oṃ am Anfang und namaḥ am Ende:

„Oṃ vajrāya namaḥ“ – Oṃ, Verehrung dem Donnerkeil. [Die Quelle nennt die Waffen nacheinander; die gemeinsame Endung namaḥ folgt auf der nächsten Druckseite.]

„Oṃ śaktaye namaḥ“ – Oṃ, Verehrung der Lanze. [Die Quelle nennt die Waffen nacheinander; die gemeinsame Endung namaḥ folgt auf der nächsten Druckseite.]

„Oṃ daṇḍāya namaḥ“ – Oṃ, Verehrung dem Stab. [Die Quelle nennt die Waffen nacheinander; die gemeinsame Endung namaḥ folgt auf der nächsten Druckseite.]

„Oṃ khaḍgāya namaḥ“ – Oṃ, Verehrung dem Schwert. [Die Quelle nennt die Waffen nacheinander; die gemeinsame Endung namaḥ folgt auf der nächsten Druckseite.]

„Oṃ pāśāya namaḥ“ – Oṃ, Verehrung der Schlinge. [Die Quelle nennt die Waffen nacheinander; die gemeinsame Endung namaḥ folgt auf der nächsten Druckseite.]

„Oṃ aṅkuśāya namaḥ“ – Oṃ, Verehrung dem Stachelstock. [Die Quelle nennt die Waffen nacheinander; die gemeinsame Endung namaḥ folgt auf der nächsten Druckseite.]

„Oṃ gadāyai namaḥ“ – Oṃ, Verehrung der Keule. [Die Quelle nennt die Waffen nacheinander; die gemeinsame Endung namaḥ folgt auf der nächsten Druckseite.]

„Oṃ śūlāya namaḥ“ – Oṃ, Verehrung dem Dreizack. [Die Quelle nennt die Waffen nacheinander; die gemeinsame Endung namaḥ folgt auf der nächsten Druckseite.]

„Oṃ padmāya namaḥ“ – Oṃ, Verehrung dem Lotus. [Die Quelle nennt die Waffen nacheinander; die gemeinsame Endung namaḥ folgt auf der nächsten Druckseite.]

„Oṃ cakrāya namaḥ“ – Oṃ, Verehrung dem Diskus. [Die Quelle nennt die Waffen nacheinander; die gemeinsame Endung namaḥ folgt auf der nächsten Druckseite.]

Danach vollende man die Handlungen vom Räucheropfer bis zur Verabschiedung. Das Puraścaraṇa besteht aus 3.200.000 Wiederholungen des Mantra: „Man rezitiere den Mantra mit gesammeltem Geist zweiunddreißig Lakṣa Male und opfere den zehnten Teil mit acht Stoffen, vermischt mit den drei süßen Gaben.“ Die acht Stoffe sind Brennhölzer von Aśvattha, Udumbara, Plakṣa und Nyagrodha sowie Sesam, weißer Senf, Milchspeise und Ghee. Die drei Süßen sind Ghee, Honig und Zucker. Damit endet die Bhuvaneśvarī-Pūjā-Ordnung.

Bhuvaneshvari-Stotra

Nun der Hymnus.

1. Nun preise ich zum Erlangen sämtlicher Fülle Ambikā, die Ursache der Welt, die wahrhaft aus Glückseligkeit besteht und das Klang-Brahman verkörpert.

2. Ambikā, indem ich dich preise, reinige ich meine Rede: Du bist die Vidyā, die Mutter von allem, die Brahmā, Viṣṇu und Śiva ihre Gestalten verleiht und die drei Welten schafft, erhält und auflöst.

3. Tochter des Bergkönigs, du allein bist der Grund dafür, dass selbst der Gott, der Feind des Liebesgottes, Macht besitzt – er, der sich in Erde, Wasser, Feuer, Wind, Raum, Opferpriester, Mond und Sonne verkörpert.

4. Mutter, als Grund der besonderen Würde der von allen Göttern verehrten dreifach strömenden Gaṅgā erkenne ich eben dies: ihr ständiges Kreisen in Śambhus Haarflechten, die vom Staub deiner Lotusfüße geheiligt sind.

5. Der Herr der Mondphasen erfreut die Wasserlilie, keine andere; die Sonne den Tageslotus, keinen anderen. Jeder vermag nur einen zu erfreuen; du aber erfreust mit deinem Blick die ganze Erscheinungswelt.

6. Obwohl du der Anfang sämtlicher Welten bist, bist du von frischer Jugend. Obwohl du die Tochter des Bergkönigs bist, bist du überaus zart. Obwohl du die Mutter des dreifachen Veda bist, wird dein Wesen von ihm nicht erschaut. Du bist Gegenstand der Meditation, Gaurī, und liegst doch nicht auf dem Weg des Geistes.

7. Wer nach langer Zeit die schwer erreichbare Geburt unter Menschen erlangt und darüber hinaus unversehrte Sinneskräfte besitzt, dich aber nicht verehrt, Gebärerin der Welten, der steigt bis zur Spitze der Leiter und fällt wieder hinab.

8. Diejenigen, die dich, Bhavānī, eifrig mit Sandel, vermischt mit Kampferpulver und kühlem Wasser, sowie mit Blüten und guten Duftstoffen verehren [sutājagandha, Lesung unsicher], werden als Herrscher über ungeteilte Welten berühmt.

9. Nachdem du das All geschaffen hast, schläfst du im ersten Lotus, einer Schlange gleich [hi rājasadṛśī ist beschädigt]. Du trittst in den mittleren Weg ein, trägst den Glanz einer gewundenen Blitzranke und durchbrichst die fünf Lotusse, um [die obere Stätte] zu erreichen …

10. … du badest den Leib mit den daraus ausströmenden Nektarsäften und gehst auf demselben Weg wieder in die Auflösung ein. In wessen Herzen du so aufleuchtest, Mutter, Gemahlin Maheśvaras, der wird nicht wieder in einen Mutterschoß eingehen.

11. Gaurī, ich vergegenwärtige mir immer wieder deine Gestalt: mit schweren herabhängenden Ohrringen, lieblichem Gesicht, vollen Brüsten und schlanker runder Mitte. Deine Hände sind reich mit [cintā, „Gedanke“ beziehungsweise eine beschädigte Attributbezeichnung], Gebetsschnur, Krug und Schrift versehen. [cintākṣasūtrakalaśālikhitāḍhyahastām ist in der Aufzählung unsicher.]

12. Die Yogins nehmen den Yoga auf, besiegen die sechs Feinde und binden die Sinneskräfte an den klaren Geist. Dann schauen sie dich, Bhuvaneśvarī, mit strahlendem Gesicht und Händen, die Schlinge, Stachelstock, Furchtlosigkeit und Gabengewährung zeigen. [ṣāśāṅkuśa ist als beschädigte Schlingen-Stachelstock-Verbindung verstanden.]

13. Du selbst wirst auch zu Padmā: glühendem Gold gleich, von vier Elefanten mit umgekehrten Nektarkrügen übergossen; in zwei Händen trägst du schöne Lotusse und zeigst Furchtlosigkeit.

14. Du bist es, Göttin Bhavānī Durgā, die mit acht rankengleichen Armen, die vielerlei furchtbare Waffen tragen, den Löwen besteigt [mṛgādhivāsam, Form auffällig], wie Dūrvā-Blätter leuchtet und die Parteien der Götterfeinde niederwirft.

15. Immer wieder verneige ich mich vor dir, der Uranfänglichen, als junger Pulinda-Frau: Dein Gesicht glänzt von sichtbaren sommerlichen Schweißtröpfchen, deine lange Halskette ist aus Guñjā-Samen gefertigt. Du trägst ein kostbares Gewand und bist mit dunklem Glanz geschmückt.

16. Gemahlin Śrīkaṇṭhas, ich trage deine Füße auf meinem Haupt. Sie gleichen zwei aufwärts gerichteten Lotussen mit schön gewachsenen Stängeln. Haṃsas folgen ihrem Gang, als wären sie durch das Klingen der Fußringe wie durch glaubwürdige Worte über die aus der Ferne erschaute Gestalt unterwiesen. [Die erste Vershälfte ist syntaktisch gestört.]

17. Bhavānī, ich verneige mich vor deinen beiden Unterschenkeln: Vom Herrn mit dem Stierbanner werden sie voll tiefer Liebe betrachtet, als habe er das dritte Auge geschaffen, weil zwei Augen ihm beim Schauen keine Genüge gaben.

18. Ich erinnere deine beiden Oberschenkel: Sie besiegen den Stolz des Elefantenrüssels und übertreffen an Fülle und Weichheit Bananenstämme. Sie scheinen wie zwei Säulen von deiner schlanken Mitte und dem reifenden Lebensalter geschaffen und gegeben, um die Last deiner Hüften zu tragen. [aṅgavayasā ist in der Satzverbindung unsicher.]

19. Deine Körpermitte möge in der Mitte meines Herzens aufleuchten: Das auf die Kindheit folgende Alter, das Hüften und Brüste zugleich kräftig entfalten wollte, hat ihr die Fülle entzogen. Ihre Gestalt wird am zarten Spiel der Haarlinie erkennbar. [parikṛṣṇasāraḥ ist beschädigt.]

20. Göttin, niemals möchte ich deinen Nabel vergessen. Er scheint von der frischen Jugend als Freund des Liebesgottes, der das Feuer aus Haras Auge fürchtet, mit Schönheitswasser gefüllt und als ein [pallavamapraviṣṭam, unklarer Ausdruck für einen Zufluchtsort] bereitgestellt worden zu sein.

21. Deine beiden Lotusbrüste, die verräterische Asche des häuslichen Herrn [Śiva] und darunter Safranpaste tragen, erinnern an die beiden mit Sindūra gefärbten Stirnhöcker eines brünstigen Elefanten, der aus dem Bad steigt und an dem noch kurz Schaum sichtbar ist. [īśopi gehapiśunam und kṣaṇalakṣaphenau sind auffällige Quellformen.]

22. Mutter, deine Arme, schön durch den Strom hellen Glanzes, der über die Kehle hinausfließt, scheinen vom Liebesgott als zwei lange Schlingen geschaffen, um den Hals seines Feindes [Śiva] zu umfangen. Mögen sie nicht aus dem Weg meiner Erinnerung weichen.

23. Tochter des Bergkönigs, niemals werde ich satt, deine nicht übermäßig lange Kehle zu betrachten, die dem schönen Muschelhorn seine Anmut raubt, von vielerlei schwerem Schmuck glänzt und bezaubernde Eigenschaften besitzt.

24. Mutter, wahrhaft geboren ist nur, wer immer wieder dein Gesicht erinnert: mit sehr weiten Augen, edler Stirnfläche, vom leichten Lächeln sanft geweiteten Wangen, Bimba-roten Lippen und einer hohen langen Nase.

25. Göttin, wer deine Haarfülle im Geist betrachtet – [āvistvayārakaralekham, beschädigte Beschreibung, wohl einer sichtbaren Lichtlinie], einer Schar Bienen gleich, die um stark duftende Blüten schwirrt –, dessen alte Fessel löst sich von selbst.

26. Wer als Mensch diesen von der heiligen Überlieferung schön gereiften Hymnus der Weisen täglich mit innerlich erweichtem Herzen rezitiert, wird für lange Zeit zur erhabenen Stätte der Reichtümer und glückverheißenden Zeichen; die Herrlichkeit der Kronen von Königen, die sich zu seinen Füßen neigen, [schmückt ihn].

Damit endet das Bhuvaneśvarī-Stotra.

Bhuvaneshvari-Kavaca: Heil der drei Welten

Nun der Schutzpanzer.

Die Göttin sprach:

1. Herr der Götter, alle offenbarten Vidyās Bhuvaneśvarīs habe ich gehört und erfasst. Nun möchte ich hören jenen zuvor genannten Schutzpanzer namens „Heil der drei Welten“.

Īśvara sprach:

2. Höre, Pārvatī, ich werde ihn verkünden. Sei aufmerksam und nimm ihn auf.

3. Der Schutzpanzer „Heil der drei Welten“ hat Mantra-Gestalt, besteht aus vollendeter Vidyā und verleiht sämtliche Herrschermacht, o Göttin.

4. Durch Rezitation und Tragen erlangt der Sterbliche Anteil an der Herrschaft über die drei Welten.

5. Der Seher dieses Schutzpanzers „Heil der drei Welten“ ist Śiva, sein Versmaß Virāj, seine Gottheit die Weltenmutter Bhuvaneśvarī.

6. Die Anwendung gilt Dharma, Wohlstand, Wunscherfüllung und Befreiung. Das Bīja hrīṃ beschütze mein Haupt, Bhuvaneśī meine Stirn.

7. Aiṃ beschütze mein rechtes Auge, hrīṃ mein linkes Auge, śrīṃ mein rechtes Ohr. Die große Herrin, deren Wesen drei Laute sind …

8. … beschütze stets mein linkes Ohr. Aiṃ beschütze stets meine Nase, die Göttin hrīṃ mein Gesicht und aiṃ meine Zunge.

9. Die höchste Mutter, von Vāk umschlossen und aus drei Lauten bestehend, beschütze meine Kehle. Śrīṃ beschütze stets meine Schultern, hrīṃ jederzeit meine Arme.

10. Klīṃ [beschütze] meine Hände, die Herrin der dreifachen Hülle, die deren Macht verleiht. Oṃ beschütze das Herz und hrīṃ stets meine Körpermitte.

11. Krauṃ beschütze den Nabelbereich, jene dreisilbige Bhuvaneśvarī. Die Verleiherin aller Bījas, die alles unter ihre Macht bringt, beschütze den Rücken.

12. Hrīṃ beschütze meinen Afterbereich, namo bhagavatī die Hüfte. Māheśvarī beschütze stets die Oberschenkel und beide Knie.

13. Annapūrṇā beschütze stets, svāhā beschütze beide Füße. Die Siebzehnsilbige, die Annapūrṇā verkörpert, beschütze vorn. [purā wird hier räumlich aufgefasst; der Anschluss ist unsicher.]

14. Tāra, Māyā, Ramā und Kāma, danach die Sechzehnsilbige: Die höchste Zwanzigsilbige, auf dem Haupt stehend, beschütze stets. [Verschlüsselte Mantrabezeichnungen; der Vers schreibt die vollständige Formel nicht aus.]

15. Tāra, zweimal durge, rakṣiṇī und svāhā: Die Zehnsilbige, Jayadurgā, dunkel wie eine Regenwolke, beschütze mich freudig im Osten. Sinn der Anrufung: „Durgā, Durgā, Beschützerin, svāhā.“

16. Dieselbe mit dem Māyā-Bīja beginnende höchste Zehnsilbige, Jayadurgā, glühendem Gold gleich, beschütze das Gesicht. [ānane, so die Vorlage; keine Richtungsangabe wird dafür eingesetzt.]

17. Tāra, hrīṃ duṃ durgāyai namaḥ: Die höchste Achtsilbige, die Muschelhorn, Diskus, Bogen und Pfeil trägt, beschütze mich im Süden. Die Namensformel bedeutet „Verehrung Durgā“.

18. „Mahiṣāmarddinī svāhā“ – „Zermalmerin des Büffeldämons, svāhā“: Die höchste Achtsilbige, Vernichterin Mahiṣāsuras, beschütze mich stets im Südwesten.

19. Māyā, padmāvatī svāhā: So wird die Siebensilbige verkündet. Padmāvatī, auf dem Lotus stehend, beschütze mich stets im Westen. Sinn: „Lotusreiche, svāhā.“

20. Māyā, von Pāśa und Aṅkuśa umschlossen, „hi parameśvari svāhā“: Die mit Tāra beginnende Dreizehnsilbige, Aśvārūḍhā, beschütze das Gesicht. [Die Lautverschlüsselung und hi sind nicht eindeutig; parameśvari heißt „höchste Herrin“.]

21. Sarasvatī, „pañcaśare nityaklinne madadrave svāhā“: Die Zwölfsilben-Vidyā beschütze mich stets im Norden. Sinn der angerufenen Beinamen: „Fünfpfeilige, ewig Feuchte, vom Rausch Geschmolzene, svāhā.“ [ravyakṣarī verweist auf die Sonnenzahl zwölf.]

22. Tāra, Māyā, der Schutzpanzer, khe, „beschütze stets“, Vadhū; hūṃ kṣe hrīṃ phaṭ: die zwölfsilbige Mahāvidyā, die alles verleiht … [Der verschlüsselte und offene Silben vermischende Wortlaut tārāmmāyā tu kavacaṅkhe rakṣetsatataṃ vadhūḥ ist unsicher. Die vollständige Formel wird nicht erraten.]

23. … Tvaritā mit den acht Schlangen beschütze mich stets im Śiva-Winkel [Nordosten]. Danach aiṃ klīṃ sauḥ: Bālā beschütze mich von oben.

24. Bālā Bhairavī mit Bindu am Ende beschütze mich stets auf der Erde. So habe ich dir das heilige höchste „Heil der drei Welten“ verkündet.

25. Es ist die Essenz, das Heiligste der Essenz, die Verkörperung der Fülle der Mahāvidyās. Durch seine Rezitation wird selbst Kubera sogleich zum Herrn der Erde.

26. Alle Götter, beginnend mit Indra, werden durch Rezitation und Tragen zu Herren sämtlicher Vollendungen und erlangen alle Herrschermacht.

27. Nachdem man acht Blütenhandgaben dargebracht hat, rezitiere man es einmal mit dem Grundmantra. So erlangt man die Frucht einer ein Jahr lang vollzogenen Verehrung.

28. In gegenseitiger Liebe verweilt Kamalā beständig im Haus und Vāṇī im Mund. Wahrlich, wahrlich, daran besteht kein Zweifel.

29. Wer reinen Herzens diesen höchst heiligen Schutzpanzer namens „Heil der drei Welten“ trägt, ist selbst der Vorzüglichste unter den Verdienstvollen.

30. Mit sämtlicher Herrschermacht ausgestattet wird er zum Sieger über die drei Welten. Ein Mann [trage ihn] am rechten Oberarm, eine Frau am linken.

31. Selbst eine unfruchtbare Frau erhält einen Sohn und wird Mutter vieler Söhne. Waffen wie die Brahmāstra vermögen einen solchen Menschen nicht zu zerschneiden. [Schutz- und Fruchtbarkeitsverheißung der Quelle.]

32. Wer Bhuvaneśvarī rezitiert, ohne diesen Schutzpanzer zu kennen, gerät in äußerste Armut und erlangt bald den Tod. [Warnung des historischen Textes.]

Damit endet im Rudrayāmala, im Gespräch zwischen Devī und Īśvara, der Bhuvaneśvarī-Schutzpanzer namens „Heil der drei Welten“.

Bhuvaneshvari-Hridaya

Nun das Herzgebet.

Die Göttin sprach:

1. Erhabener, verkünde jenen Hymnus, der sämtliche Wünsche erfüllt. Hat man ihn nur gehört, begehrt man nichts anderes mehr zu hören.

2. Wenn du mir Gnade erweisen willst und Liebe zu mir empfindest, so verkünde, o Brahman, dieses Makellose auf Erden.

Īśvara sprach:

3. Höre, Göttin, ich werde den sämtliche Wünsche erfüllenden Hymnus verkünden. Es gibt das Herzgebet Bhuvaneśvarīs, aus dem Ruhm erwächst.

Oṃ. Für den Mantra des ehrwürdigen Bhuvaneśvarī-Hṛdaya-Stotra ist Śakti der Seher, Gāyatrī das Versmaß Bhuvaneśvarī die Gottheit, ha das Bīja, ī die Kraft und r der Keil. Seine Rezitation dient der Verwirklichung sämtlicher Herzenswünsche.

Nun der Glieder-Nyāsa.

„Oṃ hrīṃ hṛdayāya namaḥ“ – Oṃ hrīṃ, Verehrung dem Herzen.

„Oṃ śrīṃ śirase svāhā“ – Oṃ śrīṃ, dem Haupt, svāhā.

„Oṃ aiṃ śikhāyai vaṣaṭ“ – Oṃ aiṃ, dem Haarschopf, vaṣaṭ.

„Oṃ hrīṃ kavacāya hūm“ – Oṃ hrīṃ, dem Schutzpanzer, hūm.

„Oṃ śrīṃ netratrayāya vauṣaṭ“ – Oṃ śrīṃ, den drei Augen, vauṣaṭ.

„Oṃ aiṃ astrāya phaṭ“ – Oṃ aiṃ, der Waffe, phaṭ.

Entsprechend vollziehe man den Hand-Nyāsa.

Nun die Meditation.

4. Man meditiere über die Mutter, die Brahmā und den übrigen Geburt gegeben hat, die Yoginī, den Ursprung des Yoga. Für das Leben der Götter erstrahlt sie als siegreiches höchstes Licht und trägt einen furchtbaren Leib [Wortverbindung vorläufig]. Mit ihren vier lotosgleichen Händen hält sie Muschelhorn, Diskus, Pfeile und Bogen. Sie ist Māyā, die Uranfängliche, die Erhabene, die Welt des entstehenden Daseins [bhavabhavabhuvanām, unsicher], der Grund der Last des auf Erden Entstehenden [bhūbhavābhārabhūmim, unsicher].

5. Wir verehren jene ehrwürdige Bhuvaneśvarī, auf deren Geheiß der Ungeborene das ganze All von Anfang an schafft, der Herr der Śrī es als sein Eigenes erhält [aurasaṃ vā, Anschluss unsicher] und Bhava es am Ende auflöst.

6. Wir verehren jene ehrwürdige Bhuvaneśvarī, die den Menschen der Welt Freude bereitet, Jayā heißt, ruhmreich ist und den Ursprung von Yantra und gutem Opfer bildet; sie hat unermessliche Feinde besiegt und die Erscheinungswelt geschaffen.

7. Als Hari am Ende der drei Welten schlief, erschien der aus dem Nabellotus Geborene. In jener Finsternis hielt Brahmā an ihrer Stätte fest [vidadhārayatpadam, Lesung unsicher]. Wir verehren jene ehrwürdige Bhuvaneśvarī.

8. Für sie gibt es nirgends Geburt, hier keine fortlaufende Erhaltung und in der Auflösung keine Gesamtheit von Handlungen [der letzte Halbsatz ist grammatisch unsicher]. Wir verehren jene ehrwürdige Bhuvaneśvarī.

9. Durch das Aussenden ihres Seitenblicks [kaṭākṣamokṣācaraṇogravittā, beschädigte Verbindung], mit eingesetzten Lauten und von Mitgefühl erweichtem Herzen, kommt sie dem guten Verehrer mit dem Erwünschten entgegen. Wir verehren jene ehrwürdige Bhuvaneśvarī.

10. Aus ihrem Mutterschoß entstand die Geburt der Welt. Dieselbe Welt erhält sie in der Mitte und verschlingt sie am Ende als die furchtbare Kālī ganz. Wir verehren jene ehrwürdige Bhuvaneśvarī.

11. Im Tiefschlaf durchdringt sie die Menschen [janamadhyayantyā, unklare Form]; durch sie erkennt der Mensch im Traum etwas, und dieses individuelle Selbst erwacht im Wachzustand. Wir verehren jene ehrwürdige Bhuvaneśvarī.

12. Welche Vollendeten erlangen nicht durch ihren von Mitgefühl strahlenden Seitenblick Dichtkunst, Herrschaft und Selbstständigkeit? [na ke trayasyāḥ ist gestört; die rhetorische Aussage ist nach dem Zusammenhang übertragen.] Wir verehren jene ehrwürdige Bhuvaneśvarī.

13. Die im Herzen über ihren leuchtenden, sich öffnenden Gesichtslotus meditieren, strahlen in den Richtungen und entfalten [ihr Wesen], von ihrer Gnade bewegt [Satzanschluss unsicher]. Wir verehren jene ehrwürdige Bhuvaneśvarī.

14. Die ihrem Liebesverlangen folgenden mannigfaltigen Scharen [yadānurāgānugatālicitrāḥ, Wortgrenze unsicher], deren Leiber von uralter Liebe überflutet sind, bleiben voller Freude ganz furchtlos. Wir verehren jene ehrwürdige Bhuvaneśvarī.

15. Hari, Viriñci und Hara, die Herrscher, stehen tief gebeugt vor ihr und wünschen stets ihr Wohlwollen. Wir verehren jene ehrwürdige Bhuvaneśvarī.

16. Wer ihren Mantra wiederholt – Hara auf Feuer stehend, danach verbunden mit linkem Ohr und Mond –, wird von den Göttern verehrt. Wir verehren jene ehrwürdige Bhuvaneśvarī. [Verschlüsselte Lautbeschreibung; vāmaśruti, „linkes Ohr“, wird nicht durch „linkes Auge“ aus der früheren Stelle ersetzt.]

17. Möge mir jene ehrwürdige Bhuvaneśvarī stets gnädig sein, deren Herz vom Saft der Liebe bewegt ist. Durch ihren gnädigen Seitenblick werden die ihren Füßen Hingegebenen Kubera gleich.

18. Dieser Bhuvaneśvarī-Hymnus ist von den Guten stets freudig zu rezitieren und sorgsam zu verehren. Er verleiht den aufmerksam Hörenden und vollständig Rezitierenden Glück, vernichtet die Makel des Kali-Zeitalters und ist lobenswert.

19. Wer dieses Herzgebet gesammelt rezitiert, dem wird die erfreute Göttin Bhuvaneśvarī das Erwünschte gewähren.

20. Sie schenkt Reichtum, langes Leben, Verdienst und eine reine Gesinnung sowie unerschütterliche Hingabe an die Gottheit und besonders an den Guru.

21. Bei Vollmond, am vierzehnten Mondtag und besonders am Dienstag soll dieser Hymnus sorgfältig im Götterhaus rezitiert werden.

22. Wo immer dieser Hymnus rezitiert wird, soll seine Frucht entstehen. An allen Orten der Herrin der Götter rezitiere man ihn stets mit gereinigtem Leib.

Damit endet im Nīlasarasvatī-Tantra, im Bhuvaneśvarī-Kapitel und im Gespräch zwischen der ehrwürdigen Devī und Īśvara, das Bhuvaneśvarī-Hṛdaya-Stotra.

Bhuvaneshvari: 108 Namen

Nun die hundert Namen.

1. Auf dem schönen Kailāsa-Gipfel, der von vielerlei Edelsteinen geschmückt ist, fragte Pārvatī Śiva zum Wohl von Männern und Frauen.

Die Göttin sprach:

2. Mahādeva, wenn ich dir lieb bin, verkünde die 108 Namen der Mahāvidyā Bhuvaneśvarī.

Īśvara sprach:

3. Höre, Göttin, Glückbegabte, diesen heilvollen König der Hymnen, der die tausend Namen übertrifft, Vollendung verleiht und Befreiung bewirkt.

4. Die Reinen sollen ihn nach dem morgendlichen Aufstehen gesammelt und voller Vertrauen zu den drei Tageszeiten rezitieren; er verleiht die Frucht sämtlicher Wünsche.

Oṃ. Für diesen Hymnus der 108 Namen Bhuvaneśvarīs ist Śakti der Seher, Gāyatrī das Versmaß und Bhuvaneśvarī die Gottheit. Die Anwendung der Rezitation gilt der Verwirklichung der vier Lebensziele.

5. Die große Māyā; die große Vidyā; der große Yoga; die überaus Gewaltige; Māheśvarī; Kumārī; Brahmāṇī; die Brahman-Gestaltige.

6. Die Herrin der Rede; die Yoga-Gestaltige; die von zehn Millionen Yoginīs Verehrte; Jayā; Vijayā; Kaumārī; die ganz Heilvolle.

7. Hiṅgulā; die Spielerische; die Flammende; die Flammengestaltige; die Herrin; die grausam Auflösende; die den Kula-Weg verleiht.

8. Vaiṣṇavī; die Schönheit und Glück bewirkt; die aus gutem Kula Stammende; die vom Kula Verehrte; die mit der linken beziehungsweise schönen Körperseite; die dem linken Weg Folgende; die Vāmadeva Liebe.

9. Die die Gestalt von Ḍākinīs und Yoginīs besitzt; die Herrin der Wesen; die Führerin der Wesen; Padmāvatī; die Lotusäugige; die Erwachte; Sarasvatī. [padmanetrāprabuddhā ist hier als padmanetrā prabuddhā gegliedert; eine andere Trennung wäre möglich.]

10. Die auf der Erde Wandelnde; die im Luftraum Wandelnde; Māyā; Mātaṅgī; Bhuvaneśvarī; die Geliebte; die gattentreue Frau; die Zeugin; die Schönäugige; die im Kuṇḍa Wohnende.

11. Umā; Kumārī; die Herrin der Welt; die Schönhaarige; die Rubinfarbene; Indrāṇī; Brahmacāṇḍālī; Caṇḍikā; die Vāyu Liebe.

12. Die aus sämtlichen tragenden Kräften bestehende Gestalt; die Wassergestaltige; die Wasser im Bauch trägt; die Raumhafte; die in die Schlacht geht; die mit Menschenschädeln Geschmückte.

13. Narmadā; die Befreiung verleiht; die Verlangen, Dharma und Wohlstand verleiht; Gāyatrī; Sāvitrī; die drei Sandhyās; die zu den heiligen Stätten geht.

14. Der achte, neunte, zehnte und elfte Mondtag; der Vollmond; die Neumondgestaltige; die die Gestalt der Mondtage verkörpert.

15. Die die Feinde der Götter vernichtet; die Furchtgestaltige; die Liebevolle; das Feuer; das halbe Lautmaß; die Rote; die Gelbäugige.

16. Die Scham; Sarasvatī; die Vidyā; Bhavānī; die Verfehlungen vernichtet; die die Schlangenschlinge tragende Gestalt; die Unergründliche; die Ohrringe trägt.

17. Die Herrschermacht verkörpert und Auflösung bewirkt [kṣatrarūpīkṣayakarī, Gliederung unsicher]; die Glanzvolle; die rein Lächelnde; die unentfaltete und entfaltete Welt [avyaktāvyaktalokā, Worttrennung vorläufig]; die Śambhu-Gestaltige; die Geistesstarke.

18. Mātaṅgī; die berauschte Mātaṅgī; die Mahādeva stets Liebe; die Dämonentöterin; Vārāhī; die aus sämtlichen Lehrwerken Bestehende; die Heilvolle.

19. Wer dies voller Hingabe rezitiert oder gesammelt hört, erhält als Kinderloser einen Sohn und wird als Mittelloser reich.

20. Selbst der Unverständige erlangt Kenntnis der Lehrwerke, selbst der Dieb ein gutes Ziel. Der Brahmane wird zum Kenner der Veden, der Kṣatriya siegreich.

21. Der Vaiśya wird reich, der Śūdra gedeiht in Wohlsein. Am achten, vierzehnten und neunten Mondtag mit ungeteilter Aufmerksamkeit …

22. … stets voller Hingabe Rezitierende werden keinen Anteil an Leid haben. Einmal, zweimal, dreimal oder ein viertes Mal [täglich] …

23. … stets voller Hingabe Rezitierende werden in der Himmelswelt verehrt. Wie die Götter beim Anblick Rudras, wie die Schlangen beim Anblick Garuḍas fliehen seine Feinde beim Anblick seines Gesichtes.

Damit endet im ehrwürdigen Rudrayāmala, im Gespräch zwischen Devī und Śaṅkara, der Hymnus der 108 Namen Bhuvaneśvarīs.

Einleitung zum Tausendnamenhymnus

Nun die tausend Namen.

Oṃ. Für diesen Tausendnamen-Mantra Bhuvaneśvarīs ist Sadāśiva der Seher, Anuṣṭubh das Versmaß und Bhuvaneśvarī die Gottheit. Lajjā ist das Bīja, Kamalā die Kraft und Vāgbhava der Keil. Die Anwendung der Rezitation gilt der Verwirklichung sämtlicher Ziele.

Bhuvaneshvari: Tausendnamenhymnus

Vers 1

Die Herrin der Welten; die auf Erden zu Verehrende [bhuvārāghyā, Form auffällig]; Bhavānī; die Furcht vernichtet; die Daseinsgestaltige; die Freude des Daseins; die über den Ozean des Daseins hinüberführt.

Vers 2

Die aus dem Dasein Entstandene; die am Dasein Erfreute; die die Last des Daseins fortnimmt; Bhavyānā [Lesung unklar]; die mit heilvollen Augen; die Heilgestaltige; das Heilmittel des Daseins.

Vers 3

Die heilvolle Frau; die Schönhaarige; die von den Fesseln des Daseins befreit; die einen heilvollen Sitz besitzt; die heilvolle Gewänder trägt; die mit heilvollem Schmuck Geschmückte.

Vers 4

Die Bhaga-Gestaltige; die Freude des Bhaga; die Herrin des Bhaga; die eine Bhaga-Girlande trägt; die Vidyā des Bhaga; die Erhabene; die im Bhaga Feuchte; die Bhaga herbeiführt.

Vers 5

Der Keim des Bhaga; das Spiel des Bhaga; der Anfang des Bhaga; das Heil des Bhaga; das freie Spiel des Bhaga; die am Bhaga Erfreute; die Fülle des Bhaga; die Gebieterin des Bhaga.

Vers 6

Die Wohnstätte des Bhaga; der Tatendrang des Bhaga; die im Bhaga steht; die Bhaga nährt; das Fest des Bhaga; die Vidyā des Bhaga; die Mutter des Bhaga; die im Bhaga Gegründete.

Vers 7

Die Kraft des Bhaga; der Schatz des Bhaga; die Verehrung des Bhaga; die Suche nach Bhaga; Bhagāsvapā [Lesung unklar]; die oberste Herrin des Bhaga; die im Bhaga zu Verehrende; die Schöne des Bhaga.

Vers 8

Die Linie des Bhaga; die Zuneigung des Bhaga; die die Zuneigung des Bhaga vermehrt; die Schwester; die im Bhaga-Keim steht; die im Genuss des Bhaga spielt.

Vers 9

Die Ausübung des Bhaga; die Grundlage des Bhaga; die Ausübung des Bhaga [Wiederholung]; die Zuflucht des Bhaga; die Blüte des Bhaga; die die Herrlichkeit des Bhaga verleiht; die in der Bhaga-Blüte wohnt.

Vers 10

Die eine heilvolle Gestalt trägt; die Heilvolle; die durch heilvolle Blüten nicht geschmückt ist [bhavyapuṣpairasaṃskṛtā, so die überlieferte Verbindung]; die mit heilvollem Spiel; die mit heilvoller Girlande; die Heilvollgliedrige; die Heilvollschöne.

Vers 11

Die heilvollen Wesens; die mit heilvollem Spiel; die Heilvolläugige; die das Werdende vernichtet [bhavyanāśinī, bhavya mehrdeutig]; die Heilvollgliedrige; die mit heilvoller Rede; die mit heilvollem Glanz; Bhagālinī [Wortbildung unsicher].

Vers 12

Die heilvolle Scham; der heilvolle Fluss; die in heilvollem Genuss wandelt; die mit heilvollen Brüsten; die Heilvollgesichtige; die heilvolle Versammlung; die Furcht fortnimmt.

Vers 13

Die Herrin der Verehrer; die Hingabe bewirkt; die den Verehrern Gnade erweist; die Hingabe verleiht; die Mutter der Hingabe; die die Freude der Verehrer vermehrt.

Vers 14

Die Hingabe liebt; die an Hingabe Erfreute; die in der Haltung der Hingabe wandelt; deren Wesen Hingabe ist; deren Spiel Hingabe ist; die Herrin der Verehrer; die Hingabe schützt.

Vers 15

Die Vidyā der Hingabe; die Vidyā der Verehrer; die Hingabe; die sich an Hingabe erfreut; die Weise der Hingabe; die Freude der Hingabe; die die Praxis der Hingabe zur Erfüllung bringt.

Vers 16

Die durch Hingabe zu Verwirklichende; die vom Verehrer zu Verwirklichende; die Hingabe; die Gefährtin [bhaktirālī, so gegliedert]; die Herrin des Daseins; die Vidyā der Krieger; die Freude der Krieger; die unter den Kriegern steht.

die Kriegergestaltige.

Vers 17

Die von Kriegern Geehrte; die zu den Kriegern Gehörende [bhaṭasthānyā, Form unsicher]; die an der Stätte der Krieger wohnt; die Kriegerin; die Herrin der Kriegergestalt; die die Kriegergestalt vermehrt.

Vers 18

Die im Kriegergewand; die Herrin der Krieger; die Anteil am Bhaga hat; die Schöne des Daseins; durch die Zuneigung der Krieger [bhaṭaprītyā, abweichender Kasus]; durch die Weise der Krieger [bhaṭarītyā, abweichender Kasus]; die den Kriegern Gnade erweist.

Vers 19

Die von Kriegern zu Verehrende; die von Kriegern zu Erkennende; die sich an der Erkenntnis der Krieger erfreut; die von Kriegern zu Dienende; die Beste der Krieger; die von Kriegern zu Verehrende; die die Krieger unterweist.

Vers 20

Durch den Ruhm der Krieger [bhaṭakīrttyā, Kasusform auffällig]; die Kunst der Krieger; die die Krieger schützt; die Hüterin der Krieger; die Herrschermacht der Krieger; die oberste Herrin der Krieger; der Blick der Krieger; die die Krieger erfreut.

Vers 21

Die Herrin der Krieger; die Mutter der Krieger; die das Glück der Krieger vermehrt; die Befreiung der Krieger; die Verbindung beziehungsweise Kunstfertigkeit der Krieger; die die Freude der Krieger vermehrt.

Vers 22

Die Herrin des Glücks; die Mutter des Glücks; die im Glück steht; die Glücksgestaltige; die im Wesen innerer Betrachtung Geschickte; die inneres Erleben verleiht; die inneres Erleben vermehrt.

Vers 23

Die das innere Erleben verkörpert; der Geschmack inneren Erlebens; die in verschiedenen inneren Zuständen wandelt; der Keim inneren Erlebens; die Kunst inneren Erlebens; die an der Stätte inneren Erlebens wohnt.

Vers 24

Die von innerem Erleben Ergriffene; die vom inneren Erleben Getragene; die inmitten inneren Erlebens steht; das Gedeihen inneren Erlebens; die Vollendung inneren Erlebens; der Anfang inneren Erlebens; die inneres Erleben hervorbringt.

Vers 25

Die Wohnstätte inneren Erlebens; die ganz dem inneren Erleben Zugewandte; die der Praxis inneren Erlebens Hingegebene; die Herrin inneren Erlebens; die durch inneres Erleben Erreichbare; die im inneren Erleben steht; die auf inneres Erleben Stolze.

Vers 26

Die Hervorbringende; die Geliebte inneren Erlebens; Bhāratī, die Rede; die Herrin Bhāratas; Bhāgīrathī, die Gaṅgā; die Glückliche; die Kraft, die das Aufgehen des Glücks bewirkt.

Vers 27

Die Zuflucht des Glücks; die aus Glück Bestehende; das Glück; die die Frucht des Glücks verleiht; der Wandel des Glücks; die Essenz des Glücks; der Strom des Glücks; die Glück verleiht.

Vers 28

Die Gebieterin des Glücks; der Schatz des Glücks; das Glück; die gute Mutter des Glücks; der Blick des Glücks; Bhāgyanā [Lesung unklar]; die glückliches Glück verleiht [bhāgyabhāgyadā, Wiederholung im Kompositum]; die Mutter des Glücks.

Vers 29

Der Blick des Glücks; deren Geist Glück ist; der Anfang des Glücks; die mitten durch das Glück geht; die Herrin der Brüder; die Brüder besitzt; die Mutter der Brüder; die Brüder schützt.

Vers 30

Die unter Brüdern steht; die im Umgang mit Brüdern Geschickte; die Bienenhafte; die Mutter der Bienen; die Bhilla-Gestaltige; die mit Bhillas Verbundene; die unter Bhillas steht; die Bhillas schützt.

Vers 31

Die Mutter der Bhillas; die Ernährerin der Bhillas; die Bhilla-Frau; die Herrin der Bhillas; der Ruhm der Bhillas; die Kunst der Bhillas; die auf dem Mandara der Bhillas wohnt [bhillamandara, Bezug unsicher].

Vers 35 (Position 32; Quellnummer 35)

Das Spiel der Bhillas; das freie Spiel der Bhillas; die von Bhillas zu Verehrende; die den Bhillas Liebe; die Schwiegertochter der Bhillas; die Tochter der Bhillas; die Bhilla-Frau; die Bhillas nährt.

Vers 33

Die Enkelin der Bhillas; die Versammlung der Bhillas; die im Brauch der Bhillas wohnt; die von Bhillas zu Verehrende; die Rede der Bhillas; die Bhilla-Frau; die die Furcht der Bhillas fortnimmt.

Vers 34

Die bei den Furchtsamen steht; die Mutter der Furchtsamen; die Furcht; die Furcht vernichtet; die Furcht verleiht; die Furcht fortnimmt; durch Furcht [bhītyā, Kasusform auffällig]; die in furchterregender Gestalt wandelt.

Vers 35

Die Herrin der Furcht; die Furcht beruhigt; die am Ort der Furchtsamen wohnt; nach der Weise der Furcht [bhītirītyā, Kasusform auffällig]; die Kunst der Furcht; der Blick der Furcht; die Furcht fortnimmt.

Vers 36

Die Herrin Bhīmas; die Mutter Bhīmas; die Furchtbare; die bei Bhīma wohnt; die Gebieterin Bhīmas; die an Bhīma Erfreute; die Furchtbar-Gliedrige; die Bhīma schützt.

Vers 37

Die furchtbar Tönende; die das Bhīma-Tantra besitzt; die Bhīmas Herrschermacht vermehrt; die Versammlung Bhīmas; die Ernährerin Bhīmas; die sich an Bhīmas Vidyā erfreut.

Vers 38

Die furchtbare Heldenkraft verleiht; die in furchtbarer Heldenkraft wohnt; die Göttin, die Bhīma Freude bereitet; die in Bhīmas Freude wandelt.

Vers 39

Die Bhīma unterweist; die Ewige; die Bhīma Glück verleiht; die Vollendung Bhīmas; das Gedeihen Bhīmas; die die Hingabe an Bhīma vermehrt.

Vers 40

Die bei Bhīma steht; die Bhīma Gaben verleiht; die Bhīmas Dharma lehrt; die Herrin Bhīṣmas; der Unterhalt Bhīṣmas; die die Erkenntnis Bhīṣmas erweckt.

Vers 41

Die Herrlichkeit Bhīṣmas; die Mutter Bhīṣmas; die Bhīṣmas Wissen lehrt; die bei Bhīṣma steht; durch Bhīṣmas Askese [bhīṣmatapasā, Kasusform auffällig]; die Herrin Bhīṣmas; die Bhīṣma hinüberführt.

Vers 42

Das Spiel Bhīṣmas; das Wesen Bhīṣmas; die im Weinen Bhīṣmas wohnt [bhīṣmarodi, Form unsicher]; die Zuflucht Bhīṣmas; die Beste Bhīṣmas; die Bhīṣmas Freude vermehrt.

Vers 43

Die Welt; die Herrin der Welten; die den Welten Freude bereitet; die auf der Erde steht; die Erdgestaltige; die die Last der Erde fortnimmt.

Vers 44

Die im Genuss steht; die Genuss verleiht; der Genuss; die Herrin des Genusses; die Genussgestaltige; die Gebieterin des Genusses; die Genuss schenkt; die die Gestalt des Genusses verkörpert [bhuktirākāra, Form auffällig].

Vers 45

Die bei der Schlange steht; die Herrin der Schlangen; die die Schlangengestalt verkörpert; die Schlangenfrau; die bei den Schlangen wohnt; die den Schlangen Freude verleiht.

Vers 46

Die Herrin der Wesen; die Mutter der Wesen; die unter den Wesen steht; die Wesensgestaltige; die Gebieterin der Wesen; das Spiel der Wesen; die stets die Gestalt der Wesen annimmt.

Vers 47

Die die Wesen verleiht; die Wesen als Haar besitzt [bhūtakeśī, Deutung offen]; die Ernährerin der Wesen; die große Herrin; nach der Weise der Wesen [bhūtarītyā, Kasusform auffällig]; die Gemahlin der Wesen; die in der Welt der Wesen wohnt.

Vers 48

Die Vollendung der Wesen; das Gedeihen der Wesen; die in der Freude der Wesen wohnt; der Ruhm der Wesen; die Fülle der Wesen; die das Glück der Wesen vermehrt.

Vers 49

Die von Wesen zu Verehrende; die Geliebte der Wesen; die sich an der Vidyā der Wesen erfreut; die Enkelin der Wesen; die Tochter der Wesen; die Gemahlin der Wesen und Herrin der Vorschrift [bhūtabhāryāvidheśvarī, Gliederung unsicher].

Vers 50

Die beim König steht; die Geliebte des Königs; die Herrin der Könige; die die Könige schützt; die Mutter der Könige; die einem König Gleiche; die königliche Herrschermacht verleiht.

Vers 51

Das Wirken des Königs; die Festigkeit des Königs [bhūpaneṣṭhā, Form unsicher]; die die königliche Haltung vermehrt; die Schwester des Königs; die Fülle des Königs; die Enkelin des Königs; die Braut.

Vers 52

Der Ruhm des Königs; die Führung des Königs; die das Glück des Königs vermehrt; die Handlung des Königs; das Spiel des Königs; die auf dem Mandara des Königs wohnt [bhūpamandara, Bezug offen].

Vers 53

Die von Königen zu Verehrende; die von Königen recht zu Verehrende; die den Genuss der Könige vermehrt; die Zuflucht der Könige; die Zeit der Könige; die den Feststab des Königs trägt [bhūpakautukadaṇḍinī, Deutung unsicher].

Vers 54

Die im Schmuck steht; die Herrin des Schmucks; der Schmuck; die Schmuck trägt; die Herrin des Dharma der Schmuckgrundlage [Kompositum mehrdeutig]; die die Gestalt des Schmucks verkörpert.

Vers 55

Die Wohnstätte des königlichen Verhaltens; die mit königlichem Verhalten Geschmückte; die Gestaltung königlichen Verhaltens; die durch königliches Verhalten Verzierte.

Vers 56

Die Herrin des Dharma königlichen Verhaltens; die königliches Verhalten bewirkt; die königliches Verhalten ausübt; die von königlichem Verhalten Freie.

Vers 57

Die im Wachstum königlichen Verhaltens steht; die das Wachstum königlichen Verhaltens verleiht; das Mittel königlichen Verhaltens; die die Handlung königlichen Verhaltens verleiht.

Vers 58

Die Herrin der Handlung königlichen Verhaltens; die die Handlung königlichen Verhaltens verleiht; die im Leib königlichen Verhaltens steht; die königliches Verhalten ausübt.

Vers 59

Die in der Vollendung königlichen Verhaltens steht; die die Vollendung königlichen Verhaltens verleiht; die dem Dharma königlichen Verhaltens Folgende; die königliches Verhalten trägt.

Vers 60

Die Welle der Freude des Königs; die den Herrn der Könige verkörpert; die in der Führung der Führung des Königs steht [nītinīti, Wiederholung der Quelle]; die an der Stätte des Königs wohnt.

Vers 61

Die göttliche Rede an der Stätte des Königs; die die Gabe des Königs trägt.

Vers 62

Die Welle der Freude am Heilmittel; die die Freude am Heilmittel verkörpert; die Königin der Freude am Heilmittel; die die Freude am Heilmittel verkörpert [Wiederholung].

Vers 63

Die Herrin des Wirkens der Freude am Heilmittel; die Freude am Heilmittel verleiht; die Heilkundige; die Wurzel des Heilmittels [bhaiṣajākandā, Form unsicher]; die an der Stätte des Heilmittels wohnt.

Vers 64

Die den Herrn der Heilmittel verkörpert; die die Vollendung des Herrn der Heilmittel verleiht; die Herrin des Dharma des Herrn der Heilmittel; die das Wirken des Herrn der Heilmittel verleiht.

Vers 65

Die Herrin des Wirkens des Herrn der Heilmittel; die das Wirken des Herrn der Heilmittel ausübt; die Mutter des Gebieters der Heilmittel; die den Gebieter der Heilmittel schützt.

Vers 66

Die Gestaltung des Gebieters der Heilmittel; das Heil des Gebieters der Heilmittel; die inmitten des Heilkräuterwaldes steht; die den Heilkräuterwald schützt.

Vers 67

Die Heilkunde; die Heilkunst; die das durch Heilkunst Erwünschte verleiht; die in der Heilkunst steht; die Herrin der Heilmittel; die die Freude an der Heilkunst vermehrt.

Vers 68

Bhairavī; die Bhairavī-Praxis; die Bhairava-Gestaltige; die in der Bhairava-Praxis Geschickte; die mit der Bhairava-Praxis Geschmückte.

Vers 69

Bhairavā; die Herrin Bhairavas; die Bhairavas Freude verleiht; die Herrin der Gestalt von Bhairavas Freude; die Bhairavas Freude verkörpert.

Vers 70

Die in Bhairavas Freude Erfahrene; die Wohnstätte von Bhairavas Freude; die das Wesen von Bhairavas Freude kennt; die ganz auf Bhairavas Freude Gerichtete.

Vers 71

Die in Bhairavas Freude Geschickte; die den Weg von Bhairavas Freude lehrt; die in der Liebe zu Bhairavas Freude steht; die Liebe zu Bhairavas Freude verleiht.

Vers 72

Die Königin von Bhairavas Freude; die eine Girlande von Bhairavas Freude trägt; die den Gedanken an Bhairavas Freude verleiht; die Mutter von Bhairavas Freude.

Vers 73

Die Mutter der Grundlage Bhairavas; die die Grundlage Bhairavas schützt; die Herrin der Gestalt von Bhairavas Grundlage; die die Grundlage Bhairavas verkörpert.

Vers 74

Die Fülle von Bhairavas Grundlage; die Gewissheit von Bhairavas Grundlage; die das Wesen von Bhairavas Grundlage kennt; die das Wesen von Bhairavas Grundlage verleiht.

Vers 75

Die Herrin des Tantra der Zuflucht zu Bhairava; die Mantrakennerin der Zuflucht zu Bhairava; die Gestaltung der Zuflucht zu Bhairava; die durch die Zuflucht zu Bhairava Erfreute.

Vers 76

Die Feststellung der Zuflucht zu Bhairava [nirddhārā, Form unsicher]; die von der Zuflucht zu Bhairava Erfüllte; die Feststellung der Zuflucht zu Bhairava [Wiederholung]; Bhairavāśrayanirddharā [abweichende Schlussform, Bedeutung ungesichert].

Vers 77

Die Herrin der Erkenntnis von Bhairavas Freude; die Bhairavas Freude erkennen lässt; die in der Erkenntnis von Bhairavas Freude steht; die die Erkenntnis von Bhairavas Freude verleiht.

Vers 78

Die den Segen der Herrschermacht Bhairavīs verleiht; die die Herrschermacht Bhairavīs verleiht; die Gestaltung der Herrschermacht Bhairavīs; die die Herrschermacht Bhairavīs vermehrt.

Vers 79

Die in der Vollendung der Herrschermacht Bhairavīs steht; die die Vollendung der Herrschermacht Bhairavīs verleiht; die Herrin dieser Vollendung; die die Herrschermacht Bhairavīs verkörpert.

Vers 80

Der gute Weg zur Herrschermacht Bhairavīs; der schöne Glanz der Herrschermacht Bhairavīs; die im Wachstum der Herrschermacht Bhairavīs steht; die dieses Wachstum verleiht.

Vers 81

Die in der Herrschermacht Bhairavīs Geschickte; die Wünsche hinsichtlich der Herrschermacht Bhairavīs erfüllt; die durch die Herrschermacht Bhairavīs leicht Erreichbare; die die Herrschermacht Bhairavīs vollständig verleiht.

Vers 82

Die klare Herrschermacht Bhairavīs; die durch die Herrschermacht Bhairavīs Umgestaltete [vikritā, Lesung auffällig]; die Disziplin der Herrschermacht Bhairavīs; die durch die Herrschermacht Bhairavīs Erkannte.

Vers 83

Die Größe der Herrschermacht Bhairavīs; die auf die Herrschermacht Bhairavīs Stolze; die der Herrschermacht Bhairavīs Hingegebene; die aus der Herrschermacht Bhairavīs Gestaltete.

Vers 84

Die Gebieterin des Genusses; die Mutter des Genusses; die im Genuss steht; die den Genuss schützt; das Spiel des Genusses; das freie Spiel des Genusses; die Herrin des Genusses; die Genuss vermehrt.

Vers 85

Die Genuss zum Leib hat; die Geliebte des Genusses; die die Praxis des Genusses erwägt; die Zuflucht des Genusses; die Genussreiche; die Genießende; die Genussgestaltige.

Vers 86

Der Keim des Genusses; die Ordnung des Genusses; die in der Grundlage des Genusses wohnt; die Mutter des Genusses; die am Genuss Erfreute; die die Vollendung des Genusses bewirkt.

Vers 87

Die beim Mahl steht; die dem Mahl Hingegebene; die Freude am Essen verleiht; die Welle der Freude am Essen; die inmitten des Essens wandelt.

Vers 88

Die Größe der Freude am Essen; die das Genusswürdige der Freude am Essen verleiht; die Gestaltung der Freude am Essen; die durch die Freude am Essen Erfreute.

Vers 89

Die in der Essenspraxis Geschickte; die mit der Essenspraxis Geschmückte; die die Essenspraxis ausübt; die durch die Essenspraxis Verehrte.

Vers 90

Die mit der Essenspraxis Ausgestattete; die mit der Essenspraxis Verbundene; die im Denken an die Essenspraxis steht; die die Weise der Essenspraxis lehrt.

Vers 91

Die Fülle der Essenspraxis; die in der Essenspraxis weit Entfaltete; die sich an der Essenspraxis Erfreuende; die Beschützerin der Essenspraxis.

Vers 92

Die Essenspraxis Hinwegnehmende; die Essenspraxis Verzehrende; die durch Essenspraxis Freude Schenkende; die nach Essenspraxis innig Verlangende.

Vers 93

Die Wohlschmeckende in Speise und Nahrungsaufnahme; die Schöne in Speise und Nahrungsaufnahme; die im Essen und Aufnehmen von Nahrung Wirkende; die im Essen und Aufnehmen von Nahrung Bewegliche.

Vers 94

Die Fülle des Speisegenusses; die Geliebte des Speisegenusses; die durch Speisegenuss Zufriedene; die Speisegenuss Gewährende.

Vers 95

Der gute Weg des Speisegenusses; die Zuflucht des Speisegenusses; die dem Speisegenuss Hingegebene; die durch Speisegenuss Bestimmte.

Vers 96

Die Silbe bhau; die Herrin der Silbe bhau; die in der Lautsilbe bhau Gestalt Annimmt; die in der Silbe bhau Weilende; der Ursprung der Silbe bhau; die am Ort der Silbe bhau Wohnende.

Vers 97

Bhaṅkārī, die den Laut bhaṃ Hervorbringende [auch andere Wortableitung möglich]; Bharmmiṇī [unklare Namensform]; Bharmī [unklare Namensform]; die Herrin der Asche; die Aschegestaltige; Bhaṅkārā, die Gestalt des Lautes bhaṃ [Deutung unsicher]; die Zerbrechende; die Asche.

Die in der Asche Weilende; die in Asche Wohnende.

Vers 98

Die Silbe bha Verkörpernde; die Gestalt der Silbe bha; die am Ort der Silbe bha Wohnende; die mit der Silbe bha Reich Begabte; die Herrin der Silbe bha; die Gestalt des bha; die ihrem Wesen nach bha ist.

Vers 99

Die auf dem Berg Weilende; die Herrin des Berges; die Erdträgerin; die Gebieterin des Berges; die sich an der Freude des Berges Erfreuende; die Bewahrerin der Freude des Berges.

Vers 100

Die Mutter der Freude des Berges; die in der Freude des Berges Wohnende; die sich an der Freude des Berges Erfreuende; die durch die Freude des Berges Geschützte.

Vers 101

Die Größe der Freude des Berges; die Wohnstatt der Freude des Berges; die Allherrin der Freude des Berges; die alles Hervorbringende in der Freude des Berges.

Vers 102

Die Königin der Freude des Berges; die Freude des Berges Schenkende; die Herrin des Dharma des Bergherrn; die das Wesen der Freude des Berges Tragende.

Vers 103

Die Herrin des Dharma des Bergherrn; die Vollendung des Bergherrn Schenkende; die Herrin des Wirkens des Bergherrn; die Geliebte des Bergherrn.

Vers 104

Die dem Bergherrn Hingegebene; die durch den Bergherrn Bestimmte; die in der Lebensordnung des Bergherrn Stehende; die Lebensordnung des Bergherrn Gebende.

Vers 105

Die Herrin des Glücks des Bergherrn; die strahlende Gefährtin des Bergherrn; die im Erkenntnisvermögen des Bergherrn Weilende; die Erkenntnisvermögen des Bergherrn Schenkende.

Vers 106

Die dem Bergherrn Gaben Gewährende; die vom Bergherrn Verehrte; die vom Bergherrn zu Verehrende; die vom Bergherrn rituell Verehrte.

Vers 107

Die Herrin des Bhaṅga; die aus Bhaṅga Bestehende; die im Bhaṅga Weilende; die Gestalt des Bhaṅga; die durch Bhaṅga Unversehrte; die am Bhaṅga Erfreute; die mit Bhaṅga zu Verehrende; die Beschützerin des Bhaṅga.

Vers 108

Die mit Bhaṅga Begabte; die spielerische Entfaltung des Bhaṅga; die im Genuss des Bhaṅga Spielende; die wie der Schauplatz des Bhaṅga Erscheinende; die am Schauplatz des Bhaṅga Wohnende.

Vers 109

Die Bhaṅga Verzehrende; die im Bhaṅga Verwurzelte; die den Genuss des Bhaṅga Bewirkende; die Zuflucht des Bhaṅga; der Same des Bhaṅga; die Herrin des Keimens des Bhaṅga-Samens.

Vers 110

Das Wunder des Bhaṅga-Yantra; die Herrin des Bhaṅga-Yantra; die in der Verzauberung durch das Bhaṅga-Yantra Weilende [vimohisthā: ungewöhnliche Form]; die sich am Bhaṅga-Yantra Erfreuende.

Vers 111

Die in der Betrachtung des Bhaṅga-Yantra Weilende; die das Bhaṅga-Yantra Betrachtende; die Freude am Rasa des Bhaṅga-Yantra; die Herrin des Rasa des Bhaṅga-Yantra.

Vers 112

Die den Rasa des Bhaṅga-Yantra Schmeckende; die im Rasa des Bhaṅga-Yantra Weilende; die Grundlage des Rasa des Bhaṅga-Yantra; die Zuflucht des Rasa des Bhaṅga-Yantra.

Vers 113

Die Herrin der Gestalt des Bergkindes; die das Bergkind Verkörpernde; die Herrin des Yoga des Bergkindes; die Beschützerin des Bergkindes.

Vers 114

Die Herrlichkeit des Bergkindes; die mit dem Bergkind Bekränzte; die Herrin der Wesen des Bergkindes; die das Bergkind Verkörpernde.

Vers 115

Die in der Vollendung des Bergkindes Weilende; die Vollendung des Bergkindes Schenkende; die Herrin des Wesens des Bergkindes; die das Wesen des Bergkindes Entfaltende.

Vers 116

Die im Genuss des Bergkindes Weilende; die Genuss des Bergkindes Schenkende; die Herrin des Genusses des Bergkindes; die den Genuss des Bergkindes Erfahrende.

Vers 117

Die Erhabene; die noch Erhabenere; die das Heilvolle Werden Lassende; die Geliebte Bhavas, Śivas; die über alle Daseinszustände Hinausgehende; die als Dasein Benannte; die als Glanz Leuchtende; die dem Erscheinen von Furcht ein Ende Setzende [bhītibhāntikā: unsichere Zerlegung].

Vers 118

Die am Ende des Leuchtens Leuchtende [bhāsāntibhāsā: Wortform unsicher]; die im Glanz Weilende; der Glanz des Leuchtens; die der Sonne Gleichende; die in der Sonne Weilende; die Herrin der Sonne; die die Herrlichkeit der Sonne Mehrende.

Vers 119

Die Mutter der Sonnenfreude; die Sonnenfreude Schenkende; die Größe der Sonnenfreude; die Urmutter der Sonnenfreude.

Vers 120

Die Herrschaft der Sonnenfreude [bhāskarānandanaiśvaryā: Fügung unklar]; die Herrin der Sonnenfreude [bhāskarānandaneśvarā: Fügung unklar]; der gute Weg der Sonnenfreude; der herrliche Glanz der Sonnenfreude.

Vers 121

Die Fülle der Sonnenfreude; die durch Sonnenfreude Gestaltete; die in der Ordnung der Sonnenfreude Stehende; die Ordnung der Sonnenfreude Gebende.

Vers 122

Die inmitten des Sonnenaufgangs Weilende; die sich inmitten des Sonnenaufgangs Bewegende; die im Glanz des Sonnenaufgangs Weilende; die mit dem Glanz des Sonnenaufgangs Begabte [Kasusform der Vorlage auffällig].

Vers 123

Die in der Sonnenverehrung Geschickte; das Mondlicht der Sonnenverehrung; die Höchste der Sonnenverehrung; die Caṇḍikā der Sonnenverehrung.

Vers 124

Die Höchste der Sonnenverehrung; die durch Sonnenverehrung ans andere Ufer Führende; die in der Befreiung durch Sonnenverehrung Weilende; die durch Sonnenverehrung Befreiung Schenkende.

Vers 125

Die in der Vollendung der Sonnenverehrung Weilende; die durch Sonnenverehrung Vollendung Schenkende; die Grundlage des Wandelns der Sonne; die beim Wandeln der Sonne Zuflucht Nehmende.

Vers 126

Die Herrin der Mantras der Sonnenverehrung; die Mantrakennerin der Sonnenverehrung; die Herrin des Reichtums der Sonnenverehrung; die vielfältige Gestalterin der Sonnenverehrung.

Vers 127

Die Herrin des Dharma der Sonnengrundlage; die Trägerin der Sonnengrundlage; die Gestaltung der Sonnengrundlage; die von der Sonnengrundlage Geschützte.

Vers 128

Die im Wirken der Sonnengrundlage Tätige [karmāṇī: auffällige Form]; die das Wirken der Sonnengrundlage Verleihende; die Herrin der Gestalt der Sonnengrundlage; die Gestalt der Sonnengrundlage.

Vers 129

Die Herrin des Erstrebenswerten der Sonnengrundlage; die Geliebte der Sonnengrundlage; die Herrin der Anteile der Sonnengrundlage [sāṃśeśī: unsichere Lesung]; die an der Sonnengrundlage Anteil Habende [sāṃśinī: unsichere Lesung].

Vers 130

Die Herrin des Dharma der Sonnengrundlage; die in der Sonnengrundlage Wohnende [dhāminī: Deutung unsicher]; die im Kreis der Sonnengrundlage Weilende; die Trägerin des Kreises der Sonnengrundlage.

Vers 131

Die Herrin der Herrschermacht Bhāskareśvaras; die mit der Herrschermacht Bhāskareśvaras Begabte; die Mutter Bhāskareśvaras; die Beschützerin Bhāskareśvaras.

Vers 132

Die Allherrin Bhāskareśvaras; die Nacht Bhāskareśvaras; die wahrhaft Furchtbare Bhāskareśvaras; die Bhāskareśvara Gleichende.

Vers 133

Der gute Weg Bhāskareśvaras; der herrliche Glanz Bhāskareśvaras; die junge Gefährtin Bhāskareśvaras; die Schöne Bhāskareśvaras.

Vers 134

Die Herrin der Gestalt Bhāskareśvaras; die Verkörperung Bhāskareśvaras; die Herrin der Freunde Bhāskareśvaras; die Ratgeberin Bhāskareśvaras.

Vers 135

Die mit Bhāskareśvara Freudvolle; die bei Bhāskareśvara Geborgene; die in der Vielfalt Bhāskareśvaras Weilende; die Vielfalt Bhāskareśvaras Schenkende.

Vers 136

Die Herrin der Vielfalt Bhāskareśvaras; die vielfältige Gestalt Bhāskareśvaras; die im Glück Bhāskareśvaras Weilende; die Glück Bhāskareśvaras Schenkende.

Vers 137

Die Herrin des Glücks Bhāskareśvaras; die Bhāskareśvara innerlich Vergegenwärtigende; die Herrin des Ruhmes Bhāskareśvaras; die den Ruhm Bhāskareśvaras Tragende.

Vers 138

Die im Ruhm Bhāskareśvaras Weilende; die Ruhm Bhāskareśvaras Schenkende; das Mitgefühl Bhāskareśvaras; die für Bhāskareśvara Wirkende.

Vers 139

Die Göttersprache Bhāskareśvaras; die Garuḍa-Kraft Bhāskareśvaras; die im Leib Bhāskareśvaras Weilende; die den Leib Bhāskareśvaras Gebende.

Vers 140

Die im Klang Bhāskareśvaras Weilende; die als Klang Bhāskareśvaras Ertönende; die Herrin des Klanges Bhāskareśvaras; die als Klang Bhāskareśvaras Ertönende.

Vers 141

Die im Schatz Bhāskareśvaras Weilende; die den Schatz Bhāskareśvaras Schenkende; die Herrin des Schatzes Bhāskareśvaras; die Hüterin des Schatzes Bhāskareśvaras.

Vers 142

Die in der Kraft Bhāskareśvaras Weilende; die Kraft Bhāskareśvaras Schenkende; die Herrin der Zufriedenheit Bhāskareśvaras; die Bhāskareśvara Zufriedenstellende.

Vers 143

Die Herrin des heiligen Feldes Bhāskareśvaras; die Inhaberin des heiligen Feldes Bhāskareśvaras; die im Yoga Bhāskareśvaras Weilende; die Yoga Bhāskareśvaras Schenkende.

Vers 144

Die Herrin des Yoga Bhāskareśvaras; die Yoginī Bhāskareśvaras; die Herrin des Lotos Bhāskareśvaras; die Lotosreiche Bhāskareśvaras.

Vers 145

Der Herzsame Bhāskareśvaras; die Vorzügliche im Herzen Bhāskareśvaras; der Ursprung im Herzen Bhāskareśvaras; der Glanz im Herzen Bhāskareśvaras [hṛdyutiḥ: Wortverbindung unsicher].

Vers 146

Die im Erkenntnisvermögen Bhāskareśvaras Weilende; die rechte Verfahrensweise Bhāskareśvaras [sadvidhā: auch „von guter Art“]; die wahre Rede Bhāskareśvaras; die gute Gabe Bhāskareśvaras.

Vers 147

Die im Reich Bhāskareśvaras Weilende; die das Reich Bhāskareśvaras Schenkende; die Herrin des Reiches Bhāskareśvaras; die Bhāskareśvara Nährende.

Vers 148

Die in der Erkenntnis Bhāskareśvaras Weilende; die Erkenntnis Bhāskareśvaras Schenkende; die Herrin der Erkenntnis Bhāskareśvaras; die zu Bhāskareśvara Gehende.

Vers 149

Die Herrin des Zieles Bhāskareśvaras; die von Bhāskareśvara Gereinigte; die von Bhāskareśvara Wahrgenommene; die von Bhāskareśvara Geschützte.

Vers 150

Die im Schwert Bhāskareśvaras Weilende; die das Schwert Bhāskareśvaras Gebende; die Herrin des Schwertes Bhāskareśvaras; die das Schwert Bhāskareśvaras Tragende.

Vers 151

Die Herrin der Aufgabe Bhāskareśvaras; die Geliebte Bhāskareśvaras; die im Leib Bhāskareśvaras Weilende; die den Leib Bhāskareśvaras Gebende.

Vers 152

Die im Auge Bhāskareśvaras Weilende; die mit dem Auge Bhāskareśvaras Verbundene [cakṣuṣā: Instrumentalform statt eines eindeutigen Namens]; die Bhāskareśvara ähnlich Leuchtende [sannābhā: unsichere Form]; die mit Bhāskareśvara Verehrte [sārccitā: Fügung unsicher].

Vers 153

Die die Schuld der Tötung eines Ungeborenen Stillende; die die Schuld in Bezug auf das Ungeborene Vernichtende; die den Mangel des Ungeborenen Stillende; die in den Krankheiten des Ungeborenen Wohnende [nīvāśinī/nivāśinī der Vorlage bedeutet nicht eindeutig „Beseitigerin“].

Vers 154

Die den Kummer um das Ungeborene Stillende; die Fehler oder Schäden am Ungeborenen Abwendende; die die Qual des Ungeborenen Stillende; die die Verwirrung in Bezug auf das Ungeborene Vernichtende.

Vers 155

Die im Ozean des Werdens Weilende; die Herrin des Ozeans des Werdens; die die Furcht vor dem Ozean des Werdens Vernichtende; die über den Ozean des Werdens Hinüberführende; die das Glück im Ozean des Werdens Mehrende.

Vers 156

Die das Wirken im Ozean des Werdens Vollbringende; der Schatz des Mitgefühls im Ozean des Werdens; die Zeit und Tod im Ozean des Werdens Stillende; die Gaben im Ozean des Werdens Gewährende.

Vers 157

Die Stätte der Verehrung im Ozean des Werdens; die in der Verehrung im Ozean des Werdens Weilende; die Gestalt der Verehrung im Ozean des Werdens; die Handlung der Verehrung im Ozean des Werdens.

Vers 158

Die Übung der Verehrung im Ozean des Werdens; der Keim der Verehrung im Ozean des Werdens; die Freude der Verehrung im Ozean des Werdens; die Gebieterin der Verehrung im Ozean des Werdens.

Vers 159

Die Herrlichkeit der Verehrung im Ozean des Werdens; die Herrin der Verehrung im Ozean des Werdens; die Vollendung der Verehrung im Ozean des Werdens [bhajanāsiddhi: Vokalfügung unsicher]; die Freude an der Verehrung im Ozean des Werdens [bhajanārati: auch als Verneinung zerlegbar].

Vers 160

Die Ewige der Verehrung im Ozean des Werdens [bhajanānityā: auch „nicht ewig“ zerlegbar]; die Taglose, stets Gegenwärtige der Verehrung im Ozean des Werdens [bhajanāniśā: unsicher]; die nicht Niedrige der Verehrung im Ozean des Werdens [bhajanānimnā: unsicher]; die die Daseinsfurcht im Ozean des Werdens Tilgende.

Vers 161

Die Ersehnte der Verehrung im Ozean des Werdens [bhajanākāmyā: Fügung unsicher]; die Kunst der Verehrung im Ozean des Werdens [bhajanākalā: auch „unteilbar“ zerlegbar]; der Ruhm der Verehrung im Ozean des Werdens [bhajanākīrtti: Fügung unsicher]; die durch Verehrung im Ozean des Werdens Gestaltete [bhajanākṛtā: Fügung unsicher].

Vers 162

Die Heil im Ozean des Werdens Schenkende; die Ewige; die Heil im Ozean des Werdens Gewährende; die ganze Freude im Ozean des Werdens; die Gesamtheit der Künste im Ozean des Werdens [sakalākalā: Fügung unsicher].

Vers 163

Die Gesamtheit der Vollendungen im Ozean des Werdens; die Gesamtheit der Schätze im Ozean des Werdens; die ganze Essenz im Ozean des Werdens; die alle Ziele im Ozean des Werdens Gewährende.

Vers 164

Die Gestalt der Wohnstatt im Ozean des Werdens; die Form der Wohnstatt im Ozean des Werdens; die Herrliche der Wohnstatt im Ozean des Werdens; die Wasser der Wohnstatt im Ozean des Werdens [bhavanāmbhasā: Kasusfügung unsicher].

Vers 165

Die Gestalt des Liebesgottes im Ozean des Werdens; die von Liebe Bewegte im Ozean des Werdens; die Herrscherin der Liebe im Ozean des Werdens; die Gebieterin der Liebe im Ozean des Werdens.

Vers 166

Die das Glück im Ozean des Werdens Gestaltende; die stets Glück im Ozean des Werdens Schenkende; die vom Schenken des Glücks im Ozean des Werdens Bewegte [dākūlā: Fügung unsicher]; die vom Glück im Ozean des Werdens Erfüllte.

Vers 167

Die dem Glück im Ozean des Werdens Hingegebene; die vom Glück im Ozean des Werdens Durchdrungene; das Sichverbreiten des Glücks im Ozean des Werdens; die Ansammlung des Glücks im Ozean des Werdens.

Vers 168

Der gute Weg des Glücks im Ozean des Werdens; die reichlich Glück im Ozean des Werdens Schenkende; die den Weg des Glücks im Ozean des Werdens kennt; die die Ordnung des Glücks im Ozean des Werdens gewährt.

Vers 169

Die Herrin des Weges des Glücks im Ozean des Werdens; die dem Weg des Glücks im Ozean des Werdens Folgende; die im Genuss im Ozean des Werdens Geschickte; die Genuss im Ozean des Werdens Schenkende.

Vers 170

Die Tiefe des Glücks im Ozean des Werdens; die mit dem Genießbaren im Ozean des Werdens Verflochtene; die Gāndhārī des Genusses im Ozean des Werdens [Bezug des Namens unklar]; die mit dem Genuss im Ozean des Werdens Verflochtene.

Vers 171

Die köstliche Essenz des Genusses im Ozean des Werdens; die nach Genuss im Ozean des Werdens innig Verlangende; die den Genuss im Ozean des Werdens Verknüpfende; die Yoginī des Genusses im Ozean des Werdens.

Vers 172

Die Zunge beziehungsweise das Schmecken des Genusses im Ozean des Werdens; die im Genuss im Ozean des Werdens Glänzende; die Fülle des Genusses im Ozean des Werdens; die Weite des Genusses im Ozean des Werdens.

Vers 173

Die Gaben des Genusses im Ozean des Werdens Gewährende; die im Genuss im Ozean des Werdens Verehrte; die im Genuss im Ozean des Werdens Kundige; die vom Genuss im Ozean des Werdens Geschmückte.

Vers 174

Die Mutter der Unterscheidung im Ozean des Werdens; die Bewahrerin der Unterscheidung im Ozean des Werdens; die Gestaltung der Unterscheidung im Ozean des Werdens; die durch Unterscheidung im Ozean des Werdens Geschützte.

Vers 175

Die auf Unterscheidung im Ozean des Werdens Ausgerichtete; die ohne Verlangen nach Unterscheidung im Ozean des Werdens; die Gestaltung der Unterscheidung im Ozean des Werdens; die durch Unterscheidung im Ozean des Werdens Erzürnte.

Vers 176

Die die Menge der Trennungen im Ozean des Werdens Vernichtende; die Fülle der Unterscheidungen im Ozean des Werdens; die Herrin der Handlungen des Unterscheidens im Ozean des Werdens; die das Unterscheiden im Ozean des Werdens Vollziehende.

Vers 177

Die Herrin des Heils; die Mutter des Heils; die Heilvolle; die im Heil Wohnende; die Gebieterin des Heils; die mit Heil Begabte; die im Heil Weilende; die Heil Schenkende.

Vers 178

Die Gestalt des Heils; die ganz aus Heil Bestehende; die Heil Gebende; die Heilvolles Sprechende; die mit glückverheißenden Ohren; die heilvolle Erscheinung; die heilvolle Mutter; die Wohnstatt des Heils.

Vers 179

Die heilvolle Tat; die heilvolle Kunst; die Glückverheißende; die das Heil Mehrende; das heilvolle Spiel; die heilvolle Kunst; die das heilvolle Spiel Liebende.

Vers 180

Der Keim des Heils; die am Heil Erfreute; die mit heilvollen Gliedern; die Ratgeberin des Heils; das heilvolle Wissen; das heilvolle Wissen [Wiederholung der Vorlage]; die heilvolle Rede; die Heilvolles Verkündende.

Vers 181

Die den Königen Heil Schenkende; die Herrscherin; die Erdenranke; die die Erde Tragende; der Genuss des Königs; die Pracht des Königs; die Hoffnung des Königs; die königliche Gestalt Verleihende.

Vers 182

Die königliche Gestalt; die Herrscherin der Erde; die Herrlichkeit des Königs; das höchste Wohl des Königs; die Staatsklugheit des Königs; die Verfahrensweise des Königs; die Furcht des Königs; die Furcht Erregende.

Vers 183

Die Woge der Freude des Daseins [bhavadānanda: Fügung unsicher]; die Schöne der Freude des Daseins; die Freude des Daseins Bewirkende; die Freude des Daseins Mehrende.

Vers 184

Die sich an der Freude des Daseins Erfreuende; die Freude des Daseins Schenkende; die Mutter der Freude des Daseins; die Verkörperung der Freude des Daseins.

Bhuvaneshvari: Früchte der Rezitation und Abschluss

Wer diesen Hymnus täglich mit Hingabe rezitiert, dem Guru ergeben ist und sich ganz dem Dienst am Guru widmet, wahrhaftig spricht, seine Sinne beherrscht und den Mund mit Betel gefüllt hat, wird durch die Rezitation bei Tag, bei Nacht und zu den Dämmerungszeiten zum höchsten Herrn.

Schon durch die Rezitation dieses Lobgesangs wird der König gewiss gefügig. Der Rezitierende wird in allen Āgamas kundig und in allen Tantras zu Hara selbst.

Nachdem man ihn aus dem Mund des Gurus gelernt hat und in dessen Nähe verweilt, soll man an Śivas Stätten, in der Dämmerung, in einem leeren Haus oder an einer Wegkreuzung ihn rezitieren oder hören: Ein solcher Mensch ist ein Yogin, daran besteht kein Zweifel. Als Lehrgabe soll er seinen gesamten Besitz geben, auch Frau, Sohn und die Übrigen. [Historische Forderung der Quelle; der Text behandelt hier Familienangehörige als Teil der Gabe.]

Mit freiem Geist soll er diesen Lobgesang hervorbringen. Wer diesem Hymnus hingegeben ist, o Göttin, hat ohne Zweifel die Gestalt Haras.

Wer ihn stets mit gesammeltem Geist rezitiert oder hört, wird langlebig, glücklich und redegewandt. Vāṇī, die Göttin der Rede, gehört ihm, daran besteht kein Zweifel.

Den Füßen des Gurus ergeben, wird er den Frauen lieb. Er wird reich, tugendhaft, von Glück erfüllt und verständig wie der Guru, o Geliebte.

Allen lieb geworden, soll er den Hymnus stets ehren. Die Mantravollendung liegt ihm dann unmittelbar in der Hand, o Göttin, ohne Zweifel.

Er erlangt den Rang Kuberas, und die Siddhis stehen unter seiner Gewalt. Eine Frau aber, deren Sohn gestorben ist und die von Unglück bedrückt wird, die unfruchtbar ist oder nach einem einzigen Kind kein weiteres empfängt, deren Kinder sterben, die ohne Geld und Getreide ist oder von Krankheit und Kummer bedrängt wird, soll diesen Text auf Birkenrinde schreiben lassen, o große Göttin, und am linken Arm befestigen. Dann werde sie mit allem Glück ausgestattet sein.

So [soll sie ihn] immer wieder [rezitieren], wenn sie von Leid bedrängt ist; in einer Versammlung, in Not, bei einer Auseinandersetzung und in Bedrängnis durch Feinde … [prāyāt und vvāṇī sind in dieser Fügung beschädigt oder unklar; die eckigen Ergänzungen geben den wahrscheinlichen Satzanschluss an.]

… ebenso im Kampf mit einem viergliedrigen Heer und überall, wo Unglück bedrängt: Durch die Erinnerung an diesen Hymnus, o Heilvolle, weicht der Zweifel in die Ferne.

Man darf ihn keinem Schüler eines anderen Lehrers geben, keinem Hingabelosen und keinem schlechten Menschen, keinem Heuchler, Unsittlichen oder Geizigen, o Herrin der Götter.

Man soll ihn einem friedvollen, bescheidenen und selbstbeherrschten Schüler geben, der voller Hingabe und innerer Ruhe ist und sich Japa und Pūjā widmet.

Selbst während tausender weiterer Geburten und mit hunderten von Millionen Mündern lässt sich die Größe dieses einen Hymnus nicht beschreiben.

Früher wurde er Viṣṇu auch von Brahmā mitgeteilt, o freundlich Sprechende. Nun habe ich ihn aus Liebe zu dir mitgeteilt, o höchste Herrin.

Vor den Paśus soll er verborgen werden, und man soll ihn in jeder Weise bekanntmachen. [Die Vorlage enthält im zweiten Satz kein na, „nicht“: Der Widerspruch zur Geheimhaltung wird bewahrt und nicht stillschweigend korrigiert.]

So endet im ehrwürdigen Mahātantrārṇava, im Gespräch zwischen Īśvara und Pārvatī, der Hymnus der tausend mit bha beginnenden Namen Bhuvaneśvarīs.

So endet im Śāktapramoda das Bhuvaneśvarī-Tantra.

5. Chinnamasta-Tantra

Chinnamasta-Tantra: Titel und Ausgabeangaben

Glück und Segen! Gesammelt und zusammengestellt von dem erhabenen Herrscher Rājā Devanandanasiṃha Bahādur, dem Herrn der Hauptstadt Śivahara, als Bestandteil des Śāktapramoda:

Das fünfte Chinnamastā-Tantra.

Durchgesehen von Paṇḍit Śrī Raghurāja Dubejī aus der Familie des königlichen Gurus des genannten Herrschers.

Dieses Werk wurde von Khemarāja, dem Sohn Śrīkṛṣṇadāsas, in seiner eigenen Druckerei „Śrīveṃkaṭeśvara“ gedruckt und herausgegeben.

Bombay.

Chinnamastā-Tantra.

Chinnamasta: Meditationsbild

Nun die Meditation über Chinnamastā.

Man meditiere über sie, hibiskusrot, stets in Pratyālīḍha-Stellung: Sie hält ihren abgeschlagenen Kopf und das Schneidemesser, ist mit den Himmelsrichtungen bekleidet und trinkt freudig den Nektarstrom des Blutes aus ihrem eigenen kopflosen Rumpf. Eine Schlange umschlingt ihren Kopfschmuck. Sie hat drei Augen und ist am Herzen mit einem Lotos geschmückt. Fest steht sie über Manobhava, dem Liebesgott, der mit Rati vereint ist.

Zu ihrer Rechten ist die sehr Helle mit gelösten Haaren, die in ihren beiden Händen Schneidemesser und Schädelschale hält. Aus der Qualität Rajas hervorgegangen, heißt sie Varṇinī. Freudig trinkt sie den Blutstrom, der aus dem abgetrennten Rumpf der Göttin herabfällt. Eine Schlange umschlingt ihren Kopfschmuck. Der Mantrakundige soll stets über sie meditieren; auch die Götter [sollen dies tun]. [Der letzte Kasusanschluss der Vorlage ist unregelmäßig.]

Jene in Pratyālīḍha-Stellung, die freudig das aus dem Rumpf fließende Blut trinkt, vermag bei der Weltauflösung die ganze Welt zu verschlingen. Sie ist die dem Tamas zugehörige Kraft und zugleich die höchste der höchsten, die erhabene Göttin namens Parā Ḍākinī. Die der Meditation Ergebenen sollen stets ehrfürchtig über sie meditieren, die den Verehrenden das gewünschte Wohlergehen schenkt.

Yantra und Mantra

Nun die Darstellung des Yantra.

Zuerst zeichne man ein Dreieck und in seiner Mitte drei Kreise. In deren Mitte zeichne man die Yoni mit drei Toren. Außen folgt ein achtblättriger Lotos, danach drei Erdumgrenzungen. In die Mitte, in das Dreieck, schreibe man das Kūrca-Bīja zusammen mit phaṭ. [Die Quelle beschreibt die Anordnung knapp; „Erdumgrenzungen“ gibt bhūbimba wieder.]

Nun die Erschließung des Mantras.

Im ersten Bīja ist Lakṣmī, im Lajjā-Bīja Manobhava. Im dritten ist stets die Göttin, welche die großen Verfehlungen vernichtet. Im vierten ist die über die Guṇas Erhabene, welche die Erkenntnis der Befreiung schenkt. In va ist Varuṇa selbst, in ja der Herr der Götter. In r ist der Feuergott, in va der Herr der Erde. In ai ist die Göttin Tripurā, in r Tripurasundarī. Die Göttin Trailokyavijayā weilt stets in au. In „cakrāra“ ist der Mondgott [Lautbezeichnung der Vorlage unklar], in na Vināyaka. In ī ist Kamalā selbst, in ya Sarasvatī. Im Paar der Māyā-Silben ist stets die Göttin mit Prakṛti vereint. Im Laut phaṭ ist Vaikharī, in svā der blumenbewaffnete Liebesgott, und in hā weilt Rati. So sind sie im gesamten Mantra gegenwärtig. [Diese verschlüsselte Lautdeutung stimmt nicht durchgehend eindeutig mit der nachfolgenden ausgeschriebenen Formel überein.]

Nun der Mantra.

śrīṃ hrīṃ klīṃ aiṃ vajravairocanīye hūṃ hūṃ phaṭ svāhā — Anrufung der Vajravairocanī, der diamantgleich Strahlenden. śrīṃ, hrīṃ, klīṃ, aiṃ und hūṃ sind Bījas ohne wörtliche Satzübersetzung. phaṭ ist ein abtrennender beziehungsweise abwehrender Mantralaut; svāhā ist die Darbringungsformel. Die Anrede vajravairocanīye bleibt in der Form der Quelle erhalten.

Chinnamasta: Ritualordnung

Nun die Ordnung der Pūjā.

Nachdem man die morgendlichen Pflichten und die übrigen Vorbereitungen erfüllt hat, vollziehe man das Mantra-Ācamana, das rituelle Schlucken von Wasser. Es geschieht folgendermaßen:

Der Übende trinke mit den drei Bījas Lakṣmī, Māyā und Kūrca Wasser. Mit Vāgbhava wische er die Lippen, mit den beiden Māyā[-Anwendungen] wische er zweimal darüber. Mit Kūrca wasche er die Hände. Danach nehme er mit diesen Mantras den Nyāsa vor: mit Śrī, Māyā, Kūrca, Vāk, Kāma, Tripuṭā und den Bhaga-Lauten sowie Kāmakalā und Aṅkuśa berühre er Mund, Nase, Augen, Ohren, Nabel, Herz, Kopf und Schultern. Dadurch werde er augenblicklich zu Śambhu. Wer das Ācamana so vollzieht, schaut Chinnamastā nach einem Jahr. Dann führe er die Handlungen bis einschließlich Prāṇāyāma aus und nehme den sechsfachen Nyāsa vor. Danach vollziehe er den sechsfachen Mantra-Nyāsa, der die drei Welten gefügig macht: mit Śrī, Bālā, Tripuṭā, Yoni, Prāsāda und Praṇava, ferner der Reihe nach mit Kālī, Vadhū, Aṅkuśa, Kāmakalā, Kūrca und Astra, mit den einzelnen Lauten des Ṣoḍaśī-Mantras und der achtzehnsilbigen [Vidyā]. Mit diesen Bījas setze er die Mātṛkā-Laute an ihre jeweiligen Stellen. Dies wird der sechsfache Bīja-Nyāsa genannt, dessen Wesen Brahman ist. Durch seine Ausführung erlangen alle einen Vajra-Leib. Mit aller Herrlichkeit ausgestattet werden sie nach zehn Jahren schon zu Lebzeiten befreit. [Die Quelle nennt hier Mantracodes und vorausgesetzte Zuordnungen, nicht sämtliche ausgeschriebenen Formeln.]

Danach folgt der Nyāsa des Sehers und der übrigen Mantrabestandteile.

Der Seher dieses Mantras ist Bhairava, das Versmaß Samrāṭ, die Gottheit Chinnamastā. Das doppelte hūṃ ist der Same, svāhā die Kraft. Die Anwendung dient der Erfüllung des erstrebten Zieles. Im Einzelnen:

Am Kopf: bhairavaṛṣaye namaḥ — Verehrung dem Seher Bhairava.

Am Mund: samrāṭchandase namaḥ — Verehrung dem Versmaß Samrāṭ.

Am Herzen: chinnamastādevatāyai namaḥ — Verehrung der Gottheit Chinnamastā.

Am verborgenen, genitalen Bereich: hūṃhūṃbījāya namaḥ — Verehrung dem Samen hūṃ hūṃ.

An den Füßen: svāhāśaktaye namaḥ — Verehrung der Kraft svāhā.

Dann folgen Hand- und Glieder-Nyāsa.

An beiden kleinen Fingern: oṃ āṃ khaṅgāya hṛdayāya svāhā — Oṃ āṃ, dem Schwert, dem Herzen: svāhā. [khaṅga steht so in der Quelle.]

An beiden Ringfingern: oṃ īṃ sukhaḍgāya śirase svāhā — Oṃ īṃ, dem guten Schwert, dem Kopf: svāhā.

An beiden Mittelfingern: oṃ ūṃ suvajrāya śikhāyai svāhā — Oṃ ūṃ, dem guten Vajra, der Scheitelhaarspitze: svāhā. [ū/ der Vorlage als ūṃ gelesen.]

An beiden Zeigefingern: oṃ aiṃ pāśāya kavacāya svāhā — Oṃ aiṃ, der Schlinge, dem Schutzpanzer: svāhā.

An beiden Daumen: oṃ auṃ aṅkuśāya netratrayāya svāhā — Oṃ auṃ, dem Elefantenhaken, den drei Augen: svāhā.

An Handflächen und Handrücken: oṃ aḥ surakṣārakṣāsurakṣāyāstrāya phaṭ — Oṃ aḥ; die Folge surakṣā–rakṣā–surakṣā ruft guten Schutz und Bewahrung an; der Waffe: phaṭ. [Die Verschmelzung der Schutzwörter ist sprachlich nicht eindeutig.]

Ebenso [lege man die Formeln] am Herzen und den weiteren Gliedern nieder.

Dies ist im Bhairava-Tantra gesagt:

Zuerst spreche man den Laut ā, dessen Scheitel mit dem Bindu gezeichnet ist [āṃ].

Dazu „dem Schwert, dem Herzen“, verbunden mit svāhā, am kleinen Finger.

Dann, o Göttin, den Laut īṃ, strahlend wie zehn Millionen Monde. Danach spreche man sukhaṅgāya, dann śirase und schließlich svāhā, und verbinde dies mit dem Ringfinger. Dann spreche man oṃ mit dem Bindu am Scheitel, danach suvajrāya, dann śikhāyai, mit svāhā am Ende, und lege es am Mittelfinger nieder. Danach lege man die Göttin als zwölften Vokal nieder [ai]. Man spreche pāśāya, danach kavacāya und beende den Mantra mit svāhā; diesen lege man am Zeigefinger nieder. Danach, o Göttin, oṃ und anschließend aṅkuśa, mit netratrayāya svāhā am Ende, an den Daumen beider Hände. Sodann a mit Visarga, verbunden mit surakṣā-rakṣa und aḥ surakṣāya, danach astrāya. Verbunden mit den sechs Lauten lege man es an beiden Händen nieder; am Herzen, Kopf, an der Haarspitze, am Schutzpanzer und im Augenbereich, bis hin zur Waffe, der Reihe nach in den vier Haupt- und den Zwischenrichtungen. [Das Zitat weicht in den Vokalen und einigen Wortformen von den zuvor ausgeschriebenen Nyāsa-Formeln ab; die Abweichungen werden nicht angeglichen.]

Im Triśakti-Tantra lautet ein Ausspruch Bhairavas:

„Zuerst spreche man den Praṇava, dann ā, verbunden mit Bindu.“ Aufgrund dieser und ähnlicher Aussagen wird der Nyāsa an Händen und Gliedern mit vorangestelltem Praṇava vollzogen.

Danach lege man mit dem Wurzelmantra dreimal [die Göttin beziehungsweise den Mantra] vom Kopf bis zu den Füßen und von den Füßen bis zum Kopf nieder.

Danach die Meditation:

Im eigenen Nabel stelle man sich einen halb geöffneten weißen Lotos vor. In seiner Samenkapsel liegt die Scheibe der glühenden Sonne, hibiskusfarben und wie eine rote Bandhūka-Blüte. Sie ist mit dem Yoni-Kreis und den Linien von Rajas, Sattva und Tamas geschmückt. In der Mitte vergegenwärtige man die große Göttin, strahlend wie zehn Millionen Sonnen: Chinnamastā hält in der linken Hand ihren eigenen Kopf. Ihr Mund ist weit geöffnet, die Zungenspitze bewegt sich leckend, und sie trinkt den Blutstrom, der aus ihrem eigenen Hals hervortritt. Ihr offenes Haar ist mit vielerlei Blumen versehen; in der rechten Hand hält sie das Schneidemesser. Sie trägt eine Kette aus Köpfen, ist unbekleidet, sehr furchterregend und steht in Pratyālīḍha-Stellung. Sie trägt eine Knochenkette und eine Schlange als heilige Schnur. Die Mantraübenden meditieren stets über sie oberhalb von Rati und Kāma. Sie erscheint immer sechzehnjährig, mit vollen, hochstehenden Brüsten. Man stelle sich Rati und Manobhava in umgekehrter Liebesvereinigung vor [Rati oben]. Links und rechts begleiten sie Ḍākinī und Varṇinī. [Die Alters- und Körperangaben gehören zur überlieferten ikonographischen Beschreibung.]

[Die Begleiterinnen] trinken den Blutstrom, der aus dem Hals der Göttin hervorquillt. Varṇinī ist rot, freundlich, mit offenem Haar und unbekleidet. In der linken Hand hält sie eine Schädelschale, in der rechten das Schneidemesser. Mit einer Schlange als heiliger Schnur erscheint sie wie aus loderndem Glanz. Man erkenne sie in Pratyālīḍha-Stellung, mit vielerlei Schmuck geschmückt, stets zwölfjährig und mit einer Knochenkette versehen. Links steht Ḍākinī, gleich der Sonne und dem Feuer am Ende eines Weltalters. Ihre Haarflechten gleichen Blitzen, sie hat drei Augen und eine weiße Zahnreihe wie Reiher. Ihre Hauer machen das Gesicht furchtbar; ihre Brüste sind voll und hochstehend. Sie ist die große, sehr schreckliche Göttin mit offenem Haar und ohne Gewand. Ihre große Zunge bewegt sich leckend; eine Kette aus Köpfen schmückt sie. Links hält sie die Schädelschale, rechts das Schneidemesser. Sie trinkt den aus dem Hals der Göttin hervorquellenden Blutstrom und ist mit der furchtbaren Schädelschale in der Hand überaus schrecklich. Der Einsichtige meditiere über die Göttin, der diese beiden dienen. [Die jugendliche Altersangabe beschreibt hier ein traditionelles Götterbild.]

Über die Notwendigkeit der Meditation heißt es im Tantra:

Wer Pracaṇḍacaṇḍikā verehrt, ohne zuvor in dieser Weise über sie zu meditieren, dem schlägt die Göttin sogleich den Kopf ab und trinkt sein Blut. [Rituelle Drohaussage der Quelle.]

Zu ergänzen ist: „Sie trinkt mit jenem Mund.“

Ebenso heißt es:

Ihren eigenen Kopf mit der Schädelschale, vom Blutstrom erfüllt, mit heraushängender Zunge, sehr furchterregend, hält sie im linken Arm.

So im Bhairava-Tantra. Ebendort:

Das östliche Lotosblatt mache man weiß, das südöstliche rot und das südliche schwarz; danach folgen Gelb, Weiß, Rot, Weiß und Schwarz. Die Samenkapsel in der Mitte mache man gelb. Darin zeichne man die Scheibe der glühenden Sonne. Die Linien von Rajas, Sattva und Tamas seien der Reihe nach rot, weiß und schwarz. Dann setze man das Māyā-Paar zusammen mit den sechs Lauten ein. Außen umgebe man diesen Kreis mit einer Umwallung: zuerst rot, dann schwarz, weiß und gelb der Reihe nach. Sie hat vier Tore und wird von Feldhütern bewacht. [sitāsitam wird hier in zwei Farbglieder aufgelöst, sodass acht Blätter bezeichnet sind.]

Dies ist ihr Pūjā-Yantra. Oder folgendermaßen:

Zuerst zeichne man ein Dreieck, darin drei Kreise. In deren Mitte zeichne man die Yoni mit drei Toren. Außen folgt ein achtblättriger Lotos und dann drei Erdumgrenzungen. In die Mitte, in das Dreieck, schreibe man das Kūrca-Bīja zusammen mit phaṭ.

Oder [man verwende] das in dieser Meditation beschriebene Yantra.

Ebenso heißt es:

Noch ein Weiteres werde ich erklären; höre der Reihe nach, o Göttin. Im eigenen Nabel meditiere man über einen Lotos, der einer Sonnenscheibe gleicht, mit einem Yoni-Kreis versehen und durch die drei Guṇas bezeichnet ist. Darin erinnere sich der Entsagende an die große Göttin Chinnamastā, in Gestalt einer kleinen Lampenflamme, einzig und ohne Zweites, mit der Yoni-Mudrā verbunden und mit dem Blick im Herzen ruhend. Dies ist die Meditation der Entsagenden; höre nun [diejenige] der Hausleute: Im Innern des eigenen Körpers, mit dem Nabellotos verbunden, ist sie unberührt, jenseits der Guṇas, fein und von der Helligkeit des jungen Mondes. Nur durch Samādhi ist sie zugänglich, obwohl von den drei Guṇas umgeben. Sie steht jenseits der Teilkräfte und jenseits der Guṇas und schenkt allein Befreiung. Nachdem man so meditiert und sie mit geistigen Darbringungen verehrt hat, stelle man die Muschel wie bei Tāriṇī auf. [gṛhasthānnānniśāmaya ist unregelmäßig; die Gegenüberstellung von Entsagenden und Hausleuten ist erkennbar.]

Danach die Verehrung des Sitzes.

Verehrung der tragenden Kraft: ādhāraśaktaye namaḥ.

Verehrung der Urnatur: prakṛtaye namaḥ.

Verehrung der Schildkröte: kūrmāya [namaḥ].

Verehrung Anantas: anantāya [namaḥ].

Verehrung der Erde: pṛthivyai [namaḥ].

Verehrung dem Milchozean: kṣīrasamudrāya [namaḥ].

Verehrung der Juweleninsel: ratnadvīpāya [namaḥ].

Verehrung dem Wunscherfüllungsbaum: kalpavṛkṣāya [namaḥ].

Darunter: Verehrung dem goldenen Löwenthron: svarṇasiṃhāsanāya [namaḥ].

Verehrung der Wurzel der Glückseligkeit: ānandakandāya [namaḥ].

Verehrung Sambilvala: sambilvalāya [namaḥ; dieser Name ist in der Vorlage unklar].

Verehrung dem Lotos, der aus allen Wirklichkeitsprinzipien besteht: sarvatattvātmakapadmāya [namaḥ].

saṃ — Verehrung Sattva, der lichten Qualität: saṃ sattvāya [namaḥ].

raṃ — Verehrung Rajas, der tätigen Qualität: raṃ rajase [namaḥ].

taṃ — Verehrung Tamas, der verhüllenden Qualität: taṃ tamase [namaḥ].

āṃ — Verehrung dem Selbst: āṃ ātmane [namaḥ; ā/ der Vorlage].

aṃ — Verehrung dem inneren Selbst: aṃ antarātmane [namaḥ].

paṃ — Verehrung dem höchsten Selbst: paṃ parātmane [namaḥ].

hrīṃ — Verehrung dem Erkenntnisselbst: hrīṃ jñānātmane namaḥ.

In der Lotosmitte: die von Rati und Kāma Bewegte [ratikāmārttā, Satzfragment]. Nach Bhairavas Lehre soll der Mantrakundige die tragende Kraft, die Schildkröte, danach den Schlangenkönig, den Lotosstängel und den Lotos verehren, ferner das viereckige Maṇḍala sowie Rajas, Sattva und Tamas. Nachdem er Rati und Kāma verehrt hat, vollziehe er die Verehrung der Śakti.

Oberhalb von Rati und Kāma lautet der Sitzmantra: „Vajravairocanī, gib, gib! Komm, komm! Nimm an, nimm an! Gib mir Vollendung, gib! Töte meine Feinde, töte! Du Furchtbare, hūṃ phaṭ svāhā!“ Die Ziffer 2 fordert jeweils Wiederholung. Überall verehre man mit Praṇava am Anfang und namaḥ am Ende. [Übersetzung des historischen Ritualwortlauts.]

Nach erneuter Meditation rufe man sie herbei: „Varṇanī, [Trägerin] aller Vollendungen! Ḍākinī, [Trägerin] aller Vollendungen! Vajravairocanī, bringe hierher, bringe hierher!“ [ihāvaha-āvaha bedeutet wörtlich „bringe her“; die Passage wird als Herbeirufung verwendet. varṇanīye weicht vom sonstigen varṇinīye ab.]

Man spreche den Mantra nochmals und füge hinzu: „Bleibe hier, bleibe hier! Sei hier gegenwärtig! Halte dich hier fest!“ So rufe man sie herbei.

Mit oṃ āṃ hrīṃ kroṃ haṃ saḥ vollziehe man die Einsetzung der Lebenskraft. Die Folge besteht aus Mantrasilben; ā/ wird als āṃ gelesen.

Mit oṃ āṃ ṣaḍaṅgāya hṛdayāya svāhā — „Oṃ āṃ, dem Sechsgliedrigen, dem Herzen: svāhā“ — und den weiteren [nicht ausgeschriebenen] Formeln lege man die sechs Glieder nieder. Dann verehre man nach Vermögen und bringe die Bali-Gabe dar. Der folgende Mantra beginnt: „Vajravairocanī …“

[Fortsetzung des Bali-Mantras:] „… gib, gib! Komm, komm! Nimm an, nimm an, meine Opfergabe! Gib mir Vollendung, gib! Töte meine Feinde, töte! Du Furchtbare, hūṃ phaṭ svāhā!“ [Die Vorlage setzt nach der Formel nochmals eine 2.]

Rechts von der Göttin: oṃ varṇinyai namaḥ — Oṃ, Verehrung Varṇinī.

Links: oṃ ḍākinyai [namaḥ] — Oṃ, Verehrung Ḍākinī.

Danach verehre man die sechs Glieder am Körper der Göttin. Rechts: oṃ śaṅkhanidhaye namaḥ — Oṃ, Verehrung dem Muschelschatz Śaṅkha.

Links: oṃ padmanidhaye namaḥ — Oṃ, Verehrung dem Lotosschatz Padma.

In den Hauptrichtungen, beginnend mit Osten, verehre man Lakṣmī, Lajā, Māyā und Vāṇī. In den Zwischenrichtungen verehre man Brahmā, Viṣṇu, Rudra und Īśvara, in der Mitte Sadāśiva. Überall stehen Praṇava am Anfang und namaḥ am Ende. Danach bringe man fünf Hände voll Blumen dar und verehre die Umkreise.

Im Südosten, Nordosten, Südwesten und Nordwesten, in der Mitte und in den Richtungen verehre man die sechs Glieder mit oṃ āṃ khaḍgāya hṛdayāya svāhā — „Oṃ āṃ, dem Schwert, dem Herzen: svāhā“ — und den weiteren Formeln.

Auf den acht Blättern, beginnend mit Osten: oṃ hrīṃ kālyai namaḥ — Oṃ hrīṃ, Verehrung Kālī.

Ebenso: varṇinyai [namaḥ] — Verehrung Varṇinī.

ḍākinyai [namaḥ] — Verehrung Ḍākinī.

bhairavyai [namaḥ] — Verehrung Bhairavī.

mahābhairavyai [namaḥ] — Verehrung Mahābhairavī.

indrākṣyai [namaḥ] — Verehrung Indrākṣī.

piṅgākṣyai [namaḥ] — Verehrung der Rotbraunäugigen, Piṅgākṣī.

saṃhāriṇyai [namaḥ] — Verehrung der Auflösenden, Saṃhāriṇī.

Überall verehre man mit Praṇava am Anfang und namaḥ am Ende. Dazu heißt es: Kālī, deren [weiterer] Name Ekā ist, Varṇinī, Ḍākinī, Bhairavī und danach Bhairavī mit vorangestelltem Mahā, Indrākṣī mit Piṅgākṣī und schließlich die Auflösung Bewirkende — diese Kräfte verehre man der Reihe nach auf den Blättern, beginnend mit Osten. Man spreche das Lajjā-Bīja, mit Praṇava am Anfang und namaḥ am Ende. [Die Fügung ekānnāmābhidhām ist unsicher.]

In der Lotosmitte: hūṃ hūṃ phaṭ namaḥ — Verehrung der Folge hūṃ hūṃ phaṭ.

svāhā namaḥ — Verehrung der Darbringungskraft svāhā.

Rechts von der Göttin: samrāṭchandase namaḥ — Verehrung dem Versmaß Samrāṭ.

Nördlich von ihr: sarvavarṇebhyo namaḥ — Verehrung allen Lauten.

Wieder rechts: oṃ bījaśaktibhyāṃ namaḥ — Oṃ, Verehrung Same und Kraft.

An den Spitzen der Lotosblätter, beginnend mit Osten: brāhmyai [namaḥ] — Verehrung Brāhmī.

māheśvaryai [namaḥ] — Verehrung Māheśvarī.

vaiṣṇavyai [namaḥ] — Verehrung Vaiṣṇavī.

vārāhyai [namaḥ] — Verehrung Vārāhī.

indrāṇyai [namaḥ] — Verehrung Indrāṇī.

cāmuṇḍāyai [namaḥ] — Verehrung Cāmuṇḍā.

mahālakṣmyai [namaḥ] — Verehrung Mahālakṣmī. Überall verehre man mit Praṇava am Anfang und namaḥ am Ende. [Hier nennt die Vorlage sieben Namen; ein achter wird nicht ergänzt.]

Danach an den Toren der vier Richtungen: oṃ karālāya namaḥ — Oṃ, Verehrung Karāla, dem Furchtbaren.

vikarālāya namaḥ — Verehrung Vikarāla, dem Entsetzlichen.

Ebenso atikarālāya [namaḥ] — Verehrung Atikarāla, dem überaus Furchtbaren.

mahākarālāya [namaḥ] — Verehrung Mahākarāla, dem großen Furchtbaren.

So heißt es im Bhairavīya: Karāla am Osttor, Vikarāla im Süden, Atikarāla im Westen und Mahākarāla im Norden. Danach vollende man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. Bei der Entlassung gilt diese Besonderheit: Man zeige die Saṃhāra-Mudrā, nehme [die Göttin] in die zusammengelegten Hände auf und [führe sie] durch das linke Nasenloch [nach innen]. Sie ruht auf der Yoni-Mudrā und leuchtet wie eine Lampenflamme; wie der Mond in der dunklen Monatshälfte wird sie allmählich kleiner und man lasse sie, während man diesen Mantra spricht, in die Sonne eingehen: „Auf dem nördlichen Gipfel …“ [uttare śikhare ityādi: Die Quelle gibt nur den Formelanfang.] Das Puraścaraṇa besteht aus hunderttausend Japa-Wiederholungen, da sie eine Siddhavidyā, eine von sich aus vollendete Mantrakraft, ist.

Zur Bali-Darbringung heißt es im Bhairavīya: Nachts soll die Opfergabe mit Fisch, Fleisch, alkoholischem Getränk und Ähnlichem dargebracht werden, oder mit süßen Getränken wie Honigtrank und anderen süßen Gaben, entsprechend den eigenen Mitteln.

Der Mantra wird so gebildet: Zuerst spreche man Praṇava, verbunden mit sarvasiddhiprade, „Spenderin aller Vollendungen“; danach varṇinīye, „Varṇinī“, dann nochmals sarvasiddhiprade und ḍākinīye, „Ḍākinī“, danach den Namen der Göttin. Dann spreche man ehyehi, „komm, komm“, danach imaṃ balim, „diese Opfergabe“, gṛhṇa gṛhṇa, „nimm an, nimm an“, dann mama siddhim, „meine Vollendung“, und dehi dehi, „gib, gib“. Es folgen Māyā und die Endung phaṭ svāhā. Damit ist der ehrwürdige Bali-Mantra erklärt, o Herrin der Götter. Hier endet die Pūjā.

Chinnamasta-Stotra

Nun der Lobgesang.

Īśvara sprach:

Ich verehre den König der Lobgesänge Vairocanyās, der Heil schenkt. Im Nabel ist ein weißer Lotos; darüber erstrahlt die Scheibe der glühenden Sonne. In deren dreigeteilter Mitte [steht] die gepriesene Chinnamastā, die drei Gestalten trägt: die einzige Essenz des Saṃsāra, Mutter der drei Welten und Spenderin von Dharma, Erfüllung der Wünsche und Wohlergehen. Ich verehre Chinnamastā, die die Furcht vor dem Todesherrn vertreibt, die Yoginī, die Verkörperung der Yoga-Mudrā.

Im Nabel liegt der reine Lotos, an dessen Öffnung die Sonnenscheibe leuchtet, rot wie eine Bandhūka-Blüte. In ihr ist der große Yoni-Kreis. In seiner Mitte verehre ich sie, die auf dem Rücken der schönen Geliebten Pradyumnas steht, während diese in umgekehrter Liebesvereinigung mit ihm vereint ist; ihre Gestalt ist der Glanz von zehn Millionen jungen Sonnen.

Links hält sie den abgeschlagenen Kopf, in der anderen Hand das große Schneidemesser. Sie steht in Pratyālīḍha-Stellung, ist mit den Himmelsrichtungen bekleidet und hat ihr Haar gelöst. Die Höchste trinkt den Blutstrom, der beim Abtrennen ihres eigenen Kopfes hervorquillt; ihre drei Augen strahlen mit dem Glanz der jungen Sonne.

Auf der anderen, nicht linken Seite [steht] Varṇinī, ihre eigene Kraft: unter den dicht herabströmenden Blutströmen singt sie laut. Sie trägt Knochenschmuck, und in ihrer Lotushand glänzt das Schneidemesser. Ihre Gestalt ist wild, ihr Leib und ihr Haar sind rot; sie ist unbekleidet. Ihre Beine stehen in Pratyālīḍha, ihre Augen sind gerötet. Sie ist Yoginī und Yogaschlaf. [Der Anfang mit nālam und die Schreibweise kart.rkām sind beschädigt; die Zuordnung „rechts“ folgt der erkennbaren Wendung vāmād anyatra.]

Mit den Himmelsrichtungen bekleidet und gelöstem Haar, schrecklich wie die Wolkenmassen der Weltauflösung, überaus wild, mit einem wegen der Hauer kaum anzuschauenden Gesicht, in dessen Mundhöhle die bewegliche Zungenspitze glänzt, mit einem Augenpaar, das wie Blitze zuckt, und einer auf der Brust glänzenden Schlange, in furchtbarer Gestalt: [So verehre ich die Göttin,] die Ḍākinī mit dem Blut nährt, das aus ihrem soeben durchtrennten Hals strömt. [Die lange Adjektivfolge lässt den Bezug auf Göttin oder Begleiterin nicht überall eindeutig erkennen.]

Ich betrachte im Herzen die gepriesene Chinnamastā, die Brahmā, Īśāna, Acyuta und die übrigen [Götter] verehren, indem sie ihre sanften Lotosfüße auf das Haupt nehmen. Die vollendeten großen Yogins denken unablässig und bei jedem Schritt an ihre unvorstellbare Gestalt. Sie ist die Essenz im Saṃsāra, die Mutter der drei Welten, die Geliebte und Spenderin des Ersehnten, die die Befleckung des Kali-Zeitalters tilgt. [Der erste Halbvers weist gestörte Worttrennungen auf.]

Um Schöpfung, Erhaltung und Auflösung zu vollbringen, nimmt sie einen dreifachen Leib an. Aus den drei Qualitäten der Welt entstehen als ihre Umgestaltungen Brahmā, Acyuta und der Dreizackträger. An diese ursprüngliche Prakṛti denke ich im Geist zur Erfüllung aller Ziele; an ihren beiden lächelnden Lotosfüßen gewinnen die Menschen Erfüllung.

Ich bin ganz der Verehrung durch die Vereinigung mit der ersehnten Frau eines anderen hingegeben. Ich werde durch das Beginnen vielfältiger menschlicher Seinsweisen geehrt [zweite Wortgruppe unsicher]. Von den Paśu-Menschen habe ich mich abgewandt; in Bhairavī bin ich gegründet. Den Füßen des Gurus bin ich hingegeben. Ich bin Bhairava; ich bin Śiva. [parastrī bezeichnet wörtlich eine fremde beziehungsweise einem anderen zugehörige Frau; diese historische Selbstaussage wird nicht umgedeutet.]

Diesen höchst verdienstvollen Hymnus hat Brahmā einst ausgesprochen. Er schenkt unmittelbar alle Vollendungen und vernichtet die großen Verfehlungen.

Wer ihn morgens nach dem Aufstehen oder in Gegenwart der Göttin rezitiert, erlangt, o Göttin, die Vollendung, welche das gewünschte Ziel gewährt.

Er erlangt gewiss Geld und Getreide, einen Sohn und eine Frau, Pferd und Elefant, Land, die große Vidyā und die acht Siddhis.

O Mutter, deren Hüften durch ein Tigerfell geschmückt sind, du im Wald Weilende, mit herabhängendem Bauch und kleiner Gestalt, schön in unaussprechlicher Gliederung, mit einer Reihe von Köpfen geschmückt! Du trägst das Schneidemesser, hell wie die Kunda-Blüte, [und bist] die wundersame Frau, [im] Stand der Erkenntnis. Du empfindest Mitgefühl mit den Verehrenden, große Māyā: Dir sei Verehrung! [Die Wortfügung vicitravanitāñjñāne dadhāne pade ist gestört; ihr sicher erkennbarer Wortbestand wird wiedergegeben.]

Hier endet der Lobgesang auf Chinnamastā.

Chinnamasta-Kavaca: Sieg über die drei Welten

Nun der Schutzpanzer.

Die erhabene Göttin sprach:

Alle wohlverborgenen Vidyās Chinnamastās, die du als mein Herr, o Herr der Lebewesen, erklärt hast, habe ich gehört und verstanden.

Nun möchte ich den zuvor angekündigten Schutzpanzer hören. Erkläre den Kavaca namens „Sieg über die drei Welten“, o Herr.

Bhairava sprach:

Höre, Herrin der Göttinnen, von allen Göttern Verehrte: Ich werde den Schutzpanzer namens „Sieg über die drei Welten“ erklären, der alles bezaubert.

Er besteht unmittelbar aus allen Vidyās und schenkt Sieg über Götter und Asuras. Durch sein Tragen und Rezitieren wird der mächtige Herr zum Sieger über die drei Welten.

Durch das Tragen und Rezitieren sind Brahmā, Nārāyaṇa und Rudra Schöpfer, Erhalter und Auflöser der Welten, o Herrin der Götter.

Man gebe ihn keinen Schülern eines anderen Lehrers, besonders keinen Hingabelosen. Man gebe ihn einem ergebenen Schüler, der einem teurer ist als das eigene Leben.

Der Seher des Schutzpanzers der Göttin Chinnamastā ist Bhairava; das Versmaß ist Virāṭ, die Gottheit Chinnamastakā.

Die Anwendung wird für den Sieg über die drei Welten und die Befreiung erklärt. Oṃ hūṃ: Der Laut schütze meinen Kopf; Chinnamastā schenke Kraft.

Die Dreisilbige hrīṃ hrīṃ aiṃ, die mit den Himmelsrichtungen Bekleidete, schütze Stirn und Gesicht. śrīṃ hrīṃ hūṃ aiṃ: Sie, die Kopf und Schneidemesser trägt, schütze die beiden Augen.

Diese Vidyā, mit Praṇava am Anfang und am Ende, schütze stets die beiden Ohren. vajravairocanīye hūṃ phaṭ svāhā schütze die Brauen und die angrenzenden Bereiche.

Chinnamastā, die Kopf und Schneidemesser trägt, schütze die Nase. Mit den Bījas Śrī, Māyā, Kūrca und Vāk [beginnt die Formel]: vajravairocanīye hūṃ hūṃ phaṭ svāhā. Die sechzehnsilbige Mahāvidyā, die Brahman verkörpert, lässt freudig die junge Begleiterin an ihrer Seite den Blutstrom trinken.

Chinnamastā mit ihrer eigenen Kraft schütze stets das Gesicht: die Rote, die Kopf und Schneidemesser trägt und den Übenden das Ersehnte gewährt.

Mit Varṇinī und Ḍākinī vereint, schütze sie mich ringsum. Die mit Rāmā beginnende [Vidyā] schütze die Zunge, die mit Lajjā beginnende den Hals.

Die mit Kūrca beginnende schütze das Herz, die mit Vāk beginnende beide Brüste. Die mit Ramā umschlossene Vidyā, die Herrin der Götter, schütze die beiden Seiten. [„Umschlossen“ meint dieselbe Bīja-Kraft vor und nach der Vidyā.]

Die mit Māyā umschlossene Vidyā, die Unbekleidete, schütze die Nabelgegend. Die mit Kūrca umschlossene Göttin schütze stets den Rücken.

Die mit dem Vāk-Bīja umschlossene [Vidyā] schütze mit ihrer Kraft die Mitte. [Es folgen] Īśvarī-, Kūrca- und Vāk-Bīja, dann vajravairocanīye hūṃ hūṃ phaṭ svāhā. Die Mahāvidyā Chinnamastā, strahlend wie zehn Millionen Sonnen, schütze mit ihrer Kraft stets beide Oberschenkel.

hrīṃ hūṃ varṇinī [schütze] die Knie; śrīṃ hraṃ hrīṃ hrūṃ, dazu das Wort ḍākinī. Die Ewige, die in allen Vidyās gegenwärtig ist, schütze stets meinen ganzen Körper. [Die Vorlage nennt hier keine ausdrückliche eigene Körperstelle für Ḍākinī.]

Im Osten schütze Ekaliṅgā, im Südosten Yoginī. Im Süden schütze Ḍākinī; und die erhabene Mahābhairavī schütze mich stets im Südwesten. Bhairavī schütze im Westen, Indrāṇī im Nordwesten; Asitāṅgī schütze im Norden.

Im Nordosten schütze stets Saṃhāriṇī mit dem Schneidemesser. So mögen die acht Kräfte mit ihren Schneidemessern in den Haupt- und Zwischenrichtungen schützen.

krīṃ krīṃ krīṃ: Sie schütze im Osten. hūṃ hūṃ schütze mich im Südosten. hrīṃ hrīṃ schütze mich im Süden; im Süden schütze Kālikā. [Die doppelte Nennung des Südens folgt der Vorlage.]

krīṃ krīṃ krīṃ [schütze] im Südwesten; hrīṃ hrīṃ schütze mich im Westen. hrīṃ hrīṃ schütze im Nordwesten; svāhā schütze stets im Norden.

Mahākālī mit dem Schwert in der Hand schütze stets im Nordosten. [Die Folge] Tārā, Māyā, Vadhū, Kūrca und der Laut phaṭ, dieser große Mantra, [schütze] mich.

Tārā mit Schwert und Schneidemesser schütze stets den Raum über mir. hrīṃ śrīṃ hūṃ phaṭ: Die getreue Ekajaṭā schütze mich in der Unterwelt.

Tārā, die große Nīlasarasvatī, schütze [mich] vereint [mit den genannten Kräften] im Luftraum. So habe ich dir den Schutzpanzer der Göttin erklärt, dessen Leib aus Mantras besteht. [sahitā nennt hier keine ausdrückliche Ergänzung.]

Indem er ihn trägt und rezitiert, wird der furchtbare Herr Bhairava namens Krodha selbst zum Schöpfer und Vernichter der Götter, Asuras und großen Weisen.

Auf seinen Befehl kommt Madhumatī in die Wohnstatt des Übenden. Yoginīs wie Bhūtinī, Yakṣiṇīs und die im Raum Wandelnden nehmen durch die Gunst dieses Schutzpanzers seinen Befehl an. Dieser aus meinem Mund hervorgegangene Kavaca ist das höchste Brahman selbst.

Nachdem man die Göttin mit Duftstoffen und den weiteren Gaben verehrt hat, rezitiere man ihn einmal mit dem Wurzelmantra. So erlangt man die Frucht einer ein ganzes Jahr lang vollzogenen Pūjā.

Man schreibe ihn auf Birkenrinde, schließe ihn in eine goldene Amulettkapsel ein und trage ihn am rechten Arm, am Hals oder an anderer Stelle.

Mit aller Herrlichkeit ausgestattet wird man die drei Welten gefügig machen. Lakṣmī wohnt im Haus des Übenden, Vāṇī nimmt ihren Sitz in seinem Mund.

Waffen wie die Brahmā-Waffe werden an seinem Körper friedlich. Wer hingegen Chinnamastakā verehrt, ohne diesen Schutzpanzer zu kennen, erleidet rasch den Tod durch einen Waffenhieb. [Schutzversprechen und Drohung der historischen Quelle.]

So endet im ehrwürdigen Bhairava-Tantra, im Gespräch zwischen Bhairavī und Bhairava, der Chinnamastā-Schutzpanzer namens „Sieg über die drei Welten“.

Chinnamasta-Hridaya: Herzgebet

Nun das Herzgebet.

Śrī Pārvatī sprach:

Die Pūjā und die übrigen Lehren, die deinem Lotosmund entströmen, habe ich vollständig gehört. Nun möchte ich das Herzgebet Chinnamastās hören.

Śrī Mahādeva sprach:

Bis heute habe ich dies noch niemandem erklärt, o Lebensgeliebte. Da du mich gefragt hast, werde ich es zu deiner Freude sagen, Geliebte.

Oṃ. Der Seher dieses Mantras des Chinnamastā-Herzgebets ist Bhairava, sein Versmaß Samrāṭ und seine Gottheit Chinnamastā. hūṃ ist der Same, oṃ die Kraft, hrīṃ der Verschluss. Die Rezitation wird zur Vernichtung der Feinde angewandt.

oṃ hṛdayāya namaḥ — Oṃ, Verehrung dem Herzen.

oṃ hūṃ śirase svāhā — Oṃ hūṃ, dem Kopf: svāhā.

oṃ hrīṃ śikhāyai vaṣaṭ — Oṃ hrīṃ, der Scheitelhaarspitze: vaṣaṭ.

oṃ klīṃ netratrayāya vauṣaṭ — Oṃ klīṃ, den drei Augen: vauṣaṭ.

oṃ aiṃ kavacāya hum — Oṃ aiṃ, dem Schutzpanzer: hum [so die Vorlage].

oṃ hūṃ astrāya phaṭ — Oṃ hūṃ, der Waffe: phaṭ. Ebenso erfolgt der Hand-Nyāsa.

Nun die Meditation: Ich vergegenwärtige Chinnamastā, rot strahlend und rothaarig, mit dem in ihrer Lotushand glänzenden Schneidemesser und dem Glanz des Todes beziehungsweise der Zeit. Sie trinkt den mächtigen roten Strom des Blutes aus ihrem abgetrennten Kopf [die Satzfügung ist gedrängt]. Für die Wolkenmassen der Hindernisse ist sie wie ein gewaltiger Sturm. Von Scharen der Siddhas verehrt, mit Lotosaugen, zertrennt sie die hinterlistigen Daityas. [Die Quelle bezeichnet diesen Meditationsvers als 1 und beginnt danach nochmals mit 1.]

Ich verehre jene höchste Chinnamastā, die den abgeschlagenen Kopf hält, vom Sprühregen aus dem durchtrennten Hals bedeckt und mit einem Leinengewand bekleidet ist. [Das Gewand steht so in der Quelle, abweichend von anderen Meditationsbeschreibungen.]

Zur Erlangung aller Fülle diene ich Chinnamastā, der Heilspenderin, deren Lotosfüße stets von den Götterscharen verehrt werden.

Ich verehre die Göttin Chinnamastā, welche die Dānavas vernichtet und in jedem Weltalter für das Yoga-Opfer unter den Opfern geboren wird. [yātu der Vorlage ist im Satzanschluss unklar.]

Ich verehre Vairocanī, die Wohlgestaltete, von Vāmadeva Gestärkte, strahlend wie zehn Millionen Sonnen und mit blitzfarbenen Augen geschmückt.

Ich nehme Zuflucht zu den Füßen jener Furchtbaren, die immer wieder die Yoginīs mit dem Blutstrom sättigt, der aus ihrem eigenen Hals hervorquillt.

Ich verehre sie, deren einsilbigen Mantra hūṃ ein Mensch mit gesammeltem Geist wiederholt: Sein Widersacher wird zu Asche.

Ich verneige mich vor Chinnamastā, die einem bedrängten Menschen die Bedrängnis abschneidet, wenn er sich recht an den Mantra hūṃ svāhā erinnert.

Ich verehre jene Chinnamastā, vor deren bloßem Seitenblick grausame Geistwesen und andere Bedroher rasch in die Ferne fliehen.

Sieg, Sieg der Chinnamastā, die Feinde verzehrt! Sie schützt die Erde, hat ihren Zorn gestillt und ist überaus geschickt. Beim Abschneiden des Dickichts hinterlistiger Bösewichte zeigt sich ihre Geduld. Sie [ist] den Erden- und Diti-Söhnen günstig gesinnt, [erteilt] den Herrschern der Erde unvergängliche Unterweisung und [ist] unmittelbar gegenwärtig. [Die dichte Alliterationsfolge, besonders kṣitiditijasupakṣā und kṣoṇipākṣayyaśikṣā, ist textlich unsicher; die Übersetzung bleibt annähernd.]

Sieg, Sieg der Kālī, Chinnamastā, der Furchtbaren! In der Hand hält sie das Schneidemesser, um die Anteile der Befleckung des Kali-Zeitalters abzuschneiden. Sie leuchtet wie ein himmlischer Lotos und wie eine milde Sonne. Sie versetzt die Scharen der Asura-Geschlechter in Schrecken und ist die Gestalt der Zeit.

Möge Chinnamastā, Bhavānī, als Vāṇī gegenwärtig sein! Ihre Macht erstrahlt gewaltig im Tragen der Welten. Ihre Herrlichkeit tritt hervor im Tragen der Daseinsformen und ihrer Fülle. Für die Lotosblüten der Zweimalgeborenen-Geschlechter ist sie die Leuchtende in Sonnengestalt. [Die wiederholte Fügung bhava-bhava ist nicht eindeutig.]

Mutter, ergreife sogleich das scharfe, furchtbare Schwert und den abgeschlagenen Kopf, um die Schar meiner Feinde rasch zu zerschneiden! Möge dein Ruhm [wachsen; yaśolañ ist beschädigt]. Schneide meine bösen Feinde ab, gewähre mir das Ersehnte, o Chinnamastā, und vergib!

Die mit durchtrenntem Hals; Chinnamastā, die mit abgeschlagenem Kopf; die den abgeschlagenen Kopf Tragende; die Unversehrte; die Erschütterung und Wohlergehen Bewirkende [kṣodakṣemakarī: unsichere Fügung]; die Schönäugige; die die Herrscher der Erde zu Bedecken Vermögende.

Vairocanī, die Strahlende; die Wohlgestaltete; die durch Bali-Darbringung Hoch Erfreute; deren Lotosfüße mit Bali verehrt werden; die von Vāsudeva Verehrte.

Wer sich morgens nach dem Aufstehen an diese zwölf Chinnamastā lieben Namen erinnert, dessen Feinde vergehen.

An sie erinnern sich alle Götterscharen und sind sogleich stets reich an Fülle. Nachdem sie die Feindesschar bezwungen haben, nehmen sie mit klaren Gesichtern und ruhigem Geist Zuflucht. Mit festem Entschluss suchen sie immer ihre Lotosfüße auf. Möge die ursprüngliche, gepriesene Chinnamastā, der Śrīśa und die anderen dienen, überaus gute Frucht gewähren!

Wer einen Widersacher vernichten möchte, ohne dieses Herzgebet zu kennen — wie sollte dessen Feind bald zugrunde gehen, o Pārvatī?

Wenn ein Mensch die Vernichtung eines Feindes wünscht, soll er dieses [Gebet] rasch rezitieren. Die gnädig gestimmte Chinnamastā gewährt die erwünschte Frucht.

Es besänftigt die Feinde, ist verdienstvoll und schenkt die sehnlich gewünschte Frucht. Es verleiht Lebensdauer und Gesundheit und bewirkt für die Rezitierenden Verdienst.

So ist im ehrwürdigen Nandyāvarta, im Gespräch zwischen Mahādeva und Pārvatī, das Herzgebet der erhabenen Chinnamastā vollendet.

Chinnamasta: Hymnus der hundertacht Namen

Nun die hundertacht Namen.

Śrī Pārvatī sprach:

Du hast die höchsten, heilvollen tausend Namen erklärt, die Chinnamastā liebt und die sogleich die Feinde zerschneiden, o Śambhu.

Nochmals frage ich dich, o Gott: Sei mir gnädig! Wenn ein Mensch zur Rezitation der tausend Namen nicht imstande ist, was soll er dann rezitieren, o Herr? Sage mir dies, du Mitgefühlsvoller.

Śrī Sadāśiva sprach:

Er soll stets die hundertacht Namen rezitieren.

Gewiss erlangt er dadurch die Frucht der Rezitation der tausend Namen.

Oṃ. Der Seher dieses Hymnus der hundertacht Namen der erhabenen Chinnamastā ist Sadāśiva, sein Versmaß Anuṣṭubh und seine Gottheit Śrī Chinnamastā. Der Japa wird angewandt, damit ich alle Vollendungen erlange.

Vers 4

Oṃ. Chinnamastā, die mit abgeschlagenem Kopf; die große Vidyā; die sehr Furchtbare; die mit großem Bauch; die Herrin des Wilden; die Mutter Caṇḍas beziehungsweise die wilde Mutter; die Caṇḍa und Muṇḍa Zerschmetternde.

Vers 5

Die überaus Wilde; die von wilder Gestalt; Caṇḍikā, die grimmige Göttin; die Caṇḍa Zerschneidende; die Zornige; die Mutter des Zorns; die Gestalt des Zorns; Kuhū, die Neumondkraft.

Die Teilkraft beziehungsweise Kunst.

Vers 6

Die vom Zorn Bewegte; die mit Zorn Erfüllte; die den Zorn Auflösende; Vajravairocanī, die diamantgleich Strahlende; die Vajraharte; die einem Vajra Gleichende; die Ḍākinī.

Vers 7

Die dem Wirken der Ḍākinīs Hingegebene; die durch das Wirken der Ḍākinīs Verehrte; die an der Gemeinschaft der Ḍākinīs Erfreute; die von der Liebe der Ḍākinīs Erfüllte.

Vers 8

Die den Schädelstab Tragende; die Kleinwüchsige; die Schwert und Schädelschale Tragende; die auf einem Leichnam Sitzende [pretāśanā kann auch „Leichen verzehrend“ bedeuten]; die von Totengeistern Begleitete; die in Gesellschaft der Totengeister Wandelnde.

Vers 9

Die den abgeschlagenen Kopf Tragende; die abtrennende, wilde Vidyā; die Vielfarbige; die von schrecklicher Gestalt; die mit schrecklichem Blick; die mit schrecklichem Ruf; die mit mächtigem Bauch.

Vers 10

Die Yoginī; die dem Yoga Hingegebene; die ganz dem Japa-Opfer Ergebene; die aus dem Yoni-Kreis Bestehende; die Yoni, der Ursprung; die den Yoni-Kreis in Bewegung Setzende.

Vers 11

Die Yoni-Mudrā; die durch die Yoni Zugängliche; die im Yoni-Yantra Wohnende; die Yantragestaltige; die aus Yantra Bestehende; die Herrin des Yantra; die im Yantra Verehrte.

Vers 12

Die zu Preisende; die Trägerin verfilzten Haares; Kālī; die Skelettgestaltige; die die Teilkräfte Umgestaltende [kalavikāriṇī: Vokallänge der Vorlage auffällig]; die Rote; die Rotäugige; die dem Bluttrinken Hingegebene.

Vers 13

Bhavānī; die Wohlergehen Schenkende; das Wohlergehen; die Spenderin des Wohlergehens; Bhairavī; die dem Bhairava-Weg Hingegebene; die von Geistwesen und Bhairava Verehrte [auch als zusammengesetzter Name Bhūtabhairava lesbar].

Vers 14

Die Furchtbare; die Göttin, Herrin des Furchtbaren; die dem furchtbaren Klang Hingegebene; die von Bhava, Śiva, Verehrte; die von Bhava Gepriesene; die über den Ozean des Daseins Hinüberführende.

Vers 15

Bhadrakālī, die heilvolle Kālī; die mit heilvollem Leib; die von heilvoller Gestalt; die Heilvolle; die von heilvoller Gestalt [Wiederholung der Vorlage]; die überaus Heilvolle; die ganz und gar Heilvolle; die Bewahrerin des Heils.

Vers 16

Die sehr Erhabene; die mit erhabenem Antlitz; die Schöngesichtige; die von Siddhas Verehrte; die Vollendung Schenkende; die Fülle der Vollendungen; die Vollendete; die von Vollendeten Verehrte.

Vers 17

Die Heil Schenkende; die auf heilvollem Weg Gehende; die Reine; die mit unreinem Sattva [Vorlage ausdrücklich: śuddhā ’suddhasattvā; eine mögliche Textstörung wird nicht zu „reinem Sattva“ verbessert]; die Heil Bringende; die höchste, aus Schauen bestehende Göttin [śreṣṭhādṛṣṭimayīdevī: Wortgrenze mehrdeutig]; die das Schauen Auflösende.

Vers 18

Śarvāṇī, die Gefährtin Śarvas; die überall Hingehende; die Alles Seiende; die alles Heil Bewirkende; Śivā, die Gütige; die Friedvolle; die Gestalt des Friedens; Mṛḍānī, die Gefährtin Mṛḍas.

Die von Liebe Bewegte.

So habe ich dir, o Göttin, diesen überaus schwer zu erlangenden Hymnus erklärt. Er ist geheimer als das Geheime, verborgen zu halten und sorgfältig zu bewahren.

Was bedarf es noch vieler Worte vor dir, du meinem Leben Geliebte? Vernichtung, Bezauberung, o Göttin, und darüber hinaus Vertreibung sowie Lähmung und andere Handlungen, Wohlergehen und Vollendungen: All dies gelingt zweifellos durch seine Rezitation zu den drei Tageszeiten.

Die trefflichsten Menschen, die diesen von mir ausgesprochenen, höchst vorzüglichen Hymnus täglich mit ungeteilter Aufmerksamkeit und Hingabe rezitieren, o Schönangesichtige, werden von ihren Feinden nicht besiegt.

Hier endet der Hymnus der hundertacht Namen der erhabenen Chinnamastā.

Chinnamasta: Einleitung zum Tausendnamenhymnus

Nun die tausend Namen.

Die erhabene Göttin sprach:

Sprich, o Gott, großer Gott, Bester unter den Kennern aller Lehrschriften! Erweise mir Gnade, Herr der Welt; erkläre es mir, mein Herr.

Die Göttin Pracaṇḍacaṇḍikā sucht das Wohl aller Welten. Alles über sie wurde erklärt, auch Lobgesang, Schutzpanzer und die übrigen Texte.

Nun offenbare mir die heilvollen tausend Namen Chinnamastās, o Herr der Götter, aus Mitgefühl, du Freund der Verehrenden.

Śiva sprach:

Höre, Göttin: Ich werde den höchst entzückenden [Hymnus] der Chinnā erklären. Wer sein eigenes Wohl wünscht, soll ihn sorgfältig geheim halten.

Man darf ihn nirgends aussprechen, selbst wenn das Leben bis an die Kehle gelangt ist [das Leben bedroht ist]. Höre ihn, große Herrin; ich erkläre dir dies alles.

Ohne Pūjā, ohne Meditation und ohne Japa wird Vollendung erlangt; ohne Meditation, o Göttin, und ohne Reinigung der Elemente und die weiteren Reinigungen. [Die Wiederholung von „ohne Meditation“ steht in der Vorlage.]

Allein durch die Rezitation entsteht Vollendung — wahrlich, wahrlich, o Schönangesichtige. Einst auf dem Gipfel des Kailāsa, in der Versammlung aller Götter, wurde danach gefragt und es wurde erklärt. Höre, wie dies geschah, o Schönangesichtige. [Das Subjekt von paripapraccha bleibt im vorliegenden Anschluss unausgesprochen.]

Der Seher dieses Hymnus der tausend Namen der erhabenen Pracaṇḍacaṇḍikā ist Bhairava, das Versmaß Samrāṭ, die Gottheit Pracaṇḍacaṇḍikā. Der Japa dient Dharma, Wohlergehen, Erfüllung der Wünsche und Befreiung.

Chinnamasta: Tausendnamenhymnus

Pracaṇḍacaṇḍikā, die überaus wilde Caṇḍikā; die Wilde; die wilde Göttin; die Unvergängliche; Cāmuṇḍā; die sehr Wilde; die Bewegliche; die mit schönem Leib.

Die mit heraushängender Zunge; die mit strömendem Blut; die mit einem Antlitz wie ein schöner Mond; die mit Augen wie ein Cakora-Vogel; die mit wildem Klang; die Ruhelos-Bewegliche; die den Geist Berauschende.

Das Bewusstsein; die im reinen Bewusstsein Ruhende; die Gestalt der Erkenntnis als Teilkraft des Bewusstseins; die große, Furcht erregende Göttin; die Gaben Schenkende und Furchtlosigkeit Tragende.

Die von Furcht Erfüllte; die Furchtgestaltige; die aus den Fesseln des Daseins Befreiende; Bhavānī; die Herrin der Welten; die über den Kreislauf des Werdens Hinüberführende.

Der Ozean des Daseins; die Befreiung vom Dasein; die die Fesseln des Daseins Zerschlagende; Bhāgīrathī, die Gaṅgā; die im Bhaga Weilende; die Glück und Genießbares Schenkende.

Kamalā, die Lotosgöttin; die Wünsche Erfüllende; Durgā; die aus schwerer Gefangenschaft Befreiende; die schwer zu Schauende [duddarśśanā: auffällige Schreibung]; die von schwer zugänglicher Gestalt; die schwer zu Erkennende; die Not beziehungsweise schwer Zugängliches Vernichtende.

Die das Leid der Elenden Wegnehmende; die Ewige; die im immerwährenden Kummer Wohnende [nityaśokanivāśinī der Vorlage; nicht stillschweigend zu „Kummer beseitigend“ geändert]; die Göttin, die ganz aus ewiger Glückseligkeit Besteht; die stets Heil Bewirkende.

Die alle Ziele Verwirklichende; die alle Vollendungen Verkörpernde; die Kraft, die alles Erschüttert; die alles Vertreibende; die Höchste.

Die Kraft, die alles Erfreut und Färbt; die Verkörperung aller Ekstase; die Allwissende; die Spenderin der Vollendung; die Verkörperung der Siddhavidyā.

Die mit allen Teilen; die Teil- und Formlose; die Vollendete; die über die Teilkräfte Erhabene; die aus Teilkräften Bestehende; die Kennerin des Kula; die Verkörperung des Kula; die den Augen Freude Schenkende.

Die einem edlen Kula Zugehörige; die Gestalt des Sāman-Gesangs; die Gestalt des Begehrens; die das Herz Gewinnende; die im Lotos Weilende; die Lotosgesichtige; die wie der Herr der Elefanten Schreitende.

Die Verkörperung des Kula; die Tiefäugige; die Lotosherrlichkeit beziehungsweise die Herrlichkeit Kamalās Schenkende; Kuntī; die mit einem Gipfel beziehungsweise Höcker Versehene; Kullā [Eigenname]; Kurukullā [Eigenname]; die Furchtbare.

Die Herrin des Begehrens; die Mutter des Begehrens; die von der Glut des Begehrens Befreiende; die Gestalt des Begehrens; die das Begehren zum Wesen hat; die das Spiel des Begehrens Bewirkende.

Die mit mitfühlendem Herzen; die Gestalt des Mantras krīṃ krīṃ; die Höhlenartige; Kaumodakī, die Keule Viṣṇus beziehungsweise die Erfreuende; die mit Nachtlotosen Erfüllte; die vollkommene Freiheit; die im Kula Wohnende.

Keśavī, die Kraft Keśavas; die von Keśava Verehrte; die Vernichterin des Dämons Keśin; die Leid Hinwegnehmende; die von leidvollen Verhaftungen Freie; die die Scharen leidvoller Verhaftungen Vernichtende.

Die Furchtbare; die Furchtgesichtige; die Vernichterin des Asuras Karāla; die ein schreckliches Fell beziehungsweise einen Schild und ein Schwert Tragende; die die furchtbaren Geschlechter Vernichtende.

Kaṅkinī, die mit Kaṅka-Vögeln Verbundene [Namensdeutung unsicher]; die an Kaṅka-Vögeln Erfreute; die eine vorzügliche Schädelschale Tragende; die mit dem Schwert in der Hand; die Dreiäugige; die abgetrennten Kopf und Schwert Tragende.

Die das Böse Hinwegnehmende; die Vernichterin der Bösewichte; die Fließende; die stets im Raum Wandelnde; Gaṅgā; die von Gautama Verehrte; Gaurī, die Helle; die unter den Gandharvas Wohnende.

Die Gandharvī, das himmlische Musikwesen; die von Scharen Verehrte [gagaṇārādhyā: offenbar gestörte Wortform, Deutung vorläufig]; die von Gaṇas und Gandharvas Verehrte; die Schar der klingenden Laute [gaṇatkāragaṇā: unsicher]; die Göttin; die jenseits der Guṇas; die Guṇas zum Wesen Habende.

Die Eigenschaftlichkeit; die Eigenschaften und Tugenden Schenkende; die Würde durch Tugenden Schenkende; die Mutter Gaṇeśas; die Tiefgründige; die Himmelslicht Bewirkende [gagaṇājyotikāriṇī: auffällige Wortform].

Die Hellgliedrige; die in Gayā Zugängliche; die an Gautamas Stätte Wohnende; die dem Keulenträger Liebe; die zu Erkennende; die durch Erkenntnis Zugängliche; die Herrin des Verborgenen beziehungsweise Guhas.

Gāyatrī; die Tugendreiche; die über die Guṇas Erhabene; die Herrin der Guṇas; die göttliche Mutter Gaṇeśas; die Gaṇeśa Gaben Gewährende.

Die vom Herrn der Scharen Gepriesene; die Ewige; die vom Herrn der Scharen vollkommen Verehrte; die göttliche Geliebte Girīśas; die von Girīśa ringsum Verehrte.

Die den Weg und das Ziel Schenkende; die Bewegung Hinwegnehmende; die Besungene; Gautamī, die von Gurus Verehrte; die von Gurus zu Verehrende; die mit dem Guru Verbundene; die ganz dem Dienst am Guru Ergebene.

Die durch Duft Zugängliche; die Duftreiche; die Duft zum Wesen Habende; die Duft Erzeugende; die vom Herrn der Götter vollkommen zu Verehrende; die dem Herrn der Götter Zufriedenheit Schenkende.

Die Geliebte des Herrn der Götter; die vom Herrn der Götter Verehrte; die vom Herrn der Götter zu Verehrende; die dem Herrn der Götter Freude Schenkende.

Die Kraft des Gesanges; die durch Gesang Zugängliche; die Gesangskraft Schenkende; die Wissenschaft des Gesanges; die im Gesang Vollendete; die im Geist durch Gesang Zufriedene.

Die über den Gesang Hinausgehende; die im Gesang Besungene; die von Gesangesfreude ganz Erfüllte; die durch den Herrn der Gandharvas Hoch Erfreute; die mit den Fähigkeiten der Gandharvas Geschmückte.

Die von den Gandharva-Scharen Verehrte; die inmitten der Gandharva-Scharen Weilende; die unter den Gandharva-Scharen Kundige; die von den Gandharva-Scharen rituell Verehrte.

Die den Gandharva-Scharen Zugewandte; die von den Gandharva-Scharen Geschmückte; die Rasselnde; die von schrecklicher Gestalt; die einen schrecklichen grollenden Laut Erzeugende.

Die aus einem Schweißtropfen Entstandene; die Verkörperung des Schweißtropfens; die mit Glockenklang; die mit Wolkendonner; die Wolkengestaltige; die mit mächtigem Bauch.

Die von schrecklichem Wesen; die Wolken beziehungsweise Fülle Schenkende; die sich am Glockenklang Erfreuende; die furchtbare Cāṇḍālinī; die Furchtbare; die Vernichterin des furchtbaren Caṇḍa.

Die Bezwingerin der furchtbaren Dānavas; die Vernichterin der furchtbaren Dānavas; die frei von schrecklichen Handlungen und dergleichen; die durch schreckliche Handlungen Verehrte.

Die Göttin, die ganz aus dem furchtbaren Prinzip Besteht; die vom furchtbaren Prinzip Befreiende; die frei von schrecklichen Handlungen und dergleichen; die von schrecklichen Handlungen und dergleichen Erfüllte.

Die schrecklichen Handlungen und dergleichen Ergebene; die schreckliche Handlungen Mehrende; die furchtbare Geistwesen Zermalmende; die Vernichterin furchtbarer Vetālas.

Die den schrecklichen Waldbrand Bezwingende; die Vernichterin schrecklicher Feinde; die mit schrecklichen Mantras Verbundene; die durch schreckliche Mantras vollkommen Verehrte.

Die den inneren Sinn der schrecklichen Mantras Kennende; die die Frucht der schrecklichen Mantras Schenkende; der Schatz der schrecklichen Mantras; die in schrecklichen Mantras ihren Sitz genommen hat.

Die göttliche Herrin der schrecklichen Mantras; die im Geist auf den Sinn der schrecklichen Mantras Gerichtete; die die Wahrheit des Sinnes schrecklicher Mantras Kennende; die über den Sinn der schrecklichen Mantras vollkommen Kundige.

Die Fülle des Sinnes schrecklicher Mantras; die den Sinn schrecklicher Mantras Erkennen Lassende; die Gesamtheit des Sinnes schrecklicher Mantras; der Ursprungsort des Sinnes schrecklicher Mantras.

Die dem Japa schrecklicher Mantras Hingegebene; die zum Japa schrecklicher Mantras Bereite; die Wohnstatt des Lautes ṅa; die mit der Silbe ṅa Geschmückte.

Die weitere Gestalt des ṅa; die Verkörperung der Silbe ṅa; die Vielgestaltige; die vielfältige Nāḍī; die Schönhaarige; die mit geballtem Glanz.

Die Bewegliche; die von beweglicher Gestalt; die Schöngestaltige; Caṇḍikā; die aus den vier Veden Bestehende; die Wilde; die von Cāṇḍāla-Scharen Umgebene.

Die Cāṇḍālas Zerschneidende; die die wilde Glut Entwurzelnde; die Vierarmige; die von wilder Gestalt; die Vernichterin Caṇḍas und Muṇḍas.

Das Mondlicht; die mit mondgleichem Ruhm; der Mondglanz; die Mondgesichtige; die Mondgestaltige; die Verkörperung des Mondbekränzten, Śivas.

Die Geliebte des Mondbekränzten; die im Geist durch den Mondbekränzten Zufriedene; die Geliebte des Freundes des Cakora-Vogels, des Mondes; die vom Freund des Cakora-Vogels Verehrte.

Die Kreisgestaltige; die aus dem Cakra Bestehende; die Verkörperung der Kreisform; die dem Diskusträger Viṣṇu Liebe; die dem Diskusträger Freude Schenkende.

Die das innere Erleben des Diskusträgers kennt; die dem Diskusträger Gaben Gewährende; die durch die Gaben des Diskusträgers Berauschte; die Verkörperung des Diskusträgers.

Die Herrin des Diskusträgers; die stets vom Diskusträger Verehrte; die aus dem Diskusträger Hervorgegangene; der Sitz der Tugenden des Diskusträgers.

Die Mondreihe; die Mondreiche; die wie zehn Millionen Monde Strahlende; deren Lotosfüße mit Sandelholz verehrt Werden; die Sandelholz am Haupt trägt.

Die mit schönem Ruhm; die Schönäugige; die mit dem schönen Mond Geschmückte; die schön Geschmückte; die schön Gekleidete; die schöne Gewandung Schenkende.

Deren Glieder mit schönem Schmuck geschmückt sind; die dem Viergesichtigen Brahmā Gaben Gewährende; die vom Viergesichtigen vollkommen Verehrte; die vom Viergesichtigen als Zuflucht Gesuchte.

Die Viergesichtige; die Vierarmige; die Kraft des vierten Mondtages; die Kraft des vierzehnten Mondtages; die Bunte; Carmaṇvatī, die Flussgöttin; Caitrī, die Kraft des Monats Caitra; Candrabhāgā, die Flussgöttin.

Campakā, die Campaka-Blüte.

Die Gestalt der vierzehn Yamas; die den vierzehn Yamas Folgende; die an den vierzehn Yamas Erfreute; die den vierzehn Yamas Liebe [Ob Totenrichter, Zügelungen oder eine andere Vierzehnergruppe gemeint sind, bleibt offen.].

Die im Trug Weilende; die Gestalt der Öffnung; die Verhüllung Gewährende; die Königin der Verhüllung; Chinnamastā, die mit abgetrenntem Kopf; die Abgetrennte; die den abgeschlagenen Kopf Tragende.

Die Sieg Schenkende; die Gestalt des Sieges; die Siegreiche; die durch Sieg Bezaubernde; die Siegerin; die im Leben Gegründete; die in Jālandhara Wohnende.

Die Flammenmündige; die Flammen Schenkende; die einem lodernden Feuer Gleichende; die von der Welt Verehrte; die von der Welt zu Verehrende; die ganz dem Schutz der Welt Ergebene.

Die Welt; die Grundlage der Welt; die Geburt, Tod und Alter Hinwegnehmende; die Mutter; der Geburtsort; die Geburt Schenkende; die Siegreiche.

Die Fieber und Krankheit Hinwegnehmende; die Flamme; die von Flammenkränzen Erfüllte; die Herrin von Jambhas Feind, Indra; die Indras Herrlichkeit Bewirkende.

Die von Indra Gepriesene; die Vernichterin der Feinde Indras; die siegreiche Durgā; die durch Sieg beziehungsweise von Jayā Verehrte; die siegreiche Kālī; die Herrin des Sieges.

Die siegreiche Tārā; die über den Sieg Hinausgehende; die Geliebte des siegreichen Śaṅkara; die Wasser Schenkende; die Tochter Jahnus, Gaṅgā; die den Ozean in Schrecken Versetzende.

Die die Krankheit des Ozeans Bezwingende; die das Fieber des Ozeans Vernichtende; die Herrin des Beweglichen; die Stumpfheit Hinwegnehmende; die die Fülle der Stumpfheit Abwendende.

Die über die von Stumpfheit Befallenen Hinausgehende; die die Krankheit der Stumpfheit Abwendende; die Geburt Schenkende; die Geburt Hinwegnehmende; die vom Siegesruf Begleitete.

Die mit Japa-Yoga Verbundene; die sich an Japa-Yoga Erfreuende; die Japa-Yoga Liebende; die im Japa zu Rezitierende; die über Japa Hinausgehende; die mit Siegesklang.

Die im Zustand der Gattin Weilende; die Gattin; die das Wesen der Gattin Erfüllende; die einer Hibiskusblüte Gleichende; die mit Hibiskusblüten Verehrte.

Die durch Hibiskusblüten Hoch Erfreute; die mit Hibiskusblüten Geschmückte; die wie Hibiskusblüten Leuchtende; die Gestalt der Hibiskusblüte.

Die Verkörperung Jamadagnis; Jānakī; die Tochter Janakas; die ihre Glieder im Sturmwind Freigebende; die im wilden Widerhall Wohnende [jhora: unsichere Wortform].

Die Widerhall Erzeugende; die Gestalt des Sturmwindes; die Klingende; die feine Gestalt des Lautes ña; die den Laut ṭavaṭ Ertönen Lassende [Lautfolge unsicher].

Die den Laut ṭaṃ Erzeugende; die mit ṭaku-Laut Sprechende [ṭakuvāṇī: unsicher]; die Verkörperung der Silbe ṭha; die Ḍiṇḍima-Trommel; das Kind; die mit dem Klang der Ḍiṇḍu- und Ḍiṇḍima-Trommeln.

Die ganz aus Ḍhakkā-Trommelklang Bestehende; die aus Ḍhila Bestehende [Wortform unklar]; die im Klang des Tanzes Spielende; die Ḍhakkā-Trommel; die Herrin der Ḍhakkā-Trommel; die Gestalt des Ḍhakkā-Trommelklanges.

Die den Ḍhakkā-Klang Liebende; die durch den Ḍhakkā-Klang im Geist Zufriedene; der Laut ṇa; die aus der Silbe ṇa Bestehende; die Gestalt der Silbe ṇa und der folgenden Laute.

Tripurā, die der drei Städte; die ganz aus Tripurā Bestehende; die dreifache Kraft; die drei Guṇas zum Wesen Habende; die dem Tamas Zugehörige; die Herrin der drei Welten; Tripurā [Wiederholung]; die Herrin des dreifachen Veda.

Die dreifache Vidyā; die Dreigestaltige; die Dreiäugige; die drei Gestalten Annehmende; die Hinüberführende; die Bewegliche; Tārā; die von Tārakas Feind, Skanda, vollkommen Verehrte.

Die von Skanda vollkommen zu Verehrende; die Skanda Gaben Gewährende; die Mutter Skandas; die Schlanke; die Junge; die mit flimmerndem Glanz.

Die Dreigestaltige; die in den drei Städten Wandelnde; die den vorzüglichen Dreizack Tragende; die Dreizackträgerin; die ganz aus Tantra Bestehende; die in den Tantra-Lehrschriften Kundige.

Die Tantra-Gestaltige; die Verkörperung der Askese; die Gestalt von Tantra und Mantra; der Blitz; die Gestalt einer Blitzranke; die Erkenntnis der Wirklichkeitsprinzipien Schenkende.

Die göttliche Herrin der Wahrheitserkenntnis; die sich an Wahrheitserkenntnis Erfreuende; die aus dem dreifachen Veda Bestehende; die durch den dreifachen Veda zu Verehrende; die Dreisilbige; die Herrin der drei Silben.

Die Qual Vernichtende; die die Fülle der Qual Entwurzelnde; die Schrecken Bewirkende; die Schrecken Hinwegnehmende; die Schrecken Schenkende; die Schrecken Tilgende.

Die Herrin der Mondtage; die Gestalt der Mondtage; die in den Mondtagen Weilende; die an den Mondtagen Verehrte; Tilottamā, die aus feinsten Teilen Gebildete; die Sesam Schenkende; die an Sesam Erfreute; die Herrin des Sesams.

Die drei Qualitäten; die Gestalt der drei Qualitäten; die Drei-Städtige; die Tripurā zum Wesen Habende; die drei Gipfel; die Gestalt der drei Gipfel; die inmitten des Trikuṭa-Berges Weilende.

Die mit drei Haarflechten; die Dreiäugige; die vorzügliche Schöne des Dreiäugigen; die Dritte beziehungsweise der dritte Mondtag; die Dreijährige; die Dreifache; die Herrin der drei Lehren.

Die im Dreieck Weilende; die Herrin des Dreiecks; die inmitten des Dreiecks-Yantra Weilende; die drei Tagesübergänge; die zu den drei Tagesübergängen zu Verehrende; die Dreischrittige; die Wohnstatt der drei Schritte.

Die an ihrem Ort Gegründete; die auf festem Boden Weilende; die an gesegneter Stätte Wohnende; die Gestalt der Silbe tha; die grobstoffliche Gestalt.

Die mit großen Händen; die Grobstoffliche; die die Gestalt der Festigkeit Offenbarende; Durgā; die schwere Not Vernichtende; die aus schwerer Gefangenschaft Befreiende.

Die Göttin; die Vernichterin der Dānavas; die Vernichterin des Herrn der Danu-Söhne; die Gattin und Nachkommen Schenkende; die Ewige; die die Hälfte von Śaṅkaras Leib Einnehmende.

Die mit göttlichen Gliedern; die Mutter der Götter; die Vernichterin der Feinde der Götter; die das Leid der Elenden Hinwegnehmende; die die Qual der Elenden Entwurzelnde.

Die Mutter der Elenden; die von den Elenden zu Verehrende; die die Anmaßung der Elenden Vernichtende; die Vernichterin der Danu-Söhne; die Göttin; Devakī; die den Göttern Liebe.

Die dem Feind der Dānavas Liebe; die Langgestreckte; die vom Feind der Dānavas vollkommen Verehrte; die mit langem Ton; die Langleibige; die langwieriges Unglück Vernichtende.

Die mit langen Augen; die mit weitreichendem Blick; die Langhaarige; die mit den Himmelsrichtungen Bekleidete; die dem Unbekleideten Liebe; die Selbstbeherrschte; die Verkörperung des Unbekleideten.

Die Leidfreie; die Leid Hinwegnehmende; die über den Ozean des Leides Hinüberführende; die Leid und Armut Stillende; die Leid und Armut Bewirkende [Gegenüberstellung der Vorlage].

Die Leid Schenkende; die schwer zu Ertragende; deren einziges Wesen das Zerschlagen des Bösen ist; die schöne Gefährtin des Gottes; die von Göttern zu Verehrende; die göttliche Kraft Schenkende.

Der Blitz; die sich am Blitz Erfreuende; die Schöne von hundert Blitzen; die von hundert Blitzen Verehrte; die mit einem Kranz von Blitzen Geschmückte.

Die mit göttlichem Sein Zufriedene; die inmitten von hundert Gottheiten Weilende; die von Mitgefühl Erweichte; die Gestalt des Mitgefühls; die ganz dem Schenken von Mitgefühl Ergebene.

Die Mitgefühl zum Charakter Habende; die Essenz des Mitgefühls; die im Ozean des Mitgefühls Weilende; die Göttin, deren Wesen die zehn Vidyās sind; die Verkörperung der zehn Vidyās.

Die Erde; die Reichtum Schenkende; die Erhalterin; die Gesegnete; die ganz dem Getreide Zugewandte; die Gütige; die Gestalt des Dharma; Dhaniṣṭhā, das Mondhaus.

Die zu Vergegenwärtigende [dheyā: ungewöhnliche Form]; die den Standhaften Zugängliche.

Die Herrin des Dharma-Königs; die Gestalt der Dharma-Handlung; die Herrin des Reichtums; die Kunst des Bogenschießens; die durch den Bogen Zugängliche; die dem Bogenträger Gaben Gewährende.

Die Dharma zum Charakter Habende; die den Dharma spielerisch Entfaltende; die frei von Dharma-Handlungen; die Dharma Schenkende; die dem Dharma Ergebene; die religiöse Heuchelei Zerschlagende.

Die Herrin des Dharma; die Gestalt des Dharma; die dem Dharma-König Gaben Gewährende; die Dharma Tragende; die im Haus des Dharma Weilende; die Gestalt von Dharma und Adharma.

Die Reichtum Schenkende; die an Dhanada, Kubera, Erfreute; die Fülle an Geld und Getreide Schenkende; die in der Fülle von Geld und Getreide Weilende; die Geld und Getreide Vernichtende.

Die im Dharma Fest Gegründete; die im Dharma Standhafte; die stets am Dharma-Weg Erfreute; die im Samen des Dharma ihren Sitz genommen hat; die den Samen des Dharma gut Beschützende.

Die Herrin des Dharma-Samens; die Gestalt des Dharma-Samens [rūpa: abweichende Endung der Vorlage]; die auf dem Dharma-Weg Gehende; die aus dem Dharma-Samen Entstandene; die im Dharma-Samen Geborgene.

Die dem Berg wie das Leben Liebe; die vom Bergherrn Gepriesene; die Tochter des Königs der Berge; die vom König der Berge Verehrte.

Die im Haus des Königs der Berge Weilende; die Beschützerin des Königs der Berge; die alle Not des Königs der Berge Vernichtende; die Bewahrerin des Dharma.

Die stets Neue; die Makellose; die Ewige; die vom Bergkönig vollkommen Verehrte; die Herrin der Nāgas; die Mutter der Nāgas; die Nāga-Tochter; die Nackte.

Die Unberührte; die frei von begrifflicher Unterscheidung; die Haarlose; die von Bedrängnis Freie; die ohne Nahrung Auskommende; die Formlose; die Verkörperung des Unbefleckten.

Die Nāginī; die Herrlichkeit der Nāgas; die vom Nāga-König Gepriesene; die die Tugenden des Nāga-Königs kennt; die dem Nāga-König Freude Schenkende.

Die stets in die Nāga-Welt Gehende; die in der Nāga-Welt Wohnende; die Herrin der Nāga-Welt; die Schwester der Nāgas; die von Nāgas Verehrte.

Die inmitten der Nāgas Weilende; die den Nāgas Verzauberung und Erschütterung Schenkende; die den Tanz Liebende; die Tanzende; die Tanz und Gesang Ergebene.

Die Herrin des Tanzes; die Tänzerin; die Gestalt des Tanzes; die keiner Stütze Bedarf; Nārāyaṇī; die im Menschenherrscher Weilende; die mit einer Kette aus Menschenköpfen und Knochen.

Die Menschenfleisch Liebende; die Ewige; die stets Menschenblut Liebende; die Herrin der Menschenkönige; die Frauengestalt; die das Wesen der Frau Verkörpernde.

Die von Frauenscharen Verehrte; die inmitten der Frauen Weilende; die mit neuen Gewändern; Narmadā; die Flussgestaltige; die am Zusammenfluss der Ströme Weilende.

Die an Narmadeśvara Hoch Erfreute; die Verkörperung Narmadeśvaras; die Lotosreiche; die Lotosgesichtige; die in den Lotosstaubfäden Wohnende.

Die von Seidengewändern Abhängige [parādhīnā wörtlich]; die mit Rubinen Geschmückte; die Höchste; die Liebe und Freude Schenkende; die Ewige; die auf einem Leichensitz Wohnende.

Die von vollkommenem Rasa Berauschte; die von Liebe Bewegte Geliebte; die durch heiligen Āsava-Trank Gereinigte [pavitrāśavaniḥpūtā: Worttrennung und ś/s unsicher]; die Liebste; die das höchste Selbst zum Wesen Habende.

Die stets dem geliebten Gelübde Ergebene; die höchste Liebe Schenkende; die Blumen Liebende; die Lotosknospe; die im Wesen des Lotos Wohnende.

Die Verkörperung des Phetkāriṇī-Tantra; die den Ruf pheru-phera Ertönen Lassende [an Schakalrufe erinnernde Lautfolge]; die Flötenträgerin; die Gestalt des Gewandes beziehungsweise Erscheinungsbildes; die die begehrte Gestalt Bagalās Annehmende [Zusammensetzung mehrdeutig].

Die aus Sprache Bestehende; die Erde; die zu Überwältigende [dhṛṣyā: ungewöhnlicher Name]; die Vāgbhava Genannte, die unter Menschen Vorzügliche [vāgbhavākhyāvarānarā: unsichere Teilung]; die Einsicht Schenkende; die Gestalt der Einsicht; das Wissen; die Gestalt der Erörterung.

Die Junge; die Gestalt der Alten; Vāṇī, die Sprache; die in der Rede Wohnende; Varuṇā; die Sprachreiche; die Heldin; die mit Heldenschmuck Geschmückte.

Deren Füße von Vīrabhadra verehrt Werden; die Mutter Vīrabhadras; die am Weg des Veda Erfreute; die Gestalt der Veda-Mantras; die den Opferruf vaṣaṭ Liebende.

Die mit dem Vīṇā-Spiel Verbundene; die dem Vīṇā-Spiel Ergebene; der Klang der Vīṇā; die Gestalt des Vīṇā-Tones; Vaiṣṇavī.

Die dem Vaiṣṇava-Weg Hingegebene; die ganz auf die Vaiṣṇava-Praxis Gerichtete; die von Viṣṇu zu Verehrende; die Gattin Viṣṇus; die Verkörperung Viṣṇus; die mit schönem Antlitz.

Die Herrin des Alls; die Mutter des Alls; die das All Hervorbringende; die Allgestaltige; die Gebieterin des Alls; die das All Auflösende.

Bhairavī; die von Bhairava zu Verehrende; die von Geistwesen und Bhairava Verehrte [auch als Name Bhūtabhairava lesbar]; die Herrin Bhairavas; die Furchtbare; die Bhairaveśvara Zufriedenheit Schenkende.

Die Geliebte des Herrn der Bhairavas; die Beschützerin des Herrn der Bhairavas; die Herrin des Furchtbaren; die Mutter Bhīmas beziehungsweise des Furchtbaren; die dem furchtbaren Klang Ergebene.

Die Furchtgestaltige; die Herrin des Furchtbaren; die Furchtbare; die Bhīma Gaben Gewährende; deren Lotosfüße von Bhīma verehrt Werden; die Beschützerin des furchtbaren Bhairava.

Die den Asura Bhīma Vernichtende; die die furchtbaren Bösewichte Vernichtende; die Welt; die von der Welt zu Verehrende; Bhavanī, die Werden Bewirkende [abweichend von bhavānī geschrieben]; die stets Wohlergehen Schenkende.

Die Furcht Schenkende; die Furcht Vernichtende; die Gestalt der Furchtlosigkeit und der Furcht; die vom furchtbaren Klang Bewegte; die Angst und Schrecken Vernichtende.

Die Berauschte; die Gestalt der völlig Berauschten; die das Wesen der Rauschtrunkenheit Verkörpernde; die Ehrwürdige; die Entzückende; die Würde; die Heilvolle; die das Herz Gewinnende.

Die zu Ehrende; die hoch zu Verehrende; die Königin, die Bösewichte Zermalmende; die Vernichterin Mahiṣāsuras; Mātaṅgī; die bei Maya Wohnende [mayavāsinī: Bezug unklar].

Die Honigsüße beziehungsweise Honigtrankgestaltige; die ganz aus Honig Bestehende; die Mudrā; die Gestalt des Mudrikā-Mantras; die Botin der großen Allherrin; die den Mond am Scheitel Leuchten Lassende.

Die Göttin, die Ruhm Verkörpert; die den Yoga-Weg Schenkende; die Yoginī; die durch Yoga Zugängliche; die Herrin des Südens beziehungsweise der Todesmacht; die Yoga-Gestaltige.

Die das Opfer als Leib hat; die ganz aus Yoga Bestehende; die Gestalt des Japa; die Japa zum Wesen Habende; die als Weltalter Benannte; das Ende des Weltalters; die im Yoni-Maṇḍala Wohnende.

Die nicht aus einem Mutterschoß Geborene; der Yogaschlaf; die Yoga-Glückseligkeit Schenkende; Ramā; die stets Rati beziehungsweise Liebesfreude Liebende; die Leidenschaft der Liebesfreude Mehrende.

Die schöne Frau; die aus dem Rāsa-Tanz Entstandene; die Liebliche; die den Rāsa-Tanz Liebende; die Essenz; die sich nach Kampf Sehnende; die im Kampf Weilende; die einen vorzüglichen Schauplatz Schenkende [varāraṅga: Fügung unsicher].

Revatī; die im Kampf Siegende; die aus Rasa Entstandene; deren Fest der Kampf ist; die Ranke; die Gestalt der Anmut; die Verkörperung des Salzozeans.

Die mit Gewürznelkenblüten zu Verehrende; die mit beweglicher Zunge; die Leckende; die Beherrschende; die im Wald Weilende; die Waldblumen Liebende; die Vorzügliche.

Die Herrin der Lebenskraft; die Gestalt der Einsicht; die Einsicht Schenkende; die Erkenntnis zum Wesen Habende; die Besänftigende; die Weißfarbene; Śāṅkarī; die Heilvolles Sprechende.

Die Gestalt der Ruhe [śāmya: auffällige Form]; die Gestalt der Kraft; die im Śakti-Bindu Wohnende; die Herrin von allem; die alles Schenkende; die Mutter von allem; die Nacht.

Śāmbhavī; die Vollendung Schenkende; die Vollendete; die im Klang der Suṣumnā Leuchtende; die inmitten des tausendblättrigen Lotos Weilende; die im tausendblättrigen Lotos Wirkende.

Die Hara Liebe; die von Hara zu Meditierende; die Gestalt des Bījas hūṃ; die Herrin Laṅkās; die Bewegliche; die mit Haaren und Fleisch vollkommen Verehrte.

Die Heilsame; die Wohlergehen Bewirkende; die Schlanke beziehungsweise Nachsichtige; die Gestalt des Milchtropfens; die stets einen umhergeworfenen Geist Verleihende [kṣiptacitta: wörtlicher Befund]; die mit Leinengewändern Spielende.

Die Abgetrennte; die abgetrennte Gestalt; der Hunger; die Gestalt des Lautes kṣaut; die Göttin, die aus allen Lauten Besteht; die alle Fülle Schenkende.

Die Spenderin aller Fülle; die mit Glück und Unglück Geschmückte; die Gestalt von Sattva; die alle Ziele Umfassende; die von allen Göttern vollkommen Verehrte.

Die Herrin von allem; die Mutter von allem; die Allwissende; die gutes Rasa zum Wesen Habende; der Strom beziehungsweise Ozean; Mandākinī; Gaṅgā; die Gestalt der Flüsse und des Meeres.

Die Schönhaarige; die mit gelöstem Haar; Ḍākinī; die von vorzüglicher Farbe und Gestalt; die Erkenntnis Schenkende; der Raum der Erkenntnis; die im Mondkreis Wohnende.

Die Wohnstatt des Raumes; die Ewige; die Gestalt des höchsten Raumes; Annapūrṇā, die Fülle der Nahrung; die große Ewige; die aus dem Rasa Mahādevas Entstandene.

Die Heilvolle; Kālikā; die Wilde; die durch wilden Klang überaus Furchtbare; die Zermalmerin des Asuras Caṇḍa; Cāmuṇḍā; die Beweglichkeit zum Wesen Habende.

Caṇḍī; die mit Haar wie ein Yakschweif; die schwingende Ohrringe Tragende; die stets eine Kopfkette Tragende; die mit abgetrennten Köpfen Spielende.

Die mit dem Schwert in der Hand; die mit dem Kopf in der Hand; die mit gabengewährender Hand; die Gaben Schenkende; die stets Schwert und Schild Tragende; die höchste Trägerin von Schlinge und Elefantenhaken.

Die mit dem Dreizack in der Hand; die mit heilvoller Hand; die sich am Glockenklang Erfreuende; die Bogen und Pfeile Tragende; die Sonnenhafte; die eine Schlange in der Hand Haltende; die Tochter des Berges.

Die Vernichterin Mahiṣāsuras; die Vernichterin Raktabījas; die rote Gestalt; die Rotgliedrige; die Rothändige; die Furcht Schenkende.

Die Dunkle; die den Dharma Tragende; die höchste Trägerin von Schlinge und Elefantenhaken; die stets Bogen und Pfeile Tragende; die Vernichterin Dhūmralocanas.

Die im Höchsten Weilende; die Verkörperung der Gottheit; Śarvāṇī; Śāradā; die Höchste; deren Glieder mit vielerlei Farben geschmückt sind; die die verschiedenen Rāgas Zusammenführende [samāpinī: auch „beendend“ deutbar].

Die mit Tiergewand beziehungsweise Tierhaut Bekleidete; die höchste Trägerin von Blumenwaffen; die mit einer von Perlen verschönten Kette Reich Geschmückte; die mit Perlenketten Spielende.

Die mit goldenen Ohrringen Geschmückte; die auf einem goldenen Löwenthron Sitzende; die Schöngliedrige; die Goldglänzende; Śāmbhavī; die den Wagen zum Wesen Habende.

Die Vidyā des Herrn aller Welten; die Verblendung und Bezauberung Bewirkende; die Heilvollste; die Schöpfungsgestaltige; die von abgeschnittenem Trug Erfüllte [chinnacchadmamayī: Fügung mehrdeutig]; der Trug.

Die stets den abgetrennten Kopf Tragende; die ewige Glückseligkeit Bewirkende; Nandā, die erfreuende Mondtagsgruppe; Pūrṇā, die volle Mondtagsgruppe; Riktā, die leere Mondtagsgruppe; die Mondtage; die volle Sechzehnte.

Kuhū, die Neumondkraft; die Gestalt des Sonnenübergangs; die in den fünf Festzeiten Spielende; die stets die fünf Pfeile Tragende; die Höchste, die Freude am Fünften Schenkt.

Die nach dem Fünfblättrigen Verlangende [pañcapatramabhīlāṣā: grammatisch gestörte Fügung]; die mit den fünf Nektaren Spielende; Pāñcālī; die Göttin des fünften Mondtages; die die fünf roten Substanzen Ausbreitende [im Namensvers nicht näher bestimmt].

Die stets die fünf Pfeile Tragende; die beständig Schenkende; die ganz dem Mitgefühl Ergebene; die stets Fleisch und Ähnliches Liebende; die den Paśus Zugängliche; die höchst Beherrschte beziehungsweise die höchste Herrschaft [pareśitā: unsichere Form].

Die Höchste; das höchste Geheimnis; die von höchster Liebe Bewegte; die dem Kula Zugehörige; die auf dem Keśin-Weg Weilende [Bezug unklar]; die den Kula-Weg Erhellende.

Die Gestalt von Kula und Akula; die ganz aus dem Ozean des Kula Bestehende; das Kula; die Goldene; die Gestalt der Zeit; die die Zeit Erzittern Lassende.

Die Gestalt des Spiels; die Heilvolle; die von Kula und Akula Verehrte; die den Reichtum Kuberas Tragende; die höchste Mutter Kumāras.

Die in Jungfrauengestalt Weilende; die Mutter der Kumārī-Verehrung; die Gazellenäugige; die Göttin; die mit einem Antlitz wie der Herr des Tages, die Sonne; die Unbesiegte.

Die Geringelte; die mit einer Schar von Bananenstauden [kadalīsenā: ungewöhnlicher Name]; die frei von falschem Weg; die Vorzügliche; die mit unendlichen Gestalten; die im Unendlichen Weilende; die im Ozean der Glückseligkeit Wohnende.

Die Göttin, welche Īlā Verkörpert [īlā: so die Vorlage]; die in der Unterscheidung von i und ī Furcht Erregende; Iṅgalā [so die Vorlage, nicht zu Iḍā geändert]; Piṅgalā; die Nāḍī; die Gestalt der Silbe i.

Umā; die Gestalt des Entstehens; die erhöhte Zustände Vernichtende; der Ṛgveda; die ohne Verehrung [nirārādhyā: ungewöhnliche Form]; die durch den Yajurveda vollkommen Verehrte.

Die durch den Sāmaveda Besungene; die den Atharvaveda Sprechende; die Gestalt des Lautes ṛ; der Stern beziehungsweise das Sternbild; die Gestalt des Lautlosen.

Die den Weg von Ahi-Durgā Vollziehende [ahidurgā: Zusammensetzung unklar]; die Gestalt des Lautes i; der Laut oṃ; die im Praṇava Weilende; die Gestalt von oṃ und den folgenden Lauten.

Die im Vorwärts- und Rückwärtsverlauf Weilende; die aus dem Laut tha Entstandene; die mit den Bījas der fünfzig Laute Reich Begabte; die eine Kette aus fünfzig Köpfen Tragende.

Die jeweils als elf Gezählte [pratyekādaśasaṅkhyā: Bezug unklar]; Ṣoḍaśī, die Sechzehnte; Chinnamastakā, die mit abgetrenntem Kopf; die von der sechsfachen jungen Göttin zu Verehrende [ṣaḍaṅgayuvatī: Fügung unklar]; die von der sechsfachen Gliedergestalt Freie.

Die stets vom Sechsgesichtigen als Zuflucht Gesuchte; die Herrin des Alls; die Wohnstatt der sechs Keulen [ṣaḍgadālayā: auffällige Lesung]; die aus dem Mālā-Mantra Bestehende; die Mutter des Mantra-Japa; die vom Rausch Entspannte.

Die Kraft der Herrin des gesamten Alls; die allen Glückseligkeit Schenkende.

Dies sind die vorzüglichen tausend Namen der erhabenen Chinnamastā.

Chinnamasta: Früchte der Rezitation und Abschluss des Tantra

[So wurden die vorzüglichen tausend Namen Chinnamastās] gemäß der Ordnung der Verehrung erklärt, den Übenden zum Heil. Geheim zu halten, geheim zu halten, geheim zu halten sind sie — daran besteht kein Zweifel.

Um Mitternacht sei der Mensch mit gelöstem Haar und voller Hingabe. Nachdem er Japa und Pūjā vollzogen hat, rezitiere er die tausend Namen.

Durch sechsmonatige Übung erlangt er die Vollendung der Vidyā. Auf welche Weise auch immer: Er möge ganz der Hingabe an die Göttin ergeben sein.

Er vermag alle Welten zu lähmen und selbst den [König] zu bezaubern, die göttliche Kraft herbeizuziehen und einen Feind der Göttin zu vernichten. [nājānam ist in der Vorlage unklar; „König“ setzt die naheliegende, aber nicht gesicherte Lesung rājānam voraus.]

Feinde werden zu Dienern, Verfehlungen schwinden dahin, und selbst der Tod wird durch Rezitation und Aussprechen vernichtet, o Geliebte.

Was ließe sich durch die Gunst der Gepriesenen auf Erden nicht vollbringen? Dies ist das höchste Geheimnis, das höchste und große Mittel zum Heil.

Wenn man es am Arm trägt, erlangt man große Vollendung, daran besteht kein Zweifel. Keine Vidyā ist dieser gleich, o große Herrin.

Wer es auch nur einmal studiert und rezitiert, wird zum Herrn aller Vollendungen. Am Kula-Tag, an der Kula-Aṣṭamī, zu Neumond, Sonnenübergang oder Vollmond wer diese Vidyā rezitiert, dessen ganze Frucht höre: Nachdem er hundertachtmal Japa ausgeführt hat, rezitiere er die tausend Namen.

Wenn er die große Göttin mit Hingabe preist, wird er von aller Verfehlung frei. Von allen Verfehlungen befreit, wird er zum Herrn aller Vollendungen.

Am achten Mondtag oder um Mitternacht begebe sich der Mensch an eine Wegkreuzung. Nachdem er eine Bali-Gabe aus Māṣa-Bohnen und gekochter Speise dargebracht hat, rezitiere er die tausend Namen.

Bei dreimonatiger Ausführung [an beziehungsweise mit] sudarśavāmavedyā wird er unbesiegbar, kann jede gewünschte Gestalt annehmen und besitzt große Kraft und Tapferkeit. [Die erste Wortgruppe ist nicht zuverlässig verständlich; sie könnte sich auf einen schönen linken Ritualsitz oder eine weibliche Ritualpartnerin beziehen. Eine verbindliche Handlung lässt sich daraus nicht ableiten.]

Der Mensch rezitiere allein den Namensmantra [im Zusammenhang mit] der Kumārī-Verehrung. Durch die Rezitation dieses Mantras wird er zum Herrn aller Vollendungen. [Die Zusammensetzung kumārīpūjanannāma-mantramātram lässt die genaue Verknüpfung offen.]

So habe ich es dir erklärt, o Göttin. Ein Mensch, der nach allen Vollendungen strebt, wird durch Japa und Lobpreis der großen Göttin von allen Verfehlungen frei.

Dies darf nicht öffentlich bekannt gemacht werden, o Göttin, obwohl alle Götter es verehren. Dieses höchste Geheimnis ist in der Gesellschaft der Paśus verborgen zu halten.

Wer als Sterblicher hier diesen gepriesenen Chinnamastā-Lobgesang rezitiert, die Ursache aller Herrlichkeit, wird reich wie Dhanada, von Königen geachtet, den Menschen eine Zuflucht und ein Kenner der Vollendung.

So ist im ehrwürdigen Viśvasāra-Tantra, im Gespräch zwischen Śiva und Pārvatī, der Hymnus der tausend Namen der erhabenen Chinnamastā vollendet.

So endet im Śāktapramoda das Chinnamastā-Tantra.

Textgrundlage: Śāktapramoda, Muktabodha M00054, Revision 0 vom 9. Februar 2009, CC BY-NC 4.0. Deutsche Arbeitsübersetzung; unsichere Lesarten sind örtlich gekennzeichnet. Eigennamen, Fachbegriffe und nicht wörtlich übersetzbare Mantralaute bleiben erhalten.

Drucker und Verleger:

Khemarāja Śrīkṛṣṇadāsa.

Leiter der Śrīveṃkaṭeśvara-Presse.

Khemarāja-Śrīkṛṣṇadāsa-Straße, Bombay 400 004.

Ausgabe: Jahr 1892, Saṃvat 1949.

Anmerkung: Die Angaben stehen so auf dem im E-Text wiedergegebenen Titelblatt. Die modern wirkende Adresse und die Katalogangaben zu einem Nachdruck sind davon zu unterscheiden; aus diesem Titelblatt allein lässt sich das Jahr des Nachdrucks nicht bestimmen.

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