Rudra Mohana mit einer Andacht für wahrhaftige Ausstrahlung

Aus Yogawiki

Rudra Mohana mit einer Andacht für wahrhaftige Ausstrahlung verbindet das traditionelle Ritual mit einer eigenständigen spirituellen Alternative: Shiva Andacht für wahrhaftige Worte und ruhige Ausstrahlung.

Der Rudra-Mantra spricht das Betören der ganzen Welt ausdrücklich aus. Die Alternative wendet die Aufmerksamkeit der Frage zu, wie deine Worte und dein Auftreten mit deiner tatsächlichen Haltung übereinstimmen können.

Einleitung aus Yoga-Vidya-Sicht

Der Wunsch, anziehend zu wirken, kann Lebensfreude ausdrücken. Er kann aber auch aus der Sorge entstehen, ohne Bewunderung wertlos zu sein. Mohana meint in den folgenden Quellen Betörung. Yoga richtet den Blick auf Wahrhaftigkeit, Herzenswärme und eine Ausstrahlung, die aus innerer Zufriedenheit wächst. Du darfst dich schön machen, freundlich auftreten und Selbstvertrauen entwickeln; die Freiheit und Klarheit anderer Menschen bleiben dabei geachtet.

Swami Sivananda empfiehlt, Liebe durch gute Gedanken und tätiges Wohlwollen zu entwickeln. Eine geschickte Selbstdarstellung ersetzt das nicht. Wer andere an sich binden will, verstärkt leicht die eigene Abhängigkeit von ihrer Reaktion. Die traditionelle Betörungsanwendung wird bei Yoga Vidya nicht ausgeführt. Danach folgt ein eigenständiges Ritual, das Freude, aufrichtige Begegnung und Selbstannahme stärkt.

Das traditionelle Ritual

Angerufene Gottheit: Rudra

Vorbereitung und Umfang
Rudra-Bild oder innere Vergegenwärtigung, Sitz und Mala. Die Quelle nennt 10.000 vorbereitende Wiederholungen und 108 für die einzelne Anwendung. Die verschiedenen äußeren Rezepte des Kapitels sind nicht eine gemeinsame Mischung.

Mantra
oṃ namo bhagavate rudrāya sarvajaganmohanaṃ kuru kuru svāhā

Übersetzung und Bedeutung: Om. Verehrung dem erhabenen Rudra. Bewirke, bewirke die Betörung der ganzen Welt. Svāhā.

Ritualabfolge

  1. Richte den Sitz her und vergegenwärtige Rudra. Wähle die ausgeschriebene Rudra-Formel; die im Kapitel ebenfalls genannte Kamadeva-Formel ist eine Alternative und wird nicht angehängt.
  2. Rezitiere die Formel zur Vorbereitung 10.000-mal. Eine Sitzung kann einen Teil dieses Umfangs enthalten; notiere die tatsächlich gezählten Wiederholungen.
  3. Der Text ordnet den anschließenden einzelnen Anwendungen 108 Wiederholungen zu. Sprich dabei jeweils die vollständige Formel bis svāhā.
  4. Im Kapitel wird Mohana unter anderem mit einem Tilaka verbunden. Einige dortige Stoffrezepte sind gesundheitlich bedenklich und werden hier nicht zur Herstellung angeleitet. Der Japa-Anteil kann ohne diese äußeren Mittel nachvollzogen werden.
  5. Beende die Rezitation in ruhiger Haltung. Ein zusätzliches Rudra-Dhyana mit genau festgelegten Attributen enthält dieser Kapitelabschluss nicht.

Spirituelle Alternative: Shiva Andacht für wahrhaftige Worte und ruhige Ausstrahlung

Die folgende Andacht ist eine neu zusammengestellte Praxis im Sinne von Yoga Vidya. Dauer und Wiederholungszahlen sind Vorschläge für diese Fassung; sie ist keine festgelegte Yoga-Vidya-Liturgie.

Gottheit: Shiva
Vorbereitung: Dauer etwa 20 Minuten. Shiva-Bild, eine Blüte, ein Glas Trinkwasser, Papier, Stift und Mala. 108 Wiederholungen.

Mantra
oṃ namaḥ śivāya

Bedeutung: Om. Verehrung Shiva, dem Gütigen und Glückverheißenden.

Zählweise: Eine Wiederholung umfasst die ganze ausgeschriebene Formel. Die unten beschriebene Folge umfasst insgesamt 108 Wiederholungen dieses Mantras.

1. Ankommen und Sankalpa
Richte den beschriebenen Platz her, wasche die Hände und nimm eine bequeme Haltung ein. Lass fünf Atemzüge ruhig kommen und gehen. Formuliere dann den Sankalpa:

„Mögen mein Denken, meine Worte und mein Handeln miteinander übereinstimmen. Möge meine Gegenwart freundlich und wahrhaftig sein.“

2. Eine ehrliche Formulierung finden
Lege die Blüte nieder. Schreibe einen Satz auf, den du häufig sagst, um Eindruck zu machen. Schreibe darunter eine einfache, ehrliche Formulierung derselben Sache.

3. 54 Wiederholungen
Rezitiere das Shiva-Mantra 54-mal. Richte dich innerlich auf einen ruhigen, klaren Ausdruck aus; der Atem bleibt frei.

4. Wahrhaftiges Sprechen üben
Lies die ehrliche Formulierung leise vor. Sprich sie ein zweites Mal langsam, mit einer kurzen Pause am Ende. Bemühe dich um Verständlichkeit, nicht um besondere Wirkung.

5. Weitere 54 Wiederholungen
Rezitiere weitere 54-mal. Vergegenwärtige Shiva in Stille und lass den Wunsch nach Beifall vorübergehend ruhen.

6. Stille und Zuhören
Übe vier Minuten Meditation. Frage dich danach, ob du im nächsten Gespräch eine Frage stellen und die Antwort wirklich anhören kannst.

7. Die Aufrichtigkeit bekräftigen
Verneige dich und nimm einen Schluck aus dem bereitgestellten Glas Trinkwasser.

8. Segensabschluss
Sprich zum Abschluss einmal: oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ
Bedeutung: Om. Frieden, Frieden, Frieden. Lass den Klang ausklingen. Nimm die Füße, Hände und den Raum wahr und kehre in Ruhe in den Alltag zurück.

Räume nach dem Segensabschluss den Platz auf. Bewahre die ehrliche Formulierung auf, wenn sie dir im Alltag hilft.

Abschluss: Die Praxis ins Leben tragen

Eine tragfähige Ausstrahlung wächst aus Verlässlichkeit. Probiere die einfache Formulierung in einer passenden Situation aus. Anerkennung darf dich freuen; sie muss dein Verhalten nicht regieren.

Quellen und Anregungen

Siehe auch

Seminare

Die Hinweise betreffen allgemeine spirituelle Praxis.

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