Ramarasa

Ramarasa (Sanskrit: rāmarasa m.) = der Geschmack von Rama, die Süße des Namens Rama.
Ramarasa ist ein wunderschöner, vielschichtiger Begriff aus dem Sanskrit, der sich aus zwei Teilen zusammensetzt: „Rama“ und „rasa“. „Rama“ ist nicht nur der Name des göttlichen Prinzen und einer der beliebtesten Inkarnationen Vishnus, sondern bedeutet wörtlich „der Erfreuende“, „der Bezaubernde“ oder „der in dem man ruht“. „Rasa“ hingegen ist ein zentraler Begriff in der indischen Ästhetik und Spiritualität – es bedeutet „Essenz“, „Saft“, „Geschmack“ oder „höchste emotionale Schwingung“. Zusammengenommen meint Ramarasa also den „göttlichen Nektar der Essenz Ramas“ oder die „berauschende, ekstatische Süße der Hingabe an das Göttliche“.
Im Kontext des Bhakti Yoga, dem Yoga der Hingabe, ist Ramarasa die Erfahrung, wenn dein Herz vollkommen aufgeht in der Liebe zu Rama – oder zu dem Göttlichen in seiner persönlichen, liebevollen Form. Es ist nicht nur ein intellektuelles Verstehen, sondern ein unmittelbares, sinnlich-spirituelles Erleben. Stell es dir vor wie einen Geschmack, der deinen ganzen Körper durchströmt, wenn du ein Lied singst, das deine Seele berührt. Oder wie die Stille, die sich ausbreitet, wenn du nach langer Praxis plötzlich spürst: „Ich bin zu Hause. Ich bin geliebt. Ich bin eins mit dem Ganzen.“ Dieser Zustand ist Ramarasa – ein Glück, das nicht von äußeren Umständen abhängt, das aus der Tiefe deines Seins aufsteigt.
In der Yogapraxis begegnet dir Ramarasa vielleicht nicht in einer komplizierten Asana, sondern eher in Momenten der Hingabe. Wenn du zum Beispiel am Ende einer Yogastunde in Savasana liegst und der Lehrer ein Mantra wie „Rama Rama“ oder „Sri Ram Jai Ram Jai Jai Ram“ summt. Vielleicht spürst du plötzlich eine Welle von Wärme in der Brust, ein leichtes Lächeln auf den Lippen, eine Träne der Rührung – das ist Ramarasa. Es ist der Geschmack der Gegenwart des Göttlichen in dir.