Prapada Aranya Japa
Prapada Aranya Japa – im Wald Zuflucht zu Wahrheit, Vertrauen und geistiger Kraft nehmen ist ein samavedischer Rückzug für Menschen, die geistige Klarheit und würdige Ausstrahlung vertiefen möchten. Das Khadira Grihya Sutra lässt die übende Person im Wald auf nach Osten gerichteten Grashalmen sitzen und das Prapada-Gebet murmeln. Sein Inhalt verbindet innere Disziplin mit Wahrhaftigkeit, Geduld, Großzügigkeit und Zuflucht zum großen Selbst. Die traditionelle Zielbezeichnung Brahmavarchas meint die aus heiligem Lernen und Lebensführung erwachsende geistige Leuchtkraft.
Die Anleitung folgt der samavedischen Hausüberlieferung und setzt Vertrautheit mit der vedischen Rezitation voraus. Die Person spricht selbst. Ein besonderer Festtag ist nicht genannt; die allgemeinen Regeln des Sutra bevorzugen für solche nicht eigens terminierten Handlungen den Vormittag in der hellen Monatshälfte während des nördlichen Sonnenlaufes.
Vorbereitung
Wähle einen ruhigen Waldplatz, an dem du ungestört und ohne Beschädigung der Umgebung sitzen kannst. Bereite Darbha-Gras als Sitzunterlage vor und richte seine Spitzen nach Osten aus. Eine zusätzliche dünne Matte darunter ist eine praktische Sitzhilfe; die Richtungsangabe bezieht sich auf die Grashalme.
Das Sutra stellt vor seine Wunschriten die allgemeine Regel, zunächst drei oder sechs Mahlzeiten auszulassen. Für diese Hauptfassung wird die ausdrücklich zugelassene kürzere Möglichkeit gewählt: drei aufeinanderfolgende gewöhnliche Mahlzeiten vor Beginn auslassen. Bei täglich wiederholter Praxis gehört diese Vorbereitung nach IV.1.2 nur an den Anfang. Das ist eine überlieferte Gelübdevorbereitung, keine allgemeine Empfehlung für den Alltag. Der Abschnitt fordert für diesen Waldjapa kein Wasserfasten und kein vierzehntägiges Fasten; die anschließend beschriebene vierzehntägige Übung gehört zu einer anderen Handlung.
Reinige dich vor dem Aufbruch. Die allgemeine Reinheitsordnung des Sutra beschreibt Achamana: dreimal wenig sauberes Wasser schlucken, den Mundrand zweimal abwischen, Füße und Kopf benetzen, dann Augen, Nase und Ohren mit feuchten Fingern berühren und zuletzt erneut Wasser berühren. Für diese Reinigung werden hier keine gesprochenen Mantras vorgeschrieben.
Die Waldandacht
1. Den Sitz einnehmen
Setze dich mit Blick nach Osten auf die vorbereiteten Halme. Lass das Anliegen einfach werden: Du suchst Klarheit und einen Lebenswandel, der deinem Lernen entspricht. Eine freie deutsche Formulierung dieses Anliegens ist möglich; sie ist kein zusätzlicher Quellentext.
2. Das Zufluchtsgebet murmeln
Sprich den folgenden zusammenhängenden Text leise und verständlich. Die Quelle verlangt Japa, nennt für diesen eigenständigen Waldritus jedoch keine Anzahl. Rezitiere zunächst einmal vollständig; weitere Wiederholungen können als persönliche Übungsentscheidung anschließen.
IAST
tapaśca tejaśca śraddhā ca hrīśca satyaṃ cākrodhaśca tyāgaśca dhṛtiśca dharmaśca |
satvaṃ ca vākca manaścātmā ca brahma ca tāni prapadye tāni māmavantu |
bhūrbhuvaḥ svar oṃ mahāntamātmānaṃ prapadye ||
Devanagari
तपश्च तेजश्च श्रद्धा च ह्रीश्च सत्यं चाक्रोधश्च त्यागश्च धृतिश्च धर्मश्च ।
सत्वं च वाक्च मनश्चात्मा च ब्रह्म च तानि प्रपद्ये तानि मामवन्तु ।
भूर्भुवः स्वर् ओं महान्तमात्मानं प्रपद्ये ॥
Bedeutung
Innere Disziplin und Leuchtkraft, Vertrauen und sittsame Scheu, Wahrheit, Freiheit von Zorn, Loslassen, Standhaftigkeit und Dharma;
Lebenskraft, Rede, Geist, Selbst und Brahman: Zu ihnen nehme ich Zuflucht, sie mögen mich behüten.
Erde, Luftraum, Himmel, Om: Zum großen Selbst nehme ich Zuflucht.
Eine Atemanhaltung wird für diese selbstständige Waldanweisung nicht verlangt. Die Verwendung desselben Gebets innerhalb einer Feuerzeremonie hat dort zusätzliche Handlungen; sie werden nicht automatisch in diesen Waldjapa übertragen.
3. In Stille abschließen
Bleibe nach der Rezitation einen Augenblick ruhig sitzen. Stehe anschließend auf und nimm die Unterlage wieder mit. Das Sutra schreibt für diesen einzelnen Japa kein Homa und keine besondere Schlussgabe vor. Die stille Sammlung und das saubere Verlassen des Platzes sind praktische Ergänzungen zum Abschluss.
Das Gebet weitertragen
Wähle als heutige Vertiefung eine der angerufenen Haltungen für den folgenden Tag: wahrhaftig sprechen, Zorn nicht nähren oder eine hilfreiche Gabe loslassen. Das Gebet richtet sich nicht allein auf ein angenehmes Gefühl im Wald. Seine Worte erinnern daran, dass geistige Ausstrahlung im Umgang mit anderen Menschen Gestalt annimmt.
Quellen
- Khadira Grihya Sutra, Hermann Oldenberg, The Grihya-Sutras, Teil I, Sacred Books of the East 29 (1886), Sanskrittext und Übersetzung. Lesbare Ausgabe.
- Khadira Grihya Sutra IV.1.1–8 und I.1.2, 7–10. Hauptvollzug IV.1.7–8; Mantrabrahmana II.4.5: Sanskrittext. Die Schlusswendung lautet in dieser Fassung svar oṃ; sie wird nicht durch die häufige Form svaḥ ersetzt.