Nirjhara Dana – Reis unter fließendem Wasser für Familiensegen darbringen

Aus Yogawiki

Nirjhara Dana – Reis unter fließendem Wasser für Familiensegen darbringen macht den ununterbrochenen Wasserfluss zum Bild für fortdauernde Nachkommenschaft und reichliche Nahrung. Eine Frau benetzt Reis mit fließendem Wasser, füllt damit ein Gefäß und verschenkt es mit einem Tuch bedeckt an Makara Sankranti. Der Name Nirjhara bezeichnet eine Quelle oder einen Wasserfall; die Bewegung des Wassers prägt diese besondere Reisgabe.

Nirjhara Dana gehört zu den Schenkungsriten zum Sonnenübergang im Puja Samuccaya von Vasudeva Lakshmana Panshikar. Diese Smarta-Hausfassung nennt Frauen als Ausführende. Der Anlass ist der Eintritt der Sonne in Makara; Festtag und örtliche Festzeit werden dem Panchanga entnommen. Eine zusätzliche feste Uhrzeit schreibt der kurze Einzelritus nicht vor.

Der Sonnenübergang an Makara Sankranti ist der Anlass dieser Festgabe.

Vorbereitung

Ein sauberer Platz zu Hause eignet sich für die Vorbereitung und Übergabe; einen Tempelbesuch schreibt der Einzelabschnitt nicht vor. Die gebende Frau spricht den Entschluss und das Schenkungsgebet; die Ordnung nennt für diesen Einzelritus keine besondere Aufgabe einer Priesterleitung. Die gemeinsame Anfangsregel nennt einen Brahmanen als Empfänger. Die Einbeziehung anderer Empfänger ist als heutige Erweiterung möglich; sie ist von der genannten historischen Empfängerregel zu unterscheiden.

Bereite vor: Reis im traditionellen Volumenmaß eines Prastha, ein Gefäß dieser Fassungsgröße, sauberes fließendes Wasser, ein Sieb beziehungsweise eine Auffanghilfe und ein sauberes Tuch zum Bedecken. Hinzu kommen eine frische Blüte für die schlichte Ehrung und eine gesonderte Geldgabe.

Ablauf der Schenkung

1. Die besondere Gabe bereiten
Miss den Reis mit einem Prastha-Maß ab. Seine historische Größe ist regional verschieden; für eine heutige Hausausführung kannst du ein vorher festgelegtes Gefäß als dein Volumenmaß verwenden und diese Anpassung bewusst vornehmen. Benetze beziehungsweise spüle den Reis unter einem ununterbrochenen sauberen Wasserstrahl und beende den Wasserfluss, sobald der Reis benetzt ist. Fülle den Reis danach in das Geschenkgefäß. Ein Wasserhahn ist eine heutige häusliche Möglichkeit für den im Vers genannten Wasserfluss. Bedecke das Gefäß mit dem Tuch.

2. Ort, Fest und Anliegen nennen
Nenne Ort, Datum und Makara Sankranti. Sprich dann den gemeinsamen Anfang des Sankalpa, mit dem das Handbuch seine Schenkungsordnung eröffnet:

mama śrīsavitṛprītidvārā sakalapāpakṣayapūrvakaṃ iha janmani janmāṃtare ca sthirasaubhāgyakulābhivṛddhidhanadhānyasamṛddhidīrghāyuḥ puṣṭimahaiśvaryamaṃgalābhyudayasukhasaṃpadādikalpoktaphalasiddhaye asminmakarasaṃkramapuṇyaparvakāle

Bedeutung: Durch das Wohlgefallen des erhabenen Sonnengottes Savitar und nach Aufhebung aller Verfehlungen, zur Erlangung der in der Ritualordnung genannten Früchte für mich in diesem und in künftigen Leben: beständiges eheliches Wohlergehen, Gedeihen der Familie, Reichtum an Geld und Getreide, langes Leben, Nahrung und Stärkung, große Fülle, glückverheißender Aufstieg, Freude und Glück – zu dieser heiligen Festzeit des Sonnenübergangs in Makara.

Schließe den Entschluss für diese Gabe in der folgenden deutschen Sinnfassung ab:

„Ich werde dieses Gefäß mit unter fließendem Wasser benetztem Reis und seinem Tuch verschenken. Ich bitte um fortdauernde gute Nachkommenschaft und reichliche Nahrung.“

Diese deutschen Worte führen das jeweilige Anliegen der Quelle aus. Sie sind eine heutige verständliche Fassung der teilweise abgekürzten Entschlussformeln des Handbuchs.

3. Gabe und empfangende Person ehren
Begrüße die empfangende Person beziehungsweise die eingeladenen Menschen respektvoll. Ehre die Gabe und ihre Empfänger, wie es die gemeinsame Regel verlangt. Als schlichte häusliche Ausführung kannst du die Blüte zur Gabe legen und die Menschen freundlich willkommen heißen. Dieser Blumengruß konkretisiert die nicht näher ausgeführte Ehrung; Lebensmittel und Gebrauchsflächen bleiben sauber.

4. Das Schenkungsgebet sprechen und die Gabe überreichen
Sprich vor dem bedeckten Gefäß den Vers und überreiche Gefäß, Reis und Tuch gemeinsam. Teile dem Empfänger mit, dass der Reis bereits feucht ist und zeitnah gekocht werden soll.

pravahannirjharaklinnataṃḍulaprasthapūritaṃ|
vastracchannaṃ dade pātraṃ vaṃśavṛddhyannapūrtidaṃ||

Bedeutung: Ich schenke dieses mit einem Prastha Reis gefüllte, mit einem Tuch bedeckte Gefäß. Der Reis ist vom fließenden Quellwasser benetzt; die Gabe diene dem Gedeihen der Familie und reichlicher Nahrung.

5. Mit der Geldgabe abschließen
Überreiche die gesonderte Dakshina; bei mehreren Empfängern verteilst du sie angemessen. Damit wird die gemeinsame Schenkungsordnung des Handbuchs abgeschlossen. Danke für die Annahme. Die übergebenen Gaben gehören den Beschenkten und bleiben ihnen zur Verwendung. Räume den Platz auf; die Blüte kann kompostiert werden.

Das Bild des stetigen Fließens kann dich anschließend daran erinnern, Fürsorge verlässlich werden zu lassen: eine regelmäßige Hilfe für einen Angehörigen oder eine wiederkehrende Lebensmittelgabe. Dies ist eine heutige Vertiefung der überlieferten Segensbitte.

Zusammenhängende Rezitation

Die folgenden Fassungen enthalten den gemeinsamen Anfang des Entschlusses und das vollständige Schenkungsgebet. Der deutsche Abschluss des Entschlusses und die jeweiligen Handlungen stehen im Ablauf.

IAST

Gemeinsamer Beginn des Entschlusses
mama śrīsavitṛprītidvārā sakalapāpakṣayapūrvakaṃ iha janmani janmāṃtare ca sthirasaubhāgyakulābhivṛddhidhanadhānyasamṛddhidīrghāyuḥ puṣṭimahaiśvaryamaṃgalābhyudayasukhasaṃpadādikalpoktaphalasiddhaye asminmakarasaṃkramapuṇyaparvakāle

Deutscher Abschluss: „Ich werde dieses Gefäß mit unter fließendem Wasser benetztem Reis und seinem Tuch verschenken. Ich bitte um fortdauernde gute Nachkommenschaft und reichliche Nahrung.“

Schenkungsgebet
pravahannirjharaklinnataṃḍulaprasthapūritaṃ|
vastracchannaṃ dade pātraṃ vaṃśavṛddhyannapūrtidaṃ||

Devanagari

Gemeinsamer Beginn des Entschlusses
मम श्रीसवितृप्रीतिद्वारा सकलपापक्षयपूर्वकं इह जन्मनि जन्मांतरे च स्थिरसौभाग्यकुलाभिवृद्धिधनधान्यसमृद्धिदीर्घायुः पुष्टिमहैश्वर्यमंगलाभ्युदयसुखसंपदादिकल्पोक्तफलसिद्धये अस्मिन्मकरसंक्रमपुण्यपर्वकाले

Deutscher Abschluss: „Ich werde dieses Gefäß mit unter fließendem Wasser benetztem Reis und seinem Tuch verschenken. Ich bitte um fortdauernde gute Nachkommenschaft und reichliche Nahrung.“

Schenkungsgebet
प्रवहन्निर्झरक्लिन्नतंडुलप्रस्थपूरितं।
वस्त्रच्छन्नं ददे पात्रं वंशवृद्ध्यन्नपूर्तिदं॥

Deutsche Bedeutung

Durch das Wohlgefallen des erhabenen Sonnengottes Savitar und nach Aufhebung aller Verfehlungen, zur Erlangung der in der Ritualordnung genannten Früchte für mich in diesem und in künftigen Leben: beständiges eheliches Wohlergehen, Gedeihen der Familie, Reichtum an Geld und Getreide, langes Leben, Nahrung und Stärkung, große Fülle, glückverheißender Aufstieg, Freude und Glück – zu dieser heiligen Festzeit des Sonnenübergangs in Makara.

Abschluss: „Ich werde dieses Gefäß mit unter fließendem Wasser benetztem Reis und seinem Tuch verschenken. Ich bitte um fortdauernde gute Nachkommenschaft und reichliche Nahrung.“

Ich schenke dieses mit einem Prastha Reis gefüllte, mit einem Tuch bedeckte Gefäß. Der Reis ist vom fließenden Quellwasser benetzt; die Gabe diene dem Gedeihen der Familie und reichlicher Nahrung.

Quelle und weitere Praxis

Der Abschnitt erklärt die gemeinsame Ordnung aus Entschluss, Ehrung der Gabe und der empfangenden Person sowie abschließender Dakshina ausdrücklich auch für die nachfolgenden Einzelgaben. Die deutschen Schlussworte des Entschlusses und die als solche beschriebenen häuslichen Handhabungen sind praktische Ausführungen dieser kurzen Ordnung.

Siehe auch: Dana, Makara Sankranti, Surya, Karma Yoga.

20.12.2026 - 20.12.2026 Gita Jayanti

Die Bhagavad Gita hat Geburtstag. Immer Ende November bis Mitte Dezember, abhängig von der Mondphase, wird Gita Jayanti gefeiert. Wir wollen den Geburt…
Vani Devi Beldzik
26.12.2026 - 02.01.2027 Indische Rituale Ausbildung

Du interessierst dich für indische Rituale? Du hast die einzigartige Gelegenheit, in dieser Rituale Ausbildung bei Yoga Vidya die kleine Puja, große P…
Sukadev Bretz, Shankari Winkelbauer
01.12.2026 - 01.12.2026 Mantra-Konzert

Aleah Gandarvika & Friends
18:45-19:45 Uhr
Aleah Gandarvika
04.12.2026 - 06.12.2026 Bhakti Yin Yoga meets Metta und Dharma

Tauche ein in eine außergewöhnliche tiefe Praxis des Bhakti Yin Yoga mit der Weisheit des Dharma und der liebenden Güte von Metta vereint. Wir laden …
Marco Büscher, Melanie Bhavani Bergweiler