Nila Shraddha – achtundzwanzig Gaben für vergessene und leidende Verstorbene

Aus Yogawiki

Nila Shraddha – achtundzwanzig Gaben für vergessene und leidende Verstorbene richtet die Fürsorge für Verstorbene ausdrücklich auch auf Menschen, an die sonst niemand mehr denkt: Kinder, die vor der Geburt starben, Menschen ohne Angehörige, Opfer von Gewalt und Menschen, die schweres Leid erfahren oder selbst Unrecht getan haben. Bei diesem Nila Shraddha werden achtundzwanzig blau gefärbte Gerstengaben mit jeweils einem eigenen Gebet dargebracht. Die Fassung im Shraddha Prayoga Sangraha führt sie auf Rudradharas Preta Taranga zurück.

Der Ritus gehört gewöhnlich zum Vrishotsarga am elften Tag nach einem Todesfall. Die hier vollständig angeleitete Gerstengabenfolge wird dort von dem verantwortlichen Angehörigen, dem Karta, unter priesterlicher Leitung ausgeführt. Sie ist innerhalb dieser Trauerordnung ein eigener Shraddha-Abschnitt; das gesamte Vrishotsarga mit seinen weiteren Handlungen ist damit nicht ersetzt. Ein gesonderter Ort oder eine feste Uhrzeit wird für diesen Abschnitt nicht festgelegt: Er findet am dafür vorbereiteten Ahnenplatz der Gesamtzeremonie statt.

Vorbereitung

Bereite achtundzwanzig kleine Kugeln aus Gerstenmehl, Sesam, Ghee (bzw. Pflanzenöl), Honig und Zucker. Für eine heutige vegane Praxis kann auch der Honig durch Pflanzensirup ersetzt werden. Färbe die Kugeln mit geeigneter blauer Lebensmittelfarbe; verwende keine nicht essbaren Farbstoffe. Pflanzenöl und Sirup sind heutige Alternativen, keine Änderung der Sanskritgebete. Lege eine geeignete Unterlage für die achtundzwanzig Gaben bereit.

Der Karta sitzt nach Süden. Die heilige Schnur liegt in Apasavya über der rechten Schulter. Vor Beginn benennt die Ritualleitung den verstorbenen Elternteil, sein Gotra und den Tag der Gesamtzeremonie. Der folgende deutsche Sankalpa ist eine sinngemäße Praxisfassung der variablen Sanskritansage: „Am elften Trauertag vollziehe ich für meinen verstorbenen Vater beziehungsweise meine verstorbene Mutter dieses Nila-Vrishabha-Shraddha im Zusammenhang des Vrishotsarga. Möge die Gabe den Verstorbenen auf seinem weiteren Weg stärken und den im Gebet eingeschlossenen Wesen zugutekommen.“

Die achtundzwanzig Gaben

Einleitende Fürbitte
Sprich vor der ersten Gabe:


naro ye cātra tiṣṭhanti patitāḥ pitṛ bāndhavāḥ |
teṣāṁ bhavat vayaṁ trātā nīlomukto yathāvidhi ||

नरो ये चात्र तिष्ठन्ति पतिताः पितृ बान्धवाः ।
तेषां भवत् वयं त्राता नीलोमुक्तो यथाविधि ॥

Der Sinn der Fürbitte ist: Den gefallenen Menschen und verstorbenen Angehörigen soll Hilfe zukommen; die im Ritus vollzogene Freigabe des Stieres möge sie schützen. Der Vers verbindet die folgende Gabenfolge mit dem Freigaberitus des Stieres.

Je ein Gebet mit einer Gabe
Lege bei jedem der folgenden Verse genau eine Kugel auf die vorbereitete Unterlage. Sprich stets den ganzen Vers einschließlich der Schlusszeile. Die Ziffern dienen der Zuordnung der achtundzwanzig Gaben und werden nicht mitrezitiert. Die Vorstellungen von leidvollen Jenseitszuständen sind die Bildsprache der Fürbitte: In keiner Lage soll ein Wesen von Hilfe ausgeschlossen sein.

1. Gabe


pitṛ pakṣāśca ye kecidye cānye mātṛ pakṣakāḥ |
guru śvaśura bandhūnāṁ ye kuleṣu samudbhavāḥ |
te sarve tṛptim āyāntu nīla piṇḍaṁ dadāmyaham ||

पितृ पक्षाश्च ये केचिद्ये चान्ये मातृ पक्षकाः ।
गुरु श्वशुर बन्धूनां ये कुलेषु समुद्भवाः ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Die Verstorbenen der väterlichen und mütterlichen Linie sowie der Familien von Lehrern, Schwiegereltern und Verwandten mögen alle Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


2. Gabe


ye cānye lupta piṇḍāśca putra dāra vivarjitāḥ |
te sarve tṛptim āyāntu nīla piṇḍaṁ dadāmyaham ||

ये चान्ये लुप्त पिण्डाश्च पुत्र दार विवर्जिताः ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Die Verstorbenen, für die keine Reisgaben mehr dargebracht werden und die ohne Kinder oder Ehepartner geblieben sind, mögen alle Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


3. Gabe


ābrahmaṇe ye pitṛ vaṁśa jātā mātus tathā vaṁśa bhavā madīyāḥ |
kule-dvaye ye mama vaṁśa-bhūtā bhṛtyās tathaivāśrita sevakāśca |
te sarve tṛptim āyāntu nīla piṇḍaṁ dadāmyaham ||

आब्रह्मणे ये पितृ वंश जाता मातुस् तथा वंश भवा मदीयाः ।
कुले-द्वये ये मम वंश-भूता भृत्यास् तथैवाश्रित सेवकाश्च ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Alle Angehörigen meiner väterlichen und mütterlichen Linie bis zu den frühesten Ursprüngen, ebenso Dienende und Menschen, die bei den beiden Familien Schutz fanden, mögen alle Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


4. Gabe


janmāntare ye mama saṅgatāśca tebhyaḥ svadhā piṇḍam idaṁ dadāmi |
te sarve tṛptim āyāntu nīla piṇḍaṁ dadāmyaham ||

जन्मान्तरे ये मम सङ्गताश्च तेभ्यः स्वधा पिण्डम् इदं ददामि ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Allen, die in früheren Leben mit mir verbunden waren, bringe ich diese Ahnen- und Reisgabe dar. Sie mögen alle Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


5. Gabe


ye bāndhavā bāndhavāvā ye’nya janmani bāndhavāḥ |
akāle’pagatā ye ca jātyandhā paṅgavas tathā |
te sarve tṛptim āyāntu nīla piṇḍaṁ dadāmyaham ||

ये बान्धवा बान्धवावा ये’न्य जन्मनि बान्धवाः ।
अकाले’पगता ये च जात्यन्धा पङ्गवस् तथा ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Verwandte und in anderen Leben Verwandte, vorzeitig Verstorbene sowie Verstorbene, die blind geboren waren oder mit einer Gehbehinderung lebten, mögen alle Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


6. Gabe


virūpā āma-garbhāśca jñātājñātāḥ kule mama |
āmagarbhāśca ye kecid āgatā mukha-gocare |
te sarve tṛptim āyāntu nīla piṇḍaṁ dadāmyaham ||

विरूपा आम-गर्भाश्च ज्ञाताज्ञाताः कुले मम ।
आमगर्भाश्च ये केचिद् आगता मुख-गोचरे ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Bekannte und unbekannte Verstorbene meiner Familie, auch Menschen mit körperlichen Fehlbildungen und Kinder, die vor ihrer Geburt starben, mögen alle Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


7. Gabe


vṛṣa yoni gatā ye ca kīṭakādi pataṅgakāḥ |
te sarve tṛptim āyāntu nīla piṇḍaṁ dadāmyaham ||

वृष योनि गता ये च कीटकादि पतङ्गकाः ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Alle, die als Rinder oder als kleine Tiere, Insekten und geflügelte Wesen wiedergeboren wurden, mögen Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


8. Gabe


narake raurava jātāḥ kumbhipāke ca ye gatāḥ |
te sarve tṛptim āyāntu nīl piṇḍaṁ dadāmyaham ||

नरके रौरव जाताः कुम्भिपाके च ये गताः ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील् पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Alle, die in die Leidenswelten Raurava und Kumbhipaka gelangt sind, mögen Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


9. Gabe


tapta taila ca kṣīpyante yama loke mahābhaye |
te sarve tṛptim āyāntu nīla piṇḍaṁ dadāmyaham ||

तप्त तैल च क्षीप्यन्ते यम लोके महाभये ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Alle, die in der furchtbaren Welt Yamas in heißes Öl geworfen werden, mögen Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


10. Gabe


pīḍyante kiṅkarair ye ca su-dṛḍam ikṣu-kāṇḍavat |
te sarve tṛptim āyāntu nīla piṇḍaṁ dadāmyaham ||

पीड्यन्ते किङ्करैर् ये च सु-दृडम् इक्षु-काण्डवत् ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Alle, die von den Dienern Yamas hart bedrängt werden wie Zuckerrohr unter der Presse, mögen Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


11. Gabe


jalena pīḍitāḥ paṅke yama dūtair mahābalaiḥ |
te sarve tṛptim āyāntu nīla piṇḍaṁ dadāmyaham ||

जलेन पीडिताः पङ्के यम दूतैर् महाबलैः ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Alle, die in Wasser und Schlamm von mächtigen Boten Yamas gequält werden, mögen Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


12. Gabe


yantra madhye prapīḍyante preta pīḍā vyavasthitāḥ |
te sarve tṛptim āyāntu nīla piṇḍaṁ dadāmyaham ||

यन्त्र मध्ये प्रपीड्यन्ते प्रेत पीडा व्यवस्थिताः ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Alle, die in Zwangs- und Martervorrichtungen leiden oder dem Leiden des Preta-Zustandes ausgesetzt sind, mögen Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


13. Gabe


kuṣtāpasmara lūtābhir jalodara bhagandaraiḥ |
te sarve tṛptim āyāntu nīla piṇḍaṁ dadāmyaham ||

कुष्तापस्मर लूताभिर् जलोदर भगन्दरैः ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Alle, die unter schweren Hautleiden, Fallsucht, Vergiftungen, Wassersucht oder Fisteln gelitten haben, mögen Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


14. Gabe


gaṇḍa mālā pāṇdurogaiḥ kṣaya vyādhi mṛtāśca ye |
te sarve tṛptim āyāntu nīla piṇḍaṁ dadāmyaham ||

गण्ड माला पाण्दुरोगैः क्षय व्याधि मृताश्च ये ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Alle, die an Drüsenschwellungen, bleichmachenden Erkrankungen, Auszehrung und anderen Krankheiten gestorben sind, mögen Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


15. Gabe


kārāgṛhe mṛtā ye ca vyāghra bhītī hatās tathā |
te sarve tṛptim āyāntu nīla piṇḍaṁ dadāmyaham ||

कारागृहे मृता ये च व्याघ्र भीती हतास् तथा ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Alle, die im Gefängnis starben, von Tigern getötet wurden oder in Todesangst umkamen, mögen Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


16. Gabe


caṇḍālair nihatā mārge aśauca śayane mṛtāḥ |
te sarve tṛptim āyāntu nīla piṇḍaṁ dadāmyaham ||

चण्डालैर् निहता मार्गे अशौच शयने मृताः ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Alle, die unterwegs durch Gewalttäter getötet wurden oder auf einem unreinen Lager starben, mögen Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


17. Gabe


brahma-svāhāriṇo ye ca surāpā brahma-hāriṇaḥ |
te sarve tṛptim āyāntu nīl piṇḍaṁ dadāmyaham ||

ब्रह्म-स्वाहारिणो ये च सुरापा ब्रह्म-हारिणः ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील् पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Alle, die sich Besitz der Brahmanen aneigneten, berauschendes Getränk tranken oder gegen das Heilige vergingen, mögen Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


18. Gabe


kubjāśca badhirā ye ca pitṛ-mātṛ kulodbhavāḥ |
te sarve tṛptim āyāntu nīla piṇḍaṁ dadāmyaham ||

कुब्जाश्च बधिरा ये च पितृ-मातृ कुलोद्भवाः ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Verstorbene mit gekrümmtem Rücken oder Taubheit sowie die Verstorbenen beider Elternlinien mögen alle Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


19. Gabe


saṁsāra rahitā ye ca rauravādiṣu ye gatāḥ |
te sarve tṛptim āyāntu nīla piṇḍaṁ dadāmyaham ||

संसार रहिता ये च रौरवादिषु ये गताः ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Alle, die dem weltlichen Dasein entzogen sind und die in Raurava oder andere Leidenszustände gelangten, mögen Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


20. Gabe


vṛkṣa-yoni gatā ye ca tṛṇa gulmalatā sthitāḥ |
te sarve tṛptim āyāntu nīla piṇḍaṁ dadāmyaham ||

वृक्ष-योनि गता ये च तृण गुल्मलता स्थिताः ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Alle, die als Bäume, Gräser, Büsche oder Schlingpflanzen wiedergeboren wurden, mögen Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


21. Gabe


devatvaṁ mānuṣatvaṁ ca tiryak preta piśācakāḥ |
te sarve tṛptim āyāntu nīla piṇḍaṁ dadāmyaham ||

देवत्वं मानुषत्वं च तिर्यक् प्रेत पिशाचकाः ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Alle, die göttliche, menschliche oder tierische Daseinsweisen annahmen oder als Preta und Pishacha bestehen, mögen Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


22. Gabe


kṛmi-kīṭa pataṅgatvaṁ gatā ye ca sva-karmaṇā |
te sarve tṛptim āyāntu nīla piṇḍaṁ dadāmyaham ||

कृमि-कीट पतङ्गत्वं गता ये च स्व-कर्मणा ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Alle, die durch ihr eigenes Karma zu Würmern, Insekten und geflügelten Kleintieren wurden, mögen Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


23. Gabe


āsurī yonim āpannāḥ piśācatvaṁ ca ye gatāḥ |
te sarve tṛptim āyāntu nīlapiṇḍaṁ dadāmyaham ||

आसुरी योनिम् आपन्नाः पिशाचत्वं च ये गताः ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नीलपिण्डं ददाम्यहम् ॥

Alle, die in eine Asura-Daseinsweise oder in den Zustand eines Pishacha gelangt sind, mögen Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


24. Gabe


udbandha narake jātā ūrdhva vaktra sthitāśca ye |
te sarve tṛptim āyāntu nīla piṇḍaṁ dadāmyaham ||

उद्बन्ध नरके जाता ऊर्ध्व वक्त्र स्थिताश्च ये ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Alle, die im leidvollen Zustand des Aufhängens mit aufwärtsgerichtetem Gesicht festgehalten sind, mögen Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


25. Gabe


mahāpātakajān ghorān-narakān prāpya dārunān |
te sarve tṛptim āyāntu nīla piṇḍaṁ dadāmyaham ||

महापातकजान् घोरान्-नरकान् प्राप्य दारुनान् ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Alle, die aufgrund schwerer Verfehlungen in schreckliche Leidenswelten gelangt sind, mögen Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


26. Gabe


mahā pretā mahā-bhāgāḥ pūrva pretatva saṁsthitāḥ |
te sarve tṛptim āyāntu nīla piṇḍaṁ dadāmyaham ||

महा प्रेता महा-भागाः पूर्व प्रेतत्व संस्थिताः ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Die mächtigen, bedeutenden Verstorbenen, die schon lange im Preta-Zustand bestehen, mögen alle Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


27. Gabe


agamyāgamane lubdhā vrata-bhaṅga karāśca ye |
te sarve tṛptim āyāntu nīla piṇḍaṁ dadāmyaham ||

अगम्यागमने लुब्धा व्रत-भङ्ग कराश्च ये ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Alle, die verbotenen sexuellen Beziehungen nachgingen oder ihre heiligen Gelübde brachen, mögen Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.


28. Gabe


jalāgnibhir mṛtā ye ca aghorā dharma-varjitāḥ |
te sarve tṛptim āyāntu nīla piṇḍaṁ dadāmyaham ||

जलाग्निभिर् मृता ये च अघोरा धर्म-वर्जिताः ।
ते सर्वे तृप्तिम् आयान्तु नील पिण्डं ददाम्यहम् ॥

Alle, die durch Wasser oder Feuer starben und die fern vom Dharma lebten, mögen Sättigung finden. Ich bringe ihnen diese blaue Gerstengabe dar.

Abschluss und innere Haltung

Mit der achtundzwanzigsten Darbringung ist dieser Gabenabschnitt vollständig. Die Ritualleitung führt anschließend den vorgesehenen Abschluss der Gesamtzeremonie aus. Die Verwendung beziehungsweise abschließende Übergabe der Speisegaben richtet sich nach diesem Rahmen; hierfür schreibt der Nila-Abschnitt keine eigene zusätzliche Formel vor.

Das gemeinsame Wort aller Gebete ist Sättigung. Die Fürbitte fragt nicht, wer die Hilfe verdient hat, sondern öffnet den Kreis der Erinnerung. Als persönliche Nachbetrachtung kannst du einen Menschen, der ohne verlässliche Begleitung lebt, in deine konkrete Fürsorge einschließen: durch einen Besuch, eine Mahlzeit oder einen verlässlichen Anruf.

Die teils ungewöhnlichen Formen der IAST-Fassung sind bewahrt; Devanagari gibt diese Lesart wieder. Bei der sechzehnten Gabe bezeichnet das historische Wort Chandala im Wortlaut eine gesellschaftlich ausgegrenzte Gruppe; die deutsche Sinnwiedergabe richtet den Blick auf die beklagte Gewalttat. Das Gebet dient der Hilfe für Verstorbene und begründet keine heutige soziale Abwertung.

Quelle

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