Kumari Puja nach dem Mantramahodadhi

Aus Yogawiki

Kumari Puja nach dem Mantramahodadhi verehrt die göttliche Mutter in einem Mädchen. Die hier beschriebene Form verbindet vollständig ausgeschriebene Anrufungen mit einer freundlichen, achtsamen Begegnung und einfachen Gaben.

Göttinnenverehrung verbindet rituelle Würde mit aufmerksamer Zuwendung.

Umfang: Verehrung mit vollständiger Anrufung, allen neun zur Auswahl stehenden Gebeten und konkreten Gaben.

Anlass, Voraussetzungen und Material

Für Menschen mit Puja-Erfahrung, im Einvernehmen mit dem Kind und seiner Familie. Benötigt werden ein Sitz, eine Blüte, gegebenenfalls Sandelpaste, eine vegetarische Speise und ein kleines Geschenk. Dauer pro Kind: ungefähr fünf bis zehn Minuten.

Die Kumari-Verehrung ist mit der Göttinnen-Bhakti der Durga Puja und Devi Puja verbunden. Das Devi Archanam ergänzt sie durch die Verehrung göttlicher Namen. Der hier beschriebene Ablauf ist in sich vollständig ausgeschrieben.

1. Die Begegnung vorbereiten

Vereinbare die Teilnahme mit dem Kind und seinen Sorgeberechtigten. Erkläre einfach: „Wir ehren heute die göttliche Mutter in dir und danken dir für dein Dasein.“ Bereite einen bequemen Sitz vor. Lege eine Blüte, etwas Sandelpaste, ein kleines Geschenk oder Tuch und eine passende vegetarische Speise bereit. Die Vorlieben des Kindes bestimmen Speise und Geschenk. Das Kind darf die Verehrung jederzeit beenden.

2. Die Göttin willkommen heißen

Lade das Kind freundlich ein, Platz zu nehmen. Lege die Hände vor dem Herzen zusammen und sprich:

mantrākṣaramayīṃ lakṣmīṃ mātṝṇāṃ rūpadhāriṇīm |
navadurgātmikāṃ sākṣāt kanyām āvāhayāmy aham ||

Ich heiße das Mädchen als glückverheißende Gegenwart willkommen: Die Göttin besteht aus den Silben der Mantras, trägt die Gestalten der göttlichen Mütter und verkörpert die neun Durgas.

Die Anrufung eröffnet die religiöse Betrachtung. Das Kind bleibt dabei ein Kind mit eigener Persönlichkeit und eigenen Bedürfnissen.

3. Das zur Alterszuordnung gehörende Gebet sprechen

Die Quelle ordnet den Jahren zwei bis zehn neun Namen zu. Wähle für jedes teilnehmende Kind den zum Alter gehörenden vollständigen Vers unter der Tabelle. Bei mehreren Kindern wird die kleine Verehrung nacheinander vollzogen. Eine Gruppe von neun ist für die hier gewählte Form nicht erforderlich.

Alter nach der Quelle Göttinnenname
2 Jahre Kumari
3 Jahre Trimurti
4 Jahre Kalyani
5 Jahre Rohini
6 Jahre Kalika
7 Jahre Chandika
8 Jahre Shambhavi
9 Jahre Durga
10 Jahre Subhadra

Kumari – 2 Jahre

jagatpūjye jagadvandye sarvadevasvarūpiṇi |
pūjāṃ gṛhāṇa kaumāri jaganmātar namo'stu te ||

O von der Welt Verehrte und Gepriesene, die du alle göttlichen Gestalten in dir trägst: Nimm diese Verehrung an, o Kumari, Mutter der Welt. Verehrung sei dir.

Trimurti – 3 Jahre

tripurāṃ tripurādhārāṃ trivargajñānarūpiṇīm |
trailokyavanditāṃ devīṃ trimūrtiṃ pūjayāmy aham ||

Ich verehre die Göttin Trimurti, die dreifache Tripura, die Grundlage der Dreiheit, deren Wesen die Erkenntnis der drei Lebensziele ist und die von den drei Welten verehrt wird.

Kalyani – 4 Jahre

kālātmikāṃ kalātītāṃ kāruṇyahṛdayāṃ śivām |
kalyāṇajananīṃ devīṃ kalyāṇīṃ pūjayāmy aham ||

Ich verehre Kalyani, die Göttin, deren Wesen die Zeit ist und die über alle begrenzenden Teile hinausgeht: die Heilvolle mit einem Herzen voller Mitgefühl, die alles Gute hervorbringt.

Rohini – 5 Jahre

aṇimādiguṇādhārām akārādyakṣarātmikām |
anantaśaktikāṃ lakṣmīṃ rohiṇīṃ pūjayāmy aham ||

Ich verehre Rohini als glückverheißende Göttin unendlicher Kraft: Grundlage der Vollkommenheiten wie Anima und Verkörperung aller Buchstaben, beginnend mit A.

Kalika – 6 Jahre

kāmacārāṃ śubhāṃ kāntāṃ kālacakrasvarūpiṇīm |
kāmadāṃ karuṇodārāṃ kālikāṃ pūjayāmy aham ||

Ich verehre Kalika, die sich frei nach ihrem Willen bewegt, die Glückverheißende und Schöne, deren Gestalt das Rad der Zeit ist: Wünsche gewährend und großherzig in ihrem Mitgefühl.

Chandika – 7 Jahre

caṇḍavīrāṃ caṇḍamāyāṃ caṇḍamuṇḍaprabhañjanīm |
pūjayāmi mahādevīṃ caṇḍikāṃ caṇḍavikramām ||

Ich verehre die große Göttin Chandika, von gewaltiger Heldenkraft und mächtiger Maya: die Überwinderin Chandas und Mundas, deren Tatkraft gewaltig ist.

Shambhavi – 8 Jahre

sadānandakarīṃ śāntāṃ sarvadevanamaskṛtām |
sarvabhūtātmikāṃ devīṃ śāmbhavīṃ pūjayāmy aham ||

Ich verehre Shambhavi, die friedvolle Göttin, die beständig Freude schenkt und von allen Göttern gegrüßt wird: Sie ist das innere Wesen aller Lebewesen.

Durga – 9 Jahre

durgame dustare kārye bhavārṇavavināśini |
pūjayāmi sadā bhaktyā durgāṃ durgārtināśinīm ||

Wenn eine Aufgabe schwer zugänglich und kaum zu bewältigen ist, o Überwinderin des Meeres des Werdens, verehre ich Durga stets mit Hingabe: Sie nimmt das Leid der Bedrängnis.

Subhadra – 10 Jahre

sundarīṃ svarṇavarṇābhāṃ sukhasaubhāgyadāyinīm |
subhadrajananīṃ devīṃ subhadrāṃ pūjayāmy aham ||

Ich verehre Subhadra, die schöne Göttin von goldenem Glanz, die Freude und Wohlergehen schenkt und glückverheißendes Gutes hervorbringt.

4. Blüte, Duft und Speise schenken

Sprich das ausgewählte Gebet nochmals und reiche dabei die Blüte oder lege sie vor den Sitz. Wenn das Kind es möchte, biete etwas Sandelpaste für die Stirn oder die eigene Hand an; alternativ bleibt die duftende Paste in einer Schale vor ihm stehen. Übergib das Tuch oder Geschenk. Reiche anschließend die vorbereitete Speise. Diese Gaben werden ohne weitere Formel überreicht; der Quellvers nennt ausdrücklich Duft, Blumen, Speisen, Gewänder und Schmuck. Es müssen nicht alle kostbaren Gaben vorhanden sein.

5. Mit Dank abschließen

Verneige dich mit zusammengelegten Händen. Danke dem Kind in eigenen Worten. Lass es die Speise in Ruhe genießen oder mitnehmen. Beende die Zeremonie freundlich und ohne zusätzliche Aufgaben. Verweile selbst einen Augenblick bei der Bedeutung der Shambhavi-Strophe: Die Göttin ist das innere Wesen aller Lebewesen.

Vertiefung

Yoga-Vidya-Vortrag zum Ablauf einer Puja; ergänzende Einführung in die Ritualhaltung. Der Beitrag ergänzt die Anleitung; der konkrete Ritualablauf steht oben.

Siehe auch

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Quellen und redaktionelle Hinweise

Mantramahodadhi von Mahīdhara, Sanskrit-IAST-Projektfassung mit gesonderten Erläuterungen aus der Naukā. 18.181–195: neun Altersnamen, vollständige Anrufung aus 184b–185a, neun Gebetsverse 186–194 und Gaben in 195. Die Eingangs- und Schlusswörter, die in 184–185 lediglich das Zitieren der Gebete ankündigen, werden nicht mitgesprochen. Die einfache Verehrung einzelner Kinder ist eine redaktionell abgegrenzte Form außerhalb der großen Shatachandi. Die historischen Ausschlüsse nach Körper, Herkunft und Gesundheit in 178–180 werden nicht übernommen. Die Quelle nennt in 177 zehn Mädchen, in 181–183 aber neun Altersgestalten; es wird kein zehnter Name erfunden.