Krishna Japa für Frieden nach dem Gautamiya Tantra

Aus Yogawiki

Krishna Japa für Frieden nach dem Gautamiya Tantra ist eine besondere Krishna-Sadhana aus dem Gautamiya Tantra. Sie richtet sich auf śama, Befriedung und Beruhigung. Krishna erscheint als Madhusudana auf dem Wagen, während er Arjuna den Sinn der Bhagavad Gita erläutert. Das Dhyana richtet die Aufmerksamkeit auf Klarheit und besonnene Einsicht. Im Mittelpunkt stehen ein genau beschriebenes inneres Gottesbild und die Wiederholung des achtzehnsilbigen Krishna-Mantras.

Für wen, wann und was bereitliegen soll

Die Anleitung richtet sich an Puja- und Sanskrit-Kundige, die diesen Krishna-Mantra durch ihre eigene Unterweisung anwenden dürfen. Der Text setzt einen mantrin, einen in Mantrapraxis unterwiesenen Menschen, voraus. Die Kenntnis der Aussprache allein ersetzt die entsprechende Diksha nicht.

Wähle diese Sadhana in einer Zeit, in der Frieden, Sammlung und ein klarer Umgang mit einer schwierigen Lage gesucht werden. Die betreffende Stelle schreibt weder Wochentag noch Mondphase vor. Die Gesamtzahl beträgt 10.000 Wiederholungen; dafür ist ein bewusst freigehaltener Übungszeitraum nötig.

Du brauchst einen sauberen Sitz, ruhige Zeit und eine Zählhilfe, möglichst die für diesen Mantra geweihte Mala. Ein Krishna-Bild kann die Sammlung unterstützen. Für den hier beschriebenen Japa-Prayoga werden weder Opferfeuer noch aufwendiges Yantra, spezielle Opferstoffe oder ein äußerer Kalasha verlangt. Die Quelle nennt eine Dhyana-Japa-Folge; daraus wird hier keine verkürzte äußere Puja gemacht. Wenn die eigene Übertragung tägliche Pflichten vor dem Japa vorsieht, bleiben diese Teil der persönlichen Praxis.

1. Sich setzen und den Mantra klären

Beginne körperlich gereinigt und mit sauberem Mund. Setze dich stabil und bequem hin. Lege die Zählhilfe so bereit, dass du ohne ständiges Aufstehen zählen kannst. Verneige dich innerlich vor deinem Guru und Krishna; ein zusätzlich vorgeschriebener Sanskrit-Satz steht in dieser Prayoga-Stelle nicht. Formuliere dein Anliegen still in eigenen Worten.

Lies zunächst einmal die vollständige Rezitationsform:

klīṃ kṛṣṇāya govindāya gopījanavallabhāya svāhā |

Klīṃ. Krishna, Govinda, dem Geliebten der Gopis, sei diese Hingabe dargebracht. Klīṃ ist das Kama-Bija, hier die Keimkraft der liebenden Hinwendung; es ist kein für sich übersetzbares Sanskritwort.

Sprich im eigentlichen Japa jede Wiederholung vollständig. Die drei Namen stehen im Dativ: kṛṣṇāya, govindāya, gopījanavallabhāya. Das abschließende svāhā gehört zum Mantra und wird auch ohne Feuer gesprochen. Füge kein Om hinzu und kürze nicht auf Klīṃ oder einen einzelnen Namen. Das i in Klīṃ ist lang.

Die folgenden Dhyana-Texte geben das Bild vor. Sie können zum Aufbau der Vorstellung einmal gelesen werden; die gezählten Wiederholungen gelten ausschließlich dem ausgeschriebenen Krishna-Mantra.

2. Krishna als Lehrer auf dem Wagen vergegenwärtigen

pārthe diśantaṃ gītārthaṃ rathasthaṃ madhusūdanam |
rājamaṇḍalamadhyasthaṃ sūryacandrāyutaprabham ||

Vergegenwärtige Madhusudana auf dem Wagen, wie er Arjuna den Sinn der Gita lehrt, inmitten des Kreises der Könige, leuchtend wie zehntausend Sonnen und Monde.

Sieh den Wagen und Arjuna, der zuhört. Krishna ist der sprechende Lehrer. Sein Licht verbindet den Glanz der Sonne mit der Kühle des Mondes. Richte den Geist besonders auf seine lehrende Gegenwart. Die Quelle verlangt hier weder eine selbst ausgedachte Armzahl noch eine bestimmte Farbe des Wagens; ergänzende Einzelheiten sind für den Vollzug nicht nötig.

Der Dhyana-Satz beginnt in der zweiten Hälfte von 18.19 und geht in 18.20 über. Er gehört nicht mehr zum davor beschriebenen Entzweiungsritual. Diese Grenze ist für den Sinn der Anleitung entscheidend.

3. Den achtzehnsilbigen Mantra 10.000-mal wiederholen

Zähle 10.000 vollständige Mantras. Mit einer Mala zu 108 Zählperlen sind das 92 volle Runden und 64 weitere Wiederholungen. Die große Meru-Perle wird nicht mitgezählt. Am Meru wende die Gebetskette und zähle in Gegenrichtung weiter. Halte für abgeschlossene Runden einen gesonderten Zähler oder kleine Zählsteine bereit; das genaue Ergebnis ist wichtiger als die Wahl der Zählhilfe.

klīṃ kṛṣṇāya govindāya gopījanavallabhāya svāhā |

Klīṃ. Krishna, Govinda, dem Geliebten der Gopis, sei diese Hingabe dargebracht. Klīṃ ist das Kama-Bija, hier die Keimkraft der liebenden Hinwendung; es ist kein für sich übersetzbares Sanskritwort.

Wiederhole leise oder gesammelt im Geist und behalte Krishna als Lehrer gegenwärtig. Wenn das Bild verblasst, rufe die in Schritt 2 beschriebenen Merkmale erneut ins Bewusstsein und setze die Zählung fort. Die Quelle sagt japamātreṇa, durch Japa allein; damit ist diese besondere Anwendung durch Dhyana und die genannte Japa-Zahl bestimmt.

Falls die 10.000 Wiederholungen mehrere Sitzungen brauchen, lege vorher eine praktische Aufteilung fest, etwa zehn Sitzungen zu je 1.000. Diese Verteilung ist eine redaktionelle Organisationshilfe; sie ist keine zusätzliche Tagesvorschrift des Tantra. Notiere nach jeder Sitzung den tatsächlich erreichten Stand. Eine Runde von 108 ersetzt nicht die Gesamtzahl 10.000.

4. Die Sitzung abschließen

Nach der letzten Wiederholung lasse den Mantra ausklingen und bleibe noch einen Moment bei Krishna und Arjuna. Verneige dich innerlich und vertraue Krishna das Anliegen an. Für diese kurze Abschlussgeste verlangt die betreffende Stelle keine zusätzliche Lautformel; sie macht das Ende der Sitzung praktisch deutlich.

Bei einer Fortsetzung merke dir den Zählstand. Nach Vollendung der Gesamtzahl kehre gesammelt in den Alltag zurück. Die traditionelle Zusage von Befriedung bedeutet keine Garantie, dass äußere Konflikte ohne eigenes Handeln verschwinden.

Quellen und Textentscheidungen

Gautamiya Tantra, 18.19b–21a: Dhyana des Krishna als Gita-Lehrer, 10.000 Japa śamāya und die Bestätigung anena japamātreṇa. Mula-Mantra: 2.57–58. Textgrundlage ist die bereitgestellte vollständige IAST-Lesefassung nach der Ausgabe von Bhagiratha Jha (1977).

Die operative Stelle verwendet den Rückverweis manuvaram; der hier vollständig ausgeschriebene Hauptmantra des Werkes löst ihn auf. Die unmittelbar folgende Anweisung ab sthāne hṛṣīkeśa … eröffnet eine zusätzliche Sukta-Anwendung. Sie wird nicht als fehlende Fortsetzung dieses ausdrücklich auf Japa allein gegründeten Prayoga behandelt. Die Übungsaufteilung sowie der stille Sitzungsabschluss sind als praktische Rahmung erläutert und werden nicht als wörtlicher Sanskrit-Ritus ausgegeben.

Siehe auch