Jyotirlinga Smarana Dvikala
Jyotirlinga Smarana Dvikala – zwölf Lichtstätten morgens und abends erinnern ist ein zweimal tägliches Shiva-Erinnerungsritual. Die zwölf Jyotirlingas werden in ihrer überlieferten Reihenfolge benannt. Eine Pilgerlandschaft wird so im Gebet gegenwärtig: von Somnath bis Kedarnath, von den Ufern der Godavari bis zum südlichen Rameshvaram.
Vorbereitung
Lege den fünfstrophigen Text für morgens und abends bereit. Ein Shivalingam oder eine Landkarte kann deine Aufmerksamkeit sammeln; beides ist eine freiwillige Hilfe. Der Text selbst nennt als Praxis das Lesen und Erinnern der Namen. Er verlangt keine Reise, Gaben oder Einweihung. Ein vollständiger Durchgang zu jeder der beiden Tageszeiten ist eine praktikable Umsetzung der Anweisung.
Ablauf
1. Morgens zur Ruhe kommen
Sitze oder stehe an einem ruhigen Ort. Richte deine Aufmerksamkeit auf Shiva als Lichtgegenwart. Die genaue Uhrzeit und Haltung sind frei wählbar.
2. Die zwölf Orte und die Schlussverse sprechen
Lies den folgenden Text vollständig. Bei jedem Namen kannst du dir die betreffende heilige Stätte vorstellen. Diese Visualisierung ist eine mögliche Vertiefung der ausdrücklich genannten Erinnerung.
IAST
saurāṣṭre somanāthaṃ ca śrīśaile mallikārjunam |
ujjayinyāṃ mahākālamoṅkāramamaleśvaram ||
paralyāṃ vaidyanāthaṃ ca ḍākinyāṃ bhīmaśaṅkaram |
setubandhe tu rāmeśaṃ nāgeśaṃ dārukāvane ||
vārāṇasyāṃ tu viśveśaṃ tryambakaṃ gautamītaṭe |
himālaye tu kedāraṃ ghuśmeśaṃ ca śivālaye ||
etāni jyotirliṅgāni sāyaṃ prātaḥ paṭhennaraḥ |
saptajanmakṛtaṃ pāpaṃ smaraṇena vinaśyati ||
eteṣāṃ darśanādeva pātakaṃ naiva tiṣṭhati |
karmakṣayo bhavettasya yasya tuṣṭo maheśvaraḥ ||
Devanagari
सौराष्ट्रे सोमनाथं च श्रीशैले मल्लिकार्जुनम् ।
उज्जयिन्यां महाकालमोङ्कारममलेश्वरम् ॥
परल्यां वैद्यनाथं च डाकिन्यां भीमशङ्करम् ।
सेतुबन्धे तु रामेशं नागेशं दारुकावने ॥
वाराणस्यां तु विश्वेशं त्र्यम्बकं गौतमीतटे ।
हिमालये तु केदारं घुश्मेशं च शिवालये ॥
एतानि ज्योतिर्लिङ्गानि सायं प्रातः पठेन्नरः ।
सप्तजन्मकृतं पापं स्मरणेन विनश्यति ॥
एतेषां दर्शनादेव पातकं नैव तिष्ठति ।
कर्मक्षयो भवेत्तस्य यस्य तुष्टो महेश्वरः ॥
Bedeutung
Somnatha in Saurashtra und Mallikarjuna am Shrishaila,
Mahakala in Ujjayini und Omkara-Amaleshvara;
Vaidyanatha in Parali und Bhimashankara in Dakini,
Ramesha an der Brückenverbindung und Nagesha im Daruka-Wald;
Vishvesha in Varanasi, Tryambaka am Ufer der Gautami,
Kedara im Himalaya und Ghushmesha in Shivalaya.
Diese Jyotirlingas soll der Mensch abends und morgens lesen.
Durch das Erinnern vergeht, so verheißt der Text, die Verfehlung aus sieben Geburten.
Schon durch ihren Anblick bleibt keine schwere Verfehlung bestehen.
Die Bindung durch Karma schwindet bei dem, dem Maheshvara gewogen ist.
3. Die Erinnerung abschließen
Verweile einen Moment in Dankbarkeit und beginne deine Tagesaufgaben. Zusätzliche Formeln sind für diese Namensrezitation nicht vorgeschrieben.
4. Abends den vollständigen Durchgang erneuern
Sprich denselben Text am Abend noch einmal. Damit ist die ausdrücklich genannte Verbindung von Morgen und Abend erfüllt. Eine feste Anzahl von Übungstagen nennt die Quelle nicht.
Die Namen als geistige Pilgerschaft
Die Strophe folgt einer bestimmten überlieferten Ortsliste. Andere Listen lokalisieren insbesondere Vaidyanatha oder Nagesha abweichend. Für das Gebet wird diese Fassung als Ganzes beibehalten; sie entscheidet keine historischen Ortsstreitigkeiten. Die Aussage über den Darshan im letzten Vers würdigt die heiligen Stätten, macht eine Reise aber nicht zur Voraussetzung der morgens und abends empfohlenen Rezitation.
Quellen
- Dvadasha Jyotirlingani, vollständige Kurzfassung mit fünf Strophen, Sanskrit Documents, digitalisiert von Subramanian Ganesh und Ashish Chandra. Offensichtliche Schreibfehler im letzten Vers sind zu eteṣāṃ und maheśvaraḥ normalisiert. Für Ghushmesha wird die Hauptlesart der Edition verwendet. Eigene deutsche Übersetzung.